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Dienstag, 12. August 2014

{Rezension} Jetzt von Leon Reiter

Cover & Verlag: Piper
Broschierte Ausgabe: 368 Seiten
Genre: Fantasy-Thriller
ISBN: 978-3-492-26998-8
Erscheinungsdatum: 11. August 2014
Preis: 12,99 €




Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Professor Sivamani experimentiert am Zeitgefüge, doch das Experiment misslingt und überall im Umkreis des Forscherlabors in einer kleinen Stadt in Spanien entwickeln sich Zeitblasen, sogenannte Pockets. Tritt man durch diese, kommt man in einer anderen Zeit wieder heraus. Und die Zeit drängt, denn immer mehr Pockets öffnen sich, die fundamentale Konstante im Universum droht aus den Fugen zu geraten. Ein vierköpfiges Team soll das entsprechende Pocket finden, um das misslungene Experiment vorzeitig zu verhindern. Doch welches ist das richtige Pocket und vor allem, was erwartet die Forscher in den falschen Pockets?

 

Keiner der Vier ist genau darüber informiert, um was es sich wirklich bei dem neuen Forschungsauftrag handelt, dennoch reisen die Soziologin Veronique Saccard, der Geologe Ferdinand Grewe, die Historikerin Stefania Ambrosini und der Brite Lyle Usher in das von Madrid rund 50 Kilometer entfernte Aranjuez, um Professor Sivamani bei seinem misslungen Experiment zu unterstützen. Die Stadt ist zwischenzeitlich evakuiert, viel zu groß ist das Risiko, dass Menschen ungewollt durch eines der Pockets gehen und in einer völlig anderen Zeit ankommen.

Das Team um den Professor arbeitet bereits fieberhaft an einer Lösung, doch Zeitreisen ist noch viel zu wenig erforscht, als das man hier auf fundierte Erkenntnisse zurückgreifen könnte. Der Professor fischt mehr oder weniger im Trüben und schickt seine vier Zeitreisenden somit auf eine Mission mit unbekannten Ausgang.

Der Fantasy-Thriller, den ich eher als Wissenschaftsthriller bezeichnen würde, da er kaum fantastische Aspekte beinhaltet, entwickelt sich anfangs äußerst spannend und fesselnd. Allein schon durch die temporeiche, wenn auch ein wenig sachliche Erzählweise von Leon Reiter. Schnell sind die vier Zeitreisenden ausgerüstet, allerdings mit so wenig Hightech wie möglich, da die Gefahr, diese irgendwo in der Vergangenheit zu verlieren und somit das Zeitgeschehen ungewollt zu verändern, viel zu groß ist. Erschwerend bei ihren Zeitreisen kommt hinzu, dass der Eintrittspunkt in eines der Pockets niemals auch der Rückkehrpunkt ist und dieser sich bis zu einem Kilometer im Umkreis befinden kann.

Nun beginnt die Suche nach dem richtigen Pocket, dass zeitlich kurz vor dem Beginn des folgenschweren Experiments liegt, doch wie soll man diesen Zeitpunkt bestimmen, wenn ein Pocket einen mitten ins Nirgendwo führt – in einen tropischen Dschungel oder in die Einöde einer Wüste? Und hier fängt auch der Thriller mit der Zeit an, etwas zu schwächeln.

Denn die Zeitreisenden betreten stellenweise bis zu zehn Pockets am Tag, die sie in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft führen, manche Aufenthalte dauern wenige Minuten, andere mehrere Stunden, wenn sich beispielsweise der Austrittspunkt mitten im Meer oder hinter einer Bergschlucht befindet. Irgendwann fühlt man sich – wie auch die Zeitreisenden – zwar regelrecht durch die Pockets sprich durch das Buch gehetzt, aber irgendwie entwickelt sich der Thriller nicht weiter. Die Forscher erlangen durch die Zeitreisen kaum neue Erkenntnisse, die eine Lösung des Problems herbeiführen würde und die unterschiedlichen Zeitreisen können bald nicht mehr überraschen. Man wartet regelrecht darauf, dass endlich einmal etwas Handfestes geschieht, das die Geschichte voranbringt.

Dies dauert jedoch bis ganz zum Schluss des Buches. Bis dahin begleitet man die Zeitreisenden bei ihren mehr oder weniger abenteuerlichen Reisen in die Vergangenheit und Zukunft und verfolgt die oft absolut hilflos wirkenden Maßnahmen von Professor Sivamani und seinem Forschungsteam, um dem Problem endlich Herr zu werden.


Fazit: Anfangs sehr spannender Thriller, der jedoch in der Mitte ziemlich schwächelt und erst am Ende wieder an Fahrt aufnimmt.


Der Autor:
Leon Reiter wurde 1977 in Freiburg im Breisgau geboren. Die meiste Zeit seines Lebens hat er nach eigener Einschätzung mit diversen abgebrochenen Studiengängen und mies bezahlten Jobs verschwendet. Nun nutzt er die Schmerzlichkeit dieser Erfahrung für einen Zeitreiseroman, der dorthin geht, wo es wehtut.

1 Kommentar:

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