Leseempfehlungen

Freitag, 23. August 2013

{Rezension} Golem und Dschin von Helene Wecker

Cover & Verlag: Hoffmann & Campe
Übersetzerin: Anette Gruber
Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
Genre: Historischer Roman / Märchen
ISBN: 978-3-455-40367-1
Erscheinungsdatum: 16. August 2013
Preis: 24,99 €




Lehm und Feuer

Im  Jahr 1899 kommt Chava in New York an. Allerdings ist sie kein Mensch, sondern ein Golem, erweckt auf der Überfahrt von Polen von ihrem Meister. Dieser starb jedoch auf dem Schiff und nun steht Chava alleine da.  Zufällig findet sie ein Rabbi, der sich ihrer annimmt und sofort erkennt, um welches Geschöpf es sich bei ihr handelt. Zur selben Zeit wird Ahmad aus seiner Flasche befreit, doch der Dschin ist durch ein Eisenband an seine menschliche Gestalt gebunden. Durch Zufall laufen sich eines Nachts Chava und Ahmad in den Straßen von New York über den Weg und erkennen das Besondere an dem Anderen sofort. Die Beiden freunden sich an, doch ein gefährlicher Feind ist dem Golem und dem Dschin bereits auf den Fersen.



In abwechselnden Handlungssträngen erzählt Helene Wecker das Leben vom Golem und dem Dschin in New York und wie Beide versuchen, ihre wahre Gestalt vor den Menschen geheim zu halten. Chava und Ahmad arrangieren sich mit ihrem Leben, doch glücklich sind sie nicht. Als Beide sich in einer kalten Winternacht begegnen, erkennen sie sofort ihre Seelenverwandtschaft und treffen endlich ein Geschöpf, mit dem sie über ihre wahren Gefühle sprechen können. Doch ihre gemeinsame Freundschaft wird schon bald auf eine harte Probe gestellt, selbst ihre Existenz ist bedroht, denn aus Polen reist ein Zauberer an, auf der Suche nach dem ewigen Leben und hierfür benötigt dieser Golem wie auch Dschin.

In diese beiden Handlungssträngen verbindet Helene Wecker noch zusätzliche Erzählstränge und so lernt man nicht nur nach und nach Chava und Ahmad näher kennen, sondern weitere Personen und deren Lebensgeschichte, welche mehr oder weniger mit dem Schicksal von Dschin und Golem verbunden sind. Die losen Fäden führen zum Ende hin zu einem logischen Ende, welches sich äußerst spannend entwickelt.


Doch bis dahin ist der Roman weder spannend noch gar als actionreich zu beschreiben. Dies störte mich jedoch absolut nicht, da die Geschichte sich äußerst rätselhaft und mystisch entwickelt. Man ahnt lange nicht, in welche Richtung sich der Roman entwickeln wird und zudem ist die Geschichte immer wieder durchsetzt mit tiefsinnigen Dialogen. Die Autorin greift in ihrem märchenhaften Roman die Legenden um die jüdischen Golem‘ wie auch die jüdische Kultur und Glauben auf, ebenso auch die arabischen Sagen um die Dschins und hat hieraus eine warmherzige, wunderschöne Geschichte geschaffen.

Zudem ist der Roman auch atmosphärisch dicht erzählt, wodurch man mühelos New York Ende des 19. Jahrhunderts mit den Fuhrwerken, Droschken und Gaslampen vor Augen hat, wie auch das jüdische Viertel und Little Syria. Entsprechend facettenreich und mit viel Liebe zum Detail sind die vielen, so unterschiedlichen Charaktere beschrieben. 



Fazit: Eine wunderschöne, märchenhafte Geschichte über einen Golem und einem Dschin in New York Ende des 19. Jahrhunderts.


Die Autorin (Quelle: Verlagsseite):
Helene Wecker wuchs in der Nähe von Chicago auf. Sie studierte Kreatives Schreiben an der Columbia University in New York. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter bei San Francisco. Golem und Dschinn ist ihr erster Roman.

Kommentare:

  1. Uih, davon habe ich auch schon viel gehört und bin jetzt noch neugieriger! DANKE für die Rezi!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. gerne, ist ein tolles Buch, kann es Dir nur empfehlen.
      LG Isabel

      Löschen