Leseempfehlungen

Dienstag, 18. Januar 2011

(Rezension) Das verschollene Pergament von Henri Loevenbruck

Übersetzer: Marie-Sophie Kasten
Taschenbuchausgabe: 544 Seiten
Genre: Mystery-Thriller
ISBN: 3426502364
Erscheinungsdatum: 10. Januar 2011
Preis: 9,99 €


Das mythische Reich Agartha

Ari Mackenzie arbeitet beim Sicherheitsdienst in Paris und leitet dort die Abteilung für Sekten und Verschwörungen. Eines Tages erhält er einen verzweifelten Anruf vom Freund seines Vaters. Paul Cazo bittet ihn, sich dringend mit ihm in Verbindung zu setzen. Sofort fährt Ari zu ihm und findet nur noch seinen furchtbar gefolterten Leichnam vor. Paul Cazo’s Schädel ist leer, sein Gehirn wurde verflüssigt und entfernt. Ari ist verzweifelt und schwört Rache. Sofort beginnt er mit eigenen Ermittlungen als der nächste Mord passiert. Auch dieser ältere Herr wurde auf die gleiche Weise ermordet. Schnell stellt Ari fest, dass der oder die Mörder auf der Suche nach den verschollenen Seiten des  Skizzenbuchs von Villard de Honnecourt aus dem 13. Jahrhundert sind und scheinbar gehörten die beiden Ermordeten einer geheimen Loge an, welche es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, diese Quadrate –wie die Seiten genannt werden – zu schützen. Allerdings gibt es insgesamt sechs verschollene Quadrate.
                                    
Ari ist schnell klar, dass der Mörder im Auftrag einer Organisation tötet, seine Kollegen von der Polizei sind jedoch anderer Meinung und da Ari sowieso nicht mit den Ermittlungen betraut ist, gibt es hier einige Reibereien innerhalb seiner Abteilung. Doch dies stört den eigensinnigen Sektenexperten nicht und unbeirrt ermittelt er weiter. Als seine Vorgesetzten erkennen müssen, dass Ari ihnen immer einen Schritt voraus ist, wird er in die Ermittlungen mit eingebunden, aber selbst dann ist Ari nicht gerade als Teamplayer zu bezeichnen.
                                                      
Dieses Skizzenbuch von Villard de Honnecourt existiert wirklich und wurde 1825 im Fundus der Abtei Saint-Germain-de-Prés gefunden. Das Manuskript wird auf das 13. Jahrhundert datiert und befindet sich heute in der Pariser Nationalbibliothek. Historiker sind der Meinung, dass diesem Skizzenbuch mehrere Seiten fehlen.

Auf dieser Grundlage baut Henri Loevenbruck auf. Geschickt mischt er Fiktion und Wahrheit zu einem actiongeladenen und äußerst temporeichen Mystery-Thriller. Klar gibt es dank Dan Brown mittlerweile reichlich Thriller, die sich mit Geheimlogen und dunklen Geheimnissen beschäftigen. Somit liest man auch bei Henri Loevenbruck nicht unbedingt etwas neues, allerdings ist der Thriller hervorragend umgesetzt und entwickelt sich nicht zu einer Schnitzeljagd á la „Das verlorene Symbol“.

Von Anfang an legt der Autor ein rasantes Tempo vor und es geht hier auch nicht in erster Linie darum, die verschollenen Quadrate zu finden, sondern im Fokus liegt die Jagd nach dem Mörder, denn schnell ist klar, dieser wird erst aufhören, wenn alle sechs Quadrate in seinem Besitz sind. Hierzu gehört aber natürlich auch, dass sich Ari immer wieder mit dem Skizzenbuch beschäftigt und den dort gefunden Spuren nachgeht. Zwischendurch erhält man immer mal wieder einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt des Mörders und so ist auch schnell klar, wer hinter der Suche nach den Quadraten steckt, allerdings bleibt das Rätsel um diese Seiten lange im Dunkeln. Auch gelingt es dem Autor immer wieder mit neuen Wendungen zu überraschen und so seinen Thriller bis zum Ende hin in Sachen Spannung auf einem sehr hohen Niveau zu halten. Zudem wirkt die Story gut recherchiert und durchdacht.

Ari Mackenzie ist ein eigensinniger, dickköpfiger Ermittler, der ein wenig Ähnlichkeit mit George Clooney hat, überzeugter Single ist und sich nicht seine Liebe zur jungen Buchhändlerin Lola eingestehen will. Dieser fast schon als besessen zu bezeichnende Polizist ist einem schon nach kurzer Zeit äußerst sympathisch. Schuld daran sind auch seine kleinen Macken, die ihn sehr menschlich wirken lassen. So weigert sich Ari beispielsweise hartnäckig, einen Computer zu nutzen, sondern zieht lieber Dutzende von Enzyklopädien zu Rate als auch nur einmal das Internet für seine Recherchen zu durchforsten.

Auch die weiteren Charaktere sind sauber herausgearbeitet, einige ziemlich mysteriös gezeichnet und besonders die Figur des Mörders ist so plastisch beschrieben, dass hier der Gänsehautfaktor nicht ausbleibt. Einzig hat mich die immer wieder etwas wundersame Heilung von Ari gestört. Eben noch aus dem Krankenhaus mit einem Oberschenkeldurchschuss entlassen, kann er kurze Zeit später schon jemanden durch die Stadt verfolgen. Da musste ich schon des Öfteren mal ungläubig den Kopf schütteln. Ansonsten hält man mit „Das verschollene Pergament“ einen rasanten und extrem spannenden Thriller in Händen, der ein sehr mysteriöses Rätsel zum Thema hat.


Der Autor:
Henri Loevenbruck, geboren 1972, lebt als Journalist, Schriftsteller und Sänger in Paris. Bisher hat er fünf Spannungsromane geschrieben, mit denen er in Frankreich zu einem Synonym für atemberaubende Mysterythriller wurde. In Deutschland sind Das Judasfragment und Das Kopernikus-Syndrom bei Knaur erschienen. Mehr Infos unter: www.henriloevenbruck.com

Montag, 17. Januar 2011

(Leseeindruck) Jakob beschließt zu lieben von Catalin D. Florescu

Gebundene Ausgabe: 405 Seiten
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-406-61267-1
Erscheinungsdatum: 23. Februar 2011
Preis: 19,95 €







Ein Sturm zieht auf


Eine bedrohliche Wolkenfront schiebt sich im Juli 1924 auf das kleine Dorf Temeschwar zu. Per Horn wird die Sturmwarnung ausgegeben, die Sturmglocke geläutet. Sehr anschaulich und bildhaft erzählt der Autor die Abläufe, die einer solchen Sturmwarnung vorausgehen, den Sturm selbst und dessen Folgen für die Einwohner. Gleichzeitig lernt man so auch ein wenig schon die Dorfbewohner kennen und Jakob, den Vater des Ich-Erzählers.

Bei diesem Unwetter kämpft sich ein Fremder zu dem kleinen Dorf durch und ist glücklich, als er beim Apotheker erfährt, dass er sein Ziel erreicht hat. Während die Einwohner den Brand des Hofes von Elsa Obertin, der Amerikanerin, zu bekämpfen versuchen, bewacht der Fremde mit Namen Jakob den Hof des Apothekers Nepper. Als dieser nach einer kräftezerrenden Nacht wieder zurückkehrt, erklärt ihm Jakob, dass er die Amerikanerin heiraten wird.

Sprachgewaltig, lebendig und sehr bildhaft, dabei ruhig und detailliert, ohne langatmig zu werden, so kann man den Schreibstil von Catalin Dorian Florescu beschreiben. Seine Darstellung des Jakob verspricht eine sehr abenteuerliche und geheimnisvolle Figur, dessen Herkunft nicht klar ersichtlich ist, wie auch seine Beweggründe, warum er unbedingt Elsa Obertin heiraten möchte. Aber dies wird der Leser wohl noch im Laufe des Buches erfahren, denn offensichtlich erzählt der Ich-Erzähler hier die Geschichte seiner Eltern.

Und somit verspricht die Leseprobe einen opulenten Roman, der einige Jahrzehnte umspannt und mit Sicherheit mit einer interessanten, spannenden und abenteuerlichen Geschichte rund um Jakob und seiner Elsa aufwarten kann.

(Leseeindruck) Verwesung von Simon Beckett

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Genre: Englischer Thriller
ISBN: 978-3-8052-0867-3
Erscheinungsdatum: 24. Februar 2011
Preis: 22,95 €



Eins, zwei, acht – eine unveränderliche Wahrheit

Gleich im Prolog ist man wieder mitten in einem David-Hunter-Thriller, denn hier beschreibt Simon Beckett in seiner typisch direkten und sachlichen Art ziemlich ausführlich die unterschiedlichen Verwesungsarten eines Menschen. Ein typischer Einstieg eben bei seinen Thriller.

In der gewohnten Ich-Form erfährt man sogleich, dass David Hunter auf dem Weg nach Dartmoor unterwegs ist, da hier ein Grab gefunden wurde, in dem möglicherweise ein weiteres Opfers des Serienmörders Jerome Monk liegen könnte. Hunter ist zwar in seiner Region so ziemlich der einzige forensische Anthropologe, der Wunsch nach seiner Anwesenheit verwundert ihn dennoch ein wenig. Als er jedoch in Dartmoor feststellt, dass die Ermittlungen vom stellv. Ermittlungsleiter Terry Connors geleitet werden, den Hunter von früher her kennt, ist die Verwunderung nicht mehr so groß. Kurz bereitet sich Hunter auf die Arbeit an dem Grab vor und dabei geht er in seinen Erinnerungen noch einmal die Fakten durch, welche er über Jerome Monk weiß.

Der Thriller beginnt sehr beschaulich, ja regelrecht ruhig und spannungsarm. Es ist davon auszugehen, dass Simon Beckett sich etwas Zeit nimmt, um die Story aufzubauen, was ich jedoch nicht als störend empfinde. In welche Richtung die Geschichte verläuft, kann aus der Leseprobe heraus nicht beurteilt werden, allerdings verspricht die Kurzbeschreibung des Thrillers einen überaus spannenden Plot.

Zudem überzeugt wieder sofort der Schreibstil von Simon Beckett. Auch wenn auf den ersten Seiten nichts sonderlich Spektakuläres passiert, versteht der Autor es dennoch wieder einmal hervorragend, einen zu fesseln und seinen Protagonisten sofort sympathisch und lebendig darzustellen.

(Leseeindruck) Die Ludwig-Verschwörung von Oliver Pötzsch

Taschenbuchausgabe: 400 Seiten
Genre: Historischer Thriller
ISBN: 9783548282909 
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2011
Preis: 9,95 €






Die Linie des Königs steht auf dem Spiel

Irgendwo in München wird im Oktober 2010 in einem Waldstück der Geschichtsprofessor Professor Dr. Liebermann brutal von zwei Männern zusammengeschlagen. Der dritte im Bunde ist der König, der unbedingt erfahren möchte, wo sich das geheime Buch befindet. Dessen Geheimnis war über hundert Jahre gewahrt geblieben. Doch Prof. Liebermann weigert sich zu reden. Da plötzlich entdeckt seine Majestät auf dem Waldboden einen Hinweis, die Auskünfte von Liebermann sind nicht mehr nötig, der König ermordet ihn.

Bei dem Prolog war ich mehrmals am überprüfen, ob ich mich nicht bei der Jahreszahl verlesen habe; dies war jedoch nicht der Fall. Somit scheint der Mann, der sich als König bezeichnet und von seinen Schergen mit Majestät angeredet wird, wohl ein Geisteskranker zu sein, der sich für Ludwig II. hält. Schon allein diese kurze Szene ist äußerst spannend und fesselnd umgesetzt und macht in jedem Fall neugierig auf den Fortgang der Story.

Anschließend stellt einem der Autor erst einmal ein wenig seinen Protagonisten Steven Lukas vor. Der Antiquar ist vernarrt in alte Bücher, was für ihn nicht unbedingt geschäftsfördernd ist, da er diese nur ungern verkauft. Ansonsten führt er ein recht beschauliches, ruhiges und zurückgezogenes Leben, bei dem ihn nur die Nachbarin Schultheiß stört, die unbedingt seinen Laden übernehmen möchte. Sie ist der festen Überzeugung, dass in München Westend kein Antiquariat hinpasst, sondern hier unbedingt eine Modeboutique samt Café-Lounge angeboten werden muss.

Auch wenn sein Antiquariat in den letzten 20 Jahren nie besonders gut gelaufen ist, ist es zwischenzeitlich mit dem Verkauf von Büchern ziemlich schlecht gestellt und Stevens Laden wird nur noch selten von potentiellen Käufern aufgesucht. Anders war es jedoch am heutigen Tag. Da erhielt er Besuch von einem gehetzt wirkenden älteren Herrn, bei dem der Leser sofort weiß, dass es sich nur um Prof. Liebermann gehandelt haben kann. Kurze Zeit später entdeckt Steven im Regal ein Buch, welches er nie zuvor gesehen hatte. Dieses entpuppt sich als kleine Kiste, in der sich Fotografien, eine Haarlocke und ein kleines Büchlein befinden. Kaum hat er die Person auf dem Foto erkannt, betritt ein älterer Herr seinen Laden und erkundigt sich nach Augenzeugenberichten aus der Zeit Ludwig II.

Oliver Pötzsch gelingt es praktisch von der ersten Seite an, einen an seinen Thriller zu fesseln. Sein Schreibstil ist so lebendig, dass einem die bisher vorgestellten Charaktere fast augenblicklich vor Augen stehen. Und die Story überrascht ständig mit neuen Wendungen, ist äußerst mysteriös angelegt und wirft genug Fragen auf, sodass einem die Leseprobe entschieden zu kurz vorkommt und einen die Neugier ob dem Ausgang der Geschichte sofort packt.

Hinzu kommt noch der Hintergrund des Thrillers. So ziemlich jeder kennt die Geschichte des Märchenkönigs und die Legenden, die sich um seinen mysteriösen Tod ranken. Darüber einen historischen Thriller zu schreiben, finde ich äußerst interessant und vor allem birgt dieser Hintergrund genug Material, hieraus einen wirklich absolut fesselnden und spannenden Thriller zu schreiben.

Sonntag, 16. Januar 2011

(Rezension) Die Wanderhure von Iny Lorentz

Verlag: Weltbild-Verlag
Taschenbuchausgabe: 611 Seiten
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 2007
Preis: --,-- €

 Die Rache ist mein

Konstanz, Anfang des 15. Jahrhunderts: Marie, eine brave Bürgerstochter ist nicht sonderlich begeistert, dass sie den Advokaten Ruppert heiraten soll. Doch soweit kommt es nicht, denn am Vorabend ihrer Hochzeit wird Marie der Hurerei beschuldigt und in den Kerker geworfen. Sie weiß nicht, dass dies ein fieses Intrigenspiel ihres vermeintlichen Verlobten ist, der das Vermögen ihres Vaters an sich reißen will. Noch in der Nacht wird Marie von drei Männern im Kerker vergewaltigt, am nächsten Tag für schuldig befunden, öffentlich ausgepeitscht und aus Konstanz verbannt. Mehr tot als lebendig findet eine Wanderhure die junge Frau am Wegesrand und nimmt sich ihrer an. Nach ihrer Genesung bleibt Marie nichts anderes übrig, als ebenfalls das Leben einer Hübschlerin auf sich zu nehmen. Allerdings hält nur ein Gedanke Marie noch am Leben, nämlich Rache zu nehmen an dem Mann, der ihr und ihrem Vater diese Schmach angetan hat.

Farbenfroh, bildhaft und lebendig erzählt das Autorenpaar das Leben von Marie, die von der keuschen Bürgerstochter zur Wanderhure werden muss und nur von einem Gedanken beseelt ist, nämlich den der Rache. So verfolgt man ihre Wandlung zu einer koketten Hübschlerin, die sich dank ihres engelsgleichen Aussehens schon bald ihre Freier aussuchen kann. Aber auch einige schlimme Erlebnisse müssen Marie und ihre treue Freundin erleiden. So ist der Roman durchweg unterhaltsam und abwechslungsreich geschrieben.

Allerdings hat mich eins dann doch mit der Zeit ziemlich angenervt: Verständlich ist es natürlich, da das Buch ja von dem Leben einer Wanderhure erzählt, dass hier natürlich auch viele Männer beschrieben werden, die nur das eine im Kopf haben. Aber mussten es unbedingt fast alle Männer sein. Es sind Szenen dabei, die nicht unbedingt etwas mit Marie und ihrem Leben zu tun haben und selbst hier werden Schicksale und Intrigen einzig und allein auf den Hintergrund der Lendenpein (wie es so nett im Buch beschrieben ist) aufgebaut. Hier hätte ich mir doch ein wenig mehr Einfallsreichtum gewünscht.

Auch überrascht der Roman jetzt nicht unbedingt mit neuen Ideen, vieles wirkt wie schon einmal gelesen und der Ausgang der Geschichte ist schon lange im Voraus erkennbar. Und ich hatte  jetzt auch nicht gerade den Eindruck erhalten, dass der Geschichte eine fundierte Recherche zugrunde liegt.

Überzeugt haben mich aber durchweg die Charaktere, auch wenn sie sehr schwarz-weiß gezeichnet sind. Es ist eigentlich fast augenblicklich ersichtlich, wer hier zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, einige Klischees werden hier auch reichlich bedient. Aber die Figuren sind auch sehr detailreich und lebendig beschrieben, sodass man sie eigentlich schon nach wenigen Seiten vor Augen hat und so eine sehr gute Vorstellung von ihnen erhält.

Fazit: Ein unterhaltsamer, anspruchsloser historischer Roman mit einer Protagonistin, die man fast augenblicklich ins Herz schließt und einer Story, die nicht wirklich überraschen kann.

Samstag, 15. Januar 2011

{SuB-Zuwachs} Spannender & mystischer Buchzuwachs

Hallo Ihr Lieben,

das nenne ich doch einmal einen tollen Start ins Wochenende!! Heute kamen gleich vier (!) Rezensionsexemplare von Verlagen an. 



Als erstes von Haymon Verlag


 
Schäfers Qualen von Georg Haderer 

ISBN: 978-3-85218-598-9
272 Seiten, 
Gebundene Ausgabe

Ich hatte ja vor Kurzem bereits "Ohnmachtspiele" des Autors gelesen und war total begeistert von dem Krimi. Auf meine Nachfrage hat mir der Verlag jetzt auch noch den 1. Teil der Krimireihe geschickt. Lieben Dank Nicole!!

Zum Inhalt: 

Dann kam wieder Blanvalet-Nachschub vom Feinsten. Hierbei handelt es sich um


 
Totenkammer von Nancy Grace

Taschenbuchausgabe, 448 Seiten
ISBN: 978-3-442-37629-2


Kurzbeschreibung:
Lange Jahre glaubte Hailey Dean, die Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben: den Tod ihres Verlobten, die aufreibenden Berufsjahre in der Justizbehörde Atlantas und den brutalsten Serienkiller ihrer Karriere. Als Psychiaterin arbeitet sie inzwischen in New York. Doch eines Tages wird einer ihrer Patienten ermordet. Derselbe Tathergang wie damals bei dem Serienkiller in Atlanta. Derselbe Modus operandi. Und wie magnetisch steuert Hailey auf den Killer zu …

Bin schon sehr gespannt, denn die Beschreibung verspricht einen spannenden Thriller.

... und das ist die Vita der Autorin:
In jungen Jahren selbst Opfer eines Gewaltverbrechens, widmete Nancy Grace sich beruflich der Verbrechensbekämpfung und wurde Staatsanwältin. Von fast hundert Fällen verlor sie keinen einzigen. Aus der aktiven Zeit zog sie sich zurück und arbeitete fürs Fernsehen, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Zwillingen in New York City und Atlanta – spätestens seit Karin Slaughter bekanntermaßen »Capital of Crime« und Schauplatz einiger der besten Thriller der vergangenen Jahre. Nancy Grace schreibt bereits an ihrem nächsten Roman.


Das dritte Buch im Bunde ist vom Droemer Knaur Verlag. Hierbei handelt es sich um den Mystery-Thriller



 
Das verschollene Pergament von Henri Loevenbruck

Taschenbuchausgabe, 544 Seiten
ISBN: 3-426-50236-4 

Laut Verlagsseite geht es hierbei um Folgendes:
Ari Mackenzie ist Spezialist für Sekten und Verschwörungen bei der Pariser Polizei. Als er seinen Freund Paul aufsucht, findet er dessen grausam zugerichtete Leiche vor: Der Schädel wurde durchbohrt, das Hirn verflüssigt. Doch dies ist nur der Auftakt zu einer Serie von bizarren Morden. Offenbar stehen sie alle mit einer jahrhundertealten Geheimloge und einem verloren gegangenen Pergament in Zusammenhang. In diesem Manuskript fehlen dreizehn Seiten – genauso viele, wie die Loge Mitglieder hat …



Ja, und dann durfte ich am Dienstag mal wieder jubeln, denn ich bin aus dem Lostopf bei vorablesen.de gezogen worden und habe heute als Vorableselexemplar folgendes Buch erhalten:


 
Die Freundin meines Sohnes von  Lauren Grodstein

Das Buch erscheint 
am 21. Februar 2011 
im Klett-Cotta Verlag
hat die ISBN: 978-3-608-93896-8 
und ist eine gebundene Ausgabe 
mit 351 Seiten.

Zum Inhalt:
Jeder Vater will für seine Kinder nur das Beste – so auch der erfolgreiche Arzt Pete Dizinoff. Und so versucht er, einige Entscheidungen seines Sohnes zu korrigieren.Bis plötzlich die Existenz seiner Familie, seiner Freunde und nicht zuletzt die eigene auf dem Spiel stehen.

Für Pete Dizinoff läuft alles prima. Er hat eine erfolgreiche Praxis, eine liebevolle Frau und ein hübsches Haus in einem gediegenen Vorort. Vor allem hat Pete einen Sohn, Alec, für den er nur das Beste will. Aber eines Tages und nach langer Abwesenheit taucht Laura wieder auf, die Tochter von Petes bestem Freund. Sie ist zehn Jahre älter als Alec, unwiderstehlich schön und steht in dem Verdacht, als Teenager ihr Baby bei der heimlichen Geburt getötet zu haben. Alec ist sofort von Laura hingerissen, Pete hingegen sieht seine Träume für den Sohn zerplatzen. In dem festen Glauben, nur in Alecs Sinne zu handeln, versucht er, die Beziehung seines Sohnes zu hintertreiben. Doch es sieht so aus, als ob er selber ein Auge auf Laura geworfen hätte. Und alles gerät außer Kontrolle …

Bereits die Leseprobe hat mir ja schon richtig gut gefallen und ich bin schon ziemlich neugierig darauf.


So, dann wünsche ich Euch noch ein weiterhin tolles Wochenende und ich mach mich jetzt wieder ans Lesen!!!

Liebe Grüße
Isabel

Freitag, 14. Januar 2011

{SuB-Zuwachs} Spannender Buchzuwachs

Hallo Ihr Lieben,

und wieder einmal wächst mein SuB ein wenig an.

Von einer lieben Kollegin habe ich heute 




 
Mit Speck fängt man Mäuse
von 
Rita Mae Brown


ausgeliehen bekommen. Bin schon ziemlich gespannt auf das Buch, da ich schon einige Abenteuer von Mrs. Murphy gelesen habe und diese immer wieder gut fande.

Dieses Mal müssen Mrs Murphy, Pewster und Tee Tucker einer Freundin von Harry helfen, die verdächtigt wird, jemanden umgebracht zu haben. Nicht verwunderlich, da sie mit einem Messer neben der Leiche gefunden wurde.


Ja, und dann kam heute mein Buchbestellung an. Hierbei handelt es sich um den 3. Fall von Konstantin Dühnfort. Auf


 
So unselig schön
von
Inge Löhnig


bin ich schon mächtig neugierig, denn die beiden vorherigen Thriller "Der Sünde Sold" und "In weißer Stille" habe ich regelrecht verschlungen.

Zum Inhalt:
In einer leerstehenden Brauerei im Süden Münchens wird eine enthauptete Frauenleiche gefunden. Kommissar Dühnfort wird bald klar, dass er einen Serientäter jagt, der von Bildern besessen sein muss. Die junge Fotografin Vicki hingegen, die die Leiche gefunden hat, ermittelt auf eigene Faust. Sie kommt dem Mörder schließlich gefährlich nahe ...


Ich wünsche Euch ein schönes, lesereiches Wochenende
Liebe Grüße
Isabel

Mittwoch, 12. Januar 2011

(Rezension) Kalte Freundschaft von Simone van der Vlugt

Verlag: Diana Verlag 
Übersetzer: Eva Schweikart
Paperback: 320 Seiten
Genre: Psychothriller 
ISBN: 978-3-453-29089-1 
Erscheinungsdatum: 12. April 2010
Preis: 12,95 €


Morde im Freundeskreis

Nadine ist Journalistin in Leiden, hat eine Tochter im Teenageralter und träumt von einer Karriere als Schriftstellerin. Mithilfe des Verlegers Eelco, den sie über Bekannte kennenlernt, gelingt es ihr auch recht bald einen Verlag zu finden, der Interesse an ihrem Manuskript zeigt. Etwa zu dieser Zeit geschieht ein Mord an einer jungen Frau, den nicht nur die kleine Stadt erschüttert. Auch Nadine ist bestürzt und macht sich ein wenig Sorgen um ihre 16-jährige Tochter Marielle. Diese gibt sich in letzter Zeit äußerst wortkarg und verschlossen und verkehrt mit Freunden, die Nadine nicht bekannt sind. Doch ihre Freunde beruhigen sie und tun dies als typisches Teenagergebaren ab, was Nadine ein wenig beruhigt. Währenddessen entwickelt sich zwischen Nadine und Eelco eine Beziehung und mit der möglichen Veröffentlichung ihres Thrillers geht es auch voran. So scheint für Nadine alles wunderbar zu laufen, als ein weiterer Mord geschieht. Dieses Mal kennt Nadine das Opfer, da es aus ihrem direkten Bekanntenkreis kommt.

Haupterzählstrang ist die Geschichte rund um Nadine, doch zwischendurch lernt man auch den Mörder kennen. Dieser Teil ist in der Ich-Form geschrieben und man merkt sofort, dass hier eine absolute Fixierung auf Nadine besteht. Da allerdings auch fast augenblicklich erkennbar ist (jedenfalls ging es mir so), um wen es sich dabei handelt, ist die Spannung schon mal mächtig gedrosselt. Hinzu kommt, dass der eigentliche Thrilleranteil hier eindeutig zu kurz kommt und mehr die Beziehung von Nadine und Eelco wie auch Nadines erste schriftstellerische Gehversuche im Vordergrund stehen. So plätschert die Story mehr oder weniger vor sich hin, ist dabei aber durchweg unterhaltsam umgesetzt.

Überhaupt macht der locker, leichte Schreibstil der Autorin es einem sehr leicht, den Roman in einem Rutsch durchzulesen. Hinzu kommt hier auch, dass die Schrift recht großzügig gehalten ist wie auch die Seitenaufteilung. So hätte man  den rund 300 Seiten dicken Roman gut um ein Dutzend Seiten oder mehr dünner ausfallen lassen können.

Simone van der Vlugt überrascht jetzt nicht unbedingt mit interessanten Wendungen in der Geschichte, auch wenn sie immer mal wieder den einen oder anderen Verdächtigen präsentiert und es so aussehen lässt, als könnte dieser hinter den Morden stehen. Zumal auch hinzu kommt, dass die Charaktere doch recht eindimensional und zumeist somit auch sehr vorhersehbar beschrieben sind. So hält man schlussendlich zwar einen recht unterhaltsamen, kurzweiligen Roman in Händen, auf keinen Fall aber einen Psychothriller.

(Rezension) Bruderdienst von Jacques Berndorf

Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 978-3-453-43346-5
Erscheinungsdatum: 05. Januar 2009
Preis: 8,95 €


Die Suche nach der Bombe

Nordkorea hat 300 Luxusautos bestellt. Diese kurze Meldung setzt den BND in Alarmbereitschaft, denn das Land ist hoffnungslos verarmt. Woher also kommt das Geld für diese Luxuskarossen? Weitere Nachforschungen ergeben, dass auf verschiedenen Konten eine Menge Geld an Nordkorea geflossen ist. Ein Verdacht setzt sich fest: Nordkorea hat eine Atombombe verkauft! Auch die anderen westlichen Geheimdienste teilen die Meinung des BND und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn bisher weiß man weder, wer der Käufer ist noch was er mit der Bombe vorhat.

Mit der Suche wird der BND-Agent Karl Müller und seine Kollegin Svenja betraut. Die beiden sind mittlerweile ein Liebespaar und denken irrtümlich, dass die hohen Herren des BND hierüber nicht informiert sind. Ihr Chef Krause schickt sie nach Seoul mit verschiedenen Aufträgen. Müller soll einen nordkoreanischen Informant aus dem Land schleusen, Svenja soll wichtige Informationen kaufen. Dies gestaltet sich nicht gerade als einfach, denn anscheinend haben einige einflussreiche Herren etwas dagegen, dass der Auftrag von Müller und Svenja erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Ohne großes Vorgeplänkel steigt Jacques Berndorf sofort in seinen Spionage-Krimi ein und so ist das Tempo von Anfang bis Ende sehr hoch, die Story dicht erzählt und durchweg spannend umgesetzt. Sein Schreibstil ist gewohnt locker, flüssig und stellenweise hat man einfach das Gefühl, dass er seine Story mit einem zwinkernden Auge schreibt. Die Hintergrundinformationen sind überzeugend dargestellt, sodass dem Krimi und somit dem Umfeld des BND eine gewisse Authensität anhaftet. Zumal es Jacques Berndorf gestattet wurde, für seine BND-Reihe in deren Kreisen zu recherchieren.

Seine Figuren sind durchweg detailreich, ja fast schon liebevoll gezeichnet und besonders die Person Krause wird jedem Arbeitnehmer sofort sympathisch sein. Dieser erwartet von seinen Mitarbeitern zwar höchstes Engagement bei ihrer Arbeit, er bleibt dabei aber sehr menschlich, besorgt und regelrecht väterlich. Und auch die anderen hohen Tiere des BND zeigen neben all dem Stress, den der Fall mit sich bringt, durchaus Gefühle, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. So wird z. Bs. immer mal wieder kurz auf das Privatleben von Krause eingegangen, dessen Frau mit Brustkrebs im Krankenhaus liegt. Diese Szenen sorgen dafür, dass die Figuren für einen greifbarer werden. Und auch auf die Beziehung zwischen Müller und Svenja wird immer mal wieder in einem gut dosierten Maß eingegangen. So steht zwar die Jagd rund um Atombombe klar im Vordergrund, diese kleinen Einschübe sorgen aber dafür, dass das hohe Tempo immer mal wieder für einen kurzen Moment herausgenommen wird.

Die Story entwickelt sich recht komplex und verzweigt, was wohl zwangsläufig ist, wenn mehrere große Geheimdienste sich an der Suche beteiligen. Hierbei überrascht Jacques Berndorf bei dem einen oder anderen Geheimdienst mit seiner Darstellung den Leser, da man doch ein ganz anderes Verhalten erwartet hätte. Dann aber ist ein anderer Geheimdienst so typisch dargestellt, dass man hier um dessen Überheblichkeit und somit auch Dummheit stellenweise nur schmunzeln kann. Der Ausgang der Story ist lange nicht ersichtlich, man tappt genau wie der BND lange Zeit im Dunkeln, doch zum Ende hin löst sich der Krimi logisch auf.

Dienstag, 11. Januar 2011

(Rezension) Nehmt Herrin diesen Kranz von Andrea Schacht

Verlag: Blanvalet Verlag 
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
Genre: Historischer Roman
ISBN: 3442371244
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2010
Preis: 9,95 €


Das rätselhafte Verschwinden der Brautkrone

Anno 1402 in Köln: Erfolgreich betreibt die junge Alyss von Doorne ihr Handelsgeschäft und ist dadurch unabhängig von ihrem Ehemann. Auf diesen ist sie zurzeit sowieso nicht gut zu sprechen, da Arndt ihren Weingarten verkauft hat, um so seine Schulden bei ihr bezahlen zu können. Bevor Alyss aber richtig wütend ob dieser Hinterhältigkeit werden kann, zieht er es lieber vor, den Winter über auf eine Handelsreise zu gehen. Doch sei das nicht schon genug Grund zum Ärgern, steht schon neuer Unmut ins Haus: In Form des Wildfangs Kilian, eines 7-jährigen Jungen mit einem Engelsgesicht, den Alyss kurzzeitig in ihre Obhut nimmt. Doch eines Tages wird der Junge entführt und mit ihm verschwindet auch die wertvolle Brautkrone von Alyss. Wer hat ein Interesse an der Familie des kleinen Kilians und wer wusste, wo sich die Brautkrone befindet? Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Marian und dem Kaufmann John versucht Alyss, die Fragen zu klären.

Um einen das Leben des 15. Jahrhunderts näher zu bringen und so ein Gefühl für diese Zeit zu erhalten, wählt Andrea Schacht wohl bewusst die Ausdrucksweise der damaligen Zeit in Einbindung vieler altdeutscher Begrifflichkeiten. Dies hatte zur Folge, dass ich einige Seiten benötigte, um mich in der Geschichte zurecht zu finden und auch, dass es sich hierbei um den 2. Teil einer Serie handelt. Diese Irritation ging aber schnell vorbei und man kommt auch ohne Kenntnis des 1. Teils problemlos mit der Geschichte zurecht. Es gibt zwar gelegentlich Verweise auf „Gebiete sanfte Herrin mir“, diese stören aber nicht.

Durch die Benutzung vieler alter Ausdrucksweisen, der anschaulichen Beschreibung von Köln mit seinen verwinkelten Gassen und Gässchen und kleinen Geschichten rund um dessen Einwohner wirkt der Roman atmosphärisch dicht umgesetzt. Zumal die Autorin sich auch viel Zeit lässt, immer wieder das tägliche Leben der Kaufmannsfamilie mit einzubinden. So lernt man nach und nach alle Bewohner des Hauses kennen wie auch das nähere Umfeld derer von Doorne. Dies ist durchweg immer sehr unterhaltsam und oft auch sehr witzig dargestellt.

Ihre Protagonistin beschreibt sie als eine tatkräftige, energische junge Frau, die über einen spitzfindigen Humor verfügt, das Herz auf dem rechten Fleck trägt und sich nicht davor scheut, Verantwortung zu übernehmen. Ihr Zwillingsbruder Marian ist noch auf der Suche nach seiner Bestimmung, auch wenn er sich sicher ist, dass er Menschen heilen möchte. In welcher Form muss er jedoch noch herausfinden. Dann ist da der Kaufmann John of Lynne, ein gutaussehender Brite, der ganz eindeutig innigere Gefühle für Alyss empfindet als schicklich wäre, diese aber gut vor ihr zu verbergen versteht. Ja und dann natürlich noch die Jungfern Hedwigis, Leocadie und Lauryn: Alle unterschiedlich im Charakter und ebenfalls detailreich beschrieben. Neben der resoluten Haushälterin gibt es noch ein paar weitere Bewohner des Kaufmannshauses, auf die ebenfalls ausreichend eingegangen wird, sodass man sich ein gutes Bild von ihnen machen kann.

Der rote Faden der Geschichte ist natürlich die Suche nach Kilian, die sich schwieriger gestaltet als anfangs gedacht und selbstverständlich die Nachforschung nach dem Verbleib der wertvollen Brautkrone. Hier kommen viele Verdächtige infrage, die ein Motiv hätten und so bestreiten Alyss und ihre Freunde auch öfters mal den falschen Weg auf der Suche nach der Krone. Hierbei entdeckt Alyss aber auch das eine oder andere kleine Geheimnis im Umkreis ihres Hauses.

So ist der historische Roman durchweg humorvoll, unterhaltsam und teilweise auch richtig spannend umgesetzt, reflektiert sehr gut das Leben im 15. Jahrhundert und kann auch des Öfteren mit der einen oder anderen interessanten Wendung aufwarten und bietet somit kurzweilige Unterhaltung.

(Leseeindruck) Das Schweigen der Toten von Todd Ritter

Verlag: rororo Verlag 
Taschenbuchausgabe: 384 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 978-3-499-25588-5
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2011
Preis:9,99 €




Mysteriöser Mord in Perry Hollow

Ein Mann erwacht unter extremen Schmerzen, sein Mund wurde zugenäht. Als er endlich wieder klar denken kann und realisiert, was mit ihm geschehen ist, versucht er zu schreien, doch es kommt nur ein Krächzen. Dann eine Stimme. Sie befiehlt ihm, ruhig zu sein. Etwas Kaltes spürt er an seinem Hals und dann gar nichts mehr. Allein schon dieser Einstieg schraubt die Spannung auf ein hohes Niveau. Die Angst des Mannes ist sehr plastisch geschildert und erzeugt beim Lesen zugleich eine Gänsehaut.

Ein grauer, kalter Morgen im März. Chief Kat Campbell ist Sheriff in dem beschaulichen Städtchen Perry Hollow. Mithilfe eines Diebstahls, der angeblich dem ortsansässigen Blumenhändler passiert ist, stellt Todd Ritter erst einmal ein wenig die Einwohner, das ruhige, beschauliche Leben des kleinen Örtchens vor wie auch seine Protagonistin. Kat ist Mitte Vierzig, hat einen Sohn, keine funktionierende Heizung und färbt sich ihre blonden Haare dunkler, um ernst genommen zu werden. Diese Alltäglichkeiten nehmen zwar die Spannung wieder etwas heraus, gleichzeitig bekommt man so aber auch ein gutes Gefühl für die Situation und das Leben in Perry Hollow. Doch als man erfährt, dass dem Blumenhändler sein Lieferwagen gestohlen wurde, zieht zumindest die Neugier wieder an, denn die Vermutung liegt nahe, dass der Diebstahl mit dem Mord im Prolog in Verbindung steht. Hinzu kommt, dass sich im Handschuhfach des Lieferwagens eine geladene Pistole befand.

Kaum ist Kat auf dem Revier angekommen, erfährt sie von einem weiteren Delikt. Am Straßenrand der Old Mill Road wurde von einem LKW-Fahrer eine Kiste gefunden. Kat überträgt ihrem Stellvertreter Carl die Fahndung nach dem Lieferwagen und macht sich auf den Weg zu dieser mysteriösen Kiste. Dort angekommen kann sie verstehen, warum der LKW-Fahrer von einem Sarg sprach, die Maße erinnern einen unwillkürlich daran. Und wirklich, als Kat die Kiste öffnet, findet sie darin die Leiche eines Mannes. Ein Mann, den sie kennt. Bei dem Toten handelt es sich um den Farmer George Winnick, ihm wurde der Mund zugenäht. Kat ist entsetzt, doch reagiert sie professionell und leitet sofort die entsprechenden Maßnahmen ein und doch merkt man auch, wie nahe ihr der Mord an George geht, obwohl sie ihn kaum kannte.

Besonders unheimlich wird es, als man das nächste Kapitel über einen Mitarbeiter der Gazette liest, der ausschließlich für die Nachrufe zuständig ist. Ziemlich ausführlich geht Todd Ritter hier auf seinen etwas schrägen Charakter ein und man wundert sich schon, warum Henry Goll hier so ausführlich vorgestellt wird. Doch Henry macht eine grausige Entdeckung, die mit dem Nachruf von George Winnick zu tun hat, dem Mann, der gerade am Straßenrand in einer sargähnlichen Kiste gefunden wurde.

Die Leseprobe geht leider nur über wenige Seiten, aber bereits auf diesen gelingt es Todd Ritter hervorragend, eine Spannung aufzubauen, die fast greifbar ist. Alle Charaktere sind detailreich gezeichnet, sodass sie fast sofort Konturen annehmen und sein Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd und so gelingt es ihm wunderbar, dass man fast augenblicklich eine Vorstellung des kleinen Ortes wie auch seiner Einwohner erhält.

Todd Ritter hat mit seiner Story jetzt nicht unbedingt das Rad neu erfunden, allerdings versprechen die ersten 20 Seiten des Thrillers eine interessante und auch komplexe Story, die einen mit Sicherheit bis zum Schluss des Buches in Atem hält.

Sonntag, 9. Januar 2011

(Rezension) Die Reise zum Horizont von Jürg Amann

Verlag: Haymon Verlag
Genre: Novelle
Gebundene Ausgabe: 104 Seiten
ISBN: 978-3-85218-640-5
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2010
Preis: 16,90 €





Über die eigenen Grenzen hinaus

Am 13. Oktober 1972 zerschellte ein Flugzeug in den Anden. An Bord 45 Personen einer Rugby-Mannschaft samt Betreuer. Ein Teil der Passagiere überlebt den Absturz und hofft auf baldige Rettung. Diese kommt jedoch nicht, denn der Rettungstrupp hält sie für tot. Dies erfahren die Überlebenden durch das Radio, welches sie reaktivieren konnten. Jedwede Hoffnung stirbt mit dieser Nachricht, hinzu kommt die eisige Kälte, fehlende Winterkleidung und der Hunger, die wenigen Nahrungsvorräte sind bald erschöpft. Doch die Überlebenden wollen weiterleben, nur wie? Verschiedene Versuche eines Abstiegs scheitern und der Hunger wird immer schlimmer. Nach langen verzweifelten Diskussionen entscheiden sich einige dazu, die Toten zu essen.

In der Wir-Form erzählt Jürg Amann sehr eindringlich die Geschichte der Überlebenden. Er zeichnet mit kurzen Kapiteln ein so bewegendes Bild dieser aussichtslosen Situation,  dass sie einem sofort vor Augen erscheint. Der Autor stellt ständig das Für und Wider der Handlungen gegenüber, zeigt so hervorragend die Schwere der Entscheidung auf, der sich die Überlebenden gegenübersehen. Denn nicht nur der Gedanke an Kannibalismus ist für sie erschreckend, hinzu kommt ja auch noch, dass es sich bei den Toten um Freunde, Familienangehörige und Bekannte handelt und auch der Glaube spielt bei ihren Überlegungen eine große Rolle.

Auch wenn der Gedanke an Kannibalismus anfangs für die 18 Überlebenden undenkbar ist, bleibt
ihnen nach einiger Zeit keine andere Wahl, als wenigstens darüber zu reden. Damit ist der Keim gelegt und irgendwann wird der Hunger einfach übermächtig und als der Erste das Tabu bricht, ist auch diese Grenze überschritten.

Und so stellt sich zwangsläufig auch der Leser selbst die Frage, wie man in einer solchen Situation reagieren würde. Würde man selbst über die eigene Grenze gehen, nur um zu Überleben? Diese Frage lässt sich selbstverständlich nicht abschließend beantworten, da man nie in eine solche Situation geraten ist, aber das Buch regt eindeutig zum Nachdenken an.

Man kann und darf die zum Schluss nur noch 16 Menschen nicht verurteilen und dies macht Jürg Amann auch nicht in seiner Geschichte. Eher das Gegenteil ist der Fall. So schildert er in seiner knappen und trotzdem doch so bildhaften und kraftvollen Sprache den verzweifelten Kampf ums Überleben und das Überschreiten der eigenen Grenzen, so schwer es einem auch fallen mag.

Samstag, 8. Januar 2011

(Rezension) Die Mutter von Brett McBean

Verlag: Festa-Verlag 
Taschenbuchausgabe: 384 Seiten
Genre: Psychothriller
ISBN: 3865520936
Erscheinungsdatum: Juni 2010
Preis: 13,95 €


Nur noch einen Sinn im Leben

Rebecca ist tot, ermordet auf dem Hume zwischen Melbourne und Sydney. Die 18-jährige wollte nach Sydney trampen, ein ruhiger, netter Mann mit einem Tattoo erklärte sich bereit, sie die ganze Strecke mitzunehmen. Das sind die letzten Informationen, welche die Mutter von ihrer Tochter erhalten hatte, gesprochen auf ihrem Anrufbeantworter. Mit Rebeccas Ermordung kann sich die Mutter nicht abfinden, eine Welt stürzt für sie zusammen und sie hat nur noch ein Ziel, den Mörder ihrer Tochter zu finden. So bricht sie alle Brücken hinter sich ab und begibt sich auf den Highway, immer auf der Suche nach dem Mörder von Rebecca.

Sehr eindringlich, stellenweise so brutal und abartig, dass ich den Psychothriller zeitweise aus der Hand legen musste, beschreibt Brett McBean das unstete Leben der Mutter auf dem Highway. Sie hat mit ihrem Leben abgeschlossen, ihren Körper betrachtet sie nur noch als Hülle, einzig so lange will sie noch überleben, bis sie den Mörder gefunden hat, was mit ihrem Körper passiert, interessiert sie nicht. Und so steigt sie ohne Angst in jedes Auto, in dem ein männlicher Fahrer (oder auch mehrere) sitzen, um so den Mörder zu finden. Hierbei gerät sie an gestörte und zur extremen Gewalt neigende Männer, die auch sie nur als ein Ding sehen, mit dem man seinen Spaß haben kann. Dann aber auch lernt sie hilfsbereite Männer kennen, die selbstlos versuchen, ihr zu helfen, deren Hilfe die Mutter auch zumeist annimmt.

So zeichnet der Autor in seinem Thriller äußerst unterschiedliche Charaktere: den totgeweihten Polizisten, den psychisch gestörten Serienkiller, einen Vampirjäger, den geschiedenen Mann auf dem Weg zu seinem Sohn oder den schwulen Trucker Blake. Jedes Kapitel beschreibt jeweils ein Treffen der Mutter mit einem anderen Auto-, Truck- oder auch Campingwagenfahrer und ihre Erlebnisse mit diesen Menschen. So ist jedes Kapitel praktisch eine neue Geschichte, der rote Faden ist nur die Mutter und selbst sie spielt nicht in jedem Kapitel eine Rolle. Dieser Aufbau des Thrillers hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Bei jedem dieser Zusammentreffen nimmt die Mutter einen anderen Namen an, manchmal erzählt sie ihnen ihre Gründe, warum sie auf dem Highway unterwegs ist, manchmal nicht. Mit ihrer Vergangenheit hat sie komplett abgeschlossen, an ihr früheres Leben kann sie sich nicht mehr erinnern. Das einzige, was sie noch weiß, sind ihre Erinnerungen an Rebecca und den Grund ihrer Suche, die sie auch immer wieder zu dem Ort zurückführen, an dem die Leiche ihrer Tochter gefunden wurde.

Anfangs wirkt der Charakter der Mutter etwas distanziert, er erschließt sich dem Leser nicht sofort. Gleich zu Beginn des Thrillers kann man den Anfang eines Briefes der Mutter an einen Fremden lesen, indem sie ihre Gründe niederschreibt. Und je mehr man von diesem Brief liest, der immer wieder etwas Raum in dem Thriller einnimmt,  umso mehr erfährt man vom Leben der Mutter und so lässt mit der Zeit immer mehr diese Distanziertheit nach und ihr Charakter nimmt Konturen an. Man kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass man für ihr Verhalten Verständnis aufbringen kann, doch werden ihre Beweggründe für einen nachvollziehbarer.

Gekonnt wechselt Brett McBean die unterschiedlichen Charaktere, die der Mutter während ihrer Suche begegnen. So ist die Spannung zwar ständig auf einem extrem hohen Niveau, man hat aber zwischendurch wenigstens ein paar Mal die Gelegenheit, ein wenig durchzuschnaufen. Was ich als äußerst angenehm empfand, denn hätte ich nur über kranke Charaktere lesen müssen, hätte ich das Buch wahrscheinlich irgendwann abgebrochen, da einige Szenen wirklich extrem hart dargestellt werden.

Der Schreibstil des Autors ist äußerst flüssig, zwangsläufig zwischendurch extrem direkt und es gelingt ihm wunderbar, die so unterschiedlichen Figuren in dem Thriller bereits nach einigen Sätzen hervorragend darzustellen. Die Stimmung des Buches ist – bedingt durch das Thema – durchweg beklemmend, düster und stellenweise auch richtig traurig angelegt, Momente des Schmunzelns gewährt der Autor einem nicht, wäre hier aber auch wirklich nicht angebracht gewesen.

Freitag, 7. Januar 2011

{SuB-Zuwachs} Spannender Buchzuwachs

Hallo Ihr Lieben,

wieder einmal gibt es für meinen SuB Grund zum Jubeln (... und für mich natürlich auch), denn er wächst um ein neues Buch an und wird als größer, anstatt endlich einmal kleiner zu werden.

Neu hinzu kam




 
Schweig still, mein Kind
von 
Petra Busch


Erschienen ist der Krimi am 10.09.2010 im Knaur TB Verlag und umfasst 448 Seiten , die ISBN lautet: 978-3-426-50557-1


Und hierum geht es bei dem Debütroman von Petra Busch:

Ein 500-Seelen-Dorf im Schwarzwald. Das pure Idyll, so scheint es. Dann liegt in der nahen Rabenschlucht eine tote Schwangere. Sie war gerade erst nach zehn Jahren in ihre Heimat zurückgekehrt. Hauptkommissar Ehrlinspiel nimmt die Ermittlungen auf – und stößt auf mehr als ein düsteres Dorfgeheimnis. Und eine zweite Leiche …


Die Autorin:

Petra Busch, geboren 1967 in Meersburg, arbeitet als freie Texterin und Journalistin für internationale Kunden aus Wissenschaft, Technik und Kultur. Sie studierte Mathematik, Informatik, Literaturgeschichte und Musikwissenschaften und promovierte in Mediävistik. Ihre Arbeiten wurden 
mehrfach ausgezeichnet. Sie lebt in Ettlingen.

Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes, lesereiches Wochenende,
liebe Grüße
Isabel