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Dienstag, 20. Juli 2010

{Rezension} Die Seiltänzerin von Gabriele Breuer


Taschenbuchausgabe: 330 Seiten
ISBN: 9783548281162
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2010
Preis: 8,95


Herrin der Lüfte

Im Frühjahr 1436. Am Rheinufer, kurz vor Bacharach, hat eine Schaustellertruppe halt gemacht. Ihr gehört auch die 18-jährige Waise Alessandra an, die ihrer Leidenschaft des Seiltanzes nachgeht. Ihr Leben könnte glücklich sein, müsste sie nicht Sami heiraten. Verzweifelt schüttet sie ihrer mütterlichen Freundin Sanchari ihr Herz aus. Um sie abzulenken, nimmt die Heilkundlerin sie mit in den Wald. Beim Pflanzen sammeln finden sie den verletzten Simon von Ravenstein, der auf dem Weg zur Burg Stahleck von Wegelagerern überfallen wurde. Fürsorglich pflegt Alessandra ihn im Wald gesund und verliebt sich in ihn. Alessandra wünscht sich bald nichts mehr als ihr Schaustellerleben zu beenden und auf der Burg zu leben. Dieser Wunsch erfüllt sich schon bald durch einen Zufall für sie. Doch obwohl sie nun in der Nähe von Simon lebt und ihn regelmäßig sehen kann, ist das Glück ihr nicht hold. Denn sie hat Neider auf der Burg, die die momentane Hysterie um die Hexenverfolgung geschickt für sich auszunutzen verstehen.

Schon auf wenigen Seiten gelingt es Gabriele Breuer mühelos, ihrer Leserschar ein Bild der Pfalz zur damaligen Zeit zu zeichnen. Sehr unterhaltsam beschrieben gewährt sie einem Einblick in das Burgleben des 15. Jahrhunderts, man erfährt ein wenig über das Leben der Gaukler und auch die Kräuterkunde kommt nicht zu kurz. Auf das Thema Inquisition geht die Autorin genauer ein und schildert sehr anschaulich, wie leicht Frauen damals in Verruf geraten und als Hexe angeklagt und verbrannt werden konnten. Selbst die politischen Verwicklungen des 15. Jahrhunderts in der Pfalz bleiben nicht unerwähnt und so ist der Roman vom Hintergrundwissen zur damaligen Zeit her gesehen absolut rund.

Auch wenn die Geschichte von Alessandra schon nach kurzer Zeit vorhersehbar ist, beschreibt die Autorin den Weg dorthin recht unterhaltsam und farbenfroh. So gibt es natürlich den gutaussehenden, edelmutigen Ritter, der sich augenblicklich in die Protagonistin verliebt. Und auch die bösen Gegenspielerinnen, die Alessandra unbedingt aus dem Weg räumen wollen, um zum Einen ein Geheimnis um Alessandras Herkunft zu verdecken wie auch sie als mögliche Nebenbuhlerin zu vertreiben, dürfen natürlich nicht fehlen. Allerdings war das Ende dann doch etwas zu plötzlich und wirkt in meinen Augen doch ein wenig konstruiert.

Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat, ist die Entwicklung des Charakters von Alessandra. Anfangs hat man das Gefühl, hier über eine dickköpfige junge Frau zu lesen, die selbstsicher ihren Weg geht. Doch der anfangs frische und lebhafte Schreibstil wird zur Mitte hin doch stellenweise schon ziemlich gefühlsduselig, ja fast schon kitschig. Besonders bei den Szenen, wenn Alessandra und Simon aufeinandertreffen. Da ist von Alessandras anfänglichem Dickkopf und Selbstbewusstsein nichts mehr zu spüren und sie wirkt stellenweise nur noch verhuscht und vor lauter Verliebt sein fehlen ihr oft die Worte. Hier hätte ich mir doch etwas mehr Temperament in den Dialogen gewünscht.

Fazit: Alles in allem ist „Die Seiltänzerin“ ein leicht zu lesender Historienroman, deren Geschichte zwar voraussehbar ist, aber die meiste Zeit doch gut unterhält.

Dienstag, 15. Juni 2010

{Leseeindruck} Die Seiltänzerin von Gabriele Breuer

Taschenbuchausgabe: 330 Seiten
ISBN: 9783548281162
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2010
Preis: 8,95 €




Frühjahr 1436. Am Rheinufer, mit Blick auf das Siebengebirge, hat eine Schaustellertruppe halt gemacht. Ihr gehört auch die 18-jährige Alessandra an, die ihrer Leidenschaft des Seiltanzes nachgeht. Als sie nach einer Übung glücklich wieder vom Seil steigt, offenbart ihr ihr Großvater Silvio, dass Sami um ihre Hand angehalten hat. Doch Alessandra ist entsetzt. Ist Sami doch in ihren Augen nur ein aufgeblasener Gockel. Wütend flüchtet sie zum Zelt der Wahrsagerin Sanchari, die ihr eine mütterliche Freundin ist. Um Alessandra zu beruhigen und auf andere Gedanken zu bringen, geht Sanchari mit ihr in den nahegelegenen Wald, um Kräuter zu sammeln.  Am nächsten Tag brechen die Schausteller Richtung St. Goar auf.

Gemeinsam mit seinem Rittervater Richard von Hohenfeld ist der junge Simon von Ravenstein auf dem Weg zur Burg Stahleck als er noch einen kleinen Abstecher zur nahegelegenen Burg Rheinfels unternehmen möchte, um seinen alten Waffenbruder einen kurzen Besuch abzustatten. Kurz nachdem Simon sich von Richard getrennt hat, wird er von Wegelagern überfallen.

Zur gleichen Zeit findet auf Burg Stahleck die Beerdigung der Bediensteten Hedwig statt, deren Ableben ungeklärt ist. Und während des Leichenschmauses lernt man so auch ein wenig die Dienerschaft der Burg kennen. Als kurz darauf Richard auf der Burg eintrifft, muss er feststellen, dass Simon noch nicht eingetroffen ist. Allerdings macht er sich hierüber erst einmal noch keine Sorgen.

So ganz nebenbei erhält man somit einen kurzen Abriss der Kräuterkunde, lernt ein wenig das Burgleben zur damaligen Zeit kennen, schwelgt mit Richard von Hohenfeld und dem Burgherrn Graf Philip in deren Erinnerungen und lernt ein wenig die politischen Gegebenheiten des 15. Jahrhunderts in der Pfalz kennen. Und dies versteht die Autorin zu jederzeit sehr unterhaltsam zu vermitteln.

Schon auf den wenigen Seiten gelingt es Gabriele Breuer mühelos, ihrer Leserschar ein Bild der Pfalz zur damaligen Zeit zu zeichnen. Ihr Schreibstil ist flüssig, prall, sehr bildhaft und kein bisschen angestaubt, sondern herrlich frisch und lebhaft.

Ihr Figuren nehmen fast augenblicklich Konturen an, sodass man sich die einzelnen Charaktere problemlos vorstellen kann und ihre Protagonistin Alessandra verspricht ein interessanter Charakter zu werden mit ihrer dickköpfigen, selbstsicheren Art.

In den nächsten Tagen erhalte ich das Buch von vorablesen.de/historead als Leseexemplar. Die entsprechende Rezension folgt dann alsbald.