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Freitag, 27. April 2012

{Rezension} Das Amulett der Wölfin von Marion Henneberg





Verlag: Ullstein Verlag 
Taschenbuchausgabe: 592 Seiten
ISBN: 978-3548282619
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 15. April 2011
Preis: 8,99 €




Von Welfen und Staufer

Durch Zufall erfährt die 16-jährige Grafentochter Adolana von Wohldenberg von einem Mordanschlag, der das Machtgefüge im Herzogtum Sachsen empfindlich verändern würde. Doch ihre Warnung kommt zu spät und der Mord kann nicht mehr verhindert werden. Von nun an muss Adolana jedoch um ihr Leben fürchten und über Beziehungen gelangt sie an den Hof von Kaiserin Richenzas Tochter, Herzogin Gertrud. Als deren Hofdame hofft sie dort, sich vor ihren Verfolgern verstecken zu können und gerät doch schon bald in das politische Ränkespiel zwischen Welfen und Staufer.

Marion Henneberg lässt ihren Roman zwischen den Jahren 1134 und 1140 spielen und vermischt gekonnt historische Fakten mit fiktiven Geschehnissen und Personen. Adolana ist eine junge Adlige, die frei von Zwängen bei ihrem verwitweten Onkel auf dessen Burg lebt. Bernhard von Wohldenberg lässt ihr sehr viel Freiraum und Adolana wächst so zu einer selbständigen, gebildeten, mitfühlenden jungen Frau auf. Doch mit dem beschaulichen Leben ist es vorbei, als Adolana heimlich das Gespräch über den Mordanschlag belauscht und nur mit knapper Not fliehen kann.

Gebannt verfolgt man über rund 590 Seiten das abenteuerliche Leben von Adolana, die mit viel Mut und Intelligenz versucht, nicht zwischen die Fronten des Welfen Kaiser Lothar III.  und dem Staufer Konrad, Herzog der Franken, zu geraten. Zum anderen nimmt man aber auch am Leben von Ritter Berengar von Wolfenfels teil, der schon früh in Adolanas Leben tritt und sie über die Jahre hinweg nicht vergessen wird. Aber neben Berengar gibt es auch noch Waldemar von Winzenberg. Ihm war Adolana einst versprochen und während der Jahre werden ihre Wege sich ebenfalls immer wieder kreuzen. So kommt bei dem historischen Roman zwar auch die Liebe nicht zu kurz, dennoch legt Marion Henneberg hierauf eindeutig nicht den Schwerpunkt ihrer Geschichte.

In einem sehr einnehmenden, fesselnden und bildhaften Sprachstil, der jederzeit der damaligen Zeit angepasst ist, erzählt Marion Henneberg sehr abwechslungsreich das interessante und gefahrvolle Leben von Adolana. Immer wieder nimmt die Geschichte neue und auch überraschende Wendungen an und bleibt bis zum Ende nur in Teilen vorhersehbar. Auch stellt man schon sehr früh fest, dass die Autorin sich intensiv mit der Geschichte des römisch-deutschen Reiches im 12. Jahrhundert beschäftigt hat und dieses Wissen vermittelt Marion Henneberg ihren Lesern sehr anschaulich und äußerst unterhaltsam.

Ihre Charaktere nehmen fast augenblicklich Konturen an und so kann man die nicht gerade wenigen Beteiligten schon bald mühelos auseinanderhalten. Überzeugend ist vor allem die Figur von Adolana gezeichnet. Die junge Frau ist ein sehr gradliniger, verantwortungsbewusster, aber auch rebellischer, eigensinniger Charakter. Aldona setzt sich für Andere ein, ist nicht auf ihren Vorteil bedacht und steht zu ihren Überzeugungen. Dennoch ist sie bei weitem nicht perfekt, hat Ecken und Kanten, macht Fehler und trifft schon mal eine falsche Entscheidung. Dabei bleibt sie sich jedoch immer treu und wirkt dadurch authentisch.  

Fazit: Ein bildgewaltiger, praller Roman, der hervorragend recherchiert ist, einem die politischen Ränkespiele des 12. Jahrhunderts anschaulich und sehr unterhaltsam vermittelt und mit klar herausgearbeiteten, überzeugenden Charakteren aufwarten kann.

Die Autorin:
Marion Henneberg wurde 1966 in Goslar geboren. Nach einem betriebswirtschaftlichen Studium in Stuttgart ist sie seit mehreren Jahren u. a. in der Erwachsenenbildung tätig. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Marbach am Neckar.  

Kommentare:

  1. Ich lese ja selten historische Romane, das weißt du ja Isabel. Aber wenn du solch wunderbare Eindrücke auf dich wirken lassen konntest und uns diese so lebendig mitteilst, dann bleibt mir nur zu sagen: "Warum? Waruuuuuuuuuum?" Hörst du meinen Schrei? Hör mal, ich muss sparen! :)

    Ich wünsche dir ein zauberhaftes Wochenende!

    Liebe Grüße,
    Tanja

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  2. Herzlichen Dank für diese wunderbare Rezi, liebe Isabel! Sie hat mir das sonnige WE noch mehr verschönt! LG Marion Henneberg

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    1. gerne geschehen, Marion. Dein Buch war ja auch wirklich klase gewesen.
      LG Isabel

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  3. Wirklich ein sehr schöne Rezi, und ich kann dir in allen Punkten absolut zustimmen!
    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Lieben Dank Susanne, ja das Buch war wirklich klasse
      LG Isabel

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