Leseempfehlungen

Freitag, 29. April 2011

{Rezension} Ausersehen - Tales of Partholon I von P.C. Cast

Verlag: mira Taschenbuch Verlag 
Übersetzer: Ivonne Senn
Taschenbuchausgabe: 528 Seiten
Genre: Fantasy
ISBN: 9783899418552
Erscheinungsdatum: 11. April 2011
Preis: € 9,95


Wie zum Teufel würde John Wayne die Situation handhaben?

Auf der Rückfahrt von einer Auktion gerät die Englischlehrerin Shannon Parker irgendwo im Nirgendwo von Oklahoma in ein Unwetter, verunglückt mit ihrem Auto und wird ohnmächtig. Mit mächtigen Kopfschmerzen wacht sie wenig später wieder auf und ist der festen Überzeugung, tot zu sein. Obwohl, dass nymphenhafte Krankenschwestern und  ihre beste Freundin Suzanne sie mit Mylady anreden hat auch was für sich. Doch noch ehe Shannon richtig begriffen hat, dass sie lebt und nicht mehr in ihrer Welt ist, wird sie auch schon per Handfeste dem Schamanen ClanFintan versprochen. Doch Shannon versucht, das Beste daraus zu machen, akzeptiert mehr oder weniger, dass sie irgendwie in eine andere Welt katapultiert wurde, in der sie als Hohepriesterin Rhiannon wie eine Göttin verehrt wird. Doch wie aus dem Nichts wird Shannon von Visionen heimgesucht. Schreckliche Kreaturen bedrohen das friedliche Leben von Partholon und schon bald steckt Shannon mitten in einem lebensgefährlichen Abenteuer.

Es ist einfach köstlich zu verfolgen, wie Shannon auf die Welt von Partholon reagiert, wobei dies besonders gut vermittelt wird, da die Autorin Shannon ihre Geschichte selbst erzählen lässt. Shannon hat einen herrlich trockenen Humor, der ständig aufblitzt. Fast jede Situation wird von ihr gedanklich kommentiert und gerade diese sind so treffend, so aus dem Leben gegriffen und so herrlich witzig, dass ich des Öfteren schallend lachen musste. Zudem ist sie eine selbstbewusste, dickköpfige, humorvolle 35-jährige Frau, die Camping wie die Pest hasst und ein absoluter Morgenmuffel ist. Mir ist Shannon sofort ans Herz gewachsen, weil sie einfach so herrlich normal ist, ihre Macken und Schwächen mit einem wunderbar sarkastischen Humor trägt und sich selbst auch nicht so wichtig nimmt.

Partholon ist so ganz anders als unsere Welt. Irgendwie hat es ein wenig von Schottland und dem ländlichen England, wirkt sehr mystisch und verwunschen. Das Einleben in Partholon wird Shannon dadurch erleichtert, da viele Bewohner eine große Ähnlichkeit mit ihren Freunden oder Schülern in unserer Welt haben. So sieht ihre Dienerin Alanna genauso aus wie ihre beste Freundin Suzanne und viele der jungen Mädchen erinnern sie an ihre Schülerinnen. Dadurch fasst sie auch sofort Vertrauen zu Alanna und schon bald hat sie mit ihr eine tatkräftige Helferin und treue Freundin gefunden.

Tja, und dann ClanFintan! Anfangs ist Shannon von der Gestalt ClanFintans etwas erstaunt, aber auch mehr als angenehm überrascht von seinem Aussehen. Und so dauert es auch nicht lange, bis sie sich rettungslos in ihn verliebt. ClanFintan ist ein stolzer, mutiger, energischer Mann, der jedoch auch kein Problem damit hat, seine weiche, schwache Seite zu zeigen. Verwundert ist er anfangs über das doch etwas seltsame Verhalten seiner Angetrauten und vor allem von ihrer in seinen Ohren doch sehr merkwürdigen Wortwahl, doch daran gewöhnt er sich schnell und trägt es mit viel Humor. Hier hatte ich öfters Jamie & Claire von Diana Gabaldons Highland-Saga vor Augen, da mich die Kabbeleien zwischen Shannon & ClanFintan öfter an die Beiden erinnert haben und doch sind Shannon & ClanFintan dann irgendwie wieder ganz anders.

Die Sprache der Bewohner von Partholon ist eher etwas gediegen, edel und somit das genaue Gegenteil von Shannons Wortschatz. Diese flucht für ihr Leben gern und verständigt sich natürlich in unserer gewohnten Sprache. Somit gibt es des Öfteren einige Verwirrung und Verständigungsprobleme, besonders wenn sie über John Wayne referiert (was sie nur zu gerne macht) oder Wörter verwendet, die in unserer heutigen Zeit gang und gäbe sind, in Partholon jedoch völlig unbekannt. Was Shannon in Partholon sehr zugute kommt ist ihr Beruf. Als Englischlehrerin sind ihr die großen Dichter nicht fremd und so greift sie immer mal wieder gerne auf diese zurück, wenn sie als Hohepriesterin vor ihr Volk treten muss und auch das Reden vor vielen Menschen ist sie durch ihren Beruf gewohnt.


Die Story hat zwar zwischendurch einige kleine Längen, über die man jedoch gerne hinwegsieht, denn der lockere, spritzige und flüssige Schreibstil von P.C. Cast, der nie ins kitschige abdriftet, entschädigt mehr als genug dafür. Ansonsten ist die Geschichte richtig spannend erzählt und fesselt einen von der ersten Seite an. Und auch wenn man sich denken kann, wie sie sich entwickeln wird, ist der Weg dahin einfach nur ein richtig tolles Lesevergnügen. Im September 2011 erscheint übrigens der 2. Teil der Partholon-Saga.

Kommentare:

  1. *g* also ich zermartere mir grade das Hirn um den Titel deines Blogs zu verstehen... war zwischenzeitlich von Bella über irgendwas mit Relex auf ne Jaguar XR gekommen... Ist auf jeden Fall mal ein etwas anderer Name als das Übliche mit Lesen oder Bücher... Verrate mir doch mal das Geheimnis dahinter.

    Liebe Grüße und angenehmes Wochenende,

    Ralph

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  2. Hallo Isabel!

    Du machst mich echt fertig mit deinen Rezensionen. Dauernd stellst du so tolle Bücher vor, dass meine Wunschliste bald explodiert... *lol*

    Allerliebste Grüße aus Österreich,
    Sabine

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  3. @Ralph: Ist ganz einfach: Belle ist mein Spitzname, das x steht für Leertaste und das r ist der Anfangsbuchstabe meines Nachnamens. Und da ich den Alias-Namen bei einigen Buchseiten habe, dachte ich: Nehme ich ihn auch für meinen Blog. Wünsche Dir auch noch ein schönes WE und schicke Dir liebe Grüße, Isabel

    @Sabine: es ist aber auch so was von traumhaft schöööön, musst Du wirklich ganz oben auf Deine Wunschliste packen. Ich wünsche Dir trotzdem (grins) noch eine wunderschönes Wochenende und schicke Dir ganz liebe Grüße, Isabel

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