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Sonntag, 8. Januar 2012

{Rezension} Hapu - Teufel im Leib von Michael Zandt



Verlag: Candela Verlag 
Taschenbuchausgabe: 270 Seiten
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3942635196
Erscheinungsdatum: 28. November 2011
Preis: 11,90 €


Den Teufel im Leib

Die Asartu wurden vor vielen Jahrhunderten von Luzifer persönlich auf die Erde geschickt, um diese zu erobern. Doch das ging schief, heute sind sie eine Minderheit und leben unter uns Menschen. Auch die junge Hapu ist eine Asartu, sie liebt ihr Motorrad, hat einen Schwanz, ist Fan der Stuttgarter Kickers und einer Schlägerei geht sie in der Regel nicht aus dem Weg. Ja, und gelegentlich hat sie auch Appetit auf Menschenfleisch. Eines Tages steht die Wahl einer neuen Anführerin der Asartu an und Hapu erhält hierzu eine Einladung. Also reist sie auf den Brocken, um an der Wahl teilzunehmen. Doch die Reise verändert ihr Leben nachhaltig und führt sie bald weit weg von Deutschland auf eine geheimnisvolle Insel.

Anfangs hatte ich etwas Probleme mit dem Charakter von Hapu. Mit ihrem zornigen und so gewaltbereiten Verhalten sorgt sie nicht gerade dafür, dass sie einem schnell sympathisch wird. Allerdings merkt man doch schon bald, dass hinter der harten Fassade doch ein recht weicher Kern steckt. Selbstlos setzt sich Hapu beispielsweise für Andere ein, die ihr etwas bedeuten und hilft ihnen ohne groß darüber nachzudenken. Und je mehr man von den gefahrvollen Erlebnissen von Hapu liest umso sympathischer wird einem die rebellische junge Asartu.

Da Hapu selbst ihre Geschichte erzählt, ist auch der Schreibstil stellenweise sehr direkt, durchweg erfrischend, bringt einem zum Schmunzeln, ist manchmal ein wenig zynisch und auch mal ziemlich schroff.  Anfangs wirkte die Erzählweise für mich noch etwas gehetzt, doch je mehr man von der Geschichte liest, umso fesselnder wird sie und dem Autor gelingt es schon bald mühelos, einen in seinen Roman eintauchen zu lassen. Denn das Buch entwickelt sich mit der Zeit zu einem richtig tollen Fantasyroman voller Mythologie, Rätsel und Gefahren, dem die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken nicht gerecht wird.

Sehr gut hat mir die Einbindung der Asartu in unsere Welt gefallen, was die Geschichte sehr realistisch und jederzeit nachvollziehbar wirken lässt.  Ganz selbstverständlich leben diese unter uns Menschen, aber wie bei allen Minderheiten müssen auch die Asartu Feindseligkeiten und Ausgrenzung hinnehmen, was auch Hapu öfter zu spüren bekommt.

Mit der Zeit erfährt man immer mehr über das Leben der Asartu und so erhält auch der Prolog, der so gar nichts mit der Geschichte zu tun zu haben scheint, immer mehr einen Sinn. Die Geschichte ist durchweg unterhaltsam, wird bald auch ziemlich mythisch und ist durchweg spannend erzählt. Überzeugend ist auch der Charakter von Hapu angelegt, die sich im Verlauf des Romans weiter entwickelt und so auch in ihrer Handlungsweise öfter zu überraschen weiß. Und auch die weiteren Mitwirkenden sind detailreich beschrieben.

Fazit: Ein gelungenes Debüt, das durch seine mythische, spannende und fesselnde Geschichte und einer überaus interessanten Protagonistin überzeugt.

Der Autor:
Der Autor von "Hapu", Michael Zandt wurde 2011 in der Kategorie "Beste deutschsprachige Kurzgeschichte" für den Deutschen Phantastik-Preis nominiert. "Hapu - Teufel im Leib" ist sein Debüt-Roman.



Kommentare:

  1. Das klingt ja echt gut! Manchmal ist man echt überrascht, welche Schätze sich bei so kleinen Verlagen verstecken. Und es ist immer recht schade, dass diese dann nicht entdeckt werden.
    Aber hier hast du ja Abhilfe geleistet:))

    LG Esther

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  2. Danke für die Rezi, dann freue ich mich schon richtig auf das Buch. Ich habe bereits eine kurze Leseprobe gelesen und fand sie sehr ansprechend.

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  3. @Esther: Ja, das ist mir in letzter Zeit schon öfter mal passiert. Auch der Roman von Lara Connelly ist so ein Schätzchen und hätte die Autorin mich nicht angeschrieben, wäre ich nie auf das Buch aufmerksam geworden.

    @Friederike: Ja, es ist wirklich klasse. Wünsche Dir viel Spaß beim Lesen.

    LG Isabel

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