Leseempfehlungen

Mittwoch, 8. Dezember 2010

{Gewonnen} Buchpaket von vorablesen.de


Heute Abend war bei mir schon vorgezogene Weihnachten: Das BUCHPAKET von vorablesen.de kam nämlich - und das war wirklich ein Paket und die Freude riesengroß, als ich es ausgepackt hatte.


Folgende Bücher und Hörbücher waren darin:




Verräter wie wir von 
John le Carré -  
gelesen von Johannes Steck

 
Inhalt:
Dima ist die Seele der russischen Mafia. Seit seiner Zeit als Gefangener im Gulag hat er sich an ihre Spitze hochgearbeitet. Sein Spezialgebiet: Geldwäsche. Doch seine Tage sind gezählt. Er hat Feinde unter den mächtigen Weggefährten. Um das Überleben seiner Familie zu sichern, geht er einen Pakt mit dem Westen ein. Er bietet sein Wissen im Tausch gegen ein Leben in England. Die Briten willigen ein. Aber die Agenten stoßen auf einen bedrohlichen Widerstand. Der lange Arm der Mafia reicht bis weit in den Westen. Wie lange wird Dima seine russischen Freunde täuschen können? Verräter wie wir ist ein leidenschaftlicher Roman über die Korrumpierbarkeit des Westens und über die Zerbrechlichkeit der Demokratie.



Daniel Glattaucher 
"Der Karpfenstreit" - 
Die schönsten Weihnachtskrisen, 
gelesen von August Zirner

Inhalt:
Alle Jahre wieder: Weihnachten ist das Fest der Rituale. Und die haben es an sich, dass sie leicht ins Groteske umkippen... Unbestechlich, aber doch liebevoll charakterisiert Daniel Glattauer die unterschiedlichen Typen der Weihnachtsfeiernden. Dieses wunderbar ironische Weihnachtshandbuch zeigt, wie viel ihr Umgang mit dem Lichterfest über Menschen verrät. Ein intelligentes Adventsmitbringsel oder eine Weihnachtsbeigabe - auch für Weihnachtsskeptiker geeignet.



Der verlorene Sohn von Tommy Wieringa

Inhalt:
Ludwig lebt allein mit seiner Mutter, bis die beiden bei einem heftigen Sturm ihr Haus verlieren. Von nun an ist er heimatlos, auf der Suche nach seinem eigenen Platz im Leben. Schockiert über seine Mutter, die nach Amerika reist, um ihr früheres Leben als Pornodarstellerin wieder aufzunehmen, folgt er ihr und verdient sein Geld in Los Angeles als Barpianist. In zwei Nächten erzählt Ludwig einer Zufallsbekanntschaft die Geschichte seines rastlosen Lebens. Tommy Wieringa schreibt den Roman einer Generation: eine verrückte, extreme Lebensgeschichte über den Aufbruch eines jungen Mannes ins Ungewisse.



Ruhe nirgends von William Gay

Inhalt:
"William Gay wurde mit Faulkner und Cormac McCarthy verglichen. Zu Recht." Der Falter

"Knorrig, wuchernd, phantastisch: Beelzebub bei den Waltons." Der Stern über "Nächtliche Vorkommnisse"

1933. In einer regengepeitschten Nacht kommt es in Ackerman's Field tief in den Wäldern von Tennessee zu einem tödlichen Streit: Der aufrechte Nathan Whiner stellt den zwielichtigen Dallas Hardin zur Rede, der auf Whiners Grund und Boden illegal Schnaps brennt. Woraufhin Hardin ihn brutal ermordet.

1943. Ein junger Mann tritt in die Dienste Dallas Hardins ein. Dieser junge Mann ist Nathan Whiners Sohn. Er ahnt nicht, dass sein Arbeitgeber zugleich der Mörder seines Vaters ist. Doch es gibt einen Zeugen des Mordes, der ein äußerst makaberes Beweisstück aufbewahrt. Dieser Zeuge hat sich geschworen, sich nicht zu erkennen zu geben. Aber vor dem Bösen, das sich in Ackerman's Field eingenistet hat, kann sich niemand verstecken.

Wie schon in "Nächtliche Vorkommnisse" entführt William Gay seine Leser erneut in das Dickicht der Wälder, um die dunkleren Gefilden der menschlichen Seele auszuloten. In "Ruhe nirgends" erzählt er mit biblischer Wucht eine Geschichte von Mord und Vergeltung, wie sie so noch nicht zu lesen war: "Niemand gibt so unbestechlich Auskunft über die Schönheit und die Gewalt, die das menschliche Herz beherbergt, wie William Gay." (The New York Times)



Das Grab ist erst der Anfang 
von Kathy Reichs

Inhalt:
Nachtschwarz. Eiskalt. Atemlos. - Tempe Brennan jagt einen Mörder. Ihren eigenen.
Nachtschwärze, Eiseskälte, Grabesstille – als Tempe zu sich kommt, ringt sie in Todesangst nach Atem. An Händen und Füßen gefesselt liegt sie lebendig begraben an einem Ort, wo sie niemand rufen hört. Allmählich kehrt ihre Erinnerung an die letzten Stunden wieder …

Forensikerin Tempe Brennan ist es gewohnt, dass Mörder die Spuren ihrer Tat so zu verwischen versuchen, dass nicht einmal Expertinnen ihres Rangs sie aufzudecken vermögen. So ermittelt sie mit Detective Andrew Ryan im schneeverwehten Chicago gerade bei einer Reihe seltsamer Todesfälle: Drei Frauen wurden ermordet, alle auf grausame, aber verschiedene Weise. Es hat den Anschein, als gäbe es keine Verbindung zwischen den Morden. Bis Tempe schließlich doch die Handschrift eines Serienkillers erkennen kann. Umso schockierter ist sie, als man ihr vorwirft, sie habe eine Autopsie absichtlich manipuliert und ein Verbrechen vertuscht. Was Tempe nicht wissen kann: Ihre Arbeit wird sabotiert. Von jemandem, der sie um jeden Preis scheitern sehen will. Jemand aus ihren eigenen Reihen. Und so wird Tempe schon bald einen ganz besonderen Mörder jagen müssen: ihren eigenen.




Ich schmeiß alles hin und werd Prinzessin 
von Nilz Bokelberg & Silke Bolms

Die schrägsten Gruppen aus Facebook, Lokalisten und StudiVZ

Was tut man eigentlich auf den Social-Network-Seiten Facebook, Lokalisten oder Studi-VZ? Man gründet Gruppen! Mittlerweile gibt es Millionen davon. Die skurrilsten und witzigsten unter ihnen haben Nilz Bokelberg und Silke Bolms aufgespürt und kommentiert.



Novemberasche von Anja Jonuleit
Inhalt:
Die Rache einer Mutter
Friedrichshafen am Bodensee. Auf dem Friedhof wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Er wurde betäubt und erstickt. Kommissar Andreas Sommerkorn ermittelt. Zur gleichen Zeit wartet eine furchtbare Nachricht auf die Kunstmalerin Marie Glücklich. Erik, der Mann ihrer besten Freundin Paula, ist bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen. Der Fall wird als Selbstmord zu den Akten gelegt. Um das Seelenheil ihrer Freundin wiederherzustellen, beschließt Marie, auf eigene Faust zu ermitteln. Die beiden rätselhaften Todesfälle sind eng miteinander verwoben. Marie und Sommerkorn kommen sich nicht nur bei den Ermittlungen näher ...

Was für viele tolle Bücher und Hörbücher und ich bedanke mich noch einmal ganz herzlich beim vorablesen. Team für die Zusendung. 


Liebe Grüße
Isabel

{SuB-Zuwachs} Historische Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

heute hat sich mein SuB mal wieder besonders gefreut. Gab es doch reichlich Lesestoff, zum einem das gewonnene Buchpaket von vorablesen.de und dann gab es wieder tollen Lesenachschub vom Blanvalet Verlag, und zwar 

Die Rose von Salerno von Dagmar Trodler


Zum Inhalt:
Eine starke Frau in den Wirren der normannischen Zeit.
Detailgenau recherchiert und brillant erzählt – ein opulenter historischer Roman voller Spannung und Dramatik.
Um für ihren ertrunkenen Verlobten zu beten, pilgert Ima von Lindisfarne auf dem Pfad des heiligen Jakob nach Santiago. Das Schicksal jedoch weist ihr einen dornenreicheren Weg, als Aidan, der Bruder des Verstorbenen, dem raubeinigen Ritter Gérard nach Salerno folgt. Während sich die normannische Streitmacht darauf vorbereitet, Papst Gregor XII. zu befreien, schließt Ima sich einer Gauklertruppe an, um Aidan zurückzuholen. Bald brennt Rom – und Aidan stirbt in Imas Armen. Der mutigen jungen Frau bleibt nur noch die Reise nach Salerno, an der Seite von Gérard, der sich liebevoll um sie bemüht ...

Die Autorin:
Dagmar Trodler, 1965 geboren, arbeitete als Krankenschwester und studierte dann Geschichte und skandinavische Philologie in Saarbrücken, Aachen und Köln. Sie lebt in der Lüneburger Heide. Ihr letztes Buch „Die Totenfrau des Herzogs“ und ihre historische Roman-Trilogie „Die Waldgräfin“, „Freyas Töchter“ und „Die Tage des Raben“ sowie "Die Rose von Salerno" begeisterten Leser, Buchhändler und Rezensenten gleichermaßen.


Liebe Grüße
Isabel

Sonntag, 5. Dezember 2010

{Rezension} Könige der ersten Nacht von Bernhard Hennen

Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuchausgabe: 592 Seiten
ISBN: 3453533615 
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 09. November 2010
Preis: 9,99 €




Die Geschichte des schwarzen Mönchs

In einer kalten Januarnacht des Jahres 1189 sucht der Ritter und Sänger Hartmann von Ouwe eine Unterkunft für die Nacht. Diese findet er auf Gut Waldeck. Hartmann ist auf dem Weg nach Cölln, um im Dom am Dreikönigenschrein zu beten und sich anschließend einem Kreuzzug ins Heilige Land anzuschließen. Durch widrige Umstände lernt er in dieser Nacht den Gutsbesitzer Ingerimm von Waldeck kennen, dieser bietet ihm an, ihn nach Cölln zu begleiten. Noch in derselben Nacht machen die Beiden sich auf den Weg in die Stadt am Rhein und unterwegs erzählt der seltsame Ingerimm ihm die Geschichte über die Reliquien der Heiligen Drei Könige und wie diese vor rund 25 Jahren ihren Weg nach Cölln gefunden haben.

Im Jahr 1162 belagert Friedrich Barbarossa mit seiner Armee Mailand. Grund hierfür sind die Reliquien der Heiligen Drei Könige, die sein Fürsterzbischof Rainald von Dassel um jeden Preis in den Dom von Cölln bringen möchte. Nach einer langen Belagerung fällt Mailand und die Reliquien gehen in den Besitz von Friedrich Barbarossa über. Die Ritter Rother, Anno, Ludwig und Heinrich werden von Rainald von Dassel beauftragt, die Reliquien sicher nach Cölln zu bringen. Doch die Heiligen bergen ein Geheimnis und der Weg der Ritter führt sie in einer abenteuerlichen Reise von Konstantinopel ins Heilige Land bevor sie nach langen Jahren ihr Weg zurück nach Cölln führt. Aber auch hier ist ihr Schicksal noch nicht erfüllt.

Geschickt verbindet Bernhard Hennen in der vorliegenden Geschichte Fiktion und Fakten zu einem äußerst opulenten Roman um die Legende der Reliquien der Heiligen Drei Könige. Durch seinen bildgewaltigen Sprachstil gelingt es ihm fast augenblicklich, einen in das 12. Jahrhundert eintauchen zu lassen, bedingt ist dies auch durch die Benutzung vieler altdeutscher Begrifflichkeiten sowie einer sehr detailgenauen Zeichnung des damaligen Lebens.

Der historische Roman ist von Anfang an äußerst fesselnd umgesetzt und der Autor vermittelt einem sehr gekonnt die geschichtlichen Hintergründe ohne auch nur einmal langatmig zu werden, ganz im Gegenteil. Die Abenteuer der Ritter sind durchweg spannend beschrieben und immer wieder tauchen während des Lesens viele historische Persönlichkeiten auf, die geschickt in die Geschichte mit eingearbeitet wurden. So hat man schon bald das Gefühl, dass die Auffindung der Reliquien sich genau so abgespielt haben muss.

Seine Figuren, seien es die historischen wie auch die erfundenen, sind durchweg sehr detailreich und absolut glaubwürdig umgesetzt. So steht am Anfang der junge Knappe Rother, der seiner Meinung nach zu Unrecht zum Ritter geschlagen wird und sein Leben den Drei Weisen verschrieben hat. Dann gibt es den Ritter Anno, der auch nach vielen Jahren immer noch um seine verstorbene Frau trauert und um jeden Preis seine Tochter Carla an den Hof der Kaiserin bringen möchte. Der Dritte im Bunde ist der Lebemann Ludwig, der weder Frauen noch dem Alkohol aus dem Weg gehen kann. Und zum Schluss  Ritter Heinrich, welcher nur in der Hoffnung der Mission zugestimmt hat, dass er nach deren Erfolg aus dem Dienst des Fürsterzbischof entlassen wird und sich dem Templerorden anschließen kann.

Ja, und dann gibt es natürlich noch Hartmann von Ouwe und Ingerimm von Waldeck. Hartmann ist ein junger Ritter, der mehr auf sein Herz denn auf seinen Verstand hört und den Erzählungen des seltsamen, sein Gesicht hinter einer Maske versteckenden Ingerimm immer weniger Glauben schenkt, je mehr er von ihm über die Geschichte der Heiligen erfährt. Die sonderbarste und undurchsichtigste Figur des Romans ist Ingerimm selbst. Seine Identität bleibt einem bis zum Schluss ein Rätsel, welche er schlussendlich selbst löst.

Fazit: Ein opulenter, fesselnder und überaus spannend erzählter Roman, der geschickt historisch hinterlegte Fakten mit einer fiktiven Geschichte verwebt.

Samstag, 4. Dezember 2010

{SuB-Zuwachs} Spannende Buchpost

Hallo Ihr Lieben, 

und wieder hat mir unsere liebe Postbotin ein tolles Buch gebracht. Dieses Mal vom Heyne Verlag den Thriller

Der Geruch von Blut von Tom Piccirilli




 
"Piccirilli jagt ihnen einen Schauer nach dem anderen über den Rücken." 

 Das sagt zumindest die New York Times. Da bin ich mal gespannt!

Und hierum geht es:
Finn und sein Partner sind hartgesottene Cops. Bis der korrupte Ray sich mit der Mafia anlegt und Finn gezwungen ist, den Sohn von Mafiaboss Carlyle zu erschießen. Carlyle schickt daraufhin einen weiteren Killer, der Finns Frau Dani erschießt. Als Finn seine tote Frau finet, jagt er sich selbst ein Kugel in den Kopf und überlebt. Allerdings verliert er sein Augenlicht. Finn zieht sich in ein abgelegenes Mädcheninternat zurück, um seiner Vergangenheit zu entkommen.Doch dann findet er ein grausam zugerichtetes Mädchen auf einem Friedhof. Und mit dem Geruch von Blut erwachen auch die Erinnerungen und der Wunsch nach Rache zurück.

TOM PICCIRILLI lebt in Denver, Colorado, wo er neben dem Schreiben unmäßig viel Zeit damit verbringt, Trash-Kultfilme zu sehen sowie Hardboiled-Romane zu lesen. Er ist ein Fan des asiatischen Kinos, insbesondere von Horror- und Samuraistreifen. Außerdem geht er gern mit seinen Hunden in der Nachbarschaft spazieren. Tom Piccirilli ist der Autor von zwanzig Romanen, mit denen er viermal den Bram Stoker Award gewann und auch für den World Fantasy Award nominiert wurde. 

Mehr über den Autor und sein Werk unter: www. tompiccirilli.com 


Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Isabel

Freitag, 3. Dezember 2010

{Gewonnen} Ich bin eine Fleißbiene ....

... ja im Ernst! 


Vorablesen.de kürt einmal im Jahr Fleißbienen und Edelfedern und ich habe gewonnen ... jubel ... 


Hierüber freue mich natürlich riesig und auf diesem Weg auch noch ein ganzes dickes Dankeschön an das Vorablesen-Team.

Nun bekomme ich ein Buchpaket, auf das ich natürlich schon mächtig gespannt bin. Natürlich werde ich Euch dann genauestens informieren, um welche Bücher es sich handelt.


Ich wünsche Euch allen einen schönen, besinnlichen 2. Advent und ich tanze jetzt noch ein wenig durchs Wohnzimmer ... grins.

Liebe Grüße
Isabel

Donnerstag, 2. Dezember 2010

{SuB-Zuwachs} Spannende Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

heute lag mal wieder eine richtig freudige Überraschung vor der Haustür. Vom Goldmann Verlag habe ich den Krimi

 
Im Zeichen der Angst von Mika Bechtheim

als Rezensionsexemplar erhalten.


Und hierum geht es:
Sie ist bereit zu vergessen. Doch die Vergangenheit kehrt zurück ...

Horststätt, 1996: Die sechsjährige Johanna wird entführt und erstickt in ihrem Versteck. Aufgrund fragwürdiger Indizien muss ihre Mutter Clara später für den Mord an dem vermeintlichen Entführer ins Gefängnis.

Hamburg, 2009: Nach ihrer Entlassung hat sich Clara mit ihrer zweiten Tochter Josey ein neues Leben aufgebaut. Die Vergangenheit will sie ein für allemal vergessen. Doch dann wird ihre Mutter ermordet, die seit dem Mauerfall spurlos verschwunden war. Für die Polizei wird Clara schnell zur Verdächtigen. Kurz darauf wird Josey bedroht, und der Albtraum scheint sich zu wiederholen …


Die Autorin:
Mika Bechtheim, Jg. 1955, wuchs in der DDR auf, studierte dort Germanistik und arbeitete als Lektorin, bevor sie 1985 mit ihrem Sohn ausreiste. Als Journalistin schrieb sie seit Ende der achtziger Jahre für namhafte Publikumszeitschriften zahllose Buch- und Filmrezensionen und arbeitete jahrelang als Ressortleiterin und Textchefin. Sie lebt mit einer Katze, zwei Turmfalken und drei Schafen auf einem ehemaligen Gutsgelände in der Nähe von Hamburg.

Liebe Grüße
Isabel

{Rezension} Der Herzsammler von Inger Ash Wolfe

Übersetzer: Fred Kinzel
Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
Genre: Amerikanischer Krimi
ISBN: 3442370698
Erscheinungsdatum: 12. April 2010
Preis: 8,95 €


Mord als Fortsetzungsroman
        
In einem kleinen Ort in Kanada wird im nahegelegenen See eine Schaufensterpuppe ohne Kopf gefunden. Das Merkwürdige an der Sache. Genau diese Szene wurde in der aktuellen Tageszeitung in einem Fortsetzungskrimi beschrieben, nur war es hier eine echte Leiche. Polizeichefin Hazel Micallef und ihr Kollege James Wingate vermuten mehr hinter der Sache und beginnen ihre Ermittlungen. Als Wingate auf der Schaufensterpuppe eine mehrstellige Nummer entdeckt, dauert es nicht mehr lange, bis er sie mit einer Internetseite in Verbindung bringt. Was die Polizisten dort zu sehen bekommen, lässt sie das Schlimmste befürchten.

Hazel Micallef ist erst vor kurzem am Rücken operiert worden, verkriecht sich im Haus ihres Exmannes und bedauert sich selbst. Da die Arbeit des Polizeichefs von Port Dundas sich eher ruhig gestaltet, kann sie auch mühelos das bisschen Arbeit von zu Hause bewerkstelligen. Als jedoch die Schaufensterpuppe im See gefunden wird, erwacht ihr kriminalistisches Gespür und die Schmerzen sind vergessen, auch dank starker Schmerzmittel.

Die Ermittlungen gestalten sich anfangs extrem schwierig, da Zeugen spurlos verschwinden, tagelang telefonisch nicht erreichbar sind und die Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen sich ebenfalls als äußerst schwierig herausstellt. So plätschert der Fall zunächst ohne ersichtliche Ermittlungsansätze dahin, zumal für Hazel auch noch einige innerdienstliche Probleme auftreten und sie mehr und mehr mit einer beginnenden Tablettensucht zu kämpfen hat. Hinzu kommt aber auch noch ihre prekäre private Situation. Da sie wegen der Operation anfangs auf Hilfe angewiesen ist, zieht sie zu ihrem Ex-Mann und dessen Frau Glynnis, welche sie während der Genesungsphase pflegt und bei denen sie auch weiterhin noch wohnt.

So passiert anfangs noch nicht so viel in dem Krimi und man lernt erst einmal ein wenig die ganzen Mitwirkenden kennen. Doch fast wie aus dem Nichts kommt Spannung auf, der Fall nimmt eine überraschende, wenn auch nicht ganz neue Wendung und erstaunt einen ab da ständig. Anfangs sind absolut keine Zusammenhänge zwischen den Mitwirkenden zu erkennen und als man dann endlich meint, diese nun herstellen zu können, lässt die Autorin die Story wieder in eine andere Richtung laufen. Somit ist die Spannung bis zum Schluss auf sehr hohem Niveau und die letztendliche Lösung des Falls absolut überraschend und so logisch umgesetzt, dass man sich wundert, nicht selbst früher darauf gekommen zu sein.

Auffällig ist, dass es viel Kompetenzgerangel zwischen den einzelnen Zuständigkeitsbereichen gibt. So hat man ständig den Eindruck, dass jede Dienststelle ihr eigenes Süppchen kocht und mit kollegialer Unterstützung ist es auch nicht immer weit her. So werden Hazel und Wingate mehr als einmal ziemlich massiv bei ihren Ermittlungen ausgebremst, doch hiervon lässt sich die versierte Hazel nicht beeindrucken und so geht sie einfach ein paar etwas unkonventionelle und auch makabre Wege, um ihr Ziel zu erreichen.

Anfangs tat ich mir ein wenig schwer mit dem Charakter von Hazel, denn ihre schroffe, burschikose Art macht sie nicht gerade sympathisch und lässt sie sehr hartherzig erscheinen. Doch so nach und nach merkt man, dass sie ihr Herz auf dem rechten Fleck hat, sich sehr für ihre Mitarbeiter einsetzt und eigentlich nur das Problem hat, ihre Gefühle Menschen gegenüber zu zeigen, die ihr wirklich etwas bedeuten. Dies merkt man deutlich in mehreren Szenen mit ihrer jüngsten Tochter Martha wie auch bei ihrem jungen Kollegen James Wingate, der erst seit kurzer Zeit von Toronto in das beschauliche Städtchen gezogen ist. Entgegen der 62-jährigen Hazel ist er sehr warmherzig und man merkt auch schnell, dass irgendetwas in Toronto vorgefallen sein muss, was in nach Port Dundas getrieben hat. Zur Mitte des Krimis hin erfährt man auch mehr Einzelheiten hierzu.

Die weiteren Charaktere sind sauber herausgearbeitet und detailreich beschrieben, doch irgendwie wird man bei ihnen das Gefühl nicht los, über sie noch nicht alles erfahren zu haben und somit wirken sie lange Zeit sehr undurchsichtig. Dies kommt der Spannung natürlich nur zugute.

Der Schreibstil von Inger Ash Wolfe, welches ein Pseudonym für eine kanadische Schriftstellerin ist, überzeugt von Anfang an durch ihre ruhige und flüssige Sprache. Sie verzichtet auch weitgehend auf reißerische Szenen und lässt hier der Phantasie ihrer Leser viel Raum.

Fazit: Ein eher ruhiger, aber absolut spannender Krimi mit einer unvorhersehbaren und komplexen Story.

Montag, 29. November 2010

{Rezension} Schön tot - Ein Wien-Krimi von Edith Kneifl

Verlag: Haymon Verlag
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Genre: Krimi deutsche Nachbarländer / Österreich
ISBN: 3852186102
Erscheinungsdatum: 09. November 2009
Preis: 17,90 €




Krimi in 5 Akten

Katharina Kafka ist Kellnerin im Café Cuadro im Margaretenviertel, dem 5. Bezirk von Wien. Frühmorgens ist sie Zeugin einer Gasexplosion, bei der eine junge Serbin ums Leben kommt. Kurz darauf findet sie ihren Freund Orlando blutend auf einer Toilette. Der Transvestit ist scheinbar knapp einem Mordanschlag entkommen. Als Orlando ihr dann noch erzählt, dass er im wahrsten Sinne des Wortes kürzlich über die Leiche einer jungen Frau gestolpert ist, wähnen Orlando und Katharina einen Serienmörder in Magareten. Die Neugier ist geweckt und ab sofort begeben sich die Beiden auf Spurensuche in ihrem Bezirk.

Das vorliegende Buch ist definitiv kein Psychothriller, sondern mehr ein Krimi mit sehr viel Lokalkolorit. Das Hauptaugenmerk liegt weniger bei den Ermittlungen, sondern ganz eindeutig beim Magaretenviertel selbst. Dies schildert Edith Kneifl sehr ausführlich, farbenfroh und äußerst unterhaltsam mit seinen Kneipen, Gasthäusern und auch den Menschen, die in dem Viertel leben. Hier kennt man sich, was Katharina bei ihren Nachforschungen sehr zur Hilfe kommt.

Katharina ist eine Frau kurz vor den 40, sehr sprunghaft und lebensfroh. Bedingt wahrscheinlich durch ihre Roma-Wurzeln hält es sie nie lange an einem Ort und so kehrte sie nach einigen Jahren in den USA und Frankreich wieder zurück in den 5. Wiener Bezirk, in dem sie aufgewachsen ist. Doch auch jetzt ist sie wieder am überlegen, zumindest ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Doch diese Überlegungen geraten ins Hintertreffen als sie von den Morden erfährt. Durch ihre Aufgeschlossenheit knüpft sie schnell Kontakte und viele Menschen kennt sie auch noch aus ihrer Kindheit, sodass sie bald einiges über die Mordopfer erfährt. Tatkräftig zur Seite steht ihr Orlando. Der junge Mann erfüllt voll und ganz das Klischee eines Transvestiten: Orlando zelebriert sein Sissi-Image, welches Katharina ihm unbedingt abgewöhnen will; zickt liebend gern herum; ist in einem Moment himmelhochjauchzend und ganz schrecklich und unsterblich verliebt, nur um sich im nächsten Moment umbringen zu wollen und zudem liebt er theatralische Auftritte.

Nach dem Überfall auf ihn nistet sich Orlando bei Katharina in deren Wohnung ein und verursacht das absolute Chaos: Sein Handtuchbedarf ist grenzenlos, seine Besuche auf Pornoseiten setzt Katharinas Laptop außer Betrieb und bringt sie hierdurch - und mit seinem ganzen Verhalten sowieso - an den Rand der Verzweiflung. Aber gerade diese übertriebene Darstellung des Charakters macht ihn für einen sofort liebenswert und auch Katharina gelingt es nicht, Orlando lange böse zu sein. So akzeptiert sie seine Schrulligkeit und macht das Beste daraus.

Edith Kneifl lässt Katharina selbst den Krimi erzählen und dies auf sehr warmherzige, humoristische Weise. Hierdurch lernt man sie sehr schnell kennen und ihre offenherzige, freche Art macht sie einen sofort sympathisch. Da die rothaarige Katharina eine Romni und stolz hierauf ist, erfährt man so auch noch ganz nebenbei einiges über das Leben der Roma kennen. Zusätzlich sind die Beschreibungen des 5. Bezirks so liebenswert und unterhaltsam gehalten, dass in einem schon bald der Wunsch erwacht, dass Viertel mit eigenen Augen kennen zu lernen.

Somit ist der Krimi an sich eigentlich nur Nebensache, allerdings stört dies auch nicht sonderlich, da Edith Kneifl es trotzdem versteht, durchweg eine gewisse Spannung aufzubauen und somit die Neugier auf die Lösung des Falls aufrecht zu erhalten. Allerdings kam für mich das Ende dann doch etwas plötzlich und ließ auch einige Fragen unbeantwortet.

Alles in allem eine unterhaltsame Hommage an das Magaretenviertel in Wien und seine Bewohner, bei dem der Krimi eher nur Nebenschauplatz ist. 

{Rezension} Das Gebeinhaus von P. J. Parrish

Übersetzer: Charlotte Breuer, Norbert Möllemann
Taschenbuchausgabe: 576 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 3426501074
Erscheinungsdatum: 01. September 2009
Preis: 8,95 €


Jemandes Tochter

In dem beschaulichen Städtchen Echo Bay / Michigan ist es mit der Ruhe vorbei, als Jungs beim Spielen Menschenknochen im Wald finden. Eine großangelegte Suche fördert immer mehr Knochen zutage, sodass schon bald von einem Serienmörder ausgegangen werden muss. Während der Suche findet die junge Polizistin Joe Frye an den Bäumen in der Nähe seltsame Baumzeichnungen. Besteht hier ein Zusammenhang? Und wenn ja, welchen Bezug hat der Serienmörder zu indianischen Mythen, denn die Baumzeichnungen sind eindeutig indianischen Ursprungs.

Joe Frye ist erst seit einigen Monaten Polizistin und wird von den Ermittlungen anfangs ziemlich ausgegrenzt. Zumal Detective Mack, der leitende Ermittler, der festen Überzeugung ist, dass es sich bei den Knochenfunden um die sterblichen Überreste von Annabel Chapel handelt, die vor mehreren Jahren spurlos verschwunden ist. Mack kann bis heute nicht verwinden, dass er den Fall damals nicht lösen konnte und setzt jetzt alles daran zu beweisen, Annabel gefunden zu haben. Doch Joe fallen Ungereimtheiten auf und schnell kann sie beweisen, dass es sich um mehr als einen Mord handeln muss. Da jedoch der Thriller Mitte der 1970er Jahre spielt und Polizistinnen damals noch einen schweren Stand hatten, wird sie von ihren Kollegen anfangs nicht ernst genommen. So ermittelt sie erst einmal auf eigene Faust bis Detective Rafsky von der Staatspolizei zu dem Fall hinzugezogen wird.

Rafsky erkennt Joes ermittlerisches Potential und schenkt auch ihren Vermutungen um den Windigo glauben. Dies ist ein Wesen, welches in besonders kalten Wintermonaten von Menschen Besitz ergreift, um sie dazu zu bringen, Menschenfleisch zu essen. Joe ist davon überzeugt, dass der Serienmörder sich für einen Windigo hält, da bisher nur Knochenfragmente gefunden werden konnten und die indianischen Baumzeichnungen ebenfalls darauf hindeuten.

Das Autorenpaar P.J. Parrish, bei dem es sich um die Schwestern Kelly Nichols und Kris Montee handelt, halten sich nicht mit viel Vorgeplänkel auf, sondern steigen gleich mit den ersten Knochenfunden in den Thriller ein. Hierdurch ist Spannung schon mal garantiert, zumal sich anfangs absolut keine Spuren finden lassen, wer diese Morde begangen hat, noch welches Motiv dahinter steckt.

Immer wieder lässt das Autorenduo auch den Mörder zu Wort kommen, allerdings weiß man bis zur Mitte des Thrillers nicht, um wen es sich hierbei handelt. Als seine Identität für den Leser bekannt wird, entwickelt sich der Thriller zu einem rasanten Katz-und-Maus-Spiel zwischen Täter und Polizei, wobei der Serienmörder den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist. Nach und nach erfährt man auch die Beweggründe sowie die Art, wie der Mörder seine Opfer tötet bis der Thriller dann mit einem äußerst spannenden Ende in den winterlichen Wäldern rund um Echo Bay schlüssig aufgelöst wird.

Fazit: Ein spannender Thriller mit einer sympathischen Protagonistin und einer fesselnden Story.

Donnerstag, 25. November 2010

{Sub-Zuwachs} Spannende, literarishe und historische Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

diese Woche hat mir der Briefträger wieder viele schöne Bücher gebracht und somit ist mal wieder für ausreichend Lesestoff gesorgt.

Zum einen hat mir der Haymon Verlag  aus Innsbruck wieder vier Bücher österreichischer Autoren zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich um:



Schön tot - 
Ein Wien-Krimi von Edith Kneifl


Inhalt:
Eine hübsche Frau wird grausam getötet, eine junge Serbin kommt bei einer mysteriösen Gasexplosion ums Leben, eine dritte, die eigentlich keine Frau ist, entgeht dem Tod nur knapp. Dann schlägt der Serienkiller noch ein weiteres Mal zu ... Die rothaarige Romni Katharina Kafka, Kellnerin in einem Margaretner Café, verfolgt die Morde in ihrem Stadtviertel mehr mit Neugier als mit Schrecken. Doch als der geheimnisvolle Täter dann auch sie ins Visier zu nehmen scheint, nimmt sie selbst die Fährte auf. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem exaltierten Transvestiten Orlando, verfolgt sie die Spuren des Täters quer durch Margareten. Immer enger wird der Kreis der Verdächtigen, die eines mit Sicherheit nicht sind: die üblichen … Vor dem lebendigen Hintergrund des Wiener „Grätzels“ Margareten legt Edith Kneifl einen Großstadtkrimi der besonderen Art vor: Ein spannender Psychothriller, garniert mit dem liebevoll ausgeschmückten Flair des Viertels rund um das Schlossquadrat und gewürzt mit einer guten Prise schwarzem Wiener Humor. 



Die Reise zum Horizont - 
Eine Novelle von Jürg Amann


Kurzbeschreibung: 
Vor dem realen Hintergrund des Absturzes der Fuerza Aerea five seven one in den 1970er-Jahren gestaltet Jürg Amann seine Menschheitsparabel als Gleichnis von Leben und Tod jenseits von Moral und Tabu: Ein Flugzeugabsturz mitten in der Gletscherwüste der Anden, damit beginnt es. Was folgt, ist der Lebens- und Überlebenskampf derer, die der Hölle scheinbar entkommen sind, die dem Wrack der Unglücksmaschine wenigstens körperlich heil entsteigen. Sie kämpfen miteinander, gegeneinander, die einen auf Kosten der anderen. Wovon sollen sie sich ernähren, in der unbarmherzigen Höhe und Kälte des ewigen Eises, bevor die Suchmannschaften sie finden? Falls die sie überhaupt finden? Wie weit kann, wie weit darf der Mensch gehen, um dabei Mensch zu bleiben? Wo verläuft der menschliche Horizont? Und wo bleibt dabei die Liebe?



Ohnmachtspiele - Ein Kriminalroman 
von Georg Haderer




Und darum gehts:

Georg Haderers zweiter Schäfer-Krimi ein fesselndes Spiel mit Wahn und Wirklichkeit:

Nebel, Kälte, Innenpolitik als ob Major Schäfer nicht schon genug mit seinen Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen hätte, treten ihm auch noch der Wiener November und ein reformwütiger Innenminister in die Rippen. Wie soll Schäfer unter diesen Bedingungen arbeiten zumal in der Gerichtsmedizin neben zwei ertrunkenen Frauen auch noch die mumifizierte Leiche eines Drogensüchtigen liegt. Unfall, Unfall, Überdosis, so soll es in den Ermittlungsakten stehen, wenn es nach dem Polizeipräsidenten geht nur keine überflüssigen Ermittlungen. Doch dass nicht nur mit dem toten Junkie etwas faul ist, steht für den sturen Schäfer fest. Bei seinen Untersuchungen entdeckt er Zusammenhänge, die auf einen Serientäter schließen lassen, der sich seine Opfer nach dem Schema eines Kartenspiels aussucht. Mit seiner Theorie steht Schäfer innerhalb der Polizei weitgehend alleine da was ihn aber nicht daran hindert, mit seinen Ermittlungen in die Offensive zu gehen

Atemberaubende Spannung, rabiate Gesellschaftsanalyse und durchgeknallte Komik Georg Haderers neuer Krimi zeichnet mit Nachdruck das Bild eines unmenschlichen Systems, das sich nur mehr an Quoten und Machterhalt orientiert. 



Und zu guter Letzt das Lesedrama  
"Dunkelstein" von 
Robert Schindel  
mit folgendem Inhalt:

Als sich Saul Dunkelstein als Leiter der Auswanderungsabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde in den Dienst der Nazis stellt, sind seine Tischgenossen in den Wiener Kaffeehäusern zunächst empört. Das Verdienst des Rabbiners ist zwiespältig. Aus Sicht der Nazis sorgt er für eine reibungslose Deportation der Juden nach Osten, in seinen Augen aber drängt er sie zur raschen Emigration und setzt damit lebensrettende Maßnahmen bleibt die alles entscheidende Frage: Paktiert Dunkelstein mit den Nazis oder hat er sich zugunsten der jüdischen Gemeinde mit ihnen arrangiert?

Robert Schindel überlässt die Beantwortung dieser Frage dem Publikum. Ausgewogen, aber mit Vehemenz stellt er den Rabbiner in einem ausweglosen historischen Dilemma dar. Partei ergreift Schindel höchstens für die Judenräte, zu jener Zeit Instanzen der Ohnmacht, die jeden Augenblick unter Lebensgefahr zwischen Pest und Cholera zu entscheiden hatten.


Dann lag am Donnerstag noch eine kleine, aber feine Büchersendung vor der Haustür. Geschickt hat mir der Blanvalet Verlag folgendes Buch:

Der Herzsammler von Inger Ash Wolfe


Inhalt:
Hazel Micallef, Polizeichefin in einem kleinen Ort in Kanada, erinnert sich an das, was sie soeben mit eigenen Augen sieht, nur zu gut – eine Leiche, die aus dem Wasser geborgen wird. In allen Details hat sie zum Frühstück in der Lokalzeitung davon gelesen: in einer Fortsetzungsgeschichte. Im ersten Kapitel. Allein der Autor weiß, wie es weitergeht. Doch wer ist dieser Autor? Und warum verschwindet plötzlich ein Zeuge nach dem anderen spurlos von der Bildfläche?

Ausgezeichnet als "die" Krimi-Entdeckung Kanadas: Hazel Micallef ermittelt.


Nachtrag:
Und um die Woche noch perfekt in Sachen Bücher abzurunden, kam am Samstag vom Heyne Verlag folgendes Buch:


Das große historische Epos von Bestsellerautor

Bernhard Hennen
Könige der ersten Nacht

Hier die Kurzbeschreibung zu dem historischen Roman:
Mailand 1162: Nach fast einjähriger Belagerung erobern die Kreuzritter Kaiser Friedrichs I. die Stadt und erbeuten einen der kostbarsten Schätze der Christenheit: die Gebeine der Weisen aus dem Morgenland. Sie sollen Köln zu einem mächtigen Pilgerort machen. Erzbischof Rainald von Dassel wähnt sich am Ziel seiner Wünsche, da macht er eine ungeheuerliche Entdeckung. In einer dunklen Nacht werden vier Ritter ausgesandt, um einem Geheimnis nachzuspüren, das den Lauf der Welt für immer verändern könnte.

Somit ist für die nächsten Wochen wieder einmal genügend Lesestoff vorhanden und meine entsprechenden Rezensionen erscheinen dann natürlich wieder hier auf meinem Blog.



Liebe Grüße
Isabel

{Rezension} Die Landkarte der Zeit von Félix J. Palma

Übersetzer: Willi Zurbrüggen
Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
Genre: Historischer Roman
ISBN: 3463405776
Erscheinungsdatum: 17. September 2010
Preis: 24,95 €

Eine wundervolle Reise durch die Zeit

London, 1888: Der wohlhabende Andrew Harrington ist verzweifelt. Seine große Liebe Mary Kelley wurde von Jack the Ripper ermordet. Er verliert jeglichen Lebensmut und nach acht Jahren Trauer und Verzweiflung hat er nur noch einen Wunsch: selbst zu sterben, um mit Mary Kelley wieder vereint zu sein. Sein Cousin und bester Freund Charles Winslow kann sich dies nicht mehr länger mit ansehen. Als er von Murrays Zeitreisen erfährt, der gutsituierten Londoner Bürgern eine Reise ins Jahr 2000 anbietet, kommt ihm eine Idee. Wenn man in die Zukunft reisen kann, warum auch nicht in die Vergangenheit.

Dies ist nur eine von vielen kleinen und großen Geschichten, welche Felix J. Palma in seinem fantastischen Roman erzählt. Dreh- und Angelpunkt des Buches sind H. G. Wells und das Unternehmen „Murrays Zeitreisen“ in Person von Gilliam Murray, hier laufen alle Fäden zusammen. Man lernt Bram Stoker und Henry James kennen, Jack the Ripper spielt eine entscheidende Rolle, man reist in der Geschichte durch die Jahrhunderte und erfährt viel über das Leben des Schriftstellers H. G. Wells und seinem Buch „Die Zeitmaschine“. Eigentlich kann man das ganze Buch als eine wunderbare Huldigung an den Schriftsteller verstehen.

Felix J. Palma schreibt in einem Stil, der absolut verzaubert. Scheinbar mühelos verwebt er eine Geschichte mit der anderen, klingt sich immer mal wieder selbst in die Geschichte ein und verleiht seinen Protagonisten fast augenblicklich Konturen, sodass sie für einen sofort vorstellbar werden. Man ist von seinen Erzählungen von Anfang an absolut gefesselt, immer wieder baut er überraschende Wendungen in die Geschichte ein und wird nie langatmig in seinen Erzählungen, die man als poetisch bezeichnen kann. Und mehr als einmal blitzt auch seine humoristische Ader hervor.

Richtig in ein Genre kann man seinen Roman nur schwer einordnen. Zum einen ist er natürlich ein historischer Roman, der zum Ende des 19. Jahrhunderts spielt und wunderbar die Stimmung der damaligen Zeit einfängt. Die Welt steht am Anfang der Industrialisierung, alles scheint möglich zu sein und einige Menschen sind sogar der Meinung, dass bereits alles erfunden und alles entdeckt ist. Zum anderen ist es aber auch ein Science-Fiction-Roman, der mit einem durch die Zeit reist und hier bietet der Autor auch eine plausible Art der Zeitreise an.

Ja, und dann ist es auch ein Krimi, denn die Ripper-Morde in Whitechapel spielen während des Romans eine zentrale Rolle und wenn man etwas genauer liest, stellt man auch fest, dass hier etwas nicht so ganz stimmen kann. Um was es sich dabei handelt, wird an dieser Stelle nicht verraten, diese Unstimmigkeit wird aber zum Ende des Buches schlüssig erklärt. Und schließlich ist es auch ein Liebesroman, denn Felix J. Palma zeigt auf, dass die Liebe im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos ist, genauso wie die Fantasie der Menschen keine Grenzen kennt.

Fazit: Ein Buch, das von der ersten Seite an verzaubert und seine Leser auf eine wundervolle Reise durch die Zeit mitnimmt.

Mittwoch, 24. November 2010

{Leseeindruck} Der gefrorene Rabbi von Steve Stern

Übersetzer: Friedrich Mader
ISBN: 3896674366 
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Erscheinungsdatum: 10. Januar 2011
Preis: 21,95 €



Rabbi im Eis

Um seine erotischen Phantasien auszuleben, ist der junge Bernie in der heimischen Kühltruhe auf der Suche nach einem Stück Leber als er in den Tiefen der Kühltruhe eine etwas merkwürdig anmutende Person entdeckt. Als er sich beim Essen endlich dazu durchringt, seine Eltern darauf anzusprechen, erklären ihm diese ganz selbstverständlich, dass es  sich hierbei um den familieneigenen Rabbi handelt. Eine Art Familientradition väterlicherseits. Bernies Großvater hatte alle Einzelheiten zum Rabbi in einer Kladde notiert, das Ganze hat nur ein Problem: Das Buch ist in Jiddisch, welches keiner in der Familie mehr beherrscht.

Anschließend macht die Geschichte einen Zeitsprung und erzählt über die Jahre 1889 – 1890. Rabbi Elieser ben Zephir ist ein Heiliger Mann, der oft meditiert, den Talmud wie kein Anderer beherrscht und während einer seiner Meditationen spurlos verschwindet. Seine Jünger suchen vergeblich nach ihm. Bis zum Winter bleibt er verschwunden, dann entdecken Josl und sein Sohn Salo den Rabbi, eingefroren im See.

Die Geschichte der Gegenwart mutet schon fast skurril an. Als wenn es absolut selbstverständlich wäre, dass eine Familie natürlich den hauseigenen Familienrabbi in der Tiefkühltruhe aufbewahrt. Bernies Vater reagiert wie selbstverständlich, seine Mutter ist eher peinlich berührt und Bernies große Schwester Madeline ist eigentlich die Einzige, die ansatzweise normal  - sprich entsetzt - auf die Neuigkeit reagiert. Diese Szene hat Steve Stern wirklich sehr unterhaltsam wiedergegeben und dieser Teil bringt einen immer mal wieder zum Schmunzeln.

Bei der Geschichte der Vergangenheit sieht die Sache dann schon wieder ein wenig anders aus. Hier sind die Jünger des Rabbi entsetzt, betroffen und völlig aufgelöst, als ihr Rabbi vom Meditieren nicht zurückgekehrt und sie nirgends eine Spur von ihm entdecken können.  Bis, ja bis Josl und Salo im folgenden Winter zum Eisbrechen an den See aufbrechen und den Rabbi im Eis finden. Dieser Teil der Geschichte ist mit vielen jiddischen Begriffen durchsetzt, die jedoch sofort erklärt werden, was beim Lesen nicht stört. Eher das Gegenteil ist der Fall, kann man sich so doch besser in die damalige Zeit hineinversetzen.

Gleichzeitig erfährt man auch einiges über das jüdische Leben des 19. Jahrhunderts, was unterhaltsam  und vor allem informativ und gut in die Geschichte mit eingebaut ist. Steve Sterns Schreibstil wirkt stellenweise humoristisch, ist jederzeit fesselnd und unterhaltsam. Die Idee der Story ist wirklich mal etwas Neues und die Leseprobe verspricht eine Geschichte der etwas anderen Art, die neugierig macht.