Leseempfehlungen

Samstag, 16. Juli 2011

{SuB-Zuwachs} fantastische Horror-Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

wie versprochen erzähle ich Euch heute, was in der Büchersendung war, die ich gestern von der Post geholt habe.


Es handelt sich dieses Mal um ein Rezensionsexemplar aus dem Bereich Piper Fantasy und wenn man sich die Kurzbeschreibung durchliest, scheint es sich um ein Buch aus dem Horror-Genre zu handeln. Da ich dieses in letzter Zeit sträflich vernachlässigt habe, kommt es jetzt genau richtig:

Robert Jackson Bennett
Mr. Shivers
Thriller
Erscheint im August 2011
Aus dem Englischen von Andreas Decker
Kartoniert, 400 Seiten
Preis: 12,95 €
ISBN: 978-3492267533

Inhalt:
Albträume haben einen neuen Namen: Mr. Shivers.
Michael Connelly ist ein Rastloser, und er durchquert das Land mit nur einem Ziel: Rache zu üben. Denn dort draußen, zwischen den ratternden Zügen, den Lagern der Landstreicher und der endlosen Prärie verbirgt sich der Mann, der Michaels Tochter ermordet hat. Michael kennt weder den Grund für die Tat, noch weiß er, wohin er sich wenden soll. Aber er wird seine Suche zu Ende führen, und sie wird in Blut enden. Denn niemand kennt den Täter, und doch flüstert jeder seinen Namen: Mr. Shivers …

Pressestimmen: "Eine der wichtigsten neuen Stimmen im modernen Horror!" - Publishers Weekly

Zum Autor:
Robert Jackson Bennett wurde in Baton Rouge, Louisiana, geboren und wuchs in Katy, Texas, auf. Als Absolvent der University of Texas lebt er heute in Austin. »Mr. Shivers« ist sein erster Roman. 

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende,
liebe Grüße
Isabel

Freitag, 15. Juli 2011

{SuB-Zuwachs} Historisch spannende Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

als ich heute zu unserer Postfiliale kam, um meine Buchsendung und ein DHL-Paket abzuholen, war ich ja echt baff. Ein riesen Paket hat mich dort erwartet. Ich wusste definitiv, dass ich absolut aber auch wirklich gar nix bestellt hatte und als ich dann auf den Absender schaute, konnte ich mir in etwa schon denken, was darin war. Aber soooo groß ... grübel.

Also, schnell nach Hause und das Paket aufgemacht und darin waren - ich kann es immer noch nicht glauben - tatsächlich 7 Rezensionsexemplare vom Gmeiner Verlag. Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag - Ihr habt mich echt sprachlos gemacht!!!!  Ich bin dann erst einmal durch die Küche getanzt und dann kam gleich: oh je, wann soll ich die denn alle lesen??

Allerdings sind es aber auch alles Taschenbücher und nicht so dick und so war nach dem ersten Schreck dann die Freude einfach nur riesengroß ... gedanklich tanze ich jetzt gerade durchs Wohnzimmer ... grins.

Da mir der Post jetzt einfach zu lange wird, wenn ich sie Euch alle vorstelle, kommen sie so nach und nach, zumal ich ja auch einige Zeit brauchen werde, um sie zu lesen. Aber hier sind schon mal die ersten beiden Schätzchen:

Ach so, da war ja noch eine Büchersendung ... mhhh ... was darin war, verrate ich Euch morgen ... ich sag nur so viel: Es wird horrormäßig!!!

Mit diesem historischen Krimi habe ich bereits angefangen und er liest sich richtig gut. Habe ich aber auch erwartet, da ich von dem Autor schon einige seiner Max-Koller-Krimis kenne, allerdings spielen diese in der Gegenwart in Heidelberg.



Die Erstürmung des Himmels

Historischer Roman
462 Seiten
12 x 20 cm
Erschienen: Juni 2011
Paperback
ISBN 978-3-8392-1213-4
12,90 €
DER KOMPONIST UND DAS MäDCHEN  Franz Liszt, gefeierter und umschwärmter Klaviervirtuose, zieht sich im Sommer 1841 zur Erholung auf die Rhein-Insel Nonnenwerth zurück. Mit ihm kommen seine Lebensgefährtin, die Gräfin Marie d’Agoult, und ihre gemeinsame Freundin, die Schriftstellerin George Sand. Schon bald wird die Insel zum Ziel von Musikliebhabern und Liszt-Verehrern, die per Dampfschiff anreisen. Ruhe findet der Komponist daher kaum. Im August gibt er ein gefeiertes Konzert zum Weiterbau des Kölner Doms, was die Liszt-Begeisterung am Rhein noch einmal steigert. Dafür kriselt es zusehends im Verhältnis mit Marie, die seinen Tourneeplänen kritisch gegenübersteht. Und als kurz vor Liszts 30. Geburtstag ein kleines Mädchen spurlos verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse …
Ein wunderbarer Roman über den berühmten Komponisten und ein lebendiges Panorama der bürgerlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert – fundiert recherchiert und exzellent erzählt.


Der Autor Marcus Imbsweiler

Marcus Imbsweiler, geboren 1967 in Saarbrücken, lebt seit 1990 in Heidelberg. Er studierte Musikwissenschaft und Germanistik und veröffentlicht regelmäßig Artikel im Feuilleton. Nach mehreren erfolgreichen Krimis erscheint nun sein erster historischer Roman.

 

Das zweite Buch ist ebenfalls ein historischer Krimi, ja fast hört sich die Inhaltsangabe schon nach einem Thriller an:

Die Nacht von Berlin

Roman
326 Seiten
12 x 20 cm
Erscheint: August 2011
Paperback
ISBN 978-3-8392-1215-8
12,90 €
NERVENKITZEL  September 1911. Berlin ist Weltstadt. Rastlos, vergnügungssüchtig, nervös. Selbst bei Nacht eine „Stadt aus Licht“. Doch im Schatten des glitzernden Lichtermeers der Reichshauptstadt gedeiht das Verbrechen auf nie gesehene Weise: An verschiedenen Orten Berlins werden Leichen gefunden – kaltblütig ermordet, grotesk kostümiert, theatralisch ausgestellt. Der blutjunge Ermittler Edmund Engel begreift als Erster, dass hier kein gewöhnlicher Mörder am Werk ist. Und auch der erfahrene Nervenarzt Alfred Muesall erkennt die Handschrift eines modernen Tätertyps. Einen „Künstler“ im Fach Mord, dessen bizarre Spur in das weltberühmte Berliner Metropol-Theater führt …
Neid, Hass und Größenwahn. Die Belle Epoque am Vorabend ihres Untergangs. Mit Gastauftritten des noch unbekannten Alfred Döblin und der legendären Fritzi Massary. Ein brillanter Roman!


Der Autor Herbert Beckmann

Herbert Beckmann, 1960 geboren, lebt mit seiner Familie in Berlin. Er hat zahlreiche Sachbücher, Hörspiele und Geschichten für Kinder und Erwachsene veröffentlicht. Mit seinem ersten historischen Roman „Die indiskreten Briefe des Giacomo Casanova“ war er 2010 für den Sir-Walter-Scott-Preis nominiert.



Ich wünsche Euch noch einen schönen Freitagabend!
Liebe Grüße
Isabel 

{Rezension} Die Nonne mit dem Schwert von Lea Korte

Verlag: Weltbild
Taschenbuchausgabe: 415 Seiten
Genre: Historischer Roman
ISBN: 10-3868005307
Erscheinungsdatum: 01. April 2007
Preis: 4,95 €



Eine freiheitsliebende junge Frau geht ihren Weg

Spanien 1607: Die 15-jährige Adlige Catalina de Erauso ist verzweifelt. Das freiheitsliebende Mädchen träumt von Abenteuern, doch muss sie ihr Leben als Novizin hinter dicken Klostermauern fristen. Durch Zufall gerät sie eines Tages an die Schlüssel der Pforte und flüchtet. Schnell ist ihr jedoch klar, dass sie als Mädchen alleine nicht lange in Freiheit bleiben wird. Also verkleidet sich Catalina als Junge, nennt sich fortan Francisco und begibt sich auf Arbeitssuche. Doch immer wieder gerät sie in Schwierigkeiten, was sie zwingt, häufig die Orte zu wechseln.

Auf ihrer Reise lernt sie den jungen Mikel kennen, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt, doch ihre Wege trennen sich wieder. Als sie wieder einmal in die schlimmsten Schwierigkeiten gerät, flüchtet sie auf ein Schiff Richtung Sevilla. Dort erfährt sie, dass Mikel auf den Weg nach Peru ist. Ohne groß zu überlegen folgt Catalina ihm. Doch auch in Peru kann sie ihre Identität nicht preisgeben, denn hier droht ihr ebenfalls der Scheiterhaufen. So reist sie als Francisco quer durch Peru, sieht sich den schlimmsten Gefahren und Unwägbarkeiten ausgesetzt und ist immer auf der Suche nach Mikel, ihrer großen Liebe. Diese Suche führt sie schließlich in den Dienst der Arme des Vizekönigs …

Ich war wirklich erstaunt, als ich im Nachwort von Lea Korte las, dass Catalina de Erauso eine historische Figur ist, deren Leben sich in etwa so abgespielt hat, wie die Autorin dies in ihrem Roman beschreibt. Klar nimmt sie sich einige schriftstellerische Freiheiten heraus, aber Catalina hat wirklich jahrelang als Mann gelebt und als Matrose wie auch als Soldat in der Armee des Vizekönigs von Spanien gedient. Wie ihre Geschichte nun ausgeht, möchte ich hier jetzt nicht verraten. Wen es interessiert, bei Wikipedia gibt es Informationen zum aufregenden Leben der baskischen Adligen.

Die schier unglaublichen Abenteuer, welche Catalina als Mann erlebt und vor allem, dass sie ihre Identität über Jahre hinweg absolut geheim halten konnte, erzählt Lea Korte sehr temporeich und unterhaltsam, allerdings aber auch mit wenig Tiefgang. Klar merkt man, dass sie sich ausführlich mit dem Leben von Catalina beschäftigt hat, aber wer jetzt viel Zeitgenössisches über Spanien oder Peru erfahren möchte, wird hiervon nicht viel finden, da die Autorin alles etwas allgemein hält. Das stört jetzt aber auch nicht wirklich, da es ja im Grunde um das faszinierende Leben von Catalina geht.

Und das beschreibt die Autorin wirklich sehr kurzweilig. Ihr Schreibstil ist durchweg flüssig, fesselnd und auch recht bildhaft. So hat man eigentlich schon nach wenigen Seiten diese aufmüpfige, rebellische, überaus sture und doch so liebenswürdige junge Frau vor Augen, die mit ihrer anfänglichen Naivität und der Unkenntnis über das richtige Leben von einer Schwierigkeit in die nächste schliddert. Jedoch ist ihr zumeist das Glück hold und so findet sie immer wieder einen Ausweg, sei es die Flucht oder aber eine gute Seele steht ihr bei. Einer davon ist Mikel, der über ihre anfängliche Tollpatschigkeit nur den Kopf schütteln kann und sie in die Obhut seines Ziehvaters gibt, da er der Überzeugung ist, dass Catalina / Francisco keinen Tag alleine überleben könnte. Doch auch hier gerät Catalina ungewollt in eine ausweglose Situation, sodass ihr wieder einmal nur die Flucht übrig bleibt.

Fazit: Ein farbenfroher, unterhaltsamer Abenteuer- bzw. Historienroman über das Leben einer sehr ungewöhnlichen, faszinierenden Frau.

Donnerstag, 14. Juli 2011

{Rezension} Freundealarm!: Das Original von Philipp Winterberg

Verlag: Book on Demand Verlag
Illustratorin: Lena Hesse
Taschenbuch: 52 Seiten
ISBN: 978-3839141113
Erscheinungsdatum: 16. Dezember 2009
Preis: 4,95 €


Ein Freundschaftsbuch der witzigen Art

Viele kennen es wahrscheinlich noch aus ihrer Schulzeit: Liebevoll und in mühevoller Kleinarbeit selbst gestaltete Freundschaftsbücher, welche man dann unter Freunden und Klassenkameraden weitergereicht hat. In Zeiten von Social Networks sind solche Freundschaftsbücher fast schon in Vergessenheit geraten, leider. Und so werden schon fast nostalgische Erinnerungen wach, wenn man dieses kleine, feine Freundschaftsbuch in Händen hält.

Für bis zu 24 Freunde ist der witzige Freundealarm!: Das Original ausgelegt. Neben dem obligatorischen Foto und den allgemeinen Angaben zur Person werden originelle, teilweise ausgefallene Fragen gestellt, die einen als Ausfüller wirklich erst einmal ins Grübeln bringen, was ich aber sehr gelungen finde. So gibt es insgesamt 17 Fragen, wie zum Beispiel:

  1. Das waren die Helden meiner Kindheit
  2. Danach suche ich auf dem Flohmarkt
  3. Das schiebe ich immer wieder auf
  4. Das wären meine Superkräfte – wenn ich welche hätte
Für jede/n Freund/Freundin ist jeweils 1 Doppelseite vorbehalten, auf denen er/sie seine/ihre Kommentare und Antworten hinterlassen kann. Und so erfährt man auch einmal Dinge von ihnen, die man vielleicht so gar nicht vermutet hätte.

Die Aufmachung von Freundealarm! gefällt mir persönlich in seiner Schlichtheit und Übersichtlichkeit sehr gut und irgendwie ist das Ganze auch viel persönlicher als Profile in Facebook und Konsorten.

Vor allem kann man in einigen Jahren das Buch auch wieder einmal hervorholen und darin blättern. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es eine schöne Erinnerung, da man im Lauf seines Lebens ja doch den ein oder anderen Freund/Freundin durch Umzug, Berufswechsel, anderen Interessen, Beziehungsende etc. aus den Augen verliert und dann so in vielleicht richtig schönen Erinnerungen schwelgen kann.

Und da der Preis jetzt wirklich sehr angemessen ist, ist Freundealarm!: Das Original auch mal ein schönes Mitbringsel für einem Besuch bei Freunden.

 Hier geht es zur Webseite: http://www.freundealarm.de/


Mittwoch, 13. Juli 2011

{Rezension} Schwesternkuss von Lisa Scott

Verlag: Blanvalet Verlag
Übersetzer: Michaela Jürgs
Taschenbuchausgabe: 384 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 978-3442373758
Erscheinungsdatum: 14. März 2011
Preis: 8,99 €

Langatmiges Katz-und-Maus-Spiel

Eben saß die erfolgreiche Rechtsanwältin Bennie Rosato noch mit ihrer Zwillingsschwester Alice Connelly bei ihr zu Hause beim Essen, kurze Zeit später wacht sie in einer Kiste irgendwo im Nirgendwo auf. Während Bennie verzweifelt versucht, sich aus der Kiste zu befreien, leitet Alice alles in die Wege, um die Identität ihrer reichen Zwillingsschwester anzunehmen. Als Bennie endlich die Befreiung gelingt, ist es jedoch schon zu spät, Alice Intrige ist perfekt und so glaubt niemand mehr Bennie, doch diese gibt nicht auf und versucht alles, um ihre Identität wieder zurück zu bekommen.

Das hört sich jetzt alles eigentlich ziemlich interessant und auch spannend an, denn Alice schreckt auch nicht vor Mord zurück, um an das Geld von Bennie zu kommen. Doch schon bald stellt man fest, dass der Thriller ziemlich fad inszeniert ist. Zum einen liegt das bei den Beschreibungen der Charaktere, aber auch bei der Story selbst. Immer wieder schweift Lisa Scott ab, alleine bis Bennie sich aus der Kiste befreien kann, dauert über rund 100 Seiten. In dieser Zeit lernt man erst einmal Alice selbst kennen wie auch die Angestellten von Bennie. Diese sind Judy und Maria, wobei Letztere aus einer italienischen Familie stammt und diese hier ziemlich ausführlich vorgestellt wird. Was die Flirtversuche einer angeblichen Wahrsagerin mit der Story zu tun hat, erfährt man auch bei Beendigung des Buches nicht und ob Marias Freund Anthony jetzt Probleme damit hat, sich von seiner besserverdienenden Freundin gelegentlich aushalten zu lassen, ist auch absolut irrrelevant.

Und so kommt während des ganzen Thrillers so gut wie keine Spannung auf und die Story dümpelt eigentlich nur so vor sich hin. Überraschende Wendungen sind jetzt auch nicht unbedingt vorhanden, da die Charaktere einfach zu eindimensional gezeichnet sind und so bei ihren Handlungen absolut vorhersehbar agieren.

Da ist zum einen die eiskalte Alice, die wirklich nur drei Dinge im Kopf hat: Geld, Sex und töten und zwar genau in dieser Reihenfolge. Um an das Geld von Bennie zu gelangen, überlegt sie vollkommen skrupellos, wie sie welche Personen ermorden kann, falls diese ihr auf die Schliche kommen sollten. Und als Bennies überaus gutaussehender, aber absolut farbloser, langweiliger Ex-Freund Grady auf der Bildfläche auftaucht, ist sie ständig am überlegen, wie sie ihn jetzt so schnell wie möglich ins Bett bekommt. Ja, dieser Grady: Mir war es echt ein Rätsel, auch wenn er Bennie einige Jahre nicht gesehen hat, dass er überhaupt kein bisschen misstrauisch wurde und sich problemlos von Alice umgarnen ließ. Bennie selbst ist absolut farblos beschrieben. Offenbach scheint sie ziemlich bieder und sparsam zu sein und als Rechtsanwältin erfolgreich und tough. Aber obwohl Bennie ja auch in wechselnden Kapiteln ständig auftaucht, konnte ich mir überhaupt kein Bild von ihr machen. Von ihren Angestellten wird sie in den Himmel gehoben, aber ihr Auftreten während des Thrillers selbst ist einfach zu emotionslos beschrieben.

Neben der schlechten Darstellung der Charaktere und der langatmigen Story hat mich auch der Schreibstil von Lisa Scott stellenweise genervt. Er ist zwar durchaus flüssig, aber oft auch ziemlich seicht und schmalzig und konnte mich nicht wirklich überzeugen.

{Rezension} Das weiße Mädchen von Andreas Laudan

Verlag: dtv-Verlag
Taschenbuchausgabe: 336 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 978-3423212809
Erscheinungsdatum: 01. April 2011
Preis: 8,95 €



Schatten der Vergangenheit

Die Journalistin Lea Petersen erhält zwar in der Redaktion ständig ziemlich merkwürde Emails, aber diese Eine weckt dann doch ihre Neugier. Sehr kurz und bündig wird sie auf eine seltsame Geisterscheinung in Verchow hingewiesen, einem kleines Dorf mitten im Wendland. Angeblich soll dies der Geist einer Jugendlichen sein, die vor 25 Jahren auf  spurlose Weise verschwand, der Fall konnte nie geklärt werden. Da ihr noch Urlaub zusteht, nimmt Lea diesen und reist nach Verchow, um vor Ort zu recherchieren. Doch das 500-Seelen-Dorf ist nicht sonderlich begeistert von Leas Erscheinen und so trifft sie auf ziemlich schweigsame Dorfbewohner. Einzig Kai, der Neffe ihres Vermieters, unterstützt sie ein wenig bei ihren Recherchen.

Lea ist eine rational denkende 36-jährige Journalistin, die mit ihrem 16-jährigen Sohn ein recht ruhiges Leben führt. Ein Mann in ihrem Leben gibt es schon länger nicht mehr. Da David sich gerade auf Klassenfahrt befindet, nutzt Lea die Chance und reist nach Verchow, um der Spur des seltsamen Verschwindens der Jugendlichen nachzugehen. Doch viel erfährt sie von den verschlossenen, fast schon feindselig auftretenden Dorfbewohnern nicht. Allerdings scheint die Familie des Mädchens nicht sonderlich beliebt gewesen zu sein und die Jugendliche war ganz offensichtlich eine Einzelgängerin und hatte keine Freunde im Dorf.  Und auch auf Kai als Informant kann sie nicht zählen, da dieser damals noch nicht im Dorf gelebt hat, aber die Unterstützung des attraktiven Mannes ist ihr sicher. Denn es ist schon bald ziemlich offensichtlich, dass Kai ein ziemlich großes Interesse an Lea hat.

Der Schreibstil von Andreas Laudan ist eher ruhig angelegt, nichtsdestotrotz ist der Krimi von Anfang an sehr unterhaltsam und spannend. Grund hierfür ist einmal die sehr sympathische, neugierige Protagonistin, die unbeirrt ihre Fragen stellt und ernsthaft interessiert ist an dem Schicksal der Jugendlichen. Zum anderen diese von Anfang an sehr rätselhafte und mysteriöse Geschichte. Denn ganz offensichtlich verbergen die Dorfbewohner hier ein düsteres Geheimnis und die Beschreibungen der stellenweise schon gruseligen, einsamen Moorlandschaft und Waldgebiete wecken immer wieder die Neugier und gespannt liest man weiter, um endlich zu erfahren, wie die rätselhafte Erscheinung mit dem Verschwinden der Jugendlichen im Zusammenhang steht.

Zusätzlich nimmt sich der Autor auch Zeit, seine Protagonistin Lea ausführlich vorzustellen ohne hierbei die Story aus den Augen zu verlieren. Lea ist eine selbstbewusste, einfühlsame Journalistin, ihr Verhältnis zu ihrem Sohn David ist sehr liebevoll. Zwar genießt sie ihr Singleleben, doch den Flirtversuchen von Kai steht sie ganz offen gegenüber, auch wenn es sie etwas erstaunt, was denn nur der überaus attraktive Mann an ihr findet. Dieser scheint der perfekte Mann zu sein, sehr zuvorkommend, freundlich, überaus hilfsbereit und überzeugter Junggeselle. Doch irgendwie ließ mich das Gefühl nicht los, dass Kai einem noch überraschen wird, ob positiv oder negativ müsst ihr selbst nachlesen.

Die Story entwickelt sich wie gesagt von Anfang an sehr mysteriös und rätselhaft, ihr haftet stellenweise immer mal wieder etwas Übersinnliches an, ohne hierbei die Realität – dank der nüchtern denkenden Lea – aus den Augen zu verlieren. Die Lösung gestaltet sich absolut logisch und immer wieder überrascht sie auch zwischendurch mit neuen Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hat.



Der Autor
Andreas Laudan, geboren 1967 in Lüneburg, ist promovierter Musikwissenschaftler und lebt heute als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Unter anderem Namen veröffentlicht er historische Romane.

Dienstag, 12. Juli 2011

{Rezension} Der Todeszauberer von Vincent Kliesch

Verlag: Blanvalet Verlag
Taschenbuchausgabe: 352 Seiten
Genre: Deutscher Thriller
ISBN: 978-3-442-37493-9 
Erscheinungsdatum: 18. April 2011
Preis: 8,99 €

Die Magie des Todes

Am Havelufer wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angeschwemmt. Schnell ist Hauptkommissar Julius Kern klar, dass hier der „Schläfenmörder“ wieder zugeschlagen hat. Bereits 17 Frauen in ganz Deutschland starben durch seine Hände. Unterstützung erhält Kern durch die bayerische Profilerin Eva Kuhn, die den Fall bereits seit längerer Zeit bearbeitet. Und auch von ungeahnter Seite erhält Kern Unterstützung: Sein Erzfeind Tassilo Michaelis besitzt ganz offensichtlich Informationen, welche die Identität des Täters preisgeben könnte. Doch natürlich erwartet Tassilo im Gegenzug etwas von Kern.

Schon früh stellt einem Vincent Kliesch seinen Mörder samt seiner Identität vor. Was mich jetzt eigentlich nicht unbedingt groß stört, denn ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Täter und Polizei kann auch sehr gut inszeniert werden. Allerdings liegt dieses Mal der Schwerpunkt weniger auf der Ermittlungsarbeit, sondern auf dem Privatleben der Mitwirkenden.

So geht der Autor sehr intensiv auf den Serienmörder ein und schnell stellt man fest, dass sein Grund zum Töten wieder einmal in der schweren Kindheit zu finden ist. Zusätzlich wird man auch ziemlich ausführlich über das Privatleben von Julius Kern informiert, dem wieder einmal eine Ehekrise bevorsteht, als Tassilo auf der Thrillerbühne erscheint. Und wäre dies an Problemen nicht schon genug, macht ihm auch noch die neue Kollegin aus München schöne Augen und versucht ganz offensichtlich, ihn zu verführen, obwohl sie genau weiß, dass Kern offensichtlich glücklich verheiratet ist. Irgendwie war mir das alles ein wenig zu viel des Guten. Ich mag es ja immer, wenn ein wenig auf die Psyche des Mörders eingegangen wird und man auch etwas über das Privatleben der Ermittler erfährt, hierbei darf aber der eigentliche Fall nicht aus den Augen verloren gehen.

Und dies ist meiner Meinung hier der Fall. Zwar entwickelt sich die Story anfangs wirklich sehr spannend und der flüssige und lockere Schreibstil von Vincent Kliesch sorgt auch dafür, dass man den Thriller in einem Rutsch durchlesen kann, aber irgendwie flacht die Spannung zwischendurch immer wieder ab und zwar dann, wenn zu ausführlich auf die einzelnen Mitwirkenden eingegangen wird.  Zum
Schluss zieht der Thriller noch einmal richtig an und der Showdown ist wirklich gelungen. Allerdings ist die Story in den Grundzügen auch vorhersehbar und überrascht mit der Lösung jetzt auch nicht wirklich.

Auch haben mich die anfangs ständigen Rückblicke zu „Die Reinheit des Todes“ manchmal gestört. Klar waren diese teilweise nötig, da Tassilo Michaelis ja bereits bei diesem Thriller eine maßgebliche Rolle gespielt hat, aber sie haben auch immer wieder den Spannungsfluss gestört.

Die Charaktere beschreibt der Autor recht detailreich. So bleiben einem auch die Beweggründe von Tassilo lange im Dunkeln und seine Figur finde ich die Gelungenste des Thrillers. Etwas blass fand ich dagegen Julius Kern. Er wirkt mir dieses Mal einfach zu brav, zu durchschnittlich und sein geniales Ermittlungstalent blitzt viel zu wenig auf.

Fazit: Ein recht spannender Thriller mit einer interessanten Story, der jedoch zu viel Wert auf die Gefühlswelt der Mitwirkenden und zu wenig den Focus auf die Ermittlungsarbeit legt.

Montag, 11. Juli 2011

{Leseeindruck} Stirb von Hanna Winter


Verlag: Ullstein Verlag
Taschenbuchausgabe: 352 Seiten

Genre: Deutscher Thriller
ISBN: 978-3548283449

Erscheinungsdatum: 12. August 2011
Preis: 8,99 €

Hierbei handelt es sich um den zweiten Thriller der Autorin. Meine Rezension zu ihrem Debütroman "Die Spur der Kinder" findet ihr hier.


Ein Serienmörder in Berlin

Was für ein Prolog! Im April 2005 spioniert ein Mann die Krankenschwester Franziska Hoffmann aus. Er untersucht ihren Müll, filzt ihren Briefkasten und verfolgt sie ständig bis zu dem Tag an dem er zuschlägt. Einen Herzanfall vortäuschend, überwältigt er Franziska, sticht ihr in den Bauch und verschleppt sie in seinen Bus. Doch sie soll nicht schnell sterben, ganz im Gegenteil. Er weidet sich regelrecht an der Angst von Franziska, es erregt ihn, sie so verängstigt und hilflos vor sich liegen zu sehen. Hanna Winter beschreibt hier sehr plastisch die so kranke Denkweise des Killers und lässt einen gleichzeitig sofort in die Story eintauchen, sodass man atemlos weiterliest, neugierig darauf, was als nächstes passiert.

Zwei Monate später. Dieses Kapitel beginnt die Autorin mit der Eröffnung des kleinen Cafés von Lara Simons, der Protagonistin des Thrillers. Hier nimmt die Autorin die Spannung wieder heraus und stellt einem Lara ein wenig vor. Diese ist eine lebenslustige junge Frau, die scheinbar die Scheidung von ihrem Exmann noch nicht so ganz überwunden zu haben scheint. Trost und Hilfe findet sie hier bei ihrem schwulen Freund Torben. Und dieser ist es auch, der ihr zur Eröffnung einen Elektroschocker schenkt, denn man weiß ja nie, wer so alles das Lokal betreten könnte. Außerdem seien in den letzten Monaten mehrere Frauen ermordet worden und sofort weiß man, dass dies der Mörder ist, den man im Prolog kennen gelernt hat.

Doch dachte man, dieses Kapitel beruhigt das klopfende Herz erst einmal - falsch gedacht. Schon nach wenigen Seiten betritt der Mörder wieder die Bühne und man erfährt, dass er bereits Lara ins Visier genommen hat und gerade jetzt ihr Café beobachtet. Diese Szene mit dem perfiden Mörder beschreibt Hanna Winter sehr eindringlich und so entwickelt man auch sofort eine Aversion gegen ihn und hofft inständig, dass Lara nicht in seine Hände fällt.

Als Lara nachts dann ihr Café abschließt und zum Auto läuft, stellt sie fest, dass sie einen platten Reifen hat. Welch ein Glück, dass gerade ein Taxi um die Ecke kommt. Doch als Leser weiß man, dass hier der Mörder der Taxifahrer ist. Natürlich steigt Lara in das Taxi, doch zum Glück hat ihr Torben genau an diesem Abend ja einen Elektroschocker geschenkt. Dank diesem gelingt Lara die Flucht und die Leseprobe endet …

Eine hervorragende Leseprobe! Hanna Winter gelingt es von der ersten Zeile an, eine enorme Spannung aufzubauen, zwar nimmt sie zwischendurch das Tempo immer mal wieder etwas heraus, aber auch nur, um es bei nächster Gelegenheit umso mehr anzuziehen. Ihre Protagonistin Lara wie auch den Mörder und die restlichen Mitwirkenden beschreibt die Autorin gekonnt und facettenreich, sodass man bereits nach wenigen Minuten eine ziemlich genaue Vorstellung von ihnen erhält.

Ihr Debüt „Die Spur der Kinder“ hat mir schon ausnehmend gut gefallen, aber ich habe den Eindruck, dass „Stirb“ noch eine Spur besser sein wird.

Die Leseprobe zu "Stirb" von Hanna Winter findet ihr bei vorablesen.de

{Rezension} Boudica - Die Kriegerin der Kelten von Manda Scott

Verlag: Blanvalet Verlag
Übersetzer: Elke Bartels
Taschenbuchausgabe: 1.024 Seiten
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3442367207
Preis: 8,95 €
Erscheinungsdatum: 13. August 2007





Die Bodicea zieht gegen Rom

60 nach Christus in Britannien: Nachdem Breaca mit ihren Töchtern zu den Eceni zurückgekehrt ist, erholt sie sich nur langsam von den Grausamkeiten, welche ihr die Römer angetan haben. Besonders die Vergewaltigung ihrer Tochter Graine belastet Breaca stark und so hat sie kaum noch einen Lebenswillen. Doch ihr Volk braucht sie. Noch während ihre Rekonvaleszenz langsam voranschreitet, entbrennt die Frage zur Führung des Heers der Eceni. Ist Breaca überhaupt hierzu noch in der Lage und wenn nein, wer soll diese Rolle übernehmen: ihr Bruder Valerius, ihr Sohn Cunomar oder gar jemand ganz anderes?

In der Zwischenzeit gelingt es Valerius durch eine List, die neunte Legion in einen Hinterhalt zu locken und einen entscheidenden Sieg zu erringen. Danach ist das Ansehen von Valerius unter den Stämmen gewachsen, sie scheinen ihm langsam zu vertrauen und auch Cunomar zügelt etwas seine verbalen Machtkämpfe Valerius gegenüber. Nachdem die Kunde von der Niederlage der neunten Legion durch das Land gezogen ist, schließen sich immer mehr Stämme – selbst verfeindete –  dem Heer der Eceni an. Zur gleichen Zeit führt Breacas Tochter Graine ein Traum zusammen mit dem blinden Bellos nach Mona. Doch auch der Insel droht Gefahr. Präfekt Corvus zieht mit gleich zwei Legionen Richtung Mona.

Breaca ist verzweifelt. Sie kommt über die Vergewaltigung ihrer Töchter durch Rom nicht hinweg, besonders um Graine macht sie sich große Sorgen. Und sie zweifelt auch an sich selbst: Ist sie wirklich noch fähig, die Stämme zu mobilisieren, diese zu vereinen und mit ihnen gegen Rom zu ziehen? Unterstützung erhält sie hier durch ihre Freundin Airmid und durch Valerius. Dieser scheint der geborene Führer, ist er doch Krieger und Träumer, kennt er doch die römische Seite wie auch das Leben der Stämme. Doch auch Cunomar beansprucht diesen Platz für sich, dafür scheint der Heißsporn jedoch eindeutig noch zu jung. Und wenn sie sich auch immer noch nicht ganz von der Auspeitschung erholt hat, schließt Breaca sich der Schlacht um Camulodnunum an, welche schon bald von Bodiceas Heer eingenommen wird.

Auch im vierten und abschließenden Band der Boudica-Reihe ist der Schreibstil von Manda Scott wieder prall und bildhaft. Problemlos lässt sie vor dem inneren Auge die Welt der Boudica entstehen und so findet man sich fast sofort wieder in der Geschichte zurecht. Anfangs verfolgt man noch ein wenig die Gesundung von Breaca, den Streit um ihre mögliche Nachfolge, doch schon bald beginnen die Kämpfe und diese Schlachtenkämpfe beschreibt die Autorin mitreißend und spannend. Klar, wie bereits in den vorherigen Bänden auch, neigt Manda Scott auch im letzten Teil wieder zu teilweise extremen Ausschweifungen. Diese hätte ich mir auch dieses Mal wieder etwas gestraffter gewünscht. Nichtsdestotrotz gelingt es ihr aber fast durchgehend, die Spannung auf ziemlich hohem Niveau zu halten. Diese ist aber auch einfach dem Verlauf der Geschichte geschuldet, die zwangsläufig durchweg sehr aktionsgeladen ist. Und natürlich spürt man wieder in jeder Zeile das schier unerschöpfliche Wissen von Manda Scott und merkt, dass sie hier wieder hervorragend recherchiert hat.

Abwechslung von den Schlachtenkämpfen bieten die regelmäßigen Perspektivwechsel. So verfolgt man nicht nur das Leben von Breaca, Valerius und Cunomar, sondern in weiteren Erzählsträngen wird man auch über die Aktivitäten der Römer informiert. Und hier trifft man auch wieder auf den Präfekten Corvus, der Richtung Mona zieht. Zwar geht es auf Mona noch etwas ruhiger zu, aber auch hier werden alle Kräfte mobilisiert, um sich gegen den Angriff der Römer zur Wehr zu setzen. Und dies vermittelt Manda Scott einem durch den Handlungsstrang rund um Graine.

Die Charaktere sind wieder detailreich und liebevoll gezeichnet, dies mag aber auch daran liegen, dass sie einem mittlerweile wie alte Bekannte vorkommen. Auf Breacas Gefühlswelt geht die Autorin stellenweise sehr detailliert ein und so kann man ihre innere Zerrissenheit in Bezug auf die Führung des Heers, aber auch ihre immensen Schuldgefühle ihrer Tochter Graine gegenüber, wunderbar nachvollziehen.

Fazit: Ein gelungener Abschluss der Boudica-Reihe mit viel Spannung, einer hervorragend recherchierten Geschichte, die jedoch zeitweise etwas ausschweifend erzählt wird und sehr gut gezeichneten Charakteren.

Freitag, 8. Juli 2011

{Leseeindruck} Der Stalker von Tania Carver


Verlag: Ullstein Verlag
Übersetzer: Sybille Uplegger

Broschierte Ausgabe: 480 Seiten
Genre: Englischer Thriller
ISBN: 9783471350331

Erscheinungsdatum: 12. August 2011
Preis: 14,99 €

Hierbei handelt es sich um den zweiten Thriller der Autorin Tania Carver. Ihr Debüt "Entrissen" erschien 2010. Wen es interessiert, hier meine Rezension zum Thriller.

Ich wache über Dich

Suzanne Perry ist eine junge, lebenslustige Singlefrau aus Colchester und rundherum mit ihrem Leben zufrieden. Dies ändert sich jedoch eines morgens Anfang Juni. Als Suzanne aufwacht, ist sie wie gerädert, als ob sie den Abend zuvor Stunden im Fitnessstudio verbracht hätte. Jeder Knochen tut ihr weh und ein schrecklicher Alptraum geht ihr noch nach. Hatte sie in der Nacht doch geträumt, dass ein Fremder an ihrem Bett steht und sie berührt, ohne dass Suzanne etwas dagegen unternehmen kann. Als sie sich endlich aus dem Bett quält und die Vorhänge öffnet, findet sie an der Fensterscheibe ein Foto. Auf dem Bild ist sie abgebildet, schlafend in ihrem Bett und auf der Rückseite steht: Ich wache über Dich.

Dieses Kapitel ist ein gelungener Beginn und fesselt einen praktisch sofort an den Thriller. Regelrecht nachfühlen kann man das beklemmende, panikartige Gefühl, welches Suzanne überfällt, als ihr bewusst wird, dass jemand in ihrer Wohnung war und ihr Alptraum offensichtlich keiner war. Allein diese Vorstellung hat bei mir schon eine Gänsehaut verursacht, denn Tania Carver gelingt es hier sehr gut, einem diese Angst von Suzanne vor Augen zu führen.

Im zweiten Kapitel verfolgt man die Tatortbegehung von Phil Brennan vom MIS. Am Hafen von Colchester wurde die grausam verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Hierbei scheint es sich um die seit einiger Zeit vermisste Julie Miller zu handeln. Inwieweit dies Ganze jetzt mit Suzanne zu tun hat, ist natürlich überhaupt noch nicht ersichtlich. Dieses Kapitel ist nicht unbedingt spannend, jedoch lernt man hier schon einmal einen Teil der mitwirkenden Personen kennen. Und man erfährt auch etwas über die Beziehung von Phil und der Profilerin Marina Esposito, welche zu den Protagonisten des Thrillers zählt. Ganz offensichtlich haben die beiden ein Problem.

Und dieses Problem erfährt man zwar nicht unbedingt im 3. Kapitel, welches von Marina erzählt, allerdings erhält man eine kleine Ahnung davon, was wiederum die Neugier fördert.

Der Schreibstil von Tania Carver ist von Anfang an flüssig und durchaus schon fesselnd. Zumindest wirft sie gleich am Anfang genug Fragen auf, um einen neugierig weiterlesen zu lassen. Und auch durch den Beginn des Thrillers kann man sich in etwa ausrechnen, dass man es hier mit einem ziemlich perfiden Täter zu tun hat und dies verspricht eine interessante und vor allem spannende Story zu werden.


Zur Leseprobe bei vorablesen.de gehts hier lang: 

Mittwoch, 6. Juli 2011

{SuB-Zuwachs} Krimipost aus Innsbruck

Hallo Ihr Lieben,

am Wochenende hat mal wieder ein neues Rezensionsexemplar Einzug in mein Bücherregal gehalten, was ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Georg Haderer: Der bessere Mensch
Kriminalroman
Haymon Verlag
ISBN: 978-3-85218-631-3
328 Seiten, 125 x 205 mm

Erscheinungsdatum: 05. August 2011
gebunden mit Schutzumschlag
EUR 19,90 / CHF 28,90

Hierbei handelt es sich um den bereits 3. Band der Krimireihe rund um Polizeimajor Schäfer.


Und diesen Fall hat der Polizeimajor diesmal zu lösen:

Schäfer ist zurück – und er ist besser gelaunt denn je. Schließlich war der Polizeimajor in seinem letzten Fall dem Wahnsinn wesentlich näher als der Aufklärung der Morde. Der Pharmaindustrie sei Dank geht es ihm nun bestens. Fast zu gut, findet Assistent Bergmann, als sich sein Chef pillengestärkt und manisch rechthaberisch in die Ermittlungen stürzt: Ein Nationalrat im Ruhestand liegt tot in seinem Arbeitszimmer. Von seinem Kopf ist nicht mehr viel übrig, nachdem der Täter ihn mit Phosphorsäure übergossen hat. Die DNA-Spur allerdings führt zu einem Verbrecher, der seit fünfzehn Jahren tot ist. Wenig später wird ein türkisches Mädchen mit einem Messer in der Brust in der elterlichen Wohnung gefunden. In heiligem Zorn auf den tyrannischen Vater übt Schäfer Selbstjustiz und wird geradewegs nach Salzburg strafversetzt, wo der Fall eine dramatische Wendung erfährt …

In seinem neuen Kriminalroman erschließt Georg Haderer eine neue Ebene der kriminalliterarischen Kunst – furios, komisch und berauschend in jeder Beziehung.


Der Autor
Georg Haderer, geboren 1973 in Kitzbühel/Tirol, lebt in Wien. Nach einem abgebrochenen Studium und einer vollendeten Schuhmacherlehre arbeitete er als Journalist, Barmann, Landschaftsgärtner, Skilehrer und Werbetexter. Schäfers Qualen, sein Debüt und zugleich erster Teil der Reihe rund um Polizeimajor Schäfer, erschien 2009 bei Haymon. www.georghaderer.com

Da ich die Sperrfrist beachten muss, erscheint meine Rezension erst am 05. August 2011. Lesen werde ich es jedoch gleich als nächstes.



Jetzt tauche ich erst mal wieder ins 12. Jahrhundert ein und lese "Isenhart" weiter. Auf diese Rezi müsst Ihr leider noch viel länger warten (15.09.2011), aber verraten kann ich zumindest jetzt schon, dass der Roman absolut lesenswert ist ... richtig klasse!

Liebe Grüße
Isabel

Samstag, 2. Juli 2011

{Rezension} Lovesong von Gayle Forman

Verlag: Blanvalet Verlag
Übersetzer: Bettina Spangler
Broschierte Ausgabe: 272 Seiten
Genre: Zeitgenössische Literatur
ISBN: 10-3764504021
Erscheinungsdatum: 27. Juni 2011
Preis: 12,99 €






… wenn ich bleibe …

Eigentlich müsste Adam Wilde rundum glücklich sein. Mit seiner Rockband „Shooting Star“ feiert er einen Erfolg nach dem anderen, die Preise häufen sich und ihr Album hat Doppel-Platin-Status. Doch Adam ist abgestumpft und ausgebrannt. Er kommt nicht über die Trennung von Mia hinweg, obwohl dies jetzt bereits 3 Jahre her ist. Als er abends ruhelos durch New York streift, sieht er plötzlich auf einem Plakat, dass Mia am selben Abend ein Konzert in der Carnegie Hall gibt. Adam besucht dieses, was Mia nicht verborgen bleibt. So treffen sie sich Beide wieder und spazieren durch New York.

Die Begegnung zwischen Mia und Adam gestaltet sich logischerweise anfangs sehr zaghaft und zögerlich. Jeder scheint Angst zu haben, das eigentliche Thema – die Trennung – anzusprechen. Doch hierfür bleibt den Beiden nur diese eine Nacht, denn am nächsten Tag muss Adam zum Tourneestart nach London reisen und Mia beginnt ihre erste Konzerttour durch Japan. Auf der Brooklyn Bridge kommt es dann zur alles entscheidenden Aussprache.

Im Gegensatz zum Vorgängerband „Wenn ich bleibe“ lässt Gayle Forman dieses Mal Adam seine Sicht der Dinge erzählen. Und so findet man anstelle des selbstbewussten jungen Musikers nun ein ausgebranntes, knapp vor der Tablettensucht stehendes Wrack vor. Adam ist an der Trennung von Mia zerbrochen, und zwar weniger an der Trennung selbst, sondern mehr an der Unwissenheit darüber. Denn Mia hatte einfach den Kontakt abgebrochen, antwortete auf keine Mails und Anrufe mehr und Adam weiß bis heute nicht, warum sie dies getan hat. So steckt er voller Aggression und Wut, gleichzeitig igelt er sich immer mehr ein, lässt seine Freunde und Bandmitglieder nicht mehr an sich heran, ja er meidet mittlerweile regelrecht die Band und übernachtet generell immer in einem anderen Hotel.

Wie schon beim 1. Band erfährt man durch immer wieder eingeschobene Rückblicke die letzten 3 Jahren von Adams Leben kennen und auch über seine Beziehung zu Mia als sie noch zusammen waren, erfährt man einiges. Dies gibt einem mit der Zeit die Möglichkeit, Adams Verhalten besser zu verstehen.

Ich hatte direkt vorher den ersten Band gelesen und konnte so die beiden Bücher vergleichen. Und dies ist auch der Grund, warum „Lovesong“ nur 4 Sterne erhält. War „Wenn ich bleibe“ voller Emotionen und Wortwitz, fehlt letzteres dem 2. Band fast völlig. Ohne Frage habe ich mit Adam mitgelitten, konnte anfangs die eigentlich für die Beiden so untypische Trennung nicht verstehen. Die Stimmung des Buches ist zum Großteil bedrückend, ja fast schon depressiv gehalten. Wie oft habe ich mir gewünscht Adam mal ordentlich durchzuschütteln, damit er endlich aufwacht, endlich wieder am Leben teilnimmt, endlich aufhört in Selbstmitleid zu schwelgen. Aber man merkt auch, dass Mia einfach ein Teil von Adams Leben ist und er nun jede Lebenslust verloren hat, keine Ziele, keine Aufgabe mehr hat. 

So hat mich Adams Verhalten auch anfangs ständig heruntergezogen, während trotz der Traurigkeit des Themas beim 1. Band immer mal wieder Szenen eingebaut waren, die einen zum Schmunzeln brachten und hierdurch die Gefühle regelrecht Achterbahn gefahren sind. Erst als Mia aktiv an der Geschichte teilnimmt, blitzt auch immer mehr dieser fantastische Wortwitz wieder auf. Die Stimmung wandelt sich langsam und je näher der Morgen rückt umso heller und lebhafter wird auch die Stimmung der Geschichte. Aber trotz dieses kleinen Kritikpunkts ist es ein absolut lesenswertes, sehr gefühlvolles Buch, das die Geschichte von Mia und Adam wunderbar weiter erzählt und auch den Trennungsgrund der Beiden logisch erklärt.

Fazit: Wieder gelingt es Gayle Forman eine Liebesgeschichte zu schreiben, die absolut realistisch und überzeugend ist und das Ganze mit so viel Gefühl und Dramatik vermittelt, ohne dabei auch nur im Ansatz kitschig zu werden.



Freitag, 1. Juli 2011

{Rezension} Zeitbombe von Matthias P. Gibert

Verlag: Gmeiner Verlag
Taschenbuchausgabe: 367 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 10-3839212022
Erscheinungsdatum: 11. Juli 2011
Preis: 11,90 €


Der Tunnel bringt den Tod

Als Paul Lenz und sein Partner Thilo Hain zu einem Selbstmord am Rengershausener Tunnel gerufen werden, glauben sie noch an den Selbstmord eines Kollegen, auch wenn die Ermittlungen nicht unbedingt einen Grund ergeben, warum sich Norbert Schneider hätte umbringen sollen. Kaum ist der Fall zu den Akten gelegt, ereignet sich genau 2 Wochen später an genau demselben Eisenbahntunnel wieder ein Selbstmord, wieder ist es ein Polizeikollege. Nun wird Lenz stutzig, zumal sein gerade in Pension gegangener Chef Ludger Brandt sich sehr für den Fall zu interessieren scheint und ihr jetziger Chef, Kriminalrat Franz Zwick, die beiden Fälle partout als Selbstmorde deklarieren möchte. Der Kasseler Hauptkommissar fängt an, in der Vergangenheit der beiden toten Kollegen zu forschen und stößt schon bald auf einen 20 Jahre zurückliegenden Fall, indem die Beweislage absolut nicht eindeutig war, der Verdächtige jedoch lebenslänglich erhalten hat.

Eines vorweg: Auch wenn es sich bereits um den 8. Fall von Hauptkommissar Paul Lenz handelt, kann man den Krimi problemlos ohne Kenntnis der Vorgängerbände lesen.

Matthias P. Gibert geht in seinem aktuellen Krimi nicht nur dem Thema Justizirrtum nach, sondern thematisiert auch die Sicherungsverwahrung. Hier vor allem das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, welches besagt, dass nachträglich verordnete Sicherungsverwahrung verfassungswidrig ist. Deswegen müssen hiervon betroffene Straftäter nach ihrer Entlassung in Deutschland unter einer 24-stündigen Überwachung stehen. Dies allerdings ohne erhobenen Zeigefringer, sodass man sich über das Für und Wider selbst seine Gedanken machen kann.

Der komplette Krimi ist realistisch umgesetzt und so kann man auch gut die stupide Arbeit der betroffenen Beamten nachvollziehen, die zu solchen Überwachungen abgestellt sind und  denen durch die Monotonie ihrer Arbeit durchaus auch Fehler unterlaufen können. Wobei allerdings ein Beamter auch dermaßen unsympathisch beschrieben wird, dass man ihm von Herzen diese stupide Arbeit gönnt.

Der Krimi gestaltet sich von Anfang an sehr spannend und rätselhaft. Der Autor wechselt ständig zwischen den Ermittlungen von Lenz und dem Ex-Sträfling Rüdiger Bornmann, der nach gut 20 Jahren aus der Haft entlassen wird. Man ahnt natürlich, dass Bornmann irgendwie in Verbindung mit den Todesfällen stehen muss, sonst würde der Autor diesen Erzählstrang schließlich nicht mit einbauen, hat aber lange Zeit keine Ahnung, um welche es sich handelt. Zumal Bornmann rund um die Uhr bewacht wird und eine starke Gehbehinderung hat. Dank ihrem Ex-Chef, der ein auffälliges Interesses an dem Fall hat, erhalten Lenz und Hain einen vermeintlich heißen Tipp und man fragt sich mit der Zeit schon, inwieweit Ludger Brandt in die Ermittlungen verwickelt ist. Denn das hier ganz offensichtlich etwas in den Kreisen der Kassler Polizei vorgefallen sein muss, ist einem schnell klar, denn dass zwei Polizisten, die sich auch noch persönlich kannten, an genau derselben Stelle Selbstmord begehen, ist schon mehr als seltsam.

So entwickelt sich die Story komplex, interessant und vor allem sehr spannend, hierfür sorgt auch der fesselnde, lebendige Schreibstil des Autors.  Lenz und sein Team ermitteln mehr oder weniger auf eigene Faust, da sie von ihrem neuen Chef Zwick absolut keine Unterstützung erhalten. Dieser ist ein Speichellecker bei seinen Vorgesetzten und Leuten, die etwas zu sagen haben und seine Mitarbeiter behandelt er respektlos und sehr von oben herab.

Daran lässt sich Lenz jedoch nicht stören, geht ihm soweit als möglich aus dem Weg und ermittelt mit stoischer Ruhe weiter. Kraft dazu schöpft er aus seinem Privatleben. Die Scheidung seiner Freundin Maria vom Oberbürgermeister Kassels steht kurz bevor und Maria hat ihm durch die Blume zu verstehen gegeben, dass sie ihn heiraten möchte. Mit den Einschüben in Lenz Privatleben nimmt Matthias P. Gibert zwar immer mal wieder etwas die Spannung aus der Story heraus, dies ist jedoch absolut nicht störend, da man so den Hauptkommissar selbst besser kennenlernt. Und dieser ist ein sympathischer, zwar manchmal zu Wutausbrüchen neigender Mensch, aber ansonsten sehr umgänglich, teamorientiert, verzeiht auch mal einen Fehler und gesteht sich seinen Schwächen ein, wenn auch zähneknirschend.

Fazit: Eine realistisch angelegte, sich vielschichtig entwickelnde, interessante Story, die mit ein wenig Kritik an der Lokal- und Landespolitik versehen ist und einem sehr menschlich agierenden Hauptkommissar.

Donnerstag, 30. Juni 2011

{Statistik} Lesestatistik Juni 2011

Hallo Ihr Lieben,

hier mal wieder zum Ende des Monats meine Lesestatistik für Juni 2011. Dieses Mal war der Monat wieder lesetechnisch sehr bücherreich und ich konnte sogar ein wenig meinen SuB abbauen. Bei zwei Büchern müsst Ihr leider noch ein wenig auf die Rezension warten, da ich die entsprechenden Sperrfristen einhalten muss und "Lovesong" habe ich heute erst fertig gelesen. Da kommt die Rezi wohl erst am Wochenende.

Und hier folgt die Statistik:

20 gelesene Bücher:
5 ersteigerte Bücher:
  • Schwarze Seelen von Alex Kava
  • Die Stunde des Todes von Paul Cleave
  • Hannas Töchter von Marianne Fredriksson
  • Die Nonne und das Schwert von Lea Korte
  • Schwesternkuss von Lisa Scott
3 gekaufte Bücher:
  • Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch
  • In seinen Händen von Harlan Coben
  • Todestanz von Margie Orford
10 Rezensionsexemplare von Verlagen erhalten:
  • Der Tote im Fels von Kurt Lanthaler
  • Magyria: Das Herz des Schattens von Lena Klassen
  • Magyria 2: Die Seele des Schattens von Lena Klassen
  • Der Schneewittchenmörder von J.T. Ellison
  • Blutige Stille von Linda Castillo
  • Ancient Blades - Die Metropole der Diebe von David Chandler
  • Isenhart von Holger Karsten Schmidt
  • Für immer tot von Bernhard Aichner
  • Wenn ich bleibe von Gayle Forman
  • Lovesong von Gayle Forman
    1 Rezensionsexemplar von vorablesen.de erhalten:
    • XY von Sandro Veronesi
    7 Bücher vom SuB habe ich gelesen:
    • Die Reinheit des Todes von Vincent Kliesch
    • Die Henkerstochter von Oliver Plötzsch
    • Im Angesicht der Schuld von Sabine Kornbichler
    • Tiefenangst von Craig Russel 
    • In seinen Händen von Harlan Coben 
    • Das Geheimnis der Hebamme von Sabine Ebert 
    • Schlaf still, mein Mädchen von Doris Bezler


    Und diesen Monat waren meine Highlights:

    • Magyria 2 von Lena Klassen
    • Wenn ich bleibe von Gayle Forman
    • Ancient Blades 1 von David Chandler
    • Das Geheimnis der Hebamme von Sabine Ebert
    • Blutige Stille von Lind Castillo


    Ihr seht, ich konnte mich dieses Mal wirklich nicht entscheiden ... aber jedes von diesen Bücher, da sie auch so unterschiedlich vom Genre sind, war einfach nur hervorragend.


    Ich wünsche Euch noch eine schöne Restwoche!
    Liebe Grüße
    Isabel

    Mittwoch, 29. Juni 2011

    {Rezension} Wenn ich bleibe von Gayle Forman

    Verlag: Blanvalet Verlag
    Übersetzer: Alexandra Ernst
    Taschenbuchausgabe: 304 Seiten
    Genre: Zeitgenössische Roman
    ISBN: 10-9783442377275
    Erscheinungsdatum: 18. April 2011
    Preis: 8,99 €

    Die Liebe zur Musik

    Von einer Sekunde auf die andere verändert sich das Leben der 17-jährigen Mia grundlegend. Auf eisglatter Straße gerät ein LKW ins Schlingern und rammt dabei das Auto der Familie. Scheinbar unverletzt „erwacht“ Mia am Straßenrand, sieht die Trümmer des Autos und die Leichen ihrer Eltern, dann sieht sie sich: schwer verletzt liegt ihr Körper auf dem Boden. Bevor Mia überhaupt realisieren kann, was mit ihr geschehen ist, sind schon die Rettungskräfte da und kämpfen um ihr Leben. Sie kommt ins Krankenhaus nach Portland, schnell sind Familienangehörige und Freunde zur Stelle. Und Mias Geist verfolgt die Bemühungen um ihr Überleben. Doch kann sie wirklich weiterleben mit dem Wissen um den Verlust ihrer Familie oder entschließt sie sich schlussendlich, ihnen zu folgen?

    Mia und ihr jüngerer Bruder Teddy wachsen in einer wohlbehüteten Familie auf. Der Vater ist ein Alt-Punk, spielte lange Jahre in einer Band und ist mittlerweile Lehrer; ihre Mutter ist eine energiegeladene, lebensbejahende Frau, welche die Fäden der Familie in der Hand hält. Die Musik bestimmt ihrer aller Leben. Allerdings dreht sich bei ihren Eltern und Teddy alles um Rockmusik, während Mia bereits lange Jahre Cello spielt, somit klassische Musik mag und die berechtigte Hoffnung hat, an der berühmten Juilliard-Universität in New York angenommen zu werden. Allerdings überschattet dies ihre sonst so glückliche Beziehung zum Rockmusiker Adam, denn dies würde ihre unweigerliche Trennung bedeuten. So fühlt sich Mia hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Adam und ihrer Liebe zur Musik.

    Doch diese Entscheidung wird erst einmal durch den schrecklichen Unfall hinfällig. Fassungslos und geschockt beobachtet Mia die nun folgenden Abläufe wie in Trance. Sie ist bei ihrer eigenen Operation dabei, sieht sich auf der Intensivstation liegen, fiebert bei den verzweifelten Versuchen von ihrer besten Freundin Kim und Adam mit, sie besuchen zu dürfen. Und immer wieder gibt es Situationen, die sie an früher denken lassen. Und so lernt man mit der Zeit ihr bisheriges Leben kennen, ihre Hingabe zur Musik, ihre Beziehung zu Adam, ihre Freundschaft zu Kim und natürlich ihre so wunderbare Familie und deren Freunde.

    Praktisch von der ersten Seite ist mir Mia und ihre so herrlich eigenwillige Familie ans Herz gewachsen. Diese Herzlichkeit und Liebe, die sie alle verbindet, spürt man in jeder Zeile und umso mehr kann man die Zerrissenheit von Mia nachempfinden, als sie nun vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens steht. Und sie macht sich diese Entscheidung nicht leicht, verzweifelt fast daran und würde sich diese doch so gerne abnehmen lassen.

    Gayle Forman vermittelt einem Mia’s Geschichte wunderbar lebendig und voller Emotionen und Wortwitz. Trotz des traurigen Themas gibt es immer wieder Momente in dem Buch, bei denen ich schmunzeln musste, gerade in Zusammenhang mit ihren Eltern und zum Schluss ist es der Autorin tatsächlich gelungen, dass bei mir kein Auge mehr trocken blieb, so berührt hat mich die Geschichte. Das Buch ist wahrlich ein Gefühlskarussell, ohne hierbei auch nur einmal kitschig zu werden. Gayle Forman gelingt hier perfekt die Gratwanderung.

    Mit ein Grund hierfür ist wohl auch der Charakter von Mia. Im Gegensatz zu ihren etwas ausgeflippten Eltern und ihrem quirlig, süßen Bruder Teddy ist Mia eher die Ruhige und Besonnene in der Familie und dadurch wirkt sie für ihr Alter auch schon sehr reif und erwachsen. Sie geht das Leben eher nüchtern als zu emotional an und fühlt sich manchmal dadurch auch ein wenig wie der Außenseiter in ihrer Familie. Da der Roman in der Ich-Form geschrieben ist, kann man sich fast sofort in Mia hineinfühlen und versteht dann auch sehr gut ihre widerstreitenden Gefühle, als sie geschockt feststellen muss, dass ihr Geist sich ganz offensichtlich von ihrem Körper gelöst hat.



    {Award} Blog Award "The Masked Mommy"

    Hallo Ihr Lieben,

    ein witziger Award macht mal wieder die Runde, der dank Ayanea von Bücher aus dem Paradies den Weg zu mir gefunden hat.

    Vielen lieben Dank Ayanea ... und wenn Ihr ein wenig schmunzeln wollt, schaut doch mal bei Ayeaneas Post zum Award vorbei, ihre Beschreibung dazu ist einfach nur köstlich.

    Regeln gibt es mal wieder so gut wie keine, nur
    • den Award an 5 Personen weitergeben und sie dies wissen lassen,
    • die Verleiherin in Deinem Post erwähnen und
    • die Verleiherin per Post informieren.
    So, dann werde ich mal zur Verleihung schreiten und gebe den Award weiter an (auch auf die Gefahr hin, dass Ihr ihn schon bekommen habt):
    1. Winterkatze
    2. Lesendes Katzenpersonal
    3. Zeitsprung
    4. Die lesende Minderheit
    5. Book Lounge
    Ich wünsche Euch viel Spaß damit,
    liebe Grüße Isabel

    {Rezension} Schlaf still, mein Mädchen von Doris Bezler

    Verlag: Knaur TB Verlag
    Taschenbuchausgabe: 432 Seiten
    Genre: Deutscher Krimi
    ISBN: 978-3-426-50209-9
    Erscheinungsdatum: 01. April 2010
    Preis: 8,95 €

    Kalles Geheimnis

    Nach ihrer Scheidung lebt die Lehrerin Maren mit ihrer siebenjährigen Tochter Julia in einem kleinen Dorf im Taunus. Dort verschwand vor 3 Jahren die kleine Melanie spurlos. Eine großangelegte Suchaktion brachte nichts, die Polizei geht davon aus, dass sie ermordet wurde. Durch Zufall erfährt Maren hiervon und fängt selbst an, einige Nachforschungen zu betreiben, auch um sich von ihren neuen Lebensumständen abzulenken, die sich regelrecht überfordern. Beim Joggen lernt sie eines Tages einen freundlichen Mann kennen.

    Doris Bezler wechselt ständig zwischen dem Leben von Maren und Julia und den Gedanken eines Fremden. Dieser gehört definitiv zum Dorf und schnell ist klar, dass es sich hierbei um den Mörder der kleinen Melanie handelt, doch seine Identität bleibt sehr lange im Dunkeln. Zwar versucht die Autorin einen zu verwirren, indem sie ähnliche Lebensumstände oder zufällige Begegnungen des Mörders denen des Joggers Thorsten Steiner zuschreibt. Allerdings ist einem schon nach wenigen Seiten klar, dass Thorsten definitiv nicht der Mörder sein kann. Trotzdem bleibt aber dessen Charakter lange Zeit rätselhaft und es ist deutlich zu spüren, dass er etwas verbirgt sowie ein sehr großes Interesse an dem Verschwinden von Melanie zeigt. Somit weiß man auch nicht, ob seine Bemühungen um Maren gespielt sind, oder ob sich dahinter echte Gefühle verbergen.

    So ist der komplette Krimi von Anfang bis Ende recht rätselhaft, die Spannung eher verhalten und subtil angelegt und eigentlich treibt einen nur die Neugier ständig zum Weiterlesen an. Dies allerdings auch nicht zu knapp und der flüssige Schreibstil der Autorin tut sein übriges dafür. Die Story ist durchgehend nachvollziehbar und löst sich schlussendlich auch logisch auf.

    Allerdings haben mich die Charaktere stellenweise etwas genervt. Da ist zum einen Maren. Sie kommt mit ihrer neuen Situation als alleinerziehende Mutter kaum zurecht, wirkt unselbständig und überängstlich, gerade in Bezug auf ihre aufgeweckte Tochter Julia. Thorsten gegenüber tritt sie anfangs äußerst skeptisch und zurückhaltend auf, nur um sich kurze Zeit später auf eine Fast-Beziehung mit ihm einzulassen. Allerdings hinterfragt sie nie, hat keine Handynummer oder Adresse von ihm. Was ich schon alles ziemlich merkwürdig fand. Auch ihr Gesamtverhalten, gerade gegenüber ihrem herrischen Ex-Mann, hat mich stellenweise doch ziemlich genervt. Immer zieht sie den Kopf ein, lässt sich regelrecht von ihm gängeln und wirklich alles gefallen.

    Ja, und dann ihre Tochter Julia. Sie ist eine mehr als aufgeweckte Siebenjährige, hochintelligent, altklug, ständig am Plappern und Fragen. Das ist ja alles sehr positiv und solche Kinder mag ich. Was ich jedoch
    nicht mag ist, wenn Grundschulkinder ein Vokabular in den Mund nehmen, dass mein Teenagersohn kaum benutzt. Und was für mich absolut unverständlich ist, dass Maren ihr ein stellenweise wirklich absolut respektloses Verhalten ihr gegenüber durchgehen lässt. Klar, ist Julia durch die Trennung ihrer Eltern verstört, muss erst mit der neuen Situation zurecht kommen, aber das die Kleine wirklich jedes Gespräch bestimmt und einem ständig vorschreibt, was man zu tun und zu lassen hat, ohne ab und an einmal in ihre Schranken gewiesen zu werden (ganz im Gegenteil, es wird auch noch brav gemacht was Julia will), fand ich schon ziemlich nervig.

    Dem Charakter des Mörders lässt Doris Bezler auch viel Platz und so lernt man diesen mit der Zeit immer besser kennen. Seine Kindheit war geprägt durch dominante und „schlagkräftige“ Eltern und Missbrauch durch einen Pfarrer. Auch das Quälen und Töten von Tieren darf nicht fehlen. So wird sein Verhalten und seine psychische Störung zwar für den Leser erklärbar, aber irgendwie hat man das mittlerweile auch einfach schon zu oft gelesen.

    Wenn man aber von diesen Kritikpunkten absieht, die ja auch eher subjektiv sind, ist der Krimi atmosphärisch dicht umgesetzt, setzt auf wenig bis keinen Lokalkolorit und die Spannung lauert praktisch ständig im Hintergrund bis der Krimi zum Schluss recht temporeich und dann auch sehr spannend wird.