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Samstag, 3. März 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende & unterhaltsame Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

wie jedes Wochenende, so auch heute wieder meine Neuzugänge für diese Woche:


Mit »Ich bin kein Serienkiller« gelang dem jungen US-Autor Dan Wells ein Überraschungserfolg, der die Grenzen zwischen Thriller und Fantasy sprengte. Nun erzählt Wells eine ganz neue Geschichte: Michael erwacht in einem Krankenhaus. Was ist in den letzten zwei Wochen geschehen? Er erinnert sich nicht. Er weiß nur, dass mit ihm etwas ganz und gar nicht stimmt. Denn er sieht Monster. Er hört fremde Stimmen in seinem Kopf. Die Ärzte behaupten, er habe Wahnvorstellungen. Doch Michael weiß es besser. Die Monster sind real. Sie verfolgen einen dunklen Plan. Und wenn er den Kampf gegen sie aufnimmt – wer wird zuerst sterben? 



Der erste Tote stammt aus den besten Kreisen. Der zweite kommt aus der Szene und ist den Sonderermittlern um Kommissar Christian Beyer nur allzu bekannt. Beide bieten einen abscheulichen Anblick: denn die Leichen sind von Parasiten – Würmern, Maden und sogar Spinnen – geradezu übersät. Wurden sie vom Mörder ausgesetzt? Welche Botschaft steckt dann dahinter? Und was verbindet die beiden Opfer? Ritualmorde oder organisiertes Verbrechen? Was Beyer und Co schließlich zu Tage fördern, raubt selbst den hartgesottenen Ermittlern den Atem … 



Treviso, ein kleines Dorf in Norditalien, leidet unter seiner kompletten Bedeutungslosigkeit. Don Antonio, der Pfarrer des Ortes, hat die Nase voll: Ein Wunder muss her! Kurzerhand lässt er eine Madonnenstatue präparieren, und siehe da: Beim nächsten Gottesdienst weint sie rote Tränen. Sofort ist die Presse vor Ort, und bald kann sich Treviso vor Pilgern aus der ganzen Welt nicht mehr retten. Alle profitieren davon: der Supermarkt, die Trattoria und sogar Don Antonio. Seine Schwester Maria kommt nach Treviso, um ihn bei der Vielzahl seiner neuen Aufgaben zu unterstützen. Zwischen ihr und Luigi, dem Friseur, entspinnt sich eine zarte Romanze. Doch dann schickt der Vatikan einen Gesandten, der sich von der Echtheit des Wunders überzeugen soll…



Die Literaturdozentin Viola reist mit ihrem Mann Axel, einem Rechtsanwalt, und ihren beiden Töchtern nach Südschweden ins Sommerhaus. Doch auf der Ferienidylle liegt ein Schatten: Axel, der erst vor kurzem von einer schweren Krankheit genesen ist, verhält sich seltsam gereizt. Viola hat das Gefühl, dass er ihr etwas verschweigt. Sie sucht Zuflucht in der Begegnung mit der 90-jährigen Lea, die – einst Missionarin in China – Viola nach und nach ihre unglaubliche Familiengeschichte offenbart. Je näher sich die beiden Frauen kommen, desto weiter scheint sich Violas Mann von ihr zu entfernen. Bis etwas geschieht, das Viola vor eine schwere Entscheidung stellt …

Liebe Grüße
Isabel

Dienstag, 28. Februar 2012

{Rezension} Das Wunder von Treviso von Susanne Falk





Verlag: Kindler-Verlag 
 Gebundene Ausgabe: 253 Seiten
ISBN: 978-3-463-40600-8
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2011
Preis: 16,95 €



Ein Wunder muss her …

… das zumindest denkt sich der ortansässige Pfarrer Don Antonio. Denn das kleine Dorf im Norden Italiens versinkt in der Vergessenheit. Die Jungen ziehen weg aus Treviso und wenn sich einmal ein Tourist in die Gegend verirrt, dann in das verhasste Nachbachdorf. Deswegen muss dringend ein Wunder her und als Don Antonio in der Krypta eine alte Madonnenstatue entdeckt, ist auch sofort klar, wie das Wunder zu geschehen hat. Mithilfe des Holzschnitzers Salvatore wird die Madonna präpariert und zum nächsten Gottesdienst weint sie rote Tränen. Die Pilger lassen nicht lange auf sich warten, Treviso erwacht zu neuem Leben, aber auch der Vatikan wird auf das „Wunder von Treviso“ aufmerksam und schickt einen Abgesandten zwecks Überprüfung.

Susanne Falk erzählt hier leicht verschmitzt die Geschichte eines kleinen Dorfes, dessen Pfarrer etwas gegen die Bedeutungslosigkeit seines Dorfes unternehmen möchte und dabei die Folgen gar nicht absehen kann. Treviso ertrinkt in Langeweile und so ist man anfangs noch total begeistert vom immer größer werdenden Pilgerstrom, der ordentlich Geld nach Treviso bringt, das Leben der Einwohner komplett auf den Kopf stellt und sie regelrecht zum Höhenrausch verführt. Der Mammon lässt grüßen! Doch mit der Zeit werden die Touristen auch lästig, man sehnt sich irgendwie doch nach dem alten, trägen, ruhigen Leben zurück. Tja, und als dann auch noch ein Abgesandter des Vatikans im Dorf auftaucht, um das Wunder zu überprüfen, da laufen die Dorfbewohner und Don Antonio regelrecht zur Höchstform in Sachen Bauernschläue auf.

Die Story birgt jetzt nicht unbedingt überraschende Wendungen, eigentlich ist von Anfang klar, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird und wie mit der Zeit die Einwohner auf die Madonna reagieren, da Susanne Falk diese genauso beschreibt, wie man sie sich vorstellt: Eigentlich mit dem zufrieden, was man hat, das Leben spielt sich in der örtlichen Trattoria ab, der Friseur ist immer über den neuesten Klatsch informiert, mit dem Nachbardorf liegt man seit Urzeiten im Clinch, der Bürgermeister ist ein Geizhals und Don Antonio ziemlich schlitzohrig, öfters auch mal mit dem Herrn zetert und mit dem Geist seines Vorgänger Zwiegespräche führt.

Die Geschichte von Treviso erzählt Susanne Falk sehr locker, leicht und flüssig. Ihre Charaktere sind detailliert, aber auch sehr vorhersehbar in ihrem Handeln angelegt. Einzig die Figur von Don Antonios Schwester Maria überrascht einen durch ihre Art schon das eine oder andere Mal. Anfangs denkt man noch an eine verbitterte Matrone und muss doch schon bald feststellen, dass die ältere Dame durchaus voller Lebenslust steckt und sich resolut gegen ihren manchmal schon recht herrischen Bruder durchsetzt.

Fazit: Ein netter, unterhaltsamer Roman für zwischendurch über ein kleines italienisches Dorf, das nicht daran denkt, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken und deswegen mal schnell ein Wunder aus dem Hut zaubert.

Die Autorin:
Susanne Falk, geboren 1976 in Kappeln an der Schlei als jüngstes von vier Kindern, studierte Germanistik an den Universitäten Rostock und Wien. 2008 promovierte sie an der Universität Wien mit einer Arbeit über den Journalisten und Schriftsteller Hans Habe. Von 1998 bis 1999 lebte sie in Rom, wo sie Luigi, dem Friseur aus „Das Wunder von Treviso“, begegnete. Heute lebt Susanne Falk mit ihrer Familie in Wien. „Das Wunder von Treviso“ ist ihr erster Roman.

Montag, 30. Mai 2011

{Leseeindruck} Das Wunder von Treviso von Susanne Falk


Verlag: Kindler Verlag
Hardcover Ausgabe: 256 Seiten

Genre: Roman
ISBN: 978-3-463-40600-8

Erscheinungsdatum: 15. Juli 2011
Preis: 16,95 €


Wunder geschehen auf viele Arten
 
Witzig beginnt schon einmal der Prolog, in dem Nonna Cristina mit ihren Enkelkindern die Oper besucht, der Barbier von Sevilla steht auf dem Spielplan. Wie sollte es anders sein, benehmen sich die acht- und zwölfjährigen Enkel nicht so wie Oma es sich vorstellt und sie muss mit autoritärer Härte durchgreifen. Freudig schlägt ihr Herz, als sie feststellt, dass wenigstens Maria von der Aufführung begeistert ist, verärgert aber relativ schnell wieder, als Maria mit Begeisterung ausgerechnet über die Figur des Friseurs schwärmt … doch alles nur Proletarier denkt sich Nonna Christina.

Dieser Einstieg ist einfach nur humoristisch, bildhaft und sehr leichtfüßig geschrieben. Man hat die Drei in der Oper sofort vor Augen, sieht Antonio sich auf den Sitzen lümmeln und Maria fasziniert auf die Bühne starren und neben ihnen Nonna Cristina, welche die Beiden mit Argusaugen beäugt … einfach herrlich!

Anschließend stellt die Autorin einem erst einmal Treviso vor, diesen kleinen, beschaulichen und so uninteressanten Ort mit seinen gerade einmal 1377 Einwohnern. Hierdurch lernt man ein wenig die Abläufe des Dorflebens kennen wie auch Don Antonio, den Pfarrer und den Friseur Luigi. Als die Autorin das Telefonat zwischen Don Antonio und dem Bürgermeister von Treviso schildert, musste ich sofort an eine Fernsehserie denken: Don Camillo und Peppone. Vom Alter her ist Don Antonio mit Don Camillo zu vergleichen und als er auf die Idee kommt, seinem Dorf eine kleine Attraktion zu bieten, um endlich den Tourismus auch nach Treviso zu holen, blitzt schon eine gute Portion Bauernschläue durch.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte mit viel Humor, Wärme und einem gewissen Schalk. So ist es auch für Don Antonio ganz normal, nach dem Telefonat herzhaft zu fluchen, dann werden eben schnell dann mal drei Ave Maria gebetet und gut ist’s.

Die Leseprobe kommt sehr locker leicht herüber, der Schreibstil von Susanne Falk wirkt wunderbar erfrischend, ist ständig mit Witz durchtränkt und sie schildert ihre Charaktere und Treviso genau so, wie man sich ein kleines italienisches Dorf mit seinen Einwohnern vorstellt. Mag klischeehaft sein, wird aber von der Autorin sehr gut vermittelt und so scheint dieses Buch eine gelungen Sommerlektüre zu sein: Locker, luftig, leicht und spritzig!