Leseempfehlungen

Dienstag, 14. Dezember 2010

{Rezension} Dunkelstein von Robert Schindel

Verlag: Haymon Verlag
Gebundene Ausgabe: 124 Seiten
Genre: Zeitgenössischer Roman
ISBN: 3852186455
Erscheinungsdatum: 09. September 2010
Preis: 17,90 €





Zwischen den Stühlen

Kurz vor dem 2. Weltkrieg: In Wien ist Rabbi Saul Dunkelstein Leiter der Auswanderungsabteilung. Hier versucht er mit allen Mitteln, so viel Juden wie nur möglich zur Emigration zu bewegen und somit ihr Leben zu retten. Allerdings sehen zahlreiche Juden zu diesem Zeitpunkt die herannahende Gefahr durch den Nationalsozialismus noch nicht und Dunkelstein gerät somit oft in die Kritik. Ihm wird sogar eine Zusammenarbeit mit den Nazis unterstellt. Diese dagegen sind mit der Arbeit von Dunkelstein zufrieden, gestaltet sich die Deportation der Juden aus Wien doch genau nach ihren Vorstellungen.

Der Regisseur und Lyriker Robert Schindel hat seine Realfarce als Theaterstück aufgebaut, dass sich wie ein Drehbuch liest. So wechselt die Geschichte ständig zwischen den Schauspielern, die ihre Meinung zu dem Stück äußern, teilweise sogar noch eigene Erinnerungen an die Nazizeit mit einbringen können und dem eigentlichen Theaterstück rund um Saul Dunkelstein, der immer mehr in den Fokus des Geschehens rückt.

Anfangs hatte ich einige Probleme, mich durch die Art der Darstellung in die Geschichte einzufinden und auch die entsprechenden Personen zuzuordnen.  Doch je länger man liest umso mehr fesseln die Geschehnisse und die Art des Schreibens von Robert Schindel einen und bald schon ist man so in das Drama eingebunden, dass einen der ungewohnte Drehbuchstil wie selbstverständlich erscheint.

Der Autor erzählt die Geschichte von Saul Dunkelstein recht neutral, ja fast schon sachlich und zurückhaltend. Hierdurch ist es dem Leser selbst überlassen, sich eine Meinung zu dem Verhalten des Rabbis zu bilden, was ich als sehr angenehm empfand. So erhält man viel besser die Chance, sich selbst mit dem brisanten Thema auseinanderzusetzen. Und dies macht man zwangsläufig auch, denn die Geschichte beschäftigt einen auch nach Beendigung des Buches.

Stellenweise haben die jüdischen Begrifflichkeiten etwas den Lesefluss gestört, da ich doch des Öfteren nachschlagen musste, um mir diese erklären zu lassen, welche übrigens im Anhang aufgeführt sind. Und auch die vielen Mitwirkenden sind auf der ersten Seite aufgelistet, was einem anfangs gut hilft, den Überblick zu behalten. Im Nachwort geht der in Wien lebende Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici ausführlich auf die Entstehung der Realfarce ein, die auf eine wahre Begebenheit beruht. Hierdurch erhält man zusätzliche Hintergrundinformationen, die einige Szenen in der Geschichte für den Leser verständlicher machen.

Fazit: Eine interessante und nahe gehende Umsetzung des Themas der Deportation jüdischer Mitbürger aus Wien während der Nazizeit und in jedem Fall sehr empfehlenswert.

Montag, 13. Dezember 2010

{Rezension} Der Geruch von Blut von Tom Piccirilli

Verlag: Heyne Verlag
Übersetzer: Nicolai von Schweder-Schreiner
Taschenbuchausgabe: 304 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 978-3-453-67596-4
Erscheinungsdatum: 13. Dezemer 2010
Preis:8,99 €



Ein guter Polizist

Der blinde Finn arbeitet als Lehrer an einem Internat. Früher war Finn Polizist, ein missglückter Selbstmordversuch ist schuld an seiner Behinderung. An einem kalten Wintertag findet er auf dem nahegelegenen Friedhof die verletzte Harley. Um sie zu verarzten, bringt Finn die junge Harley zurück zum Internat, doch kurz danach verschwindet sie. Vorher warnt Harley ihn noch und gibt ihm die Schuld an den kommenden Ereignissen. Doch woran soll Finn schuld sein, hat er doch keine Ahnung, wovon Harley spricht. Noch am selben Tag schlägt das Wetter um und ein schwerer Schneesturm treibt unaufhaltsam auf den kleinen Ort zu. Mit dem Schnee kommt auch ein wahrer Alptraum auf das Internat zu und Finn muss um sein Leben und das der Schüler und Lehrer fürchten.

Mithilfe von Finns Erinnerungen erzählt Tom Piccirilli zwischendurch immer wieder dessen Leben vor seinem Selbstmordversuch und so erfährt man nach und nach die Gründe hierfür. Und auch, wenn genau diese Erinnerungen immer an den interessantesten Stellen in Erscheinung treten, kommt anfangs wenig Spannung auf. Bis etwa zur Mitte des Thrillers lernt man stattdessen erst einmal sehr ausführlich den Protagonisten kennen und seinen Umgang mit der Blindheit. Dies beschreibt der Autor sehr einfühlsam und - soweit dies möglich ist - nachvollziehbar. Gleichzeitig stellt Tom Piccirilli seinen Lesern auch die weiteren Beteiligten und die Bewohner des Internats vor und auch diese Charaktere sind klar gezeichnet und nehmen schnell Konturen an.

So entwickelt sich der Thriller anfangs erst einmal zu einer Studie über einen blinden Mann, der versucht, nach seinen schrecklichen Erlebnissen in der Vergangenheit, mit seinem jetzigen Leben fertig zu werden. Dies ist Tom Piccirilli gut gelungen, allerdings fehlt hier eindeutig der Thrilleranteil und dies könnte manchen Leser enttäuschen und auch als langatmig empfinden lassen.

Doch wie aus dem Nichts nimmt die Story plötzlich massiv Fahrt auf und der flüssige und dann auch sehr fesselnde Schreibstil des Autors sorgt dafür, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen mag. Schuld daran ist auch, dass Tom Piccirilli seinen Thriller ab diesem Zeitpunkt atmosphärisch dicht umgesetzt hat und geschickt die Blindheit und somit die Orientierungslosigkeit von Finn einsetzt, um hierdurch eine düstere, beklemmende Stimmung aufzubauen. So spürt man deutlich die Hilflosigkeit von Finn, die durch den anrückenden Schneesturm immer schlimmer wird, da ihm bald jeder Orientierungspunkt auf dem Internatsgelände fehlt und die Kommunikationsmöglichkeiten durch die Abgelegenheit des Internats sowieso nur bedingt vorhanden sind.

Lange rätselt man über die mysteriösen Äußerungen von Harley und hat anfangs – genau wie Finn – absolut keine Ahnung, in welche Verstrickungen dieser verwickelt sein soll. Doch so nach und nach kristallisieren sich diese heraus und Finn muss bald feststellen, dass ihn die Vergangenheit sogar an diesem abgelegenen Ort wieder einzuholen scheint.

Fazit: Das Buch überzeugt mit einer komplexen, rätselhaften Story. Allerdings lässt sich der Autor viel Zeit, bis sich die Geschichte auch zu dem versprochenen Thriller entwickelt.

Samstag, 11. Dezember 2010

{Rezension} Die Frau vom Leuchtturm von Sally O'Rourke

Übersetzer: Barbara Röhl
Taschenbuchausgabe: 352 Seiten
Genre: Mystischer Roman
ISBN: 978-3-442-37327-7
Erscheinungsdatum: 08. März 2010
Preis: 7,95 €




Liebe macht blind

Susan Marks ist verzweifelt. Ihr Freund Bobby, ein Berufspilot, ist verschollen. Sein Flugzeug ist irgendwo im Indischen Ozean abgestürzt. Um auf andere Gedanken zu kommen und ihre grenzenlose Trauer verarbeiten zu können, kehrt sie in die Familienvilla auf Rhode Island zurück. Eines Nachts entdeckt sie in ihrem Turmzimmer die Gestalt einer jungen Frau, die aus dem Fenster blickt, ihren Blick traurig auf den gegenüberliegenden Leuchtturm gerichtet. Die Neugier in Susan erwacht und sie möchte unbedingt erfahren, um wen es sich bei dem Geist handelt. Zusammen mit Dan, den sie  von früher kennt, beginnt sie ihre Familiengeschichte aufzuarbeiten. Und dabei entdeckt sie ein dunkles Geheimnis, welches die junge Aimee auch nach Jahrzehnten nicht ruhen lässt und als Geist immer wieder in das Turmzimmer zurückkehren lässt.

Man könnte meinen, dass die traurige Grundlage des Romans diesen in eine melancholische, vielleicht sogar kitschige Richtung abdriften lässt. Doch Sally O’Rourke gelingt es hervorragend, zum einen dem Leser die Gefühle von Susan näher zu bringen, ohne auch nur einmal zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken und zum anderen schnell eine mysteriöse, spannende Stimmung aufzubauen.

Die Autorin lässt ihre Protagonistin Susan selbst die Geschichte erzählen. Auf diese Weise lernt man natürlich Susan sehr schnell kennen und schließt sie fast augenblicklich ins Herz, kann sich gut in ihr Gefühlschaos hinein fühlen und lernt hierdurch auch sehr gut die weiteren Charaktere des Buches kennen.  Hierbei  handelt es sich erst einmal um ihren langjährigen, exzentrischen Firmenpartner und platonischen Freund Damon, der absolut kein Blatt vor den Mund nimmt und einem durch seine herrlich direkte Art sofort sympathisch wird. Aber auch, weil man sofort merkt, dass ihm Susan sehr viel bedeutet und er sie unbedingt wieder glücklich sehen möchte. Tja, und dann darf natürlich bei so einem Roman die Liebe nicht fehlen. Und diesen Platz nimmt Dann Freedman ein. Der erfolgreiche Künstler war bereits früher schon in Susan verliebt und steht ihr in sehr selbstloser Art zur Seite und unterstützt Susan, wo er nur kann. Keine Frage, Dan wächst einem sofort ans Herz. Und dann ist da noch Bobby: Susan ist blind vor Liebe zu Bobby, doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass mit Bobby irgendetwas nicht so ganz stimmen kann. Ansonsten gibt es noch einige Dorfbewohner von Freedman‘s Cove, die aber eher nur eine Statistenrolle inne haben.

Der Roman ist sehr flüssig, leicht zu lesen und überrascht immer wieder durch Wendungen in der Geschichte, mit denen man nicht unbedingt rechnet. So entwickelt er sich zum Schluss sogar noch zu einem richtigen Thriller, der ein hohes Tempo an den Tag legt und hervorragend die stürmischen Herbsttage auf Rhode Island einfängt.

Fazit: Ein durchweg sehr unterhaltsam, mystisch angehaucht erzählter Roman mit einer nicht unbedingt vorhersehbaren Story, der zum Schluss sogar noch richtig spannend wird.

Freitag, 10. Dezember 2010

{Leseeindruck} Blutstein von Johan Theorin

Verlag: Piper Verlag
Übersetzer: Kerstin Schöps
Gebundene Ausgabe: 396 Seiten
ISBN: 9783492054188
Genre: Skandinavische Krimis
Erscheinungsdatum: 05. Januar 2011
Preis: 19,95 €



Die Geheimnisse von Öland

Walpurgisnacht: Per Mörner wird mit Benzin übergossen. Er verspricht seinem Peiniger, nichts zu verraten. Doch dieser zieht etwas aus seiner Tasche, Per wartet auf das Feuer.

März, im Norden von Öland: Vor dem Altersheim von Märnas hängen die Fahnen auf Halbmast. Ein Bestattungsunternehmen holt Thorsten, den Totengräber, ab, der in der Nacht gestorben ist. Während die Bewohner darauf warten, Torsten die letzte Ehre zu erweisen, denkt Gerlof an sein Leben, an das von Torsten und das frühere Leben auf Öland zurück. Der fast 85-jährige Gerlof spürt, dass auch sein Tod bald bevor steht und teilt der Heimleiterin mit, dass er zurück in sein Haus in Stenvik kehren wird. Nach gut einem Monat ist es ihm gelungen, die Heimleitung von seinem Wunsch zu überzeugen. Seine Tochter Julia holt ihn ab und bringt ihn nach Hause, allerdings nimmt sie die Vorhersage seines bevorstehenden Todes nicht ernst.

Wieder Szenenwechsel: Per besucht seine Tochter Nilla im Krankenhaus. Als er diese gut versorgt weiß, macht Per sich mit Nillas Zwillingsbruder Jesper auf den Weg ins Sommerhaus, das ganz in der Nähe von Gerlofs Haus liegt. Als er kurz auf einem Tankstellenparkplatz hält, um Jesper Süßigkeiten zu kaufen, beobachtet Per, wie ein Audi-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und geradewegs auf sein geparktes Auto zurast, indem Jesper sitzt.

In gewohnt ruhiger Art beginnt der Krimi von Johan Theorin, indem er seinen Lesern erst einmal die Mitwirkenden und deren Leben vorstellt. Gleichzeitig gelingt es ihm aber schon mit dem 1. Kapitel einen gewissen Grad von rätselhafter Spannung aufzubauen und einen neugierig auf den Fortgang der Geschichte zu machen.

Die Charaktere sind gefühlvoll und detailreich gezeichnet, sodass sie schnell Konturen annehmen und man somit schon nach wenigen Seiten eine Vorstellung von ihnen erhält. Die ganze Stimmung des Krimis wirkt ein wenig melancholisch, geheimnisvoll, ruhig und absolut fesselnd.

Fazit: Schon nach wenigen Seiten gelingt es Johan Theorin, einen in die Geschichte eintauchen zu lassen und die Neugier auf den Fortgang des Krimis zu wecken. Genau so muss es sein.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

{Rezension} Im Zeichen der Angst von Mika Bechtheim

Taschenbuchausgabe: 480 Seiten
ISBN: 3442472687
Genre: Deutscher Thriller
Erscheinungsdatum: 15. November 2010
Preis: 8,99 €

Schatten der Vergangenheit
  
Seit 20 Jahren hat Clara nichts mehr von ihrer Mutter gehört, da erhält sie Besuch von der Polizei. Ihre Mutter ist ermordet worden und Clara gerät schnell in den Kreis der Verdächtigen. Denn sie saß bereits einmal wegen Totschlags im Gefängnis. 13 Jahre zuvor soll sie den Entführer ihrer kleinen Tochter Johanna ermordet haben, die bei der Entführung starb. Nun hat Clara wieder eine kleine Tochter und schon nach kurzer Zeit sieht alles danach aus, dass die Schatten der Vergangenheit Clara und ihre Tochter Josey wieder einholen.

Aus Sicht ihrer Protagonistin Clara erzählt Mika Bechtheim die vorliegende Geschichte, welche von Anfang an ein sehr hohes Tempo vorlegt und absolut fesselnd, spannend und auch beklemmend umgesetzt wurde. So hält sich Mika Bechtheim auch nicht viel mit Vorgeplänkel und der Vorstellung aller Beteiligten auf, sondern steigt sofort in die Story ein. Clara, selbst Reporterin, beginnt schnell, eigene Ermittlungen über das mysteriöse Leben ihrer Mutter anzustellen und vertraut dabei weder der Polizei noch ihren Freunden, was sie aus Sicht der Polizei zur Verdächtigen macht. Und plötzlich, wie aus dem Nichts, sieht sie das Leben von Josey bedroht. Ein wahrer Alptraum beginnt für Clara.

Dieses Gefühlschaos, welches Clara während des gesamten Thrillers durchlebt, ist absolut authentisch und nachfühlbar umgesetzt. Die Story entwickelt sich immer mehr zu einer atemlosen Jagd und je mehr Details Clara erfährt, umso verwirrender wird für sie die ganze Situation und somit auch für den Leser. Man weiß absolut nicht, was sich hinter den Ereignissen verbirgt, ist genauso ratlos wie Clara und die ständigen Wendungen in der Story sorgen hier wirklich nicht für Klarheit. Aber genau diese Ungewissheit sorgt durchgängig für eine extreme Spannung. Ganz zum Schluss verbinden sich dann die vielen losen Fäden zur einer absolut schlüssigen Lösung.

Mika Bechtheim beschreibt ihre Charaktere detailreich und sehr lebendig, sodass sie fast augenblicklich Konturen annehmen, wobei es ihr aber auch hervorragend gelingt, durch kleine Bemerkungen oder Hinweise immer wieder einen zu verunsichern. So weiß man eigentlich, außer bei Clara, nie ganz genau, ob und was sie zu verbergen haben, inwieweit sie in den Fall involviert sind oder ob Clara ihnen vertrauen kann.

Clara selbst ist eine 45-jährige Reporterin und Bestsellerautorin, die nach der Trennung von ihrem Mann Kai ihre kleine Tochter alleine erzieht. Dies ist mit den üblichen Problemen behaftet, aber ihr gelingt der Spagat ziemlich gut. Fremde Hilfe mag sie eher weniger annehmen, ist sehr selbstständig, kann als ziemlich stur bezeichnet werden und sie ist eine Frau, die man sofort sehr sympathisch findet.

Ganz am Anfang und noch einmal zum Schluss verweist die Autorin darauf, dass Clara, die neben der Arbeit als Reporterin auch sehr erfolgreich Krimis schreibt, ihre Bücher unter dem Pseudonym Mika Bechtheim veröffentlicht. Auch sind in der Vita der Autorin wie auch bei der Protagonistin einige Übereinstimmungen festzustellen. Inwieweit das Buch somit authentische Züge hat, muss jeder Leser selbst entscheiden.

Fazit: Ein extrem spannender Thriller mit einer nicht minder fesselnden und komplexen Story, der einem schier den Atem beim Lesen raubt.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

{Gewonnen} Buchpaket von vorablesen.de


Heute Abend war bei mir schon vorgezogene Weihnachten: Das BUCHPAKET von vorablesen.de kam nämlich - und das war wirklich ein Paket und die Freude riesengroß, als ich es ausgepackt hatte.


Folgende Bücher und Hörbücher waren darin:




Verräter wie wir von 
John le Carré -  
gelesen von Johannes Steck

 
Inhalt:
Dima ist die Seele der russischen Mafia. Seit seiner Zeit als Gefangener im Gulag hat er sich an ihre Spitze hochgearbeitet. Sein Spezialgebiet: Geldwäsche. Doch seine Tage sind gezählt. Er hat Feinde unter den mächtigen Weggefährten. Um das Überleben seiner Familie zu sichern, geht er einen Pakt mit dem Westen ein. Er bietet sein Wissen im Tausch gegen ein Leben in England. Die Briten willigen ein. Aber die Agenten stoßen auf einen bedrohlichen Widerstand. Der lange Arm der Mafia reicht bis weit in den Westen. Wie lange wird Dima seine russischen Freunde täuschen können? Verräter wie wir ist ein leidenschaftlicher Roman über die Korrumpierbarkeit des Westens und über die Zerbrechlichkeit der Demokratie.



Daniel Glattaucher 
"Der Karpfenstreit" - 
Die schönsten Weihnachtskrisen, 
gelesen von August Zirner

Inhalt:
Alle Jahre wieder: Weihnachten ist das Fest der Rituale. Und die haben es an sich, dass sie leicht ins Groteske umkippen... Unbestechlich, aber doch liebevoll charakterisiert Daniel Glattauer die unterschiedlichen Typen der Weihnachtsfeiernden. Dieses wunderbar ironische Weihnachtshandbuch zeigt, wie viel ihr Umgang mit dem Lichterfest über Menschen verrät. Ein intelligentes Adventsmitbringsel oder eine Weihnachtsbeigabe - auch für Weihnachtsskeptiker geeignet.



Der verlorene Sohn von Tommy Wieringa

Inhalt:
Ludwig lebt allein mit seiner Mutter, bis die beiden bei einem heftigen Sturm ihr Haus verlieren. Von nun an ist er heimatlos, auf der Suche nach seinem eigenen Platz im Leben. Schockiert über seine Mutter, die nach Amerika reist, um ihr früheres Leben als Pornodarstellerin wieder aufzunehmen, folgt er ihr und verdient sein Geld in Los Angeles als Barpianist. In zwei Nächten erzählt Ludwig einer Zufallsbekanntschaft die Geschichte seines rastlosen Lebens. Tommy Wieringa schreibt den Roman einer Generation: eine verrückte, extreme Lebensgeschichte über den Aufbruch eines jungen Mannes ins Ungewisse.



Ruhe nirgends von William Gay

Inhalt:
"William Gay wurde mit Faulkner und Cormac McCarthy verglichen. Zu Recht." Der Falter

"Knorrig, wuchernd, phantastisch: Beelzebub bei den Waltons." Der Stern über "Nächtliche Vorkommnisse"

1933. In einer regengepeitschten Nacht kommt es in Ackerman's Field tief in den Wäldern von Tennessee zu einem tödlichen Streit: Der aufrechte Nathan Whiner stellt den zwielichtigen Dallas Hardin zur Rede, der auf Whiners Grund und Boden illegal Schnaps brennt. Woraufhin Hardin ihn brutal ermordet.

1943. Ein junger Mann tritt in die Dienste Dallas Hardins ein. Dieser junge Mann ist Nathan Whiners Sohn. Er ahnt nicht, dass sein Arbeitgeber zugleich der Mörder seines Vaters ist. Doch es gibt einen Zeugen des Mordes, der ein äußerst makaberes Beweisstück aufbewahrt. Dieser Zeuge hat sich geschworen, sich nicht zu erkennen zu geben. Aber vor dem Bösen, das sich in Ackerman's Field eingenistet hat, kann sich niemand verstecken.

Wie schon in "Nächtliche Vorkommnisse" entführt William Gay seine Leser erneut in das Dickicht der Wälder, um die dunkleren Gefilden der menschlichen Seele auszuloten. In "Ruhe nirgends" erzählt er mit biblischer Wucht eine Geschichte von Mord und Vergeltung, wie sie so noch nicht zu lesen war: "Niemand gibt so unbestechlich Auskunft über die Schönheit und die Gewalt, die das menschliche Herz beherbergt, wie William Gay." (The New York Times)



Das Grab ist erst der Anfang 
von Kathy Reichs

Inhalt:
Nachtschwarz. Eiskalt. Atemlos. - Tempe Brennan jagt einen Mörder. Ihren eigenen.
Nachtschwärze, Eiseskälte, Grabesstille – als Tempe zu sich kommt, ringt sie in Todesangst nach Atem. An Händen und Füßen gefesselt liegt sie lebendig begraben an einem Ort, wo sie niemand rufen hört. Allmählich kehrt ihre Erinnerung an die letzten Stunden wieder …

Forensikerin Tempe Brennan ist es gewohnt, dass Mörder die Spuren ihrer Tat so zu verwischen versuchen, dass nicht einmal Expertinnen ihres Rangs sie aufzudecken vermögen. So ermittelt sie mit Detective Andrew Ryan im schneeverwehten Chicago gerade bei einer Reihe seltsamer Todesfälle: Drei Frauen wurden ermordet, alle auf grausame, aber verschiedene Weise. Es hat den Anschein, als gäbe es keine Verbindung zwischen den Morden. Bis Tempe schließlich doch die Handschrift eines Serienkillers erkennen kann. Umso schockierter ist sie, als man ihr vorwirft, sie habe eine Autopsie absichtlich manipuliert und ein Verbrechen vertuscht. Was Tempe nicht wissen kann: Ihre Arbeit wird sabotiert. Von jemandem, der sie um jeden Preis scheitern sehen will. Jemand aus ihren eigenen Reihen. Und so wird Tempe schon bald einen ganz besonderen Mörder jagen müssen: ihren eigenen.




Ich schmeiß alles hin und werd Prinzessin 
von Nilz Bokelberg & Silke Bolms

Die schrägsten Gruppen aus Facebook, Lokalisten und StudiVZ

Was tut man eigentlich auf den Social-Network-Seiten Facebook, Lokalisten oder Studi-VZ? Man gründet Gruppen! Mittlerweile gibt es Millionen davon. Die skurrilsten und witzigsten unter ihnen haben Nilz Bokelberg und Silke Bolms aufgespürt und kommentiert.



Novemberasche von Anja Jonuleit
Inhalt:
Die Rache einer Mutter
Friedrichshafen am Bodensee. Auf dem Friedhof wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Er wurde betäubt und erstickt. Kommissar Andreas Sommerkorn ermittelt. Zur gleichen Zeit wartet eine furchtbare Nachricht auf die Kunstmalerin Marie Glücklich. Erik, der Mann ihrer besten Freundin Paula, ist bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen. Der Fall wird als Selbstmord zu den Akten gelegt. Um das Seelenheil ihrer Freundin wiederherzustellen, beschließt Marie, auf eigene Faust zu ermitteln. Die beiden rätselhaften Todesfälle sind eng miteinander verwoben. Marie und Sommerkorn kommen sich nicht nur bei den Ermittlungen näher ...

Was für viele tolle Bücher und Hörbücher und ich bedanke mich noch einmal ganz herzlich beim vorablesen. Team für die Zusendung. 


Liebe Grüße
Isabel

{SuB-Zuwachs} Historische Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

heute hat sich mein SuB mal wieder besonders gefreut. Gab es doch reichlich Lesestoff, zum einem das gewonnene Buchpaket von vorablesen.de und dann gab es wieder tollen Lesenachschub vom Blanvalet Verlag, und zwar 

Die Rose von Salerno von Dagmar Trodler


Zum Inhalt:
Eine starke Frau in den Wirren der normannischen Zeit.
Detailgenau recherchiert und brillant erzählt – ein opulenter historischer Roman voller Spannung und Dramatik.
Um für ihren ertrunkenen Verlobten zu beten, pilgert Ima von Lindisfarne auf dem Pfad des heiligen Jakob nach Santiago. Das Schicksal jedoch weist ihr einen dornenreicheren Weg, als Aidan, der Bruder des Verstorbenen, dem raubeinigen Ritter Gérard nach Salerno folgt. Während sich die normannische Streitmacht darauf vorbereitet, Papst Gregor XII. zu befreien, schließt Ima sich einer Gauklertruppe an, um Aidan zurückzuholen. Bald brennt Rom – und Aidan stirbt in Imas Armen. Der mutigen jungen Frau bleibt nur noch die Reise nach Salerno, an der Seite von Gérard, der sich liebevoll um sie bemüht ...

Die Autorin:
Dagmar Trodler, 1965 geboren, arbeitete als Krankenschwester und studierte dann Geschichte und skandinavische Philologie in Saarbrücken, Aachen und Köln. Sie lebt in der Lüneburger Heide. Ihr letztes Buch „Die Totenfrau des Herzogs“ und ihre historische Roman-Trilogie „Die Waldgräfin“, „Freyas Töchter“ und „Die Tage des Raben“ sowie "Die Rose von Salerno" begeisterten Leser, Buchhändler und Rezensenten gleichermaßen.


Liebe Grüße
Isabel

Sonntag, 5. Dezember 2010

{Rezension} Könige der ersten Nacht von Bernhard Hennen

Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuchausgabe: 592 Seiten
ISBN: 3453533615 
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 09. November 2010
Preis: 9,99 €




Die Geschichte des schwarzen Mönchs

In einer kalten Januarnacht des Jahres 1189 sucht der Ritter und Sänger Hartmann von Ouwe eine Unterkunft für die Nacht. Diese findet er auf Gut Waldeck. Hartmann ist auf dem Weg nach Cölln, um im Dom am Dreikönigenschrein zu beten und sich anschließend einem Kreuzzug ins Heilige Land anzuschließen. Durch widrige Umstände lernt er in dieser Nacht den Gutsbesitzer Ingerimm von Waldeck kennen, dieser bietet ihm an, ihn nach Cölln zu begleiten. Noch in derselben Nacht machen die Beiden sich auf den Weg in die Stadt am Rhein und unterwegs erzählt der seltsame Ingerimm ihm die Geschichte über die Reliquien der Heiligen Drei Könige und wie diese vor rund 25 Jahren ihren Weg nach Cölln gefunden haben.

Im Jahr 1162 belagert Friedrich Barbarossa mit seiner Armee Mailand. Grund hierfür sind die Reliquien der Heiligen Drei Könige, die sein Fürsterzbischof Rainald von Dassel um jeden Preis in den Dom von Cölln bringen möchte. Nach einer langen Belagerung fällt Mailand und die Reliquien gehen in den Besitz von Friedrich Barbarossa über. Die Ritter Rother, Anno, Ludwig und Heinrich werden von Rainald von Dassel beauftragt, die Reliquien sicher nach Cölln zu bringen. Doch die Heiligen bergen ein Geheimnis und der Weg der Ritter führt sie in einer abenteuerlichen Reise von Konstantinopel ins Heilige Land bevor sie nach langen Jahren ihr Weg zurück nach Cölln führt. Aber auch hier ist ihr Schicksal noch nicht erfüllt.

Geschickt verbindet Bernhard Hennen in der vorliegenden Geschichte Fiktion und Fakten zu einem äußerst opulenten Roman um die Legende der Reliquien der Heiligen Drei Könige. Durch seinen bildgewaltigen Sprachstil gelingt es ihm fast augenblicklich, einen in das 12. Jahrhundert eintauchen zu lassen, bedingt ist dies auch durch die Benutzung vieler altdeutscher Begrifflichkeiten sowie einer sehr detailgenauen Zeichnung des damaligen Lebens.

Der historische Roman ist von Anfang an äußerst fesselnd umgesetzt und der Autor vermittelt einem sehr gekonnt die geschichtlichen Hintergründe ohne auch nur einmal langatmig zu werden, ganz im Gegenteil. Die Abenteuer der Ritter sind durchweg spannend beschrieben und immer wieder tauchen während des Lesens viele historische Persönlichkeiten auf, die geschickt in die Geschichte mit eingearbeitet wurden. So hat man schon bald das Gefühl, dass die Auffindung der Reliquien sich genau so abgespielt haben muss.

Seine Figuren, seien es die historischen wie auch die erfundenen, sind durchweg sehr detailreich und absolut glaubwürdig umgesetzt. So steht am Anfang der junge Knappe Rother, der seiner Meinung nach zu Unrecht zum Ritter geschlagen wird und sein Leben den Drei Weisen verschrieben hat. Dann gibt es den Ritter Anno, der auch nach vielen Jahren immer noch um seine verstorbene Frau trauert und um jeden Preis seine Tochter Carla an den Hof der Kaiserin bringen möchte. Der Dritte im Bunde ist der Lebemann Ludwig, der weder Frauen noch dem Alkohol aus dem Weg gehen kann. Und zum Schluss  Ritter Heinrich, welcher nur in der Hoffnung der Mission zugestimmt hat, dass er nach deren Erfolg aus dem Dienst des Fürsterzbischof entlassen wird und sich dem Templerorden anschließen kann.

Ja, und dann gibt es natürlich noch Hartmann von Ouwe und Ingerimm von Waldeck. Hartmann ist ein junger Ritter, der mehr auf sein Herz denn auf seinen Verstand hört und den Erzählungen des seltsamen, sein Gesicht hinter einer Maske versteckenden Ingerimm immer weniger Glauben schenkt, je mehr er von ihm über die Geschichte der Heiligen erfährt. Die sonderbarste und undurchsichtigste Figur des Romans ist Ingerimm selbst. Seine Identität bleibt einem bis zum Schluss ein Rätsel, welche er schlussendlich selbst löst.

Fazit: Ein opulenter, fesselnder und überaus spannend erzählter Roman, der geschickt historisch hinterlegte Fakten mit einer fiktiven Geschichte verwebt.

Samstag, 4. Dezember 2010

{SuB-Zuwachs} Spannende Buchpost

Hallo Ihr Lieben, 

und wieder hat mir unsere liebe Postbotin ein tolles Buch gebracht. Dieses Mal vom Heyne Verlag den Thriller

Der Geruch von Blut von Tom Piccirilli




 
"Piccirilli jagt ihnen einen Schauer nach dem anderen über den Rücken." 

 Das sagt zumindest die New York Times. Da bin ich mal gespannt!

Und hierum geht es:
Finn und sein Partner sind hartgesottene Cops. Bis der korrupte Ray sich mit der Mafia anlegt und Finn gezwungen ist, den Sohn von Mafiaboss Carlyle zu erschießen. Carlyle schickt daraufhin einen weiteren Killer, der Finns Frau Dani erschießt. Als Finn seine tote Frau finet, jagt er sich selbst ein Kugel in den Kopf und überlebt. Allerdings verliert er sein Augenlicht. Finn zieht sich in ein abgelegenes Mädcheninternat zurück, um seiner Vergangenheit zu entkommen.Doch dann findet er ein grausam zugerichtetes Mädchen auf einem Friedhof. Und mit dem Geruch von Blut erwachen auch die Erinnerungen und der Wunsch nach Rache zurück.

TOM PICCIRILLI lebt in Denver, Colorado, wo er neben dem Schreiben unmäßig viel Zeit damit verbringt, Trash-Kultfilme zu sehen sowie Hardboiled-Romane zu lesen. Er ist ein Fan des asiatischen Kinos, insbesondere von Horror- und Samuraistreifen. Außerdem geht er gern mit seinen Hunden in der Nachbarschaft spazieren. Tom Piccirilli ist der Autor von zwanzig Romanen, mit denen er viermal den Bram Stoker Award gewann und auch für den World Fantasy Award nominiert wurde. 

Mehr über den Autor und sein Werk unter: www. tompiccirilli.com 


Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Isabel

Freitag, 3. Dezember 2010

{Gewonnen} Ich bin eine Fleißbiene ....

... ja im Ernst! 


Vorablesen.de kürt einmal im Jahr Fleißbienen und Edelfedern und ich habe gewonnen ... jubel ... 


Hierüber freue mich natürlich riesig und auf diesem Weg auch noch ein ganzes dickes Dankeschön an das Vorablesen-Team.

Nun bekomme ich ein Buchpaket, auf das ich natürlich schon mächtig gespannt bin. Natürlich werde ich Euch dann genauestens informieren, um welche Bücher es sich handelt.


Ich wünsche Euch allen einen schönen, besinnlichen 2. Advent und ich tanze jetzt noch ein wenig durchs Wohnzimmer ... grins.

Liebe Grüße
Isabel

Donnerstag, 2. Dezember 2010

{SuB-Zuwachs} Spannende Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

heute lag mal wieder eine richtig freudige Überraschung vor der Haustür. Vom Goldmann Verlag habe ich den Krimi

 
Im Zeichen der Angst von Mika Bechtheim

als Rezensionsexemplar erhalten.


Und hierum geht es:
Sie ist bereit zu vergessen. Doch die Vergangenheit kehrt zurück ...

Horststätt, 1996: Die sechsjährige Johanna wird entführt und erstickt in ihrem Versteck. Aufgrund fragwürdiger Indizien muss ihre Mutter Clara später für den Mord an dem vermeintlichen Entführer ins Gefängnis.

Hamburg, 2009: Nach ihrer Entlassung hat sich Clara mit ihrer zweiten Tochter Josey ein neues Leben aufgebaut. Die Vergangenheit will sie ein für allemal vergessen. Doch dann wird ihre Mutter ermordet, die seit dem Mauerfall spurlos verschwunden war. Für die Polizei wird Clara schnell zur Verdächtigen. Kurz darauf wird Josey bedroht, und der Albtraum scheint sich zu wiederholen …


Die Autorin:
Mika Bechtheim, Jg. 1955, wuchs in der DDR auf, studierte dort Germanistik und arbeitete als Lektorin, bevor sie 1985 mit ihrem Sohn ausreiste. Als Journalistin schrieb sie seit Ende der achtziger Jahre für namhafte Publikumszeitschriften zahllose Buch- und Filmrezensionen und arbeitete jahrelang als Ressortleiterin und Textchefin. Sie lebt mit einer Katze, zwei Turmfalken und drei Schafen auf einem ehemaligen Gutsgelände in der Nähe von Hamburg.

Liebe Grüße
Isabel

{Rezension} Der Herzsammler von Inger Ash Wolfe

Übersetzer: Fred Kinzel
Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
Genre: Amerikanischer Krimi
ISBN: 3442370698
Erscheinungsdatum: 12. April 2010
Preis: 8,95 €


Mord als Fortsetzungsroman
        
In einem kleinen Ort in Kanada wird im nahegelegenen See eine Schaufensterpuppe ohne Kopf gefunden. Das Merkwürdige an der Sache. Genau diese Szene wurde in der aktuellen Tageszeitung in einem Fortsetzungskrimi beschrieben, nur war es hier eine echte Leiche. Polizeichefin Hazel Micallef und ihr Kollege James Wingate vermuten mehr hinter der Sache und beginnen ihre Ermittlungen. Als Wingate auf der Schaufensterpuppe eine mehrstellige Nummer entdeckt, dauert es nicht mehr lange, bis er sie mit einer Internetseite in Verbindung bringt. Was die Polizisten dort zu sehen bekommen, lässt sie das Schlimmste befürchten.

Hazel Micallef ist erst vor kurzem am Rücken operiert worden, verkriecht sich im Haus ihres Exmannes und bedauert sich selbst. Da die Arbeit des Polizeichefs von Port Dundas sich eher ruhig gestaltet, kann sie auch mühelos das bisschen Arbeit von zu Hause bewerkstelligen. Als jedoch die Schaufensterpuppe im See gefunden wird, erwacht ihr kriminalistisches Gespür und die Schmerzen sind vergessen, auch dank starker Schmerzmittel.

Die Ermittlungen gestalten sich anfangs extrem schwierig, da Zeugen spurlos verschwinden, tagelang telefonisch nicht erreichbar sind und die Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen sich ebenfalls als äußerst schwierig herausstellt. So plätschert der Fall zunächst ohne ersichtliche Ermittlungsansätze dahin, zumal für Hazel auch noch einige innerdienstliche Probleme auftreten und sie mehr und mehr mit einer beginnenden Tablettensucht zu kämpfen hat. Hinzu kommt aber auch noch ihre prekäre private Situation. Da sie wegen der Operation anfangs auf Hilfe angewiesen ist, zieht sie zu ihrem Ex-Mann und dessen Frau Glynnis, welche sie während der Genesungsphase pflegt und bei denen sie auch weiterhin noch wohnt.

So passiert anfangs noch nicht so viel in dem Krimi und man lernt erst einmal ein wenig die ganzen Mitwirkenden kennen. Doch fast wie aus dem Nichts kommt Spannung auf, der Fall nimmt eine überraschende, wenn auch nicht ganz neue Wendung und erstaunt einen ab da ständig. Anfangs sind absolut keine Zusammenhänge zwischen den Mitwirkenden zu erkennen und als man dann endlich meint, diese nun herstellen zu können, lässt die Autorin die Story wieder in eine andere Richtung laufen. Somit ist die Spannung bis zum Schluss auf sehr hohem Niveau und die letztendliche Lösung des Falls absolut überraschend und so logisch umgesetzt, dass man sich wundert, nicht selbst früher darauf gekommen zu sein.

Auffällig ist, dass es viel Kompetenzgerangel zwischen den einzelnen Zuständigkeitsbereichen gibt. So hat man ständig den Eindruck, dass jede Dienststelle ihr eigenes Süppchen kocht und mit kollegialer Unterstützung ist es auch nicht immer weit her. So werden Hazel und Wingate mehr als einmal ziemlich massiv bei ihren Ermittlungen ausgebremst, doch hiervon lässt sich die versierte Hazel nicht beeindrucken und so geht sie einfach ein paar etwas unkonventionelle und auch makabre Wege, um ihr Ziel zu erreichen.

Anfangs tat ich mir ein wenig schwer mit dem Charakter von Hazel, denn ihre schroffe, burschikose Art macht sie nicht gerade sympathisch und lässt sie sehr hartherzig erscheinen. Doch so nach und nach merkt man, dass sie ihr Herz auf dem rechten Fleck hat, sich sehr für ihre Mitarbeiter einsetzt und eigentlich nur das Problem hat, ihre Gefühle Menschen gegenüber zu zeigen, die ihr wirklich etwas bedeuten. Dies merkt man deutlich in mehreren Szenen mit ihrer jüngsten Tochter Martha wie auch bei ihrem jungen Kollegen James Wingate, der erst seit kurzer Zeit von Toronto in das beschauliche Städtchen gezogen ist. Entgegen der 62-jährigen Hazel ist er sehr warmherzig und man merkt auch schnell, dass irgendetwas in Toronto vorgefallen sein muss, was in nach Port Dundas getrieben hat. Zur Mitte des Krimis hin erfährt man auch mehr Einzelheiten hierzu.

Die weiteren Charaktere sind sauber herausgearbeitet und detailreich beschrieben, doch irgendwie wird man bei ihnen das Gefühl nicht los, über sie noch nicht alles erfahren zu haben und somit wirken sie lange Zeit sehr undurchsichtig. Dies kommt der Spannung natürlich nur zugute.

Der Schreibstil von Inger Ash Wolfe, welches ein Pseudonym für eine kanadische Schriftstellerin ist, überzeugt von Anfang an durch ihre ruhige und flüssige Sprache. Sie verzichtet auch weitgehend auf reißerische Szenen und lässt hier der Phantasie ihrer Leser viel Raum.

Fazit: Ein eher ruhiger, aber absolut spannender Krimi mit einer unvorhersehbaren und komplexen Story.