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Dienstag, 18. Februar 2014

{Rezension} Meuchelbrut von Dorothea Böhme

Cover & Verlag: Gmeiner
Taschenbuchausgabe: 245 Seiten
Genre: Krimi Österreich
ISBN: 978-3-8392-1514-2
Erscheinungsdatum: 05. Februar 2014
Preis: 9,99 €




Ein Selbstmord mit Folgen

Dumm gelaufen. Im Wohnzimmer ihrer Villa findet die Familie Hinrichsen die Leiche von Onkel Harry. Dieser hat sich mit der Schrotflinte ein Loch in den Kopf geschossen. Die Hinrichsen stehen vor einem Problem, denn bei Selbstmord zahlt die Lebensversicherung nicht und der Betrag ist wahrlich nicht zu verachten. Also wird aus dem Selbstmord schnell ein Einbruch mit Todesfolge gebastelt. Allerdings haben die Hinrichsen dabei nicht bedacht, dass zwischen dem Tod von Onkel Harry und dem Benachrichtigen der Polizei gut 6 Stunden liegen. Aber auch für diese Diskrepanz findet sich eine Lösung, allerdings zieht diese damit das Unglück erst recht an. Während die liebe Verwandtschaft die Polizei an der Nase herumführt, vermutet das Familienoberhaupt Glenn Hinrichsen, dass seine Tage gezählt sind. Denn Glenn hat in seiner Kommode sein Testament gefunden. Dumm nur, dass er es gar nicht aufgesetzt hat. Währen die Polizei in Person von Chefinspektor Reichel und seinem Assistent Huber ermittelt, stellt Glenn Hinrichsen seine ganz eigenen Nachforschungen an.



Es ist schon eine morbid illustre Gesellschaft, diese Familie Hinrichsen. Zumal der Tod von Onkel Harry wahrlich nicht der Erste in der Familie ist und das ruft die ehrgeizige Marie auf den Plan, die den Fall für ihre Versicherung bearbeitet und festgestellt hat, dass in der Vergangenheit verdächtig viele Familienmitglieder verstorben sind. Undercover schleust sie sich in die Villa der Hinrichsen nahe Klagenfurt ein, um Beweise für einen möglichen Versicherungsbetrug aufzudecken. Aber auch der Gerichtsmediziner ist fest davon überzeugt, dass bei dem aktuellen Todesfall einiges nicht mit rechten Dingen zugeht. Ganz im Gegensatz zu Chefinspektor Reichel, der gerade noch eine Woche bis zu seiner wohlverdienten Pension hat und sich eigentlich gar nicht mehr mit dem Fall befassen will.

Herrlich schräg, versehen mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors erzählt  Dorothea Böhme ihren Krimi. Bei ihrer Familie Hinrichsen sind irgendwie alle ein wenig durchgeknallt. Familienoberhaupt Glenn Hinrichsen fürchtet nach dem  Auffinden seines Testaments um sein Leben. Kennt er schließlich seine reizende Verwandtschaft nur zu genüge. Seine Schwester ist eine Hypochonderin wie sie im Buche steht. Schwiegertochter Roswitha geizt nicht mit ihren Reizen und somit ist auch kein Mann  vor ihr sicher. Frieda ist Pragmatikerin durch und durch und denkt als erstes nur an das Geld der Lebensversicherung. Die 16-jährige Gesine ist vom Tod mehr als fasziniert. Supertoll wäre es für sie, bei der Obduktion von Onkel Harry dabei sein zu können, was bei dem Rest der Familie jetzt keineswegs Unverständnis auslöst. Ihr 21-jähriger Bruder Michael hat irgendwie nicht viel Intelligenz mitbekommen und macht treudoof alles, was man ihm sagt. Bei den Ermittlungen treibt die Familie Hinrichsen somit den armen Chefinspektor an den Rand eines Nervenzusammenbruchs, auch wenn dieser eigentlich kaum Interesse an dem Fall zeigt und schon akribisch seinen Vorgarten in Planung hat, welchen er als Rentner anlegen möchte.

Sieht anfangs noch alles wie ein Versicherungsbetrug aus, führen einige Verstrickungen im Laufe des Krimis zu einer reichlichen Anzahl von Toten, die alle scheinbar mehr oder weniger durch einen dummen Zufall sterben müssen. Mithilfe kurzer Kapitel erzählt Dorothea Böhme ihren äußerst unterhaltsamen, humorvollen Krimi in einer sehr packenden, lockeren Art. Und immer wieder muss man während des Lesens herzhaft lachen, weil viele Szenen mit einer wunderbaren Situationskomik versehen sind.  

Fazit: Eine schrecklich nette Familie, diese Hinrichsens. Wer lustige Krimis mit viel schwarzem Humor mag, ist bei „Meuchelbrut“ genau richtig.


Die Autorin:

Dorothea Böhme, geboren 1980 in Hamm, zog es für ihr Studium weit in die Welt hinaus. Nach Aufenthalten in Tübingen, Quito, Triest kam sie schließlich nach Klagenfurt. Sie schloss Kärnten schnell in ihr Herz, weshalb sie das Bundesland zum Schauplatz ihrer Kriminalromane machte. Zuletzt unterrichtete sie Deutsch an der Universität Szeged im Süden Ungarns.


4 Kommentare:

  1. Das Buch hätte ich glaube ich schon alleine wegen dem tollen Buchcover genauer inspiziert!

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  2. Dass dies keine österreichische Autorin geschrieben haben kann, habe ich schon nach der ersten Zeile bemerkt, denn ein Östereicher würde nie Hinrichsen heißen!!! ;) Aber der Guglhupf am Cover lacht mch schon an ;) Dürfte ein wahrlich schräger Krimi sein! =)
    LG
    Martina

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    1. richtig, die kommen aus Norddeutschland und sind in euer schönes Österreich ausgewandert und schräg ist er wirklich. Ich habe mich köstlich amüsiert beim Lesen.
      LG Isabel

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