Leseempfehlungen

Montag, 6. August 2012

{Rezension} Knochenfinder von Melanie Lahmer


Verlag: Bastei-Lübbe
Genre: Deutscher Krimi / Siegen
Taschenbuchausgabe: 463 Seiten
ISBN: 978-3-404-16669-5
Erscheinungsdatum: 07.04.2012
Preis: 8,99 €

Das Buch kann hier gekauft werden!


Grausige Funde

Die Siegener Polizei ist auf der Suche nach einem Schüler, der spurlos verschwunden ist. Kommissar Winterberg und sein Team ermitteln auf Hochtouren, doch der 18-jährige Rene ist nicht aufzufinden. Dann wird von Geocachern ein menschlicher Finger in einem Geocaching-Versteck gefunden. Schnell steht fest, dass dieser dem Schüler gehört und es soll nicht der letzte Fund bleiben.

Melanie Lahmer stellt das Thema „Geocaching“ klar in den Fokus ihres Debüt-Krimis, wobei auch die Verbreitung von Gewaltvideos an Schulen eine große Rolle spielt. Geschickt baut die Autorin ihre Story auf und wechselt regelmäßig die Handlungsstränge. Nicht nur die Ermittlungen von Winterberg und Natascha verfolgt man so, sondern ist auch immer wieder in kurzen Sequenzen bei einem Entführten dabei, der gefesselt in einer dunklen Höhle liegt. Auch wenn die Ermittlungsarbeit überwiegt, nimmt sich Melanie Lahmer dennoch Zeit, auch das Privatleben von Kommissar Winterberg wie auch von Natascha mit einfließen zu lassen. Und gerade der Kommissar wird bald auch persönlich in den Fall um den verschwundenen Schüler mit eingebunden.

Spannung ist praktisch von der ersten Seite an vorhanden und steigert sich im Verlauf des Krimis kontinuierlich bis zur schlüssigen und fesselnd erzählten Auflösung. Die Story gestaltet sich ziemlich komplex, immer wieder lässt die Autorin Informationen zu Geocaching mit einfließen und auch bei dem Thema von Gewaltvideos an Schulen merkt man deutlich, dass Melanie Lahmer sich ausführlich mit den beiden Themen befasst und entsprechend recherchiert hat. Nur mit Informationen zu Täter und Motiv lässt die Autorin ihre Leser sehr lange im Unklaren und somit ist man immer auf dem gleichen Wissensstand wie die ermittelnden Beamten. Und auch ein wenig Lokalkolorit ist vertreten, da die Autorin auch immer wieder Auskünfte über das Siegerland und der Stadt Siegen selbst mit einfließen lässt.

Neben der interessanten und spannenden Story sind auch die Charaktere detailreich beschrieben. Im Vordergrund stehen Kommissar Hagen Winterberg und seine junge Kollegin Natascha Krüger. Der Familienvater zweier fast erwachsener Söhne hat private Probleme, besonders mit seinem rebellischen älteren Sohn, was ihn auch beruflich beeinflusst. Natascha ist von Köln nach Siegen versetzt worden, vermisst ihre alte Heimat und kann sich nicht so recht mit dem beschaulichen Siegerland anfreunden. Mit ihren Kollegen dagegen versteht sich die engagierte Polizistin hervorragend und geht voll und ganz in ihrem Beruf auf.

Fazit: Ein gelungenes Debüt, welches mit einer komplexen, spannenden Story, mit einer interessanten Thematik und gut heraus gearbeiteten Charakteren überzeugt.

Die Autorin: (Quelle: Amazon)
 Melanie Lahmer, geboren 1974 in Rotenburg/Fulda, lebt mit ihrer Familie in Siegen. Nach dem Studium der Erziehungswissenschaften arbeitete sie als Redakteurin und veröffentlichte Kolumnen und Kurzkrimis sowie Beiträge zum Wahrnehmungsphänomen Synästhesie. 2009 erhielt sie ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerdorf Schöppingen. Knochenfinder ist ihr erster Roman, im Moment arbeitet sie an einer Fortsetzung. Nebenher betreut und schreibt sie Rezensionen fürs MinD-Magazin von Mensa e.V. und erkundet weiterhin die Synästhesie. 



Mein Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars geht an Blog dein Buch und den Bastei-Lübbe-Verlag.

Samstag, 4. August 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende, mystische, fantastische & literarischeBuchpost

Hallo Ihr Lieben,

vom Knaur TB-Verlag bekam ich letzte Woche angeboten, den Mystery-Roman "Die Frau in Rot" von Margot S. Baumann zu rezensieren. Nachdem ich mir die Kurzbeschreibung durchgelesen habe, habe ich gleich begeistert zugesagt. Hört sich wirklich klasse an:


Anouk, einst ein gefragtes Model, weiß nach einem Unfall, der ihre beste Freundin das Leben kostete, nicht mehr ein noch aus. Sie zieht zu ihrer Großtante in ein beschauliches Schweizer Dorf. Doch bald hat Anouk das Gefühl, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, denn sie hört Stimmen, sieht Personen, die schon lange verstorben sind - und jene geheimnisvolle Frau im roten Kleid, die ihr offenbar etwas Bedeutendes mitteilen möchte ...



Bei Blog dein Buch habe ich vor kurzem wieder ein Buch entdeckt, nämlich von Melanie Lahmer mit den thrillermäßigen Buchtitel "Knochenfinder", dass sich inhaltsmäßig richtig klasse anhört ... also beworben und Glück gehabt *freu*



Ein Schüler verschwindet spurlos. Wenig später wird in einem Geocaching-Versteck im Rothaargebirge ein Finger gefunden, und an der Schule des Vermissten kursieren brutale Gewaltvideos. Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen suchen nach einem Täter - und ahnen nicht, welches grausame Spiel dieser mit ihnen spielt. Denn kurz darauf gibt es einen weiteren Geocaching-Fund ...

Bereits in diesem Jahr habe ich von Michael Zandt "Hapu - Teufel im Leib" gelesen und war begeistert (meine Rezi). Jetzt kam von Michael die Anfrage, ob ich seinen neuen Fantasy-Roman "Das schwarze Kollektiv" lesen möchte. Ja klar, wollte ich und habe gleich den ArtScript Phantastik Verlag angeschrieben und eine total nette Antwort erhalten und hier ist es jetzt.


Ariko ist ein Sohn der Straße. Von den Eltern verlassen, von den Behörden ins Waisenhaus gesteckt, gerät er früh in die Fänge des Militärs. Er wird zum Soldaten erzogen und in den Krieg gegen das geheimnisvolle Volk der Hameshi geschickt. In deren riesigen Wäldern lernt er verlorene Seelen und grausame Götter, aber auch die magische Schönheit der Schöpfung kennen. Ariko begegnet einem Mädchen. Sie ist jung, sie ist schön und sie ist eine feindliche Kriegerin. Der Waise wechselt die Fronten, doch findet er auch bei den Hameshi keinen Frieden. Er muss gegen Widersacher kämpfen und heimtückischen Dämonen widerstehen. Ariko lernt viel im Reich der ewigen Wälder, aber wird er am Ende auch begreifen, dass der Keim alles Bösen … in der Liebe liegt?

Beim ArtScript Phantastik Verlag handelt es sich übrigens noch um einen recht kleinen Verlag, aber das Angebot ist für Fantasy-Fans richtig klasse, schaut mal vorbei, es lohnt sich! An der Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Grit für die Zusendung und natürlich an Michael für die Info-Mail!!!


Zum guten Schluss kam am Freitag noch eine wunderbare Überraschung an. Im Briefkasten lag ein Päckchen vom KiWi-Verlag und ich war erst einmal etwas verwundert. Also aufgemacht und dann war die Freude riesig. Bei Facebook hatte ich vor 1-2 Wochen an einem Gewinnspiel auf der Seite vom KiWi-Verlag mitgemacht. Dort wurden das gebundene Buch "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel Garcia Márquez verlost, zusammen mit dem Film zum Buch als DVD. Und ich habe tatsächlich eines der 10 Pakete gewonnen *riesigfreu*.



In Erinnerung an meine traurigen Huren erzählt Gabriel García Márquez eine Geschichte über die Liebe, das Alter und den Sinn des Lebens:

Zu seinem 90. Geburtstag schenkt sich ein alter Mann, der sein Leben lang nur käufliche Liebe gekannt hat, in einem Bordell eine Nacht mit einer Jungfrau. In dieser Nacht, der noch viele folgen sollten, betrachtet er verzaubert die schlafende Schöne und empfindet zum ersten Mal in seinem Leben Liebe.

Frauen haben im Leben des alten Journalisten immer eine Rolle gespielt – seine schöne und gebildete Mutter, die ihm die klassische Musik und die Literatur nahe brachte; seine aufreizende Verlobte, die er sitzen ließ; all die vielen Huren, die er mehr nach dem Preis als nach ihren Reizen wählte, und schließlich Rosa Cabarcas, eine mit allen Wassern gewaschene Puffmutter, die ihm in der Nacht seines 90. Geburtstags Delgadina zuführt. Dieses von Rosa Cabarcas in Tiefschlaf versetzte schöne Mädchen löst in dem alten einsamen Mann, der mit dem Leben schon fast abgeschlossen hat, nie zuvor erfahrene Gefühle aus. Immer wieder zieht es ihn zu Delgadina, doch er weckt sie nie. Die Schlafende bringt ihn dazu, sich selbst besser zu verstehen; sie treibt den Liebenden in rasende Eifersucht und inspiriert den Journalisten zu hinreißenden Liebeselogen in der Lokalzeitung. Nach einem Jahr ist er ein anderer Mensch.

Ein Roman voller Melancholie und Humor, voller Klugheit und Zärtlichkeit. Ein großes Thema der Weltliteratur, der alte Mann und das Mädchen, wird von García Márquez auf meisterhafte Weise karibisch variiert. Erinnerung an meine traurigen Huren ist eine Hommage an den japanischen Nobelpreisträger Yasunari Kawabata und seinen Roman Die schlafenden Schönen.


Macht Euch ein schönes, sonniges Wochenende,
liebe Grüße
Isabel 

Freitag, 3. August 2012

{Rezension} Klosterbräu von Silke Porath / Andreas Braun / Zoran Zivkovic


Genre: Deutscher Krimi / Regionalkrimi / Spaichingen
Paperback-Ausgabe: 307 Seiten
ISBN: 978-3-8392-1315-5
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2012
Preis:  11,90 €


Der arme Thorben und sein Männerschnupfen

Nach dem Gottesdienst wird in der Spaichinger Klosterkirche eine Leiche gefunden. Der Brauereibesitzer von Spöttinger Bräu wurde während des Gottesdienstes erwürgt. Kommissarin Verena Hälble und ihr Assistent Thorben Fischer beginnen mit den Ermittlungen und  auch Pater Pius interessiert sich sehr für den Fall. Schließlich ist der Brauereibesitzer in seiner Klosterkirche ermordet worden. Und schon bald führt eine Spur den Pater zusammen mit Verena nach Berlin.

Das Autorenduo Porath/Braun beginnt gleich mit dem Mord an dem erfolgreichen Brauereibesitzer und hierdurch erscheinen Verena und ihr Assistent Thorben fast sofort auf der Krimibühne. Beide sind mittlerweile ein Paar, die Kabbeleien des 1. Bandes sind beendet und turteln ist nun angesagt. Und natürlich ist auch Pater Pius‘ Neugier sofort geweckt und so stellt der Ordensmann wieder einmal eigene Ermittlungen an und unterstützt Verena entsprechend. Und so fängt der Krimi wieder vielversprechend an.

Doch schon bald wird Thorben von einer schrecklichen Krankheit geplagt: Männerschnupfen. Anfangs ist dies ja noch ziemlich witzig, mit der Zeit nerven die ständigen Bemerkungen über verstopfte Nase, kratzenden Hals, Fiebermessen und dem ständig bemitleidet werden wollen einfach nur noch. Und nach gefühlten 40 eingeworfenen Aspirintabletten und sonstigen Medikamenten fragt man sich irgendwann schon, ob das Autorenduo einen Deal mit einem Pharmakonzern geschlossen hat. Und in seiner Wehleidigkeit wird Thorben auch noch fleißig von der verliebten Verena unterstützt. Hier hätte ich mir öfter ein paar kleine zynische Seitenhiebe gewünscht, anstelle des ständigen Bemuttern und bedauert werden, zumal Thorben nun wirklich nicht krank ist und mehr die Erkältung herbei sehnt.

Somit konzentriert sich eigentlich der Krimi bald auf die eingebildete Grippe von Thorben, die Ermittlungen laufen eher am Rande und sind stellenweise schon ziemlich hanebüchen. So werden Informationen auf illegale Weise besorgt und an andere Dienststellen weitergeleitet. Es wird eine Verhaftung geschildert, die einfach nur absolut überzogen ist und mit Sicherheit nicht zum Polizeialltag gehört. Und warum ausgerechnet die Reise nach Berlin auf privater Basis erfolgen muss, ist mir auch nicht so recht eingeleuchtet.

Ich mag Krimis, die viel Wert auf Lokalkolorit und gern auch auf eine unterhaltsame, lustige Story legen und die Ermittlungsarbeit kann dabei ruhig in den Hintergrund rutschen. Aber ab und an darf es auch einmal richtig spannend werden und vor allem sollte die Story glaubwürdig sein. Lokalkolorit ist bei "Klosterbräu" reichlich vorhanden, ab und an lassen Porath/Braun die Spaichinger auch im Dialekt reden und man erfährt einiges über das Städtchen nahe Tuttlingen. Die Aktionen jedoch von Verena und Thorben wirken oft zwanghaft witzig, hier fehlt einfach die Lockerheit des 1. Bandes, von Ermittlungsarbeit kaum eine Spur, Pater Pius kommuniziert bald mehr mit seinem Herrn, als das er eigene Ermittlungen anstellt, die Story wirkt stellenweise ziemlich überzogen und Spannung ist fast keine vorhanden.

Auch die Auflösung des Falls konnte mich nicht wirklich überzeugen. Seitenlang finden kaum Ermittlungen statt und dann auf den letzten paar Seiten fällt der Täter regelrecht vom Himmel. Und wo ist der Stephen King lesende und die Stones hörende Pater Pius geblieben? Im 2. Band wirkt er blass und uninteressant. Gelungen sind die gelegentlichen Einschübe von Zoran Zivkovic mit seinem Radio Donauwelle, die fast schon einen eigenständigen Krimi liefern.

Fazit: Wirklich schade. Der erste Band „Klostergeist“ hatte mich überzeugt mit originellen Charakteren und einer witzigen, spannenden Story. Der vorliegende 2. Band nervt stellenweise sehr mit dem Thema Männerschnupfen und die Story kann nicht wirklich überzeugen.

Die Autoren:
Silke Porath, Jahrgang 1971, lebt mit Mann, drei Kindern, Hund und allerlei Kleinvieh in Spaichingen. Sie arbeitete als Zeitungsredakteurin und PR-Beraterin, ist bis heute Dozentin für Kreatives Schreiben. 
Andreas Christoph Braun, 1964 in Stuttgart geboren, lebt heute wieder in Stuttgart. An der Universität Tübingen studierte er Humanmedizin, ehe er nach dem Physikum die Richtung wechselte und in Würzburg ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte absolvierte. 
Zoran Zivkovic, Jahrgang 1969, stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Höchberg. Der Sozialpädagoge wuchs auf der Schwäbischen Alb auf und drückte dieselbe Schulbank wie Silke Porath. Zoran Zivkovic arbeitet als Seminarleiter und Bildungsreferent in Würzburg.

Dienstag, 31. Juli 2012

{Statistik} Lesestatistik Juli 2012

Hallo Ihr Lieben,

hier mal wieder zum Ende des Monats meine Lesestatistik für Juli 2012. Dieser Monat war geprägt mit wirklich vielen tollen Büchern und so ist es mir auch wieder ziemlich schwer gefallen, nur ein Highlight zu finden. Deswegen sind es wieder einmal drei geworden, allerdings handelt es sich um Bücher verschiedene Genre.

Im August wird es hier wahrscheinlich etwas ruhiger werden, da wir zum einen Urlaub haben und zum anderen jetzt erst einmal unser Wohnzimmer renovieren und da werde ich wahrscheinlich kaum zu Lesen kommen. 

Und hier nun meine Lesestatistik für Juli:

15 gelesene Bücher:
Gelesene Seiten: 6.023

15 Rezensionsexemplare von Verlagen/Autoren erhalten:
  • Tage des Bösen von Peter Temple
  • Flucht eines Toten von David Bielmann
  • Keine feine Gesellschaft von Olaf Kolbrück 
  • Glückspiele von Marcus Imbsweiler
  • Goethesturm von Bernd Köstering
  • Einsteins Gehirn von Peter Schmidt
  • Höllenqual von Matthias P. Gibert
  • Isarblues von Michael Gerwien
  • Klosterbräu von S. Porath/A. Braun/Z. Zivkovic
  • Edelsüß von Susanne Kronenberg
  • Heldenzorn von Jonas Wolf
  • Die Götterkriege - Das blutige Land von Richard Schwartz
  • Fatale Bilanz - Ein Hamburg-Krimi von Stefanie Ross
  • Mordsgeschäfte - Ein Sauerland-Krimi von Martin Sudermann 
  • Marionette des Teufels von Dagmar Isabell Schmidbauer
1 Buch von Blog dein Buch erhalten:
  • Sieben Tage ohne von Monika Peetz 
1 Buch als Produkttest erhalten:
  • Die Brückenbauer von Jan Guillou
2 Bücher gewonnen:
  • Wenn die Nacht verstummt von Linda Castillo (Bei Biggi gewonnen und da ich noch 1,02 € übrig hatte, kam gleich noch "Blutsommer" von Rainer Löffler dazu, vielen Dank noch einmal, liebe Biggi)
  • Blutsommer von Rainer Löffler 
1 Buch als Geschenk:
  • Die eiskalte Jahreszeit der Liebe von A.D. Miller (Buchgeschenk von buecher.de)
1 Buch gekauft:
  • Das Lied von Eis und Feuer 1: Die Herren von Winterfells von George R.R. Martin
5 Bücher vom SuB gelesen:
  • Das Kind von Sebastian Fitzek
  • Ihr letzter Tanz von Heather Graham 
  • Wenn die Nacht verstummt von Linda Castillo
  • Crush von Sandra Brown 
  • Der Meisterschüler von Jacques Berndorf
1 Buch für die MIRA-Challenge gelesen:
  • Ihr letzter Tanz von Heather Graham
1 Buch für die Blanvalet-Challegen gelesen:
  • Crush von Sandra Brown
2 Bücher und 1.324 Seiten für die Wälzer-Challegen gelesen:
  • Bücher seit 01.01.2012 gelesen: 31
  • Seitenzahl seit 01.01.2012:  19.001 Seiten
Punktezahl für die  "100 Bücher Challenge" :
  • 154 Punkte
  • 130 Restseiten
  • 119 gelesene Bücher
1 Verlag für die 2 von 12 Challenge abgedeckt:  
  • KiWi-Verlag
Seit 01.01.2012: 15 von 12 Verlage abgedeckt - Challenge-Ziel erreicht

Aktueller SuB: 136 Bücher


Und diesen Monat waren meine Highlights:



Sonntag, 29. Juli 2012

{Rezension} Der Meisterschüler von Jacques Berndorf



Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
Genre: Agenten-Thriller / BND
ISBN: 978-3-453-43534-6
Erscheinungsdatum: 08. März 2011
Preis: 8,99 €


Im Namen Allahs

Nach dem Massaker in Mumbai schickt der BND Karl Müller nach Indien, seine Kollegin Svenja Takamoto reist nach Pakistan, um dort mit einer Informantin in Kontakt zu treten. Doch deren Mann, ein hochrangiger Regierungsbeamter, ist spurlos verschwunden und die Familie steht unter Polizeischutz. Ein Kontakt scheint nicht möglich. Zur gleichen Zeit wird der BND über einige Anschläge informiert, die sich rund um den Erdball ereignen und sich gegen Islamkritiker richten. Jedes Mal wird am Tatort eine Plastikkarte mit der Aufschrift „Im Namen Allahs“ gefunden. Während Svenja versucht, Mara und deren Familie aus Pakistan zu schleusen, setzt sich Müller auf die Spur des Täters, die ihn bald zurück nach Deutschland führt.

Obwohl der mittlerweile dritte Agententhriller von Jacques Berndorf um den BND-Agenten Karl Müller bereits 2009 erschien und der Autor die terroristischen Anschläge in Mumbai von 2008 als Ausgangspunkt nimmt, ist das eigentliche Thema Gotteskrieger nach wie vor leider immer noch sehr aktuell. In Köln, Bogota, New York wie auch in Pakistan tötet im Namen Allahs ein Einzeltäter Menschen, die seiner Meinung nach Feinde des Islams sind.

Mithilfe verschiedener Handlungsstränge baut Jacques Berndorf seinen Agententhriller stringent und spannend auf. So verfolgt man zum einen Karl Müller bei der Informationsbeschaffung in Mumbai, sowie Svenja in Pakistan, wie sie versucht, Mara und deren Familie vor den Fängen der Pakistanischen Regierung zu retten. Zudem ist man in der Schaltzentrale des BND in Berlin dabei, wo alle Fäden bei Krause, Sovinski und Esser zusammenlaufen und diese die Agenten im Einsatz entsprechend steuern und mit notwendigen Informationen versorgen. Bereits bei Beginn des Thrillers lernt man den Attentäter John kennen und ist gleich bei einem Anschlag von ihm in Bogota dabei. Dabei merkt man sofort, dass John ganz von seiner Mission eingenommen ist und hierbei auch bewusst den Tod von Kindern in Kauf nimmt, ein absolut skrupelos agierender Mörder.

So baut sich die Story komplex und jederzeit schlüssig auf und Jacques Berndorf präsentiert auch dieses Mal seine Protagonisten nicht als Agenten á la 007 und so sucht man  actiongeladene, kämpferische, schießwütige Szenen in diesem Agenten-Thriller von Seiten des BND wieder vergeblich. Und diese benötigt der Roman auch überhaupt nicht, wobei jedoch die Szenen der Attentate durchaus detailliert beschrieben und stellenweise schon blutig und brutal dargestellt werden.

Mit seinem einnehmenden, stellenweise auch humoristischen, fesselnden und flüssigen Schreibstil überzeugt Jacques Berndorf seine Leser schnell, zumal der Autor einem wieder einen guten Einblick in die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes gibt und die Story durchweg bestens durchdacht und recherchiert wirkt.

Zwar liegt die Arbeit der BND-Agenten klar im Fokus, allerdings gewährt Jacques Berndorf einen auch gelegentlich einen kleinen Einblick in deren Privatleben und hier gerade wieder besonders in das von Müller und Krause. Seine Charaktere entwickeln sich entsprechend weiter, sind auch für Geheimdienstler keineswegs perfekt und der Autor lässt sie durchaus auch einmal an der Richtigkeit ihrer Arbeit zweifeln.

Fazit: Ein gewohnt routinierter, spannender und komplexer Agententhriller, der ein leider nach wie vor aktuelles Thema behandelt und mit wieder mit vielschichtig angelegten Charakteren überzeugen kann.
 
Der Autor:
Jacques Berndorf - Pseudonym des Journalisten Michael Preute - wurde 1936 in Duisburg geboren und lebt seit 1984 in der Eifel. Er arbeitete viele Jahre als Journalist, u.a. für den "Spiegel" und den "Stern", bevor er sich ganz dem Krimischreiben widmete. Seine "Eifel"-Krimis mit dem Ermittler Siggi Baumeister wurden sämtlich zu Bestsellern und haben Kultstatus erlangt. 2003 erhielt Michael Preute den "Ehrenglauser" für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur. Er ist der erste Außenstehende, dem der BND zu Recherchezwecken die Tore öffnete. In seiner BND-Reihe um Karl Müller sind bereits bei Heyne erschienen: "Ein guter Mann", "Bruderdienst" und "Der Meisterschüler".

Samstag, 28. Juli 2012

{SuB-Zuwachs} Spannende Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

es gibt mal wieder Zuwachs für meine Bücherwand.

Letzte Woche schrieb mich Buch Contact  an und hat mir einen Regionalkrimi aus Passau zum Rezensieren angeboten. Wir Ihr wisst, mag ich Lokalkrimis sehr, also zugesagt und am nächsten Tag war "Marionette des Teufels" von Dagmar Isabell Schmidbauer auch schon bei mir im Briefkasten und so habe ich auch gleich mit dem Lesen begonnen und ich muss sagen, ich war restlos begeistert. Hier findet Ihr meine Rezension zu dem Krimi.


So hatte sich Kriminal-Hauptkommissar Berthold Brauser die letzten Wochen vor seiner Pensionierung nicht vorgestellt: Als die Leiche der Sopranistin Sophia Weberknecht in ihrer Wohnung gefunden wird, beginnt für ihn und sein Team eine nervenzerreißende Jagd nach ihrem Mörder. Jeder im Umkreis kommt als Täter infrage besonders die Mitglieder des Passauer Opern-Ensembles wissen offensichtlich mehr, als sie bereit sind zuzugeben. Und dann ist da ja auch noch der rätselhafte Tod von Klaus Wallenstein, der schlimm zugerichtet in seinem Auto auf einem Parkplatz gefunden wird. Dem Hauptkommissar wird bald klar, dass beide Fälle zusammenhängen. Aber das Wie und Warum soll zur größten Herausforderung in Brausers Berufsleben werden in die er auch noch persönlich verwickelt wird.


Liebe Grüße
Isabel

Freitag, 27. Juli 2012

{Rezension} Marionette des Teufels von Dagmar Isabell Schmidbauer


Taschenbuchausgabe: 540 Seiten
Genre: Deutscher Krimi / Passau
ISBN: 978-3943395006
Erscheinungsdatum: 11. Novemer 2011
Preis: 12,80 €


Hauptkommissar Brausers letzter Fall

Die junge Sopranistin Sophia Weberknecht wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Kommissar Brauser und sein Team beginnen mit den Ermittlungen, obwohl sie gleichzeitig noch mit einem anderen Fall beschäftigt sind. Vor einigen Wochen ist auf einem Rastplatz die Leiche von Klaus Wallenstein gefunden worden. Der Frankfurter Geschäftsmann wurde brutal ermordet, die spärlichen Spuren verlaufen im Sande. Während Franziska Steinbacher und Hannes Hollermann verstärkt den rätselhaften Mord an der Sopranistin zu klären versuchen, befasst sich Kommissar Brauser in seinem letzten Fall vor seiner Pensionierung mit der Aufklärung des Mordes an Klaus Wallenstein. Doch es soll in Passau nicht bei diesen beiden Morden bleiben und bald schon ist der Kommissar sogar persönlich in den Fall verwickelt.

Zwar spielt der Krimi von Dagmar Isabell Schmidbauer in der Dreiflüssestadt Passau und so liegt der Verdacht nahe, dass es sich hierbei um einen Lokalkrimi handeln könnte, doch dies ist „Die Marionette des Teufels“ nur bedingt. Zwar bindet die Autorin Passau in die Geschehnisse mit ein, doch genauso gut hätte die Geschichte auch in Hamburg oder Dresden spielen können. Der Schwerpunkt liegt klar auf der äußerst komplexen, rätselhaften und sehr spannenden Story und die Barockstadt bietet dem Krimi hierzu mit ihrer schönen Kulisse den perfekten Rahmen. Wobei man aber immer merkt, dass sich die Autorin bestens in Passau auskennt.

Rätselhaft beginnt schon einmal die Geschichte, denn die Autorin startet mit einem Prolog, der so gar nicht in das  eigentliche Geschehen des Krimis passen mag. Im weiteren Verlauf fügt sie neben der Ermittlungsarbeit von Kommissar Brauser, Franziska und Hannes mehrere Handlungsstränge mit ein, die einem so ganz langsam einen Überblick über die vielschichtige Story geben. Doch keine Sorge, die unterschiedlichen Erzählstränge sind keineswegs verwirrend, sondern durchweg extrem rätselhaft und steigern nicht nur die Spannung, sondern auch die Neugier beim Lesen. Zumal Dagmar I. Schmidbauer diese öfter mit ziemlich mysteriösen Andeutungen auf das weitere Geschehen enden lässt.

Im Fokus steht anfangs der Mord an der jungen Sopranistin Sophia und so begleitet man besonders Franziska und Hannes bei ihrer Arbeit, die sie in die Künstlerkreise der Passauer Opernwelt führt. Es gibt den einen oder anderen Verdächtigen, doch ein überzeugender Tatverdächtiger ist nicht wirklich zu finden und ein Motiv schon einmal gar nicht. Langsam nimmt der Fall des Mordes an dem Frankfurter Geschäftsmann Wallenstein mehr Raum ein und wie auch die Kurzbeschreibung verrät und was man als routinierter Krimileser früh ahnt, die Fälle gehören zusammen. Allerdings gibt es zwischen der Sopranistin und dem Geschäftsmann absolut keine Berührungspunkte, jedenfalls keine offensichtlichen.

Dagmar Isabell Schmidbauer überzeugt nicht nur mit ihrer komplexen und bis zum fulminanten Ende schlüssigen Story, die immer wieder neue Wendungen annimmt und einen regelmäßig auf falsche Fährten lockt, sondern ebenso mit ihrer flüssigen, fesselnden, unterhaltsamen und lebendigen Schreibweise. Zudem sind ihre Charaktere absolut überzeugend und vor allem authentisch angelegt. So dürfen sie durch die Bank weg auch einmal Fehler machen, haben Ecken und Kanten, sind stellenweise in ihrem Verhalten rätselhaft angelegt und auch die Beschreibung des beruflichen Alltags der Kommissare wirkt sehr realistisch.

So kann es schon einmal passieren, dass in der Hektik vergessen wird, einem Anhaltspunkt nachzugehen oder es übersehen wird, ein Beweisstück sich genauer anzusehen. Hier menschelt es einfach. Und obwohl die Ermittlungsarbeit der drei Kommissare im Fokus steht, nimmt sich die Autorin doch etwas Zeit, einem deren Privatleben ein wenig näher zu bringen, sodass die Darstellung der Mitwirkenden absolut rund wirkt und überzeugt.

Fazit: „Marionette des Teufels“ ist wirklich beste Krimiunterhaltung auf hohem Niveau und überzeugt durch eine komplexe, ausgereifte Story, einem fesselnden Schreistil und authentisch agierenden Charakteren.

Die Autorin:
Dagmar Isabell Schmidauer lebt und arbeitet als Journalistin und Krimiautorin im Bayerischen Wald. Vor rund dreißig Jahren zog sie aus dem Rhein-Main-Gebiet in eine der schönsten Gegenden Deutschlands, wo sie inzwischen mit ihrem Mann und den sechs gemeinsamen Kindern eine Heimat gefunden hat.

„Marionette des Todes“ ist der erste Teil in Dagmar I. Schmidtbauers Krimireihe um das Kommissarenduo Franziska Steinbacher und Johannes Hollermann. Das zweite Buch „Der Tote im Oberhaus“ erscheint am 01. Oktober 2012.

Donnerstag, 26. Juli 2012

{Rezension} Crush - Gier von Sandra Brown


Übersetzer: Christoph Göhler
Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 978-3-442-36608-8
Erscheinungsdatum: 05. Februar 2007
Preis: 8,95


Spannende Dreiecksbeziehung

Dr. Rennie Newton war eine der 12 Geschworenen, die den Berufskiller Lozada mangels Beweisen freigesprochen hatten. Doch zur Ruhe kommt Rennie nicht, denn kaum ist das Gerichtsverfahren beendet, wird ein Kollege von ihr ermordet. Die Handschrift des Mordes trägt die Vorgehensweise des Profikillers Lozada. Mit ihm hat der suspendierte Detective Wick Threadgrill noch eine Rechnung offen. Im Gegensatz zu seinem Freund und Kollegen Oren Wesley glaubt jedoch Wick, dass Rennie nichts mit dem Mord zu tun hat. Doch Oren ist anderer Meinung und beauftragt Wick mit der Observierung der jungen Ärztin.

Schnell ist klar, dass die kühle, blonde Ärztin definitiv etwas zu verbergen hat, was sie auf keinen Fall gegenüber Detective Wesley preisgeben will. Aber auch Wick Threadgrill hat sein eigenes Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen und in jedem Fall noch eine Rechnung mit dem Profikiller Lozada offen, welcher sich seit der Verhandlung sehr für Rennie interessiert. Dies geht soweit, dass er die Ärztin stalkt, sie mit Anrufen terrorisiert, ihr Blumen schickt und in ihr Haus eindringt. Bald dreht sich die Story ausschließlich um die Dreiecksbeziehung von Rennie, Wick und Lozada.

Und diese gestaltet sich durchweg sehr spannend und temporeich, wenn auch sehr vorhersehbar. Häppchenweise präsentiert Sandra Brown einem die Geheimnisse ihrer beiden Protagonisten, die es natürlich mal wieder in sich haben und die regelrechte Besessenheit von Lozada zu Rennie schildert die Autorin sehr überzeugend, wenn aber auch das weitere Vorgehen des Profikillers einen nicht unbedingt überraschen kann.

Dennoch gelingt es der Autorin, ihren Thriller sehr fesselnd und rasant zu erzählen und die Spannung die meiste Zeit auf einem hohen Niveau zu halten. Schuld daran ist natürlich auch wieder ihr gewohnt flüssiger, einnehmender Schreibstil, der einen sofort in die Story eintauchen lässt und somit problemlos an den Thriller bindet.

Ihre Charaktere legt die Autorin rätselhaft, aber dennoch auch in ihrem Handeln vorhersehbar an und natürlich sind Rennie wie auch Wick wieder sehr attraktiv. Im Fokus steht die junge Chirurgin Rennie, eine blonde Schönheit, die ein perfekt durchorganisiertes Leben führt. Rennie pflegt keine Freundschaften, geht jeder Beziehung aus dem Weg und lebt nur für ihre Patienten. Für diese opfert die Chirurgin sich regelrecht auf. Auf der anderen Seite steht der ebenfalls blonde, mit stechend blauen Augen versehene Wick. Der beurlaubte Polizist ist absolut nicht ordnungsliebend, hält sich bei seinen Ermittlungen nicht immer an den legalen Weg und reagiert gerne auch mal sehr aufbrausend. Also das genaue Gegenteil zu Rennie, aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an und somit ist natürlich eine Liebesbeziehung zwischen den Beiden vorprogrammiert.

Zu der Dreiecksbeziehung gehört zudem der Profikiller Lozada. Aus eher ärmlichen Verhältnissen kommend, hat er sich zum Multimillionär hochgearbeitet, ist äußerst arrogant, geht über Leichen und ist von sich selbst absolut überzeugt. So kommt er auch überhaupt nicht auf den Gedanken, dass seine Gefühle zu Rennie von der Ärztin nicht erwidert werden könnten. Ganz im Gegenteil, deren Zurückhaltung spornt ihn regelrecht an und eine Ablehnung wird von ihm nicht akzeptiert.

Fazit: „Crush“ gehört eindeutig zu den besseren Thrillern von Sandra Brown, der mit einer durchweg sehr spannenden, wenn auch vorhersehbaren Story aufwarten kann.

Die Autorin:
Sandra Brown arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman Trügerischer Spiegel auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der New-York-Times-Bestsellerliste erreicht! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman Die Zeugin, der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte – ein Erfolg, den sie mit jedem neuen Roman noch einmal übertreffen konnte. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.

Montag, 23. Juli 2012

{Rezension} Wenn die Nacht verstummt von Linda Castillo


Übersetzer: Helga Augustin
Taschenbuchausgabe: 336 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 978-3-596-18452-1
Erscheinungsdatum: 15. Mai 2012
Preis: 8,99 €



Kate Burholders emotionalster Fall

In einer kalten Winternacht geht eine Notrufmeldung bei der Polizeistation in Painters Mill ein. Auf der Slabaugh-Farm sind die Eltern und der Onkel der vier Amisch-Kinder in die Jauchegrube gestürzt und können kurz darauf nur noch tot geborgen werden. Die Jugendlichen Mose und Salome sowie ihre kleinen Brüder sind fortan Waisen. Während Kate Burkholder unter Hochdruck ermittelt, nehmen Hass-Anschläge auf die Bewohner der Amisch-Gemeinde immer mehr zu. Dies ruft das BCI auf den Plan und John Tomasetti reist nach Painters Mill, um die Fälle zu untersuchen.

Auch in ihrem mittlerweile 3. Band um die Polizeichefin Kate Burkholder aus Painters Mill beginnt Linda Castillo nach wenigen Seiten mit den Morden an der angesehenen Amisch-Familie. Was anfangs noch wie ein schrecklicher Unfall aussieht, entpuppt sich nach der Obduktion zu einem mehrfachen Mord, bei dem es jedoch weder Verdächtige noch ein Motiv gibt. Die Familie hatte keine Feinde und so vermuten Kate wie auch John bald einen Zusammenhang zwischen den Hasstaten auf die amischen Einwohner und dem dreifachen Mord. Doch wer kann einen solchen Hass auf Amische haben, dass er sogar den Tod eines Menschen in Kauf nimmt?

Kate engagiert sich emotional sehr in dem Fall, war sie doch selbst einmal eine Amische und weiß genau, dass die Familie für diese der zentrale Lebensmittelpunkt ist. Die vier Kinder tun ihr maßlos Leid und so versucht sie alles, wenigstens den Mörder ihrer Eltern und ihres Onkel zu finden. Tatkräftige Unterstützung erhält sie hierbei von ihrem Freund John Tomasetti. Und auch dieses Mal gibt die Autorin einem wieder einen guten Einblick in den Alltag der Amisch-Gemeinde, welches sich so grundlegend von dem Leben der übrigen Einwohner von Painters Mill unterscheidet.

Praktisch von der ersten Seite baut sich ein hohes Spannungsniveau auf, welches sich jedoch im Verlauf des Thrillers öfter einmal in Nebensächlichkeiten verliert. Nämlich immer dann, wenn Linda Castillo zu sehr auf das seelische Wohlbefinden ihrer Protagonistin eingeht, um das es momentan nicht nur durch die Morde an den Slabaughs ziemlich schlecht bestellt ist. Teilweise ist dies auch in Ordnung so, mit der Zeit wird es aber einfach auch ein wenig zu viel. Nachdem man erst einmal weiß, dass Kate die Morde sehr nahe gehen, sie deswegen wieder verstärkt zum Alkohol greift und der Fall zudem nicht gerade förderlich für ihre Schlaflosigkeit ist, muss man nicht regelmäßig wieder hierüber lesen.

Ansonsten überrascht die Story aber auch immer mal wieder mit unvorhersehbaren Wendungen, vor allem, da sehr lange kein dringend Tatverdächtiger ermittelt werden kann. Und auch die regelmäßigen Perspektivwechsel sind gut gelegt, halten die Neugier hoch und der flüssige, lebendige Schreibstil von Linda Castillo sorgt zumeist für spannende und fesselnde Thrillerunterhaltung.

Fazit: Ein in jedem Fall lesenswerter Thriller mit einer zwar problembehafteten, aber äußerst sympathischen Protagonistin und einer komplexen Story. Allerdings verliert sich Linda Castillo manchmal zu sehr im Seelenleben von Kate Burkholder, was immer wieder zu einem unnötigen Spannungsabfall sorgt.

Die Autorin:
Linda Castillo wurde in Dayton/Ohio geboren und arbeitete lange Jahre als Finanzmanagerin, bevor sie sich der Schriftstellerei zuwandte. Ihre Thriller, die in einer Amisch-Gemeinde in Ohio spielen, sind nicht nur ein internationaler Erfolg, die ersten beiden Bände ›Die Zahlen der Toten‹ und ›Blutige Stille‹ standen auch wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in Texas.