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Dienstag, 7. Januar 2014

{Rezension} Luna, Seelengefährtin: Mein Hund, das Leben und der Sinn des Seins von Michaela Seul



Cover & Verlag: Integral  
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Genre:  Roman
ISBN: 978-3778792469
Erscheinungsdatum: 30. September 2013
Preis: 17,99 €

Der beste Freund des Menschen …

… für Michaela Seul ihre Seelengefährtin. Diese ist die mittlerweile 12-jährige Labrador-Hündin Luna mit ihrem lackschwarzen Fell. Als kleiner Wollknäuel kam Luna zur Autorin und sollte eigentlich eine Italienerin werden. Nach dem Tod ihres Mannes macht Michaela Seul einige Zeit danach Urlaub bei Freunden, deren Hündin gerade trächtig ist. Spontan ist für die Autorin klar, eines der Hundebabys wird ihre Luna. Wieder zuhause wird alles für die neue Mitbewohnerin hergerichtet und bewusst freie Zeit eingeplant, um den Welpen entsprechend einzugewöhnen. Doch dann kommt alles anders als gedacht. Die Hündin der Freunde kann ihre Jungen nicht austragen, also muss ein Welpe in der Nähe gefunden werden, schließlich ist alles schon vorbereitet. Bekanntlich sucht sich ja der Hund sein Herrschen oder Frauchen selbst aus und so ist es auch bei Luna. Durch Zufall erfährt Michaela Seul von einem Labrador-Wurf und als sie auf dem Gnadenhof ankommt, um sich die Welpen anzusehen, hat der schwarze Wollknäuel ihr schon längst die Entscheidung abgenommen.



Fortan stellt Luna das Leben von Michaela Seul komplett auf den Kopf. Früher trug die Autorin gerne luftige Sommerkleider und High Heels, nun ist praktische Outdoorkleidung samt geschmacksneutraler Wanderschuhe angesagt. Und nachdem Luna einen Ohrring verschluckt hat und ihre Chefin daraufhin ihre Hinterlassenschaft durchforsten muss, ist auch Schmuck tabu. Aber nicht nur äußerlich verändert sich Michaela Seul. Luna macht aus ihr auch gefühlsmäßig einen anderen, offenherzigeren Menschen: Plötzlich stehen Namen in ihrem Adressbuch, die früher niemals den Weg dorthin gefunden hätten. Na ja, bis Luna dieses dann in ihrem jugendlichen Übermut zerfleddert. Vor Luna war Michaela Seul auch nie eine große Spaziergängerin gewesen, nun muss die Autorin bei Wind und Wetter raus, egal ob es wie aus Kübeln schüttet. Wichtig ist der Autorin von Anfang an, dass Luna aufs Wort hört und somit ist auch der Besuch der Welpenschule Pflicht. Hier sind das eingespielte Team bald als Streber verschrien, denn Luna ist von Anfang an auf Michaela Seul fixiert. Sehr zum Ärgernis der Hundetrainerin lernt der intelligente, neugierige Labrador schneller als alle anderen Hunde die notwendigen Befehle. Und wie wohl jeder Hund, reagiert auch Luna natürlich auf das Gefühlsleben ihrer Chefin: geht es Michaela Seul gut ist auch Luna glücklich.  

Doch dies ändert sich für Michaela Seul erst einmal, als Luna mit 11 Jahren von einer Schlange gebissen wird. Bei den nun folgenden Untersuchungen wird in Lunas Milz ein Tumor festgestellt, selten leben Hunde nach dieser Diagnose noch länger als ein paar Wochen. Und zum ersten Mal muss sich Michaela Seul mit dem Gedanken auseinandersetzen, wie ein Leben ohne Luna aussehen könnte. Unvorstellbar und doch unabwendbar. Verständlicherweise gehen ihre Gedanken fortan oft zurück in die Vergangenheit, schöne und traurige Erinnerungen dringen an die Oberfläche.

Mit dem Schlangenbiss beginnt Michaela Seul ihre Geschichte von Luna und im Verlauf des Buches zieht die Autorin ein Resümee über das Leben mit ihrer Seelengefährtin, erzählt zwischendurch aber auch, wie das Leben nach der Diagnose Milztumor weitergeht. Wie war das erste Zusammentreffen mit Luna, welche Gefühle hatte sie, als Luna auf ihrem Schoß zu ihrem neuen Zuhause fuhr? Die Zeit in der Welpen- und später Junghundeschule, das Alltagsleben, die stundenlangen Spaziergänge mit Luna, die konsequente Erziehung, bei der sich die Autorin selbst im Rückblick manchmal ein wenig zu streng vorkam. Oder auch, wie ihr Umfeld – Familie, Freunde, Bekannte – auf die Neuigkeit reagierten, dass ein Hund ab sofort zum Leben der Autorin gehört. Aber auch über ihre Angst um Luna nach der Diagnose, wie sie mit der Situation umgeht und wie sich ihr Verhalten gegenüber Luna ändert, berichtet die Autorin offen und warmherzig.  Es sind wunderschöne, witzige, berührende, nachdenkliche, tiefsinnige und manchmal auch traurige Momente, die eines ganz deutlich machen: Michaela Seul und Luna verbindet eine tiefe, innige Freundschaft. Die Große und das Kind light sind ein perfekt eingespieltes Team.

Fazit: Eine Liebeserklärung an alle Hunde und im Besonderen an Luna und eine Geschichte, die auch Nicht-Hundebesitzer absolut begeistern wird.

Die Autorin:
Mit 12 Jahren begann Shirley Michaela Seul mit dem, was sie bis heute am liebsten tut: schreiben. Seither hat die mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnete Autorin zahlreiche Bücher auch unter Pseudonymen veröffentlicht: Romane, Sachbücher, Ratgeber, Biographien, Krimis, Memoires. Zudem arbeitet sie seit vielen Jahren sehr erfolgreich als Ghostwriterin und Co-Autorin, womit sie sich einen festen Platz auf der Bestsellerliste erschrieben hat. "Verbiss" ist nach "Alle Vögel fliegen hoch" und "Sonst kommt dich der Jäger holen" der dritte Fall für das sechsbeinige Ermittlerduo Franza und Flipper und Kriminalhauptkommissar Felix Tixel.

Kommentare:

  1. Ich hatte selbst einen ganz tollen Hund. Könnte eine Geschichte für mich sein. Vielen Dank! Merke ich mir.
    Viele Grüße

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  2. Hallo Isabel.
    Da ist dir eine schöne Rezension gelungen, die mir eindeutig Lust darauf macht das Buch auch zu lesen. Lg Petra

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    1. Das freut mich, Petra. Dann wünsche ich Dir - falls Du es lesen solltest - ganz viel Spaß damit.
      LG Isabel

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  3. Und wieder ein Buch mehr auf meinem Wunschzettel :) Aber Deine Rezension liest sich so gut ... da will ich auch mal das Buch lesen!

    LG Isabella

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  4. Vielen Dank, liebe Isabel, für diese wunderschöne Rezension, die, wie immer bei dir, auch einen Blick zwischen die Zeilen wirft! Hier fühle ich mich als Autorin wohl.

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