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Montag, 15. Oktober 2012

{Rezension} Zwillingsbrut von Lisa Jackson

Übersetzer: Kristina Lake-Zapp
Taschenbuchausgabe: 560 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 978-3426510971
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2012
Preis: 9,99 €



Die Unwissenden

Als die Ärztin Kacey Lambert eines Morgens ins Krankenhaus kommt, sind ihre Kollegen mehr als erleichtert. Wurde doch in der Nacht eine schwer verletzte Frau eingeliefert, die Kacey zum Verwechseln ähnlich sieht. Als die junge Ärztin dann noch auf ihre Ähnlichkeit zur Schauspielerin Shelly Bonaventure aufmerksam gemacht wird, die einige Tage zuvor in Los Angeles Selbstmord beging, wird Kacey stutzig und beginnt eigene Ermittlungen anzustellen. Kurz darauf kommt eine junge Frau auf einer vereisten Bergstraße von der Fahrbahn ab und stirbt in den kalten Fluten des Flusses. Auch sie hätte eine Zwillingsschwester von Kacey sein können. Die Detectives Regan Pescoli und Selena Alvarez nehmen die Ermittlungen auf und auch ihnen fällt schnell die Ähnlichkeit der Frauen auf. Währenddessen hat der Killer bereits Kacey als sein nächstes Opfer ins Visier genommen, ohne dass die Ärztin hiervon etwas ahnt. …



Im mittlerweile dritten Teil um die Detectives Pescoli und Alvarez aus Grizzly Falls lässt es Lisa Jackson lange sehr ruhig angehen, angepasst an der vorweihnachtlichen Stimmung in dem beschaulichen Städtchen. Ausführlich stellt sie einem alle Beteiligten und deren Leben in Grizzly Falls vor und so erfährt man wieder einiges über das Privatleben von Regan und welche Probleme sie mit ihren beiden Kindern im Teenageralter hat. Und auch den Killer lernt man früh kennen, ohne hierbei jedoch seine Identität zu erfahren. Auch über seine Beweggründe für die Morde, die er geschickt als Unfälle tarnt, lässt die Autorin einem fast bis zum Schluss im Unklaren. Man weiß nur sehr früh, dass er es definitiv auch auf Kacey abgesehen hat, und dass es noch weitere Frauen gibt, die der jungen Ärztin zum Verwechseln ähnlich sehen und diese bei Unfällen sterben sollen. Doch woher kommt diese Ähnlichkeit?

Da die Story in Sachen Spannung nur langsam in Fahrt kommt, hat man lange Zeit nicht unbedingt das Gefühl, hier einen Thriller in Händen zu halten.  Doch stört dies kaum. Lisa Jackson versteht es sehr gut, ihren Lesern eine äußerst unterhaltsame wie auch rätselhafte Geschichte zu präsentieren, die neugierig macht auf den Ausgang des Thrillers. Man sitzt praktisch ständig wie auf heißen Kohlen, wartet darauf, dass die Spannung endlich zunimmt, rätselt ununterbrochen über die Ähnlichkeiten der Frauen,  über die Beweggründe des Mörders und darüber, wer sein nächstes Opfer sein wird und wie Kacey in den ganzen Fall verstrickt ist.  Fast unmerklich zieht die Spannung dann aber an und im zweiten Teil des Thrillers wird die Story dann sehr temporeich und fesselnd.

Während der Schwerpunkt dieses Mal wieder mehr bei Regan Pescoli und ihrem chaotischen Privatleben liegt, bleibt Selena Alvarez eher der Part der Ermittlerin übrig, die bereits sehr früh eine Verbindung zu den rätselhaften Unfällen herstellt, während Regan Pescoli vor privaten Problemen kaum den Kopf für den Fall frei hat. Zudem nerven Pescoli die vorweihnachtlichen Aktionen von Joelle, die das komplette Department weihnachtlich gestaltet und auch vorm Wichteln nicht zurückschreckt. Zwischen Kacey Lambert und dem Ex-Ranger Trace, den die Ärztin durch dessen kleinen Sohn Eli kennenlernt, entwickelt sich im Verlauf der Story natürlich noch eine kleine Liebesgeschichte, die gut in den Thriller mit eingearbeitet ist und gerade zum Ende der Story hin immer mal wieder etwas die Spannung herausnimmt, wofür man nicht gerade undankbar ist.

Ihre Charaktere sind natürlich gewohnt facettenreich beschrieben, auch wenn man einige ihrer Handlungen schon problemlos vorausahnen kann und sie somit für einen berechenbar bleiben. Kacey ist eine junge Ärztin, die in ihrem Beruf aufgeht, frisch geschieden ist und deswegen eigentlich keine Beziehung zu Trace eingehen möchte. Trace selbst ist ehemaliger Berufssoldat, betreibt etwas außerhalb von Grizzly Falls eine kleine Farm und lebt dort mit seinem kleinen Sohn. Auch Trace ist ein gebranntes Kind, ist eigentlich nicht bereit für eine neue Beziehung, aber gegen Gefühle kann man bekanntlich nichts machen und so verliebt er sich fast augenblicklich in die junge Ärztin, die sich sehr fürsorglich um seinen kranken Sohn kümmert. Da auch ihm mit der Zeit die Ähnlichkeit zwischen Kacey und den verunglückten Frauen nicht verborgen bleibt und er indirekt in den Fall involviert ist, unterstützt Trace schon bald Kacey bei ihren privaten Ermittlungen. Der interessanteste Charakter ist jedoch der Mörder. Ganz eindeutig psychisch gestört und hochintelligent, geht er zielstrebig und diszipliniert seinem Vorhaben nach und verfolgt gleichzeitig akribisch die Ermittlungen der Detectives wie auch denen von Kacey und Trace und ist allen natürlich zumeist einen Schritt voraus.

Fazit: Ein Thriller, der dieses Mal sehr lange braucht bis Hochspannung aufkommt. Allerdings stört dies kaum, da Lisa Jackson es hervorragend versteht, einem mit ihrem einnehmenden Schreibstil praktisch von der ersten Seite an die Geschichte zu fesseln.

Die Autorin:
Lisa Jackson zählt zu den amerikanischen Top-Autorinnen, deren Romane regelmäßig die Bestsellerlisten der "New York Times", der "USA Today" und der "Publishers Weekly" erobern. Ihre Hochspannungsthriller wurden in 25 Länder verkauft. Auch in Deutschland hat sie mit ihrer in New Orleans angesiedelten Detective-Rick-Bentz-Serie erfolgreich den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Lisa Jackson lebt in Oregon.



Mehr Infos über die Autorin und ihre Romane unter: www.lisajackson.com 

Kommentare:

  1. Das steht ja auf meiner WL recht weit vorne. Schade nur, dass die Spannung langsam aufkommt. Bei Thrillern mag ich das oft gar nicht, muss da eigentlich direkt, von der ersten Seiten an, gethrilled werden.

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. Hallo Marleen,
      ja, hier fehlt der Thrill eindeutig am Anfang, das Buch kommt erst mit der Zeit in Fahrt, aber dann wird es richtig klasse.
      LG Isabl

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  2. Schöne Rezension, obwohl ich mit Lisa Jackson inzwischen (nach ein paar Flops) abgeschlossen habe.

    Liebe Grüße von
    Sabine

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