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Freitag, 4. November 2011

{Rezension} Undercover von Patricia Cornwell

Verlag: Hoffmann & Campe Verlag
Übersetzer: Andrea Fischer
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten,
ISBN: 978-3-455-40117-2
Genre: Amerikanischer Krimi
Erscheinungsdatum: 14. November 2008
Preis: 17,95 €

2. Fall für Win Garano

Vor mehr als Vierzig Jahren wurde die blinde Janie Brolin aus England vergewaltigt und ermordet. Nun soll Win Garano im Auftrag seiner Chefin, der Staatsanwältin Monique Lamont, diesen „kalten“ Fall aufklären. Allerdings stellt sich Win schnell die Frage, warum ausgerechnet jetzt dieser Fall wieder aufgerollt werden soll und welche Absichten seine ehrgeizige Chefin damit verbindet.

Allerdings ist dieser Fall erst einmal zweitrangig. Patricia Cornwell konzentriert sich zuerst auf eine Reihe von Banküberfällen wie auch Kupferdiebstählen, die im County vermehrt auftreten. Zusätzlich scheint ein Unbekannter den smarten Ermittler Win Garano in eine Intrige hineinziehen zu wollen und auch der Terrorismus kommt in dem gerade einmal 176 Seiten umfassenden Krimi nicht zu kurz. Ach ja, und Scotland Yard, das FBI und die Mafia dürfen auch nicht fehlen. Erst so zur Mitte des Buches hin wird von der Autorin der Mordfall an Janie Brolin aufgegriffen und dann ziemlich zügig abgehandelt.

Für meinen Geschmack einfach nur extrem überladen für so wenige Seiten. Zwar verbinden sich am Ende die vielen losen Fäden zu einer recht schlüssigen, aber doch ziemlich konstruierten Lösung, aber hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Spannung kommt während des ganzen Krimis so gut wie keine auf. Die Story zieht sich dahin und immer wieder fragt man sich, wann denn nun die eigentliche Geschichte losgeht.

Hinzu kommt, dass mich einige Charaktere doch ziemlich angenervt haben. Hier ganz besonders die Figur von Wins Großmutter Nana. Ich mag ja wirklich eigenwillige, schräge Charaktere, aber was die Autorin einem da mit Nana präsentiert, ist wirklich mehr als übertrieben. Ihr legt sie ja wirklich keinen vernünftigen Satz in den Mund, sondern ständig heftig durchtränkte esoterische Äußerungen, bei denen man sich nur fragen kann, wie Win dies all die Jahre ausgehalten hat, ohne verrückt zu werden.

Ansonsten sind die Charaktere klar und durchschaubar beschrieben. Win ist der smarte, schöne, intelligente, hilfsbereite Ermittler und Monique Lamont die durchtriebene, ehrgeizige, eiskalte Chefin. Dann gibt es noch eine Polizeikollegin von Win, der man jedoch auch sofort ihre guten Seiten ansieht, auch wenn die Autorin sie etwas undurchsichtig zu beschreiben versucht.
Fazit: Ein wenig spannender Krimi mit einer völlig überladenen Story und Charakteren, die einen nicht wirklich überzeugen.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Isabel!

    Von dieser Reihe kenne ich nur den 1. Band, den ich allerdings abgebrochen habe. Und auch die Kay Scarpetta-Reihe kann mich (leider) nicht mehr begeistern. Was schade ist, da ich die Bücher von Patricia Cornwell früher verschlungen habe.

    LG
    Sabine

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  2. Hallo Sabine,

    ging mir genauso. Die Bücher der Scarpetta-Reihe waren anfangs richtig klasse, aber die letzten ... naja. Und die Win-Garano-Reihe ist ja wirklich nur grottenschlecht ... leider. Werde mir von der Autorin auch keine Bücher mehr holen.

    LG Isabel

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