Leseempfehlungen

Donnerstag, 10. März 2011

{Rezension} Die Ludwig Verschwörung von Oliver Pötzsch

Verlag: Ullstein Verlag 
Taschenbuchausgabe: 571 Seiten
Genre: Mystery-Thriller
ISBN: 3548282903
Erscheinungsdatum: 01. März 2011
Preis: 9,95 €


Die Linie des Königs steht auf dem Spiel

In München wird der Geschichtsprofessor Liebermann brutal von zwei Männern zusammengeschlagen. Der dritte im Bunde ist der König, der unbedingt erfahren möchte, wo sich das geheime Buch befindet, dessen Geheimnis über hundert Jahre gewahrt geblieben war. Doch Prof. Liebermann weigert sich zu reden und wird ermordet. Allerdings war er kurz vor seiner Ermordung bei dem Antiquar Steven Lucas und dieser findet durch Zufall ein seltsames Kästchen, in dem ein Tagebuch, Bilder und eine Haarlocke liegen. Schon kurz darauf erhält er Besuch von der Kunsthistorikerin Sara Lengfeldt. Bevor diese ihm jedoch den Grund ihres Besuches mitteilen kann, müssen Beide vor zwei ziemlich gewalttätigen Schergen flüchten. Schnell stellen sie fest, dass das Tagebuch von Ludwig II. von Bayern handelt und offenbar ein Geheimnis verbirgt, doch leider ist es verschlüsselt. Sara und Steven versuchen, hinter dieses Geheimnis zu kommen und geraten hierbei mehr als einmal in Lebensgefahr. Denn offensichtlich will jemand unbedingt verhindern, dass die Wahrheit über die letzten Tage im Leben des Märchenkönigs ans Licht kommt.

Für Sara und Steven beginnt mithilfe des Tagesbuches, dessen Geheimschrift Steven nach und nach entschlüsseln kann, eine regelrechte Schnitzeljagd, die sie zu den drei Schlössern des Märchenkönigs führen. Immer verfolgt von recht seltsamen Gestalten, die unbedingt das Tagebuch haben wollen und hierbei ihren Tod billigend in Kauf nehmen. Auf ihrer Suche wenden sie sich auch an den Ludwig-Experten „Onkel Lu“, der ihnen tatkräftig mit seinem schier unerschöpflichen Wissenstand zur Seite steht. Und so tauchen die Beiden nach und nach immer mehr in die Welt des Märchenkönigs ein, erfahren von den Guglmännern (ein bayrischer Geheimbund), den vielen Legenden und Mythen, die den bis heute rätselhaften Tod von Ludwig umgeben. Und sind erstaunt, dass es immer noch Getreue gibt, die hinter „ihrem König“ stehen.

Äußerst geschickt vermischt Oliver Pötzsch in seinem Buch Fiktion und Wahrheit zu einem äußerst temporeichen Thriller. So erhält man auf äußerst unterhaltsame Art einen Einblick in die letzten Wochen des Lebens von Ludwig II. Zusätzlich kann man im Anhang viele belegte Informationen nachlesen, die einem die politischen Ränkespiele wie auch das Leben von Ludwig II. noch verständlicher machen. Und manchmal ist man auch überrascht, wenn man im Thriller eine Szene liest, die man für Fiktion hält und sich im Anhang dann vom Gegenteil überzeugen lassen muss. Dies alles ist nie langatmig beschrieben, die Informationen nie überladen und der lockere, flüssige und rasante Schreibstil von Oliver Pötzsch sorgen dafür, dass man sich bis zum Schluss wunderbar unterhalten fühlt.

Die Story ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Einmal ist man bei der Suche nach den Hintergründen von Ludwigs Tod und somit mit Sarah und Steven unterwegs. Ihre Suche führt sie von Schloss Linderhof über Herrenchiemsee nach Schloss Neuschwanstein. Während es Steven nach und nach gelingt, das Tagebuch zu dechiffrieren und so neuen Hinweisen zu folgen, lernt man die passende Geschichte dazu auch zwischendurch kennen. Und somit reist man mit Steven zurück ins 19. Jahrhundert, zu den letzten Wochen des Märchenkönigs. Diese Zeitreise wird einem aus Sicht von Theodor Marot in der Ich-Form erzählt, einem der wenigen engen Vertrauten, die Ludwig II. noch geblieben waren. Die Wechsel zwischen den Jahrhunderten sind gut gesetzt und Oliver Pötzsch wechselt auch nie zu oft zwischen den Zeiten, sondern lässt einem immer genug Zeit, sich wieder in die Handlung hineinzufinden.

Seine Charaktere sind gut herausgearbeitet, wobei nur die Figur von Steven durchschaubar bleibt. Alle anderen Charaktere, angefangen von Sarah über Onkel Lu sind zwar sympathisch, aber doch ein wenig mysteriös angelegt, sodass man sich eigentlich bis zum Schluss nicht sicher sein kann, welche Absichten hinter ihrem Handeln stehen. Ganz besonders bizarr ist die Figur angelegt, die sich für den wiedergeborenen König Ludwig II. hält und somit auch stellenweise ein ziemlich irres Verhalten an den Tag legt. Und auch bei allen weiteren Mitwirkenden, denn offensichtlich scheinen mehrere Gruppierungen hinter dem Tagebuch her zu sein, sind ihre Absichten bis zum Schluss schwer durchschaubar. Auch ist einem eigentlich lange Zeit nie ganz klar, welche Personen nun zu welcher Gruppierung gehören, was das Ganze noch rätselhafter erscheinen lässt.

Die beiden Protagonisten Sarah und Steven passen prima zusammen, nämlich überhaupt nicht und dies macht gerade den Reiz zwischen den Beiden aus. Sara ist eine freche, clevere, wirklich mit allen Wassern gewaschene junge Frau, die auch noch in den ausweglosesten Situationen einen kühlen Kopf behält. So ganz anders ist dagegen Steven. Dieser ist eindeutig im falschen Jahrhundert geboren, zieht Büchern Menschen vor, ist etwas eigenbrötlerisch und lebt eher zurückgezogen. Aber bekanntlich ziehen sich Gegensätze ja an.

Die Auflösung des Todes von Ludwig II. finde ich vom Autor sehr gelungen, sie fügt sich logisch in die Geschichte ein und es ist durchaus möglich, dass sie sich auch genauso oder zumindest sehr ähnlich abgespielt haben könnte. Dies werden wir jedoch wohl nie erfahren. Der Schluss der Story in der Gegenwart ist zwar auch schlüssig umgesetzt, allerdings ist da dann doch meiner Meinung nach die Fantasie des Autors ein wenig mit ihm durchgegangen. Allerdings ist es aber auch die Geschichte des Märchenkönigs, die er hier erzählt, also warum auch nicht das Ende ein wenig märchenhaft gestalten.

Kommentare:

  1. Hm...hab bis jetzt nur gute Rezis über das Buch gelesen..da fürcht ich wird mein Geldbeutel wieder schneller leer als gewünscht! ;) Auf jeden Fall kommt das Buch jetzt mal auf meine Wunschliste.
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. oh glaub mir, dass Geld dafür ist wirklich gut angelegt ... ich habe das Buch regelrecht verschlungen.
    Liebe Grüße
    Isabel

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  3. Hallo!
    Das hört sich ganz nach einem Wunschlisten-Buch für mich an. ;)

    Ich hab dir bzw. deinem Blog einen Award verliehen - vielleicht magst du ihn ja weitergeben.
    http://buechersuechtig-sabine.blogspot.com/2011/03/blog-award.html

    Liebe Grüße, Sabine

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