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Freitag, 29. Juli 2011

{Rezension} Léon & Louise von Alex Capus

Verlag: Hanser Verlag
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Genre: Roman
ISBN: 978-3-446-23630-1
Erscheinungsdatum: 07. Februar 2011
Preis: 19,90 €

Die Geschichte von Léon & Louise

Kurz vor Ende des 1. Weltkriegs begegnen sich Léon und Louise in einem kleinen Dorf an der Atlantikküste Frankreichs. Für eine kleine Weile können sie ihre junge Liebe genießen bis ein Fliegerangriff ihr Glück zerreißt. Beide halten sich gegenseitig für tot, erst 1928 begegnen sie sich in Paris durch Zufall wieder. Ihre Liebe zueinander ist nie erloschen, kein Tag verging, an dem der Eine nicht an den Anderen gedacht hatte. Doch das Leben ging für sie Beide weiter und Léon ist mittlerweile verheiratet und Louise tritt kurze Zeit später für ihre Firma eine Schiffsreise mit unbekanntem Ziel an.

Dies ist die Geschichte einer sehr ungewöhnlichen Liebe. Léon ist bei ihrer ersten Begegnung im Jahr 1918 restlos fasziniert von der selbstbewussten, resoluten Louise. Ihr Erkennungszeichen ist ein quietschendes Fahrrad, mit dem sie durch das Dorf fährt und den Angehörigen die Todesnachrichten ihrer gefallenen Familienangehörigen überbringt. Eines Tages fasst sich der Eisenbahnangestellte Léon ein Herz und repariert Louises Fahrrad. Hiervon ist diese jedoch wenig begeistert und tritt ihm ziemlich burschikos und sarkastisch gegenüber. Doch ein erstes Band ist geknüpft und fortan wartet Louise jeden Tag auf Léon, um ihn ins Café zu begleiten. Bei diesen Spaziergängen kommen die Beiden sich näher, doch jede Frage nach ihrem früheren Leben verbittet sich Louise vehement. Bis besagter Bombenangriff ihr junges Glück zerstört und 10 Jahre vergehen müssen, bis sie sich durch Zufall in der Pariser Metro wieder treffen.

Alex Capus erzählt die Geschichte aus Sicht eines Enkels von Léon, der sich 1986 beim Begräbnis seines Großvaters an dessen Leben zurück erinnert. Mit ein Grund für diese Erinnerung ist das geheimnisvolle Erscheinen einer alten Dame, die kurz in Notre Dame bei der Beerdigung erscheint, zum offenen Sarg herantritt und sich von Léon verabschiedet, um dann genauso schnell wieder zu verschwinden.

Der Schwerpunkt der Geschichte liegt auf der Zeit in Paris in den Jahren 1928 bis nach dem 2. Weltkrieg, wobei die Kriegsjahre dominieren. Während die deutschen Besatzer Paris einnehmen, begleitet man den Familienvater Léon bei seiner Arbeit im Kriminallabor der Pariser Polizei, verfolgt seine kleinen Sabotageakte gegenüber den Nazis, erlebt seine Beziehung zu seiner Frau Yvonne und das Heranwachsen seiner vier Kinder. Und immer wieder ist man dabei, wie seine Gedanken um Louise kreisen. So nimmt man sehr stark am Leben von Léon teil, das von Louise erfährt man zumeist jedoch nur durch Briefe, welche sie Léon im Laufe der Jahre immer wieder schreibt. Und natürlich bleibt auch Yvonne dies alles nicht verborgen und Léons Ehefrau wird bei der Beziehung von Léon & Louise noch eine entscheidende Rolle spielen.

So liebevoll die Erinnerungen des Enkels sind, so warmherzig, farbenfroh und lebendig erzählt der Autor die Geschichte von Léon und Louise, die voller Romantik und Lebensfreude ist und über den Tod hinaus reicht. Alex Capus gelingt es mühelos, seinen beiden Protagonisten Léon und Louise Konturen zu geben und so erhält man sehr schnell eine Vorstellung von der resoluten, selbstbewussten, frechen, herrlich unkonventionellen Louise und dem etwas schüchternen, sich selbst genügenden, treuen, geradlinigen Léon.

Fazit: Eine gleichsam wunderschöne wie ungewöhnliche Liebegeschichte, die Alex Capus bildhaft, fesselnd und unterhaltsam erzählt.

Montag, 3. Januar 2011

(Leseeindruck) Léon und Louise von Alex Capus

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
ISBN: 978-3-446-23630-1
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 07. Februar 2011
Preis: 19,90 €




Die Geschichte von Louise & Léon

Die Leseprobe beginnt mit Kapitel 4 auf Seite 46, vorher gibt es eine kurze Zusammenfassung zum Inhalt der Geschichte.

Léon sieht Louise das erste Mal im Café du Commerce in dem kleinen Städtchen Saint-Luc. Dort erzählt ihm der Wirt zum Abschied die Geschichte von Louise, wie sie vor 2 Jahren plötzlich in Saint-Luc auftauchte, niemand etwas über ihre Vergangenheit weiß und sie mittlerweile als Gehilfin des Bürgermeisters arbeitet. Schon schnell übernimmt Louise die schwere Bürde, die Todesnachrichten des Ministeriums den Hinterbliebenen mitzuteilen, deren Angehörige während des 1. Weltkriegs gefallen sind. Mit ihrem raubeinigen Charme und ihrer direkten, anpackenden Art findet sie immer genau den richtigen Ton und die Bewohner danken ihr dies mit zärtlicher Zuneigung.

Das Erkennungszeichen von Louise ist ihr quietschendes Fahrrad, doch eines Tages findet der Eisenbahnangestellte Léon ihr Fahrrad und repariert es. Louise ist hiervon wenig begeistert und tritt ihm ziemlich burschikos und auch sarkastisch gegenüber. Doch ein erstes Band ist zwischen den Beiden geknüpft und fortan wartet Louise jeden Tag auf Léon, um ihn ins Café zu begleiten. Bei diesen Spaziergängen kommen die Beiden sich näher, doch jede Frage nach ihrem früheren Leben verbittet sich Louise vehement. Dies steigert natürlich die Neugier des Lesers und sorgt mit dafür, gespannt weiter zu lesen.

Alex Capus gelingt es fast augenblicklich, einen in die Geschichte eintauchen zu lassen. Seine Figuren nehmen sofort Konturen an und man erhält so eine gute Vorstellung von der resoluten, selbstbewussten Louise und dem eher etwas schüchternen, aber nicht minder selbstbewussten Léon. Seine Sprache ist bildgewaltig und farbenfroh angelegt, steckt trotz der düsteren Zeit des 1. Weltkriegs voller Lebensfreude und Romantik.

Bereits die leider viel zu kurze Leseprobe lässt erahnen, dass es sich bei Alex Capus „Léon & Louise“ um einen opulenten Roman handelt, der interessant, fesselnd und emotional die Geschichte einer großen Liebe erzählt.