Leseempfehlungen

Sonntag, 26. August 2012

{Rezension} Fatale Bilanz von Stefanie Ross


Verlag: Sutton Verlag
Broschierte Ausgabe: 352 Seiten
Genre: Deutscher Krimi / Hamburg
ISBN: 978-3-95400-030-2
Erscheinungsdatum: 09. Juli 2012
Preis: 12,00 €


Temporeicher, hochspannender Hamburg-Krimi

Ein Scharfschütze schießt am Hamburger Rödingsmarkt auf den Bankmanager Joachim Kranz und verfehlt ihn. Auch die durch Zufall anwesenden Polizeibeamten werden von dem Schützen verschont, anschließend verschwindet dieser spurlos. KHK Sven Klein arbeitet beim LKA im Wirtschaftsdezernat und hat bereits seit einiger Zeit Kranz im Visier, so übernimmt er nun auch die Ermittlungen zu diesem Fall, während die Wirtschaftsprüfer Dirk Richter und Marc Rawlins weiter den Arbeitgeber von Kranz überprüfen. Bald gerät die Bank in den Verdacht für die Finanzierung von Al-Qaida zu dienen und es dauert nicht lange, bis Sven, Dirk und Marc in das Visier der Terroristen geraten.

Stefanie Ross beginnt ihren Krimi, den man bedenkenlos auch als Thriller bezeichnen kann, mit dem Prolog 11 Jahre vor Beginn der eigentlichen Geschichte. Schon bald stellt man im Verlauf der Story zwar eine Verbindung hierzu her, doch letzte Fragen werden erst fast zum Schluss endgültig beantwortet. Bei der Story der Gegenwart steigt die Autorin dann fast direkt mit den Schüssen auf den Bankmanager Kranz ein und man wundert sich schon über dessen unbeteiligtes Verhalten. Während Sven und Dirk, jeder seinem Beruf entsprechend, gegen Kranz ermitteln, kommen bald noch weitere Personen hinzu, die das Team komplettieren.

Allen voran Alex, Dirk’s Ehefrau, die noch eine Rechnung mit Kranz zu begleichen hat, aber auch der amerikanische Wirtschaftsprüfer Marc und die Staatsanwältin Natascha haben großes Interesse daran, Kranz hinter Gittern zu sehen. Gerade Marc ist anfangs äußerst rätselhaft angelegt, denn als Wirtschaftsprüfer verfügt er über körperliche Fähigkeiten, die man einem Mann seines Berufes nicht unbedingt zutraut.

Die Story ist von Anfang an sehr komplex, tempo- und auch actionreich angelegt und extrem spannend. Nur ganz selten nimmt die Autorin diese etwas aus der Story, nur um ihre Protagonisten in der nächsten Szene wieder einer nervenaufreibenden Situation auszusetzen. So rätselt man nicht nur darüber, wie Kranz in die Machenschaften um Al-Qaida verstrickt ist, in welchem Bezug der Prolog zur Story steht, sondern folgt zudem gebannt den laufenden Ermittlungen dieses ziemlich unkonventionell agierendem Teams. Aber Stefanie Ross legt ihr Augenmerk nicht nur auf die Ermittlungen, sondern nimmt sich noch genug Zeit, um einem auch das Privatleben dieser interessanten, sympathischen Gruppe vorzustellen.

Für beste Krimiunterhaltung sorgt zudem der einnehmende, fesselnde und leichtfüßige Schreibstil von Stefanie Ross, der auch immer wieder mit einer guten Portion Humor versehen ist. Gerade in hochspannenden Szenen gelingt es ihr immer wieder, diese nervenaufreibende Spannung durch witzige Kommentare ihrer Mitwirkenden etwas aufzulockern. Zudem merkt man schnell, dass Stefanie Ross sich bestens in der Bankenwelt auskennt und so vermittelt die Autorin für die Story notwendige Informationen jederzeit verständlich und überzeugend.

Besonders gut gelungen sind der Autorin auch ihre Charaktere, die alle sehr authentisch agieren. Neben dem LKA-Beamten Sven, der schnell einmal ziemlich aufbrausend werden kann und eher unkonventionelle Wege bei seinen Ermittlungen geht, hat die Autorin ihm den Familienvater Dirk zur Seite gestellt, der mit seiner oftmals ruhigen und ausgeglichenen Art ein guter Gegenpart zu Sven ist. Aber Dirk kann auch ganz anders, muss er auch, um bei seiner temperamentvollen Frau Alex auch einmal zu Wort zu kommen. Am besonnensten agiert der Amerikaner Marc und es dauert auch nicht lange, bis einem klar ist, dass Marc nicht nur ein Wirtschaftsprüfer sein kann.

Fazit: Ein von Anfang bis Ende hochspannender Thriller, der mit einer vielschichtigen, temporeichen Story und liebenswerten, authentisch angelegten Charakteren absolut überzeugt.

Die Autorin:
Stefanie Ross war viele Jahre in leitender Stellung in der Hamburger Bankenwelt tätig. Im ersten Fall für Kommissar Sven Klein und den Wirtschaftsprüfer Dirk Richter präsentiert sie ein Ermittlerteam, das den Verbrechern mit den weißen Westen und Kragen auf unkonventionelle Weise zu Leibe rückt.

Freitag, 24. August 2012

{SuB-Zuwachs} Historische Buchpost

Hallo Ihr Lieben,



Vom Aufbau-Verlag erhielt ich das Angebot, einen wirklich außergewöhnlichen Historischen Roman zu lesen und zu rezensieren. Aber lest selbst, was die Herausgeber zu diesem Historischen Roman schreiben:

Die Bestseller-Autoren Tanja Kinkel, Peter Prange, Oliver Pötzsch und neun weitere renommierte Schriftsteller haben sich einem Kriminalfall gewidment, der im 16. Jahrhundert Europa in Atem hielt. 

Köln im Jahre 1534. Ein ungewöhnlicher Gerichtsfall hält die Stadt in Atem: Der Londoner Geschäftsmann Richard Charman verklagt die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff, um eine Schuld ihres unter rätselhaften Umständen verstorbenen Ehemanns Andreas zu begleichen. Agnes droht alles zu verlieren. Als sie versucht, ihre Unschuld an den Taten ihre Mannes zu beweisen, offenbart sich nicht nur ein Familiendrama, Stück für Stück gelangen tödliche Intrigen, Lügen und politische Verflechtungen ans Licht, die bis ins englische Königshaus reichen. Doch bis zuletzt stellt sich die Frage: Wer ist Agnes Imhoff wirklich – Opfer oder Täter?

Aber Halt! Es handelt sich nicht um einen „normalen“ Historischen Roman, sondern um eine faszinierende Gemeinschaftsproduktion mit Beiträgen von Tanja Kinkel, Peter Prange, Oliver Pötzsch, Titus Müller, Martina André, Lena Falkenhagen, Katrin Burseg, Caren Benedikt, Marlene Klaus, Ulf Schiewe, Heike Koschyk und Alf Leue.

Darüber hinaus basiert dieser Roman auf einem Dokument, das beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs verschüttet und schwer beschädigt worden war und für dessen Restaurierung Mitglieder des Autorenkreises Quo Vadis im April 2010 in deutschlandweiten Benefizlesungen gesammelt haben.

Diese Urkunde war Teil eines Gerichtsverfahrens, das im 16. Jahrhundert ganz Köln in Atem hielt und seine Kreise bis in die europäischen Königshäuser zog.
 


Rebecca Gablé sagt zu diesem Roman übrigens folgendes:  "Authentisch, spannend, rätselhaft - Ein großes Lesesvergnügen." 

Dieses Projekt hört sich wirklich sehr interessant an und da ich ja unheimlich gerne Historische Romane lese, konnte hier natürlich nicht widerstehen. Und da ich bereits mit dem Roman angefangen habe, kann ich Euch jetzt schon sagen, dass die Herausgeber nicht zu viel versprochen haben.

Donnerstag, 23. August 2012

{Rezension} Du bist das Böse von Roberto Costantini


Übersetzer: Anja Nattefort
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Genre: Europäischer Thriller / Italien
ISBN: 978-3-570-10132-2
Erscheinungsdatum: 20. August 2012
Preis: 19,99 €


Brillanter Auftakt der Trilogie

Ganz Rom fiebert 1982 dem WM-Endspiel entgegen. Auch der 32-jährige Commissario Balistreri hat schon feste Pläne für den Abend, doch dann wird eine junge Vatikan-Angestellte ermordet. Michele Balistreri ermittelt eher halbherzig und hat nur das Endspiel im Kopf und auch danach interessiert ihn der Fall nicht wirklich, obwohl auch sein Freund Angelo darin involviert ist. Der Mörder der jungen Elisa Sordi wird nie gefunden. Doch im Jahr 2005 holt den Polizeikommissar seine Vergangenheit ein, als auf seinem Schreibtisch der Fall R. landet.

Roberto Costantini erzählt seinen Thriller, der zwar der Auftakt einer Trilogie ist, aber durch die abgeschlossene Geschichte problemlos als Einzelband gelesen werden kann, in zwei Zeitebenen. Für den ersten Teil seines Thrillers wählt der Autor die Ich-Form, sodass man einen jungen Balistreri kennenlernt, der nur die nächste Fraueneroberung und nächtliche Pokerrunden im Kopf hat. Seinen Polizeidienst versieht der Revierleiter in einer eher ruhigen Gegend Roms und mit einer entsprechenden Nachlässigkeit. Völlig respektlos ist sein Verhalten gegenüber anderen Menschen, auch bei dem Comte oder Kardinal Allessandrini, die ebenfalls in dem Fall involviert sind, ändert Balistreri sein Verhalten nicht. Doch durch seine Überheblichkeit entgehen ihm wichtige Details, die ihm im Jahr 2005 zum Verhängnis zu werden drohen. Obwohl sein Commissario nun wirklich kein Sympathieträger zu sein scheint, gelingt es dem Autor problemlos, dass man diesen draufgängerischen Frauenheld schon bald durchaus sympathisch findet.

Dem Autor ist ein Thriller gelungen, der von Anfang an extrem spannend und zudem sehr vielschichtig angelegt ist. Schnell ist klar, dass man hier einen äußerst gut durchdachten und hervorragend recherchierten Thriller in Händen hält, der sich mit der Politik, den Intrigen und Machtkämpfen der Stadt am Tiber befasst, was gerade im zweiten Teil im Jahr 2005 sehr deutlich wird. Diesen Teil erzählt Roberto Costantini nun aus unterschiedlichen Perspektiven. Und so folgt man nicht nur weiterhin gebannt der komplexen Story, sondern lernt auch einen gebrochenen und vom Leben enttäuschten Commissario kennen, der sich mit Magengeschwüren und Depressionen herumschlagen muss. Aber seinen Sinn für Gerechtigkeit hat Balistreri nicht verloren und verbissen stürzt er sich nun in den Fall R., der schon bald Parallelen zum Mordfall Elisa aufweist.

Der Schreibstil des Autors ist von Anfang an sehr fesselnd, einnehmend und flüssig. Problemlos zeichnet er seinen Lesern ein Bild von Rom mit all seinen schönen, aber auch durchaus sehr dunklen Seiten, versieht das Ganze mit viel Lokalkolorit und zeigt auch politische Probleme wie auch Korruptionen in Regierungskreisen auf. Aber auch der Vatikan spielt eine große Rolle in seinem Thriller und auch hier erhält man einen guten Blick hinter die Kulissen.

Seine Charaktere, allen voran natürlich Michele Balistreri sind hervorragend herausgearbeitet und nehmen schnell Konturen an. Viele bleiben dennoch in ihrem Verhalten absolut rätselhaft und durch viele unvorhersehbare Wendungen in der Story hat man lange absolut keine Vorstellung davon, wie die Fälle von 1982 und 2005 zusammengehören, wer ein Motiv für den Mord an Elisa hatte wie auch an den weiteren Morden, die 2005 geschehen, noch erhält man eine Vorstellung davon, wer der Mörder ist. Es gibt im Verlauf viele Verdächtige, einige sind Bauernopfer, einige durchaus auch Täter, aber derjenige, der im Hintergrund die Fäden zieht, der große Unbekannte, bleibt einem bis zum Schluss verborgen. Und so hält sich die Hochspannung wirklich bis zur allerletzten Seite, wo dann endgültig alle losen Fäden schlüssig zusammenfinden.

Fazit: Ein absolut gelungener Auftakt der Trilogie, der mit einer vielschichtigen, intelligenten Story und hervorragend herausgearbeiteten Charakteren aufwarten kann.

Der Autor:
Roberto Costantini, 1952 in Tripolis geboren, hat eine erfolgreiche Laufbahn als Ingenieur und Unternehmensberater hinter sich und ist heute Dozent an einer freien Universität in Rom. Sein Debüt "Du bist das Böse" wurde noch vor der Veröffentlichung an zahlreiche wichtige internationale Verlage verkauft, sprang sofort nach Erscheinen auf die Bestsellerliste und erhielt überbordendes Lob von Medien und Publikum. Der Roman ist der erste Band einer Trilogie mit dem Commissario Michele Balistreri. Die Filmrechte wurden bereits verkauft (Rai Cinema), die Dreharbeiten sind für Anfang 2013 eingeplant. Costantini schreibt gerade am zweiten Band der Trilogie.

Sonntag, 19. August 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende & Historische Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

auch diese Woche gab es wieder einigen Zuwachs für meine Bücherwand, auch wenn das bedeutet, dass mein SuB als weiter wächst, da ich auch diese Woche kaum zum Lesen kam. Jetzt hoffe ich auf die nächste Woche!


Von Wolfgang Brenner hatte ich in der Vergangenheit schon zwei Krimis gelesen (Bollinger und die Barbaren, Bollinger und die Friseuse), die ich richtig klasse fand und als ich jetzt gesehen habe, dass von ihm im September 2012 der Psychokrimi "Und Mutter weinet sehr" veröffentlicht wird, da konnte ich natürlich nicht widerstehen und habe das Buch als Produkttest ausgewählt. Die Rezension folgt dann am 03.09.2012.

Es ist der Alptraum aller Eltern: Der kleine Johann kommt eines Abends vom Spielen nicht nach Hause. Der Vater verständigt die Polizei, die Mutter fühlt sich wie gelähmt. Und hegt schon bald den Verdacht, dass das Leben ihres Jungen für die Polizei nicht oberste Priorität hat. Doch einer Mutter geht es nur um ihr Kind, eine Mutter tut alles, um es zurückzubekommen. Dafür trifft sie sich sogar heimlich mit dem Entführer. Ein fatales Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf ...




Letzte Woche hatte mich der C. Bertelsmann-Verlag angeschrieben und mir angeboten, den ersten Band der Thriller-Trilogie "Du bist das Böse" von Roberto Costantini zu lesen und zu rezensieren. Die Kurzbeschreibung hört sich schon mal richtig spannend an.


Der Auftakt einer international gefeierten Thriller-Trilogie!

Während ganz Rom 1982 das WM-Endspiel Italien gegen Deutschland verfolgt, wird eine junge Angestellte des Vatikan ermordet. Der draufgängerische Commissario Balistreri nimmt den Fall auf die leichte Schulter. Ein Mörder wird nie gefunden. Über zwanzig Jahre später gibt es erschreckend aktuelle Gründe, um den Fall wieder aufzunehmen. Doch dem Opfer nach so langer Zeit Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, kostet Balistreri einen weit höheren Preis als angenommen … 


Ein grandios konstruierter, beunruhigender Thriller mit einem Ermittler, der erfrischend anders ist: zynisch, respektlos und absolut unbestechlich im Kampf gegen das Böse.




Vom Gmeiner Verlag kam diese Woche der Historische Roman "Der Papstkäufer" von Günther Thömmes an. Hört sich auch sehr interessant an.

ZIELE DER FUGGER  Der Augsburger Kaufmann Johannes Zink ist selbst in der korrupten Zeit zu Beginn der Renaissance eine ungewöhnliche Erscheinung. Als Faktor von Jakob Fugger in Rom tut er alles, um seine Ziele und die der Fugger durchzusetzen. Fürsten, Bischöfe und Kardinäle stehen in seinem Sold. Die Palette seiner Untaten ist vielfältig. Eines Tages schießt Zink nicht nur mit der Bestechung des Papstes über das Ziel hinaus …
Ein biografischer Historienroman, der die Welt der Päpste zeigt und ein spannendes Sittenbild der beginnenden Renaissance vermittelt.



Liebe Grüße
Isabel

Freitag, 17. August 2012

{Rezension} Das Schwarze Kollektiv von Michael Zandt

Verlag: Art Script Phantastik
Broschierte Ausgabe: 264 Seiten
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3981509236
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2012
Preis: 11,80 €


Die Kinder der Agrunbar

Als Junge kam Ariko ins Waisenhaus und wurde schon wenig später vom Militär rekrutiert. Hier erhält er eine fundierte Erziehung und wird zum Soldaten ausgebildet, wobei gerade der christliche Glaube beim Schwarzen Kollektiv eine große Rolle spielt. Als durch das Wiedererwachen der Horde ein Krieg ausbricht, muss auch Ariko an die Front und kämpft fortan gegen das geheimnisvolle Volk der Hameshi. Doch es dauert nicht lange, bis Ariko den Ruf der Roten Mutter hört, dem Schwarzen Kollektiv den Rücken kehrt und in die riesigen Wälder flieht, um sich den Hameshi anzuschließen. Schnell passt er sich dem Leben der Waldbewohner an, führt mit ihnen einen blutigen Kampf gegen das Militär und schon bald begegnet er wieder der geheimnisvollen Lamis’jala, in die er sich verliebt.



Montag, 13. August 2012

{Rezension} Die Brückenbauer von Jan Guillou

Verlag: Heyne Verlag
Übersetzer: Lotta Rüegger, Holger Wolandt
Genre: Historischer Roman
Gebundene Ausgabe: 784 Seiten
ISBN: 978-3-453-26825-8
Erscheinungsdatum: 13. August 2012
Preis: 22,90 €


                       
Eine fesselnde Geschichte

Die Brüder Lauritz, Oscar und Sverre wachsen Ende des 19. Jahrhunderts im Westen Norwegens als Söhne einer  armen Fischerfamilie auf. Als das Meer ihren Vater nicht wieder hergibt,  ändert sich das Leben der drei Jungen von Grund auf. Da ihre Mutter sie nicht mehr ernähren kann, werden sie als Lehrlinge in die Stadt geschickt. In einer Bergener Seilerei lernen die Lauritzen-Brüder das Handwerk, fallen aber schnell durch ihr großes Talent auf. Durch Zufall wird der Sohn des Seilerei-Besitzers hierauf aufmerksam und fördert es entsprechend. Auf Kosten der Wohltätigkeitsloge „Gute Absicht“ erhalten sie nun eine fundierte Schulbildung und wechseln als Jugendliche an das Polytechnikum nach Dresden, das zur damaligen Zeit als das Beste der Welt galt. Hier lassen sie sich zu Ingenieuren ausbilden, um ihre „Schuld“ dann beim Bau der Bergenbahn abzuleisten. Ein für die damalige Zeit schier unmögliches Projekt,  doch Lauritz stellt sich der gefahrvollen Aufgabe. Währenddessen verschlägt es seinen Bruder Oscar nach Deutsch-Ostafrika, um dort ebenfalls eine Eisenbahnstrecke zu bauen.



Sonntag, 12. August 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

zwar komme ich wegen unserer Wohnzimmer-Renovierung so gut wie überhaupt nicht zum Lesen, was mich allerdings nicht davon abhalten lässt, wenigsten meinen SuB wieder ein wenig anwachsen zu lassen.

Es stand wieder einmal  die Quartalsbestellung beim Club an und nach einem intensiven "drüberbeugen" über meine Wunschliste habe ich mich für folgende Bücher entschieden:

Von Vincent Kliesch habe ich bereits die ersten beiden Thriller gelesen und da war natürlich klar, dass auch das neueste Buch "Der Prophet des Todes" nun gelesen werden muss.

Eine geheimnisvolle Vorhersage kündigt zwei rätselhafte Todesfälle in Berlin an. Wer steckt hinter der seltsamen Botschaft? Hauptkommissar Julius Kern beginnt zu ermitteln – und erhält kurz darauf selbst eine Todesprophezeiung. Er wird von dem Fall abgezogen, doch inoffiziell ermittelt er weiter. Denn der Prophet des Todes hat keinen Zweifel daran gelassen, dass nur eine Begegnung mit Kerns Erzrivalen Tassilo Michaelis das Rätsel lösen und die Familie des Kommissars retten kann ...



Dann habe ich mittlerweile so viele positive Rezensionen zu "Der Mann, der kein Mörder war" des Autorenduos Rosenfeldt/Hjorth gelesen, dass der skandinavische Krimi nun auch in mein Bücherregal eingezogen ist.

In einem Waldstück bei Västerås wird die Leiche eines Jungen entdeckt – brutal ermordet, mit herausgerissenem Herzen. Roger war Schüler eines Elitegymnasiums, ein sensibler Junge. Die Polizei vor Ort ist überfordert, und so reist Kommissar Höglund mit seinem Team aus Stockholm in die Provinz. Dort trifft er überraschend einen alten Bekannten: Sebastian Bergman, ein brillanter Kriminalpsychologe und berüchtigter Kotzbrocken. Er bietet Höglund seine Hilfe an. Das Team ist wenig begeistert, doch schon bald wird der hochintelligente Bergman unverzichtbar. Denn in Västerås gibt es mehr als eine zerstörte Seele ...



Vor einigen Tagen hatten wir mal wieder einen Bericht über den rätselhaften Tod von Uwe Barschel gesehen und dabei ist mir eingefallen, dass ich hierzu ein entsprechendes Buch auf meiner Wunschliste liegen habe, der diesen Fall behandelt. Also wurde "Ein Mord, der keiner sein durfte: Der Fall Uwe Barschel und die Grenze des Rechtsstaates" von Heinrich Wille gleich bestellt.

In der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 1987 stirbt Uwe Barschel, bis wenige Tage zuvor Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, in einem Hotel in Genf. Selbstmord oder Mord? Das ist die große Frage. Doch die Untersuchungen stehen von Anfang an unter einem schlechten Stern. In Genf wird geschlampt, in Deutschland weigert man sich, überhaupt ein Verfahren aufzunehmen. Heinrich Wille, Autor dieses Buches, tritt 1992 seine Stelle als Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft an. Er wird mit dem Fall Barschel betraut. Sein Buch ist ein präziser, detaillierter Bericht über die Ermittlungen, die nationalen und internationalen Verbindungen Barschels, seine teils wenig transparenten Unternehmungen. Und es ist ein ebenso genauer Bericht über die Behinderungen der Untersuchung, die Vorenthaltung von Beweismitteln seitens anderer Behörden, die Einmischung der Politik. Wille hat das hier vorliegende Buch bereits 2007 geschrieben. Doch die Publikation wurde damals von der Schleswiger Generalstaatsanwaltschaft untersagt. Jetzt liegt es vor das eindrückliche Dokument einer unmöglichen Ermittlung, das ebenso eindru cklich die Grenzen des Rechtsstaates aufzeigt.

Liebe Grüße
Isabel

Samstag, 11. August 2012

{Rezension} Die Frau in Rot von Margot S. Baumann


Verlag: Knaur TB
Genre: Geisterroman / Schweiz
Taschenbuchausgabe: 480 Seiten
ISBN: 978-3-426-50950-0
Erscheinungsdatum: 03. August 2012
Preis: 9,99 €


Die Würfel sind gefallen

Das gefragte Model Anouk ist nach einem Autounfall, bei dem ihre beste Freundin ums Leben kam und sie selbst schwer verletzt wurde, seelisch am Boden. Um Abstand und auf andere Gedanken zu kommen, reist sie zu ihrer Großtante Valerie in das beschauliche Aargauer Örtchen Seengen. Bald jedoch merkt Anouk, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ein kleines Kind im Nachthemd kreuzt ihren Weg, sie hört seltsame Stimmen und immer wieder sieht sie eine Frau in einem roten Kleid, wie es im 18. Jahrhundert getragen wurde. Schnell ist Anouk klar, dass die junge Frau ihr etwas Wichtiges mitteilen möchte.

Für ihren Geisterroman verbindet Margot S. Baumann das Leben historischer Personen aus dem 18. Jahrhundert mit fiktiven Figuren in der Gegenwart. So spielt ihre Geschichte parallel auf zwei Zeitebenen, die sich ständig abwechseln. Zum einen begleitet man Anouk und den Dorfarzt Max bei der Suche nach dem Geheimnis der Frau in Rot, zum anderen kehrt man immer wieder in das Jahr 1746 zurück und lernt so nach und nach das Leben der jungen Bernhardine von Halwyl kennen.

Die Wechsel der verschiedenen Zeitebenen sind Margot S. Baumann hervorragend gelungen und diese sorgen für eine ständige Neugier beim Lesen. Die Geschichte der jungen Bernhardine ist die Grundlage für die Gruselgeschichte, doch die Autorin verrät in diesem Erzählstrang nie zu viel, ständig rätselt man, was Bernhardine auf Schloss Halwyl, welches in unmittelbarer Nähe zu Seengen liegt, so schreckliches passiert ist, dass sie im Jahr 2010 immer noch als Geist umherwandelt und warum sie sich ausgerechnet Anouk ausgesucht hat, ihr zu helfen.

Die Geschichte baut sich langsam, aber sehr kontinuierlich und logisch auf und je länger sie dauert, je mehr man vom Leben von Bernhardine erfährt, umso spannender wird diese. Hinzu kommt, dass Anouk und Max einigen unerklärlichen und durchaus auch lebensgefährlichen Phänomenen ausgesetzt sind, für die man anfangs keine Erklärung findet, wie z. Bsp. ein Krähenangriff aus heiterem Himmel. Im Verlauf wird die Geschichte immer fesselnder, einige Gruseleffekte sind ebenfalls vorhanden und zum Ende hin nimmt die Story zusätzlich starke Krimizüge an, welche die Spannung extrem steigern.

Hinzu kommt der flüssige, einnehmende, unterhaltsame und farbenprächtige Schreibstil der Autorin, der einen schon bald problemlos an ihren Debütroman bindet. Gerade ihre bildhaften Beschreibungen über das Leben im 18. Jahrhundert sind absolut überzeugend und lassen das Wasserschloss Halwyl und das Leben in diesem dunklen, modrigen Gemäuer vor dem inneren Auge entstehen. Gerade diesem Erzählstrang hängt eine fast durchgehende düstere, bedrückende, morbide und gruselige Stimmung an, was noch durch den der damaligen Zeit angepassten Schreibstil unterstützt wird. Für Lyrik-Fans bindet Margot S. Baumann zudem immer mal wieder kleine Gedichtstrophen mit ein, die eine Schlüsselstellung in dem Roman inne haben.

Gelungen sind aber auch die Charaktere, allen voran Anouk Morlot. Das Model ist anfangs total frustriert, depressiv und fast schon alkoholabhängig. Sie kommt einfach nicht über den Tod ihrer Freundin hinweg, gibt sich die Schuld an dem Unfall und fühlt sich nun als Aufpasserin für ihre leicht demente Großtante. Doch die Ruhe in Seengen tut ihr gut, bald kommt ihr wahrer Charakter zum Vorschein und man lernt eine temperamentvolle, dickköpfige, sympathische junge Frau kennen, die völlig ohne Starallüren ist und sehr realistisch in die Zukunft schaut.

Ihre Tati Valerie ist ein Original: eine feine alte Dame, leicht schrullig, sehr direkt, offen und herzlich und Tati Valerie hat die Eigenart mit Ameisen zu sprechen. Viele halten sie deswegen für verrückt, was sie jedoch in keiner Weise stört. Der Dritte im Bund ist der Dorfarzt Max, dem Anouk am ersten Tag in Seengen buchstäblich in die Arme fällt. Was ihn nicht daran hindert, das Model bald tatkräftig bei der Suche nach der Wahrheit um die Frau in Rot zu unterstützen.

In der Vergangenheit steht Bernhardine von Halwyl natürlich im Fokus. Als Adlige ist die 16-jährige Bernhardine das lebhafte, bunte Leben in Bern gewohnt, die erzwungene Heirat mit dem viel älteren Johannes von Halwyl führt sie in die Provinz, entsprechend zickig und hochnäsig ist ihr Verhalten anfangs. Doch auch ihr Charakter entwickelt sich im Verlauf der Geschichte und wird einem durchaus sympathisch.

Fazit: Eine gefühlvolle, farbenprächtige, rätselhafte und durchaus auch sehr spannende Geschichte über eine junge Frau aus dem 18. Jahrhundert, die im Jahr 2010 als Geist versucht, endlich Gerechtigkeit zu finden. 

Die Autorin:
Margot S. Baumann wurde 1964 - unweit des Handlungsschauplatzes dieses Buches - im Kanton Aargau, Schweiz geboren. Nach zahlreichen Veröffentlichungen im Bereich Lyrik wechselte sie 2008 zum Romanschreiben. Sie reist gerne, mag raue Küsten und träumt von einem Cottage am Meer. Sie ist Mitglied des Berner Schriftstellervereins und lebt heute mit ihrer Tochter zusammen im Kanton Bern.

Montag, 6. August 2012

{Rezension} Knochenfinder von Melanie Lahmer


Verlag: Bastei-Lübbe
Genre: Deutscher Krimi / Siegen
Taschenbuchausgabe: 463 Seiten
ISBN: 978-3-404-16669-5
Erscheinungsdatum: 07.04.2012
Preis: 8,99 €

Das Buch kann hier gekauft werden!


Grausige Funde

Die Siegener Polizei ist auf der Suche nach einem Schüler, der spurlos verschwunden ist. Kommissar Winterberg und sein Team ermitteln auf Hochtouren, doch der 18-jährige Rene ist nicht aufzufinden. Dann wird von Geocachern ein menschlicher Finger in einem Geocaching-Versteck gefunden. Schnell steht fest, dass dieser dem Schüler gehört und es soll nicht der letzte Fund bleiben.

Melanie Lahmer stellt das Thema „Geocaching“ klar in den Fokus ihres Debüt-Krimis, wobei auch die Verbreitung von Gewaltvideos an Schulen eine große Rolle spielt. Geschickt baut die Autorin ihre Story auf und wechselt regelmäßig die Handlungsstränge. Nicht nur die Ermittlungen von Winterberg und Natascha verfolgt man so, sondern ist auch immer wieder in kurzen Sequenzen bei einem Entführten dabei, der gefesselt in einer dunklen Höhle liegt. Auch wenn die Ermittlungsarbeit überwiegt, nimmt sich Melanie Lahmer dennoch Zeit, auch das Privatleben von Kommissar Winterberg wie auch von Natascha mit einfließen zu lassen. Und gerade der Kommissar wird bald auch persönlich in den Fall um den verschwundenen Schüler mit eingebunden.

Spannung ist praktisch von der ersten Seite an vorhanden und steigert sich im Verlauf des Krimis kontinuierlich bis zur schlüssigen und fesselnd erzählten Auflösung. Die Story gestaltet sich ziemlich komplex, immer wieder lässt die Autorin Informationen zu Geocaching mit einfließen und auch bei dem Thema von Gewaltvideos an Schulen merkt man deutlich, dass Melanie Lahmer sich ausführlich mit den beiden Themen befasst und entsprechend recherchiert hat. Nur mit Informationen zu Täter und Motiv lässt die Autorin ihre Leser sehr lange im Unklaren und somit ist man immer auf dem gleichen Wissensstand wie die ermittelnden Beamten. Und auch ein wenig Lokalkolorit ist vertreten, da die Autorin auch immer wieder Auskünfte über das Siegerland und der Stadt Siegen selbst mit einfließen lässt.

Neben der interessanten und spannenden Story sind auch die Charaktere detailreich beschrieben. Im Vordergrund stehen Kommissar Hagen Winterberg und seine junge Kollegin Natascha Krüger. Der Familienvater zweier fast erwachsener Söhne hat private Probleme, besonders mit seinem rebellischen älteren Sohn, was ihn auch beruflich beeinflusst. Natascha ist von Köln nach Siegen versetzt worden, vermisst ihre alte Heimat und kann sich nicht so recht mit dem beschaulichen Siegerland anfreunden. Mit ihren Kollegen dagegen versteht sich die engagierte Polizistin hervorragend und geht voll und ganz in ihrem Beruf auf.

Fazit: Ein gelungenes Debüt, welches mit einer komplexen, spannenden Story, mit einer interessanten Thematik und gut heraus gearbeiteten Charakteren überzeugt.

Die Autorin: (Quelle: Amazon)
 Melanie Lahmer, geboren 1974 in Rotenburg/Fulda, lebt mit ihrer Familie in Siegen. Nach dem Studium der Erziehungswissenschaften arbeitete sie als Redakteurin und veröffentlichte Kolumnen und Kurzkrimis sowie Beiträge zum Wahrnehmungsphänomen Synästhesie. 2009 erhielt sie ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerdorf Schöppingen. Knochenfinder ist ihr erster Roman, im Moment arbeitet sie an einer Fortsetzung. Nebenher betreut und schreibt sie Rezensionen fürs MinD-Magazin von Mensa e.V. und erkundet weiterhin die Synästhesie. 



Mein Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars geht an Blog dein Buch und den Bastei-Lübbe-Verlag.

Samstag, 4. August 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende, mystische, fantastische & literarischeBuchpost

Hallo Ihr Lieben,

vom Knaur TB-Verlag bekam ich letzte Woche angeboten, den Mystery-Roman "Die Frau in Rot" von Margot S. Baumann zu rezensieren. Nachdem ich mir die Kurzbeschreibung durchgelesen habe, habe ich gleich begeistert zugesagt. Hört sich wirklich klasse an:


Anouk, einst ein gefragtes Model, weiß nach einem Unfall, der ihre beste Freundin das Leben kostete, nicht mehr ein noch aus. Sie zieht zu ihrer Großtante in ein beschauliches Schweizer Dorf. Doch bald hat Anouk das Gefühl, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, denn sie hört Stimmen, sieht Personen, die schon lange verstorben sind - und jene geheimnisvolle Frau im roten Kleid, die ihr offenbar etwas Bedeutendes mitteilen möchte ...



Bei Blog dein Buch habe ich vor kurzem wieder ein Buch entdeckt, nämlich von Melanie Lahmer mit den thrillermäßigen Buchtitel "Knochenfinder", dass sich inhaltsmäßig richtig klasse anhört ... also beworben und Glück gehabt *freu*



Ein Schüler verschwindet spurlos. Wenig später wird in einem Geocaching-Versteck im Rothaargebirge ein Finger gefunden, und an der Schule des Vermissten kursieren brutale Gewaltvideos. Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen suchen nach einem Täter - und ahnen nicht, welches grausame Spiel dieser mit ihnen spielt. Denn kurz darauf gibt es einen weiteren Geocaching-Fund ...

Bereits in diesem Jahr habe ich von Michael Zandt "Hapu - Teufel im Leib" gelesen und war begeistert (meine Rezi). Jetzt kam von Michael die Anfrage, ob ich seinen neuen Fantasy-Roman "Das schwarze Kollektiv" lesen möchte. Ja klar, wollte ich und habe gleich den ArtScript Phantastik Verlag angeschrieben und eine total nette Antwort erhalten und hier ist es jetzt.


Ariko ist ein Sohn der Straße. Von den Eltern verlassen, von den Behörden ins Waisenhaus gesteckt, gerät er früh in die Fänge des Militärs. Er wird zum Soldaten erzogen und in den Krieg gegen das geheimnisvolle Volk der Hameshi geschickt. In deren riesigen Wäldern lernt er verlorene Seelen und grausame Götter, aber auch die magische Schönheit der Schöpfung kennen. Ariko begegnet einem Mädchen. Sie ist jung, sie ist schön und sie ist eine feindliche Kriegerin. Der Waise wechselt die Fronten, doch findet er auch bei den Hameshi keinen Frieden. Er muss gegen Widersacher kämpfen und heimtückischen Dämonen widerstehen. Ariko lernt viel im Reich der ewigen Wälder, aber wird er am Ende auch begreifen, dass der Keim alles Bösen … in der Liebe liegt?

Beim ArtScript Phantastik Verlag handelt es sich übrigens noch um einen recht kleinen Verlag, aber das Angebot ist für Fantasy-Fans richtig klasse, schaut mal vorbei, es lohnt sich! An der Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Grit für die Zusendung und natürlich an Michael für die Info-Mail!!!


Zum guten Schluss kam am Freitag noch eine wunderbare Überraschung an. Im Briefkasten lag ein Päckchen vom KiWi-Verlag und ich war erst einmal etwas verwundert. Also aufgemacht und dann war die Freude riesig. Bei Facebook hatte ich vor 1-2 Wochen an einem Gewinnspiel auf der Seite vom KiWi-Verlag mitgemacht. Dort wurden das gebundene Buch "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel Garcia Márquez verlost, zusammen mit dem Film zum Buch als DVD. Und ich habe tatsächlich eines der 10 Pakete gewonnen *riesigfreu*.



In Erinnerung an meine traurigen Huren erzählt Gabriel García Márquez eine Geschichte über die Liebe, das Alter und den Sinn des Lebens:

Zu seinem 90. Geburtstag schenkt sich ein alter Mann, der sein Leben lang nur käufliche Liebe gekannt hat, in einem Bordell eine Nacht mit einer Jungfrau. In dieser Nacht, der noch viele folgen sollten, betrachtet er verzaubert die schlafende Schöne und empfindet zum ersten Mal in seinem Leben Liebe.

Frauen haben im Leben des alten Journalisten immer eine Rolle gespielt – seine schöne und gebildete Mutter, die ihm die klassische Musik und die Literatur nahe brachte; seine aufreizende Verlobte, die er sitzen ließ; all die vielen Huren, die er mehr nach dem Preis als nach ihren Reizen wählte, und schließlich Rosa Cabarcas, eine mit allen Wassern gewaschene Puffmutter, die ihm in der Nacht seines 90. Geburtstags Delgadina zuführt. Dieses von Rosa Cabarcas in Tiefschlaf versetzte schöne Mädchen löst in dem alten einsamen Mann, der mit dem Leben schon fast abgeschlossen hat, nie zuvor erfahrene Gefühle aus. Immer wieder zieht es ihn zu Delgadina, doch er weckt sie nie. Die Schlafende bringt ihn dazu, sich selbst besser zu verstehen; sie treibt den Liebenden in rasende Eifersucht und inspiriert den Journalisten zu hinreißenden Liebeselogen in der Lokalzeitung. Nach einem Jahr ist er ein anderer Mensch.

Ein Roman voller Melancholie und Humor, voller Klugheit und Zärtlichkeit. Ein großes Thema der Weltliteratur, der alte Mann und das Mädchen, wird von García Márquez auf meisterhafte Weise karibisch variiert. Erinnerung an meine traurigen Huren ist eine Hommage an den japanischen Nobelpreisträger Yasunari Kawabata und seinen Roman Die schlafenden Schönen.


Macht Euch ein schönes, sonniges Wochenende,
liebe Grüße
Isabel 

Freitag, 3. August 2012

{Rezension} Klosterbräu von Silke Porath / Andreas Braun / Zoran Zivkovic


Genre: Deutscher Krimi / Regionalkrimi / Spaichingen
Paperback-Ausgabe: 307 Seiten
ISBN: 978-3-8392-1315-5
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2012
Preis:  11,90 €


Der arme Thorben und sein Männerschnupfen

Nach dem Gottesdienst wird in der Spaichinger Klosterkirche eine Leiche gefunden. Der Brauereibesitzer von Spöttinger Bräu wurde während des Gottesdienstes erwürgt. Kommissarin Verena Hälble und ihr Assistent Thorben Fischer beginnen mit den Ermittlungen und  auch Pater Pius interessiert sich sehr für den Fall. Schließlich ist der Brauereibesitzer in seiner Klosterkirche ermordet worden. Und schon bald führt eine Spur den Pater zusammen mit Verena nach Berlin.

Das Autorenduo Porath/Braun beginnt gleich mit dem Mord an dem erfolgreichen Brauereibesitzer und hierdurch erscheinen Verena und ihr Assistent Thorben fast sofort auf der Krimibühne. Beide sind mittlerweile ein Paar, die Kabbeleien des 1. Bandes sind beendet und turteln ist nun angesagt. Und natürlich ist auch Pater Pius‘ Neugier sofort geweckt und so stellt der Ordensmann wieder einmal eigene Ermittlungen an und unterstützt Verena entsprechend. Und so fängt der Krimi wieder vielversprechend an.

Doch schon bald wird Thorben von einer schrecklichen Krankheit geplagt: Männerschnupfen. Anfangs ist dies ja noch ziemlich witzig, mit der Zeit nerven die ständigen Bemerkungen über verstopfte Nase, kratzenden Hals, Fiebermessen und dem ständig bemitleidet werden wollen einfach nur noch. Und nach gefühlten 40 eingeworfenen Aspirintabletten und sonstigen Medikamenten fragt man sich irgendwann schon, ob das Autorenduo einen Deal mit einem Pharmakonzern geschlossen hat. Und in seiner Wehleidigkeit wird Thorben auch noch fleißig von der verliebten Verena unterstützt. Hier hätte ich mir öfter ein paar kleine zynische Seitenhiebe gewünscht, anstelle des ständigen Bemuttern und bedauert werden, zumal Thorben nun wirklich nicht krank ist und mehr die Erkältung herbei sehnt.

Somit konzentriert sich eigentlich der Krimi bald auf die eingebildete Grippe von Thorben, die Ermittlungen laufen eher am Rande und sind stellenweise schon ziemlich hanebüchen. So werden Informationen auf illegale Weise besorgt und an andere Dienststellen weitergeleitet. Es wird eine Verhaftung geschildert, die einfach nur absolut überzogen ist und mit Sicherheit nicht zum Polizeialltag gehört. Und warum ausgerechnet die Reise nach Berlin auf privater Basis erfolgen muss, ist mir auch nicht so recht eingeleuchtet.

Ich mag Krimis, die viel Wert auf Lokalkolorit und gern auch auf eine unterhaltsame, lustige Story legen und die Ermittlungsarbeit kann dabei ruhig in den Hintergrund rutschen. Aber ab und an darf es auch einmal richtig spannend werden und vor allem sollte die Story glaubwürdig sein. Lokalkolorit ist bei "Klosterbräu" reichlich vorhanden, ab und an lassen Porath/Braun die Spaichinger auch im Dialekt reden und man erfährt einiges über das Städtchen nahe Tuttlingen. Die Aktionen jedoch von Verena und Thorben wirken oft zwanghaft witzig, hier fehlt einfach die Lockerheit des 1. Bandes, von Ermittlungsarbeit kaum eine Spur, Pater Pius kommuniziert bald mehr mit seinem Herrn, als das er eigene Ermittlungen anstellt, die Story wirkt stellenweise ziemlich überzogen und Spannung ist fast keine vorhanden.

Auch die Auflösung des Falls konnte mich nicht wirklich überzeugen. Seitenlang finden kaum Ermittlungen statt und dann auf den letzten paar Seiten fällt der Täter regelrecht vom Himmel. Und wo ist der Stephen King lesende und die Stones hörende Pater Pius geblieben? Im 2. Band wirkt er blass und uninteressant. Gelungen sind die gelegentlichen Einschübe von Zoran Zivkovic mit seinem Radio Donauwelle, die fast schon einen eigenständigen Krimi liefern.

Fazit: Wirklich schade. Der erste Band „Klostergeist“ hatte mich überzeugt mit originellen Charakteren und einer witzigen, spannenden Story. Der vorliegende 2. Band nervt stellenweise sehr mit dem Thema Männerschnupfen und die Story kann nicht wirklich überzeugen.

Die Autoren:
Silke Porath, Jahrgang 1971, lebt mit Mann, drei Kindern, Hund und allerlei Kleinvieh in Spaichingen. Sie arbeitete als Zeitungsredakteurin und PR-Beraterin, ist bis heute Dozentin für Kreatives Schreiben. 
Andreas Christoph Braun, 1964 in Stuttgart geboren, lebt heute wieder in Stuttgart. An der Universität Tübingen studierte er Humanmedizin, ehe er nach dem Physikum die Richtung wechselte und in Würzburg ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte absolvierte. 
Zoran Zivkovic, Jahrgang 1969, stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Höchberg. Der Sozialpädagoge wuchs auf der Schwäbischen Alb auf und drückte dieselbe Schulbank wie Silke Porath. Zoran Zivkovic arbeitet als Seminarleiter und Bildungsreferent in Würzburg.