Leseempfehlungen

Mittwoch, 14. September 2011

{Leseeindruck} Der Augenjäger von Sebastian Fitzek

Verlag: Droemer Knaur Verlag
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten

Genre: Deutsche Psychothriller
ISBN: 978-3-426-19881-0

Erscheinungsdatum: 27. September 2011
Preis: 19,99 €

Unerwünschte Wahrheit

Anhand eines Zeitungsberichts gibt Sebastian Fitzek dem Leser einen kurzen Abriss zum Inhalt von „Der Augensammler“, was ich sehr gut finde, da „Der Augenjäger“ direkt an den 1. Band anknüpft und man sich hierdurch sofort in der Story zurechtfindet.

Der Thriller beginnt mit Johanna Strom, die nahe Hamburg in einer psychiatrischen Klinik lebt. Für sie ist heute genau der richtige Tag zum Sterben. Sehr eindringlich beschreibt der Autor Johannas bisheriges Leben, das schlimmer hätte nicht verlaufen können und sie als gebrochene Frau zurückgelassen hat. Immer wieder trifft sie bei ihren täglichen Spaziergängen im Klinikpark einen älteren Mann. Irgendwann entschließt sie sich ihn anzusprechen. Was sich für sie zum Alptraum gestaltet.

Dann macht die Leseprobe einen Sprung von 5 Monaten und man begegnet Alexander Zornbach wieder, dessen Handlungsstrang in der Ich-Form gehalten ist. Zornbach ist immer noch auf der verzweifelten Suche nach seinem Sohn. Das Ultimatum ist um einige Minuten verstrichen, als die Polizei in seinem Beisein den Frachtraum eines alten Schiffes öffnet. Doch von Julian keine Spur. Dieses Kapitel ist extrem temporeich und fesselnd gehalten. Sofort erhält man wieder einen Bezug zu Zornbach, der mit der festen Überzeugung zu dem Frachtschiff gekommen ist, hier nur noch die Leiche seines Sohnes zu finden. Doch der Augensammler hat ein viel perfideres Spiel für ihn vorgesehen. Wie dies jedoch ausgeht, erfährt man nicht und somit ist nicht nur die Neugier geweckt, sondern auch die Spannung bereits auf Seite 39 extrem hoch.

Szenenwechsel zur Physiotherapeutin  Alina Gregoriev, wiederum 7 Wochen später. Hier nimmt Fitzek die Spannung wieder etwas heraus, als Alina auf Dr. Suker trifft, allerdings ist sie jederzeit unterschwellig zu spüren. Dr. Suker sitzt seit einigen Monaten in Einzelhaft, hat sich beim Sport einen Nerv eingeklemmt und soll von Alina entsprechend behandelt werden. Die Polizei erhofft sich hierdurch, dass Dr. Suker möglicherweise Alina einige entscheidende Informationen anvertraut. Doch Dr. Suker weiß sehr genau, wer Alina ist und lässt sie dies auch wissen. Nur woher hat er diese Informationen?

Wie nun diese drei Erzählstränge in Verbindung stehen, warum Dr. Suker bereits in Haft ist, ob Zornbach (wovon ja eigentlich auszugehen ist) noch am Leben ist, wo sich sein Sohn befindet und ob er noch lebt, … . Die Leseprobe wirft bereits auf den ersten 50 Seiten dermaßen viele Fragen auf, fesselt einen von der ersten Seite mit dem flüssigen, rasanten und leicht zu lesenden Schreibstil des Autors, dass man nur hoffen kann, dass Fitzek dieses Tempo und das hohe Spannungsniveau halten kann. Wenn ja, ist „Der Augenjäger“ ein erstklassiger Psychothriller.

Dienstag, 13. September 2011

{Rezension} Zwischen zwei Nächten von Edith Kneifl

Verlag: Haymon Verlag
Taschenbuchausgabe: 149 Seiten
Genre: Krimi / Frauenroman
ISBN: 978-3-85218-888-1
Erscheinungsdatum: 27. Juli 2011 (Neuauflage)
Preis: 9,95 €


Warum?

Diese Frage stellt sich Ann-Marie, als sie aus New York nach Wien zur Beerdigung ihrer besten Freundin Anna nach Hause zurückkehrt. Anna hat in der Nacht zuvor, als sie Wien und ihrem ungeliebten Ehemann für immer den Rücken kehren und zu Ann-Marie nach New York gehen wollte, Selbstmord begangen. Warum sollte sie sich umbringen, wenn sie doch mit Ann-Marie ein neues Leben beginnen wollte?

Eines vorneweg: Dieses Buch ist in meinen Augen kein Krimi, sondern eher ein sehr einfühlsamer und eindringlich geschriebener Frauenroman. Anhand von Erinnerungen an den letzten gemeinsamen Abend wie auch mit dem Tag der Beerdigung erzählt Edith Kneifl hier die Geschichte zweier Frauen. Es geht um verpasste Lebensträume, Einsamkeit, Erwartungen, Heuchelei, Enttäuschungen, Lügen und Intrigen.

Anna ist schon lange nicht mehr glücklich in ihrer Ehe, ihr Mann geht regelmäßig fremd, die Geschäfte ihres Architekturbüros überlässt sie immer mehr ihm, sie selbst zieht sich mehr und mehr in sich selbst zurück und ertränkt ihre Gefühle im Alkohol. Ein verzweifelter Brief von Anna ruft Ann-Marie zurück nach Wien und gemeinsam gehen die beiden Frauen in einer Nacht ihr gemeinsames Leben durch und beschließen zum Schluss, dass Anna alle Brücken hinter sich abreißen und in New York zusammen mit Ann-Marie ein neues Leben beginnen soll. Anna ist hiervon mehr als begeistert, die Vorstellung reißt sie aus ihren Depressionen, sie zieht daraus neuen Lebensmut. So reist Ann-Marie zurück nach New York mit der Gewissheit, dass ihre Freundin ihr einige Monate später folgen wird. Doch es kommt alles anders.

Als Ann-Marie zur Beerdigung von Anna anreist, beginnt sie Fragen zu stellen. Annas Ehemann Alfred versucht sie von der Selbstmordtheorie zu überzeugen, doch es gibt auch noch andere Stimmen, die hiervon nicht so überzeugt zu sein scheinen und auch Ann-Marie kann nicht an Selbstmord glauben. Diese zwei Tage/Nächte, die Ann-Marie mit Anna bzw. mit Erinnerungen an sie erlebt, die ganzen Gefühle, welche beide hierbei empfinden, sind sehr emotional dargestellt und berühren einen beim Lesen.

Man selbst mag dieser Selbstmordtheorie auch nicht recht glauben, liest gebannt weiter, um mehr vom Leben der beiden Freundinnen zu erfahren und vielleicht auch einen Anhaltspunkt, der für den Selbstmord spricht. So verfliegen die gerade einmal 149 Seiten wie im Flug. Noch ein Grund hierfür ist auch, dass es Edith Kneifl auf diesen wenigen Seiten hervorragend gelingt, die Charaktere der beiden Frauen zu beschreiben. So ist das Buch jetzt nicht unbedingt spannend aus Sicht eines Krimis zu bezeichnen, dafür lebt es  durch seine Protagonisten und überzeugt hierdurch.

Fazit: Warum das Buch als Krimi bezeichnet wird, kann ich nicht nachvollziehen. Wer aber einen emotionsgeladenen, auch einmal kritisch werdenden und frei von Klischees oder Schnulzigkeit geschriebenen Roman lesen möchte, liegt mit „Zwischen zwei Nächten“ genau richtig.


Samstag, 10. September 2011

{Leseeindruck} Ein Herzschlag bis zum Tod von Sara J. Henry


Verlag: dtv Verlag
Übersetzer: Susanne Goga-Klinkenberg

Taschenbuchausgabe: 336 Seiten
Genre: Kanadischer Thriller
ISBN: 978-3-423-24888-4

Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2011
Preis: 14,90 €


Das Rätsel um Paul

Der Thriller beginnt mit der Rettung eines kleinen Jungen. Beim Überqueren des Lake Champlain sieht die Sportreporterin Troy durch Zufall, wie etwas von der Fähre ins Wasser fällt. Fest davon überzeugt, dass es sich um ein Kind handelt, denkt sie nicht lange nach und springt hinterher. Troy gelingt es unter größter Anstrengung, den kleinen, französisch sprechenden Jungen zu retten.

Kaum hat Troy den Kleinen gerettet, ist ihr auch schon klar, dass er nicht durch Zufall ins Wasser geworfen wurde, sondern mit Absicht. Denn am Anleger sind weder die verzweifelten Eltern, noch Polizei oder Rettungskräfte zu finden und das Schlimmste, dem kleinen Paul sind die Ärmel seines viel zu großen Sweatshirts um den Körper gebunden worden, wie bei einer Zwangsjacke.

Ohne groß nachzudenken, nimmt Troy den Kleinen mit zu sich nach Hause nach Lake Placid. Bedingt ist dies wohl durch ein Erlebnis aus ihrer Vergangenheit. Denn durch die Ich-Form erfährt man bereits auf wenigen Seiten sehr viel über die ziemlich unkonventionell lebende Sportlerin, die eine ausgeprägte soziale Ader hat.

Sara J. Henry gelingt es wirklich mühelos durch ihre ruhige, fesselnde, sehr eindringliche und einfühlsame Schreibweise eine atmosphärische Dichte aufzubauen. Und wenn auf den ersten Seiten jetzt noch nicht unbedingt eine hohe Spannung aufkommt, wirft die Story doch bereits schon so viele Fragen auf und berührt einen das Schicksal von Paul, dass man einfach nur gebannt weiterlesen kann.

Freitag, 9. September 2011

{SuB-Zuwachs} Spannende und fantastische Bücherpost

Hallo Ihr Lieben,

und wieder ziehen zwei neue Rezensionsexemplare in mein Bücherregal ein. Ein dickes Dankeschön geht jetzt schon einmal an den Knaur TB Verlag für folgenden Thriller:

Winter in Montana. Ein Psychopath fesselt seine weiblichen Opfer an einen Baum, um sie bei eisiger Kälte erfrieren zu lassen. Seine Nachricht an die Polizei: die Initialen der Toten und ein Stern. Es fehlen noch Buchstaben, um die Botschaft zu entschlüsseln. Als Detective Regan Pescoli verschwindet, ist deren Kollegin Selena Alvarez in höchster Alarmbereitschaft. Immer noch ist der "Unglücks-stern-Mörder" nicht gefasst und nun vermutet sie ihre Partnerin in den Fängen des Killers. "Meidet des Skorpions Zorn" – so könnte seine kryptische Botschaft lauten. Doch wer ist der Skorpion? Wird es Selena Alvarez gelingen, ihn rechtzeitig aufzuspüren?


Das zweite Buch habe ich von vorablesen.de und dem Klett-Cotta-Verlag Hobbit Press zum Rezensieren erhalten, vielen lieben Dank dafür. Hierbei handelt es sich um:

Als eine alte Magie wieder zum Leben erwacht, beginnen die Schatten sich gegen ihre Herren zu verbünden. Und während ein kleiner Junge die Schatten seiner Stofftiere vertauschen lernt, geschieht ein Wunder, das die Welt in Verzückung setzt: Ein Mädchen ohne Schatten wird geboren, Carmen Maria Dolores Hidalgo. Von jeher wacht der Rat der Schattensprecher über das Gleichgewicht zwischen Menschen und Schatten. Noch bevor die sagenumwobene Maria Dolores das Licht der Welt erblickt, wächst ein Kind mit einer unglaublichen Begabung heran: Jonas Mandelbrodt. Er ist dazu bestimmt, die Sprache der Schatten zu erlernen. Mithilfe eines fast vergessenen magischen Zaubers ist er die einzige Hoffnung, den Krieg zwischen Mensch und Schatten zu verhindern. Als Jonas und Maria Dolores aufeinandertreffen, beginnt ein phantastisches Schattenspiel um Magie, Intrige und Macht.
 
Liebe Grüße
Isabel

{Rezension} Die Dienstagsfrauen von Monika Peetz (Hörbuch)

Verlag: Hörbuch Hamburg
Sprecherin: Ulrike Kriener
Laufzeit: 340 Minuten
ISBN: 978-3899033397
Genre: Frauenroman
Erscheinungsdatum: Mai 2011
Preis: 19,99 €



Auf Arnes Pilgerspuren

Ich muss ja gestehen, dass ich bisher nicht so ein Fan von Hörbüchern war. Bei dem ersten hat mich die emotionslose Stimme der Erzählerin genervt und beim Zweiten war die Story so komplex, dass ich beim Autofahren öfters den Faden verloren habe, wenn ich mal nicht konzentriert zuhören konnte. Nun hatte ich das Hörbuch von „Die Dienstagsfrauen“ gewonnen und dachte: Na gut, einen letzten Versuch gebe ich dem Hörbuch noch. Und ich muss sagen, ich war angenehm überrascht gewesen.

Grund hierfür ist zum einen der leicht zu folgenden Story, bei der es nicht schlimm ist, wenn man mal 1-2 Minuten nicht so aufmerksam zuhört und zum anderen die wirklich hervorragende Lesung und angenehme Stimme von Ulrike Kriener. Das waren wirklich 340 Minuten Unterhaltung pur.

Und darum geht es bei dem Hörbuch: Seit 15 Jahren treffen sich 5 Freundinnen unterschiedlichster Charaktere einmal im Monat dienstags beim Italiener. Als der Mann von Judith an Krebs stirbt und sie Monate später sein Pilgertagebuch findet, beschließen die Dienstagsfrauen ihren jährlichen Ausflug nach Lourdes zu machen, natürlich in pilgernder Form. Sie hoffen, dass es Judith hierdurch gelingt, den Tod von Arne besser zu verarbeiten. Auf dem Jakobsweg angekommen, müssen sie jedoch bald feststellen, dass mit den Aufzeichnungen im Tagebuch so einiges nicht stimmen kann.

Die 5 Freundinnen sind so verschieden wie Frauen nur sein können. Da ist Judith, das Seelchen, die auch nach einem halben Jahr noch weit davon entfernt ist, den Tod ihres Mannes Arne auch nur ansatzweise zu verarbeiten. Sie ist die typische Frau, die man ständig trösten und in den Arm nehmen möchte. Ständig hat man das Gefühl, sie mit Samthandschuhen anfassen zu müssen, sonst bricht sie in Tränen aus. Manchmal nervt das schon ein wenig. Dann Eva, die eigentlich Herzchirurgin werden wollte und heute einen Haushalt mit Kindern und Ehemann koordiniert, sich selbst immer hinten anstellt und eigentlich schon gar keine eigene Meinung mehr besitzt. Die Dritte im Bunde ist die wohlhabende, selbstbewusste, herrlich zynische und direkte Estelle, die mit ihrer spitzen Zunge ordentlich austeilt, aber auch gut einstecken kann. Dann die erfolgreiche Anwältin Caroline, die Ehemann und Kinder scheinbar wunderbar mit ihrer Karriere verbinden kann, immer perfekt auftritt und keinem Streit aus dem Weg geht. Ja und zu guter Letzt noch die jüngste im Bunde. Die 35-jährige, unverheiratete Kiki ist absolut chaotisch, stets gut gelaunt und lebenslustig. Sie hofft immer noch, dass das nächste Projekt jetzt endlich der große Durchbruch in ihrer Designerkarriere wird und auch die Hoffnung auf den Mann fürs Leben hat sie noch nicht aufgegeben.

Ulrike Kriener gelingt es sehr gut, die Gefühlswelt der verschiedenen Frauen stimmlich wunderbar zu vermitteln, ja sie lebt sie regelrecht mit und das hat mich echt gefesselt. Und so habe ich gespannt jede Szene verfolgt und mich doch tatsächlich öfter mal dabei erwischt, dass ich bewusst langsamer gefahren bin, nur um das Kapitel noch fertig hören zu können.

Die Geschichte an sich entwickelt sich ziemlich voraussehbar, ist jedoch durchweg sehr unterhaltsam, stellenweise richtig lustig und locker leicht erzählt. Klar werden hier auch einige Klischees abgehandelt, das stört jetzt aber nicht unbedingt. Zumeist wirkt die Story schon wie aus dem Leben gegriffen und die Dienstagsfrauen sind alle sehr detailreich und liebevoll beschrieben, sodass mir alle ziemlich bald ans Herz gewachsen sind. Und mit der Zeit offenbart die eine oder andere auch Seiten an sich, die man vorher so nicht vermutet hätte. Schuld daran ist natürlich auch der beschwerliche Jakobsweg, der den Frauen einiges abverlangt, nicht nur körperlich. Besonders gelungen fand ich von allen Charakteren Estelle. Ihr herrlich trockener, zynischer Humor hat mich mehr als einmal laut loslachen lassen.

Fazit: Ein durchweg unterhaltsames, zumeist humorvolles Hörbuch, das locker leicht daherkommt und von Ulrike Kriener hervorragend gelesen wird.

Donnerstag, 8. September 2011

{Rezension} Der Albtraum von Erica Spindler

Verlag: MIRA Taschenbuchverlag
Übersetzer: Magret Krätzig
Taschenbuchausgabe: 480 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 978-3899418743
Erscheinungsdatum: August 2011
Preis: 7,95 €



Ich werde dich finden

Kate und Richard Ryan wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind, ihre letzte Chance ist eine Adoption. Julianna Starr ist schwanger und auf der Flucht vor ihrem um Jahre älteren Freund. John Powers unternimmt hierbei wirklich alles, um Julianna zu finden. In ihrer Verzweiflung wendet sich Julianna an einen Arzt, in der Hoffnung auf eine Abtreibung. Dieser empfiehlt ihr, das Kind zur Adoption freizugeben. Die glücklichen Eltern der kleinen Emma Grace werden Kate und Richard. Allerdings hat Julianna sich bei der Durchsicht der Unterlagen möglicher Adoptiveltern in Richard verliebt und versucht nun alles, dessen Ehe zu zerstören. Zur gleichen Zeit kommt John Powers Julianna immer näher und schon bald überschlagen sich die Ereignisse.

Etwas beschaulich beginnt der Psychothriller von Erica Spindler, bei dem es sich um eine Neuauflage aus dem Jahr 1999 handelt. Sehr ausführlich, jedoch zu jeder Zeit unterhaltsam, stellt sie einem erst einmal alle Mitwirkenden vor und so erfährt man bereits auf den ersten Seiten sehr viel über deren Leben, erhält eine sehr gute Vorstellung von ihnen und als die Geschichte dann anzieht, fiebert man umso mehr dann mit allen Beteiligten mit.

Und die Story zieht an! Die Spannung baut sich zwar langsam, dafür aber sehr stetig auf und zum Ende hin befindet sie sich wirklich auf extrem hohem Niveau. Der Schreibstil von Erica Spindler ist durchweg flüssig und fesselnd, obwohl sie bei manchen Szenen kurz davor steht, ins Schnulzige abzurutschen und immer gerade noch so die Kurve bekommt. Die Story ist in Teilen vorhersehbar, wobei sie zur Mitte hin doch eine Wendung annimmt, mit der ich so nicht gerechnet hätte.

Der Autorin gelingt es sehr gut, einem die Gefühle von Kate zu vermitteln, die sich nichts sehnlicher als ein Kind wünscht und als sie Emma dann hat, feststellen muss, dass so ein kleines Wesen ihr komplettes Leben verändert und auf den Kopf stellt. Und Kate lernt hierdurch auch einiges über ihren Ehemann Richard kennen, was sie sich in dieser Art so nicht vorgestellt hatte. Erica Spindler beschreibt Kate als eine starke, selbstbewusste, kreative, humorvolle und sehr sympathische Frau, die erfolgreich und mit viel Elan ihr kleines Café leitet und so gut wie möglich versucht, Berufs- und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Aber keine Sorge, Kate ist keine Überfrau, sondern sie zweifelt auch oft genug an sich selbst, reagiert öfters ängstlich und hat einige Probleme aus ihrer Vergangenheit, an denen sie noch ziemlich zu knabbern hat.

Zum anderen zeichnet sie ein glaubhaftes Bild von der 19-jährigen Julianna, die völlig emotionslos ihr Baby zur Adoption freigibt, nur um sich dann wie besessen auf die Eroberung von Richard zu konzentrieren. Dies plant sie bis ins kleinste Detail, macht sich zu keiner Zeit Gedanken darüber, wie es Kate dabei gehen könnte und geht diesen Weg sehr egoistisch an. Doch Julianna hat auch ein schreckliches Geheimnis, welches sich mit der Zeit herauskristallisiert, eng mit John Powers in Verbindung steht und man bald gewillt ist, seine anfangs ablehnende Haltung ihr gegenüber zu revidieren.

Im Gegenzug geht die Autorin kaum auf Juliannas älteren Freund John Powers ein. Dessen Charakter bleibt sehr undurchsichtig. Klar ist nur, dass er seine ganze Konzentration auf Julianna legt, um diese zu finden. Hierfür geht er im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen und dies völlig gefühllos.

Fazit: Ein spannender Psychothriller mit klar herausgearbeiteten Charakteren und mit einer Story, die zwar in Teilen vorhersehbar ist, nichtsdestotrotz aber spannend umgesetzt wurde.

Montag, 5. September 2011

{Rezension} Tales of Partholon - Verbannt von P.C. Cast

Verlag: MIRA Taschenbuchverlag
Übersetzer: Ivonne Senn
Taschenbuchausgabe: 368 Seiten
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3899418934
Erscheinungsdatum: September 2011
Preis: 9,95 €

Die Auserwählte der Göttin

Eigentlich müsste Shannon überglücklich sein in Partholon. Die Fomorianer sind besiegt, ihr Ehemann ClanFintan trägt sie auf Händen und ihr Volk sowieso. Doch Shannon ist depressiv, ständig ist ihr schlecht und sie den Tränen nahe. Bei einem Ausritt mit ClanFintan führt Epi sie zu einer Lichtung. Magisch wird Shannon von zwei uralten Eichen angezogen und ehe sie es sich versieht, befindet sie sich wieder in Oklahoma. Als sie zu sich kommt, beugt sich ein Mann über sie, der ihrem Ehemann zum Verwechseln ähnlich sieht. Clint Freeman gesteht ihr, sie zurückgeholt zu haben, damit Rhiannon nach Partholon zurückkehren kann. Doch mit Shannon kam auch eine dunkle Macht nach Oklahoma, die alles daran setzt, die Menschen, welche Shannon liebt, zu töten. Zusammen mit Clint stellt sich Shannon der Bedrohung.

Ungewohnt schwermütig beginnt der zweite Teil der Trilogie, was sich allerdings nach einigen Seiten wieder legt, nachdem Shannon eine mehr als freudige Nachricht erhält. Dann blitzt auch ihr bekannter Wortwitz wieder auf, der einen des Öfteren schmunzeln lässt. Stellenweise hat mich aber ihr Verhalten etwas irritiert, und zwar als sie zwei einschneidende und schreckliche Ereignisse erleben muss. Zwar reagiert Shannon gewohnt emotional, geht aber auch ungewohnt schnell darüber hinweg.

Dieses Mal fehlen zwar der Zauber und das Magische von Partholon, da der Fantasyroman hauptsächlich in Oklahoma spielt. Dennoch gelingt es P.C. Cast problemlos, eine gewisse mystische Spannung aufzubauen und diese über das gesamte Buch zu halten. Allein hierfür sorgt schon der stetig anhaltende Schneefall, der Oklahoma in eine zauberhafte, aber auch sehr gefährliche Winterlandschaft verwandelt. Hinzu kommt, dass die Autorin sehr ins Spirituelle abweicht, indem sie Shannon mit Bäumen reden lässt und es sich bei Clint ebenfalls – wie auch bei ClanFintan - um einen hohen Schamanen handelt, der einen engen Bezug zur Natur und Geistern hat.

Die Story entwickelt sich wieder recht komplex, fast durchgehend sehr spannend und unterhaltsam. Es tauchen einige Figuren aus dem ersten Teil auf, wobei jetzt aber Alanna und ClanFintan nur eine unwesentliche Nebenrolle innehaben. Was mir gut gefallen hat, dass man im 2. Teil auch etwas über Rhiannon und ihre Vergangenheit erfährt. Und fast ist man gewillt, mit ihr Mitleid zu haben.

Im Fokus steht aber eine neue Figur in Form von Clint Freeman. Der Schamane lebt nach einem schrecklichen Unfall vorwiegend in einer Hütte mitten im Wald, verliebt sich unsterblich in Shannon, ja vergöttert sie regelrecht und dass hat mich manchmal etwas genervt. Hier hätte ich mir mehr Wortgefechte wie bei Shannon und ClanFintan gewünscht. Besonders gefallen hingegen hat mir der Charakter von Shannons Vater. Ein geradliniger, bodenständiger Sturrkopf, der seine Tochter über alles liebt und ihr selbstlos hilft.

Fazit: Ein durchweg spannender, unterhaltsamer Fantasyroman mit einer überaus sympathischen Protagonistin, dem allerdings etwas die Spritzigkeit des ersten Bandes fehlt.



Samstag, 3. September 2011

{SuB-Zuwachs} Spannende Krimipost

Hallo Ihr Lieben,

diese Woche kam wieder einmal ein Rezi-Exemplar bei mir an, und zwar ein Kriminalroman von Edith Kneifl, den mir der Haymon Verlag zur Verfügung gestellt hat. Vielen lieben Dank Nicole!!!

Da wir allerdings noch gut 1 1/2 Wochen Urlaub haben und ich dadurch kaum zum Lesen komme, wird es wohl Mitte bis Ende September bis ich den Krimi lesen werde. Aber hier vorab schon mal ne kurze Buchvorstellung:

Edith Kneifl: Zwischen zwei Nächten
Kriminalroman
ISBN 978-3-85218-888-1
152 Seiten, 114 x 190 mm 
Paperback, 9,95 €

Der Tod von Anna, ihrer besten Freundin, führt Ann-Marie aus den USA in ihre Heimatstadt Wien zurück. Im Untersuchungsbericht heißt es: „Fremdverschulden ausgeschlossen“. Aber kann es wirklich Selbstmord gewesen sein? Ann-Marie kann an diese These beim besten Willen nicht glauben. Immerhin hatte Anna geplant, Mann und Leben in Wien  hinter sich zu lassen und mit ihr gemeinsam in New York ein neues Leben zu beginnen.

Einfühlsam und mit präziser Feder erzählt Edith Kneifl einen Kriminalroman, der an Spannung und subtiler Erotik nichts zu wünschen übrig lässt. In bester Thriller-Manier treibt sie die Handlung allein über die eindringlichen Dialoge voran und erzeugt bis zur letzten Seite Gänsehaut. 

Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes, sonniges Wochenende!
Liebe Grüße
Isabel

Freitag, 2. September 2011

{Rezension} Jägermond von Andrea Schacht

Verlag: Penhaligon Verlag
Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3764530723
Erscheinungsdatum: 22. August 2011
Preis: 14,99 €


Die Suche nach dem Ankh

Gesa Alderson liegt im Sterben. Ihre Enkelin Felina wacht bei ihr, als plötzlich eine aristokratisch wirkende Dame am Sterbebett erscheint, sich von Gesa verabschiedet und genauso plötzlich wieder verschwindet. Felina wundert sich zwar über diesen Besuch, schenkt ihm aber keine große Beachtung, auch nicht den beiden Hauskatzen, die anschließend über den Rasen laufen. Bei den Besuchern handelte es sich um Bastet Merit, Königin des Katzenreichs Trefélin, die sich von ihrer langjährigen Menschenfreundin Gesa verabschiedet hat. Doch auf dem Rückweg nach Trefélin kommt es zu einem Zwischenfall und Majestät verliert ihr Ankh, ohne dessen Hilfe sie nicht zurück ins Katzenreich reisen kann. Nur ihrem Begleiter Mafed gelingt die Flucht. Bastet Merit bleibt im Körper einer normalen Hauskatze zurück.

Ihre Hoffnung ruht nun auf Felina, die einen seltsamen Ohrring von ihrer Großmutter geerbt hat. Mit dessen Hilfe könnte Majestät zurückkehren, an diesen jedoch zu gelangen, gestaltet sich schwieriger als gedacht. Und auch die rettende Hilfe aus Trefélin in Form des stolzen Katers Nefer und seinen drei Helfern stößt auf ungeahnte Schwierigkeiten. Hinzu kommt, dass offenbar aus Trefélin heraus eine Intrige geschmiedet wird, um die Rückkehr von Majestät zu verhindern.

Anfangs spielt der Fantasyroman noch mehr in unserer Welt, doch schon bald wechselt er ins Katzenreich und Andrea Schacht gelingt es durch ihre fesselnde und bildhafte Sprache wunderbar, einem diese Welt näher zu bringen. Zunächst scheint alles herrlich friedvoll und angenehm, doch schon bald muss man feststellen, dass auch in Trefélin nicht alles Gold ist was glänzt und auch dessen Einwohner Machtgedanken und Intrigen nicht fremd sind.

Der Schreibstil von Andrea Schacht ist sehr locker, immer unterhaltsam, oft herrlich witzig, stellenweise richtig spannend, aber auch kritisch. So stellt sie die Riesenkatzen aus Trefélin als stolz, anmutig, verschmust und sehr eigenwillig dar, welche die Menschen erziehen und nicht umgekehrt. Auf der anderen Seite hebt sie aber auch mal den Zeigefinger und vermeidet es nicht darauf einzugehen, wie grausam manche Menschen Hauskatzen behandeln.

Die Geschichte entwickelt sich in gewisser Weise schon vorhersehbar, jedoch ist der Weg dahin vielschichtig angelegt und überrascht einen auch immer mal wieder, auch in Bezug auf die unterschiedlichen Charaktere, die sich teilweise ganz anders entwickeln als anfangs gedacht.

Überhaupt die Charaktere! Diese – sei es jetzt Mensch oder Katze - sind einfach wunderbar und stellenweise so was von warmherzig und liebenswert gezeichnet. Allen voran natürlich 17-jährige Felina, aber ganz besonders begeistert war ich von Chep-Nupet. Die Trefélin-Katze wirkt auf den ersten Blick träge, etwas dicklich und dümmlich, besonders wird dies durch ihren doch recht eigenwilligen Sprachstil hervorgerufen. Doch schon bald merkt man, dass dies absolut nicht der Fall ist, sie viele mystische Geheimnisse rund um Trefélin kennt und über Kräfte verfügt, die man ihr gar nicht zugetraut hätte. Und auch die Figur von Nefer ist herrlich beschrieben. Dieser schöne, stolze und ach so arrogante schwarze Kater legt sich immer wieder mit Felina an, nur um dann doch den Kürzeren zu ziehen. Einfach herrlich, die Dialoge zwischen den Beiden. Und selbst die Nebenrollen, wie der Förster Nathan Walker oder Felinas Tante Iris Alderson sind facettenreich beschrieben.


Fazit: Ein Fantasyroman der ganz besonderen Art, mit hervorragend herausgearbeiteten Charakteren und einer komplexen, unterhaltsamen und spannenden Story. Nicht nur etwas für Katzenfans, aber für diese ganz besonders.


Mittwoch, 31. August 2011

{Statistik} Lesestatistik August 2011

Hallo Ihr Lieben,

hier mal wieder zum Ende des Monats meine Lesestatistik für August 2011. Da wir diesen Monat Urlaub hatten, einiges an unserem Häuschen gewerkelt und natürlich auch viel unternommen haben, ist meine Leseliste im August erwartungsgemäß etwas kürzer. Es sind aber dennoch doch mehr Bücher geworden, als ich ursprünglich dachte.

Und hier folgt die Statistik:

8 Rezensionsexemplare von Verlagen erhalten:
  • Erntemord von Heather Graham
  • Das Liliengrab von Valentina Berger
  • Asylon von Thomas Elbel
  • Der wahrhaftige Volkskontrolleur von Andej Kurkow
  • Jägermond von Andrea Schacht
  • Der Albtraum von Erica Spindler
  • Tales of Partholon 2 - Verbannt von P.C. Cast
  • Zwischen zwei Nächten von Edith Kneifl
1 Rezensionsexemplar von vorablesen.de erhalten:
  • Cut von Amanda Kyle Williams
2 Bücher gekauft:
  • Die Entscheidung der Hebamme von Sabine Ebert
  • Der Stalker von Tania Carver
2 Bücher vom SuB habe ich gelesen:
  • Der Übergang von Justin Cronin 
  • Der Stalker von Tania Carver

Und diesen Monat war mein Highlight:

Der Übergang von Justin Cronin


Ich wünsche Euch noch eine schöne Restwoche!
Liebe Grüße
Isabel

{Leseeindruck} Dead Beautiful - Deine Seele in mir von Yvonne Woon

Verlag: dtv-Verlag
Übersetzer: Nina Frey

Hardcover-Ausgabe: 480 Seiten
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-423-76038-6

Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2011
Preis: 16,95 €


Rätselhafter Todesfall

Renée findet eines Abends durch Zufall ihre Eltern tot im Wald, lauter Geldstücke um die beiden Leichen verteilt. Am Tag der Beerdigung zieht ihr herrischer Großvater bei der 16-jährigen ein, der fortan ihr gesetzlicher Vormund ist. Renée hat ihn das letzte Mal mit sieben Jahren gesehen und hat große Probleme, sich an seine stringenten Regeln zu halten. Zudem kommt noch hinzu, dass er Renée auf das Gottfried-Institut nach Maine schicken will. Renée ist entsetzt darüber, dass sie auch noch aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden soll. Doch ihr Großvater hat überzeugende Argumente und auch ihr sind die Todesumstände ihrer Eltern mehr als merkwürdig vorgekommen.

Schon nach wenigen Seiten taucht man in die Geschichte von Renée ein. Mit ein Grund mag sein, dass die Autorin bei der Erzählweise die Ich-Form gewählt hat und man hierdurch sehr schnell einen Bezug zu Renée erhält und somit natürlich auch schon einiges über sie erfährt. Dadurch kann man auch wunderbar ihren Zorn auf ihren so konservativen, strengen Großvater nachvollziehen, der sie ständig gängelt, ihr Regeln aufzwingt und ihr Leben komplett umzukrempeln versucht.

Hinzu kommt aber auch, dass sich die Story von Anfang an sehr mysteriös und rätselhaft gestaltet. Bedingt ist dies durch die mehr als seltsamen Todesumstände von Renées Eltern. Aber auch der Prolog, der ebenfalls von Renée erzählt wird, wirft eine Menge Fragen auf und macht neugierig. Und noch ein Plus ist der Schreibstil von Yvonne Woon, der äußerst fesselnd, bildhaft und flüssig daherkommt. Dies alles zusammengenommen verspricht ein spannendes und mysteriöses Buch zu werden.

Hier  findet Ihr die Leseprobe.

Dienstag, 30. August 2011

{Leseeindruck} Nichts als Erlösung - Judith Kriegers 5. Fall von Gisa Klönne

Verlag: Ullstein Verlag
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten

Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 9783550087776

Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2011
Preis: 19,99 €


Von einem Albtraum in den nächsten

Eine Person nimmt Abschied von ihrem Zuhause, zu dem sie nicht mehr zurückkehren möchte. Eric Sievert sucht im Wald nahe Biblis nach keltischen und römischen Funden, um diese zu Geld zu machen. Kommissarin Judith Krieger weckt ein Albtraum. Um den düsteren Erinnerungen zu entfliehen, geht sie mitten in der Nacht joggen. Mitten in der Altstadt von Köln hört sie Hilfeschreie.

Auf den wenigen Seiten der Leseprobe stellt Gisa Klönne ihren Lesern schon einige Mitwirkenden vor und dies bereits mit einer Intensität, dass man fast augenblicklich eine Vorstellung von ihnen erhält. Ihr Schreibstil ist eher ruhig angelegt, jedoch durchaus schon fesselnd. Und da die unterschiedlichen Handlungsstränge scheinbar absolut nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, dies natürlich aber nicht der Fall ist, ist das Interesse in jedem Fall geweckt.

Fazit: Die Leseprobe verspricht eine komplexe und durchaus spannende Story mit gut herausgearbeiteten Charakteren und einer sympathischen Protagonistin.

Hier geht es zur Leseprobe.

{Leseeindruck} Die Gebeine von Avalon von Phil Rickman

Verlag: Rowohlt Polaris Verlag
Übersetzer: Alexandra Hinrichsen

Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-86252-001-5

Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2011
Preis: 15,95 €


Ein Akt der Böswilligkeit

Dr. John Dee, Astrologe und Berater von Elisabeth I.,  erzählt selbst rückblickend die Geschichte. Alles begann mit einer Wachsfigur, die eines Tages mitten in London auftaucht, und in einem Kindersarg zur Schau gestellt ist. Das Parlamentsmitglied Walsingham hatte Dr. Dee herbeigerufen, um sie zu begutachten, denn ganz offensichtlich stellt die Wachsfigur Königin Elisabeth I. dar. Beide debattieren ein wenig darüber, wer die Figur angefertigt haben könnte und was ihn dazu bewogen hat. Ist hier ein Komplott gegen die Königin geplant, sind dunkle Mächte gar am Werk und die Wachsfigur mit einem Fluch belastet?

Allein der Beginn der Leseprobe wirft haufenweise Fragen auf, wirkt äußerst mysteriös und rätselhaft, sodass man einfach nur gebannt weiterlesen kann. Hinzu kommt, dass Phil Rickmann durch seinen flüssigen und fesselnden Schreibstil überzeugt, der absolut der damaligen Zeit angepasst ist, ohne hierbei zu altmodisch zu wirken. Und um dem ganzen noch mehr Authensität zu geben, ist der Roman auch in der Ich-Form geschrieben, sodass man wunderbar den Gedanken von John Dee folgen kann.

Wenn man zu der leider viel zu kurzen Leseprobe die Kurzbeschreibung des Verlags zu diesem historischen Roman hinzunimmt, verspricht die Story extrem rätselhaft, spannend und auch mystisch angehaucht zu werden.


Hier geht es zur Leseprobe bei vorablesen.de

Montag, 29. August 2011

{Rezension} Asylon von Thomas Elbel

Verlag: Piper Verlag
Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
Genre: Dystopie
ISBN: 978-3492267922
Erscheinungsdatum: September 2011
Preis: 9,95 €

Die letzte Zuflucht der Menschen

Torn ist Masterleveller in der letzten Stadt der Erde. In Asylon herrschen einzelne Clans, die Levellers sorgen dafür, dass deren Macht im Gleichgewicht bleibt. Eines Tages findet Torn mit seinem Kollegen Scooter im Minenfeld die Leiche einer jungen Frau. Das Minenfeld wie auch die Selbstschussanlage dienen dazu, weitere hungernde Menschen aus der längst mehr als überfüllten Stadt heraus zu halten. Doch ganz offensichtlich wollte die junge Frau nicht nach Asylon hinein, sondern aus ihr fliehen. Saina, die beste Freundin der verunglückten Lynn, kommt deren Tod merkwürdig vor und sie beginnt Nachforschungen anzustellen. Torn hingegen plagen ganz andere Sorgen. Angeblich hat seine hochschwangere Frau eine Frühgeburt gehabt und sich daraufhin das Leben genommen. Doch hieran mag Torn nicht recht glauben und fängt an, Fragen zu stellen. Doch dies ist in Asylon nicht gern gesehen und bald hat Torn Riesenprobleme und kommt zudem einem Geheimnis auf die Spur, dass seinen Glauben an Asylon und sein bisheriges Leben von Grund auf verändern wird.

Asylon: Die letzte Stadt der Menschheit nach der großen Klimakatastrophe. Hier herrscht die Macht des Stärkeren. Nur die Levellers halten einigermaßen das Gleichgewicht zwischen den einzelnen Clans. Ein Menschenleben zählt nicht viel, ist die Stadt doch schon hoffnungslos übervölkert. Die Menschen hausen in kleinen Räumen, die stellenweise mehrere Stockwerke unter der Erde liegen, das Sonnenlicht sehen die wenigsten. Es ist ein düsteres Bild, welches Thomas Elbel von Asylon zeichnet, doch es passt perfekt zur Geschichte. Und obwohl ein Menschenleben in Asylon fast nichts zählt, verzichtet der Autor dennoch auf zu brutale und gar blutrünstige Szenen, sondern es gelingt ihm gut, einem glaubwürdig das brutale Leben in Asylon zu vermitteln, ohne hierbei zu sehr auf Details einzugehen.

Thomas Elbel wechselt seine Erzählstränge ständig zwischen Saina und Torn, wobei deren Wege sich aber auch des Öfteren kreuzen. Die Kapitel sind recht kurz gehalten und enden stets an einer besonders markanten Stelle, was natürlich spannungsfördernd ist. Hinzu kommt der durchweg sehr temporeiche und flüssige Schreibstil des Autors, der seine Story anfangs schon ziemlich rätselhaft anlegt und vielschichtig weiterentwickelt. Und auch die Spannung steigert sich kontinuierlich bis zum absolut überzeugenden und schlüssigen Ende, was auch noch ein wenig Platz für die eigene Fantasie lässt.

Seine Charaktere sind unterschiedliche, teilweise sehr eigenwillige Personen. Im Vordergrund stehen natürlich Torn und Saina, er eher etwas überlegt agierend, sie mehr der impulsive Gegenpart. Besonders gefallen hat mir aber Scooter, er bringt stellenweise mit seiner flapsigen Art etwas Lockerheit in den düsteren, beklemmenden Endzeitthriller. Natürlich darf auch der „Böse“ nicht fehlen, diese Rolle hat Rygor inne, zusammen mit seinen tumben Begleitern, die sich an Dusseligkeit gegenseitig schier überbieten. Rygor dagegen kann man schon als intelligent, durchtrieben und durch und durch als bösartig bezeichnen.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings an der Darstellung der Charaktere. Mag sein, dass es nur mir so ging, aber ich habe lange gebraucht, bis ich eine Vorstellung von Torn und Saina bekam. Hier hätte ich mir von Anfang an etwas mehr Tiefgang gewünscht. So ab der Mitte war dann aber der „Funke“ übergesprungen und ein Mitfiebern an ihrem Schicksal war garantiert. Allerdings fand ich es jetzt auch nicht unbedingt als störend, da die Story an sich zu jeder Zeit überzeugt.

Fazit: Ein gelungenes Debüt mit einer absolut überzeugenden, logisch aufgebauten und sehr gut erzählten Story.