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Sonntag, 14. April 2013

{Rezension} Tödlicher Absturz - Ein neuer Fall für Julia Durant von Andreas Franz / Daniel Holbe

Cover & Verlag: Knaur TB
Taschenbuchausgabe: 480 Seiten
Genre: Deutscher Krimi / Frankfurt
ISBN: 978-3-426-51237-1
Erscheinungsdatum: 01. März 2013
Preis: 9,99 €



Mord in der Silvesternacht

Ein Mann nimmt in einer kalten Winternacht Abschied von „seiner“ Stadt, stellt sich auf einer der vielen Frankfurter Mainbrücken und lässt los. In der Silvesternacht wird eine junge Frau ermordet und in einem Container in der Nähe des Bankenviertels abgelegt. Die Spuren führen in die Chefetage eines angesehenen Unternehmens. Kurz darauf begeht eine erfolgreiche Geschäftsfrau scheinbar Selbstmord.



Viele lose Fäden sind es, die Daniel Holbe einem in „Tödlicher Absturz“ präsentiert. Und Julia Durant und ihr Team haben alle Hände voll zu tun, diese zu verbinden. Im Vordergrund steht erst einmal der Mord an der jungen Lara Emmels. Scheinbar war sie als Prostituierte tätig, doch aus welchem Grund wurde die 23-jährige grausam misshandelt und ermordet. Schnell ist ihr letzter Kontakt ermittelt, ein äußerst erfolgreicher, aalglatter Geschäftsmann, der sich hinter seinem Anwalt verschanzt. Doch die Indizien sprechen durchaus für ihn als Täter.

Abgelenkt von dem Fall werden Julia und Frank jedoch schnell durch den Selbstmord einer ebenfalls erfolgreichen Geschäftsfrau. Auch wenn alle Spuren auf Suizid hindeuten, ermittelt die Frankfurter Kripo dennoch, denn in der nahen Vergangenheit gab es zwei Anzeigen wegen familiärer Gewalt. Bei beiden Fällen müssen Julia und ihr Team äußerst umsichtig agieren, da die Familien zur Welt der Hochfinanz zählen. Der Druck auf Julias Chef Berger ist entsprechend hoch und auch die Presse hat verständlicherweise großes Interesse an den beiden Todesfällen. Und es soll nicht bei diesen beiden Toten bleiben. Allerdings gestalten sich die Ermittlungen äußerst zäh, das gesamte Team tritt regelrecht auf der Stelle, da sich einfach keine beweiskräftigen Spuren ermitteln lassen, noch ein rechtes Motiv zu finden ist.

Die Krimihandlung entwickelt sich zumeist spannend, interessant und  durchweg fesselnd, im Mittelteil tritt sie jedoch ein wenig auf der Stelle, analog den Ermittlungen, wodurch der Krimi allerdings nicht langatmig wird. Manchmal konnte ich allerdings nicht so ganz nachvollziehen, warum einem Hinweis nicht genauer nachgegangen wurde und man erst viel später wieder darauf zurückkam. So gestaltet sich der Krimi zwar durchaus komplex, war für mich jedoch nicht immer schlüssig.

Auch die Darstellung der Reichen & Mächtigen der Stadt, die sich scheinbar unbehelligt alles erlauben dürfen und selbstgefällig auf die ärmere Bevölkerung hinabschauen war mir manchmal etwas eindimensional dargestellt.

Hauptsächlich begleitet man die Ermittlungen der Frankfurter Kripo, doch ab und an wechselt Daniel Holbe zu einem weiteren Handlungsstrang, in dem man einen undurchsichtigen Einzelgänger kennenlernt, der ganz offensichtlich mit Interesse das Leben der beiden betroffenen Familien Löbler und von Eisner verfolgt. Seine Beweggründe verschleiert der Autor einem zwar ziemlich lange, dennoch hat man diese ziemlich schnell entschlüsselt und somit auch sein Motiv. Dieses Wissen nimmt zwar nicht die Spannung aus dem Krimi, aber mit unvorhersehbaren Wendungen kann dieser dann nicht mehr überraschen.

Julia Durant ist eigentlich eine sehr sympathische Mittvierzigerin, die loyal hinter ihrem Team steht und ein freundschaftliches Verhältnis zu allen pflegt. Doch je länger die Ermittlungen andauern, umso launischer wird die Kommissarin. Stellenweise beschreibt Daniel Holbe sie schon ziemlich zickig und aufbrausend und ich habe Frank Hellmers Geduld mit Julia zwischendurch wirklich bewundert.

Fazit: Ein durchaus fesselnder, allerdings auch etwas vorhersehbarer Frankfurt-Krimi mit kleinen Längen und Schwächen zwischendurch, der jedoch bis zum Schluss spannend erzählt wird. 
 
Die Autoren (Quelle: Verlagsseite): 
Andreas Franz’ große Leidenschaft war von jeher das Schreiben. Bereits mit seinem ersten Erfolgsroman "Jung, blond, tot" gelang es ihm, unzählige Krimileser in seinen Bann zu ziehen. Seitdem folgte Bestseller auf Bestseller, die ihn zu Deutschlands erfolgreichstem Krimiautor machten. Seinen ausgezeichneten Kontakten zu Polizei und anderen Dienststellen ist die große Authentizität seiner Kriminalromane zu verdanken. Andreas Franz starb im März 2011. Er war verheiratet und Vater von fünf Kindern. 

Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie in der Wetterau unweit von Frankfurt. Insbesondere Krimis rund um Frankfurt und Hessen faszinieren den lesebegeisterten Daniel Holbe schon seit geraumer Zeit. So wurde er Andreas-Franz-Fan – und schließlich selbst Autor. Als er einen Krimi bei Droemer-Knaur anbot, war Daniel Holbe überrascht von der Reaktion des Verlags: Ob er sich auch vorstellen könne, ein Projekt von Andreas Franz zu übernehmen?



Kommentare:

  1. Hallo Isabel,

    ich bin ganz deiner Meinung. Mir war Julia Durant auch viel zu zickig und Frank kam mir etwas blass vor.

    Man merkt, dass es kein "echter" Franz-Krimi ist. Eine Chance bekommt diese Reihe noch, im 14. Band ermittelt sie ja wieder gemeinsam mit Peter Brandt.

    Liebe Grüße
    Sabine

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  2. Hey,

    ich finde es auch das es deutlich zu merken ist, dass der Autor nicht mehr Franz selber ist.

    Ich persöhnlich finde es schade, dass der Verlag die Reihe unbedingt unter dem Namen: Andreas Franz weiterlaufen lassen will.
    Für mich klingt das sehr nach Profit-Wille.

    Ich finde es auch ein sehr hartes los, für Daniel Halbe als neuen Autor immer unter dem Namen des großen "Meisters" stehe zu müssen.
    Er schreibt ja schon ganz gut.
    Ich finde man sollte ihm die Chance geben unter seinem Namen zu veröffentlichen, mit eigenen Figuren, die alle von ihm erdacht sind.

    Viele Grüße
    Herr Kultur

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