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Dienstag, 28. Februar 2012

{Rezension} Die Frau in Schwarz von Susan Hill




Verlag: Knaur TB Verlag 
Taschenbuchausgabe: 202 Seiten
ISBN: 978-3-426-50220-4
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 01. März 2012
Preis: 9,99 €


Das Geheimnis der Frau in Schwarz
Um das Erbe einer Mandantin zu regeln, reist der junge Anwalt Arthur Kipps in den Norden Englands. In Crythin Grifford angekommen, ein verschlafenes Küstendorf, nimmt er tags darauf an der Beerdigung von Mrs. Dablow teil und sieht auf dem Friedhof eine in schwarz gekleidete Frau. Ihr Verhalten kommt Arthur merkwürdig vor, doch auf Nachfragen bei den Dorfbewohnern erfährt er nur beharrliches Schweigen. Obwohl ihm die Dorfbewohner davor abraten zum Haus seiner Mandantin mitten im Moor zu fahren, lässt sich Arthur hiervon nicht beirren. Doch kaum im Eel Marsh House angekommen, sieht er  nicht nur die geheimnisvolle schwarze Frau wieder, sondern er hört auch rätselhafte Stimmen. Bald ahnt er, dass in Eel Marsh House etwas Schreckliches in der Vergangenheit geschehen sein muss.

Susan Hill lässt sich trotzt der geringen Dicke des Buches relativ viel Zeit, um einen ihren Protagonisten Arthur Kipps näher vorzustellen, sowie langsam eine beklemmende, rätselhafte Stimmung aufzubauen. Ihr Roman spielt im November, vermutlich irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts und durch die Nähe der Küste herrscht somit in dem kleinen Dorf  recht häufig dichter Nebel. Das Haus von Mrs. Dablow liegt einsam und verlassen mitten in den Marschen, ist nur bei Ebbe über einen Damm erreichbar und steht auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters. Durch ihren ruhigen, einnehmenden Schreibstil gelingt es Susan Hill gut, mit der Zeit eine entsprechende beklemmende, düstere und rätselhafte Atmosphäre aufzubauen.

Allerdings wünscht man sich schon bald, dass die Autorin ihren Protagonisten Arthur Kipps etwas weniger detailliert erzählen und dieser weniger auf seine Gefühlswelt als mehr auf das Rätsel der schwarzen Frau eingehen würde. Auch wenn man doch recht bald erahnen kann, um wen es sich bei ihr handelt. Schnell ist einem als Leser ersichtlich, dass die Dorfbewohner die Identität der schwarzen Frau kennen und genau wissen, welches Schicksal sie ereilt hat. Doch diese weigern sich hartnäckig hierüber mit dem jungen Anwalt zu reden. Sie raten ihm sogar ab, alleine die Nächte in Eel Marsh House zu verbringen, akzeptieren dennoch seine Entscheidung und unterstützen ihn auf freundliche, zuvorkommende Art.

Arthur Kipps geht seinen Auftrag anfangs ziemlich unbeschwert, ja fast schon etwas jugendlich ungestüm an und so lässt er sich auch nicht von den rätselhaften Andeutungen der Dorfbewohner beirren. Pflichtbewusst und durchaus auch ziemlich mutig versucht er, seinen Auftrag zu erfüllen. Doch schon bald muss der junge Anwalt sich eingestehen, dass er an seine Grenzen stößt, er hier etwas Übersinnlichem ausgesetzt ist, dass er nicht einschätzen kann und dennoch lässt ihn das Schicksal der schwarzen Frau nicht zur Ruhe kommen.

Fazit: Leider dauert es etwas bis eine entsprechende gruselige Spannung aufkommt, dann jedoch gestaltet der Roman sich äußerst fesselnd und das viel zu schnell kommende Ende ist wirklich absolut überzeugend.

Die Autorin:
Susan Hill, geboren 1942 in Yorkshire, ist eine der bekanntesten Autorinnen Englands. Nach zahlreichen literarischen Romanen, Novellen und Jugendbüchern begeistert sie mit der Kriminalserie um Simon Serrailler derzeit eine riesige Fangemeinde. Susan Hill lebt mit ihrer Familie in einem Landhaus in Gloucestershire.

Kommentare:

  1. Wahh ich wusste gar nicht dass es dazu auch ein Buch gibt. Will schonmal unbedingt den Film sehen und das Buch muss dann wohl auch noch her halten. Bin ein großer Fan solcher Filme und Büche. Nur habe ich etwas Angst, wenn du sagst, dass das Buch erst langsam losgeht und erst später spannend wird, weil ich eigentlich immer Bücher brauche die sofort fesseln...sonst tu ich mich so schwer auch wirklich dran zu bleiben und nicht zu große Abstände zwischem dem lesen zu haben, bevor ich dann was ganz anderes anfange.

    Lg Nicole

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  2. Hi Nicole,

    ja, das Buch beginnt gemächlich, ist sowieso eher ruhig angelegt und erinnert mich an Geisterbücher von früher. Ist ja auch 1983 schon geschrieben worden.

    Den Film werde ich mir in jedem FAll ansehen, denn ich kann mir schon vorstellen, dass man das Buch sehr gruselig und spannungsintensiv umsetzen kann und im Trailer sind auch einige Szenen drin, die in dem Buch überhaupt nicht vorkommen.

    LG Isabel

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  3. Toll! Danke für die Rezi. (Das ging ja schnell!!!)
    Klingt nach einem guten Buch und ich denke, ich werde es mal lesen. Ob vor oder nach dem Film kann ich noch nicht sagen. :)

    LG
    Lilly

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    1. Na ja, das Buch ist ja recht dünn, das hat man in einem Tag locker gelesen. Das Buch ist wirklich gut und in jedem Fall empfehlenswert. Man muss halt nicht gleich die GEduld verlieren. Und wenn man eher ruhigere Romane mag, die mehr das Kopfkino anregen,sowieso. Ich hätte mir halt von Anfang an etwas mehr von dieser subtilen Spannung gewünscht,die Susan Hill dann zum Schluss so perfekt aufbaut. Da wirds echt gruselig.
      LG Isabel

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  4. Ich weiß nicht, ob ich die Geduld habe, den ruhigen Start abzuwarten. Ich mag es eigentlich, wenn die Spannung von Beginn an erzeugt wird. Aber den Film schaue ich mir auf jeden Fall an. Schöne Rezension.

    Liebe Grüße, Diti

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