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Donnerstag, 25. November 2010

{Rezension} Die Landkarte der Zeit von Félix J. Palma

Übersetzer: Willi Zurbrüggen
Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
Genre: Historischer Roman
ISBN: 3463405776
Erscheinungsdatum: 17. September 2010
Preis: 24,95 €

Eine wundervolle Reise durch die Zeit

London, 1888: Der wohlhabende Andrew Harrington ist verzweifelt. Seine große Liebe Mary Kelley wurde von Jack the Ripper ermordet. Er verliert jeglichen Lebensmut und nach acht Jahren Trauer und Verzweiflung hat er nur noch einen Wunsch: selbst zu sterben, um mit Mary Kelley wieder vereint zu sein. Sein Cousin und bester Freund Charles Winslow kann sich dies nicht mehr länger mit ansehen. Als er von Murrays Zeitreisen erfährt, der gutsituierten Londoner Bürgern eine Reise ins Jahr 2000 anbietet, kommt ihm eine Idee. Wenn man in die Zukunft reisen kann, warum auch nicht in die Vergangenheit.

Dies ist nur eine von vielen kleinen und großen Geschichten, welche Felix J. Palma in seinem fantastischen Roman erzählt. Dreh- und Angelpunkt des Buches sind H. G. Wells und das Unternehmen „Murrays Zeitreisen“ in Person von Gilliam Murray, hier laufen alle Fäden zusammen. Man lernt Bram Stoker und Henry James kennen, Jack the Ripper spielt eine entscheidende Rolle, man reist in der Geschichte durch die Jahrhunderte und erfährt viel über das Leben des Schriftstellers H. G. Wells und seinem Buch „Die Zeitmaschine“. Eigentlich kann man das ganze Buch als eine wunderbare Huldigung an den Schriftsteller verstehen.

Felix J. Palma schreibt in einem Stil, der absolut verzaubert. Scheinbar mühelos verwebt er eine Geschichte mit der anderen, klingt sich immer mal wieder selbst in die Geschichte ein und verleiht seinen Protagonisten fast augenblicklich Konturen, sodass sie für einen sofort vorstellbar werden. Man ist von seinen Erzählungen von Anfang an absolut gefesselt, immer wieder baut er überraschende Wendungen in die Geschichte ein und wird nie langatmig in seinen Erzählungen, die man als poetisch bezeichnen kann. Und mehr als einmal blitzt auch seine humoristische Ader hervor.

Richtig in ein Genre kann man seinen Roman nur schwer einordnen. Zum einen ist er natürlich ein historischer Roman, der zum Ende des 19. Jahrhunderts spielt und wunderbar die Stimmung der damaligen Zeit einfängt. Die Welt steht am Anfang der Industrialisierung, alles scheint möglich zu sein und einige Menschen sind sogar der Meinung, dass bereits alles erfunden und alles entdeckt ist. Zum anderen ist es aber auch ein Science-Fiction-Roman, der mit einem durch die Zeit reist und hier bietet der Autor auch eine plausible Art der Zeitreise an.

Ja, und dann ist es auch ein Krimi, denn die Ripper-Morde in Whitechapel spielen während des Romans eine zentrale Rolle und wenn man etwas genauer liest, stellt man auch fest, dass hier etwas nicht so ganz stimmen kann. Um was es sich dabei handelt, wird an dieser Stelle nicht verraten, diese Unstimmigkeit wird aber zum Ende des Buches schlüssig erklärt. Und schließlich ist es auch ein Liebesroman, denn Felix J. Palma zeigt auf, dass die Liebe im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos ist, genauso wie die Fantasie der Menschen keine Grenzen kennt.

Fazit: Ein Buch, das von der ersten Seite an verzaubert und seine Leser auf eine wundervolle Reise durch die Zeit mitnimmt.

Freitag, 3. September 2010

{Leseeindruck} Die Landkarte der Zeit von Félix J. Palma

Übersetzer: ---
Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
Genre: Fantasy/Mystery Roman
ISBN: 978-3-463-40577-3
Erscheinungsdatum: 17. September 2010
Preis: 24,95 €




Eine fantastische Reise durch die Zeit

Die Leseprobe beginnt mit Seite 381 und man begleitet Tom Blunt bei einem Spaziergang über den Markt von Covent Garden. Sehr anschaulich und ausführlich beschreibt hier der Autor den Markt, sodass man ihn mit seinen Waren, Düften, Ständen und der Menschenmenge regelrecht vor Augen hat. Hier trifft Tom auf Claire, die ihn für den Zeitreisenden Derek Shakleton hält, Toms anderes Ich. Und obwohl Tom genau weiß, dass ein Zusammentreffen mit Claire für sie Beide lebensgefährlich sein kann, widersteht er ihrer Anziehungskraft nicht und verabredet sich mit ihr. Hierbei hat er nur ein Ziel vor Augen: Die Nacht mit ihr zu verbringen.

Später sinniert Tom über das Treffen mit Claire, die in ihm den tapferen Helden und Retter sieht. Ihm ist sehr bewusst, dass es für ihn und Claire keine Beziehung geben kann und doch kann er den Zeitpunkt der Verabredung kaum abwarten. Und auch hier geht der Autor sehr ausführlich auf die Gefühle seines Protagonisten ein und so geheimnisvoll Toms Leben zu sein scheint, so sympathisch wird er einem bereits nach wenigen Seiten. Bei dem späteren Treffen verstrickt sich Tom immer mehr in einem Lügengeflecht rund um die „Wissenschaft“ des Zeitreisens, nur um Claire zu beeindrucken und seinem Ziel näher zu kommen. Allerdings scheint sich Claire aber auch sehr gut mit dem Thema Zeitreisen auszukennen.

Da die Leseprobe fast in der Mitte des Buches beginnt, wird man regelrecht in die Geschichte hinein katapultiert und erhält so schwer einen Bezug zu ihr. Zu viele Fragen werden aufgeworfen, ohne beantwortet zu werden und viele Zusammenhänge sind unverständlich, da einfach das nötige Hintergrundwissen der ersten 380 Seiten fehlt. So ist die Leseprobe sehr verwirrend.

Allerdings merkt man auf den rund 30 Seiten deutlich, dass Félix J. Palma ein hervorragender Geschichtenerzähler ist. Sein Schreibstil ist flüssig, durchweg fesselnd, detailreich und lebendig. Und ihm gelingt es auch sehr gut, seine Charaktere facettenreich zu beschreiben und ihnen so schnell Konturen zu geben. Zusätzlich erhält man den Eindruck, dass es sich hierbei um eine höchst komplexe und durchaus auch spannende Geschichte handelt, die bei dem Thema „Zeitreisen“ mit Sicherheit noch mit einigen Überraschungen aufwarten kann.