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Dienstag, 10. September 2013

{Rezension} Der Wald ist schweigen von Gisa Klönne

Cover & Verlag: Ullstein
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Genre: Deutscher Krimi / Band 1
ISBN: 978-3-550-08633-5
Erscheinungsdatum: 2005
Preis: --,-- €




Der Wald hat Augen

In einem entlegenen Tal im Bergischen Land findet die Försterin Diane Westermann eine nackte Männerleiche auf einem Hochsitz. Hauptkommissarin Judith Krieger wird zusammen mit ihrem neuen Kollegen mit dem Fall betraut. Während ihr Kollege den Täter im Umkreis des Opfers vermutet, glaubt die Hauptkommissarin den Mörder im nahegelegenen Aschram zu finden. Doch Judith, die immer noch nicht den Tod ihres ehemaligen Kollegen verarbeitet hat, macht einen Fehler und wird beurlaubt. Aber gerade diese Beurlaubung motiviert Judith und sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.



Legendär waren die Erfolge der Hauptkommissarin Judith Krieger von der Kölner Mordkommission. Als jedoch ihr bester Freund und Kollege Patrick im Dienst stirbt, ist Judith nur noch ein Schatten ihrer selbst. Sie trinkt, raucht Kette, ist depressiv, gibt sich die Schuld an seinem Tod und ist eher ziemlich unmotiviert bei der Arbeit. Und auch ihr Privatleben liefert keine positiven Momente. So dauert es auch nicht lange bis ihr ein Fehler beim neuesten Fall unterläuft und sie von ihrem Chef beurlaubt wird. Währenddessen ermittelt ihr unerfahrener Kollege Manni Korzilius auf Hochtouren und kann schon bald erste Ermittlungserfolge vorweisen.

Eine Kommissarin mit Ecken und Kanten und voller Probleme behaftet. Solche Kommissare trifft man öfter bei Krimis an, doch Gisa Klönne gelingt es gekonnt, hierbei in keine Klischee zu verfallen und die Gefühlswelt von Judith überzeugend und vor allem sehr verständlich ihren Lesern näher zu bringen. Und auch die Stimmung des Buches lässt sich hiervon wenig beeinflussen, wirkt selten düster oder gar bedrückend, auch wenn der Krimi im November spielt. Durch die authentische und lebendige Darstellung ihrer Protagonistin erhält man sehr schnell einen Bezug zur sturen, dickköpfigen Einzelgängerin Judith, deren vielgelobtes Ermittlungsgeschick schon bald wieder aufblitzt.

Und dies ist auch mehr als nötig, denn der Fall entwickelt sich äußerst komplex. Während Manni den klassischen Verdächtigen in solch einem Mordfall vorzuweisen glaubt, vermutet Judith den Mörder im nahegelegenen Aschram, auch wenn kaum Spuren zu der spirituellen Yoga-Gruppe führen.

Zumeist ist man bei den Ermittlungen von Judith Krieger dabei, wie auch ein wenig bei ihrem Privatleben. Regelmäßig wechselt die Autorin jedoch die Handlungsstränge und man lernt im Verlauf weitere Mitwirkende kennen, allen voran die junge Försterin Diana Westermann, welche die Leiche gefunden hat. Und auch einen Einblick in den Aschram und seinen Bewohnern erhält man mit der Zeit. Und nicht nur Diana Westermann verbirgt etwas vor der Polizei und somit auch vor dem Leser, auch der eine oder andere des Aschrams scheint mehr zu wissen, als er preisgeben will. Somit helfen diese wechselnden Erzählstränge einem als Leser nicht wirklich weiter in Bezug auf den Mörder oder gar auf dessen Motiv.

Hierdurch bleibt der Krimi bis fast zum Schluss äußerst rätselhaft, wird von Gisa Klönne packend, einfühlsam, atmosphärisch dicht und sehr spannend erzählt und auch alle Figuren sind lebendig und facettenreich gezeichnet.

Fazit: Ein perfekter Krimi: Spannend und zügig erzählte Story mit detailreich beschriebenen Charakteren und einer vielschichtigen Story.


Die Autorin:
Gisa Klönne, 1964 geboren, studierte Anglistik und war Journalistin. Ihre von Lesern und Presse gleichermaßen gefeierte Erfolgsserie um Kommissarin Krieger wurde in mehrere Sprachen übersetzt. 2009 erhielt Gisa Klönne den Friedrich-Glauser-Preis.

Kommentare:

  1. Hallo Isabel,

    ich liebe diese Krimi-Serie und habe alle (bisher erschienen) Bände rund um Judith Krieger gelesen.

    Liebe Grüße von
    Sabine

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  2. Hallo Sabine,

    ja, der Krimi war echt klasse und Band 2 wartet schon auf meinem SuB.

    LG Isabel

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    1. Dann wünsche ich dir schon mal spannende Lesestunden mit dem Nachfolger.

      LG
      Sabine

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    2. Lieben Dank, den habe ich bestimmt
      LG Isabel

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