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Mittwoch, 16. November 2011

{Rezension} Entscheidung einer Sommernacht von Erica Spindler



 Übersetzer: M. R. Heinze
Genre: Liebes-/Frauenroman
Taschenbuchausgabe: 304 Seiten
ISBN: 978-3899414240
Erscheinungsdatum: 01. Januar 2008
Preis: --,-- €


Eine Nacht voller Lügen 

Nach 10 Jahren kehrt Ryder Hayes in seine Heimatstadt Hazelhurst zurück, um im Auftrag seines Unternehmens als Controller eine ortsansässige Firma zu durchleuchten. Ryder hätte allen Grund dies negativ für diese Firma ausfallen zu lassen, denn als Teenager wurde ihm zu Unrecht die Schuld an einem tödlichen Unfall gegeben, was ihn letztendlich aus der Stadt getrieben hat. Das Problem ist nur, diese Firma gehört dem Vater seiner damaligen Freundin, zu der er immer noch recht innige Gefühle hat.



Ryder war bereits als Teenager in Jennifer verliebt, diese sah ihn jedoch nur als guten Freund und schwärmte heimlich für Sonny, dem Freund ihrer besten Freundin. Sonny ist jedoch auch der beste Freund von Ryder. Unterdrückte Gefühle und Lügen bestimmen das Leben der Teenager-Clique, zu der auch noch zwei weitere Freundinnen von Jennifer gehören. In der Nacht ihres Abschlussballs kommt es zu schicksalhaften Entscheidungen, welche zu einem tödlichen Unfall führen und das spätere Leben der Clique prägen werden.



Wer-  wie bisher - einen spannenden Thriller von Erica Spindler erwartet, wird enttäuscht sein, denn hierbei handelt es sich um eine reine Liebesgeschichte. Erica Spindler erzählt den Roman zumeist aus Sicht von Jennifer. Durch das plötzliche Auftauchen von Ryder in der Kleinstadt kommen bei ihr die schlimmen Ereignisse dieser Nacht wieder hoch und so erfährt man durch Jennifers Rückblenden nach und nach was damals passiert ist. Ab und an lässt die Autorin einen aber auch in die Gefühlswelt von Ryder blicken und diese ist mehr als aufgewühlt. Ohne es zu wissen hatte Jennifer ihm damals das Herz gebrochen, doch lieben tut er sie immer noch und auch ihn holen die Ereignisse von damals immer wieder ein und man erfährt hierdurch nach und nach seine Sicht der Dinge zu dem damaligen Ereignissen.



Die Geschichte wird von der Autorin gewohnt flüssig und durchaus auch fesselnd erzählt, wobei der Schreibstil stellenweise aber schon ziemlich ins Seichte abrutscht und oft ganz schön schnulzig wirkt. Das Ganze ist auch wieder ordentlich gespickt mit erotischen Szenen und das ständige Hin und Her zwischen Jennifer und Ryder, die sich natürlich erst mit der Zeit bewusst werden, welche Gefühle sie zueinander hegen, ist durchaus unterhaltsam erzählt. Allerdings überrascht die Story jetzt auch nicht unbedingt und eigentlich ist deren Ausgang einem von vornherein schon klar.



Ihre Mitwirkenden beschreibt die Autorin wieder gewohnt detailreich und durchweg sympathisch, allerdings auch in ihrem Verhalten sehr vorhersehbar, sobald man ihren Charakter einschätzen kann. Jennifer ist als einzige der Clique in Hazelhurst geblieben, arbeitet als Maklerin und ist immer noch jedermanns Liebling, kommt mit allen super aus, fühlt sich in ihrer Heimatstadt pudelwohl und verdrängt erfolgreich ihre Gefühle gegenüber Ryder. Dieser dagegen ist eher der Einzelgänger, der Rebell, der sich nicht gerne anpasst und schonungslos die Wahrheit sagt. Und natürlich äußerst gutaussehend. Entsprechend leidenschaftlich und temperamentvoll gestalten sich dann auch die Begegnungen der Beiden, die selten ohne Streit enden.



Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich die Geschichte von der Grundidee her so ähnlich schon bei Sandra Brown gelesen habe. Bei ihr heißt das Buch „Ein Hauch von Skandal“ und da ist es eine junge Frau, die als reiche Geschäftsfrau nach langer Zeit in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Auch sie wurde damals vertrieben und hat anfangs nur Rachegedanken, ähnlich wie Ryder.



Fazit: Mit Sicherheit gehört der Roman nicht zu den Besten von Erica Spindler, wenn man sich aber einfach mal nur gut unterhalten lassen möchte und dies ohne großen Tiefgang sein soll, liegt man hier genau richtig. Die perfekte Strandlektüre. 


Die Autorin:

Es war eine Sommergrippe, die Erica Spindler dazu veranlasste, ihr erste Romance zu schreiben. Eigentlich wollte sie Malerin werden. Doch als sie im Juni 1982 im Supermarkt eine Riesenpackung Tempos kaufen musste, gab ihr die Kassiererin einen Liebesroman als Werbegeschenk mit. Wieder zu Hause, fing Erica Spindler zu schmökern – und war auf Anhieb begeistert!

In den folgenden sechs Monaten las sie jede Romance, die sie in die Finger bekam. Schließlich entschloss sie sich, selbst einen Lieberoman zu schreiben, und kaum hatte sie damit begonnen, wusste sie, dass sie ihre wahre Berufung gefunden hatte.

Erica und ihr Mann, der als Werbefachmann arbeitet und den sie als witzig, gut aussehend und ein bisschen frech beschreibt, haben sich auf der Kunsthochschule kennen gelernt und sind seitdem ein Paar. Sie haben zwei Söhne – der ältere war fast zehn, als der jüngere geboren wurde.

Die Familie lebt außerhalb von New Orleans im amerikanischen Bundesstaat Louisiana. Ursprünglich stammt Erica aus Illinois. Die Art und Weise, wie sie auf New Orleans verfiel, ähnelt dem Beginn ihrer Karriere als Autorin – es war schicksalhaft. Sie und ihr Mann, damals Studenten, waren nach New Orleans gekommen, um eine ägyptische Ausstellung zu besuchen. Da die Schlange an der Kasse sehr lang war, hatten sie zwei Möglichkeiten: entweder den ganzen Tag zu warten oder auf Erkundungstour zu gehen. Sie entschlossen sich zum Sightseeing und verliebten sich Hals über Kopf in die romantische Stadt am Mississippi.

Wer Erica Spindlers Romances liest, dem entgeht nicht, dass die erfolgreiche Autorin ganz besonders von Psychologie und gesellschaftlichen Entwicklungen, der Frage nach Gut und Böse, fasziniert ist. Diese Thematik, gepaart mit einem scharfen Blick für die Rollen von Mann und Frau in einer Liebesbeziehung, machen ihre Romane zu einem überaus spannenden, sehr emotionalen Leserlebnis.




Kommentare:

  1. Danke für die Warnung, denn an einem reinen Liebesroman bin ich nicht wirklich interessiert. Schade...

    LG
    Sabine

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  2. Gerne, ich war auch ziemlich überrascht, keinen Thriller vorzufinden. Allerdings war er so schlecht jetzt auch nicht und lies sich vor allem ziemlich flott lesen.
    LG Isabel

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  3. Isabel...soll man die Bücher von Erica Spindler in einer Reihenfolge lesen oder ist jedes in sich abgeschlossen?
    Liebe Grüße
    Martina

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  4. Hallo Martina,
    die sind alle in sich abgeschlossen, sodass Du da nach Herzenslust querbeet lesen kannst.
    LG Isabel

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