Leseempfehlungen

Dienstag, 22. November 2011

{Gewinnspiel} Dark Love von Lia Habel - Vorankündigung

Hallo Ihr Lieben,

wie Ihr neben ja neben sehen könnt, fange ich heute Abend mit "Dark Love" von Lia Habel an und ich bin auch schon ziemlich neugierig auf den Fantasyroman, der ja der neue Bestseller aus USA ist.


Freundlicherweise war der Piper Verlag so lieb und hat mir gleich 2 Exemplare geschickt, sodass ich das 2. Exemplar für ein Gewinnspiel nutzen kann.

Inhalt:

Dunkle Liebe überwindet den Tod!

Das Jahr 2195: Im Schatten einer neuen Eiszeit ist die Gesellschaft zerfallen, und die Menschen kämpfen gegen lebende Tote. Als die 17-jährige Nora entführt wird, verliebt sie sich ausgerechnet in deren Anführer. Sie erfährt, dass sie das Schicksal aller wenden kann. Doch sie muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht …

Flackernde Gaslampen, dampfbetriebene Kutschen und Digitagebücher – das ist die Welt von Nora Dearly im Jahr 2195. Die 17-Jährige lebt im Internat, bis sie eines Tages entführt wird: Denn ein Virus greift um sich, das Menschen in lebende Tote verwandelt – und Nora trägt als Einzige die Antikörper in ihrem Blut. Bald muss sie feststellen, dass es auch wandelnde Untote gibt, die sich ihre Menschlichkeit dank eines Antiserums erhalten können. Und Bram, ihr Entführer, ist einer von ihnen. Nora verliebt sich in den jungen Mann, doch die Endlichkeit seiner Existenz bedroht ihre Liebe. Nur Noras Vater, ein hochrangiger Wissenschaftler, könnte ein Gegenmittel entwickeln, doch er ist selbst infiziert und droht zu sterben. Ist Noras Welt endgültig dem Untergang geweiht?


Hört sich klasse an, oder?? Da momentan ja noch meine Aktion "Hörbücher zu verschenken" läuft, werde ich mit dem Gewinnspiel am kommenden Sonntag (27.11.2011) starten.

Also, schaut am Sonntag mal vorbei, beantwortet eine kleine Frage und mit etwas Glück gehört das Buch bald Euch.

Liebe Grüße
Isabel


{Aktion} ... wie süß ist das denn ...

Hallo Ihr Lieben,

eben gehe an den Briefkasten und was hole ich raus ... eine Postkarte aus Erfurt. Grübel, grübel ... ich kenn doch eigentlich Niemanden dort ... mmh.. Dann habe ich die Karte umgedreht und mich nur noch riesig gefreut.

Die Postkarte ist nämlich von Sabine von Maxibienes Bücherregal und sie hat sich für das Buch, welches sie letzte Woche bei mir gewonnen hat, bedankt!! Ich fand das total süß, zumal, wann bekommt man heute schon mal eine Postkarte!!

Liebe Sabine, die Überraschung ist Dir echt gelungen und ich habe mich über Deine Postkarte wahnsinnig gefreut und schicke Dir so von Partnerstadt zu Partnerstadt ganz liebe Grüße (wusste ich übrigens nicht, aber jetzt :)) ) zurück!!

Liebe Grüße
Isabel

Montag, 21. November 2011

{Rezension} Der andere Tod von Anja Jonuleit






Verlag: dtv Verlag
Taschenbuchausgabe: 336 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 978-3423212878
Erscheinungsdatum: 01. Mai 2011
Preis: 8,95 €

Schatten der Vergangenheit 

Bei einem Brand in seiner Firma wurde der erfolgreiche Geschäftsmann Max Winther schwer verletzt. Die letzten 2 Jahre verbrachte er in einer Spezialklinik in Kalifornien, wo seine schweren Brandverletzungen behandelt wurden. Zwar sind diese Verletzungen mittlerweile verheilt, doch Max kann sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern. Nun möchte er nach Deutschland zurückkehren, in der Hoffnung, dass dort die Erinnerungen wieder zurückkommen. Was er dort jedoch nach und nach über sich erfährt, ist für ihn kaum vorstellbar.

Was für ein Gefühl muss es sein, nicht zu wissen, wer man ist, keine Erinnerung an seine Kindheit, an seine Eltern, an seine Freunde und Bekannte zu haben. Ja, als hätte man bisher nicht existiert. Max muss diesen Prozess schmerzhaft durchleben. Einzige Stütze in dieser schweren Zeit ist ihm seine Frau Annouk, die mithilfe von Bildern und Erzählungen versucht, seine Erinnerungslücken zu schließen. Verwundert ist Max allerdings, dass Annouk ganz offensichtlich kein Interesse daran hat, wieder zurück nach Deutschland zu gehen, ja regelrecht Angst davor zu haben scheint. 

Zuhause angekommen beginnt Max sein altes Leben langsam wieder aufzunehmen und Nachforschungen anzustellen. Was er hier allerdings über sich selbst erfahren muss, lässt ihn erschrecken, denn ihm wird ein Mann präsentiert, der ihm mehr als unsympathisch ist. Soll er früher wirklich so ein machtbessener, zynischer Geschäftsmann gewesen sein, der ganz offensichtlich über Leichen ging, vor illegalen Geschäften nicht zurückschreckte und sogar seine Ehefrau misshandelte? 

Anja Jonuleit greift hier ein sehr interessantes Thema auf und ihr ist es wirklich perfekt gelungen, dies glaubhaft umzusetzen und zudem in eine richtig spannende Geschichte zu packen. Manch einer wird sich beim Lesen vielleicht an den Spielfilm „Der Tod im Spiegel“ erinnert fühlen. Allerdings ist es bei mir schon zu lange her seit ich den Film gesehen habe und kann daher nicht beurteilen, inwiefern die Geschichte des Buches und der Film – wenn überhaupt – sich ähneln.

Anfangs lässt sich Anja Jonuleit Zeit und stellt einem erst einmal ihren Protagonisten Max vor. Dies geschieht sehr einfühlsam und da Max die Story selbst erzählt, wirkt das Ganze umso eindringlicher. Die Spannung baut sich eigentlich eher unbemerkt auf, so nach und nach treten immer mehr Ungereimtheiten auf, Geschehnisse werfen Fragen auf, das Verhalten von Annouk wird immer rätselhafter und je mehr Seiten man liest umso gefesselter ist man von dem Krimi.

Ihr Schreibstil ist eher ruhig und nachdenklich angelegt, sehr intensiv und niveauvoll. Geschickt gelingt es der Autorin immer neue Aspekte in die Geschichte einfließen zu lassen und mit der Zeit dachte ich mir zwar wie die Gedächtnislücken von Max sich erklären lassen, aber Anja Jonuleit ist es schlussendlich dann doch noch gelungen, mich mit der Art der Auflösung positiv zu überraschen. 

Ihre Charaktere und hier besonders Max Winther sind sehr detailreich und in ihren Handlungen absolut überzeugend beschrieben, wobei ich mich manchmal schon gefragt habe, ob ein Mann so sensibel reagieren würde. So fühlt man aber fast von der ersten Seite mit Max mit, kann sich gut seine Verzweiflung und auch seine Ängste in Bezug auf seinen Gedächtnisverlust vorstellen. In ihrem Verhalten sehr rätselhaft entwickelt sich dagegen seine Ehefrau Annouk, die ganz offensichtlich ihrem Mann nicht alles erzählt. Ob dies aus Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand geschieht oder ob sie etwas Entscheidendes zu verbergen versucht, bleibt bis zum Schluss offen.


Fazit: Ein emotionaler und mit der Zeit immer spannender werdender Psychokrimi mit einer komplexen Story und facettenreich beschriebenen Charakteren.



{Aktion} Weihnachtlich und spannend - Hörbücher zu verschenken

Hallo Ihr Lieben,



eine neue Woche und eine neue Aktion. Dieses Mal sind es drei Hörbücher, die verschenkt werden:

Der Karpfenstreit
von Daniel Glattauer
Die schönsten Weihnachtskrisen,
gelesen von August Zirner
1 CD, 56 Minuten
Inhalt:
Alle Jahre wieder: Weihnachten ist das Fest der Rituale. Und die haben es an sich, dass sie leicht ins Groteske umkippen... Unbestechlich, aber doch liebevoll charakterisiert Daniel Glattauer die unterschiedlichen Typen der Weihnachtsfeiernden. Dieses wunderbar ironische Weihnachtshandbuch zeigt, wie viel ihr Umgang mit dem Lichterfest über Menschen verrät. Ein intelligentes Adventsmitbringsel oder eine Weihnachtsbeigabe - auch für Weihnachtsskeptiker geeignet.


Verräter wie wir
von John le Carré
gelesen von Johannes Steck
5 CDs, 333 Minuten
Inhalt:
Dima ist die Seele der russischen Mafia. Seit seiner Zeit als Gefangener im Gulag hat er sich an ihre Spitze hochgearbeitet. Sein Spezialgebiet: Geldwäsche. Doch seine Tage sind gezählt. Er hat Feinde unter den mächtigen Weggefährten. Um das Überleben seiner Familie zu sichern, geht er einen Pakt mit dem Westen ein. Er bietet sein Wissen im Tausch gegen ein Leben in England. Die Briten willigen ein. Aber die Agenten stoßen auf einen bedrohlichen Widerstand. Der lange Arm der Mafia reicht bis weit in den Westen. Wie lange wird Dima seine russischen Freunde täuschen können? Verräter wie wir ist ein leidenschaftlicher Roman über die Korrumpierbarkeit des Westens und über die Zerbrechlichkeit der Demokratie.


Die Dienstagsfrauen
von Monika Peetz
gelesen von Ulrike Kriener
4 CD's, 317 Minuten
Inhalt: 
Fünf Freundinnen auf dem Jakobsweg. Ein hinreißend komischer Roman über eine Reise, die alles verändert. Seit einem Französischkurs vor 15 Jahren sind die fünf Frauen, mittlerweile dies- und jenseits der vierzig, beste Freundinnen. Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sie sich bei ihrem Lieblingsfranzosen und einmal im Jahr vergnügen sich die fünf auf einem gemeinsamen Wochenendtrip. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Judith, frisch verwitwet, will auf den Spuren ihres an Krebs verstorbenen Mannes Arne nach Lourdes pilgern. Besorgt um die trauernde Freundin, beschließen die Dienstagsfrauen, Judith auf dem Jakobsweg zu begleiten. Schritt für Schritt kommen die fünf Frauen dabei einem Geheimnis auf die Spur, das ihrer aller Leben durcheinanderwirbelt und ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt.


Wer Interesse an einem der drei Hörbücher hat, schickt mir bitte eine Mail ( bellexrleseinsel@web.de ) mit seiner Adresse, seinem Nickname und natürlich dem Hörbuchwunsch, sodass ich das Hörbuch dann nach Beendigung der Aktion gleich zur Post bringen kann.Sollten mehrere Interessenten da sein, entscheidet das Los.  

Einzige Bedingung: Ihr müsst regelmäßige Leser der Leseinsel sein. 
Die Aktion geht ab heute bis zum 26. November 2011 um 23:59 Uhr
Am 27. November 2011 informiere ich Euch darüber, wer ein Hörbuch erhält.

Liebe Grüße
Isabel

Sonntag, 20. November 2011

{Rezension} Die Eiswolf-Saga: Irrwege von Holger Weinbach




Verlag: Acabus Verlag
Taschenbuchausgabe: 392 Seiten
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-941404-29-8
Erscheinungsdatum: 30. November 2010
Preis: 13,90 €

Faoláns Geschichte geht weiter

Zusammen mit seinem Freund Konrad wird der Novize Faolán in das streng geführte Columbankloster im Schwarzwald verbannt. Faolán ist verzweifelt: Er weiß nicht wie es seiner großen Liebe Svea geht und mit dem Leben in der Verbannung kommt er kaum zurecht. So beschließen Konrad und Faolán schnell, aus dem Kloster zu fliehen und zurück nach Neustadt zu gehen. Doch die beiden Novizen unterliegen einer strengen Überwachung  durch den hinterhältigen Abt und eine Flucht scheint unmöglich.

Währenddessen hat Edelherr Brandolf die Suche nach dem verschollenen Grafensohn Rogar nicht aufgegeben, doch alle bisher eingeschlagenen Wege führen ins Nichts. Eines Tages rettet Brandolf eher durch Zufall zwei ziemlich verwahrlosten Pilgern das Leben, deren Identität eine Menge Fragen aufwirft. Doch auch Graf Rurik und dessen Sohn Drogo wie auch der intrigante Prior Walram haben die Suche nach Rogar noch lange nicht aufgegeben, allerdings wollen diese den Tod des Grafensohns.

Mit dem 2. Teil seiner auf 6 Bände angelegten Eiswolf-Saga führt Holger Weinbach anfangs einige neue Protagonisten ein. Hierbei handelt es sich um die Nordmänner aus Briga (Schweden), deren Heiliger Mann das Kommen eines Wolfes ankündigt. Doch schon gleich nach dem Prolog trifft man wieder auf Altbekannte und fühlt sich auch gleich wieder wohl in der Story.

Gewohnt spannend und kurzweilig erzählt Holger Weinbach die Geschichte von Faolán, dem verschollenen Sohn von Graf Falondar weiter, die in diesem Band mit dem Jahr 960 beginnt. Der Autor wechselt recht gleichmäßig zwischen den einzelnen Erzählsträngen und so erfährt man, wie Svea mit dem plötzlichen Verschwinden von Faolán umgeht, welche Pläne Graf Rurik und dessen Sohn Drogo schmieden und wie die Suche nach Rogar für Edelherr Brandolf verläuft. Die Nordmänner aus Briga nehmen noch nicht viel Platz in der Geschichte ein, ich gehe aber mal davon aus, dass sich dies im Verlauf der Saga ändern wird. Der Schwerpunkt des Romans liegt jedoch eindeutig bei Faolán und Konrad.

 Mühelos gelingt es der Autor wieder, einem das Leben im Mittelalter näher zu bringen und man merkt deutlich, dass sich Holger Weinbach in diesem Zeitalter bestens auskennt. So wirken seine Beschreibungen über das Leben in Kloster wie auch das Burgleben durchweg überzeugend und authentisch. Hinzu kommt auch noch der flüssige, fesselnde und dem Mittealter angepasster Schreibstil, der die Geschichte absolut rund wirken lässt.

Einziges kleines Manko waren für mich jedoch die Charaktere. Gerade Faolán war mir etwas blass beschrieben und so einen richtigen Bezug konnte ich jetzt nicht zu dem intelligenten, oft etwas ungestüm handelten Jungen bekommen. Allerdings ist seine Figur ja auch auf 6 Bände angelegt und so hat er noch ein wenig Zeit sich entsprechend zu entwickeln. Ansonsten überzeugt die Geschichte wirklich von der ersten Seite an und bietet durchweg sehr kurzweilige und spannende Unterhaltung.

Im April 2012 soll übrigens der dritte Teil der Eiswolf-Saga erscheinen.

Fazit: Ein gelungener 2. Teil, der mühelos an den ersten Band anknüpft und der wieder einmal mit einer spannenden, kurzweiligen und hervorragend recherchierten Story aufwarten kann.



Der Autor:
Holger Weinbach, 1971 im baden-württembergischen Buchen geboren, absolvierte in den 90er Jahren ein Architekturstudium in Karlsruhe. Mit Frau und zwei Kindern lebt er in seiner Wahlheimat Freiburg. Um seiner Leidenschaft, dem Schreiben, mehr Zeit widmen zu können, hat er sich 2009 als Autor und Architekt selbstständig gemacht. Seit vielen Jahren bewegt er sich privat in der Mittelalterszene und recherchiert für seine historischen Romane nicht nur mittels einschlägiger Fachliteratur, sondern mit Vorliebe an Originalschauplätzen sowohl in Deutschland als auch in Skandinavien.


{Aktion} Bücher zu verschenken ... Ausgelost!!

Hallo Ihr Lieben,



die neuen Besitzer der Aktion "Bücher zu verschenken" sind ausgelost:

"Liebe auf den zweiten Klick" von Rainbow Rowell geht an:

Claudia von Claudias Bücherregal

... und "Herrscherin des Lichts" von Jennifer Armintrout bekommt:

Corinna S.

Euch Beiden wünsche ich ganz viel Spaß mit den Büchern. Morgen nachmittag bringe ich die beiden Bücher zur Post.

Morgen startet eine neue Aktion ... dann gibt es etwas "auf die Ohren"

Wünsche Euch allen noch einen schönen Sonntag,
liebe Grüße
Isabel

Samstag, 19. November 2011

{SuB-Zuwachs} Spannende Bücherpost

Hallo Ihr Lieben,

da letzte Woche meinem SuB mal eine kleine Verschnaufpause vergönnt war und ich ihn dadurch auch ein wenig abbauen konnte (langsam ist Land in Sicht ... yeah ...), sind diese Woche wieder zwei neue Rezensionsexemplare in meine Bücherwand gewandert.

Vor kurzem habe ich vom Gmeiner Verlag per Pressemitteilung erfahren, dass einer ihrer Krimis auf Platz 7 der KrimiZeit-Bestenliste November platziert wurde. Da bin ich natürlich mächtig neugierig auf den Krimi geworden und habe gleich mal angefragt. Ein ganz dickes Dankeschön fürs Zusenden an den Gmeiner Verlag!!


Feierabend
Uta-Maria Heim
Taschenbuchausgabe: 327 Seiten
ISBN: 978-3-8392-1178-6
Preis: 11,90 €
Erschienen im Juli 2011

Inhalt:
WIR HABEN ES ZU LANGE TOTGESCHWIEGEN.  Zusammen mit ihrer Tochter Susanne lebt Helene in einer Kleinstadt am Rand des Schwarzwalds. Die Wochenenden verbringt sie mit Marius, der am anderen Ende wohnt. Alles scheint geregelt und eingespielt. Bis bei ihr eingebrochen wird. Der Dieb stiehlt nur ein Parfüm. Aber auch Jakob Silberzahn, der jüdische Psychoanalytiker, der deportiert wurde und als Geist im Arbeitszimmer haust, ist verschwunden. Dafür taucht wenig später eine dubiose Putzfrau auf, Marius entzieht sich und Susanne führt ein Doppelleben. Unaufhaltsam schlittert Helene in eine Lebenskrise. Sie beginnt sich mit der verdrängten Vergangenheit zu beschäftigen. Zu der auch Brunhilde gehört – die behinderte Zwillingsschwester ihrer Mutter, die vor 70 Jahren in der NS-Tötungsanstalt Grafeneck umgekommen sein soll.
Ein leiser, sensibel erzählter Psychothriller, der überdeutlich zeigt, wie unsere Familiengeschichte unterschwellig in uns weiterlebt. Und zu fatalen Folgen führt, wenn sie nicht aufgearbeitet wird. Brillant!

„... Sprachkundig bis in die letzte Dialektverästelung, menschenkundig, geschichtsbewusst und tratschlustig – mit allen Mitteln der Kunst täuscht Uta-Maria Heim Provinz an. Um unverbrüdert vom Chaos Leben zu erzählen …“ (Tobias Gohlis, Die Zeit)


Die Autorin:
Uta-Maria Heim wurde 1963 in Schramberg/Schwarzwald geboren und lebt als Hörspieldramaturgin und Autorin in Baden-Baden. Bislang sind 26 Bücher von ihr erschienen, davon 16 Kriminalromane. Sie ist mit mehreren Krimipreisen, u. a. dem Deutschen Krimi Preis und dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet worden.







Ja, und dann habe ich mal wieder mein Glück bei Blog dein Buch versucht und mich für ein Buch beworben und gewonnen ... freu ... Vielen lieben Dank dafür an Blog dein Buch und den Conte-Verlag!!


Die irische Meerjungfrau
Carolin Römer
Ein Finn O'Malley Krimi
Taschenbuchausgabe: 272 Seiten
ISBN: 978-3-941657-25-0
Erscheinungsdatum: 15. April 2011
Preis: 13,90 €

Inhalt:
Für Sergeant Fin O'Malley kommt's gerade knüppeldick. Frau und Tochter lassen ihn sitzen und sein Chef schiebt ihn aufs Abstellgleis. Er soll in einem gottverlassenen Nest irgendwo an der nordwestlichen Küste Irlands einen Verdächtigen aufspüren, der schon zehn Jahre tot ist. Hier haben einige Leichen im Keller und erstmal beißt Fin O'Malley mit seinen Fragen auf Granit. Besonders bei Charlotte Quinn, die Krichenfresken repariert und in einem einsamen Leuchtturm wohnt. Im Fisherman, dem örtlichen Pub, bekommt er erste Hinweise - und am nächsten Tag Kopfschmerzen. Hatte die alte Hexe Nora Nichols ihm wirklich weismachen wollen, Charlotte sei eine Meerjungfrau?


Spannend, mit viel Humor und irischer Lebensart versetzt, erzählt Carolin Römer in ihrem Krimierstling eine Story, wie sie nur in Irland spielen kann. Hier tauchen ehemalige Piraten auf, atheistische Pfarrer, untergetauchte IRA-Leute , trinkfeste Großmütter, unsichtbare Kobolde, verschwundene Rennpferde - und eine geheimnisvolle Meerjungfrau.

Die Autorin:
Carolin Römer arbeitet als Cutterin beim Fernsehen und lebt in Saarbrücken. Ihre Ermittlerfigur Fin O'Malley hat sie für mehrere Folgen angelegt.

Liebe Grüße
Isabel

Donnerstag, 17. November 2011

{Sonstiges} Livestream-Lesung bei LovelyBooks

Hallo Ihr Lieben,

wie Ihr wahrscheinlich ja schon mitbekommen habt, bin ich ein totaler Fan der Bücher von Martina André und eben habe ich bei LovelyBooks gesehen, dass die sympathische Autorin aus ihrem neuen Mystery-Roman "Die Rückkehr der Templer" im LovelyBooks-Gartenhaus vorliest. Und zwar heute ab 19:00 Uhr. Da bin ich natürlich dabei ... freu ...

Hier geht es zur Livestream-Lesung.

Und es gibt auch etwas zu gewinnen, nämlich 5 signierte Bücher der Autorin von ihrem neuesten Roman "Die Rückkehr der Templer".

Zum Inhalt des Buches:
Der Templer Gero und seine gefährlichste Mission! Hannah Schreyber hat den ehemaliger Templer Gero von Breydenbach geheiratet, den es mittels eines Timeservers aus dem Jahr 1307 in die Gegenwart verschlagen hat. Doch den beiden ist keine Ruhe gegönnt. Wissenschaftler finden heraus, dass die beiden ehemaligen Besitzerinnen des Servers im 12. Jahrhundert in Jerusalem festsitzen. Und dass es Hinweise gibt, dass die Vereinigten Staaten und Europa vor dem Untergang stehen. Gero und seine Templer sollen durch die Zeit reisen, um die jungen Frauen zu retten – und herausfinden, wie man die Apokalypse verhindern kann. Ein Himmelfahrtskommando beginnt ... Eine rasante Zeitreise – eine hochspannende Templergeschichte. Mit einer kleinen Templerkunde.

Liebe Grüße
Isabel

{Rezension} Blindes Grauen von Lynn Abercrombie


 

Verlag: Weltbild-Verlag
Übersetzer: Ulrich Hoffmann
Taschenbuch: 351 Seiten
ISBN: 978-3-86800-113-6
Genre: Amerikanischer Thriller
Erscheinungsdatum: 2009
Preis: ---

Der stille Mann

Die Polizistin MeChelle Deakes wacht morgens auf und muss mit Entsetzen feststellen, dass ihre Augen zugeklebt sind, sie sich in einem schalldichten Raum befindet und keine Ahnung hat, wie sie dorthin gekommen ist.  Eine Stimme sagt ihr kurz darauf, dass sie mithilfe einiger Hinweise, die auf einem Tisch liegen binnen 13 Stunden einen achtzehn Jahre alten Mord aufklären soll, ansonsten stirbt sie. Einzige Hilfe die ihr zugestanden wird, sind pro Stunde drei Anrufe von einer Minute, die sie mit ihrem Ex-Kollegen Hank Gooch führen darf. Über das plötzliche Verschwinden von MeChelle weiß Gooch bereits Bescheid, denn MeChelles neuer Kollege Cody Floss kommt deren plötzliches Verschwinden sehr merkwürdig vor und so wendet er sich an den einzigen Menschen, bei dem er sicher sein kann, dass er MeChelle helfen könnte. Ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt.



Nach einen kurzen Prolog, der eigentlich die einzige Verschnaufpause während des gesamten Thrillers bietet, lernt man kurz Gooch kennen und erfährt, wie dieser von dem jungen Detective Cody Floss über das Verschwinden von MeChelle informiert wird. Und dann geht es schon Schlag auf Schlag los. Gooch und Cody bleiben gerade einmal 13 Stunden, um MeChelle zu retten, die Polizei dürfen sie nicht einschalten, ansonsten stirbt die Polizistin. Die erste Spur führt das ungleiche Paar zur Tochter der vor 18 Jahren ermordeten Frau, erhalten von ihr jedoch nur wenig Anhaltspunkte. Allerdings merkt der routinierte Gooch rasch, dass hier etwas ziemlich faul ist und dass damals nicht so professionell ermittelt wurde, wie man eigentlich erwarten sollte.



Sehr temporeich und spannend erzählt der Autor seinen Thriller und lässt dabei seine Leser in Bezug auf den Täter lange im Dunkeln. Immer wieder präsentiert er mögliche Verdächtige, nur um diese kurze Zeit später wieder zu entlasten. Da sich im Verlauf der Geschichte mehrere mögliche Motive auftun, entwickelt diese sich sehr abwechslungsreich und überrascht auch immer mal wieder durch unvorhersehbare Wendungen. Zwar ist die Idee der Geschichte jetzt nicht unbedingt neu, manchmal denkt man schon, dass habe ich doch schon mal woanders gelesen, aber der flüssige und sehr fesselnde Schreibstil von Lynn Abercrombie macht dies wieder wett.



Obwohl der Autor bei allen seinen Charakteren so gut wie gar nicht auf deren Privatleben eingeht, erhält man recht schnell ein Bild von ihnen. Und auch die Idee, den wortkargen, kauzigen Hank Gooch mit dem jungen, etwas tapsigen, unbeholfenen und herrlich naiven Cody ermitteln zu lassen, fand ich eine gelungene Idee. Die Beiden ergänzen sich wunderbar und Codys zumeist umständliche Schilderungen bringen Gooch mehr als einmal kurz vor einen Nervenzusammenbruch, was die ganze Story immer wieder etwas auflockert. Und auch die Ängste, welche MeChelle in ihrem schalldichten Gefängnis erleben muss, beschreibt der Autor überzeugend. Wobei MeChelle sich recht schnell ihrer dramatischen Situation anpasst, bedingt ist dies wohl durch ihre Polizeiausbildung. Allerdings darf sie durchaus auch Schwäche und Verzweiflung zeigen und wirkt hierdurch in ihrem Verhalten durchweg menschlich.



Fazit: Ein temporeicher und zumeist extrem spannend umgesetzter Thriller mit einer komplex angelegten Story und gut herausgearbeiteten Charakteren.


Der Autor:
Lynn Abercrombie ist das Pseudonym des von Kritikern und Lesern gleichermaßen hoch gelobten Autors Walter Sorrells. Er schreibt unter verschiedenen Pseudonymen Kriminalromane und Thriller, aber auch Bücher für junge Erwachsene. Walter Sorrells ist ein begeisterter Kampfsportler und beschäftigt sich mit dem Schmieden japanischer Schwerter. Der Autor lebt in Atlanta.



Mittwoch, 16. November 2011

{Rezension} Entscheidung einer Sommernacht von Erica Spindler



 Übersetzer: M. R. Heinze
Genre: Liebes-/Frauenroman
Taschenbuchausgabe: 304 Seiten
ISBN: 978-3899414240
Erscheinungsdatum: 01. Januar 2008
Preis: --,-- €


Eine Nacht voller Lügen 

Nach 10 Jahren kehrt Ryder Hayes in seine Heimatstadt Hazelhurst zurück, um im Auftrag seines Unternehmens als Controller eine ortsansässige Firma zu durchleuchten. Ryder hätte allen Grund dies negativ für diese Firma ausfallen zu lassen, denn als Teenager wurde ihm zu Unrecht die Schuld an einem tödlichen Unfall gegeben, was ihn letztendlich aus der Stadt getrieben hat. Das Problem ist nur, diese Firma gehört dem Vater seiner damaligen Freundin, zu der er immer noch recht innige Gefühle hat.



Ryder war bereits als Teenager in Jennifer verliebt, diese sah ihn jedoch nur als guten Freund und schwärmte heimlich für Sonny, dem Freund ihrer besten Freundin. Sonny ist jedoch auch der beste Freund von Ryder. Unterdrückte Gefühle und Lügen bestimmen das Leben der Teenager-Clique, zu der auch noch zwei weitere Freundinnen von Jennifer gehören. In der Nacht ihres Abschlussballs kommt es zu schicksalhaften Entscheidungen, welche zu einem tödlichen Unfall führen und das spätere Leben der Clique prägen werden.



Wer-  wie bisher - einen spannenden Thriller von Erica Spindler erwartet, wird enttäuscht sein, denn hierbei handelt es sich um eine reine Liebesgeschichte. Erica Spindler erzählt den Roman zumeist aus Sicht von Jennifer. Durch das plötzliche Auftauchen von Ryder in der Kleinstadt kommen bei ihr die schlimmen Ereignisse dieser Nacht wieder hoch und so erfährt man durch Jennifers Rückblenden nach und nach was damals passiert ist. Ab und an lässt die Autorin einen aber auch in die Gefühlswelt von Ryder blicken und diese ist mehr als aufgewühlt. Ohne es zu wissen hatte Jennifer ihm damals das Herz gebrochen, doch lieben tut er sie immer noch und auch ihn holen die Ereignisse von damals immer wieder ein und man erfährt hierdurch nach und nach seine Sicht der Dinge zu dem damaligen Ereignissen.



Die Geschichte wird von der Autorin gewohnt flüssig und durchaus auch fesselnd erzählt, wobei der Schreibstil stellenweise aber schon ziemlich ins Seichte abrutscht und oft ganz schön schnulzig wirkt. Das Ganze ist auch wieder ordentlich gespickt mit erotischen Szenen und das ständige Hin und Her zwischen Jennifer und Ryder, die sich natürlich erst mit der Zeit bewusst werden, welche Gefühle sie zueinander hegen, ist durchaus unterhaltsam erzählt. Allerdings überrascht die Story jetzt auch nicht unbedingt und eigentlich ist deren Ausgang einem von vornherein schon klar.



Ihre Mitwirkenden beschreibt die Autorin wieder gewohnt detailreich und durchweg sympathisch, allerdings auch in ihrem Verhalten sehr vorhersehbar, sobald man ihren Charakter einschätzen kann. Jennifer ist als einzige der Clique in Hazelhurst geblieben, arbeitet als Maklerin und ist immer noch jedermanns Liebling, kommt mit allen super aus, fühlt sich in ihrer Heimatstadt pudelwohl und verdrängt erfolgreich ihre Gefühle gegenüber Ryder. Dieser dagegen ist eher der Einzelgänger, der Rebell, der sich nicht gerne anpasst und schonungslos die Wahrheit sagt. Und natürlich äußerst gutaussehend. Entsprechend leidenschaftlich und temperamentvoll gestalten sich dann auch die Begegnungen der Beiden, die selten ohne Streit enden.



Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich die Geschichte von der Grundidee her so ähnlich schon bei Sandra Brown gelesen habe. Bei ihr heißt das Buch „Ein Hauch von Skandal“ und da ist es eine junge Frau, die als reiche Geschäftsfrau nach langer Zeit in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Auch sie wurde damals vertrieben und hat anfangs nur Rachegedanken, ähnlich wie Ryder.



Fazit: Mit Sicherheit gehört der Roman nicht zu den Besten von Erica Spindler, wenn man sich aber einfach mal nur gut unterhalten lassen möchte und dies ohne großen Tiefgang sein soll, liegt man hier genau richtig. Die perfekte Strandlektüre. 


Die Autorin:

Es war eine Sommergrippe, die Erica Spindler dazu veranlasste, ihr erste Romance zu schreiben. Eigentlich wollte sie Malerin werden. Doch als sie im Juni 1982 im Supermarkt eine Riesenpackung Tempos kaufen musste, gab ihr die Kassiererin einen Liebesroman als Werbegeschenk mit. Wieder zu Hause, fing Erica Spindler zu schmökern – und war auf Anhieb begeistert!

In den folgenden sechs Monaten las sie jede Romance, die sie in die Finger bekam. Schließlich entschloss sie sich, selbst einen Lieberoman zu schreiben, und kaum hatte sie damit begonnen, wusste sie, dass sie ihre wahre Berufung gefunden hatte.

Erica und ihr Mann, der als Werbefachmann arbeitet und den sie als witzig, gut aussehend und ein bisschen frech beschreibt, haben sich auf der Kunsthochschule kennen gelernt und sind seitdem ein Paar. Sie haben zwei Söhne – der ältere war fast zehn, als der jüngere geboren wurde.

Die Familie lebt außerhalb von New Orleans im amerikanischen Bundesstaat Louisiana. Ursprünglich stammt Erica aus Illinois. Die Art und Weise, wie sie auf New Orleans verfiel, ähnelt dem Beginn ihrer Karriere als Autorin – es war schicksalhaft. Sie und ihr Mann, damals Studenten, waren nach New Orleans gekommen, um eine ägyptische Ausstellung zu besuchen. Da die Schlange an der Kasse sehr lang war, hatten sie zwei Möglichkeiten: entweder den ganzen Tag zu warten oder auf Erkundungstour zu gehen. Sie entschlossen sich zum Sightseeing und verliebten sich Hals über Kopf in die romantische Stadt am Mississippi.

Wer Erica Spindlers Romances liest, dem entgeht nicht, dass die erfolgreiche Autorin ganz besonders von Psychologie und gesellschaftlichen Entwicklungen, der Frage nach Gut und Böse, fasziniert ist. Diese Thematik, gepaart mit einem scharfen Blick für die Rollen von Mann und Frau in einer Liebesbeziehung, machen ihre Romane zu einem überaus spannenden, sehr emotionalen Leserlebnis.




Dienstag, 15. November 2011

{Abgebrochen} Verschärftes Verhör von Jenny Siler




Verlag: Fischerverlage
Übersetzer: Susanne Goga-Klingenberg

Taschenbuchausgabe: 320 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 978-3596183111

Erscheinungsatum: 04. August 2010
Preis: 8,95 €

Mir ist es ja schon seit Ewigkeiten nicht mehr passiert und eigentlich dachte ich deswegen, diese Kategorie bräuchte ich auf meinem Blog nicht, aber dieses Buch hat mir das Gegenteil bewiesen: Ich habe es abgebrochen.

Die Gründe sind:

Die ständigen Wechsel der Erzählstränge wie auch die hierdurch folgenden Zeitenwechsel sind einfach nur nervtötend und nehmen der Story jegliche Spannung wie auch das Verstehen bzw. den Sinn hinter der Story zu erkennen.

Die Kapitel sind stellenweise noch nicht einmal 1 Seite lang, kaum hat man sich in einem Handlungsstrang zurechtgefunden, wechselt der Thriller in den Nächsten. Hierbei wechseln die Erzählstränge auch gnadenlos zwischen den Zeiten und hat man sich eben noch im Jahr 1991 befunden, ist man auf der nächsten Seite im Jahr 2002, um sich dann einige Seiten später im Jahr 1973 wiederzufinden. So wird praktisch jede Geschichte der einzelnen Mitwirkenden in verschiedenen Zeitebenen erzählt und dies noch nicht einmal chronologisch. Einfach nur verwirrend und spannungstötend.

Und nach rund 100 Seiten war mir immer noch nicht ersichtlich, warum die CIA wie auch das Militär hinter dem marokkanischen Jungen Jamal her sind, welches Geheimnis er verbirgt und welche Rolle die Protagonistin Kat spielt. Da war dann einfach meine Geduld erschöpft und ich habe das Buch entnervt zur Seite gelegt.

Positiv erwähnt sei, dass sich die Autorin offensichtlich gut auf das Buch vorbereitet hat und möglicherweise auch Insiderwissen besitzt, denn es wirkt recht fundiert recherchiert, auch was die Abläufe in den Gefangenlager in Afghanistan betreffen. Und ihr Erzählstil ist durchaus auch einnehmend, nicht zu sachlich und flüssig.

Wen extrem kurze Kapitel nicht stören wie auch die ständigen Zeitenwechsel und sich zudem  für die amerikanischen Geschehnisse in Afghanistan kurz nach dem 11. September interessiert, die scheinbar auch etwas kritisch hinterfragt werden, wird sich mit Sicherheit hervorragend unterhalten fühlen. Mein Ding war es leider nicht.







{Rezension} Dunkler Schlaf von Karin Fossum


 

Verlag: Piper Verlag
Übersetzer: Gabriele Haefs
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Genre: Skandinavischer Krimi
ISBN: 978-3492042239
Erscheinungsdatum: 2002
Preis: ---


Eine verpasste Chance

Eine ältere Dame betritt das Gebäude der Mordkommission. Sie hat etwas Wichtiges zu erzählen, doch der Polizist Skarre versteht die Zusammenhänge nicht. Ein fataler Fehler, der das Leben eines jungen Menschen kosten könnte. Andreas und sein Freund Zipp sind Anfang 20, haben wenig Geld und besorgen sich dieses durch Gelegenheitsdiebstähle. Eines Tages verfolgen sie eine ältere Dame auf ihrem Weg nach Hause. Andreas bricht bei ihr ein und fordert Geld. Doch die Situation entwickelt sich bedeutend anders als Andreas sich dies vorgestellt hat.

Nachdenklich und melancholisch beginnt Karin Fossum ihren Krimi und hält diese düstere, bedrückende Stimmung über ihren gesamten Roman bei. In unterschiedlichen Handlungssträngen bringt sie ihren Lesern die Geschichte von Irma, der älteren Dame, Andreas und dessen Freund Zipp näher. Und natürlich ist auch der Polizist Sejer wieder mit in die Geschichte eingebunden, wobei dessen Ermittlungen und die seines Kollegen und Freundes Skarre eher Nebenschauplatz sind.

Karin Fossum kann erzählen, keine Frage und ihr gelingt es auch ziemlich problemlos, eine atmosphärische Dichte in ihrem Roman herzustellen, allerdings kam für mich im Verlauf des Buches absolut keine Spannung auf. Eher plätschert der Roman mehr oder weniger nur so dahin und wird mit der Zeit immer vorhersehbarer. Auch gelingt es der Autorin sehr gut, klar und detailreich ihre Charaktere zu beschreiben und versucht dies auch einfühlsam umzusetzen, doch keiner der Mitwirkenden hat bei mir auch nur ein paar Sympathiepunkte sammeln können.

Die Handlungsweisen von Zipp und Andreas konnten mich zwar nur stellenweise überzeugen,  waren meist aber noch am Nachvollziehbarsten beschrieben. Aber besonders schwer zu verstehen war das Verhalten von Irma für mich. Zwar versucht die Autorin mit Informationen aus deren Vergangenheit einem ihre Einstellung zu erklären. Mir gelang dies jedoch absolut nicht, zumal sie eigentlich nichts zu befürchten hatte.

Zusätzlich ist noch ein weiterer Handlungsstrang eingebaut, in dem es um einen jungen Mann geht, der unter Alkoholeinfluss seine Freundin erschossen hat. Erstens war für mich nicht ersichtlich, was diese Geschichte mit der eigentlichen zu tun hat und zum anderen hat mich die Einstellung der Polizisten mehr als verärgert. Der junge Mann hat im Vollrausch ein junges Mädchen erschossen und wird von der Polizei mit Samthandschuhen angefasst. Sogar die Eltern des Mädchens würden ihm verzeihen und ihm keine Schuld geben. Hallo, was ist mit dem Mädchen!!! Diese ist tot, hatte ihr ganzes Leben noch vor sich und wird einfach so abgeknallt, weil ihr Freund sich vor seinen Freunden nicht blamieren wollte!! Tut mir leid, aber das ist für mich absolut nicht mehr zu verstehen.

Außerdem spielten mir in der Story einfach zu viele Zufälle mit.  Andreas und Zipp fahren oft planlos durch die Stadt. Dabei treffen sie auf einen kleinen Jungen, der zufälligerweise der Enkel des ermittelnden Kommissars ist und genau dieser Junge gibt dann noch einen entscheidenden Hinweis. Dann dringt Andreas in das Haus von Irma ein, diese ist die beste Freundin seiner Mutter und Irma erkennt ihn nicht, obwohl sie später sein Gesicht sieht. Und Andreas wusste auch nicht, dass Irma in diesem Haus wohnt. Schon merkwürdig! Und dann trifft der Polizist Skarre eine ältere Dame auf der Straße, wundert sich über ihr seltsames, verängstigtes  Verhalten und merkt nicht, dass es sich dabei um Irma handelt, die ihm nur ein paar Tage vorher eine ziemlich wirre Geschichte erzählt hat. Noch merkwürdiger! So wirkt die Story einfach nur total konstruiert und ziemlich konfus.

Fazit:  Ein Krimi ohne Spannung mit einer Story, die ziemlich konstruiert wirkt und Charakteren, die ziemlich unglaubwürdig agieren.


Montag, 14. November 2011

{Aktion} Fantasy & Romantik - Bücher zu verschenken

Hallo Ihr Lieben,

langsam aber sicher platzt meine Bücherwand aus allen Nähten. Also habe ich mal wieder meine ganzen Schätzchen durchforstet und einige aussortiert. Und diese möchte ich jetzt so nach und nach in den nächsten Wochen an Euch verschenken.

Heute sind es folgende Bücher, die einmal von mir vorsichtig gelesen wurden und keine bzw. nur ganz geringe Lesespuren haben:


Herrscherin des Lichts 
von Jennifer Armintrout
Fantasyroman
Taschenbuch, 352 Seiten

Inhalt:
Die Welten unter uns: Atemberaubender Auftakt der neuen Fantasy-Trilogie von Bestsellerautorin Jennifer Armintrout!

Sie waren unter uns: Magische Geschöpfe sind in die Welt der Menschen gekommen, doch sie wurden zurückgedrängt. Tief unter den Städten leben nun elfische Kreaturen, aber auch Vampire und Todesengel im beständigen Kampf gegeneinander. Licht oder Schatten? Die Entscheidung wird kommen …

Eine Elfe? Leichte Beute für den Todesengel Malachi, der auf Seelenjagd die Unterwelt durchstreift. Doch die bloße Berührung der Halbelfe Ayla wird ihm zum Verhängnis: Ihr menschliches Blut kostet ihn seine Unsterblichkeit. Er, früher göttergleich, ist jetzt ausgestoßen und verdammt dazu, wie ein Mensch zu empfinden! Dafür soll Ayla bezahlen … Aber als Malachi ihr erneut begegnet, rettet sie ihm das Leben. Ein Pakt zwischen Hass und Liebe wird geschlossen – und auf den dunklen Schwingen ihres Verlangens erfüllt sich eine uralte Prophezeiung.

„Diese Trilogie rockt!“ Gena Showalter, New York Times Bestsellerautorin

„Unheimlich, faszinierend, verstörend, wunderschön …“ The Romane Readers Connection 



Liebe auf den zweiten Klick 
von Rainbow Rowell
Liebesroman
Taschenbuch, 416 Seiten

Inhalt:
Manchmal ist das Glück nur einen Mausklick entfernt ...
Als er sich bei einem Zeitungsverlag auf die Stelle des Internet-Sicherheitsbeauftragten beworben hat, war Lincoln nicht klar, dass er hinfort die Emails der Angestellten auf arbeitsferne Inhalte durchforsten würde. Noch weniger war er allerdings darauf gefasst, in dem steten, äußerst offenherzigen und absolut arbeitsfernen Mailwechsel zweier Kolleginnen seine Traumfrau kennenzulernen. Nur, wie sagt man einer Frau, dass man sie liebt, wenn man sie a) noch nie gesehen hat und b) ihre intimsten Geheimnisse kennt?



Wer Interesse an einem der beiden Bücher hat, schickt mir bitte eine Mail ( bellexrleseinsel@web.de ) mit seiner Adresse, seinem Nickname und natürlich dem Buchwunsch, sodass ich das Buch dann nach Beendigung der Aktion gleich zur Post bringen kann.Sollten mehrere Interessenten da sein, entscheidet das Los.  

Einzige Bedingung: Ihr müsst regelmäßige Leser der Leseinsel sein. 
Die Aktion geht ab heute bis zum 19. November 2011 um 23:59 Uhr. Am 20. November 2011 informiere ich Euch darüber, wer ein Buch bekommt.

Liebe Grüße
Isabel


{Aktion} Bücher zu verschenken ... Die Auslosung!

Hallo Ihr Lieben,



... es ist ausgelost:

Freuen dürfen sich über "Mein Schwein pfeift" von Michael Bresser:

Anja (joshi82)

und über "Schneller als der Tod" von Josh Bazell:

Sabine (maxibienes hobbywelt)

Viel Spaß Euch Beiden mit den Büchern, sie gehen heute Mittag noch zur Post.


Heute Abend gibt es wieder eine neue Aktion, dieses Mal ist etwas für Romantik- und Fantasy-Fans dabei.

Liebe Grüße
Isabel

Sonntag, 13. November 2011

{Rezension} Die allgemeine Tauglichkeit von Akos Doma


Gebundenes Buch: 272 Seiten
Genre: Roman
ISBN: 978-3-86789-124-0
Erscheinungsdatum: 15. Februar 2011
Preis: 18,95 €



Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Zusammen mit seinen Freunden Ludovik, Igor und Amir lebt Fern mehr schlecht als recht in einem bruchreifen Haus nahe der Eisenbahngleise. Dank Hartz IV kommen sie einigermaßen über die Runden und wenn das Geld aufgebraucht ist, wird halt gehungert und im Winter gefroren. Ansonsten leben die Vier in den Tag hinein und träumen von einem besseren Leben. Eines Tages taucht Albert in dem Haus an den Gleisen auf und krempelt fortan das Leben der vier Loser radikal um, um aus ihnen ordentliche Männer zu machen. Die Vier sind anfangs nicht unbedingt begeistert davon, doch gegen den charismatischen Albert haben sie keine Chance.

Locker, leichtfüßig und mit einem ordentlichen Schuss Galgenhumor beschreibt Akos Doma das Leben der vier Außenseiter und so verfolgt man bestens unterhalten deren Erlebnisse. Ihr Haus steht jedem offen, der einen Platz zum Schlafen sucht, geputzt oder aufgeräumt wird nicht. Die Freunde leben in den Tag hinein und reden sich ein, besser könnte es für sie gar nicht laufen, sind sie doch frei von jeglichen Zwängen und Verpflichtungen. Doch man merkt schnell bei jedem der vier so unterschiedlichen Charaktere, dass sie sich eigentlich ständig nur etwas vormachen.

Tja, und dann taucht eines Tages der charismatische, extrovertierte Albert auf und nichts ist mehr wie vorher. Zuerst wird ausgemistet und gestrichen, nach und nach besorgt er ihnen einen Job und siehe da, sie fühlen sich wohl dabei endlich wieder gebraucht zu werden. Nur Fern lehnt sich gegen Albert auf, möchte sein altes Leben zurück. Allerdings hat Albert noch viel mehr Pläne mit ihnen und gegen dessen Überzeugungskraft sind die Freunde machtlos.

Akos Doma beschreibt seine vier Außenseiter herrlich authentisch. Da ist zum einen der rebellische, liebenswerte Fern, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird und der eigentlich immer die Schuld bei anderen sucht, nie bei sich selbst. Dann gibt es den illegal in Deutschland lebenden Maler Amir, der an sein eigenes Talent nicht glaubt. Der Dritte im Bunde ist der sentimentale, melancholische Ludovik und dann gibt es noch den trinkfreudigen Russen Igor, der die Winter gerne im Gefängnis verbringt. Da friert man wenigstens nicht und etwas zum Essen gibt es auch immer.  Und natürlich Albert, der wie ein Wirbelwind in das Leben der Außenseiter tritt und in jedem Menschen nur das Gute sieht, ständig voller Ideen und Tatendrang ist und nur optimistisch in die Welt schaut.

Fazit: Dem Autor ist mit seinen einnehmenden, flüssigen, oft mit schwarzem Humor gespickten und manchmal auch nachdenklichen Schreibstil ein wunderbarer Roman gelungen, der immer mal wieder durch nicht vorhersehbare Wendungen überrascht und seine Charaktere herrlich menscheln lässt.

Autor:
Akos Doma, geboren 1963 in Budapest, wuchs in Ungarn, Italien und England auf und kam mit 14 Jahren nach Deutschland. Sein Debütroman »Der Müßiggänger« erschien 2001 bei Rotbuch. Akos Doma ist Schriftsteller und Übersetzer, u. a. von László Földényi, Péter Nádas und Sándor Márai, und lebt mit seiner Familie in Eichstätt.

Samstag, 12. November 2011

{Rezension} Der Waldvogel von Christian Oehlschläger


Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 978-3-7888-1390-1
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2011
Preis: 14,95 €



Ein Waldschrat auf der Flucht

Der Obdachlose Bruno Janoske lebt in der weitläufigen Wald- und Moorlandschaft zwischen Celle und Fuhrberg. Ab und an beobachtet er gerne das Wohnmobil von Laryssa, die dort in einem Waldweg an der L310 ihre Dienste anbietet. Eines Tages sieht er, wie ein Freier das Wohnmobil betritt und dies kurze Zeit später panikartig wieder verlässt. Die vom Freier herbeigerufene Polizei kann nur noch den Tod der Prostituierten feststellen und sie soll nicht die Letzte bleiben. Das Ermittlerduo Robert Mendelski und Maike Schnur beginnen mit ihren Ermittlungen.

Hierbei erregt auch der Waldschrat ihre Aufmerksamkeit. Denn Janoske ist am Tatort geblieben, um die Arbeit der Polizei zu verfolgen und wird hierbei von einem Reporter erwischt. Voller Panik, denn wer glaubt schon einem Obdachlosen, flüchtet er und wird fortan nicht nur von der Polizei als mutmaßlicher Täter gejagt, sondern seine Flucht ruft auch Jäger und Zuhälter auf den Plan. Eine wilde Verfolgungsjagd in der Moor- und Waldlandschaft beginnt, wobei Janoske seine Ortskenntnisse sehr zugute kommen.

Der Krimi spielt vorwiegend in diesem Waldgebiet und hierbei merkt man deutlich, dass Christian Oehlschläger neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Förster arbeitet. Aber keine Sorge, der Krimi ist keineswegs gespickt mit Jägerlatein und Fachausdrücken, sondern dem Autor gelingt es wirklich sehr gut, einem so ganz nebenbei dieses Gebiet mit seiner Fauna und Flora anschaulich zu beschreiben und dies geschickt in seinen Krimi einzubauen. Auch geht er sparsam mit Fachausdrücken um und jeder, der nur ein klein wenig naturverbunden ist, hat absolut keine Probleme damit. Für alle anderen gibt es ein Glossar.

Die Story beginnt bereits im Prolog ziemlich spannend und rätselhaft und geht dann sofort zum Mord an der Prostituierten und den anschließenden Ermittlungen über. Immer wieder wechselt der Autor zwischen der Flucht des Waldschrats und den Ermittlungen der Mordkommission. Diese Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen sind gut gelegt, sodass das Tempo wie auch der Spannungsgrad durchweg auf einem hohen Niveau liegen. Zwar ist einem klar, dass der Waldschrat die Morde nicht begangen hat und die Polizei hier eine falsche Spur verfolgt. Um wen es sich jedoch bei dem Täter handelt und welches Motiv hinter seinen Morden steht, erfährt man wirklich erst ganz zum Schluss. Bedingt ist diese Ungewissheit durch die komplex aufgebaute Story, die in ihrem Verlauf nicht nur für die Polizei einige Verdächtige hervorbringt.

Die Charaktere beschreibt der Autor absolut authentisch und stellenweise recht undurchschaubar. Auf das Privatleben der beiden Kommissare Mendelski und Schnur legt der Autor kaum Wert und dennoch hat man bereits nach kurzer Zeit eine sehr gute Vorstellung von dem besonnenen Robert Mendelski und der teilweise etwas ungestümen Maike Schnur. Die geringe Einbeziehung des Privatlebens hat den Vorteil, dass man den Krimi problemlos lesen kann, ohne die drei vorherigen Bände des Ermittlerduos zu kennen. 

Fazit: Bedingt durch den Ort der Handlung und dem gut dosiert eingebrachtem Fachwissen des Autors ist dies einmal ein etwas anderer Krimi und nicht nur Naturfreunde werden hier bestens unterhalten. Denn zusätzlich bietet er noch eine komplexe, temporeiche und spannende Story und gut herausgearbeitete Charaktere.

Der Autor:
Christian Oehlschläger, 1954 in Hannover geboren, ist bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Förster tätig. Neben zahlreichen Beiträgen für die Fachpresse sind von ihm die Kurzgeschichtenbände Seltene Beute (1990), Wildwechsel (1998) und Draußen vom Walde (2007) sowie die drei Kriminalromane Der Schwanenhals (2005), Der Kohlfuchs (2006) und Die Wolfsfeder (2008) erschienen. Der Waldvogel ist der vierte Roman, in dem das ungleiche Ermittler-Duo Mendelski/Schnur einen Mörder jagt. 

Freitag, 11. November 2011

{Aktion} Bücher zu verschenken

Hallo Ihr Lieben,

ich wollte Euch noch mal an meine Aktion "Bücher zu verschenken" erinnern, die noch bis zum 13. November 2011 läuft.


Hier findet Ihr die Infos dazu: Aktion "Bücher zu verschenken"

Liebe Grüße
Isabel

Donnerstag, 10. November 2011

{Rezension} Hunkeler und die Augen des Ödipus von Hansjörg Schneider


Verlag: Diogenes Verlag
Gebundene Ausgabe: 232 Seiten
Genre: Schweizer Krimi
ISBN: 978-3257067613
Erscheinungsdatum: 24. August 2010
Preis: 19,90 €



Hunkeler und das Theater

Kurz vor der Pensionierung ermittelt Hunkeler an einem rätselhaften Fall. Das Hausboot eines bekannten Basler Theaterintendanten liegt havariert im Rhein. Von dem Bootsbesitzer keine Spur. Ist er nur für ein paar Tage verschwunden, hat er Selbstmord begangen oder wurde er gar ermordet? Hunkeler beginnt in den Kreisen des Theaters zu ermitteln.

Sehr gemächlich beginnt Hansjörg Schneider seinen mittlerweile 8. Band um seinen Basler Kommissär Peter Hunkeler. Den Schwerpunkt legt der Autor eindeutig auf seinen Protagonisten und dessen Privatleben, die Ermittlungen sind eher nur Nebenschauplatz. Sehr ausführlich geht Hansjörg Schneider auf die Basler Theaterszene wie auch auf die Stadt und deren Menschen an sich ein.

Dies nimmt meiner Meinung nach zu viel Raum ein und nimmt dadurch ziemlich die Spannung aus dem Krimi beziehungsweise lässt kaum welche aufkommen. Wobei die Geschichte sehr gut durchdacht, schlüssig und durchaus auch unterhaltsam umgesetzt ist.

Der Erzählstil ist eindeutig seinem kurz vor der Pensionierung stehenden Protagonisten angepasst und wirkt durchweg sehr ruhig, souverän und nachdenklich. Alle Charaktere sind klar herausgearbeitet, authentisch beschrieben und teilweise wunderbar originell. Fast jede Figur hat so seine kleine Macken, was mir prima gefallen hat.

Fazit: Ein mäßig spannender Krimi, der weniger Wert auf die Ermittlung an sich, sondern mehr auf seinen Protagonisten und dessen Umfeld legt.


Mittwoch, 9. November 2011

{Rezension} Die Gesichtslosen von Stephanie Fey


Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuchausgabe: 368 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 978-3453435865
Erscheinungsdatum: 09. November 2011
Preis: 8,99 €

Der erste Fall für Carina Kyreleis

Nach zwei Jahren kehrt die Mumien- und Knochenexpertin Carina Kyreleis aus Mexico-Stadt nach München zurück, um dort eine Stelle in der Rechtsmedizin anzunehmen. Kaum in ihrer Heimatstadt angekommen, wird sie schon mit ihrem ersten Fall betraut. Ein Mörder entfernt nach dem Tod seiner Opfer deren Gesichtshaut und Carina steht vor der schwierigen Aufgabe, den toten Frauen wieder ein Gesicht zu geben. Aber neben dem beruflichen Stress muss Carina auch mit einigen Schwierigkeiten in ihrem Privatleben zurechtkommen.

Neben dem Fall des Mörders erzählt Stephanie Fey auch die Geschichte der jungen Rosa. Diese ist Sekretärin im Bayerischen Innenministerium und lernt in den 1980er Jahren einen jungen Mann kennen, in den sie sich verliebt. Schon bald ist ihr klar, dass es sich bei ihm um einen Agenten der DDR handelt, für den sie spionieren soll. Verliebt wie sie in Felix ist, erfüllt sie dessen Forderungen ohne großes Nachdenken.  Eines Tages entdeckt sie auf dem Schreibtisch ihres Chefs eine Akte mit einer Zeichnung und übergibt Teile davon ihrem Liebehaber. Ohne zu wissen, wie brisant dieses Material ist.

Stephanie Fey erzählt hier anfangs zwei völlig unterschiedliche Geschichten, die so scheinbar gar nichts miteinander zu tun haben und man fragt sich ständig, in welchem Zusammenhang diese stehen. Erst so nach und nach entdeckt man Gemeinsamkeiten und die losen Enden verbinden sich mit der Zeit geschickt zu einer schlüssigen Story. So wechselt die Autorin auch ständig zwischen diesen beiden Handlungssträngen, wobei aber auch immer wieder ein dritter Erzählstrang mit eingebaut ist, in dem man nach und nach den Mörder kennenlernt, der sich selbst Romeo nennt.

Nach einiger Zeit hatte ich bereits eine Ahnung, um wen es sich bei dem Mörder handeln muss. Jedoch ist der Krimi durchweg ziemlich temporeich angelegt, überrascht immer wieder mit unvorhersehbaren Wendungen und ist die ganze Zeit über richtig fesselnd erzählt, sodass diese Ahnung die Spannung überhaupt nicht gemindert hat. Zumal auch der flüssige und lebendige Schreibstil der Autorin absolut überzeugt und besonders der Erzählstrang rund um Rosa äußerst interessant angelegt ist, in dem die RAF und das Herrhausen-Attentat eine entscheidende Rolle spielen.

Ein weiteres Plus der Autorin sind ihre Charaktere. Diese werden allesamt sehr authentisch beschrieben, handeln nachvollziehbar und dürfen Fehler und Macken haben. Hervorzuheben ist hier natürlich die Protagonistin Carina. Die eher zurückhaltende, aber extrem neugierige Rechtsmedizinerin ist recht eigenwillig bei ihrer Ermittlungsarbeit und muss ständig ihre kleinen „Kämpfchen“ mit ihrem Vater ausfechten. Mattes Kyreleis ist als Hauptkommissar ebenfalls in die Fälle involviert und leidet unter einen regelrechten Kontrollzwang seiner Tochter gegenüber. Hinzu kommt noch ihre ziemlich eigenwillige, chaotische Schwester Wanda, die Carina in ihrem Handeln oftmals zum Verzweifeln bringt. Somit ist neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit auch noch genug Platz für das Privatleben von Carina und ihrer Familie vorhanden, wodurch man die sympathische Rechtsmedizinerin schnell kennenlernt.

Fazit: Ein spannender Krimi  und ein vielversprechender Auftakt zu einer Serie mit einer vielschichtig angelegten und fesselnd erzählten Story und einer überaus sympathischen Protagonistin, die auch Ecken und Kanten haben darf. 

Hier geht es zu einem Interview mit der Autorin: Interview mit Stephanie Fey

Die Autorin: 
Stephanie Fey wurde 1967 in Starnberg geboren. Nach einer Ausbildung zur Grafik-Designerin arbeitet sie als Illustratorin, Autorin und Malerin. Sie wohnt mit ihrer Familie am Starnberger See.