Leseempfehlungen

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Montag, 10. März 2014

{Rezension} Das Haus der dunklen Träume von Stefanie Kasper

Cover & Verlag: Goldmann
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
Genre: Mystery-Roman
ISBN: 978-3-442-47402-8
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2014
Preis: 9,99 €



Schlaf, Kindlein, schlaf ein

Als Annika Burgdorfer durch Zufall erfährt, dass der alte Bodelhof in ihrem Heimatort zum Verkauf angeboten wird, überlegt sie nicht lange, kauft ihn und zieht nach sieben Jahren München wieder zurück aufs Land. Obwohl ihr jeder von dem Kauf abgeraten hat und dies nicht nur wegen dem restaurierungsbedürftigen Zustand des Hofes, stürzt sich Annika voller Elan in die Renovierungsarbeiten. Tatkräftig unterstützt wird sie hierbei von ihren Brüdern und dem Weltenbummler Victor. Dieser hat ein ganz eigenes Interesse an dem Hof, welches er Annika jedoch verschweigt. Doch nicht nur Victor hat ein Geheimnis vor Annika, es gibt noch andere Menschen die der jungen Frau nicht die Wahrheit über den alten Hof erzählen. Und dieser entwickelt bald ein Eigenleben. Annika hat seltsame Träume, Türen schlagen und Kerzen erlöschen grundlos. Als die junge Frau auch tagsüber immer öfter ungewollt  in Trance verfällt und nicht mehr ansprechbar ist, versucht sie mithilfe von Victor hinter das Geheimnis des alten Hauses zu kommen.

Donnerstag, 20. Februar 2014

{Rezension} Das ferne Echo der Zeit von Pamela Hartshorne

Cover & Verlag: Goldmann
Übersetzerin: Renate Reinhold
Taschenbuchausgabe: 512 Seiten
Genre: Mystery-Roman
ISBN: 978-3-442-47931-3
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2014
Preis: 9,99 €




Das Schicksal zweier Frauen

Die Globetrotterin Grace Trewe reist nach York, um den Nachlass ihrer Patentante Lucy zu regeln. Kaum in deren Haus angekommen, geschehen seltsame Dinge: Immer wieder tauchen verfaulte Äpfel auf und Grace hört eine geheimnisvolle Stimme, die nach einer Bess ruft. Dem nicht genug, hat Grace wie aus heiterem Himmel plötzlich Visionen, die sie in das York des 16. Jahrhunderts katapultiert. Dort erlebt sie die Geschichte der jungen Hawise hautnah mit. Für Grace, die absolut nicht an das Übersinnliche glaubt, sind diese Visionen sehr realistisch und immer mehr vermischen sich für sie die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. York im Jahre 1577. Ein harmloses Lächeln bestimmt das Schicksal der jungen Hawise. Eine Geschichte von Hass und tödlicher Eifersucht nimmt seinen Lauf.

Mittwoch, 12. Juni 2013

{SuB-Zuwachs} Fantastischer, Unterhaltsamer & Spannender Buchzuwachs

Hallo Ihr Lieben,

und wieder sind neue Bücher in meine Bücherwand eingezogen. Zum einen ein Thriller aus Schottland, der sich sehr vielversprechend anhört, dann kam vom Penhaligon-Verlag ein Vorableseexemplar zu einem Fantasy-Buch. Dieses wird aber erst am 26. August 2013 erscheinen, deswegen müsst Ihr Euch auf meine Rezension noch etwas gedulden.

Und zu guter Letzt kam noch vom carl's book-Verlag ein Rezensionsexemplar über eine Liebe jenseits von Raum und Zeit.

Und hier sind die Neuzugänge:



Samstag, 11. August 2012

{Rezension} Die Frau in Rot von Margot S. Baumann


Verlag: Knaur TB
Genre: Geisterroman / Schweiz
Taschenbuchausgabe: 480 Seiten
ISBN: 978-3-426-50950-0
Erscheinungsdatum: 03. August 2012
Preis: 9,99 €


Die Würfel sind gefallen

Das gefragte Model Anouk ist nach einem Autounfall, bei dem ihre beste Freundin ums Leben kam und sie selbst schwer verletzt wurde, seelisch am Boden. Um Abstand und auf andere Gedanken zu kommen, reist sie zu ihrer Großtante Valerie in das beschauliche Aargauer Örtchen Seengen. Bald jedoch merkt Anouk, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ein kleines Kind im Nachthemd kreuzt ihren Weg, sie hört seltsame Stimmen und immer wieder sieht sie eine Frau in einem roten Kleid, wie es im 18. Jahrhundert getragen wurde. Schnell ist Anouk klar, dass die junge Frau ihr etwas Wichtiges mitteilen möchte.

Für ihren Geisterroman verbindet Margot S. Baumann das Leben historischer Personen aus dem 18. Jahrhundert mit fiktiven Figuren in der Gegenwart. So spielt ihre Geschichte parallel auf zwei Zeitebenen, die sich ständig abwechseln. Zum einen begleitet man Anouk und den Dorfarzt Max bei der Suche nach dem Geheimnis der Frau in Rot, zum anderen kehrt man immer wieder in das Jahr 1746 zurück und lernt so nach und nach das Leben der jungen Bernhardine von Halwyl kennen.

Die Wechsel der verschiedenen Zeitebenen sind Margot S. Baumann hervorragend gelungen und diese sorgen für eine ständige Neugier beim Lesen. Die Geschichte der jungen Bernhardine ist die Grundlage für die Gruselgeschichte, doch die Autorin verrät in diesem Erzählstrang nie zu viel, ständig rätselt man, was Bernhardine auf Schloss Halwyl, welches in unmittelbarer Nähe zu Seengen liegt, so schreckliches passiert ist, dass sie im Jahr 2010 immer noch als Geist umherwandelt und warum sie sich ausgerechnet Anouk ausgesucht hat, ihr zu helfen.

Die Geschichte baut sich langsam, aber sehr kontinuierlich und logisch auf und je länger sie dauert, je mehr man vom Leben von Bernhardine erfährt, umso spannender wird diese. Hinzu kommt, dass Anouk und Max einigen unerklärlichen und durchaus auch lebensgefährlichen Phänomenen ausgesetzt sind, für die man anfangs keine Erklärung findet, wie z. Bsp. ein Krähenangriff aus heiterem Himmel. Im Verlauf wird die Geschichte immer fesselnder, einige Gruseleffekte sind ebenfalls vorhanden und zum Ende hin nimmt die Story zusätzlich starke Krimizüge an, welche die Spannung extrem steigern.

Hinzu kommt der flüssige, einnehmende, unterhaltsame und farbenprächtige Schreibstil der Autorin, der einen schon bald problemlos an ihren Debütroman bindet. Gerade ihre bildhaften Beschreibungen über das Leben im 18. Jahrhundert sind absolut überzeugend und lassen das Wasserschloss Halwyl und das Leben in diesem dunklen, modrigen Gemäuer vor dem inneren Auge entstehen. Gerade diesem Erzählstrang hängt eine fast durchgehende düstere, bedrückende, morbide und gruselige Stimmung an, was noch durch den der damaligen Zeit angepassten Schreibstil unterstützt wird. Für Lyrik-Fans bindet Margot S. Baumann zudem immer mal wieder kleine Gedichtstrophen mit ein, die eine Schlüsselstellung in dem Roman inne haben.

Gelungen sind aber auch die Charaktere, allen voran Anouk Morlot. Das Model ist anfangs total frustriert, depressiv und fast schon alkoholabhängig. Sie kommt einfach nicht über den Tod ihrer Freundin hinweg, gibt sich die Schuld an dem Unfall und fühlt sich nun als Aufpasserin für ihre leicht demente Großtante. Doch die Ruhe in Seengen tut ihr gut, bald kommt ihr wahrer Charakter zum Vorschein und man lernt eine temperamentvolle, dickköpfige, sympathische junge Frau kennen, die völlig ohne Starallüren ist und sehr realistisch in die Zukunft schaut.

Ihre Tati Valerie ist ein Original: eine feine alte Dame, leicht schrullig, sehr direkt, offen und herzlich und Tati Valerie hat die Eigenart mit Ameisen zu sprechen. Viele halten sie deswegen für verrückt, was sie jedoch in keiner Weise stört. Der Dritte im Bund ist der Dorfarzt Max, dem Anouk am ersten Tag in Seengen buchstäblich in die Arme fällt. Was ihn nicht daran hindert, das Model bald tatkräftig bei der Suche nach der Wahrheit um die Frau in Rot zu unterstützen.

In der Vergangenheit steht Bernhardine von Halwyl natürlich im Fokus. Als Adlige ist die 16-jährige Bernhardine das lebhafte, bunte Leben in Bern gewohnt, die erzwungene Heirat mit dem viel älteren Johannes von Halwyl führt sie in die Provinz, entsprechend zickig und hochnäsig ist ihr Verhalten anfangs. Doch auch ihr Charakter entwickelt sich im Verlauf der Geschichte und wird einem durchaus sympathisch.

Fazit: Eine gefühlvolle, farbenprächtige, rätselhafte und durchaus auch sehr spannende Geschichte über eine junge Frau aus dem 18. Jahrhundert, die im Jahr 2010 als Geist versucht, endlich Gerechtigkeit zu finden. 

Die Autorin:
Margot S. Baumann wurde 1964 - unweit des Handlungsschauplatzes dieses Buches - im Kanton Aargau, Schweiz geboren. Nach zahlreichen Veröffentlichungen im Bereich Lyrik wechselte sie 2008 zum Romanschreiben. Sie reist gerne, mag raue Küsten und träumt von einem Cottage am Meer. Sie ist Mitglied des Berner Schriftstellervereins und lebt heute mit ihrer Tochter zusammen im Kanton Bern.

Samstag, 4. August 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende, mystische, fantastische & literarischeBuchpost

Hallo Ihr Lieben,

vom Knaur TB-Verlag bekam ich letzte Woche angeboten, den Mystery-Roman "Die Frau in Rot" von Margot S. Baumann zu rezensieren. Nachdem ich mir die Kurzbeschreibung durchgelesen habe, habe ich gleich begeistert zugesagt. Hört sich wirklich klasse an:


Anouk, einst ein gefragtes Model, weiß nach einem Unfall, der ihre beste Freundin das Leben kostete, nicht mehr ein noch aus. Sie zieht zu ihrer Großtante in ein beschauliches Schweizer Dorf. Doch bald hat Anouk das Gefühl, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, denn sie hört Stimmen, sieht Personen, die schon lange verstorben sind - und jene geheimnisvolle Frau im roten Kleid, die ihr offenbar etwas Bedeutendes mitteilen möchte ...



Bei Blog dein Buch habe ich vor kurzem wieder ein Buch entdeckt, nämlich von Melanie Lahmer mit den thrillermäßigen Buchtitel "Knochenfinder", dass sich inhaltsmäßig richtig klasse anhört ... also beworben und Glück gehabt *freu*



Ein Schüler verschwindet spurlos. Wenig später wird in einem Geocaching-Versteck im Rothaargebirge ein Finger gefunden, und an der Schule des Vermissten kursieren brutale Gewaltvideos. Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen suchen nach einem Täter - und ahnen nicht, welches grausame Spiel dieser mit ihnen spielt. Denn kurz darauf gibt es einen weiteren Geocaching-Fund ...

Bereits in diesem Jahr habe ich von Michael Zandt "Hapu - Teufel im Leib" gelesen und war begeistert (meine Rezi). Jetzt kam von Michael die Anfrage, ob ich seinen neuen Fantasy-Roman "Das schwarze Kollektiv" lesen möchte. Ja klar, wollte ich und habe gleich den ArtScript Phantastik Verlag angeschrieben und eine total nette Antwort erhalten und hier ist es jetzt.


Ariko ist ein Sohn der Straße. Von den Eltern verlassen, von den Behörden ins Waisenhaus gesteckt, gerät er früh in die Fänge des Militärs. Er wird zum Soldaten erzogen und in den Krieg gegen das geheimnisvolle Volk der Hameshi geschickt. In deren riesigen Wäldern lernt er verlorene Seelen und grausame Götter, aber auch die magische Schönheit der Schöpfung kennen. Ariko begegnet einem Mädchen. Sie ist jung, sie ist schön und sie ist eine feindliche Kriegerin. Der Waise wechselt die Fronten, doch findet er auch bei den Hameshi keinen Frieden. Er muss gegen Widersacher kämpfen und heimtückischen Dämonen widerstehen. Ariko lernt viel im Reich der ewigen Wälder, aber wird er am Ende auch begreifen, dass der Keim alles Bösen … in der Liebe liegt?

Beim ArtScript Phantastik Verlag handelt es sich übrigens noch um einen recht kleinen Verlag, aber das Angebot ist für Fantasy-Fans richtig klasse, schaut mal vorbei, es lohnt sich! An der Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Grit für die Zusendung und natürlich an Michael für die Info-Mail!!!


Zum guten Schluss kam am Freitag noch eine wunderbare Überraschung an. Im Briefkasten lag ein Päckchen vom KiWi-Verlag und ich war erst einmal etwas verwundert. Also aufgemacht und dann war die Freude riesig. Bei Facebook hatte ich vor 1-2 Wochen an einem Gewinnspiel auf der Seite vom KiWi-Verlag mitgemacht. Dort wurden das gebundene Buch "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel Garcia Márquez verlost, zusammen mit dem Film zum Buch als DVD. Und ich habe tatsächlich eines der 10 Pakete gewonnen *riesigfreu*.



In Erinnerung an meine traurigen Huren erzählt Gabriel García Márquez eine Geschichte über die Liebe, das Alter und den Sinn des Lebens:

Zu seinem 90. Geburtstag schenkt sich ein alter Mann, der sein Leben lang nur käufliche Liebe gekannt hat, in einem Bordell eine Nacht mit einer Jungfrau. In dieser Nacht, der noch viele folgen sollten, betrachtet er verzaubert die schlafende Schöne und empfindet zum ersten Mal in seinem Leben Liebe.

Frauen haben im Leben des alten Journalisten immer eine Rolle gespielt – seine schöne und gebildete Mutter, die ihm die klassische Musik und die Literatur nahe brachte; seine aufreizende Verlobte, die er sitzen ließ; all die vielen Huren, die er mehr nach dem Preis als nach ihren Reizen wählte, und schließlich Rosa Cabarcas, eine mit allen Wassern gewaschene Puffmutter, die ihm in der Nacht seines 90. Geburtstags Delgadina zuführt. Dieses von Rosa Cabarcas in Tiefschlaf versetzte schöne Mädchen löst in dem alten einsamen Mann, der mit dem Leben schon fast abgeschlossen hat, nie zuvor erfahrene Gefühle aus. Immer wieder zieht es ihn zu Delgadina, doch er weckt sie nie. Die Schlafende bringt ihn dazu, sich selbst besser zu verstehen; sie treibt den Liebenden in rasende Eifersucht und inspiriert den Journalisten zu hinreißenden Liebeselogen in der Lokalzeitung. Nach einem Jahr ist er ein anderer Mensch.

Ein Roman voller Melancholie und Humor, voller Klugheit und Zärtlichkeit. Ein großes Thema der Weltliteratur, der alte Mann und das Mädchen, wird von García Márquez auf meisterhafte Weise karibisch variiert. Erinnerung an meine traurigen Huren ist eine Hommage an den japanischen Nobelpreisträger Yasunari Kawabata und seinen Roman Die schlafenden Schönen.


Macht Euch ein schönes, sonniges Wochenende,
liebe Grüße
Isabel 

Montag, 19. Dezember 2011

{Rezension} Der Kampf der Druiden von Lara Connelly


Taschenbuchausgabe: 420 Seiten
Genre: Fantasy-/Mystery-Roman
ISBN: 978-3942514125
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2011
Preis: 12,90 €


Ein gelungener Auftakt

Um über ihren Liebeskummer hinwegzukommen besucht Gwen zusammen mit ihrer Freundin Lilly an Samhain eine Halloween-Party. Dort trifft sie auf einen Mann, von dem sie vom ersten Augenblick an fasziniert ist. Conall ist Druide und war aufgrund eines Fluches 777 Jahren von der Erde verbannt. Nun hat er die Möglichkeit endgültig wieder zurückzukehren, hierfür muss er aber zuerst seinen Erzfeind Cennmhar besiegen. Dazu benötigt Conall jedoch auch die Hilfe seiner Freunde, ebenfalls Druiden, die unentdeckt seit Jahrhunderten auf der Erde leben. Doch der Fluch hindert ihn daran, direkt mit Brensal und Ethain in Verbindung zu treten, Gwen muss diesen Kontakt herstellen. Und obwohl sich die Geschichte von Conall  für sie mehr als merkwürdig anhört, spürt sie doch eine starke Verbindung zwischen ihnen. So lässt sie alle Bedenken hinter sich und begibt sich auf die Suche nach Brensal, die sie nach Irland führt. Zwischenzeitlich erfährt aber auch Cennmhar von Conalls Absichten und der Druide setzt alles daran, Conall und seine Freunde zu besiegen sowie Gwen in seine Gewalt zu bekommen. Denn Gwen umgibt ein Geheimnis, welches sich Cennmhar zunutze machen will.

Um Irland ranken sich viele Sagen und Legenden und die Iren sind nicht umsonst bekannt dafür, begnadete Geschichtenerzähler zu sein. In diese mystische Welt der alten Götter lässt Lara Connelly ihre Leser mit ihrem Debütroman eintauchen. Geschickt bringt die Autorin einem die Sagenwelt Irlands nach und nach näher, denn so wie Gwen von Conall, Brensal und Ethain mit der Zeit immer mehr über die alten Götter Irlands, das Leben der Druiden und auch dem Feenreich erfährt und bald auch selbst erlebt, so bekommt man als Leser auch immer mehr Einblick in diese faszinierende Sagenwelt.

Zumeist spielt die Handlung in unserer Welt und man erlebt gebannt mit, wie Conalls Freunde alles daran setzen, um dem Druiden zum Sieg gegen Cennmhar zu verhelfen. Hierbei führen ihre und Gwens Wege sie aber auch in das Feenreich wie auch in das Reich der Fomori. Doch immer wieder wechselt die Autorin auch in die Parallelwelt zu den Tuatha de Danann sowie dem irischen Sonnengott Lugh, die ebenfalls nicht ganz untätig sind und Conalls Bemühungen aus der Ferne beobachten.

Lara Connelly verwendet fast ausschließlich die alten Begriffe wie Eire für Irland, bei Nordirland spricht sie zumeist von Ulster und bei der Insel Anglesey redet sie von Mona, der Insel der Druiden. Hinzu kommt, dass die Geschichte fast ausschließlich außerhalb großer Städte spielt.  Dies allein verleiht dem Roman schon eine atmosphärische Dichte und lässt ihn hierdurch geheimnisvoll und mystisch wirken und der bildhafte, fantasievolle und einnehmende Schreibstil von Lara Connelly sorgt für eine sagenumwobene Stimmung während des Lesens. Und so ganz nebenbei erhält man auch noch einige sehr unterhaltsame und informative Lehrstunden in der keltischen Mythologie.

Zudem gestaltet sich die Story an sich sehr vielschichtig, spannend und temporeich, aber auch recht rätselhaft. Zwar ist das Ende in gewisser Weise vorhersehbar, doch den Weg bis dahin erzählt die Autorin durchweg sehr abwechslungsreich, verbunden mit einigen überraschenden Wendungen. Und obwohl Lara Connelly ihre Protagonisten vielen Gefahren aussetzt und vor scheinbar ausweglose Situationen stellt, verlieren sie doch hierbei selten ihren Humor und Optimismus und gerade der Schlagabtausch zwischen dem spitzfindigen Ethain und dem charismatischen Brensal ist unterhaltsam und auch amüsant erzählt.

Ihre Charaktere beschreibt die Autorin facettenreich, sodass man schnell von allen Mitwirkenden ein Bild vor Augen hat. Im Fokus steht natürlich Gwen Gordon. Diese wird als eine ziemlich eigensinnige, starrköpfige, neugierige junge Frau beschrieben, die vieles hinterfragt, sich mit Gegebenheiten nicht einfach abfindet und auch des Öfteren einmal die Entscheidungen der Druiden anzweifelt, was die sympathische Gwen aber auch in ziemlich prekäre Situationen geraten lässt. Conalls Charakter braucht ein wenig bis er sich entfaltet, mag bedingt auch dadurch sein, dass Conall durch den Fluch viel zwischen den Welten verweilen muss und auf ihm nicht durchgängig das Augenmerk liegt.

Die Beziehung zwischen Gwen und Conall entwickelt sich sofort sehr rasant und emotional, was mich anfangs etwas irritiert hat, zumal ihnen ja auch immer wieder nur wenig gemeinsame Zeit vergönnt ist. Allerdings hätte Gwen sich nie dazu entschlossen, Conall zu helfen, wenn sie nicht von Anfang an eine tiefe Verbundenheit zu ihm gespürt hätte, was auf Gegenseitigkeit beruht. Etwas störend fand ich auch, dass Brensal, Ethain wie auch Conall als überaus gutaussehende Männer dargestellt werden, denen keine Frau widerstehen kann. Aber das sind wirklich nur Nebensächlichkeiten.

Fazit: Ein gelungener erster Teil der Saga. Die in sich abgeschlossene, komplex angelegte Geschichte bietet jede Menge Spannung, Unterhaltung und einen sehr guten, verständlichen und vor allem unterhaltsamen Einblick in die Sagenwelt Irlands. Der zweite Teil mit Titel „Druidenerbe“ ist in Planung.

Sonntag, 11. Dezember 2011

{SuB-Zuwachs} Spannend & Mystisch

Hallo Ihr Lieben,

auch diese Woche haben wieder ein paar Bücher den Weg zu mir gefunden. Eines habe ich mir für die Blanvalet-Challenge gekauft, lag schon ziemlich lange auf meinem Wunschzettel und jetzt hatte ich einen guten Grund, es mir zu kaufen *schönred*. Dann hatte mich vor kurzem die Autorin Lara Connelly angeschrieben und angefragt, ob ich ihr Buch rezensieren möchte. Nachdem ich mir die Inhaltsangabe durchgelesen habe, habe ich mit Begeisterung JAAAA gesagt. Zu guter Letzt kam noch mein Buchgewinn an, welches ich bei einer Facebook-Aktion des Insel-Verlags gewonnen hatte.


Kampf der Druiden von Lara Conelly
Taschenbuchausgabe: 420 Seiten
Teil 1 der Trilogie
ISBN: 978-3942514125
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2011
Preis: 12,90 €

Inhalt:
Die Legende erzählt, dass an Samhain die Grenze zwischen der menschlichen und der feinstofflichen Welt durchlässig ist... Als Gwen Gordon zur Halloween-Party geht und dem Druiden Conall begegnet, ahnt sie nicht, dass diese Nacht ihr Leben verändern wird. Ihr Verstand weigert sich seiner Geschichte zu glauben, aber tief in ihrem Inneren vertraut sie ihm. Wer ist dieser Mann? Sie beschließt seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen und gibt ihren gut bezahlten Job auf, um ihn zu suchen. Die Reise führt sie von England über Irland nach Schottland. Während dieser Zeit findet sie neue Freunde unter den Menschen und anderen mystischen Wesen. Conall O´Neill, einst Druide unter dem Einfluss der Tuatha De Danann, sucht nach einem Verbündeten. Seine Zeit in dieser Welt ist begrenzt und will er den Rest seines Lebens unter den Menschen verbringen, muss er seinen Erzfeind Cennmhar unschädlich machen. Als er Gwen begegnet, spürt er die Seelenverwandtschaft und bittet sie um Hilfe,denn sie umgibt ein Geheimnis, welches es noch zu lüften gilt. 

Autorin:
Lara Connelly , 1964 in Thüringen geboren, entdeckte schon früh ihr Interesse für Geschichte und romantische Literatur. Neben ihrer beruflichen Laufbahn schrieb sie Kurzgeschichten, Inzwischen liegt ihr erster Roman vor und sie arbeitet am nächsten Manuskript. Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben. Dieses Zitat von Mark Twain begleitet sie seit Jahren und inspiriert sie ständig. Lara Connelly ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann in Mittelhessen. 

Vielen Dank an die Autorin Lara Connelly für die Zusendung des Rezensionsexemplars.



Das Geheimnis des weißen Bandes
Anthony Horowitz
Verlag: Insel Verlag
ISBN: 978-3-458-17543-8
Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
Erscheinungsdatum: 12. Dezember 2011
Preis: 19,95 €

Inhalt:
Am Abend eines ungewöhnlich kalten Novembertages im Jahr 1890 betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes‘ Wohnung in der Londoner Baker Street 221b. Er wird von einem mysteriösen Mann verfolgt, in dem er den einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande erkennt, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Ist der Mann ihm über den Atlantik gefolgt, um sich zu rächen? Als Holmes und Watson den Spuren des Gangsters folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die sie in Konflikt mit hochstehenden Persönlichkeiten bringen wird ? und den berühmten Detektiv ins Gefängnis, verdächtigt des Mordes. Zunächst gibt es nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk eines ermordeten Straßenjungen …


Erstmals seit dem Tod von Arthur Conan Doyle erscheint ein neuer Roman um den genialsten Detektiv aller Zeiten, aus der Feder des internationalen Bestsellerautors Anthony Horowitz. Es ist Sherlock Holmes‘ spektakulärster Fall.




Nachtschrei von Jeffery Deaver
Taschenbuchausgabe: 512 Seiten
ISBN: 978-3-442-37471-7
Erscheinungsdatum: 18. Oktober 2010
Preis: 9,99 €
Inhalt:
Zwei Frauen gejagt von einem eiskalten Mörderduo
In einer Polizeistation in Wisconsin geht ein unverständlicher Notruf aus einem einsam gelegenen Ferienhaus ein. Obwohl Brynn McKenzie dienstfrei hat, geht sie der Angelegenheit nach und gelangt als Erste an den Schauplatz eines grausamen Doppelmordes. Beinahe zu spät bemerkt die Polizistin, dass sich außer einer verängstigten Zeugin auch die Täter noch auf dem Grundstück befinden. Und damit beginnt für die beiden ungleichen Frauen eine atemlose Hetzjagd durch die Nacht – ein Albtraum, den sie nur gemeinsam überleben können …


Liebe Grüße
Isabel

Samstag, 11. Dezember 2010

{Rezension} Die Frau vom Leuchtturm von Sally O'Rourke

Übersetzer: Barbara Röhl
Taschenbuchausgabe: 352 Seiten
Genre: Mystischer Roman
ISBN: 978-3-442-37327-7
Erscheinungsdatum: 08. März 2010
Preis: 7,95 €




Liebe macht blind

Susan Marks ist verzweifelt. Ihr Freund Bobby, ein Berufspilot, ist verschollen. Sein Flugzeug ist irgendwo im Indischen Ozean abgestürzt. Um auf andere Gedanken zu kommen und ihre grenzenlose Trauer verarbeiten zu können, kehrt sie in die Familienvilla auf Rhode Island zurück. Eines Nachts entdeckt sie in ihrem Turmzimmer die Gestalt einer jungen Frau, die aus dem Fenster blickt, ihren Blick traurig auf den gegenüberliegenden Leuchtturm gerichtet. Die Neugier in Susan erwacht und sie möchte unbedingt erfahren, um wen es sich bei dem Geist handelt. Zusammen mit Dan, den sie  von früher kennt, beginnt sie ihre Familiengeschichte aufzuarbeiten. Und dabei entdeckt sie ein dunkles Geheimnis, welches die junge Aimee auch nach Jahrzehnten nicht ruhen lässt und als Geist immer wieder in das Turmzimmer zurückkehren lässt.

Man könnte meinen, dass die traurige Grundlage des Romans diesen in eine melancholische, vielleicht sogar kitschige Richtung abdriften lässt. Doch Sally O’Rourke gelingt es hervorragend, zum einen dem Leser die Gefühle von Susan näher zu bringen, ohne auch nur einmal zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken und zum anderen schnell eine mysteriöse, spannende Stimmung aufzubauen.

Die Autorin lässt ihre Protagonistin Susan selbst die Geschichte erzählen. Auf diese Weise lernt man natürlich Susan sehr schnell kennen und schließt sie fast augenblicklich ins Herz, kann sich gut in ihr Gefühlschaos hinein fühlen und lernt hierdurch auch sehr gut die weiteren Charaktere des Buches kennen.  Hierbei  handelt es sich erst einmal um ihren langjährigen, exzentrischen Firmenpartner und platonischen Freund Damon, der absolut kein Blatt vor den Mund nimmt und einem durch seine herrlich direkte Art sofort sympathisch wird. Aber auch, weil man sofort merkt, dass ihm Susan sehr viel bedeutet und er sie unbedingt wieder glücklich sehen möchte. Tja, und dann darf natürlich bei so einem Roman die Liebe nicht fehlen. Und diesen Platz nimmt Dann Freedman ein. Der erfolgreiche Künstler war bereits früher schon in Susan verliebt und steht ihr in sehr selbstloser Art zur Seite und unterstützt Susan, wo er nur kann. Keine Frage, Dan wächst einem sofort ans Herz. Und dann ist da noch Bobby: Susan ist blind vor Liebe zu Bobby, doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass mit Bobby irgendetwas nicht so ganz stimmen kann. Ansonsten gibt es noch einige Dorfbewohner von Freedman‘s Cove, die aber eher nur eine Statistenrolle inne haben.

Der Roman ist sehr flüssig, leicht zu lesen und überrascht immer wieder durch Wendungen in der Geschichte, mit denen man nicht unbedingt rechnet. So entwickelt er sich zum Schluss sogar noch zu einem richtigen Thriller, der ein hohes Tempo an den Tag legt und hervorragend die stürmischen Herbsttage auf Rhode Island einfängt.

Fazit: Ein durchweg sehr unterhaltsam, mystisch angehaucht erzählter Roman mit einer nicht unbedingt vorhersehbaren Story, der zum Schluss sogar noch richtig spannend wird.

Mittwoch, 17. November 2010

{SuB-Zuwachs} Spannender und mystischer Buchzuwachs

Heute hat es mal wieder richtig Spaß gemacht, in den Briefkasten zu schauen. Lagen doch gleich zwei neue Rezensionsexemplare darin.

Zum einen hat mir der Mira Taschenbuch Verlag 

 
"Blume des Satans" von Erica Spindler 

geschickt. Da ich bereits einige Bücher der Autorin gelesen habe, bin ich natürlich schon mächtig gespannt auf den Thriller.

Hier die Inhaltsangabe:

"Paradise Christian Church" - so heißt die Kirche, in der die Pfarrerin Rachel Howard sich besonders engagiert um Jugendliche kümmert. Aber dann verschwindet sie spurlos.

Zusammen mit dem Ex-Cop Rick Wells, der auf Key West eine Bar betreibt, versucht Liz etwas über den Verbleib ihrer Schwester herauszufinden. Vergeblich. Stattdessen entdecken sie Entsetzliches: Der düstere Satanskult "Gehörnte Blume" begeht offensichtlich Ritualmorde an Jugendlichen ...



Und dann kam vom Droemer Knaur Verlag 

 
"Wintergeister" von Kate Mosse. 

Hierauf freue ich mich ganz besonders und werde es auch gleich als nächstes lesen, denn von Kate Mosse habe ich bereits "Das verlorene Labyrinth" und "Die Achte Karte" gelesen und fand Beide richtig klasse.

Und darum gehts in Wintergeister:

1933 reist der junge Frederick Watson ins französische Toulouse. Dort sucht er einen Antiquar auf, der die alte Sprache des Südens beherrscht: Okzitanisch. Denn in Fredericks Besitz befindet sich ein alter, geradezu antiker Brief, der in Okzitanisch verfasst ist. Seit fünf Jahren trägt Frederick diesen Brief mit sich herum, seit er in einem kleinen Dorf die geheimnisvolle Fabrissa kennengelernt hatte. Vom ersten Augenblick an schien zwischen ihnen etwas Besonderes zu sein - doch dann war sie plötzlich verschwunden. Niemand konnte sich an Fabrissa erinnern, und bei der Suche nach ihr war Frederick nur auf diesen uralten Brief gestoßen, der eindeutig für ihn bestimmt war ...


Ein ganz dickes Dankeschön an die beiden Verlage für die Bereitstellung der Leseexemplare. Meine Rezensionen folgen natürlich dann wieder gleich nach Beendigung des jeweiligen Buches.


Liebe Grüße
Isabel

Freitag, 3. September 2010

{Leseeindruck} Die Landkarte der Zeit von Félix J. Palma

Übersetzer: ---
Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
Genre: Fantasy/Mystery Roman
ISBN: 978-3-463-40577-3
Erscheinungsdatum: 17. September 2010
Preis: 24,95 €




Eine fantastische Reise durch die Zeit

Die Leseprobe beginnt mit Seite 381 und man begleitet Tom Blunt bei einem Spaziergang über den Markt von Covent Garden. Sehr anschaulich und ausführlich beschreibt hier der Autor den Markt, sodass man ihn mit seinen Waren, Düften, Ständen und der Menschenmenge regelrecht vor Augen hat. Hier trifft Tom auf Claire, die ihn für den Zeitreisenden Derek Shakleton hält, Toms anderes Ich. Und obwohl Tom genau weiß, dass ein Zusammentreffen mit Claire für sie Beide lebensgefährlich sein kann, widersteht er ihrer Anziehungskraft nicht und verabredet sich mit ihr. Hierbei hat er nur ein Ziel vor Augen: Die Nacht mit ihr zu verbringen.

Später sinniert Tom über das Treffen mit Claire, die in ihm den tapferen Helden und Retter sieht. Ihm ist sehr bewusst, dass es für ihn und Claire keine Beziehung geben kann und doch kann er den Zeitpunkt der Verabredung kaum abwarten. Und auch hier geht der Autor sehr ausführlich auf die Gefühle seines Protagonisten ein und so geheimnisvoll Toms Leben zu sein scheint, so sympathisch wird er einem bereits nach wenigen Seiten. Bei dem späteren Treffen verstrickt sich Tom immer mehr in einem Lügengeflecht rund um die „Wissenschaft“ des Zeitreisens, nur um Claire zu beeindrucken und seinem Ziel näher zu kommen. Allerdings scheint sich Claire aber auch sehr gut mit dem Thema Zeitreisen auszukennen.

Da die Leseprobe fast in der Mitte des Buches beginnt, wird man regelrecht in die Geschichte hinein katapultiert und erhält so schwer einen Bezug zu ihr. Zu viele Fragen werden aufgeworfen, ohne beantwortet zu werden und viele Zusammenhänge sind unverständlich, da einfach das nötige Hintergrundwissen der ersten 380 Seiten fehlt. So ist die Leseprobe sehr verwirrend.

Allerdings merkt man auf den rund 30 Seiten deutlich, dass Félix J. Palma ein hervorragender Geschichtenerzähler ist. Sein Schreibstil ist flüssig, durchweg fesselnd, detailreich und lebendig. Und ihm gelingt es auch sehr gut, seine Charaktere facettenreich zu beschreiben und ihnen so schnell Konturen zu geben. Zusätzlich erhält man den Eindruck, dass es sich hierbei um eine höchst komplexe und durchaus auch spannende Geschichte handelt, die bei dem Thema „Zeitreisen“ mit Sicherheit noch mit einigen Überraschungen aufwarten kann.

Montag, 19. Juli 2010

{Rezension} Das schottische Vermächtnis von Susanna Kearsley

Verlag: Piper Verlag 
Übersetzer: Sonja Hauser
Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
ISBN: 3492257399 
Genre: Mystery Roman
Erscheinungsdatum: 19. Dezember 2009 
Preis: 8,95



Das genetische Erbe

Für ihren neuen Roman mietet die Autorin Carrie McClelland sich in Slains ein kleines Cottage mit Blick auf Slains Castle. Schon bald merkt sie, dass ihr Roman, der Anfang des 18. Jahrhunderts in Schottland spielt, ein Eigenleben entwickelt. Wie unter Zwang schreibt sie Kapitel um Kapitel, um dann bei späteren Recherchen feststellen zu müssen, dass ihre scheinbare Fantasie der Realität entspricht und sich alles genau zu zugetragen hat, wie sie es in ihrem Roman erzählt. Und auch bei Graham, einem Historiker aus Aberdeen, der am Wochenende immer seinen Vater in Slains besucht, wird Carrie das Gefühl nicht los, ihn bereits viel länger zu kennen.

Susanna Kearsley verbindet geschickt und sehr unterhaltsam in ihrem Roman Gegenwart und Vergangenheit. Neben den Erlebnissen von Carrie in Slains, ihren Recherchen zu ihrem Roman und ihre Freundschaft zu Graham und den restlichen Dorfbewohnern erzählt die Autorin in einem weiteren Handlungsstrang die Erlebnisse von Sophia um das Jahr 1708, der Protagonistin aus Carries Roman.

Die Übergänge zwischen den beiden Handlungssträngen sind fließend und enden meist an der spannendsten Stelle, sodass der Unterhaltungswert durchweg sehr hoch ist und man gebannt weiterliest. Wobei hier aber die Erzählungen von Sophia überwiegen, der interessanteste und spannendste Teil ist und die Geschichte von Carrie mehr nur die Rahmenhandlung bildet.

Die Informationen, welche man rund um den Jakobiten-Aufstand im Jahr 1708 und dem missglückten Thronanspruch von Jakob VIII. von Schottland erhält, sind durchweg sehr informativ und kurzweilig in die Geschichte mit integriert.

Ihre beiden Protagonistinnen Carrie und Sophia nehmen schon nach wenigen Seiten Konturen an und überzeugen absolut. So steht auf der einen Seite die junge Waise Sophia, die bei entfernten Verwandten aus Slains liebevoll aufgenommen wird und hier auch ihre große Liebe findet. Susanna Kearsley gelingt es sehr gut, das gesellschaftliche Leben dieser Zeit zu vermitteln und die Geschichte von Sophia und ihrer großen Liebe John Morray gefühlvoll, aber nicht kitschig zu beschreiben.

Die Schriftstellerin Carrie ist eine selbstbewusste junge Frau, die natürlich anfangs über ihre Eingebungen zu ihrem Roman etwas irritiert ist, dies aber dann als gegeben hinnimmt und durchaus auch wissenschaftlich an das Phänomen herantritt. Ihr zur Seite stellt die Autorin ihr Graham, einen Historiker, der über genug Selbstbewusstsein verfügt, um die Avancen seines Bruders Stuart Carrie gegenüber mit stoischer Ruhe und stellenweise belustigend hinnehmen zu können.

Alles in allem ein sehr unterhaltsamer, kurzweiliger Roman mit sympathischen Charakteren und einer interessanten Geschichte als Grundlage.

Mittwoch, 30. Juni 2010

{Rezension} Mariana von Susanna Kearsley


VerlagPiper Verlag
Übersetzer: Karin Diemerling
Taschenbuchausgabe: 349 Seiten
ISBN-10: 3492248098
Genre:  Mystery Roman
Erscheinungsjahr: 1999
Preis: 9,95 €

 

Das Geheimnis der „Grünen Frau“

Weil ihr Vater sich bei einer Heimfahrt mit dem Auto verfahren hatte, sieht die fünfjährige Julia durch Zufall in dem kleinen Städtchen Exbury ein altes Bauernhaus. Sofort beschließt sie, dass dies ihr Haus ist. Rund 15 Jahre später verfährt sich dieses Mal Julia selbst und trifft wieder auf dieses alte Bauernhaus, doch es müssen erst nochmal acht Jahre vergehen, bis sie das Haus wiederfindet, das sie so magisch anzieht. Und nun kauft sie es endlich und zieht glücklich von London nach Exbury. Schnell freundet sie sich mit der Dorfgemeinschaft an. Allerdings geschehen auch einige Merkwürdigkeiten. Sieht sie doch immer wieder einen Mann auf einem grauen Pferd, den sonst niemand sieht und plötzlich erlebt sie so etwas wie Tagträume, die sie in das 17. Jahrhundert katapultieren und sie die junge Mariana sein lässt. Ein Geheimnis umgibt Mariana, hinter das Julia unbedingt kommen möchte und schon bald „reist“ sie bewusst immer wieder ins Jahr 1665, um zu erfahren, welche Verbindung zwischen ihr und Mariana besteht.

Susanna Kearsley gelingt es mühelos ihrer Geschichte eine herzlich, warme Atmosphäre zu geben. Dies ist auch bedingt durch ihren fesselnden und sehr flüssigen Schreibstil, der einen das Buch kaum aus der Hand legen lässt.  Sie lässt ihre Protagonistin selbst ihre Geschichte wie auch die Erlebnisse von Mariana erzählen und so erhält man schon schnell einen sehr guten Einblick in den Charakter von Julia. Und so vermittelt die Autorin dem Leser auch sehr gut die verständlichen Zweifel, die Unsicherheit und auch die Neugier von Julia, die sie durch die Zeitreisen empfindet. Stellenweise ist das Gleiten zwischen Vergangenheit und Gegenwart so fließend, dass man selbst erst nach 2-3 Sätzen merkt, dass sich die Zeit geändert hat, was gut das Gefühl vermittelt, welches Julia empfindet. Denn auch für sie kommen diese Wechsel fast ohne Vorankündigung und erst mit der Zeit lernt sie, diese teilweise zu steuern.

Die Geschichte ist eine absolut gelungene Mischung zwischen Mystik  und Realität und der Autorin gelingt es problemlos, einem die Story glaubhaft zu vermitteln. Zudem überrascht der Roman immer wieder mit interessanten Wendungen, ist durchweg sehr unterhaltsam mit einen guten Schuss trockenem Humor erzählt, besonders zum Ende hin auch wirklich spannend und lässt einen während des Lesens schmunzeln, lachen, nachdenklich und traurig sein. Eine absolut perfekte Mischung.

Julia Beckett ist eine junge, gesellige, offenherzige Illustratorin, die auch mal wunderbar über sich selbst lachen kann und vor allem sehr neugierig ist. Anfangs noch glaubt sie verständlicherweise, dass sie verrückt werden muss, wie sonst lassen sich solche Zeitreisen bzw. Tagträume erklären. Doch ihr ziemlich unorthodoxer Bruder, der sinnigerweise den Namen Thomas Beckett trägt und als anglikanischer Pfarrer in der Nachbargemeinde Hampshire lebt, glaubt ihren Erlebnissen und unterstützt sie dabei, hinter das Geheimnis von Mariana zu kommen.

Und auch die weiteren Charaktere angefangen von Vivian, die im dorfeigenen Pub arbeitet und sich als wunderbare Freundin entwickelt, wie auch der schottische Landwirt und leidenschaftliche Gärtner Ian Sumner und der gar nicht eingebildete und herrlich unkomplizierte Gutsherr Geoffrey de Morney sind sehr sympathische, facettenreiche Charaktere und so bildhaft beschrieben, dass man sie binnen kürzester Zeit vor Augen hat.

Fazit: Ein hervorragend gelungener Roman, der absolut nicht kitschig und in keiner Weise klischeehaft ist und von der ersten bis zur letzten Seite wunderbar unterhält.

Mittwoch, 25. November 2009

{Rezension} Die Teufelshure von Martina Andre

Broschierte Ausgabe: 662 Seiten
ISBN: 335200773X 
Genre: Mystery Roman
Erscheinungsdatum: 20.November 2009
Preis: 17,95 €


Das Rätsel der Unsterblichkeit

Edinburgh im Jahr 1647: Während einer Hinrichtung trifft der Highlander John Cameron die junge, schöne Madlen McDonald, die vor kurzer Zeit aus den Highlands vor einer arrangierten Ehe entflohen ist und hier in den Lowlands einen reichen Gönner gefunden hat. Hierbei handelt es sich um den Parlamentsabgeordneten Lord Chester Cuninghame, der hinter vorgehaltener Hand auch der "schwarze Lord" genannt wird, da er angeblich mit dem Teufel im Bunde stehen würde. Schon bei ihrem ersten Treffen verlieben sich Madlen und John ineinander. Da Lord Cuninghame Madlen jedoch als sein Eigentum betrachtet und sie niemals freiwillig ziehen lassen würde, beschließen die Beiden zu fliehen. Doch ihre Flucht scheitert und John wird gefasst. Lord Cuninghame lässt seinen Einfluss spielen und als John der Prozess gemacht wird, wird er wegen Landesverrats zum Tode verurteilt. Doch der schwarze Lord scheint andere Pläne mit ihm zu haben, ist er doch Anführer einer geheimen Bruderschaft, die sich Panaceaer nennen und die das Rätsel der Unsterblichkeit entschlüsselt zu haben scheinen.

Im Jahr 2009 bekommt die junge Molekularbiologin Lilian von Stahl, von ihrem Bruder Alex eine unbekannte Schamanendroge namens Ayanasca geschickt, die angeblich Visionen aus dem Unterbewusstsein zu Tage fördern würde und man so einen Blick auf das Leben seiner biologischen Vorfahren werfen könnte. Eigentlich sollte sie diese Droge nur analysieren, doch Lilian startet einen Selbstversuch und sieht sich plötzlich einem Highlander aus dem 17. Jahrhundert gegenüber. Neugierig geworden versucht sie auf eigene Faust das Rätsel ihrer Vergangenheit zu entschlüsseln und gerät hierbei in tödliche Gefahr.

Der erste Teil des Buches erzählt die Geschichte von Madlen McDonald und John Cameron und stellenweise erinnert die Story zum einen an die Highlandsaga von Diana Gabaldon und zum anderen an den Film "Highlander - Es kann nur einen geben". Und obwohl einige Parallelen zu erkennen sind, erzählt Martina André doch eine völlig andere, interessante und spannende Geschichte, die eindeutig im Fantasy-Bereich anzusiedeln ist. Dieser Teil des Buches spielt in Schottland zur Zeit des englischen Bürgerkriegs und zeigt einem auf sehr bildhafte Weise das damalige Leben des einfachen Volkes mit seinen ganzen Widrigkeiten wie Krankheit und Armut auf. Und der Bürgerkrieg ist auch der ideale Hintergrund für die geheimen Machenschaften des schwarzen Lords, der so während den Wirren des Krieges ungezügelt seine Macht ausspielen und seine eigenen Interessen verfolgen kann.

Der zweite Teil spielt in der Gegenwart und erzählt die Geschichte von Lilian von Stahl, ihrer Familie und ihren schottischen Wurzeln. Durch Zufall trifft Lilian auf einen jungen Mann, der dem Highlander in ihrer Vision zum Verwechseln ähnlich sieht. Fast zeitgleich erlebt der ältere Dough Weir, Mitarbeiter einer Security-Firma, etwas sehr Mysteriöses bei einem seiner nächtlichen Rundgänge im Hafen von Leith. Dieses Ereignis führt ihn kurzer Zeit später mit Lilian zusammen und beide versuchen, das Rätsel um Lilians Vergangenheit zu entschlüsseln. Dies ist eindeutig der Thrillerteil des Buches, denn ab dem Moment, indem Lilian die Bildfläche betritt, wandelt sich der historische Roman zu einem atemberaubenden Thriller und man ist kaum noch fähig, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Charaktere sind von der Autorin wieder gewohnt detailreich beschrieben. Ihr Protagonist ist eindeutig der charismatische, gutaussehende, selbstbewusste John Cameron. Die Figur von Madlen war mir anfangs etwas zu verhuscht und hat mich stellenweise mit ihrer ängstlichen Art doch ziemlich genervt, allerdings entwickelt sich ihr Charakter. Ganz anders ist hier die Figur von Lilian angelegt. Sie beschreibt Martina André als eine junge Frau mit einer sehr direkten, selbstbewussten Art, die einem sofort sympathisch ist. Charismatisch, düster und undurchsichtig sind dagegen die Charaktere von Lord Cuninghame und Bruder Mercurius angelegt, was aber natürlich auch ihrer zugdachten Rolle in dem Roman entspricht. Auch die Weggefährten von John sind facettenreich beschrieben, wobei hier die Figur des Paddy Hamlock heraussticht.

Fazit: Martina André ist es wieder einmal auf sehr eindrucksvolle Art und Weise gelungen, einen hervorragend gelungenen Mix aus Historie, Fantasy und Thriller zu schreiben, mit einer fabelhaften und sehr gut recherchierten Geschichte.

Montag, 26. Oktober 2009

{Rezension} Der Fluch von Belheddon Hall von Barbara Erskine


Verlag: Heyne Verlag 
Taschenbuchausgabe: ---
ISBN: 3453136535
Genre: Mystery Roman
Erscheinungsdatum: 1998
Preis: ---


 Zum Gruseln schön

Als Joss erfährt, dass sie von ihrer leiblichen Mutter ein altes Gutshaus geerbt hat, entschließt sie sich, zusammen mit Mann und kleinem Sohn, dort einzuziehen. Obwohl die Einwohner des nahe liegenden Dorfes sie eindringlich davor warnen. Doch Joss, von Adoptiveltern aufgezogen, möchte ihre eigene Vergangenheit kennen lernen und ignoriert die Warnungen. Als sie jedoch die ersten Spukerscheinungen wahrnimmt, muss sie feststellen, dass die Warnung doch nicht so aus der Luft gegriffen sind und auch ihr kleiner Sohn scheint diese zu sehen. Nichtsdestotrotz erforscht sie jedoch mit ihrem Freund, einem Geschichtswissenschaftler, die Vergangenheit ihrer Mutter mithilfe derer Tagebücher und stößt hierbei auf unvorstellbare Tatsachen, die alle mit Belheddon Hall in Zusammenhang stehen. Offensichtlich sind alle männlichen Bewohner des herrschaftlichen Gutshauses auf unerklärliche Weise gestorben. Sind nun Joss’ Mann und ihrer kleiner Sohn in Gefahr.

Praktisch von der ersten Seite gelingt es Barbara Erskine mühelos, einen an das Buch zu fesseln. Sofort baut sich beim Lesen eine düster, gruselig schaurige Stimmung auf, die sich mühelos über die gesamte Geschichte hält. Klar sind die erzählten Spukgeschehnisse nicht neu (Lichter, die ausgehen; Türen öffnen und schließen sich plötzlich; Gegenstände liegen nicht mehr da, wo man sie hingelegt etc.), aber der Autorin gelingt es nahezu perfekt, einen von Anfang an wunderbar zu unterhalten und einen ordentlich gruseln zu lassen.

Ihre Charaktere, besonders der von Joss, sind sauber herausgearbeitet, detailreich und lebendig beschrieben. So nimmt man Joss ihr Handeln zu jeder Zeit der Geschichte ab und ist für einen auch nachvollziehbar umgesetzt.

Fazit: Für Liebhaber gruselig schauriger Romane ist „Der Fluch von Belheddon Hall“ absolut zu empfehlen. Und auch Leser, so wie ich, die dieses Genre eher weniger lesen, werden wunderbar unterhalten.

Samstag, 19. September 2009

{Rezension} Verborgene Kammer von Corinna Kastner

Taschenbuchausgabe: 592 Seiten
ISBN: 340416279X 
Genre: Mystery Roman
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2009
Preis: 8,95 €


Welches Geheimnis verbirgt die Kranichburg?

Stralsund im Sommer 2007. Die junge Schriftstellerin Viktoria Brand beendet ihre Lesereise und hängt noch ein paar Tage Urlaub im benachbarten Wustrow an. Bei einem Spaziergang entdeckt sie das Bild einer unbekannten Künstlerin, das sie sofort fasziniert kauft. Wieder daheim erfährt sie, dass der Kanzleipartner ihrer besten Freundin verstorben ist und der alte Herr ihr und einem ihr fremden Mann ein Haus mit Namen "Kranichburg" in Wustrow vermacht hat. Einzige Auflage: Sie muss mit Roman Marendorff zwei Monate zusammen in der Kranichburg leben. Obwohl sich weder Viktoria noch Roman einen Reim darauf machen können, warum ausgerechnet sie das Haus erben sollen, erklären sie sich doch mit den Bedingungen einverstanden und ziehen in die Kranichburg. Und hier entdecken sie ein Geheimnis, dass bis weit in die Vergangenheit zurückführt, in der auch das Bild, welches Viktoria so fasziniert hat, eine Rolle spielt.

Der Autorin ist es gelungen, ein Buch zu schreiben, dass gleichzeitig Krimi, Liebesroman und Familiensaga ist. Der Verlag bezeichnet das Buch als Romantik-Thriller, obwohl Thriller dann in meinen Augen doch etwas anderes ist. Aber über eins war ich mir nach den ersten Seiten absolut sicher: Hier einen wirklich exzellent geschriebenen Roman in den Händen zu halten.

Corinna Kastner beherrscht es perfekt einen sofort an das Buch zu fesseln. Ihr Schreibstil ist lebendig und so bildhaft, dass man sich problemlos die Gegend um Stralsund und vor allem die Kranichburg mit ihrem verwunschenen Garten vorstellen kann. Gleich schon zu Anfang versteht sie es geschickt, die Neugier ihrer Leser zu wecken. Und auch, wenn es ein wenig dauert bis die Story dann richtig losgeht, wird es einem zu keiner Zeit langweilig. Ab etwa der Mitte des Buches erhält die Geschichte noch einen zusätzlichen Handlungsstrang, der zu Anfang des 20. Jahrhunderts spielt und die Geschichte von Marie und Doro erzählt. Und ab diesem Zeitpunkt ist es fast unmöglich, dass Buch noch aus der Hand zu legen. Während des Lesens ist man ständig am Miträtseln, wie nun die Geschichte rund um Marie und Doro weitergeht und welche Geheimnisse unbedingt verborgen bleiben sollen. Das Ende ist dann wirklich überraschend und eigentlich nicht voraussehbar.

Mühelos gelingt es Corinna Kastner auch, ihren Charakteren Konturen zu geben. Ihre Protagonistin Viktoria beschreibt sie als eine Frau Mitte Dreißig, die recht erfolgreich ihrem Beruf als Schriftstellerin nachgeht, außer ihrer besten Freundin Melli so gut wie keine Freunde hat und gerade eine langjährige Beziehung mit Mellis Bruder Henrik beendet hat. Roman ist ein erfolgreicher PR-Berater, der momentan im Meeresmuseum in Stralsund arbeitet und anfangs sehr undurchsichtig und verschlossen, ansonsten aber als sympathischer Mann Ende Dreißig dargestellt wird. Natürlich darf die obligatorische Liebesgeschichte zwischen den Beiden nicht fehlen, diese ist aber eher zweitrangig, im Vordergrund steht eindeutig die Auflösung um Maries rätselhaftes Leben.

Fazit: Corinna Kastner hat mit "Die verborgene Kammer" einen überaus spannenden und mysteriösen Roman geschrieben, der einen mühelos von der ersten Seite an fesselt.

Sonntag, 9. August 2009

{Rezension} Schamanenfeuer von Martina André

Broschierte Ausgabe: 494 Seiten
ISBN: 3352007616
Genre: Mystery Roman
Erscheinungsdatum: 01. September 2008
Preis: 16,95 €

Das Rätsel von Tunguska

Sommer 2008: Ein Team von Wissenschaftlern, darunter auch die Geophysikerin Dr. Viktoria Vanderberg, bricht nach Russland auf, um das Phänomen von Tunguska zu erforschen. Als Viktoria und ihr Kollege Sven Theisen im nahegelegenen See einen Tauchgang unternehmen, kommt es zu einer Explosion, bei der Viktoria ans Ufer geschleudert und dort halbtot von Leonid Aldanov, Nachfahre von Schamamen, gefunden wird. Dieser rettet ihr das Leben und verliebt sich in Viktoria, was schon bald auf Gegenseitigkeit beruht. Kurz darauf werden die Beiden in die gefährlichen Machenschaften eines korrupten und reichen Russen hineingezogen, der noch eine Rechnung mit Leonid offen hat.

Die Geschichte beginnt mit dem Leben von Leonard von Schenkendorff, einem deutschen Studenten der Elektromechanik, der in St. Petersburg studiert und hier in die Geschehnisse der russischen Unruhen Anfang des 20. Jahrhunderts hineingerät. Immer wieder wechselt die Autorin die Erzählstränge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sodass man zunächst das Gefühl erhält, zwei unterschiedliche Geschichten zu lesen. Erst nach und nach werden einem die Zusammenhänge zwischen diesen beiden bewusst. Die Wechsel sind jedes Mal äußerst geschickt gelegt und enden natürlich immer genau an der spannendsten Stelle, sodass ein Weiterlesen unumgänglich ist.

Die Geschichte rund um das Geheimnis von Tunguska hat Martina André sehr spannend und auch absolut logisch angelegt. So verschmilzt sie hier altes schamanisches Wissen mit den Kenntnissen der Wissenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig baut sie das damalige Geschehen geschickt in ihre Geschichte rund um Viktoria und Leonid ein und die Informationen, welche man über das Geheimnis von Tunguska erhält, sind geschickt und unterhaltsam eingearbeitet.

Wie bereits in ihren anderen Büchern gelingt es der sympathischen Autorin auch dieses Mal wieder mühelos, den Charakteren der Geschichte fast augenblicklich Leben einzuhauchen und so entwickelt man sehr schnell Sympathien und Antipathien für die einzelnen Figuren und taucht regelrecht in die Geschichte ein. Allerdings bedient sich die Autorin hier gerne mal dem einen oder anderen Klischee. So sind die Russen in der Geschichte durchweg korrupt, bestechlich, trinkfest und ein Menschenleben zählt nicht viel für sie. So zeichnet sie mit der Figur des Bashtiri ein Bild, wie man sich einem typischen neureichen Firmenchef vorstellt. Äußerst mysteriös und geheimnisvoll sind jedoch die Charaktere der Familienangehörigen von Leonid angelegt und es ist immer wieder bewundernswert zu lesen, mit welcher stoischen Ruhe die Erwenken (Ureinwohner dieses Gebietes) sich die Übergriffe der Russen gefallen lassen und ihnen auf ihre Art Kontra bieten.

Die Geschichte ist von Anfang an schlüssig umgesetzt und durchweg spannend erzählt und der flüssige, lebendige und sehr unterhaltsame Schreibstil von Martina André sorgt dafür, dass man das Buch wirklich nur ungern aus der Hand legt.

Sonntag, 28. Juni 2009

{Rezension} Das Rätsel der Templer von Martina André



Verlag: Aufbau Verlag
Broschierte Ausgabe: 759 Seiten
ISBN: 3746624983 
Genre: Mystery Roman
Erscheinungsdatum: 20. Januar 2009
Preis: 12,95 €




Spannender Templer-Roman

Vorabend des 13.Oktober 1307. Der Tempelritter Gero von Breydenbach erhält den Auftrag, das "Haupt der Weisen" nach Deutschland in Sicherheit zu bringen. Zusammen mit zwei seiner Kameraden und seinem Knappen Matthäus macht er sich auf den beschwerlichen Weg, den Auftrag zu erfüllen. Kurz vor seinem Heimatort in Trier werden sie von Wegelagerern überfallen und Gero verliert das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, findet er sich im Jahr 2004 in einem kleinen Dorf in der Eifel wieder - ganz in der Nähe von Spangdahlem - und die NSA hat sich an seine Spuren geheftet.

Mit einer Mischung aus Abenteuerroman, Thriller und Science Fiction ist Martina André ein absolut phantastischer Roman gelungen. Man merkt während des Lesens immer wieder, dass diesem Buch eine sehr gute Recherchearbeit zugrunde liegt. Die Informationen, welche man über das Leben der Templer erhält sind äußerst informativ und interessant in die Geschichte eingewoben. Auch wunderbar beschrieben sind die Schwierigkeiten, wenn die Kultur des 14. Jahrhunderts mit der des 21. Jahrhunderts aufeinander trifft. So sind natürlich nicht nur die Bräuche der damaligen Zeit mit unseren in keiner Weise mehr zu vergleichen, auch ist die Sprache ein Problem, da damals mittelhochdeutsch oder altfranzösisch gesprochen wurde, dass in unserer heutigen Zeit befremdlich klingt und kaum noch einer versteht. Diese Schwierigkeiten und oft auch Missverständnisse beschreibt die Autorin sehr realistisch und absolut nachvollziehbar und oft auch mit einem guten Schuss Humor.

Die Hauptakteure des Buches sind zum einen Gero von Breydenbach, ein überaus stolzer, selbstsicherer junger Ritter des Templerordens, für den die Erfüllung seines Auftrages absolute Priorität hat und er - bedingt durch seinen Stolz - mehr als einmal in größere Schwierigkeiten gerät, um mit dem Leben im Jahr 2004 zurecht zu kommen. Zum anderen ist da Hanna Schreyber, eine selbstbewusste, energische junge Frau, die - teilweise vergeblich - versucht, Gero das heutige Leben verständlich zu machen und zum anderen versucht, ihn vor dem Zugriff der NSA zu schützen. Was sich nicht selten als äußerst schwierig gestaltet. Interessant sind auch die Passagen am Anfang ihres Zusammentreffens, in denen das Buch stellenweise in Mittelhochdeutsch geschrieben ist, welches man durchaus verstehen kann und einem so die Unterschiede der Jahrhunderte noch bewusster macht.

Die Mischung aus Historie, Thriller und einem guten Schuss Science Fiction ist Martina André hervorragend gelungen. Man ist von der ersten Seite an gefesselt von dem Roman und die Spannung hält mühelos über das gesamte Buch hinweg an, bedingt auch dadurch, dass die verschiedenen Erzählstränge geschickt angelegt sind und immer wieder einige interessante und nicht unbedingt vorhersehbare Wendungen eingearbeitet wurden. Ihre Protagonisten beschreibt sie erfrischend und interessant, sodass sie einem bereits nach wenigen Seiten vertraut sind. Auch die anderen Mitwirkenden sind charismatisch beschrieben, sodass ein Wiedererkennen mühelos stattfindet.

Alles in allem ein wunderbar geschriebener Roman, der Fans von Historienromanen wie auch Thrillerfans gefallen wird, wenn auch das Ende etwas weit hergeholt wirkt.