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Montag, 26. Juli 2010

{Rezension} Vergebung von Stieg Larsson

 

Verlag: Heyne Verlag 
Übersetzer: Wibke Kuhn

Gebundene Ausgabe: 848 Seiten 
ISBN: 3453013808 
Genre: Skandinavischer Krimi / Schwede
Erscheinungsdatum: März 2008
Preis: 22,95 €


Grandioser Abschluss einer hervorragenden Trilogie

Lisbeth Salander hat den Anschlag auf ihr Leben mit schwersten Verletzungen überlebt und auch ihr Vater wird überleben. Beide liegen nur zwei Zimmer voneinander getrennt auf der Intensivstation. Während Lisbeth langsam wieder gesund wird, kämpft Mikael Blomquist mit allen in seiner Macht stehenden Möglichkeiten darum, die Unschuld von Lisbeth zu beweisen. Doch er hat starke Gegner: Die Sektion. Eine Geheimgruppe innerhalb der SiPo, die mit allen Mitteln die Wahrheit um Zalatschenko, Lisbeths Vater, zu verheimlichen versucht. So schrecken sie auch vor Mord nicht zurück, um ihre illegalen Machenschaften zu verbergen. Erika Berger hat mittlerweile nun auch ihren neuen Job bei einer großen schwedischen Zeitung angetreten. Bei ihren geplanten Umstrukturierungen innerhalb der Redaktion stößt sie immer wieder an ihre Grenzen und zu allem Überfluss sieht sie sich plötzlich auch noch einem perversen Stalker ausgeliefert, der auch vor einem Einbruch in ihr Haus nicht zurückschreckt.

Mit dem Abschluss seiner Trilogie hat Stieg Larsson wahrlich ein Meisterwerk abgeliefert. Die Handlung ist wieder äußerst komplex angelegt und umfasst mehrere Erzählstränge, wobei der Fokus natürlich bei Mikael Blomquist und dessen Recherchen liegen, um die wahren Hintergründe der Zalatschenko-Gruppe aufzudecken und so die Unschuld von Lisbeth beweisen zu können. Und so findet er nach und nach immer mehr Informationen und Details über deren Hintermänner, die weit bis in die 1970er Jahre zurückreichen. Gleichzeitig muss er feststellen, dass die Sektion ihn überwacht und seine Wohnung wie auch sein Handy verwanzt haben.  Doch mit Hilfe von Milton Security gelingt es ihm, diese gekonnt auszutricksen.

Stieg Larsson legte auch dieses Mal wieder sehr viel Wert auf Details. So werden auch noch die kleinsten Nebendarsteller genauestens beschrieben und erhalten einen ausführlichen Background. Mag sein, dass dies für einige Leser langwierig erscheint, in meinen Augen macht dies aber die gesamte Trilogie aus. So erhält man von wirklich jedem Mitwirkenden ein sehr gutes Bild und die Geschichte wirkt hierdurch absolut rund und lässt zum Schluss keine Fragen mehr offen.

Obwohl der Autor sich oft in Details verliert, nimmt dies der Story jedoch absolut nicht die Spannung. Ganz im Gegenteil. Von der ersten bis zur letzten der rund 840 Seiten ist diese durchweg auf extrem hohem Niveau und die Wechsel zwischen den unterschiedlichen Handlungssträngen sind sehr gut gewählt.

So geht Stieg Larsson u.a. auch ausführlich auf Erikas neuen Job und ihre Probleme in der dortigen Redaktion ein, verknüpft hier noch geschickt eine Story, mit der sich gerade ein Mitarbeiter von Millennium beschäftigt, die von „Toilettenschüsseln“ handelt und lässt auch der Story rund um Erika und dem Stalker viel Platz. Auch erfährt man wieder ein wenig mehr über das Gefühlsleben von Lisbeth, ihren Schwierigkeiten mit Ärzten und der Polizei und obwohl ihr Charakter wieder sehr introvertiert dargestellt wird, wächst Lisbeth einem sofort wieder ans Herz.

Fazit: Ein mehr als gelungener Abschluss einer hervorragenden Trilogie, mit einer sehr komplexen Handlung, die von der ersten Seite an extrem spannend umgesetzt ist.

Montag, 15. März 2010

{Rezension} Verblendung von Stieg Larsson

Verlag: Heyne Verlag
Übersetzer: Wibke Kuhn
Gebundene Ausgabe: 688 Seiten
ISBN: 3453011813
Genre: Skandinavischer Krimi / Schweden
Erscheinungdatum: 01. März 2006
Preis: 21,95 €

Das dunkle Geheimnis der Familie Vanger

Bevor der Wirtschaftsjournalist und Mitarbeiter des Magazins "Millennium" Mikael Blomqvist seine Gefängnisstrafe antreten muss, zu der er wegen Verleumdung am Großkonzern Wenneström verurteilt wurde, nimmt er den Auftrag des Großindustriellen Hendrik Vanger an. Seine damals 16-jährige Nichte Harriet ist in den 60er Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden. Jeder vermutet, dass sie ermordet wurde. Seit ihrem Verschwinden erhält Hendrik jedes Jahr ein Bild mit einer Blume. Dieser vermutet dahinter den perfiden Mörder von Harriet und will endlich die Wahrheit über ihr Schicksal erfahren. Hierfür engagiert er Mikael Blomqvist und je tiefer dieser sich in die Familiengeschichte der Familie Vanger einarbeitet, umso mehr schreckliche Geheimnisse kommen ans Licht.

Der Geschichte muss man etwas Zeit lassen. Stieg Larsson baut seine Story langsam auf. So ist die Spannung zwar am Anfang nicht unbedingt gegeben, jedoch überzeugt der Schreibstil des Autors von der ersten Seite an und man liest wie selbstverständlich neugierig und interessiert weiter. Recht unterschwellig nimmt dann die Spannung zu und bald ist es fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Story des Thrillers ist sehr komplex und von Anfang an stimmig angelegt. Was anfangs noch wie ein Mord innerhalb einer Familie aussieht, entwickelt sich im Lauf des Buches zu einer viel bizarreren Geschichte, mit der man absolut nicht gerechnet hatte. Verdächtig ist praktisch jeder der Familie Vanger und so bleibt Motiv wie auch Täter sehr lange im Dunkeln.

Sein Protagonist Mikael Blomqvist ist ein engagierter Journalist Mitte Vierzig, der hartnäckig an dem Fall arbeitet und einen hohen Gerechtigkeitssinn hat. Stieg Larsson beschreibt ihn als einen sehr sympathischen Menschen, der von ihm sehr facettenreich beschrieben wird, sodass man sich sehr schnell ein Bild von ihm machen kann. Die aber bei weiten interessante Figur ist Lisbeth Salander. Lisbeth, eine 24-jährige Hackerin wird durch den Anwalt von Hendrik Vanger auf Mikael aufmerksam und unterstützt ihn im Lauf seiner Ermittlungen bei dem Fall Harriet. Sehr schnell stellt man fest, dass Lisbeth in ihrer Kindheit etwas Schreckliches erlebt haben muss, sie ist sehr introvertiert, wirkt oft eiskalt und gleichzeitig dann wieder sehr verletzlich. Ein sehr komplexer, komplizierter Charakter, der einem jedoch sehr schnell sympathisch wird.

Fazit: "Verblendung", der erste Teil der Millennium-Trilogie, ist ein komplexer, äußerst spannender Krimi, der einem von der ersten Seite an fasziniert.