Leseempfehlungen

Donnerstag, 10. Februar 2011

(Rezension) Klostergeist von Silke Porath und Andreas Braun

Verlag: Gmeiner Verlag
Taschenbuchausgabe: 227 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 3839211247
Erscheinungsdatum: 07. Februar 2011
Preis: 9,90 €


Hier ist Radio Donauwelle …

Beschaulich und friedlich geht es bei den Mönchen auf dem Klosterberg in Spaichingen zu. Bis eines Tages im November plötzlich der Bürgermeister vom Klosterturm stürzt, direkt vor die Füße des Superior und seinen Ordensbrüdern.  War es ein Unfall, Selbstmord oder gar Mord? Dieser Frage gehen Kommissarin Verena Hälble und ihr Assistent Thorben Fischer nach. Doch auch Pater Pius‘ kriminalistischer Spürsinn erwacht, als er durch Zufall auf einen Kontoauszug mit einer merkwürdigen Abbuchung stößt.

Bei dem Autorenduo Porath/Braun bildet die Ermittlungsarbeit zu dem Fall eher die Rahmenhandlung. Der Fokus liegt eindeutig bei ihren Protagonisten. Und das ist beste Krimiunterhaltung mit einem guten Schuss Humor. Locker, flüssig und stellenweise richtig witzig ist der Schreibstil der Autoren und sie haben in ihrem Krimi einige herrlich schrullige, originelle und eigenwillige Charaktere geschaffen.

Allen voran natürlich Pater Pius. Dieser liest mit Vorliebe Stephen King und das am liebsten während er sich die Wartezeit beim Beichtdienst verkürzt. Und neben dem kirchlichen Gesang darf es auch gerne mal ein Song von den Rolling Stones sein. Auch ansonsten präsentiert dieser sich sehr menschlich, nie weltfremd und äußerst sympathisch. Ein wenig lernt man durch ihn natürlich auch das Leben im Konvent kennen, welches  bei den Ordensbrüdern sehr harmonisch, beschaulich und freundschaftlich abläuft. Während des Essens wird schon einmal ein Krimi vorgelesen und sonntagabends muss natürlich der Tatort geschaut werden. Hierbei wird immer taper mit gerätselt, wer denn nun der Mörder war, meist gewinnt hierbei Pater Pius. Die restliche und somit die meiste Zeit gehen die Ordensbrüder natürlich ihrer kirchlichen Arbeit und dem Ordensleben nach, welches sie sehr ernst und gewissenhaft erfüllen.

Besonders gut gefallen haben mir die regelmäßigen Einschübe von Radio Donauwelle. Immer wieder berichtet der lokale Radiosender über die neuesten Ereignissen in Spaichingen inklusive Blitzerwarnung, Erfüllung von Hörerwünschen und Werbung von Sponsoren. Und hierbei die Rabattschlacht zwischen den beiden ortsansässigen Optikern zu verfolgen ist wirklich schon sehr witzig. Überhaupt ist der ganze Krimi mit viel Lokalkolorit durchsetzt, das Autorenpaar lässt ihre Figuren immer mal wieder Dialekt reden und man nimmt auch ein wenig am kleinstädtischen Leben teil und erfährt so einiges über seine Einwohner.

Wie gesagt liegt die reine Ermittlungsarbeit nicht im Fokus, kommt natürlich aber auch nicht zu kurz. So gehen Verena und Thorben einigen Spuren nach, suchen nach Feinden im Leben des Bürgermeisters, nehmen seine Lebensumstände näher unter die Lupe, aber eine heiße Spur lässt sich lange nicht finden, geschweige denn ein Motiv. Tatkräftige Unterstützung bei den Ermittlungen erhält Verena hier von Pater Pius, den sie seit ihrer Kindheit kennt und sehr mag. Er liefert ihr auch einen entscheidenden Hinweis, der sie schlussendlich auf die richtige Spur führt.

Zwischen den beiden Ermittlern herrscht anfangs ziemlich dicke Luft. Die burschikose Kommissarin, die ständig gegen sich selbst wettet, wie lange sie für eine Wegstrecke benötigt und sich bei Gewinn meist mit süßen Teilchen belohnt, kann ihren geschniegelten, machohaften Assistenten anfangs überhaupt nicht leiden. Das Nordlicht wechselt die Dienststellen immer dann, wenn er sich von einer Freundin trennt  und dies traf in der Vergangenheit ziemlich häufig zu. So sind entsprechende Stellen im Norden Deutschlands mittlerweile ziemlich rar gesät und dadurch ist Thorben nun im „Schwabenländle“ gelandet. Und auch hier fängt er sofort an, bei dem weiblichen Geschlecht anzubandeln. Sehr zum Ärgernis von Verena. Doch so nach und nach stellen Beide fest, dass so unsympathisch der Andere doch nicht zu sein scheint. Diese zaghafte Annäherung der Beiden haben Porath/Braun wunderbar umgesetzt.

Überhaupt gelingt es ihnen sehr gut, ihren Charakteren fast augenblicklich Konturen zu geben und recht originell zu zeichnen. Einige Figuren entsprechen schon ein wenig dem Klischee, wie beispielsweise der stellvertretende Bürgermeister, wobei sein Verhalten aber herrlich witzig geschildert wird. Dann sind wieder Charaktere vorhanden und hier ganz besonders Pater Pius, die so ganz anders reagieren, als man anfangs angenommen hat und einen dadurch natürlich immer auch mal wieder in ihrem Verhalten überraschen, was auch bei dem Ermittlerduo der Fall ist.
                                                    
Alles in allem ein recht spannend und sehr unterhaltsam umgesetzter Krimi, der mit viel Lokalkolorit, originellen und sehr sympathischen Protagonisten ausgestattet ist und bei dem der Humor absolut nicht zu kurz kommt.

Mittwoch, 9. Februar 2011

{Buchvorstellung}"Klostergeist von Silke Porath / Andreas Braun

Hallo Ihr Lieben,

heute folgt die versprochene zweite Vorstellung eines Kriminalromans samt Autoren, den ich als Leseexemplar vom Gmeiner Verlag erhalten habe, vielen lieben DANK dafür!

Und um dieses Buch geht es heute:


Gefallener Engel
Pater Pius betritt die schwäbische Krimibühne
Klostergeist
Silke Porath/Andreas Braun
227 Seiten
ISBN 978-3-8392-1124-3
EUR 9,90
Erscheinungstermin: 7. Februar 2011

Mord in einem Kloster und ein Pater, der unversehens in die Ermittlungen schlittert – davon handelt der neue Krimi von Silke Porath und Andreas Braun. Mit Klostern kennt sich Autorin Silke Porath bestens aus: Sie verbrachte bereits eine Woche im Claretiner-Konvent in Barcelona und durfte den Tagesablauf der Ordensmänner hautnah miterleben, mit ihnen beten und essen. Die Faszination für das Leben der Patres ist bis heute geblieben und inspirierte sie zu ihrem aktuellen Krimi. Als Vorbild für den fiktiven Konvent im Buch diente das Spaichinger Kloster. Herausgekommen ist ein spannender Krimi, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt.

Pater Pius, Superior des Spaichinger Konvents, feiert mit seinen Brüdern die Morgenmesse auf dem Dreifaltigkeitsberg. Als die Mönche in den kühlen Novembermorgen hinaustreten, fällt ein Mensch vom Klosterturm, direkt vor Pius’ Füße: Es ist Hans-Jürgen Engel, der Bürgermeister der kleinen Stadt.
Kommissarin Verena Hälble aus Rottweil und ihr Kollege Thorben Fischer leiten die Ermittlungen. Als dem neugierigen Pater Pius beim Trauergespräch mit der Witwe „zufällig“ ein Kontoauszug in die Tasche seiner Kutte flattert, mischt auch er sich ein …


Silke Porath, Jahrgang 1971, lebt mit Mann und drei Kindern im schwäbischen Spaichingen. Sie arbeitete lange Jahre als Zeitungsredakteurin und PR-Berate­rin. Seit 2001 ist sie als Schreibtrainerin für Kinder und Dozentin für Kreatives Schreiben tätig. Mit „Klostergeist“ gibt die Autorin mehrerer Romane und vielfach ausgezeichneter Kurzgeschichten ihr Debüt als Krimiautorin.




Andreas Braun wurde 1964 in Stuttgart geboren und lebt heute in Würzburg. An der Universität Tübingen studierte er Humanmedizin. Nach dem Physikum zog es ihn jedoch in eine ganz andere Richtung: In Würzburg absolvierte er ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte. Heute ist er als Marketing-Manager in der Industrie tätig. „Klostergeist“ ist seine erste Romanveröffentlichung.




Wer Interesse hat:

Fr., 11.2.2011, Beginn: 19:00 Uhr
Krimi-Lesung mit Silke Porath in Spaichingen

Stadtbücherei Spaichingen, 78549 Spaichingen, Hauptstraße 89

Sa., 17.9.2011, Beginn: 20:00 Uhr
Krimi-Lesung mit Silke Porath und Andreas Braun in Spaichingen

Gewerbemuseum, 78549 Spaichingen, Bahnhofstraße


Liebe Grüße 
Isabel

(Leseeindruck) Hemmersmoor von Stefan Kiesbye


Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 978-3-608-50208-4

Erscheinungsdatum: 21. Februar 2011
Preis: 17,95 €


Die dunklen Geheimnisse eines Dorfes

Der Ich-Erzähler kehrt als Pensionär in sein altes Heimatdorf Hemmersmoor, nahe Bremen, zurück, welches er vor Jahrzehnten verlassen hatte. Nun sind er und seine ehemaligen Jugendfreunde „die Alten“ des Dorfes und hüten dessen Geheimnisse, über die Vergangenheit sprechen sie wenig, es besteht kein Grund. Leicht melancholisch und nachdenklich lässt Stefan Kiesbye seinen Protagonisten in den Veränderungen des Dorfes schwelgen, auf die er im Prolog ausführlich eingeht. Man spürt während diesen Beschreibungen - dafür sorgen kleine Hinweise, dass irgendetwas Schreckliches vor langer Zeit in dem Dorf passiert sein muss, wovon der Ich-Erzähler sehr genau weiß.

Im Prolog erweisen der Ich-Erzähler und seine anderen Freunden aus früherer Zeit ihrer Jugendfreundin Anke die letzte Ehre. Doch auch hier muss damals etwas zwischen den Freunden vorgefallen sein, denn Linde ist absolut nicht gut auf die tote Anke zu sprechen, was sie an ihrem Grab auch mehr als deutlich zum Ausdruck bringt.

Im nächsten Kapitel geht es weiter in der Ich-Form, doch dieses Mal wird die Geschichte von Martin, wieder einem der Jugendfreunde, weiter erzählt. Und auch dieser berichtet von der Vergangenheit, von ihrer frühesten Kindheit und Jugend und über das damalige Leben im Dorf. Auch dies ist wieder sehr ruhig und nachdenklich gehalten und überzeugt durchweg durch den flüssigen Schreibstil des Autors. Doch so langsam wünscht man sich schon, dass jetzt endlich einmal etwas passiert, was die Neugier anfacht oder sogar die Spannung etwas anhebt.

Und genau in diesem Moment passiert es auch. Bei dem jährlichen Erntedankfest wird den Bewohnern des Dorfes Menschenfleisch vorgesetzt. Als diese das merken, ist die Aufregung und Empörung natürlich entsprechend groß. Doch wer war dies, wer tut so etwas Schreckliches? Unter den Dorfbewohnen ist schnell die Schuldige ausgemacht und was diese dieser armen Frau, deren Schuld ja nicht bewiesen ist, und ihrer Familie antun, ist absolut grausam und so unglaublich, dass ich wirklich zweimal nachlesen musste, um zu schauen, ob ich mich nicht verlesen habe.

Danach wird die Geschichte von Christian weiter erzählt, der damals sieben Jahre alt war, als die Familie gemeuchelt und deren Haus angezündet wurde. Hier wird die Spannung und auch die gruselige Atmosphäre wieder etwas gedämpft. So ist zu vermuten, dass sich der Spannungsaufbau entsprechend weiter fortsetzt, was sehr interessant und fesselnd zu werden verspricht.

Auch denke ich mir, dass die gesamte Geschichte des Dorfes wie auch der Jugendfreunde abwechselnd aus Sicht eines jeden dieser Freunde erzählt wird. Diese Erzählform verspricht interessant zu werden, da jeder ja Ereignisse unterschiedlich interpretiert und man so die unterschiedlichen Blickwinkel zu den Geschehnissen damals in dem Dorf kennen lernt.

Dienstag, 8. Februar 2011

(Rezension) Ahnentanz von Heather Graham

Übersetzer: Judith Heisig
Taschenbuchausgabe: 380 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 3899418115
Erscheinungsdatum: 10. Januar 2011
Preis: 8,95 €


Ein Genie ohne Fehler?

Nach dem Hurrikan Katrina ist es in New Orleans durch überirdische Gräber nicht so ganz ungewöhnlich, einen menschlichen Knochen zu finden. Doch Aidan Quinn, der zusammen mit seinen Brüdern eine Plantage geerbt hat, ist trotzdem skeptisch. Der Privatdetektiv lässt seine Beziehungen spielen und beginnt mit den Ermittlungen. Allerdings ist das Interesse der örtlichen Polizei relativ gering, selbst als Aidan kurze Zeit später einen weiteren menschlichen Knochen findet. Bei seinen Ermittlungen lernt er auch die Hellseherin und Tarotkartenleserin Kendall kennen. Die junge Frau hat eine enge Beziehung zur Plantage, denn sie kannte die letzte Besitzerin sehr gut und pflegte diese auch bis zu ihrem Tod auf der Plantage. Bald entdecken Kendall und Aidan, dass in den letzten 10 Jahren mehrere junge Frauen in New Orleans spurlos verschwunden sind, und dass diese Vermisstenfälle in Verbindung mit der Plantage stehen. Beide sind der festen Überzeugung, dass hier ein Serienmörder aktiv ist und ahnen nicht, dass dieser bereits Kendall ins Visier genommen hat.

Zwar dauert es ein wenig bis sich richtige Spannung aufbaut, da Heather Graham sich zuerst recht viel Zeit nimmt, ihre Protagonisten vorzustellen, jedoch ist dies nie langatmig. Schuld daran ist vor allem die Tatsache, dass die Autorin bereits recht früh einige unheimliche, merkwürdige Situationen eingebaut hat, die schon einmal die Neugier anfachen. Zusätzlich gelingt es ihr auch fast sofort, eine mysteriöse Atmosphäre aufzubauen, die perfekt zum Flair New Orleans passt und so passen die merkwürdigen Erscheinungen wie der Geist der Weißen Frau oder auch die traurige Geschichte aus der Vergangenheit der Plantage perfekt zur Stadt.

Und die Story an sich gestaltet sich von Anfang an auch äußerst mysteriös und unheimlich. So beginnt Heather Graham mit einem Rückblick in die Zeit des Bürgerkriegs, als ein schreckliches Schicksal die Plantage ereilt hatte, deren Geschehnisse Auswirkungen bis in die Gegenwart haben. Überzeugend gelingt es der Autorin auch, die Geistererscheinungen und auch sonstige übernatürliche Phänomene glaubhaft darzustellen, da selbst ihre Protagonisten anfangs daran zweifeln und diese nicht wahrhaben wollen.

Die Erzählstränge wechseln ständig zwischen Aidan und Kendall und enden natürlich genau an einer äußerst markanten oder spannenden Stelle und ab einer gewissen Zeit kommt auch der Mörder zu Wort, jedoch kennt man bis zum Schluss dessen Identität nicht. So ist der Spannungsaufbau durchweg gut gelungen, stellenweise sind einige unvorhersehbare Wendungen vorhanden, nur das Motiv war für mich jetzt nicht ganz so einleuchtend.

Bei den beiden Protagonisten Kendall und Aidan ist von Anfang an absehbar, dass sich zwischen den Beiden eine Liebesbeziehung entwickeln wird, die jedoch gut dosiert in die Story eingebettet ist und nicht überladen wirkt. Kendall ist eine junge Psychologin, die davon träumt, irgendwann einmal ein kleines Theater zu eröffnen. In der Zwischenzeit betreibt sie mit ihren beiden Freunden Mason und Vinnie einen kleinen Laden, in dem sie anderen Menschen die Karten legt und allerlei Souvenirs verkauft. Aidan tritt sie anfangs äußerst distanziert gegenüber, da sie ihn für einen ungehobelten, gefühlskalten Mann hält. Allerdings ist diese Haltung für Aidan nur eine Art Selbstschutz, den er sich durch eine Tragödie einige Jahre zuvor selbst aufgebaut hat.

Alles in allem ist „Ahnentanz“ ein spannender Thriller mit einem ordentlichen Touch zum Übernatürlichen, liebenswerten Protagonisten und einer durchweg fesselnd erzählten Story. „Ahnentanz“ ist übrigens der Auftakt einer Trilogie. 

{Buchvorstellung} Alpengrollen von Michael Gerwien

Hallo Ihr Lieben,

diese Woche habe ich drei Rezensionsexemplare vom Gmeiner Verlag zum Rezensieren erhalten und auf diesem Weg ein ganz dickes DANKESCHÖN an den Verlag.

Hierbei handelt es sich durchweg um Regionalkrimis (ich bin ein erklärter Fan von Regionalkrimis), deren Inhaltsangaben sich äußerst interessant und spannend anhören.

Im Lauf der Woche werde ich Euch die drei Kriminalromane samt Autoren nach und nach vorstellen und natürlich werde ich sie jetzt auch ziemlich zeitnah lesen, in jedem Fall noch diesen Monat.

So, und hier ist der ERSTE:


Ein Bayer in Tirol
Michael Gerwien veröffentlicht sein Krimidebüt „Alpengrollen“

Alpengrollen
Michael Gerwien
323 Seiten
ISBN 978-3-8392-1111-3
EUR 11,90
Erscheinungstermin: 7. Februar 2011

         
Der Debütroman des Münchners Michael Gerwien thematisiert das berühmte Hahnenkammrennen in Kitzbühel. Der Autor kennt sich aus, war er doch selbst ein erfolgreicher Skirennfahrer. „Alpengrollen“ ist ein überaus unterhaltsamer Krimi, der sich durch seinen besonderen Humor und die präzise Zeichnung bayerischer und österreichischer Lebensart auszeichnet.

Kitzbühel zur Faschingszeit. Der Münchner Exkommissar Max Raintaler freut sich auf einen erholsamen Skiurlaub und darauf, das berühmte Hahnenkammrennen endlich einmal live zu erleben. Doch ein Anschlag auf die Rennstrecke durchkreuzt seine Pläne. Hatten etwa Terroristen ihre Finger im Spiel? Und dann ist da noch die tote Russin, die am Fuße der Streif im Schnee gefunden wird. Zusammen mit Alois, einem ebenso gemütlichen wie trinkfesten Kitzbüheler Gendarm, beginnt Max zu ermitteln …


Michael Gerwien wurde 1957 in Biberach an der Riß geboren. Aufgewachsen ist er in Mittenwald, einem beliebten bayerischen Urlaubsort in der Nähe von Garmisch. Zu dieser Zeit fuhr er erfolgreich Skirennen und ist somit ein ausgewiesener Kenner der Hochgefühle, die beim Skifahren entstehen. Heute lebt Michael Gerwien in München. 20 Jahre lang arbeitete er als Texter für diverse Fernsehformate, verfasste Artikel für Fachzeitschriften und schrieb Kurzgeschichten und Gedichte. Zudem stand er als Musiker und Kabarettist auf diversen Bühnen. Mit „Alpengrollen“ erscheint sein erster Kriminalroman.

Wer jetzt neugierig geworden ist: Michael Gerwien liest aus seinem Krimidebüt jeweils hier:

Sa., 12.2.2011, Beginn: 17:00 Uhr
Premierein-Lesung mit Michael Gerwien in München
Glatteis, 80469 München, Corneliusstr. 31
Mi., 13.4.2011, Beginn: 20:00 Uhr
Krimi-Lesung mit Michael Gerwien in München
Buchhandlung Lentner, 81669 München, Balanstr. 14


Liebe Grüße
Isabel

(Leseeindruck) Zeugin der Toten von Elisabeth Herrmann


Verlag: List Verlag
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten

Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 9783471350379

Erscheinungsdatum: 02. März 2011
Preis: 19,99 €


Spuren der Vergangenheit

Ein Kinderheim auf Rügen im Jahr 1985. Martha Jonas, eine Erzieherin des Heimes, beobachtet eines Nachts, wie die stellvertretende Heimleiterin und ein ihr fremder Mann heimlich ein kleines Kind in das Kinderheim schleusen. Eigentlich nicht ganz ungewöhnlich, da gelegentlich auch nachts Kinder in das Heim gebracht werden, doch normalerweise ist dann immer die Polizei dabei, nur dieses Mal nicht. Allein diese kurze Szene ist schon äußerst mysteriös angelegt und eignet sich als Einstieg hervorragend, da sofort die Neugier des Lesers geweckt wird. Vor allem, als man erfährt, dass die Heimleiterin und der unbekannte Mann anscheinend dafür gesorgt haben, dass die etwa Sechsjährige eine andere Identität annimmt. Denn die Kleine erzählt Martha, dass sie Christel Sonnenberg heißt, die Heimleiterin behauptet jedoch, dass es sich bei dem Kind um Judith Kepler handelt, die bereits seit 6 Wochen im Heim lebt. Doch Martha kennt Judith und weiß genau, dass dieses kleine Kind definitiv nicht Judith ist.

Doch die Heimleiterin wie auch Herr Stanz scheinen etwas über Martha zu wissen, etwas, dass sie versucht zu verheimlichen und so haben die Beiden sie in der Hand. Aus Angst gibt Martha diesen zu verstehen, dass sie das merkwürdige Spiel mitspielt und Christel ab sofort oder besser gesagt schon immer Judith ist.

Dann Szenenwechsel in die Gegenwart: Judith Kepler ist zusammen mit einem Praktikanten auf dem Weg zu einer Wohnung. Indem Judith ihrem neuen Praktikanten Kai ihre Arbeit erklärt, erfährt man selbst einiges über ihren Job, der wirklich nichts für Jedermann ist. Denn Judith ist ein Cleaner und reinigt Wohnungen nach dem Tod ihrer Bewohner. Die Beschreibungen sind relativ zurückhaltend und lassen zu, dass man sich selbst ein Bild davon machen kann, was ich als sehr angenehm empfand.

Überhaupt ist festzustellen, dass der Schreibstil von Elisabeth Herrmann praktisch von der ersten Seite an absolut fesselnd, aber in keiner Weise reißerisch ist. Auch von ihren Charakteren erhält man augenblicklich ein Vorstellung und der mysteriöse und so rätselhafte Einstieg in die Story verspricht einen absolut fesselnden Kriminalroman, auch wenn die Spannung erst einmal wieder etwas aus der Story genommen wird und man die Protagonistin vorgestellt bekommt.

Doch die Neugier bleibt bestehen, denn die Geschichte wirft gleich am Anfang schon so viele Fragen auf, dass man einfach nur gebannt weiter lesen muss. Denn natürlich möchte man wissen, warum aus der 6-jährigen Christel plötzlich Judith wurde, warum Judith sich diesen doch etwas gewöhnungsbedürftigen Beruf ausgesucht hat und natürlich auch, wer dieser Dombrowski ist.

Also, ich denke, besser kann ein Krimi nicht starten und wenn er diesen Spannungsbogen über das gesamte Buch hält, dann ist Elisabeth Herrmann wirklich ein hervorragender Roman gelungen.

Sonntag, 6. Februar 2011

{Autor} Sharon Bolton und ihr neuer Roman ...

Was habe ich mich dieser Tage gefreut, als ich durch Zufall entdeckt habe, dass jetzt im Februar 2011 der neue Krimi von Sharon Bolton im Manhattan Verlag veröffentlicht wird.

Von Sharon Bolton habe ich habe nämlich schon mit Begeisterung ihre beiden Vorgänger gelesen und rezensiert. 

Und jetzt kommt ihr neues Buch heraus, mit dem Titel "Bluternte" und deswegen möchte ich Euch schon einmal diese fantastische Autorin kurz vorstellen. Über ihren neuen Krimi erzähle ich Euch dann in den nächsten Tagen mehr.


Das sagt der Verlag über die Autorin:

Sharon Bolton wurde im englischen Lancashire geboren, hat eine Schauspielausbildung absolviert und Theaterwissenschaft studiert.

„Todesopfer“, ihr erster Roman, wurde von Lesern und Presse begeistert gefeiert und machte die Autorin über Nacht zum neuen Star unter den britischen Spannungsautorinnen. Es folgte der Thriller „Schlangenhaus“, mit dem Sharon Bolton ihr brillantes Können erneut unter Beweis stellte. Der Roman wurde als bester Thriller des Jahres mit dem Mary Higgins Clark Award ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Oxford.

Mehr zur Autorin und ihren Büchern findet Ihr unter www.sjbolton.com und hier geht es zum Interview von Sharon Bolton Interview auf der Verlagsseite.


Liebe Grüße Isabel

{Aktion} Buchpakete zu verschenken

Hallo Ihr Lieben,

wie ich Euch ja bereits bei den 7 Dingen des "Versatile Blog Awards" erzählt habe, wird mein Wunsch endlich wahr und ich habe bald ein eigenes Lesezimmer mit ganz vielen Bücherregalen (ich hoffe für das Möbelhaus, dass sie auch pünktlich liefern ...grummel...). Na ja, und jetzt bin ich natürlich die ganze Zeit schon dabei, alle meine Bücher im ganzen Haus zusammen zu suchen und habe dabei festgestellt, dass es ja schon eine ganze Menge sind (wie das nur passieren konnte ...lach...).

Und da ist mir eine Idee gekommen. Bevor jetzt die neuen Bücherregale gleich wieder aus allen Nähten platzen, werde ich mich jetzt regelmäßig von einigen meiner Schätze trennen und diese an Euch verschenken.

Hierbei handelt es sich um einmal gelesene Taschenbücher in einem sehr guten bis neuwertigen Zustand, die ich mir entweder selbst gekauft oder aber von Verlagen oder vorablesen.de als Rezensionsexemplare bekommen habe.

So, und jetzt ist das erste Buchpaket geschnürrt. Es sind insgesamt 8 Taschenbücher, die ich im Doppelpack an vier von Euch verschenken möchte.

Hierbei handelt es sich um:

  • Die Kampagne von David Baldacci
  • Der Schatten den Chamäleon von Minette Walters
  • Nehmt Herrin diesen Kranz von Andrea Schacht
  • Der Herzsammler von Inger Ash Wolfe
  • Das alte Kind von Zoe Beck
  • Die Mutter von Brett McBean
  • Das verschollene Pergament von Henri Loevenbruck
  • So unselig schön von Inge Löhnig
Und so könnt Ihr die Taschenbücher bekommen: Hinterlasst mir hier einen Kommentar und schickt mir gleichzeitig eine Mail an bellexrleseinsel@web.de, welches Buch Ihr nicht haben möchtet. 

Mitmachen kann jeder, der entweder meinen Blog auf seinem Blog verlinkt hat und/oder wer meinen Blog als Google-Leser regelmäßig verfolgt.

Die Aktion beginnt ab sofort und endet am 15. Februar 2011. Am 16.02.2011 werde ich Euch dann hier mitteilen, wer eines der 4 Buchpakte erhält.

Ach, und das nächste ist schon halb geschnürrt, allerdings muss ich diese noch lesen. Hier schon einmal ein Teil des nächsten Buchpakets:

  • Ahnentanz von Heather Graham
  • Die Ludwig-Verschwörung von Oliver Pötzsch
  • Schweig still, mein Kind von Petra Busch
  • Totenkammer von Nancy Grace
  • Das Schweigen der Toten von Todd Ritter
  • ?
  • ?
  • ?
Liebe Grüße
Isabel

Samstag, 5. Februar 2011

(Rezension) Steirerblut von Claudia Rossbacher

Verlag: Gmeiner Verlag 
Taschenbuchausgabe: 273 Seiten
Genre: Krimi deutscher Nachbarländer / Österreich
ISBN: 3839211360
Erscheinungsdatum: 07. Februar 2011
Preis: 9,90 €


Blind Date mit ihrem Mörder?

Ausgerechnet ein Mordfall in St. Raphael denkt sich die junge Abteilungsinspektorin Sandra Mohr. Doch ihr bleibt nichts anderes übrig, als mit ihrem neuen Kollegen, Chefinspektor Sascha Bergmann vom LKA Graz, in ihren Heimatort zu reisen. Im nahe gelegenen Waldstück wurde die Leiche der Enthüllungsjournalistin Eva Kovacs gefunden, nackt und grausam zugerichtet. Was wollte die Journalistin in dem kleinen Dorf, war sie einer neuen Enthüllungsgeschichte auf der Spur? Nicht nur mit diesen Fragen muss sich Sandra auseinandersetzen, sondern auch mit ihrer Vergangenheit, die sie immer wieder an ihre Grenzen bringt und mit einer Dorfgemeinschaft, die um jeden Preis zusammenhält.
                                
Schon schlimm genug, dass Sandra durch die Ermittlungen zwangsläufig auch wieder auf ihre ständig keifende Mutter trifft und ihren vor Selbstüberschätzung triefenden Halbbruder Mike. Hinzu kommt auch noch, dass sie seit gut einem Monat einen neuen Vorgesetzten hat, der sie mit seinem ständigen Machogehabe und sexistischen Äußerungen ziemlich annervt. Doch der Fall geht vor, private Dinge müssen in den Hintergrund rücken und so stürzt sich Sandra zusammen mit Sascha Bergmann in die Auflösung des Falls. Doch sie kommen nicht weiter. Es gibt zwar einige Verdächtige, Spuren führen in Richtung Wirtschaftskriminalität wie auch auf eine einschlägige Sexseite im Internet, doch eine brauchbare Fährte ist nicht erkennbar.

Der Schreibstil von Claudia Rossbacher ist herrlich erfrischend, fesselnd und stellenweise auch wunderbar humoristisch. Besonders dann, wenn sie auf die Kabbeleien zwischen Sandra und Sascha näher eingeht. Sandra hält ihren neuen Kollegen für einen arroganten, ungehobelten und oberflächlichen Menschen. Je besser sie ihn allerdings kennenlernt, ertappt sie sich immer öfter dabei, dass Sascha so unsympathisch nun doch wieder nicht ist, eingestehen möchte sie sich dies jedoch auch nicht unbedingt. Und da die beiden sehr eng zusammenarbeiten, geraten diese beiden so unterschiedlichen Charaktere immer wieder aneinander, was den ganzen Krimi wunderbar auflockert und extrem kurzweilig macht.

Hinzu kommt, dass die Autorin ihren Krimi mit viel Lokalkolorit durchsetzt hat, bei den Dorfbewohnern immer wieder in den Dialekt wechselt und so eine dichte Atmosphäre herstellt. Zumal die verschworene Dorfgemeinschaft durchweg auch sehr mysteriös bleibt, man sich nie so sicher sein kann, ob vielleicht der eine oder andere etwas mit der Ermordung von Eva Kovacs zu tun haben kann.

Somit kommt auch bei der reinen Krimihandlung die Spannung nie zu kurz. Die Story ist von Anfang an sehr komplex angelegt, ständig ergeben sich neue Spuren, neue Verdächtige tauchen auf, die ein hervorragendes Motiv hätten, jedoch aber auch ein Alibi vorweisen können. Man ist während des Lesens ständig auf dem gleichen Wissenstand wie Sandra und Sascha und so ist die Neugier während des gesamten Krimis vorhanden.

Und neugierig macht auch die Figur von Sascha Bergmann. Außer, dass er anscheinend ein ausgiebiges Liebesleben genießt, bleibt seine Person ziemlich im Dunkeln. Und manchmal wirkt auch sein Verhalten den Fall betreffend, etwas merkwürdig. Ansonsten beschreibt die Autorin ihn aber durchaus sympathisch, manchmal etwas überheblich, frech, vorwitzig und vor allem lässt er Sandra gegenüber nie den Vorgesetzten raushängen, sondern behandelt sie als gleichwertige Partnerin.


Fazit: Ein perfekter Krimi mit einer komplexen, spannenden Story und einem Ermittlerteam, das einem sofort sympathisch ist.

Freitag, 4. Februar 2011

(Rezension) Die Farben der Grausamkeit von Joseph Zoderer


Verlag: Haymon Verlag 
Gebundene Ausgabe 
336 Seiten
Genre: Roman
ISBN: 978-3-85218-684-9
Preis: 19,90 €
Erscheinungsdatum: 04. Februar 2011


"Joseph Zoderer findet in seinen kunstvoll geschriebenen Romanen und in einer schnörkellosen Sprache beispielhafte Metaphern für die Befindlichkeiten des Menschen (...)" - Carlo Bernasconi, BuchJournal


Die zwei Welten eines Mannes

Der Radiomoderator Richard ist mit Selma und seinem kleinen Sohn Rik glücklich. Ihr gemeinsamer Traum ist es, an den Waldrand zu ziehen, dem hektischen Stadtleben zu entfliehen. Doch dieses Glück wird gestört als Richard die junge Ursula kennenlernt. Nie hatte er daran gedacht, Selma zu betrügen, doch nun ist es wie selbstverständlich. Richard beginnt ein Doppelleben zu führen. Auf der einen Seite das ruhige, besinnliche Familienleben mit Selma, auf der anderen Seite das turbulente Leben an der Seite von Ursula. Doch nach einiger Zeit beendet Ursula die Beziehung. Zu dieser Zeit haben Selma und Richard bereits ein Berghaus in den Tiroler Alpen gekauft. Die Renovierung des herunter gekommenen Hauses hilft Richard, die Beziehung mit Ursula zu verarbeiten, doch heilen kann sie ihn nicht. Da erhält er ein Angebot als Auslandskorrespondent, welches er annimmt. Seine Arbeit führt ihn nach Paris, London und im Jahr 1989 nach Berlin. Dort trifft er Ursula wieder.

Richard ist ein innerlich zerrissener Mann. Er liebt Selma und seine mittlerweile zwei Söhne. Die Renovierung des Berghauses in den Tiroler Alpen ist für ihn wie eine Therapie, eine versuchte Heilung von den Wunden, welche die Trennung von Ursula ihm verursacht haben. Doch diese Wunden lassen sich nie ganz heilen, ständig sind seine Gedanken bei Ursula. Und doch gelingt es ihm scheinbar mühelos, im Zusammensein mit Selma und den Kindern den Schalter umzulegen und den treusorgenden Ehemann und Vater zu spielen. Der Job als Auslandskorrespondent kommt ihm daher mehr als gelegen, bietet sie doch Ablenkung und Flucht und führt ihn an Orte, die er mit Ursula nicht besucht hat. Doch selbst hier verfolgen ihn seine Gedanken an Ursula. Seine Beziehung zu Selma erkaltet schleichend durch die ständige Trennung. Und er weiß auch, dass er für seine Kinder ein schlechter Vater ist, doch ändern kann oder will er auch nichts an dem gegenwärtigen Zustand.

Und so wie die Berliner Mauer im Jahr 1989 immer mehr Risse bekommt, so bekommt auch die Ehe von Selma und Richard immer mehr Sprünge und droht an der ständigen Abwesenheit von Richard zu zerbrechen. Beide spüren dies und genau in diesem Moment tritt Ursula wieder in sein Leben. Nicht nur eine weltpolitisch aufregende Zeit beginnt, auch für Richard kehrt wieder Aufregung in sein Leben zurück. Kaum noch interessiert ihn das aktuelle Geschehen in Berlin, in seinem Blickfeld befindet sich nur noch Ursula, wie besessen ist er von ihr. Doch kann diese Beziehung ein gutes Ende finden?

Richard ist in meinen Augen ein sehr selbstsüchtiger Mensch. Er vermutet zwar, dass Selma etwas von seiner Beziehung zu Ursula ahnt, ist aber nicht fähig, diese zu beenden oder eine Entscheidung zu treffen. Viel zu sehr genießt er diese zwei so unterschiedlichen Leben mit den beiden Frauen, die er beide auf ihre Art gleich stark liebt. Er weiß sehr genau, dass Selma unter der Einsamkeit der Bergwelt leidet, sich ein glückliches Familienleben wünscht, doch für eine Entscheidung ist er nicht bereit. Bei Ursula lebt er nur im Hier und Jetzt, genießt das aufregende Leben mit ihr wie auch ihre Unbekümmertheit.  Sie ist für ihn die Gegenwart, mit Selma plant er die Zukunft und er kommt nicht auf den Gedanken, dass es für Selma vielleicht gar keine gemeinsame Zukunft geben könnte. Und so habe ich mich über das Verhalten von Richard des Öfteren ziemlich geärgert, da es für mich absolut nicht nachvollziehbar ist.

Aber eigentlich war dies nur nebensächlich, denn wichtig ist hier die Sprache von Joseph Zoderer. Diese ist so kraftvoll, poetisch, nachdenklich, stellenweise melancholisch, dann wieder euphorisch, dass man schon nach kurzer Zeit von seiner Erzählweise gefangen ist. Hinzu kommt, dass seine Geschichte atmosphärisch sehr dicht umgesetzt ist und man bei seinen Beschreibungen der Bergwiesen, der Wälder oder der doch recht ausfürhlich beschriebenen Renovierung des Berghauses dies praktisch alles sofort vor Augen hat und hinzu kommt die Geschichte an sich. Der Autor beschreibt seinen Protagonisten und dessen Gefühlswelt sehr plastisch und stellt auch bewusst dessen innere Zerrissenheit in den Vordergrund. Man weiß bis zum Schluss nicht, wie sich das Leben von Richard weiter entwickeln wird, welches Schicksal Joseph Zoderer für seinen Protagonisten vorgesehen hat.

„Die Farben der Grausamkeit“ ist kein einfaches Buch und man muss sich für dieses wirklich viel Zeit nehmen, aber man wird belohnt. Belohnt mit einer fantastischen Sprache und einer Geschichte, die einen fesselt, auch wenn man – wie ich – das Verhalten des Protagonisten absolut nicht nachvollziehen kann.
Der Autor Joseph Zoderer
Joseph Zoderer, geboren 1935 in Meran, lebt als freier Schriftsteller in Bruneck. Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie, Theaterwissenschaften und Psychologie in Wien. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Ehrengabe der Weimarer Schillerstiftung (2001), Hermann-Lenz-Preis (2003) und Walther von-der Vogelweide-Preis (2005). Vom Autor des Romans Die Walsche erschienen zuletzt: Der Himmel über Meran. Erzählungen (2005), Liebe auf den Kopf gestellt. Lyrik (2007) sowie bei HAYMONtb Das Glück beim Händewaschen. Roman (2009).

Donnerstag, 3. Februar 2011

{Award} Mein vierter Blog-Award ... WOW!!!


Jetzt habe ich meinen Blog gerade mal ein gutes halbes Jahr und schon den vierten Blog Award gewonnen. Die Freude hierüber ist natürlich wieder riesengroß und ich möchte mich ganz herzlich bei Melanie mit ihrem Blog Am Lesestrand bedanken. 

Natürlich ist auch dieser Blog Award wieder mit einigen Regeln verbunden und hier sind sie:

"Danke der Person, die Dir den Award gegeben hat und verlinke sie in Deinem Post. Erzähle uns 7 Dinge über Dich. Gib' den Award an 15 kürzlich entdeckte, neue Blogger weiter. Kontaktiere diese Blogger und lass' sie wissen, dass sie den Award bekommen haben."

Punkt 1 habe ich bereits erledigt und hier kommen die 7 Dinge über mich:
  • Ich lebe in der Nähe von Mainz und genieße es, gerade im Frühling und Sommer, da zu wohnen, wo andere Urlaub machen.
  • Ein Tag ohne lesen ist für mich einfach nur grausam.
  • Mein Wunsch, endlich ein eigenes Lesezimmer mit ganz vielen Büchern zu haben, geht bis Ende Februar endlich (!!!) in Erfüllung.
  • Ich wünsche mir noch mehr Zeit zum Lesen, es gibt einfach viel zu viele tolle Bücher.
  • Ich liebe Rotwein, am liebsten Bordeaux und mit diesen Mixery Getränken kann ich so rein gar nix anfangen.
  • Ich bin ein absoluter Pasta-Fan, mein Mann zum Glück auch :-)
  • Mir macht meine Arbeit auch nach all den Jahren noch unheimlich viel Spaß, was auch an meinen tollen ArbeitskollegenInnen liegt.
So, und nun an die 15 Blogs. Das ist wirklich nicht so einfach und ich hoffe jetzt mal, dass ich den Award jetzt nicht doppelt oder gar dreifach vergebe:  
Na ja, das sind nicht ganz 15 geworden. Aber diese Blogs habe ich in den letzten Wochen für mich entdeckt und lese hier auch immer wieder gerne!

Liebe Grüße 
Isabel

(Rezension) Mit Speck fängt man Mäuse von Rita Mae Brown

Verlag: Ullstein Verlag 
Übersetzer: Magarete Längsfeld
Genre: Amerikanischer Krimi
ISBN: 3550087594 
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. Mai 2009
Preis: 19,90 €


Ein fanatischer Mörder in Crozet?

Der Gynäkologe Dr. Wylde wurde in seiner Praxis erschossen. Er hat Abtreibungen vorgenommen. Und so stellt sich schnell die Frage, ob der beliebte Arzt  von fanatischen Abtreibungsgegnern ermordet wurde. Vieles spricht dafür und die Ermittlungen gehen in diese Richtung. Natürlich machen sich auch Harriet und ihre „Kinder“ Mrs. Murphy, Tee Tucker und Pewter so ihre Gedanken. Als dann noch eine ziemlich unbeliebte Bewohnerin von Crozet ermordet wird und eine gute Freundin von Harriet mit dem Messer in der Hand neben der Leiche gefunden wird, beginnt auch Harriet mit dem Ermitteln. Denn sie kann absolut nicht glauben, dass ihre Freundin eine Mörderin ist. Tatkräftig unterstützt wird sie hier wieder von den beiden Katzen und der Corgihündin.

Mit dem ersten Mord beginnt Rita Mae Brown sofort ihren Krimi und dann passiert lange Zeit nichts. Man nimmt am Stadtleben von Crozet teil, lernt ihre Bewohner und deren Eigenarten kennen und erfährt recht viel von Harriets Leben. So trifft man in diesem Abschnitt viele alte Bekannte und lernt auch den ein oder anderen neuen Charakter kennen. Dies alles mixt die Autorin wieder mit etwas Politik, Landwirtschaft, der Geschichte Virginias und Glaubensfragen und natürlich ordentlich Lokalkolorit aus Crozet. Dies ist jetzt nicht wirklich immer unterhaltsam, stellenweise etwas langatmig und kam mir teilweise doch etwas gediegen daher. Wobei hier brisante Themen wie Abtreibung nur angerissen und als Aufhänger für die Story genommen werden, aber nie näher darauf eingegangen wird. So wirkt das Ganze alles etwas unausgegoren.

Der Schreibstil der Autorin ist durchaus gewohnt flüssig und zumeist auch oft humoristisch durchsetzt, aber es fehlt der Story hier eindeutig an Spannung. Erst als der zweite Mord geschieht und sich Harriet nun doch etwas intensiver mit den Mordfällen beschäftigt, nimmt die Geschichte an Fahrt auf und entwickelt sich dann auch endlich zu einem Krimi. Allerdings geschieht der Mord erst im zweiten Teil des Buches und so zieht sich der Anfang etwas und ist wahrscheinlich nur für eingefleischte Fans der Reihe interessant. Durchaus witzig umgesetzt sind wieder die „Gespräche“ zwischen der Tigerkatze Mrs. Murphy, Pewter und Corgihündin Tee Tucker und ihren Mitbewohnern auf der Farm und ihre Sicht uns Menschen gegenüber.


{SuB-Zuwachs} Spannender und Historischer Buchzuwachs

Hallo Ihr Lieben, 

... so , hier nun die versprochenen Buchvorstellungen.


Zum einen habe ich wieder bei vorablesen.de Glück gehabt und wurde aus dem Lostopf gezogen. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass ich mich darüber wieder riesig gefreut habe. Das Buch "Jacob beschließt zu lieben" von Catalin D. Florescu ist diese Woche jetzt vom C.H.Beck-Verlag gekommen und ich fange jetzt auch gleich mit lesen an.


Und hierum geht es in dem Roman von Catalin D. Florescu, der am 23. Februar 2011 erscheint:

In seinem neuen großen Roman erzählt Catalin Dorian Florescu die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin, aufgespannt zwischen Lothringen und dem rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann.

Jacobs Geschichte - zeitlich zwischen dem Ende der 20er- und Anfang der 50er-Jahre angesiedelt - weitet sich zu einem Familienepos, in dem temporeich und in dichten, fantastischen Bildern das Schicksal der Obertins über 300 Jahre hinweg erzählt wird, beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen.

Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich Jacobs Vorfahren, wie viele Tausende Anderer aus Lothringen ein besseres Leben suchend, auf den gefährlichen Weg ins Banat gemacht, um ihr Glück zu finden und eigenes Land zu besitzen. Jacob wird mit dem Kampf um Macht und Besitz konfrontiert, wird vom eigenen Vater verraten und verliert seine erste Liebe. Doch immer wieder gibt es Menschen, die ihm helfen, die Wechselfälle der Geschichte - Diktaturen und Deportationen - mit ihren grotesken und katastrophalen Folgen zu überleben und einen neuen Aufbruch zu wagen.



Und das zweite Buch im Bunde ist der neue Thriller von Heather Graham. Hierbei handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, deren Erscheinungsdaten sind auch schon bekannt. 

"Ahnentanz" ist jetzt im Februar 2011 im mira-Taschenbuchverlag erschienen und zum Inhalt schreibt der Verlag folgendes:

Es ist nicht nur einfach eine Plantage in New Orleans, die die Flynn-Brüder geerbt haben ...

Als die Tarotkartenleserin Kendall Montgomery ihm erzählt, dass die ererbte Plantage von Geistern heimgesucht wird, kann Privatdetektiv Aidan Flynn nur lachen. Aber dann findet er einen menschlichen Knochen in der Erde und später einen weiteren am Fluss. Aidan beginnt, in die dunkle Geschichte der Flynn-Plantage einzutauchen. Bald schon stoßen er und Kendall auf Spuren eines Serienmörders, dessen Opfer spurlos verschwinden - und erkennen, dass ihr eigenes Schicksal besiegelt ist, wenn sie nicht anfangen, an das Unglaubliche zu glauben.

"Traumnachrichten und Vorahnungen, Geistersichtungen, fähige Detektive und faszinierende Charaktere vermischen sich zu einem wahren Gänsehautthriller." Publishers Weekly



Liebe Grüße
Isabel

Mittwoch, 2. Februar 2011

(Rezension) Das Wasser so kalt von Anja Jonuleit

Verlag: Emons Verlag
Taschenbuchausgabe: 367 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 3897054345
Erscheinungsdatum: Januar 2007
Preis: 9,90 €


Ein neues Leben mit Startschwierigkeiten

Nachdem die Malerin Marie Glücklich ihren Mann Lorenz mit einer Anderen erwischt hat und dieser ihr gesteht, dass er schon länger eine Affäre hat, verlässt Marie München und zieht in das Haus ihrer Mutter nach Friedrichshafen direkt an den See. Allerdings hat Marie noch ein Problem: Sie ist absolut mittelos und braucht dringend einen Job und neue Auftraggeber. Da kommt das zufällige Zusammentreffen mit ihrer Jugendfreundin genau richtig. Paula bietet ihr an, bei einer Studie ihrer Bekannten Beatrice teilzunehmen. Für das Allensbach-Institut sucht diese Probanden, die im Internet auf Partnersuche gehen. Notgedrungener weise sagt Marie zu und schon bald trifft sie die ersten Interessenten. Zur selben Zeit wird in Friedrichshafen die Wasserleiche einer jungen Frau gefunden. Kommissar Andreas Sommerkorn, der Bruder von Paula, ist mit den Ermittlungen betraut. Schon bald wird eine zweite Leiche gefunden und Marie erhält plötzlich anonyme Anrufe.

Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten in den Krimi hineinzufinden, da Anja Jonuleit in schnell wechselnden Erzählsträngen die wichtigsten Figuren ihres Buches vorstellt. Allerdings hat sich dies schnell gelegt und ich war mitten drin in ihrem Krimi. So präsentiert die Autorin neben Marie, Andreas Sommerkorn sowie einem Obdachlosen, der eine Schlüsselrolle in dem Krimi spielt, auch gleich den Mörder, ohne dessen Identität preiszugeben.  Und dies ist ein geschickter Schachzug. So erfährt man natürlich einige Eigenarten über den Mörder, diese treffen aber auch auf einige Männer zu, die Marie im Laufe des Krimis kennenlernt. Und so ist man sich bis zum Schluss nie sicher, um wen es sich nun bei dem Mörder handelt, da immer wieder ein Anderer für die Morde in Frage käme.

Anja Jonuleits Schreibstil ist sehr einfühlsam, flüssig und durchweg spannend. Man ist zwar durch den Erzählstrang von Andreas Sommerkorn immer auf dem neuesten Stand der Ermittlungen, der Fokus der Geschichte liegt aber eindeutig bei Marie, wie sie versucht, sich ein neues Leben aufzubauen.  Sehr nachvollziehbar beschreibt sie auch das Verhalten von Marie, als diese sich bewusst wird, dass sie in das Visier eines Stalkers geraten ist, hier ist ihre Angst und zugleich aber auch ihre Trotzreaktionen absolut verständlich beschrieben.

Und so gibt es eigentlich zwei Schwerpunkte in der Story, die für ordentlich Spannung sorgen. Zum einen die Ermittlungen wie auch die Handlungen des Mörders, zum anderen die Bedrohung der sich Marie durch den anonymen Anrufer ausgesetzt sieht. Hierdurch entwickelt sich die Story nicht vorhersehbar, überrascht immer wieder durch geschickt gelegte Wendungen und die Spannung hält sich mühelos bis zum Schluss.

{Autor} Catalin D. Florescu und sein neuer Roman

Bei vorablesen.de war mir die Glücksfee wieder einmal hold und hat meine Leseprobe zu "Jacob beschließt zu lieben" (erschienen im C.H.Beck-Verlag) gezogen. Deswegen möchte ich Euch schon einmal vorab den Autor dieses Buches vorstellen. 

Den Roman selbst stelle ich Euch in den nächsten Tagen auch vor ... und dann wird es gelesen! Ich freue mich schon drauf, da die Leseprobe sich wirklich wunderbar hat lesen lassen.

Catalin Dorian Florescu

Catalin Dorian Florescu wurde 1967 in Timisoara/Rumänien geboren. Im Jahr 1976 reiste er das erste Mal mit seinem Vater nach Italien und Amerika aus. Die Rückkehr nach Rumänien fand 1982 statt (endgültige Emigration). Florescu studierte Psychologie und lebt heute als freier Schrifsteller und Suchttherapeut in Zürich.


Für seine Romane "Wunderzeit" (2001), "Der kurze Weg nach Hause" (2002), "Der blinde Masseur" (2006) und "Zaira" (2008) erhielt er u.a. das Hermann-Lenz-Stipendium, den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Anna-Seghers-Preis. "Wunderzeit" war Buch des Jahres 2001 der Schweizerischen Schillerstiftung.

Die Übersetzungen von „Der blinde Masseur“ ins Spanische, Niederländische, Rumänische, Französische und Italienische sind bereits erschienen oder in Vorbereitung. 


Im Zusammenhang mit dem neuen Roman "Jacob beschließt zu lieben" wurde der Autor bereits zum Stadtschreiber von Erfurt und Stadtschreiber von Baden-Baden ernannt und erhielt ein Heinrich Heine-Stipendium. (Stand: Dezember 2010).


Hier geht es zur Website des Autors: Catalin D. Florescu 

Liebe Grüße
Isabel

{Autor} Heather Graham und ihr neuer Roman

Heather Grahams neuer Roman "Ahnentanz" ist jetzt im Februar 2011 im mira-Taschenbuchverlag erschienen. 

Da ich den Thriller demnächst lesen darf, hier schon einmal eine kurze Vorstellung der Autorin. Das Buch selbst werde ich Euch natürlich auch noch vorstellen ... bin auch schon mächtig gespannt darauf, da sich die Inhaltsangabe richtig schön spannend anhört!

 

Biographie:

Heather Graham stammt aus Florida und bereiste Europa, Asien und Afrika, bevor sie sich der Schriftstellerei widmete. 1982 veröffentlichte sie ihren ersten Roman und hat seitdem zahlreiche Auszeichnungen für ihre Werke erhalten, die in 15 Sprachen übersetzt wurden. Ihre Romane erscheinen regelmäßig auf den amerikanischen Bestsellerlisten. Heather Graham lebt mit ihrem Mann und fünf Kindern in Florida. Sie ist häufig mit ihrer Familie auf Reisen, um die Schauplätze für künftige Romane zu finden.

"Ahnentanz" ist der erste Teil der Flynn-Brother-Trilogie. Die weiteren Erscheinungstermine der Trilogie stehen auch schon fest. "Erntemord" erscheint im August 2011 und der 3. Teil mit Titel "Sündenzeit" kommt im Januar 2012 heraus.

Hier ein Auszug aus ihrer Bibliographie:
  • Die Séance (erschienen 01.06.2010)
  • Hastings House (erschienen 01.09.2009)
  • Mörderisches Paradies (erschienen 01.11.2007)
  • Tango mit dem Tod (erschienen 01.03.2006) 
  • Unter tausend Monden (04.10.2005)
  • Bote des Todes (erschienen 01.07.2004)
  • Am Anfang war der Tod (erschienen 01.05.2004)
Liebe Grüße 
Isabel

Dienstag, 1. Februar 2011

(Leseeindruck) Der Frauenjäger von Petra Hammesfahr

Verlag: Wunderlich Verlag
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten

Genre: Deutscher Thriller
ISBN: 978-3-8052-5014-6


Erscheinungsdatum: 24. Februar 2011
Preis: 19,95 €




Ein gestörtes Frauenbild

Sein Frauenbild ist eindeutig gestört. Die Schuld daran gibt er seiner Mutter. Ihr zügelloser Lebenswandel hat ihn von frühester Kindheit an beeinflusst und so bezeichnet er Frauen nur als Weiber, sieht in ihnen nur Nummern, die man beseitigen muss. Bei der ersten Nummer war er noch recht nervös, doch sie machte es ihm einfach und er bereute sechs Tage lang nicht, sie aufgegriffen zu haben. Nummer 1 wohl eher, schließlich war sie die meiste Zeit bei Bewusstsein.

Schon allein die ersten Seiten verursachen beim Lesen eine Gänsehaut, so kalt, teilnahm- und vor allem gefühllos erzählt der Mörder von seiner Kindheit, Jugend und seinen ersten Morden. Petra Hammesfahr gelingt es hierdurch fast augenblicklich, einen an das Buch zu fesseln und neugierig zu machen auf den Mörder, denn seine Identität ist nicht bekannt. Allerdings gewährt sie einem sofort einen Blick in seine gestörte Gefühlswelt und so verfolgt man seine Morde, wie er erst noch zögerlich zuschlägt und diese nach und nach immer mehr perfektioniert. Wobei er der Meinung ist, dass er den Männern der getöteten Frauen einen Gefallen getan hat, ihren größten Fehler korrigiert und diese in seinen Augen von einer Schlampe befreit hat. Und so ist er auch der festen Überzeugung, dass sein Handeln absolut richtig ist, bedauert allerdings ein wenig, dass dies im Verborgenen geschehen muss. Wobei er die Ehemänner oder Freunde der Ermordeten über Jahre hinweg beobachtet, um zu sehen, wie sie ihr weiteres Leben gestalten. Also wirklich eine ziemlich gestörte Seele.

Szenenwechsel mit Überschrift Nummer Neun: Marlene Weißkirchen erwacht aus tiefer Bewusstlosigkeit und man weiß, dass man nun auch eines der Opfer kennen lernt. Doch wie ist sie in seine Gewalt gekommen, warum ist er überzeugt davon, dass auch Marlene sterben muss? Die Autorin wechselt hier sofort wieder den Handlungsstrang und erzählt erst einmal aus dem bisherigen Leben von Marlene und so lernt man sie recht gut kennen und kann eine Vorstellung von ihr erhalten. Das ist natürlich interessant, fördert aber gleichzeitig extrem die Neugier und Spannung, da man ja eigentlich wissen möchte, wie Marlene in die Fänge des Mörders geraten konnte.

Die Erzählweise von Petra Hammesfahr ist eher ruhig, nicht auf reißerische Szenen ausgelegt und absolut fesselnd. Und trotzdem gelingt es ihr auch bei der Beschreibung des so normalen und vorhersehbaren, durchgeplanten Lebens von Marlene eine gewisse Spannung aufzubauen. Und dies mit nur einem einzigen Satz, nämlich, dass ihr Mann sich mit blutgetränkten Hemd über sie gebeugt hat. Natürlich ist die Frage nach dem Warum sofort präsent, doch aufgelöst wird es so schnell nicht.

Und während man nach und nach die Geschichte von Marlene, ihren Freundinnen und die Heirat und das Leben mit Ehemann Werner erfährt, blendet die Autorin immer wieder kleine Szenen ein, in dem Marlene ganz langsam feststellen muss, dass sie nicht in ihrem Bett zu Hause aufgewacht ist, sondern in die Fänge eines Mörders geraten ist.