Leseempfehlungen

Freitag, 27. Januar 2012

{Rezension} The Cutting von James Hayman


„Gierige Ärzte, entsetzliche Morde und das wahrhaftig Böse – ein packender Thriller, der eine schlaflose Nacht garantiert!“ – Stephen Coonts

Hochspannender Serienauftakt!

Um seiner Tochter Casey ein sichereres Leben zu bieten, zieht Detective Mike McCabe von New York City in die vermeintliche Idylle von Portland. Doch mit der Idylle ist es schnell vorbei, als die Leiche eines 16-jährigen Mädchens gefunden wird, deren Herz mit chirurgischem Können entfernt wurde. Doch kaum haben Mike McCabe und seine Partnerin Maggie Savage mit den Ermittlungen begonnen, wird eine junge Frau entführt und es sieht ganz so aus, als wenn diese ebenfalls in die Hände des Mörders gefallen ist.

So blutig der Prolog beginnt, so relativ unblutig entwickelt sich der Thriller weiter. Doch besonders blutige Szenen benötigt James Hayman auch gar nicht. Allein durch seine packende Erzählweise und der recht komplex angelegten Story gelingt es ihm in seinem Debüt hervorragend, gleich zu Anfang eine fast schon greifbare Spannung aufzubauen und diese über den kompletten Thriller zu halten.



Seine beiden Protagonisten lässt der Autor im Ärztemilieu ermitteln und dies unter Hochdruck, denn schon bald ist klar, dass sie einen Serienmörder verfolgen, der seine Opfer rund eine Woche bei sich behält, bevor er sie grausam ermordet. So ist die Story durchweg sehr temporeich und fesselnd angelegt und der angenehme, flüssige Schreibstil von James Hayman sorgt dafür, dass man sich bis zur letzten Seite bestens unterhalten fühlt. Hierbei legt der Autor auch immer wieder falsche Spuren aus und obwohl schnell ein Verdächtiger in den Fokus rückt, mag man doch nicht so recht glauben, dass dieser auch der Mörder ist.

Und neben der reinen Ermittlungsarbeit lässt sich der Autor auch noch Zeit, einem seinen Protagonisten Mike McCabe näher vorzustellen. Und so erlebt man Mike auch als Privatmann, der seine 13-jährige Tochter über alles liebt und gerade dabei ist, die Beziehung zu seiner Freundin Kyra zu vertiefen. Diese Mischung zwischen den nervenaufreibenden Ermittlungen und dem Privatleben ist perfekt gelungen und gibt einem zwischendurch immer mal wieder kleine kurzweilige Verschnaufpausen.

Zwar ist sein Protagonist auch mal wieder ziemlich problembehaftet, aber dies hält sich alles im Rahmen und so wirkt er in seinen Handlungen zumeist authentisch. Als alleinerziehender, berufstätiger Vater hat er natürlich schon öfter mal ein schlechtes Gewissen, wenn er seine Tochter viel allein lassen muss, weiß sie aber gut umsorgt. Seine Partnerin Maggie Savage ist eher der toughe Typ, die aber auch sehr warmherzig agieren kann und einem in ihrer direkten Art eigentlich sofort sympathisch ist.


Fazit: Ein sehr spannend angelegter Thriller mit einer rasant erzählten Story und mit einem sympathischen Ermittlerpaar, das durchweg überzeugt.

Verlag: Blanvalet Verlag, Taschenbuchausgabe: 512 Seiten, ISBN: 978-3-442-37357-4, erschienen am 14. März 2011, Preis: 8,99 €

© Fran Houston
Autor:
James Hayman wurde in New York geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nach einem Studium an der Brown University wurde er Creative Director in einer führenden New Yorker Werbeagentur, verließ New York jedoch 2001, um sich in Portland/Maine ganz dem Schreiben widmen zu können. James Hayman ist verheiratet und lebt auch heute noch in Portland.

Donnerstag, 26. Januar 2012

{Rezension} Heldenwinter von Jonas Wolf

„Jede Legende hat ihre Helden.
Jeder Schüler hat seinen Meister.
Und jeder Meister hat ein dunkles Geheimnis“
 

Die Gemeinschaft der Sieben

Für den junge Halbling Namakan bricht eine Welt zusammen, als er eines Tages mit seinem Meister nach Hause kommt. Seine Ziehmutter Lodaja wie auch seine Ziehgeschwister wurden brutal ermordet. Sein Meister Dalarr sinnt auf Rache, weiß er doch genau, wer für dieses Massaker verantwortlich ist. Zusammen mit Dalarr reist Namakan durch das Reich Tristborn mit nur einem Ziel vor Augen: Der König muss sterben. Doch die zwei Wanderer bleiben nicht lange allein. Auf ihrem abenteuerlichen Weg schließen sich ihnen schon bald eine Hexe, ein Gestaltwandler und seine Amme, ein Zwerg sowie eine Halbelfe an. Alle haben das gleiche Ansinnen, nämlich dass König Arvid und sein mächtiger Krieger in Weiß sterben müssen. Die Gemeinschaft der Sieben zieht in einen scheinbar aussichtslosen Kampf.

Jonas Wolf steigt fast augenblicklich in seine fantastische Geschichte rund um den Halbling Namakan und seinen Meister Dalarr ein. Namakan ist ein Findling und wurde von dem Schmied Dalarr und seiner Frau Lodaja liebevoll großgezogen. Zusammen mit weiteren verwaisten Halblingen führte er auf den immergrünen Almen der Hochebene ein friedvolles, glückliches Leben, welches durch den Mord so grausam zerstört wurde. Als sein Meister die geschändete Leiche seiner Ziehmutter sieht, weiß er sofort, was das eingeritzte Drachensymbol bedeutet und ihm ist klar, dass die Vergangenheit ihn eingeholt hat. Um was es sich hierbei jedoch handelt, erfährt der Leser wie auch Namakan anfangs nur bruchstückhaft.

Je länger die Reise dauert umso mehr wird dem Leser klar, dass Dalarr ein dunkles Geheimnis umgibt, welches er geflissentlich vor Namakan geheim hält. Andeutungen durch Mitreisende, die scheinbar die wahre Identität des Meisters kennen, reizen die Neugier immer mehr an. Hinzu kommt, dass die Reisenden, deren Gemeinschaft mit Verlauf immer größer wird, viele gefahrvolle Abenteuer bewältigen müssen. Hier hat Jonas Wolf eine Welt geschaffen, die voller geheimnisvoller Gebiete und fantastischer Wesen ist und mit seiner bildhaften Sprache sorgt er dafür, dass man dies alles schon bald vor Augen hat. Sein flüssiger, stellenweise etwas altmodisch, aber perfekt der Geschichte angepasster Erzählstil sorgt dafür, dass man sich während des ganzen Buches hervorragend unterhalten fühlt. Und auch wenn seine Beschreibungen von Tristborn oft sehr detailliert sind, nimmt dies selten die Spannung heraus.



Sehr gut gefallen hat mir auch, dass der Autor auch alle weiteren Mitwirkenden im Lauf der Story ihre Geschichte selbst erzählen lässt. So erfährt man nach und nach immer mehr über die einzelnen und zumeist sehr traurigen Schicksale der Hexe Morritbi, dem Zwerg Eisarn,  dem Gestaltwandler Kjell wie auch der Halbelfe Tschumilal und ihrem Volk und somit immer mehr über das Leben im Reich Tristborn unter König Arvid und dem weißen Krieger.

Überhaupt sind seine Charaktere hervorragend herausgearbeitet und überraschen einen im Verlauf der Geschichte immer wieder durch ihre Handlungen. Besonders geheimnisvoll ist hier natürlich Dalarr selbst, der im Verlauf der Geschichte in seinem Verhalten immer rätselhafter wird. Aber auch der liebenswerte, wahrheitsliebende Namakan entdeckt mit der Zeit immer mehr ungeahnte Eigenschaften in sich, die nicht nur ihn selbst, sondern auch einen als Leser überraschen. Und auch die Geschichte an sich entwickelt sich vielschichtig und unterhaltsam weiter, bis zu einem schlüssigen, allerdings dann auch nicht mehr so ganz überraschendem Ende.

Fazit: Nicht nur für Fans von „Der kleine Hobbit“ oder „Herr der Ringe“ ist dieser Fantasy-Roman von Jonas Wolf zu empfehlen.

Verlag: Piper Verlag, Broschierte Ausgabe: 507 Seiten, ISBN: 978-3492267199, Erschienen im Januar 2012, Preis: 12,99 €

Der Autor:
Jonas Wolf, geboren 1976 in Hamburg, schrieb schon als Kind Geschichten und Märchen. Seine Liebe zur Fantasy entdeckte er mit J.R.R. Tolkiens Epos über die Vernichtung eines magischen Rings und Robert E. Howards Erzählungen um einen grimmigen Barbaren. Sein Roman »Heldenwinter« steht in dieser ehrwürdigen Tradition und verbindet sie mit Einflüssen aus der modernen Fantasy.


Dienstag, 24. Januar 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende Bücherpost

Hallo Ihr Lieben,

etwas verspätet kommen heute die Neugzugänge der letzten Woche. Momentan hat mich eine ziemlich fiese Erkältung außer Gefecht gesetzt und so müsst Ihr Euch leider auch noch ein wenig auf die Rezensionen zu "Heldenwinter" und "The Cutting" gedulden. Denke aber, dass ich sie diese Woche noch schreiben und online stellen werde. Kann Euch aber jetzt schon sagen, dass beide Bücher richtig klasse waren.

Aber hier jetzt die neuen Bücher:


Einmal stand mal wieder eine Bestellung an und um Porto zu sparen, konnte ich mir natürlich wieder mal einen Buchkauf nicht verkneifen und dieses Mal war es "Die Vermissten" von Jane Casey:

Zwei verschwundene Kinder. Ein brutaler Mord. Was, wenn du derjenige wärst, der die Opfer zuletzt lebend gesehen hat?
Als die kleine Jenny Shepherd spurlos verschwindet, weiß ihre Lehrerin Sarah Finch nur zu genau, dass mit jedem weiteren Tag die Chance schwindet, das Mädchen lebend wiederzufinden. Sie selbst hat als Kind erfahren müssen, wie ihr Bruder Charlie nicht vom Spielen wiederkehrte. Und dann ist es ausgerechnet Sarah, die die Leiche der kleinen Jenny findet. Im Handumdrehen steht sie im Zentrum des Medienansturms – und im Fokus der Ermittler. Aber nicht nur die haben sie im Visier. Auch der Täter lauert ganz in der Nähe …

Verlag: Blanvalet Verlag, Taschenbuchausgabe: 512 Seiten, erschienen am 14. Februar 2011, ISBN: 978-3-442-37521-9, Preis: 8,99 €




Dann hatte ich das neue Buch von Sandra Brown "Sündige Gier" vorbestellt, was 
letzte Woche auch in meine Bücherwand eingezogen ist:

Ich töte für dich - du mordest für mich

In einem Hotel in Atlanta wird der Millionär Paul Wheeler erschossen. Alles weist auf einen Raubüberfall hin. Doch seine junge, schöne Begleiterin Julie Rutledge ist sich sicher: Es war Mord. In Auftrag gegeben von Creighton Wheeler, Pauls Neffen und potenziellem Erben. Um zu verhindern, dass Creighton von Starverteidiger Derek Mitchell vertreten wird, beginnt sie ein perfides Spiel, dessen Kontrolle ihr schnell aus den Händen genommen wird.

Verlag: Blanvalet Verlag, Gebundene Ausgabe: 512 Seiten, erschienen am 23. Januar 2012, ISBN: 978-3-7645-0365-9 , Preis:  19,99 €





Vom MIRA-Taschenbuchverlag kam der Thriller "Ewig bist du mein" von Andrea Kane an, den ich heute auch anfange zu lesen. Ein ganz dickes Dankeschön dafür an den MIRA-Verlag:

Andrea Kanes neuer packender Thriller: Profilerin Casey Woods soll dem FBI helfen, eine mysteriöse Entführung aufzudecken …

Kann Profilerin Casey Woods dem FBI helfen, eine mysteriöse Entführung aufzudecken? Fieberhaft versucht Casey die kleine Tochter der Richterin Hope Willis zu finden. Schnell wird klar: Dies ist kein Routinefall! Bereits Hopes Zwillingsschwester wurde entführt, als sie noch ein Kind war. Die Liste der Verdächtigen ist lang, doch alle Spuren führen ins Leere. Bis ein Mord geschieht – und Casey auf ein dunkles Familiengeheimnis stößt …

"Niemand schreibt so packend wie Andrea Kane." Publishers Weekly

Verlag: MIRA Taschenbuchverlag, Taschenbuchausgabe: 420 Seiten, erscheint im Februar 2012, ISBN: 978-3-89941-968-9, Preis: 8,99 €


Und zu guter Letzt ist noch eine Riesenüberraschung in meine Bücherwand eingezogen. Der Piper Verlag schickte mir den Thriller "Vergeltung" von Julie Hastrup. Der Inhalt hört sich klasse an und ich bin schon richtig gespannt darauf. Vielen lieben Dank dafür an den Piper Verlag:

Die Zeit der Vergeltung wird kommen

In einer warmen Sommernacht wird die junge Anna ermordet aufgefunden, nicht weit entfernt von ihrem Elternhaus in einer dänischen Kleinstadt. Die Polizei zieht die Sonderermittlerin Rebekka Holm hinzu. Die findet bald heraus, dass das Verbrechen bis in seine Einzelheiten an einen 20 Jahre zurückliegenden Mord an einer jungen Frau erinnert. Hat sich das Verbrechen von damals wiederholt? Hat Erik, Sohn des örtlichen Pfarrers, seine Freundin umgebracht? Doch dann wird ein zweijähriges Mädchen entführt. Ihr Name: Anna … 

Verlag: Piper Verlag, Taschenbuchausgabe: 400 Seiten, ISBN: 9783492272681, erschienen am 16. Januar 2012, Preis: 9,99 € 






So, jetzt packe ich mich mit Tee und Buch wieder auf die Couch und kuriere meine Erkältung aus.
Liebe Grüße
Isabel



Donnerstag, 19. Januar 2012

{Rezension} Angsthauch von Julia Crouch


"Es könnte der Tatort eines Verbrechens sein, aber das wahre Verbrechen geschah woanders. Nichts ist, wie es war: Alles ist zerschnitten oder zerrissen oder zerfetzt. Große f leischfarbene Kleckse verschandeln die Oberflächen. Papierstreifen ringeln sich über Kanten.
 

An die Wände gelehnt stehen Bilder, alle zeigen dieselbe nackte skelettartige Gestalt. Sie bäumt sich auf, ist in Ekstase, wunderschön. Und jemand hat ihr die Augen ausgestochen, sie mit der Schere durchbohrt, mit dem Messer zerschlitzt.
 

Ein Bild der Verwüstung."

Christos ist tot …

… mit diesen drei Worten ändert sich das beschauliche Familienleben von Rose von Grund auf. Eben erst haben sie und ihr Mann Gareth sich mit ihren 2 Töchtern den Traum von einem Häuschen in den Hügeln von Wiltshire erfüllt, da erreicht Rose diese schreckliche Nachricht von ihrer Freundin aus Kindertagen. Als sie erfährt, dass Polly mit ihren Kindern nach England zurückkehren möchte, bietet Rose ihr spontan an, bei ihnen einzuziehen. Doch schon bald muss Rose feststellen, dass sie sich mit Polly eine Feindin ins Haus geholt hat.

Ihre beiden Söhne leben sich recht schnell ein, Polly selbst zieht sich anfangs eher zurück und verbringt die meiste Zeit im Nebengebäude. Doch schon bald möchte man ihr die angebliche Trauer um ihren Mann Christos nicht mehr so recht abnehmen und  ahnt, dass sie irgendetwas im Schilde führt. Langsam, fast schleichend legt sich auch die anfängliche Abneigung von Gareth ihr gegenüber und dieser scheint immer mehr der sexuellen Anziehungskraft von Polly zu erliegen. Als es dann zu einem schwerwiegenden Unfall kommt, der das Familiengefüge gefährdet, sieht Polly ihre Chance gekommen.

Fast augenblicklich spürt man, dass der Einzug von Polly und ihren beiden Söhnen problembehaftet ist. Es ist nicht nur die äußerst exzentrische, gefühlskalte, teilnahmslose, egoistische Art von Polly, die einen misstrauisch macht. Auch  Gareth scheint immer mehr aus sich herauszugehen, der Künstler strotzt vor Energie. Und Rose scheint hiervon nichts mitzubekommen, freut sich noch darüber, dass Gareth sich plötzlich so gut mit Polly versteht.

Der Schreibstil von Julia Crouch ist eher ruhig gehalten,  sehr einfühlsam, flüssig und einnehmend. Früh merkt man, dass die Autorin viel Wert auf eine vielschichtige Charakterbeschreibung ihrer Protagonisten legt. So geht sie bereits auf den ersten Seiten schon sehr intensiv auf das bisherige Leben von Rose und Gareth ein, wodurch man eine gute Vorstellung des Ehepaares erhält. Spannung ist während des gesamten Buches eher unterschwellig vorhanden, auf reißerische Szenen verzichtet die Autorin vollständig, sondern lässt lieber  das Kopfkino des Lesers in Aktion treten. Viel mehr Wert legt sie auf die emotionale Komponente, auf das Verhalten ihrer Protagonisten, dass oft nur schwer voraussehbar ist und hieraus ergeben sich überraschende Wendungen während des Buches.

Gareth ist mehr der introvertierte Typ, der zu Depressionen neigt und Probleme lieber totschweigt. Die mütterliche Rose, die ausschließlich für ihre Familie lebt, ist ein sehr harmoniebdürftiger Mensch. So übersieht sie auch gerne viele Dinge und Eigenheiten von Polly, anstatt etwas zu sagen. Und stellenweise hat man das Gefühl, sie geht mit regelrechten Scheuklappen durchs Leben, nur um das Bild der heilen Familienwelt nicht zu gefährden. So dauert es auch sehr lange bis sie erkennt, welches perfide Spiel ihre Freundin aus Kindertagen mit ihr spielt.

Und dies fesselt einen an das Buch. Die Neugier, wie sich die Situation nun weiterentwickeln wird. Wann sich Rose endlich darüber klar wird, welches falsche Spiel ihre Freundin mit ihr treibt und wie sie sich dagegen zur Wehr zu setzen gedenkt. Und auch noch eine Frage bleibt lange offen, und zwar das Geheimnis, welches Rose vor Gareth verbirgt. Dies alles und der einnehmende Schreibstil der Autorin halten das Interesse und auch die Neugier während des Lesens aufrecht.

Fazit: Ein ruhig und fesselnd erzählter Psychokrimi, der viel Wert auf eine komplexe, emotionale Handlung und sauber herausgearbeitete Charaktere legt und somit auf reißerische Szenen komplett verzichtet.

Verlag: Ullstein-Verlage, Taschenbuchausgabe: 448 Seiten, ISBN: 9783548283326, Übersetzer: Sybille Uplegger, Erscheinungsdatum: 13. Januar 2012, Preis: 9,99 €

Nach ihrem Studium der Theaterwissenschaften arbeitete Julia Crouch zehn Jahre lang als Bühnenschriftstellerin und Regisseurin. Sie hat bereits drei Kinderbücher und mehrere Bände mit Kurzgeschichten publiziert. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Brighton. Angsthauch ist ihr erster Roman.


Dienstag, 17. Januar 2012

{Rezension} Sündenjagd von Allison Brennan


„Niemand konnte Moiras durchdringende Schreie hören, sie waren in ihrem Kopf gefangen wie der alte Dämon, der den Mann, den sie liebte, in den Tod trieb. Peter, ihre Liebe, ihr Leben, der Grund, warum sie überleben wollte, hielt das Kreuz in der Hand und sang ein altes Lieder der Teufelsaustreibung.“ – Seite 9

Die sieben Todsünden

St. Michael ist ein kleiner, geheimer Orden, der sich zur Aufgabe gemacht hat, das Böse in der Welt zu zerstören. Der Orden bildet Dämonologen und Dämonenjäger aus. Vor einigen Jahren hat die junge Hexe Moira Zuflucht in dem Orden gefunden. Nun ist sie auf der Suche nach ihrer Mutter, eine mächtige Hexe, die mit Hilfe ihrer zweiten Tochter Serena und ihrem Hexenzirkel die sieben Todsünden freisetzen und unter ihre Kontrolle bringen will. Zusammen mit dem Dämonologen Anthony versucht Moira alles, ihre Mutter zu stoppen, um so den endgültigen Krieg zwischen Gut und Böse abzuwenden. Doch hierbei darf sie ihre Zauberkräfte nicht anwenden, hat sie diesen doch durch ein schreckliches Erlebnis in der Vergangenheit endgültig abgeschworen.

In der kleinen kalifornischen Stadt Santa Louisa spürt Moira ihre Mutter mitsamt ihrem Hexenzirkel schließlich auf und muss feststellen, dass ihre Mutter Fiona bereits das Ritual durchgeführt hat, die sieben Todsünden aus der Unterwelt zu befreien. Doch irgend etwas ist hierbei schief gegangen, die Todsünden scheinen entfesselt.

Stolz, Neid und Habsucht, 
das sind die drei Funken, 
woran der Bürger Herzen sich entzündet.
- Dante Alighieri

Anfangs hatte ich etwas Probleme, in die Story hineinzufinden, denn Allison Brennan katapultiert einen praktisch mitten in die Geschichte hinein und man benötigt eine gewisse Zeit, um sich zurecht zu finden. Allerdings dauert dies nicht allzu lange und dann befindet man sich mitten in einer packenden Geschichte rund um Dämonen, Hexen und Zauberern. Und auch ihre Protagonistin Moira war mir zuerst etwas unsympathisch, beschreibt die Autorin sie doch ziemlich blass und erweckt den Eindruck, dass man es mit einer in Selbstmitleid badenden Einzelgängerin zu tun bekommt.

Doch dieser Eindruck wandelt sich bald schon fast unmerklich und anfangs stört es auch nicht sonderlich, dass die Charaktere etwas eindimensional bleiben. Denn die Story überzeugt absolut, durchweg erzählt Allison Brennan diese äußerst temporeich und spannend. Kaum lässt sie ihren Lesern einmal Zeit, ein wenig Luft zu holen, schon setzt sie ihren Figuren einer nächsten Gefahr aus. Auch wenn die Story schon bald vorhersehbar ist, hat Allison Brennan doch einige interessante Wendungen eingebaut und ihre flüssiger und rasante Schreibstil sorgt dafür, dass man sich bis zum Schluss bestens unterhalten fühlt.

Durch gelegentliche Rückblenden erfährt man immer mehr von Moira und ihrem voller Probleme behafteten Verhältnis zu Anthony, der ihr anfangs nur mehr widerwillig hilft. Den Grund für den Hass von Anthony der jungen Hexe gegenüber wird bald erzählt und dann versteht man auch das einzelgängerische, verschlossene Verhalten von Moira. Und man entdeckt dahinter eine mutige, selbstlose Frau, die einfach nur ein schwieriges Leben hatte und das Beste daraus gemacht hat. Doch diese Einblicke in das Seelenleben von Moira sind eher selten, die Story steht eindeutig im Fokus. Und so erfährt man auch nur wenig über Anthony wie auch über den dritten Dämonenjäger im Bunde. Im Verlauf der Geschichte erhalten die Beiden Unterstützung von Rafe, ebenfalls vom Orden St. Michael. Da der englische Titel des Buches allerdings „Deadly Sins 1“ heißt, gehe ich davon aus, dass es hier mehrere Bände geben wird und dann diesen Figuren auch ein wenig mehr Raum eingeräumt wird.


Fazit: Ein rasanter und fesselnder Fantasy-Thriller voller Dämonen, Zauberer und Hexen, bei dem die Story  eindeutig im Vordergrund steht und die Charakterbeschreibungen dadurch ein wenig in den Hintergrund rücken.


Verlag: Diana Verlag, Übersetzerin: Irene Eisenhut, Genre: Fantasy-Thriller, Taschenbuchausgabe: 480 Seiten, Erschienen am 09. Januar 2012, Preis: 8,99 €


© Allison Brennan

 Allison Brennan arbeitete dreizehn Jahre lang als Beraterin der Justiz von Kalifornien, bevor sie ihren Beruf aufgab, um sich ausschließlich dem Schreiben und ihrer Familie zu widmen – mit Erfolg. Allison Brennan ist mittlerweile eine vielfache New-York-Times- und USA-Today-Bestsellerautorin. Zuletzt erschien im Diana Verlag ihr Roman Furcht soll dich begleiten. Sie lebt mit ihrem Ehemann Dan und ihren fünf Kindern im Norden von Kalifornien.

Montag, 16. Januar 2012

{Rezension} Furie von Chelsea Cain


„Archie weiß bis zu diesem Moment nicht mit Sicherheit, dass sie es ist. Dann erstrahlt diese dumpfe Wärme in seinem Rückgrat, und vor seinen Augen verschwimmt alles, und da ist er sich sicher, dass Gretchen Lowell die Mörderin ist. Er begreift, dass er unter Drogen gesetzt wurde, aber es ist zu spät …“ – Seite 7

Der Todesengel

10 Jahre lang hat Detective Archie Sheridan die Serienkillerin Gretchen Lowell erfolglos gejagt. Bis er ihr selbst in die Hände fiel und diese ihn über Tage hinweg grausam folterte. Als Archie drohte, an diesen Folterungen zu sterben, rief Gretchen den Notarzt und sitzt seitdem im Gefängnis. Archie überlebte nur knapp und leidet heute noch stark unter den Folgen der Entführung. Nun treibt erneut ein Serienmörder sein Unwesen und nach 2 Jahren tritt Archie seinen Dienst als Leiter der Sonderkommission wieder an. An seiner Seite ist sein altes Team, aber auch die Journalistin Susan Ward, die eine Reportage über das Leben von Archie schreiben soll.

Eines vorneweg. Der Thriller ist wirklich nichts für zarte Gemüter, denn die Folterungen, welche Archie Sheridan durchleiden musste, sind wirklich sehr heftig und werden von Chelsea Cain durch regelmäßige Rückblenden beschrieben, und dies stellenweise sehr detailgenau. 10 Tage war Archie in der Gewalt der kaltherzigen Psychopathin Gretchen Lowell. Diese gab ihm Rohreiniger zu trinken, zertrümmerte ihm mehrere Rippen, entfernte ihm bei vollem Bewusstsein die Milz. Die hochintelligente Psychopathin liebt es, anderen Schmerzen zuzufügen, geht dabei aber auch äußerst liebevoll und umsichtig mit ihrem Opfer um. So nennt sie Archie nur Liebling, erklärt ihm fast schon zärtlich, was sie als nächstes tun wird und warum. So baut sich nach und nach eine Beziehung zwischen Opfer und Täter auf, die sich auch nach der Rettung von Archie fortsetzt. Es vergeht kein Tag, an dem Archie nicht an die wunderschöne Gretchen denken muss, er besucht sie jeden Sonntag im Gefängnis, seine Ehe ist hierüber gescheitert und er schluckt Unmengen von Tabletten, nicht nur, um seine körperlichen Beschwerden zu lindern. Die Gefühlswelt von Archie erzählt die Autorin sehr plastisch und einfühlsam und schnell ist klar, dass Archie wohl unter dem Stockholm-Syndrom leidet.

Nun treibt wieder ein Serienmörder sein Unwesen, entführt junge Mädchen auf ihrem Heimweg von der Schule, vergewaltigt und tötet sie kurz darauf und legt sie an gut besuchten Stellen ab, sodass sie schnell gefunden werden. Als das dritte Mädchen verschwindet, wird Archie Sheridan und sein altes Team mit dem Fall betraut. Begleitet wird Archie von der Journalistin Susan Ward vom Oregon Herald, die eine Reportage über ihn schreiben soll. Die Zusammenarbeitet funktioniert ziemlich gut, allerdings ergeben sich kaum Spuren zu dem Mörder, alle Ermittlungsansätze verlaufen anfangs im Sande.

Neben dem aktuellen Fall erfährt man durch gelegentliche Rückblenden immer mehr über das Martyrium, welchem Archie ausgesetzt war. Dies baut die Autorin zwar geschickt in den aktuellen Fall ein, doch irgendwie kam mir dies mit der Zeit alles etwas überladen vor. Allein die Entführung durch Gretchen und ihre heutige Beziehung zueinander bietet genug Stoff für eine spannende Geschichte und irgendwie nimmt diese mit der Zeit auch immer mehr Raum ein. Die eigentliche Story rund um den Serienmörder tritt dabei immer mehr in den Hintergrund, was mich auf Dauer etwas gestört hat.

Spannend ist der Thriller durchaus und auch der Schreibstil von Chelsea Cain ist flüssig und fesselnd. Allerdings ist es jetzt auch nicht unbedingt so, dass man wie gebannt an dem Buch hängt. Hier funktioniert es eher mehr so, dass man oftmals regelrecht schockiert ist, wie ein Mensch so vollkommen kaltblütig und gleichzeitig regelrecht liebevoll einem Menschen solch grausame Dinge antun kann. Es ist mehr das Makabre, das Unvorstellbare, der Gänsehauteffekt was einen an dem Thriller fesselt. Und auch, wie Archie heute damit umgeht, wie sich sein Leben seit damals entwickelt hat und wie er versucht, zurück ins Leben zu finden. Die eigentliche Story entwickelt sich jetzt nicht gerade überraschend, wobei Chelsea Cain schon einige falsche Fährten auswirft und man lange rätselt in Bezug auf Täter und Motiv. Aber wie gesagt, rückt der Serienmörder-Fall mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund und bald hat mich mehr interessiert, wie es Archie geschafft hat, sich aus den Klauen von Gretchen zu befreien als die Auflösung des aktuellen Falls.

Facettenreich sind die die Charakterbeschreibungen von Archie wie auch von Gretchen und Susan, allerdings sind alle Drei äußerst problembehaftet. Allen voran natürlich der seelisch gebrochene Detective, für den sein Leben eigentlich zu Ende ist, er nur noch mit Tabletten funktioniert und es ihm dennoch gut gelingt, dies zu überspielen und ausgezeichnete Arbeit abzuliefern. Ihm zur Seite steht die junge Susan Ward, die eindeutig einen Vaterkomplex hat, sich für ihr Alter ziemlich jugendlich kleidet, rosa Haare trägt, ziemlich forsch auftritt und eigentlich nie um eine Antwort verlegen ist. Und auch die gefühlskalte Gretchen beschreibt die Autorin sehr gut. Sie ist ein Todesengel, die mit ihrer Schönheit jeden verzaubert und völlig gefühllos einem Menschen die schlimmsten Schmerzen bereiten kann, einzig allein deswegen, weil sie es liebt.


Fazit: Ein durchaus spannender Thriller, der jedoch mit seinen beiden starken Erzählsträngen, welcher jeder für sich einen Thriller wert wäre, mit der Zeit etwas überladen wirkt. Die Charaktere beschreibt die Autorin detailreich und in ihren Handlungen zumeist nachvollziehbar, waren mir aber stellenweise etwas zu problembehaftet. 

Taschenbuch, 384 Seiten, ISBN: 978-3-442-37004-7, 8,95 €, erschienen am 08.September 2010 im Blanvalet Verlag

Chelsea Cain, geboren 1972, ist Journalistin und Schriftstellerin. Mit Furie, dem ersten von drei Romanen, in denen die schillernde Serienmörderin Gretchen Lowell sich als die eigentliche Hauptperson erweist, und den Fortsetzungen Grazie und Gretchen hat sie einen fulminanten Erfolg beim deutschsprachigen Publikum erzielt und ist seitdem eine der erfolgreichsten internationalen Thrillerautorinnen. Chelsea Cain lebt in Portland, Oregon. Totenfluss ist ihr vierter Roman.