Leseempfehlungen

Donnerstag, 26. April 2012

{Rezension} Tod im Eichsfeld von Astrid Seehaus





Verlag: Sutton-Verlag 
Taschenbuchausgabe: 192 Seiten
ISBN: 978-3-86680-992-5 
Genre: Deutscher Krimi
Erscheinungsdatum: 28. März 2012
Preis: 12,00 €




Verhängnisvolles Treffen in der Scheune

Auf eigenen Wunsch wird Kriminalkommissar Frank Rothe von Erfurt in das beschauliche Heiligenstadt versetzt. Doch die Ruhe hält nicht lange an als nach einem heftigen Sommergewitter der reiche Großbauer Georg Stahlmann tot in seiner Scheune gefunden wird. Verdächtige gibt es viele, denn Stahlmann, der 1991 in das ehemalige Grenzdorf zurückkehrte, hatte sich in den Jahren einige Feinde gemacht. Frank Rothe als leitender Ermittler stößt bei seinen Nachforschungen nicht nur oftmals auf eine Mauer des Schweigens, sondern muss auch schon bald feststellen, dass sich hinter der friedlichen Fassade des Dorfes einige Abgründe auftun.

Mit viel Lokalkolorit, stellenweise mit feinsinnigem Humor versehen, zudem immer fesselnd und äußert unterhaltsam erzählt Astrid Seehaus ihren Krimi, der meiner Meinung nach zu Recht mit dem Thüringer Krimipreis 2012 ausgezeichnet wurde.

Zwar stehen im Fokus klar Frank Rothe mit seiner körperbehinderten 16-jährigen Tochter Jessi, doch die Autorin wechselt häufig die Erzählperspektiven, sodass man in einem Kapitel durchaus die Story aus Sicht mehrerer Beteiligter erzählt bekommt. Dadurch erhält man nach und nach sehr gut ein Gefühl für das Dorfleben wie auch für die unterschiedlichen Bewohner und stellt schon bald fest, dass das Leben in dem kleinen Dorf durchaus nicht so idyllisch ist wie es auf den ersten Blick scheint, sondern geprägt ist von Intrigen, Neid, Hass und Habsucht.

Da ihr Hauptaugenmerk aber beim Kommissar liegt, ist man nicht nur hautnah bei den schwierigen Ermittlungen dabei, sondern erfährt zwischendurch auch immer mehr von Frank Rothes Privatleben. Hier ist der Autorin die Mischung perfekt gelungen und so nimmt der private Teil zwar immer ein wenig die Spannung heraus, ist aber jederzeit äußerst unterhaltsam erzählt und das liebevolle, aber dennoch nicht so einfache Zusammenleben zwischen Vater und Tochter kurzweilig beschrieben.

Die Krimihandlung entwickelt sich von Anfang an vielschichtig, fast jeder im Dorf scheint ein Motiv für den Mord an Georg Stahlmann zu haben, doch wer letztendlich der Mörder ist und welches Motiv dieser für den Mord hatte, erfährt man erst ganz zum Schluss. Und die Auflösung ist schlüssig umgesetzt.

Auch die Charaktere überzeugen in ihrer realistischen Darstellung durchweg, nehmen schnell Konturen an, haben Ecken und Kanten und wirken stellenweise auch ziemlich rätselhaft in ihrem Verhalten. Was einem als Leser die Tätersuche nicht einfach macht und somit Rätselraten bis zum Schluss garantiert ist.

Fazit: Ein unterhaltsamer und gleichzeitig spannend erzählter Krimi mit einer realistischen und mit viel Lokalkolorit versehenen Story, die bis zum Schluss fesselt und mit authentisch beschriebenen Charakteren überzeugt. 

Die Autorin:
Astrid Seehaus schreibt seit über zehn Jahren Kinder- und Jugendbücher, die sie seit 2003 erfolgreich in ihrem eigenen Verlag Undine veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie im Eichsfeld. »Tod im Eichsfeld« ist ihr erster Kriminalroman.

Kommentare:

  1. Danke :-) Darauf hatte ich ja gewartet..L.G. Annette

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  2. Was soll ich sagen? Ich seh es genauso, wie Du es geschrieben hast. *lach*
    L.G.
    Sabine

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