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Sonntag, 18. März 2012

{Renzension} Entführt von Hans Koppel





Verlag: Heyne-Verlag 
Broschierte Ausgabe: 350 Seiten
Genre: Skandinavischer Thriller
ISBN: 978-3453267602
Erscheinungsdatum: 27. Februar 2012
Preis: 14,99 €


Späte Rache

Ylva ist auf dem Heimweg als neben ihr ein Auto hält. Offensichtlich alte Bekannte, die nun auch in ihre Gegend gezogen sind und in derselben Straße wie Ylva und ihre Familie wohnen. Sie bieten Ylva an, sie mit nach Hause zu nehmen. Um nicht unhöflich zu sein, nimmt sie das Angebot an und fortan ändert sich ihr Leben grundlegend. Direkt gegenüber von ihrem Zuhause wird sie in einem Keller gefangen gehalten, über einen Monitor kann sie verfolgen, wie ihr Mann Mike und ihre kleine Tochter Sanna ihr Leben ohne sie weiterführen. Unbemerkt von der Außenwelt fristet Ylva fortan in dem schalldichten Kellerraum ein Leben als Sex- und Haussklavin.

Was für ein perfides Spiel. Welche seelischen Qualen müssen das sein, ständig vor Augen zu haben, wie das Leben ohne einen selbst weitergeht. Man ständig das Leben seiner Lieben vor Augen hat, ohne eine Möglichkeit zu haben, sich in irgendeiner Form der Außenwelt bemerkbar zu machen. Gefangen zu sein in einem Verlies, hoffnungslos seinen Peinigern ausgeliefert.

Die Idee greift Hans Koppel in seinem Debütroman auf und setzt sie anfangs sehr spannend um. Man verfolgt die Entführung von Ylva, rätselt über den Grund und erlebt ihr anfängliches Aufbegehren gegenüber ihren Peinigern. Man weiß zu Beginn des Thrillers schon, dass irgendetwas in der Vergangenheit von Ylva vorgefallen ist, was ihr die Entführer vorwerfen und der Grund für diese Situation ist. Man liest, wie ihr Mann Mike anfangs noch glaubt, dass seine lebenslustige Frau, die gerne flirtet, jemanden kennengelernt hat und deswegen nicht nach Hause kommt. Doch je länger die Entführung dauert, umso mehr wandelt sich seine Wut in Verzweiflung. 

Ein weiterer Erzählstrang gibt nach und nach Einblick in die Vergangenheit von Ylva und dem Grund für die Entführung. Zwar kann man sich schon bald denken, um was es sich hierbei handelt, die endgültige Auflösung präsentiert Hans Koppel seinen Lesern erst am Ende. Tja, und dann spielt natürlich auch die Polizei eine Rolle in dem Thriller. Diese hat schnell den Ehemann in Verdacht, seine Frau ermordet und ihre Leiche verscharrt zu haben. An eine mögliche Entführung glauben die beiden etwas sehr einseitig ermittelnden Polizisten eher weniger und großes Interesse an der Aufklärung des Falls zeigen sie auch nicht unbedingt. Keine überzeugende Darstellung der Polizei und für mich etwas unglaubhaft.

Der Schreibstil von Hans Koppel ist flüssig, eher etwas ruhiger angelegt, oft sehr direkt und zumeist fesselnd. Die Story überrascht jetzt nicht unbedingt durch unvorhersehbare Wendungen, ist aber in großen Teilen spannend geschrieben. Allerdings waren mir die Ausarbeitung der Charaktere und hier gerade die Figur von Ylva zu blass. Wenig bis gar nicht geht der Autor auf die Psyche von Ylva ein, das Ganze wirkt sehr distanziert, man erhält kaum eine Möglichkeit sich vorzustellen, wie die junge Frau mit der Entführung klar kommt. Ylva selbst wird von ihrer Umwelt stellenweise ziemlich unsympathisch beschrieben und man hat durch diese Distanziertheit ihrer Beschreibung keine Gelegenheit herauszufinden, ob Ylva wirklich so eine sexbesessene, egozentrische und extrovertierte Frau ist.

Ihren Ehemann Mike kann man nur als unsympathisches Weichei beschreiben. Er traut sich kaum, sich gegen seine Frau aufzulehnen, ist ihr hörig, akzeptiert hilflos ihre Seitensprünge und kämpft fast während des gesamten Thrillers ständig mit den Tränen und zumeist verliert er diesen Kampf. Je mehr man ihn kennenlernt, umso weniger kann man glauben, dass er erfolgreich als Abteilungsleiter in einer Firma arbeiten soll. Auch hat mich etwas verwundert, wie schnell Ylvas siebenjährige Tochter Sanna über das Verschwinden ihrer Mutter hinwegkommt. Man bekommt das Gefühl, dass Sanna keine enge Beziehung zu ihrer Mutter hat, warum dies jedoch so zu sein scheint, erfährt man nicht.

Fazit: Eine interessante Story, die zumeist spannend erzählt ist. Allerdings wirkt die Beschreibung der Protagonistin sehr distanziert und auch die weiteren Charaktere können nicht unbedingt überzeugen. 

Der Autor:
Hans Koppel wurde 1964 in Helsingborg geboren. Er hat lange als Journalist gearbeitet, bevor er sich gänzlich dem Schreiben zuwandte. Hans Koppel lebt heute mit seiner Frau und seiner Tochter in Stockholm. 

Sonntag, 11. März 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende & historische Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

auch diesen Sonntag wieder die Bücher, die neu in meine Bücherwand eingezogen sind:

Ganz Lübeck leidet unter der hochsommerlichen Hitze, als Staatsanwältin Anna Lorenz vom unerwarteten Tod ihrer Nachbarin erfährt. Zunächst sieht alles nach einem natürlichen Ableben der alten Dame aus, doch als Anna auf eigene Faust Nachforschungen anstellt, entdeckt sie merkwürdige Ungereimtheiten. Sie erhält Unterstützung von dem attraktiven Kommissar Bendt, der ihr auch zur Seite steht, als die sechzehnjährige Sophie, Annas Untermieterin, plötzlich verschwindet. Hat jemand das Mädchen entführt, weil es Zeugin eines Verbrechens wurde? Gemeinsam machen Bendt und Anna sich auf die Suche, denn alles deutet darauf hin, dass ein eiskalter Killer Sophie in seiner Gewalt hat.





TODESENGEL  Rothenburg ob der Tauber im Jahre 1418. Geheimnisvolle Vorfälle halten die Freie Reichsstadt in Atem. Am Anfang steht der Selbstmord einer 14-jährigen Färbertochter, deren eilig bestatteter Leichnam auf rätselhafte Weise verschwindet. Kurze Zeit später schlägt der Leichendieb erneut zu. Als dann auch noch die Frau des Baders tot aufgefunden wird, macht sich große Angst breit. Auf Bitten des örtlichen Franziskanerkonvents beginnt Bruder Hilpert von Maulbronn – ein über die Grenzen seines Klosters hinaus bekannter Meisterdetektiv – den mysteriösen Dingen auf den Grund zu gehen…
Ein spannender Streifzug durch das spätmittelalterliche Rothenburg. Bruder Hilpert von Maulbronn, der Detektiv im Mönchsgewand, ermittelt wieder.




Ein in jeder Hinsicht verstörender Mord führt die Ermittler Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs ins Hamburger Rotlichtviertel: Das Opfer war ein Kollege, und es wird nicht das letzte sein. Die Taten nehmen an Grausamkeit zu. Und alle haben sie mit den dunkelsten Geheimnissen der Opfer zu tun, ihrer größten Angst.
Irgendwann keimt in Albrecht eine Erinnerung: der Traumfänger-Fall. Seit dreißig Jahren schlummert er in den Akten. Seit dreißig Jahren sitzt der Täter in der Psychiatrie. Wie es scheint, hat der Albtraum gerade erst begonnen ...





Auf dem Heimweg von der Arbeit wird Ylva entführt. Man verfrachtet sie in einen schalldicht isolierten Keller und demütigt sie. Ylva kennt ihre Entführer, ein lang zurückliegendes Ereignis, das Ylva eigentlich für immer vergessen wollte, verbindet sie mit den Tätern. Der Keller, in dem Ylva gefangen gehalten wird, liegt nur wenige Meter von ihrem Zuhause entfernt. Über einen Bildschirm, den ihre Entführer in dem Kellerverlies angebracht haben, kann sie verfolgen, was dort vor sich geht. Sie sieht ihren Mann Mike, wie er das Haus verlässt. Oder ihre achtjährige Tochter Sanna, wie sie im Garten spielt. Wie gern wäre sie bei ihnen! Aber Ylva kann sich nicht bemerkbar machen. Verzweifelt trommelt sie an die Tür, an die Wände, auf den Boden und schreit sich die Seele aus dem Leib. Doch das ist erst der Anfang ihrer Pein.


... und dann hat mir meine Arbeitskollegin noch die letzten beiden Bände der Hebammen-Saga ausgeliehen. Jetzt muss ich wohl endlich den 3. Teil anfangen zu lesen ...


Freiberg 1189: Fast fünf Jahre sind seit Christians Tod vergangen. Marthe und Lukas leiden immer noch unter dem Verlust des Geliebten und Freundes und müssen ihre Gefühle füreinander neu bestimmen. Doch das ist nicht die einzige Sorge, die ihr Leben überschattet, denn es naht der Tag, an dem der grausame Albrecht, der älteste Sohn des Markgrafen Otto, die Regentschaft über die Mark Meißen übernehmen wird. Marthe und Lukas können nicht fliehen: Sie müssen Christians Vermächtnis erfüllen – und sich um die mittlerweile fast erwachsenen Kinder kümmern. Die sechzehnjährige Clara soll heiraten, obwohl sie heimlich in den jüngeren Sohn des Markgrafen verliebt ist, und Thomas träumt davon, sich Kaiser Barbarossas Kreuzzug ins Heilige Land anzuschließen …


Desillusioniert kehrt Marthes Sohn Thomas im Herbst 1191 vom Kreuzzug zurück. Doch auch in der Heimat findet er keinen Frieden, denn dort herrscht der grausame Albrecht über die Mark Meißen. Als dieser seinen Bruder Dietrich, an dessen Seite Thomas im Heiligen Land gekämpft hat, angreift, bleibt beiden keine andere Wahl, als erneut zu den Waffen zu greifen. Die Lage scheint aussichtslos, deshalb muss Dietrich ein Zweckbündnis mit dem Landgrafen von Thüringen eingehen. Dafür fordert dieser die Verlobung Dietrichs mit seiner Tochter. Ein hoher Preis, denn Dietrich liebt seit langem heimlich Marthes Tochter Clara…



Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag,
LG Isabel