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Mittwoch, 24. März 2010

{Rezension} Wenn die Dämmerung naht von Peter Robinson

Übersetzer: Andrea Fischer
Gebundene Ausgabe: 460 Seiten
ISBN: 355008658X
Genre: Englischer Krimi
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2010
Preis: 22,95 €


Mord im Labyrinth

In einem alten Stadtteil von Eastvale, der nur das Labyrinth genannt wird, wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. DCI Alan Banks übernimmt die Ermittlungen, die sich als äußerst schwierig gestalten, da absolut keine Anhaltspunkte für die Tat gefunden werden können. Zu selben Zeit ermittelt DI Annie Cabbot, momentan nach East Area abgeordnet, einen seltsamen Mordfall. An der Küste wurde die Leiche einer querschnittgelähmten Frau im Rollstuhl gefunden. Auch hier ergeben die ersten Ermittlungen keine Erfolge. Bis Annie von einem pensionierten Kollegen einen entscheidenden Tipp zu einem alten, nie geklärten Fall erhält. Und offensichtlich scheint der Fall von Alan Banks in Zusammenhang mit dem von Annie Cabbot zu stehen.

In seinem 17. Fall mit seinem Protagonisten Alan Banks lässt Peter Robinson Alan und Annie an zwei verschiedenen Fällen ermitteln. So wechselt er kapitelweise zwischen den beiden Fällen und beendet ein Kapitel meist an einer interessanten Stelle. So hält sich die Spannung während des kompletten Krimis immer auf hohem Niveau. Und sein fesselnder, ruhiger Schreibstil tut sein übriges, dass man zu jeder Zeit gerne weiterliest.

Die Story ist von Anfang an geschickt angelegt, weist öfter mal in verschiedene Richtungen und spart auch nicht mit Überraschungen. So weiß man bis kurz vor Schluss nicht, wer die einzelnen Täter sind, noch welches Motiv sie zu der Tat getrieben hat. Natürlich ist die Story auch wieder gespickt mit Songs aus der Musikwelt und man erfährt auch wieder so die eine oder andere Neuigkeit aus dem Privatleben von Annie und Alan.

Die weiteren Mitwirkenden des Krimis sind ebenfalls wieder sauber herausgearbeitet und facettenreich angelegt, sodass einige undurchschaubar bleiben, was der Spannung ebenfalls gut tut. Zusätzlich gelingt es Peter Robinson auch wieder mühelos, einem ein Bild von Eastvale und der Umgebung zu vermitteln. So ist alles in allem der Krimi wieder gewohnt atmosphärisch dicht erzählt.

Fazit: Bei seinem neuesten Roman legt Peter Robinson wieder einmal mehr Wert auf Ermittlungsarbeit anstatt auf reißerische Szenen und verknüpft geschickt auf ruhige Art mehrere Fälle zu einem spannenden, interessanten Krimi.

Donnerstag, 3. September 2009

{Rezension} Verhängnisvolles Schweigen von Peter Robinson


Verlag: Ullstein Verlag 
Übersetzer: Andree Hesse
Taschenbuchausgabe: 400 Seiten
ISBN: 3548280668
Genre: Englischer Krimi
Erscheinungsdatum: 01. August 2009
Preis: 8,95 €


Eine Mauer des Schweigens

Beim Bergwandern in den Dales findet ein Tourist in einem Wald in Swainshead eine bis zur Unkenntlichkeit verweste Leiche. Chief Inspector Alan Banks und sein Team von der Mordkommission in Eastvale nehmen die Ermittlungen auf. Doch diese gestalten sich anfangs als schwierig, da niemand in dem kleinen Dorf in Swainshead etwas mitbekommen haben will. Als dann endlich die Identität des Toten geklärt wird und es sich bei diesem um einen ehemaligen Bewohner des Dorfes handelt, müssen sich Banks und sein Team mit einer Mauer des Schweigens auseinandersetzen. Viele scheinen ein Motiv zu haben, doch kein Bewohner scheint die Ermittlungen der Polizei unterstützen zu wollen. Und was die ganze Sache noch brisanter macht ist die Tatsache, dass 5 Jahre zuvor bereits ein Privatdetektiv ermordet wurde und am selben Tag eine junge Frau aus dem Dorf verschwand. Der Mord wurde nie geklärt, ebenso wenig das Verschwinden. Gibt es hierbei Gemeinsamkeiten mit dem aktuellen Fall.

In seinem vierten Fall ermittelt Alan Banks in einem kleinen englischen Dorf und sieht sich dort einigen Schwierigkeiten gegenüber. Die Bewohner sind zwar freundlich, es ist jedoch deutlich beim Lesen zu spüren, dass hier einige Geheimnisse bewahrt werden sollen und so sind einige der Charaktere auch sehr undurchsichtig angelegt.

Das Leben und die Schwierigkeiten (Arbeitslosigkeit, Tristesse, Landwirtschaft) werden einfühlsam erzählt und auch die Schilderungen der Landschaft sind sehr anschaulich, sodass man sich rasch ein Bild der Menschen und der Gegend machen kann und auch die Perspektivlosigkeit der "kleinen Leute" zur Zeit der Thatcher-Regierung spürt. Dies hat Peter Robinson wieder gewohnt atmosphärisch sehr dicht umgesetzt.

Der Krimi beginnt ohne große Vorgeschichte sofort mit dem Mord in den Dales und den anschließenden Ermittlungen, die dieses Mal DI Banks bis nach Kanada führen, sodass sich die Spannung praktisch von Anfang an einstellt und sie sich auch kontinuierlich über das ganze Buch bis zum fulminanten Ende hin hält.

Gewohnt einfühlsam und lebendig beschreibt der Autor wieder die Charaktere des Buches, allen voran natürlich Alan Banks, wobei hier sein Privatleben eher im Hintergrund steht und der Fokus auf der Ermittlungsarbeit liegt.


Alles in allem ist Peter Robinson mit seinem 4. Fall um seinen Protagonisten Alan Banks wieder ein atmosphärisch dichter und spannender Krimi gelungen, der einen zu jeder Zeit gut unterhält.

Donnerstag, 23. Juli 2009

{Rezension} Im Sommer des Todes: Ein Alan-Banks-Roman von Peter Robinson


Verlag: Ullstein Verlag 
Übersetzer: Andrea Fischer
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN: 3550086571
Genre: Englischer Krimi
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2009
Preis: 19,90 €


DCI Banks in seinem Element - Mord in der Rockszene

1969: Am Morgen nach einem Musikfestival in Brimleigh wird beim Aufräumen die Leiche der jungen Linda gefunden. Der leitende Ermittler, DI Stanley Chadwick, steht bald vor einem großen Problem. Obwohl sich Tausende bei dem Festival befanden, scheint niemand den Mord bemerkt zu haben. Doch dann erhält er von ungeahnter Seite einen entscheidenden Hinweis. 2005: In dem kleinen Ort Fordham wird ein Toter erschlagen in einem von ihm gemieteten Cottage aufgefunden. Schnell kann DCI Alan Banks die Identität des Toten feststellen. Nick Barber war Musikjournalist und hatte sich nach Yorkshire zurückgezogen, um Recherchen für seinen neuesten Artikel über die Rockband Mad Hatters zu tätigen. Schon nach kurzer Zeit stellen Banks und seine Kollegin Annie Cabot fest, dass der Tot von Nick Barber in Zusammenhang mit einem Mord von 1969 steht und auch hier schien die Rockband schon eine Schlüsselrolle zu spielen.

Peter Robinson erzählt zwei Kriminalfälle, zeitversetzt um rund 36 Jahre und verwebt diese geschickt in seiner Geschichte. Die ständigen Wechsel zwischen 1969 und 2005 sind anfangs etwas verwirrend, da nicht immer auf diese hingewiesen wird und die Übergänge fast nahtlos sind, allerdings gewöhnt man sich schnell daran.

Gekonnt zeichnet der Autor für seine Leser die Zeit der späten 60er, des Flower-Powers, der Hippies und der Rockmusik. Und in letzterer schwelgt er auch ausgiebig. So geben sich bei den Ermittlungen Pink Floyd und Led Zeppelin die Klinke in die Hand. Und der Autor versteht es zudem geschickt, den rätselhaften Tod eines Bandmitglieds der Mad Hatters so aussehen zu lassen, dass man hierbei automatisch an das ehemalige Stones-Mitglied Brian Jones denken muss.

Auch die aktuelle Geschichte um den Mord an dem Musikjournalisten gibt dem Leser einen kleinen Einblick in das Business. Dies ist interessant und schlüssig in den Krimi eingewoben. Die Spannung baut sich fast unbemerkt auf und Peter Robinson versteht es wieder einmal gekonnt, den Leser mühelos an das Buch zu binden, wobei die Story bis zum Ende absolut nachvollziehbar bleibt. Auch in Bezug auf Motiv und Täter gelingt es ihm problemlos, alles offen zu lassen und so rätselt man mit Cabbot und Banks bis zum Schluss mit.

Das Leben von Annie Cabbot und Alan Banks wird weiter erzählt und so erfährt man u.a., wie Banks mit dem Tod seines Bruders und dem Brand seines Cottages klar kommt. Allerdings, vielleicht kommt es auch durch die ständigen Perspektivwechsel, bleiben dieses Mal die Figuren überraschend blass. Für Leser der Banks-Reihe kein Thema, da man sich bereits ein Bild von den beiden Hauptakteuren gemacht hat; Leser, die mit diesem Buch anfangen, könnten dagegen etwas enttäuscht sein.

Fazit: Mit "Im Sommer des Todes" hat Peter Robinson wieder einen soliden Krimi mit einer interessanten, spannenden Story rund um seine Protagonisten Alan Banks und Annie Cabbot abgeliefert.