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Sonntag, 4. Mai 2014

{Rezension} Der Nachtwandler von Sebastian Fitzek

Cover & Verlag: Knaur TB
Taschenbuchausgabe: 320 Seiten
Genre: Deutscher Psychothriller
ISBN: 978-3-426-50374-4
Erscheinungsdatum: 14. März 2013
Preis: 9,99 €




Was tue ich, wenn ich schlafe?

Diese Frage stellt sich Leon jedes Mal, wenn er einschläft. Als Kind litt Leon an massiven Schlafstörungen, doch diese galten mittlerweile als geheilt. Nun scheint es wieder loszugehen. Eines Morgens wacht der junge Mann auf und sieht seine Frau Natalie schwer misshandelt vor dem Kleiderschrank knien und hektisch einen Koffer packen. Bevor er überhaupt realisieren kann, was passiert ist, flieht seine Frau panisch aus der Wohnung. Jegliche Kontaktaufnahme mit ihr scheitert. Natalie scheint spurlos verschwunden. Doch was ist in der Nacht vorgefallen? Leon kauft sich eine Kopfkamera, um sich im Schlaf zu beobachten. Und was der Architekt nach dem Aufwachen auf seinem Laptop sieht, übersteigt seine komplette Vorstellungskraft. In seinem Schlafzimmer befindet sich eine geheime Tür, durch die der schlafende Leon in die Dunkelheit hinuntersteigt.



Hat Leon wirklich seine Ehefrau so schwer misshandelt, dass sie panisch vor ihm flieht und fortan wie vom Erdboden verschwunden ist? Und was verbirgt sich hinter der geheimnisvollen Tür in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer? Der junge Architekt ist schier fassungslos und diese Fassungslosigkeit und seine Angst steigern sich im Verlauf des Psychothrillers für Leon schnell ins schier Unermessliche.

Sebastian Fitzek treibt seine Leser regelrecht durch seinen Nachtwandler. Die schockierenden Erlebnisse, welche Leon in seinen Schlafphasen erlebt, werden immer schlimmer und rätselhafter. Als Leser hat man kaum eine Chance, über die Ereignisse, die sich nahtlos aneinanderreihen, zu verarbeiten, geschweige denn, sie zu verstehen. Aber da geht es dem Leser wie dem Architekten. Somit ist nervenzerreißende Hochspannung von Beginn an garantiert, doch ab und an hätte ich mir schon gewünscht, zwischendurch mal eine kleine Verschnaufpause zu bekommen. Doch diese gewährt der Autor seinen Lesern nicht.

Der Psychothriller entwickelt sich immer undurchsichtiger. Man weiß bald nicht mehr, ob Leon während der Ereignisse nun wach ist oder doch schläft und schlafwandelt. Sein Verhalten wird immer mysteriöser, oft hat man das Gefühl, dass Leon kurz davor steht, seinen Verstand zu verlieren oder hat er ihn gar schon verloren?

Absolut unklar ist fast bis zum Schluss des Psychothrillers, welche Richtung dieser nun einschlägt, wie die Story sich noch logisch aufklären soll bzw. ob es hier überhaupt eine schlüssige Lösung geben kann. Das Verhalten von Leon zeichnet der Autor sehr überzeugend, dessen Zweifel an seinem geistigen Zustand sind jederzeit nachvollziehbar beschrieben. Dennoch lässt Sebastian Fitzek seine Leser hierbei aber immer im Unklaren darüber, ob der junge Architekt viele seiner Erlebnisse nur träumt oder wirklich erlebt.



Fazit: Ein verwirrender wie hochspannender Psychothriller, der einen regelrecht durch die Story hetzt.


Der Autor:
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradoptionen. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin.

Kommentare:

  1. Von Fitzek habe ich tatsächlich noch nie was gelesen, aber schon viel gehört. Ich sollte dann wohl doch endlich mal zu einem Buch von ihm greifen. Schönes Fazit!

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    1. ja, es gibt einige gute Bücher von ihm.
      LG Isabel

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  2. Mir geht es ähnlich... habe auch sehr viel gutes über seine Bücher gehört, kam aber noch nicht dazu ein zu lesen. Muss ich wohl dringend mal ändern. :)

    LG Cat

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    1. dann wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen.
      LG Isabel

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  3. Das war mein erstes Buch von Fitzek! Und es wird garantiert nicht mein letztes sein! Wirklich toll!

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    1. Dank meiner Fitzek-begeisterten Kollegin habe ich mittlerweile schon einige von ihm gelesen, wobei mir dieses wieder besser gefallen hat. War nicht bei allen so.
      LG Isabel

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