Leseempfehlungen

Montag, 20. September 2010

{Leseeindruck} Böse Dinge geschehen von Harry Dolan

Verlag: dtv Verlag
Übersetzer: Martin Ruben Becker
Taschenbuchausgabe:  380 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 3423248122
Erscheinungsdatum: 01. November 2010
Preis: 14,90 €




Ein scheinbar nicht beabsichtigter Mord

David Loogan ist im Baumarkt unterwegs, einen Spaten zu kaufen. Schließlich benötigt man diesen, wenn man eine Leiche vergraben will.

Rückblick: Eigentlich ist David ja ein ganz normaler 38-jähriger Mann. Er lebt im Städtchen Ann Arbor in einem kleinen, gemieteten Häuschen, trinkt mittags beim Zeitung lesen seinen Kaffee und sieht sich gerne Filme an. Durch einen Bericht in einer Zeitung kommt ihm die Idee für eine Geschichte und so versucht er sich daran. Als der Plot zu seiner Zufriedenheit ist, gibt er das Manuskript beim Zeitungsverlag „Gray Streets“ ab. Doch die Geschichte lässt ihn keine Ruhe und so schreibt er die Geschichte immer wieder um, nur um diese ein zweites Mal bei der Zeitungsredaktion abzugeben. Als er nunmehr seine dritte Version anonym abgeben will, wird er vom Chef der Zeitung, Tom Kristoll, überrascht, der ihn vom Fleck weg als Lektor engagiert.

Den Sommer über wird Loogan immer mal wieder von Kristoll eingeladen und bei einer dieser Einladungen lernt er auch dessen Frau kennen. Schnell beginnen die Beiden eine Affäre, welche sie vor Tom geheim halten. Der Sommer geht ins Land und im Herbst kommt dann ein Anruf von seinem Chef, der ihn letztendlich veranlasst, einen Spaten zu kaufen.

Kristoll hat angeblich in Notwehr einen Einbrecher erschlagen und dieser muss weg. Die Polizei einzuschalten, kommt für ihn nicht in Frage. Sehr souverän geht Loogan mit der Tatsache wie auch mit der Leiche um, was einen vermuten lässt, dass es sich bei dem Einbrecher nicht um den ersten Toten handelt, den er sieht. Und überraschend ist auch, wie schnell sich Kristoll auf diese Situation einstellt und beim Vergraben der Leiche die Führung übernimmt. Das ganze wirkt ziemlich abgeklärt und routiniert.

Der Schreibstil von Harry Dolan ist leicht ironisch, sehr locker und unterhaltsam, wobei es ihm mühelos gelingt, seinen Protagonisten David Loogan äußerst mysteriös erscheinen zu lassen. So weiß man nichts über dessen bisheriges Leben und auch die Nachfragen von Kristoll sind so gelegt, dass man nicht sicher sein kann, ob Loogan ihm nun die Wahrheit sagt. Das einzige, was man aus seinen Schilderungen schließen kann ist, dass Loogan gut schreiben kann, anscheinend über genug Geld verfügt, um eigentlich nicht arbeiten zu müssen, alleine lebt und David Loogan ganz offensichtlich nicht sein richtiger Name ist.

Dies alles macht ihn für den Leser logischerweise sehr interessant und man wird neugierig darauf, wie sich die Geschichte und der Protagonist weiter entwickeln werden.



{Rezension} Hänschen Klein von Andreas Winkelmann


Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
ISBN: 978-3442471256
Genre: Deutscher Thriller
Erscheinungsdatum: 11. Januar 2010
Preis: 8,95 €


Hänschen klein, ging allein …

… in die weite Welt hinein.

Sebastian Schneider, ein junger Anwalt, der zusammen mit seinen Eltern auf dem einsam gelegenen Schneider-Hof lebt und dort Haflinger züchtet, erhält eines Tages einen merkwürdigen Brief. Auf violetten Papier ist das alte Kinderlied „Hänschen klein“ geschrieben samt dem Hinweis, dass er und die Briefschreiberin bald wieder vereint wären. Sebastian tut diesen Brief als fehlgeleiteten Liebesbrief ab und schenkt ihm weiter keine Beachtung mehr. Ganz im Gegensatz zu seinen Eltern. Doch schon bald muss Sebastian feststellen, dass die Absenderin des Briefes es auf die Menschen in seinem Leben abgesehen hat, die ihm besonders wichtig sind und es sollte auch nicht der letzte Brief gewesen sein.

Andreas Winkelmann lässt im vorliegenden Thriller auch die Mörderin zu Wort kommen und schnell stellt man Zusammenhänge zwischen dem Prolog und der eigentlichen Geschichte her, die sich zentral um Sebastian Schneider dreht. Sebastian ist ein junger Anwalt, der mit seinem ersten Mordfall konfrontiert wird, bei Gewitter Angst hat und bei Stress und vor allem nachts Asthmaanfälle bekommt. Ansonsten mit Freude seinen Eltern auf dem Hof hilft und durch einen rasanten Zusammenstoß frisch verliebt ist. Alles in allem ein sehr sympathischer, aufgeschlossener junger Mann, der während des Lesens schnell Konturen annimmt.

Der Erzählstrang rund um die Mörderin ist äußerst düster, ja fast schon beklemmend gehalten und ihre Gefühllosigkeit erschreckend plastisch dargestellt. Für die Mörderin sind Menschen entweder nur Mittel zum Zweck und werden, wenn sie nicht funktionieren, einfach beseitigt oder aber sie stehen ihrem Ziel im Weg und müssen deswegen sterben. Und hier wird sie regelrecht zur Rachefurie, wobei diese Szenen recht ausführlich dargestellt werden und nicht unbedingt etwas für Zartbesaitete sind.

So bewegen sich die beiden Erzählstränge um Sebastian wie auch der Mörderin langsam immer mehr aufeinander zu, viele Unklarheiten werden geklärt und schon sehr bald erkennt man die Beweggründe ihres Mordens. Doch dieses Wissen nimmt dem Thriller bei weitem nicht die Spannung, denn nun beginnt ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel, das den Spannungsbogen durchweg auf einem sehr hohen Niveau hält.

Die Lösung des Falls ist durchaus schlüssig umgesetzt, wobei der Autor die Geschichte nach dem Showdown auch noch weitererzählt und hier ganz zum Schluss den Leser mit einem äußerst unguten Gefühl zurücklässt. Allerdings nimmt die Story zwischenzeitlich auch etwas hexenartige Züge an, die an Voodooismus erinnern und hierdurch das Ende etwas an seiner Nachvollziehbarkeit einbüßt.

Dem Autor gelingt es auch dieses Mal wieder, seinen Charakteren sehr schnell Konturen zu geben. Besonders gut ist ihm hierbei meiner Meinung nach die Figur der Mörderin gelungen. Durch die Beschreibung ihrer Denkweise und Gefühle erhält man einen Einblick in ihre krankhafte Psyche, die meist so gefühlskalt dargestellt wird, dass es einem nur kalt den Rücken herunter läuft. Auf der anderen Seite ist die Liebe, welche sie antreibt zwar auch schon als wahnhaft zu bezeichnen, doch zeigt der Autor auch auf, zu was Menschen aus krankhafter Liebe bereit sind zu unternehmen, um diese Liebe ihrer Meinung nach zu schützen.

Alles in allem ist Andreas Winkelmann ein sehr spannender, fesselnder Thriller gelungen, der seinem Namen alle Ehre macht, aber bei weitem nichts für schwache Nerven ist.

Freitag, 17. September 2010

{Leseeindruck} Die Buchdruckerin von Sabine Weiß

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
ISBN: 9783547711608
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 29. September 2010
Preis: 19,95 €


Ein Leben für die Bücher

Straßburg im November 1520: Die junge lebensfrohe Margarethe hat das erste Mal die alleinige Verantwortung für die Verkaufsbude. Ihr Vater ist Buchdrucker und so verkauft Margarethe vor dem Münster die gedruckten Werke der Familiendruckerei. Doch an diesem Tag meint es das Wetter nicht gut mit ihr, denn ein Feuerfunken weht herüber und während Margarethe gerade versucht, ein paar verwehte Buchseiten einzufangen, fängt ihre Verkaufsbude Feuer.

Da es für Margarethe fast nichts Wichtigeres in ihrem Leben als Bücher gibt, überlegt sich nicht lange und stürzt sich blindlings in das Feuer, um wenigsten die wertvollsten Bücher zu retten. Dies gelingt ihr auch, zieht aber auch den Zorn ihres Vaters auf sich. Der angesehene Drucker kann nicht verstehen kann, wie man für ein paar Bücher sein Leben riskieren kann.

Nachdem Margarethe sich zu Hause schnell etwas zurecht gemacht hat, kehrt sie zum Münster zurück, um dort den Gottesdienst zu besuchen. Anschließend trifft sie auf ihre lebenslustige, aber auch extrem gottesfürchtige Freundin Ursula, mit der sie sich ausgiebig über das anstehende Martinsfest unterhält.

Mit diesen kleinen Ereignissen erfährt man bereits recht früh etwas über den Charakter von Margarethe und stellt fest, dass die hübsche junge Frau ihren eigenen Kopf hat. Zwar kann sie sich schlecht der Meinung ihres Vaters oder ihrer Tante widersetzen, doch man merkt ihren Widerwillen. Und so ist sie durchaus auch mal ein wenig vorlaut und riskiert dann auch, dafür gemaßregelt zu werden.

Durch die Gespräche mit Ursula und auch durch das nach dem Gottesdienst stattfindenden Abendessens erfährt man schon ein wenig über die Familie von Margarethe und erhält auch sehr gut einen Einblick in das Leben der damaligen Zeit. Auch die große Rolle, welche die Kirche im Leben der Menschen gespielt hat wie auch deren bedingungsloser Glaube bzw. Aberglaube vermittelt die Autorin bereits auf wenigen Seiten sehr gut.

So ist ihr Sprachstil flüssig und gelegentlich gespickt mit älteren Begrifflichkeiten, sodass nicht nur ihre Beschreibungen des mittelalterlichen Straßburgs dafür sorgen, dass man sich problemlos ein Bild über die damalige Zeit bilden kann.

Inwieweit sich nun die Geschichte noch entwickeln wird, kann man aus der kurzen Leseprobe nicht herauslesen. Allerdings deutet die Inhaltsangabe an, dass Margarethes Vater stirbt, sie nunmehr die Druckerei übernimmt, was ihr Schwierigkeiten bei der Zunft beschert. Somit ist davon auszugehen, dass sich der Roman recht spannend und unterhaltsam entwickeln wird und auch scheint die Liebe hierbei nicht zu kurz zu kommen.

{Rezension} Ein Paradies für alle von Justus Pfaue

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
ISBN: 9783547711684 
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 08. September 2010
Preis: 19,95 €


 
Das größte Kaufhaus der Welt

Berlin, Anfang der 1930er Jahre. Hanna Berger und der Kaufhauskönig und Vorstandsvorsitzende der Wertheim AG, Georg Wertheim, sind seit 25 Jahren ein Paar. Georg betreibt zusammen mit seinen Brüdern das Kaufhaus Wertheim, das als das Größte der Welt gilt. Doch die Zeiten für das Wertheim-Imperium wie auch für die Familie gestalten sich schwierig, denn die Wertheims sind Juden und Adolf Hitler steht kurz vor der Machtergreifung.

Die Geschichte der Familie Wertheim, insbesondere das Leben von Georg und seiner Hanna, stehen im Vordergrund des Romans. Nachdem man einen kurzen Einblick über ihr luxuriöses Leben Anfang der 1930er Jahre erhält, geht Justus Pfaue zurück zu den Anfängen der Familie und somit auch zu dem sagenhaften Aufstieg der neunköpfigen jüdischen Familie, die ihr Imperium dank Georg und Hugo binnen weniger Jahre aufbauen konnte.

In jungen Jahren werden die beiden Brüder, die ein sehr inniges Verhältnis verbindet, zu ihrem Onkel nach Berlin geschickt, um dort das Tuchgeschäft von der Pike auf zu lernen. Schnell entwickelt der junge Georg einen genialen Geschäftsinn und zusammen mit seinem älteren Bruder Hugo, dem kreativen Kopf, baut er das Geschäft Wolf & Apolant seines Onkels gewinnbringend aus. Georg ist der erste Kaufmann, der Festpreise und den Warenversand einführt. Hierbei stößt er anfangs auf viel Gegenwind, nicht nur bei seinem Onkel. Als es Hugo durch eine Lungenkrankheit immer schlechter geht, beschließen die Brüder, zurück nach Stralsund zu kehren. Als Dank erhalten sie von Onkel Wolf die nötige Starthilfe, um zu Hause das Familiengeschäft auszubauen. Mit Hilfe seiner tatkräftigen Familie gelingt ihnen dies auch recht schnell und es dauert nicht lange, bis auch eine Filiale in Rostock eröffnet wird. Doch Georgs Pläne gehen noch weiter: Er will ein großes Kaufhaus in Berlin eröffnen, in dem der Kunde König ist und man auch für kleines Geld gute Qualität kaufen kann. Und bald darauf erfüllt sich dieser Traum.

Das einzige, was nach Meinung seiner Mutter Ida ihm jetzt noch fehlt, ist eine Ehefrau. Doch in dieser Hinsicht ist Georg eher schüchtern und auch körperliche Kontakte jedweder Art vermeidet er, wo es nur geht. So lebt er lange Jahre zufrieden allein und das Einzige, was in seinem Leben zählt, ist das Geschäft. Hier blüht der geniale Stratege und Zahlenjongleur schier auf. Bis ihm Hanna Berger über den Weg läuft. Für den 49-jährigen fängt augenblicklich ein neues Leben an, denn die junge Hanna erwidert seine Gefühle und zudem ist sie auch noch ausnehmend hübsch, klug und hat einen hervorragenden Geschäftssinn. So sind die Beiden bald ein unschlagbares Team, doch ein dunkles Geheimnis um Hannas Vergangenheit hindert sie daran, zu heiraten. So bleibt Georg nichts anderes übrig, als eine verhasste Ehe mit der stämmigen Ursula Gilka einzugehen, um einen Erben für das Familienunternehmen zu sichern.

Die stets freundliche Hanna führt mit ihrem Georg ein sehr zurückgezogenes Leben und kann als „Guter Geist“ des Kaufhauses bezeichnet werden. Denn ihr gelingt es immer, Probleme mit der Belegschaft für alle Beteiligten so gut wie möglich zu lösen und auch hat sie für jeden der „Wertheimer“ immer ein freundliches Wort übrig. Georgs Frau Ursula zieht es derweil vor, zumeist auf Schloss Saßleben im brandenburgischen Land ein feudales Leben zu führen, sodass Georg mit seiner geliebten Hanna skandalfrei in ihrer gemeinsamen Berliner Wohnung leben kann. 

Das Leben des Überflusses und Glücks ist für Hanna und Georg  jedoch nur eine Frage der Zeit, denn die Machtergreifung von Adolf Hitler steht kurz bevor. Bereits Ende der 1920er Jahre bekommen die Wertheims zu spüren, was es heißt, eine überaus erfolgreiche jüdische Familie zu sein, denn die braunen SA-Schergen ziehen schon randalierend durch Berlin. Anfangs kann Georg hier noch seinen Einfluss in den oberen Kreisen der Berliner Gesellschaft spielen lassen, doch nach und nach ziehen sich immer mehr Freunde und Geschäftspartner von ihm und seiner Familie zurück.

Justus Pfaue gelingt es sehr gut die Geschichte der Familie Wertheim zu erzählen und hier biografische wie auch fiktive Elemente logisch zu verknüpfen. Sehr anschaulich, warmherzig und äußerst unterhaltsam schildert er das Leben der Familie, wobei der Fokus natürlich bei Georg Wertheim – dem Macher und Gründer der Wertheim AG – liegt.
Der Autor hält sich sehr an die geschichtlichen Vorgaben der Familie Wertheim und lässt auch einige bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten der damaligen Zeit in die Geschichte mit einfließen. Allerdings ist davon auszugehen, dass Hanna Winter hier leider mehr dem fiktiven Teil der Geschichte zuzuordnen ist.

Der Sprachstil des Autors ist eher gediegen, ja fast schon altmodisch, doch passt dies perfekt zur Geschichte und vermittelt einen so gut ein Gefühl für die damalige Zeit. Und man entdeckt mit Freude immer mal wieder eine Begrifflichkeit, welche man von den Großeltern her noch kennt und in unserer heutigen Zeit fast schon vergessen ist. 

Die Wandlung, welche Georg in Gegenwart von Hanna durchlebt, wirkt anfangs überraschend. Gilt er doch bei Freunden, bei der Belegschaft, selbst bei seiner Familie eher als gefühlskalt und unnahbar, so taut er in der Gegenwart von Hanna regelrecht auf und entwickelt eine sehr liebevolle Ader. Und so wirkt auch sein Charakter für den Leser lange Zeit eher schwer zugänglich, ja fast schon blass. Als jedoch die Beziehung von Hanna und Georg beginnt, erhält man nach und nach auch einen Zugang zur Figur Georgs und man stellt dann doch recht schnell fest, dass er zu tiefen Gefühlen durchaus fähig ist und so nimmt sein Charakter auch für den Leser mit der Zeit Konturen an.

Fazit: Alles in allem hält man hier einen interessanten und unterhaltsamen Roman in Händen, der wunderbar die Geschichte des Wertheim-Imperiums erzählt.

Donnerstag, 16. September 2010

{Rezension} Sieh mir beim Sterben zu von P.J. Tracy

Übersetzer: Tanja Handels
Genre: Amerikanische Thriller
ISBN: 978-3-8052-0859-8 
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 17. September 2010
Preis: 19,95 €



Morde ins Internet gestellt

Am Lake Superior in Minnesota wird scheinbar geplant ein Mann am zugefrorenen See in den Tod geschickt, für die dortige Polizei sieht es wie ein Unfall aus. Ein halbes Jahr später wird am Ufer des  Mississippi die Drag-Queen Alan nachts von einem Unbekannten ertränkt, beobachtet wird dies von Wild Jim, der sich oft sturzbetrunken am Ufergelände aufhält. Durch Zufall entdeckt das FBI im Internet diese Morde. Da die Urheber dieser Snuff-Filme nicht zurückzuverfolgen sind, geht das FBI einen ziemlich unkonventionellen Weg und wendet sich an das Hacker-Team Monkeewrenche. Mit ihrer Hilfe erhofft sich Special-Agent Jon Smith Hinweise auf den Mörder zu erhalten. Schnell werden auch die beiden Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth vom MPD mit in die Fälle involviert, die ursprünglich beim Mord an der Drag-Queen von einem Selbstmord ausgegangen waren. Die Arbeit der Hacker ist schon bald erfolgreich, doch was sie im Netz entdecken, lässt sie das Schlimmste befürchten, denn Monkeewrenche haben eine Liste der Morde gefunden, bei denen einige noch nicht geschehen sind. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Das Autorenteam greift in ihrem neuesten Buch das Thema „Snuff-Filme“ auf und baut hierum einen äußerst fesselnden Thriller auf. Ohne zu sehr in die Details zu gehen beschreiben sie die Arbeit des Hacker-Teams und zeigen auf, wie im Internet mutmaßliche Mörder unentdeckt operieren können. Selbst das FBI ist hier mit seinen Experten machtlos, sodass sie einen für sie ganz untypischen Weg einschlagen und zugeben müssen, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Natürlich gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem FBI-Agenten, der den sinnigen Namen Jon Smith trägt, und der Hacker-Crew Monkeewrenche anfangs etwas schwierig, da erst einmal das gegenseitige Misstrauen überwunden werden muss. Doch schon bald stellen Monkeewrenche wie auch Jon Smith fest, dass hier eine sehr konspirative Arbeit möglich ist und sich sogar so etwas wie Freundschaften entwickeln können.
In diese Zusammenarbeit schalten sich auch die beiden Detectives Gino Roshelt und Leo Magozzi ein, die das Monkeewrenche-Team bereits längere Zeit kennen und gerade Leo zu einer der Frauen des Teams eine mehr als komplizierte Beziehung pflegt. Mit ihrer bodenständigen Ermittlungsarbeit überzeugen sie auch bald den FBI-Agenten und so entwickelt sich zwischen den drei Parteien eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem einzigen Ziel, den Mörder zu stellen.
Schon allein im Prolog gelingt es P.J. Tracy eine hohe Spannung aufzubauen, die zwar während der klassischen Ermittlungsarbeit der Detectives zwischenzeitlich etwas abflacht, nur um dann wieder kräftig anzuziehen und sich bis zum Schluss auf sehr hohem Niveau zu halten. Die Kabbeleien von Magozzi und Gino sorgen immer mal wieder für etwas Entspannung und ihre herzliche, sehr menschliche Art überzeugt durchweg. So gestatten die Autorinnen den Beiden auch Gefühle zu zeigen und müssen keine abgebrühten Cops spielen, denen eine Leiche nichts mehr ausmacht. So wirken Gino und Magozzi äußerst sympathisch und durchaus authentisch. Auch die anderen Charaktere wie Jon Smith, Wild Jim, Grace, Annie wie auch Harley und Roadrunner sind gut herausgearbeitet und glaubwürdig in ihren Handlungen, wobei die eine oder andere Figur den Leser zu überraschen versteht.
Zu Mörder und Motiv der Morde lässt P.J. Tracy ihre Leser lange im Dunklen tappen und die Auflösung ist äußerst überraschend und so wirklich nicht vorhersehbar. Ganz im Gegenteil, ihnen gelingt es sogar zwischendurch immer mal wieder neue Fährten auszulegen, bei denen man nie sicher sein kann, ob diese die Lösung des Falls sind.

Alles in allem ein spannender, komplex angelegter Thriller mit sympathischen Protagonisten, der ein Thema aufgreift, dass zwar schon oft erzählt wurde, hier aber sehr gut umgesetzt wurde.

Mittwoch, 15. September 2010

{GEWONNEN} Spannender Buchzuwachs







Seit jetzt 50 Wochen ist Jussi Adler-Olsen mit seinem Thriller "Erbarmen", dem ersten Fall von Carl Mørck und seinem Assistenten Assad vom Sonderdezernat Q nicht nur auf Verbrecherjagd, sondern auch auf der Spiegel-Bestseller-Liste.

Beim Lösen von ungeklärten Fällen ist die kopenhagener Sondereinheit ebenso erfolgreich wie auf dem deutschen Buchmarkt, was auch der zweite Fall beweist: ›Schändung‹ führt seit zwei Wochen die Spiegel- Bestseller-Liste an.

Ermittelt wird die Liste seit 1971 von dem Fachmagazin buchreport durch eine elektronische Abfrage in den Warenwirtschaftssystemen von ca.  350 repräsentativen Buchhandlungen. Die Spiegel-Bestseller-Liste bildet folglich den aktuellen Buchverkauf in Deutschland ab.




Die Spitzenplatzierung von "Schändung" feiert der dtv-Verlag mit seinen Lesern - jeden Tag!

Schreibt eine Rezension zu Eurem persönlichen dtv-Bestseller bzw. dtv-Lieblingsbuch und gewinnt auch. Unter den Einsendungen verlost der dtv-Verlag jeden Tag, den Jussi Adler Olsen mit "Schändung" unter den ersten drei Plätzen auf der Spiegel Beststellerliste ist, ein Buch Eurer Wahl.

Die Rezension kann auf Eurem Blog oder Eurer Website publiziert werden und per facebook, twitter geschickt werden. Den Link findet Ihr unter Gewinnspiel. Oder aber Ihr schickt eine Mail mit Eurer Rezension an: gewinnspiel@dtv.de (Betreff: Adler-Olsen). Die Gewinner werden jeden Tag mit ihrer Rezension im dtv-magazin veröffentlicht.

UND ICH HABE GEWONNEN!!! JUBEL - FREU!!!

Durch Zufall hatte ich die Info über das Gewinnspiel auf Facebook gesehen und gleich meine Rezension zu Anja Jonuleits Roman "Herbsvergessene" (Rezension)  eingeschickt und prompt heute Morgen eine Mail vom dtv-Magazin erhalten mit der Nachricht, dass ich gewonnen habe. Die Freude war natürlich riesig.


 Als Wunschtitel habe ich mir von Philip Sington "Das Einstein-Mädchen" ausgesucht. Sobald das Buch da ist, wird es natürlich sofort gelesen und die Rezension folgt dann hier auf meinem Blog.



Noch mal ein ganz dickes Dankeschön an das dtv-Magazin-Team für den Gewinn!!!

Dienstag, 14. September 2010

{Rezension} Die Stille nach dem Schrei von Isolde Sammer

Verlag: rororo Verlag
Taschenbuchausgabe: 400 Seiten
ISBN: 3499253704 
Genre: Deutscher Thriller
Erscheinungsdatum: 01. September 2010
Preis: 9,95 €




Tinas letzte Worte an Kommissar Schneider

Der 19-jährige Martin soll seinen Stiefbruder Jonas ermordet haben. Er behauptet, es war Notwehr und das Gericht glaubt ihm. Nur seine Stiefmutter, die Architektin Irene Werneck, kann dies nicht glauben, denn nach Martins Aussage müsste ihr ermordeter Sohn Jonas somit ein Sadist gewesen sein und ihr verstorbener Ehemann, Martins Vater, ein Kinderschänder. Für Irene entwickelt sich die Prozesszeit zu einem Spießrutenlauf, ihre Nachbarn meiden sie und selbst gute Freunde ziehen sich immer mehr von ihr zurück. Dann ist der Tag gekommen und Martin kehrt als freier Mann nach Hause zurück. Doch Irene mag einfach nicht an seine Unschuld glauben und setzt sich mit Kommissar Hanno Schneider in Verbindung, der damals in dem Fall ermittelte. Auch er hat Zweifel an Martins Unschuld und unterstützt Irene in ihren Bemühungen, Martins Schuld zu beweisen. In der Zwischenzeit hat sich Martin mit der jungen Tina Mahlbach angefreundet. Geht er mit ihr eine Beziehung ein, um seiner Umwelt ein „normales“ Leben vorzugaukeln oder sind seine Gefühle für Tina echt? Zumindest Tina liebt Martin abgöttisch und würde für ihn alles machen, was er auch bald einfordern wird.

Isolde Sammer erzählt ihren Thriller aus verschiedenen Blickwinkeln, wobei die Geschichte von Tina als Brief an Kommissar Schneider gehalten ist. So weiß der Leser fast augenblicklich, dass Tina in Schwierigkeiten steckt und mit Hilfe des Briefes versucht, ihren kleinen Bruder Benny zu retten. Denn Martin hat ganz offensichtlich pädophile Neigungen und auch der Gedanke an Mord ist ihm nicht fremd. Der Handlungsstrang von Tina ist sehr emotional angelegt und man merkt beim Lesen ihre Resignation. Man weiß, dass sie diese Geschichte nicht überleben wird, gleichzeitig spürt man auch ihren Kampfgeist, in jedem Fall das Leben ihres kleinen Bruders Benny zu retten. Ihren Charakter beschreibt die Autorin sehr einfühlsam und detailreich. Und obwohl mir ihre Handlungsweise absolut suspekt ist, gelingt es der Autorin trotzdem, ihr Vorgehen und ihr Verhalten plausibel und nachvollziehbar zu beschreiben.   

In weiteren Handlungssträngen erhält man einen Einblick in die Gedankenwelt von Martin, der es geschickt versteht, seinen Charme an den richtigen Stellen einzusetzen. Man ahnt schnell, dass hier der Schein trügt und Martin bei weiten gefährlicher ist, als er sich nach außen hin gibt. Und das ist auch gewollt von der Autorin. So weiß man von Anfang an, dass Martin mehr oder weniger eine tickende Zeitbombe ist und der Thriller einfach auf ein fulminantes Ende zulaufen muss, was schlussendlich auch der Fall ist. Dieser Charakter ruft beim Lesen eine ganze Bandbreite von Emotionen auf, wobei hier Wut, Zorn und auch Unglaube überwiegen, trotzdem gelingt es der Autorin hin und wieder auch so etwas wie Mitleid für Martin empfinden zu lassen. Und so geht es einem wie seiner Stiefmutter. Auch sie ist ständig hin und her gerissen zwischen abgrundtiefem Hass, Selbstvorwürfen und Mitleid. Der Autorin ist es so gelungen, einen eindeutig psychisch kranken Charakter zu schaffen, der durch seine Gefühlskälte auffällt, dies jedoch geschickt zu verbergen versteht und wahrscheinlich auch genau so angelegt sein muss, um solche Phantasien auszuleben.

Martins Stiefmutter Irene ist verständlicherweise mit den Nerven am Ende. Sie mag nicht glauben, dass ihr Ehemann wirklich ein pädophiler Sadist war, so wie Martin ihn in dem Prozess hinstellte, genauso wenig ist es für sie vorstellbar, dass ihr Sohn Jonas wirklich das getan haben soll, was Martin ihm vorwirft und dem das Gericht Glauben schenkte. Irenes Verzweiflung, die Demütigungen der Nachbarn und Freunde, die sie als „Rabenmutter“ sehen und den Schilderungen von Martin mehr Glauben schenken, wie auch ihre Angst gegenüber Martin, vermittelt die Autorin hervorragend. Diese innere Zerrissenheit und der gleichzeitig unbändige Wille von ihr, zu beweisen, welch krankhafter Charakter Martin in Wirklichkeit ist, beschreibt Isolde Sammer zu jeder Zeit absolut nachvollziehbar.

Durch diese so unterschiedlichen Handlungsstränge hält sich die Spannung ständig auf einem sehr hohen Niveau, wobei bis fast zum Schluss überwiegend auf reißerische Szenen absolut verzichtet wird und es hier mehr um das Gefühlsleben der einzelnen Protagonisten geht. Dies ist nie langatmig erzählt und durch die ständigen Wechsel der Erzählstränge besteht stets eine unterschwellige Spannung, die auch noch durch die düstere, beklemmende Stimmung gestärkt wird. 

Fazit: Isolde Sammer gelingt es sehr gut, das Thema „Pädophilie“ sensibel anzugehen und mit feinfühlig herausgearbeiteten Charakteren einen spannenden und gleichzeitig sehr emotionalen Thriller zu erzählen.

Montag, 13. September 2010

{Rezension} Das alte Kind von Zoe Beck

Taschenbuchausgabe: 304 Seiten
ISBN: 3404164431 
Genre: Deutscher Thriller
Erscheinungsdatum: 29.Mai 2010
Preis: 7,99 €





Der Instinkt einer Mutter

Im Jahr 1978 muss die zweifache Mutter und Geschäftsfrau Carla Arnim wegen einer Gürtelrose ins Krankenhaus. Ihre 6 Monate alte Tochter nimmt sie zwar mit ins Krankenhaus, darf sie wegen der Ansteckungsgefahr eine Zeitlang jedoch nicht sehen. Als sie wieder genesen ist, bringen die Ärzte ihr Felicitas. Doch das kleine Mädchen ist nicht ihre Tochter, behauptet zumindest Carla. Allerdings glaubt ihr im Krankenhaus niemand und selbst ihr Mann Felix ist überzeugt, dass es sich bei der Kleinen um ihre gemeinsame Tochter handelt. Der erfolgreiche Pianist hatte Felicitas jedoch das letzte Mal im Alter von 2 Wochen gesehen. So begibt sich Carla alleine auf die Suche nach ihrer Tochter, doch es ist ein einsamer Kampf, da sie von keiner Seite Unterstützung findet.

30 Jahre später in Schottland: Die junge Fiona wacht nachts in ihrer Badewanne auf mit aufgeschnittenen Pulsadern. Mit letzter Kraft gelingt es ihr, den Notarzt zu rufen. Im Krankenhaus wie auch in ihrem Bekanntenkreis glaubt ihr niemand, dass sie sich nicht umbringen wollte. Selbst ihre beste Freundin Mórag glaubt ihr nicht. Mit Hilfe ihres neuen Freundes Ben, ein Journalist, der verdeckt bei einem erfolgreichen Geschäftsmann ermittelt, macht sie sich auf die Suche nach ihrem vermeintlichen Mörder. Und schon bald müssen Beide feststellen, dass es wirklich jemand auf das Leben von Fiona abgesehen hat.

Geschickt verknüpft Zoe Beck beide Geschichten, die scheinbar so gar nichts miteinander gemein haben. Anfangs hat man das Gefühl, hier zwei Bücher gleichzeitig zu lesen, so unterschiedlich sind die Storys. Doch so nach und nach erhält man eine Ahnung darüber, wie diese beiden Erzählungen miteinander in Verbindung stehen. Sehr eindrucksvoll beschreibt die Autorin die Verzweiflung, Wut und auch Trauer von Carla, die felsenfest davon überzeugt ist, dass ihre Tochter entführt wurde und ihr gelingt es geschickt, auch beim Leser Zweifel darüber aufkommen zu lassen, ob Carla mit ihrer Meinung richtig liegt.

Immer besser lernt man im Verlauf des Buches die Vergangenheit der beiden Protagonistinnen kennen und je mehr man über Fiona erfährt, um so unsicherer wird man, ob diese bedingt durch ihre extravagante, kreative und so unkonventionelle Art nicht vielleicht doch unbewusst einen Selbstmordversuch unternommen hat. So spielt die Autorin geschickt mit den Zweifeln des Lesers und baut hierdurch eine gewisse Grundspannung auf, welche sich konstant über den kompletten Thriller hält. Geschickt gelegte Wendungen und die ständigen Wechsel zwischen den Geschichten der beiden Protagonistinnen sorgen dafür, dass zu keiner Zeit Langeweile aufkommt, auch wenn während des gesamten Buches keine wirkliche Hochspannung aufgebaut wird.

Die Charaktere der Protagonistinnen, so unterschiedlich wie sie auch sind, beschreibt Zoe Beck sehr einfühlsam und detailreich und so unvorhersehbar in ihren Handlungen, dass sie einem beim Lesen immer wieder einmal überraschen können. Und auch die weiteren Figuren sind sehr gut herausgearbeitet und authentisch dargestellt.

Die Auflösung des Thrillers ist überraschend und nicht vorhersehbar, allerdings so logisch umgesetzt, dass man sich wundert, nicht früher darauf gekommen zu sein.

Fazit: Der Thriller kann zwar nicht unbedingt mit Hochspannung aufwarten, ist jedoch sehr komplex angelegt und überzeugt durch seine interessanten Charaktere.

Freitag, 10. September 2010

{Rezension} Fluch der Finsternis von Sarah Rayne


Verlag: Goldmann Verlag 
Übersetzer: Ursula Bischoff 
Genre: Mystery Thriller 
ISBN: 3442465389 
Taschenbuchausgabe: 512 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. November 2007
Preis: 8,95 €



Das dunkle Geheimnis von Twygrist

Nach 5 Jahren wird die Psychologin Antonia Weston aus dem Gefängnis entlassen. Dort hatte sie eine Strafe wegen Totschlags an einem Patienten abgesessen. Da sie sich erst mal wieder zurechtfinden muss, vermittelt ihr ehemaliger Chef ihr ein kleines Cottage in Amberwood auf dem Anwesen Quire House. In der dortigen Abgeschiedenheit möchte sich Antonia über ihre Zukunft Gedanken machen und einfach wieder zu sich selbst finden. Schnell hat sie der Charme des Anwesens eingenommen und so beginnt sie sich für dessen Geschichte und deren Bewohner zu interessieren. Hierbei erhält sie tatkräftige Unterstützung vom dort ansässigen Bewohner, der das Anwesen verwaltet. Immer mehr geht das Interesse von Antonia zur alten Mühle Twygrist und hierbei bemerkt sie nicht, dass sie auf Quire House in Lebensgefahr schwebt.

Sarah Rayne erzählt ihre Geschichte in zwei Zeitebenen. Zum einen verfolgt man das Einleben von Antonia in Amberwood sowie ihre Recherchen zu diesem Anwesen mit. Gleichzeitig erfährt man nach und nach die Hintergründe, die zu ihrer Verurteilung geführt haben und versteht hierdurch ihr heutiges Verhalten immer besser.

Zum anderen wechselt die Autorin zu gleichen Teilen ins 19. Jahrhundert und man lernt so auch die Hintergründe kennen, die zur düsteren Atmosphäre von Twygrist geführt haben wie auch über die auf dem Anwesen damals befindliche Irrenanstalt Latchkill. Und man lernt die Menschen kennen, die damals auf Quire House gelebt haben und manch dunkles Geheimnis versucht haben, zu verheimlichen. Durch Briefe, die auf Quire House die Zeit überlebt haben, erhält Antonia so einen immer besseren Einblick in das Leben der damaligen Zeit. Nach und nach kommt sie so einigen ziemlich düsteren Geheimnissen auf die Spur.

Die Wechsel zwischen den Jahrhunderten sind sehr gut gelungen und erhöhen die Spannung entsprechend. Es kristallisiert sich zwar schnell heraus, wer es auf das Leben auf Antonia abgesehen hat und aus welchem Grund. Allerdings ist das anschließende Katz-und-Maus-Spiel sehr spannend beschrieben und der Charakter des Mörders/der Mörderin so detailliert dargestellt mit ihrem/seinem krankhaften, an Wahnsinn grenzenden Verhalten, dass dies mühelos dafür entschädigt. Jedoch wirkt die ganze Geschichte, so spannend wie sie auch erzählt ist, stellenweise schon etwas konstruiert und vorhersehbar.

Einfühlsam geht Sarah Rayne auf die Gefühlswelt von Antonia ein und beschreibt sie hierdurch sehr facettenreich. So wirkt die junge Psychiaterin mit ihren Ängsten, ihrem Kampf dagegen, ihrer Neugier und ihrem relativ aufgeschlossenen Verhalten sofort sympathisch. Was allerdings gestört hat, dass die weiteren Charaktere durchweg zu klar gezeichnet sind. So ist bereits nach wenigen Sätzen ersichtlich, wer nun zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, was Überraschungen in ihrem Verhalten somit ausschließt. 

Fazit: Eine spannend erzählte Story mit Gruselfaktor, die geschickt zwischen den Jahrhunderten wechselt, allerdings auch nicht mit großen Überraschungen aufwarten kann. 

Donnerstag, 9. September 2010

{Rezension} Gottesopfer von Tanja Pleva


Verlag: Piper Verlag
Taschenbuchausgabe: 332 Seiten
ISBN: 3492258670
Genre: Deutscher Thriller
Erscheinungsdatum: 02. Juli 2010
Preis: 9,95




Die Wurzel allen Übels

In Rom wird eine junge Frau auf offener Straße verbrannt, in Österreich eine ältere Frau tot in der Badewanne gefunden. Hinterlassenschaften an den Tatorten deuten darauf hin, dass es sich um ein und denselben Mörder handelt. Der Europol-Profiler Sam O’Connor wird mit der Aufklärung betraut. Seine Ermittlungen führen ihn auf eine Spur nach Hamburg.

In seinem ersten Fall ist Sam O’Connor einem Ritualmörder auf der Spur, der äußerst brutal vorgeht und schnell kristallisiert sich heraus, dass ein katholischer Priester eine Schlüsselstellung in diesem Fall hat. Doch ist er wirklich der Mörder? Es sprechen zwar alle Indizien gegen ihn, doch Sam glaubt nicht an eine solch einfache Lösung. In Hamburg arbeitet er mit seinem neuen Kollegen Juri zusammen, doch die Ermittlungen führen ihn zusätzlich quer durch Deutschland, in die Schweiz und auch in Amsterdam scheint es vor einigen Jahren einen Mord gegeben zu haben, der von dem gesuchten Serientäter verübt wurde.

Tanja Pleva nimmt sich in ihrem Debütroman dem Thema des Übersinnlichen wie auch der Inquisition an und verknüpft dies geschickt zu einem recht rasanten und spannenden Thriller. Der Verlauf des Thrillers kann zwar nicht unbedingt mit vielen Überraschungen aufwarten, doch durch ihren leichten und flüssigen Schreibstil gelingt es der Autorin mühelos, ihre Leser zu fesseln.

Ihr Protagonist Sam O’Connor ist ein sehr introvertierter Einzelgänger, der durch seine Verschlossenheit jedoch durchaus sympathisch wirkt. Nach und nach erfährt man auch ein wenig über seine Vergangenheit und kann so sehr gut sein heutiges Verhalten nachvollziehen.

Durch vereinzelte Einschübe erhält man im Lauf des Thrillers auch einen Einblick in das Leben des Mörders, ohne hierbei jedoch seine Identität preiszugeben. Diese Szenen dienen einzig dazu, einem die Handlungsweise des Täters näher zu bringen. Um wen es sich bei dem Mörder schlussendlich handelt, klärt sich erst im letzten Drittel des Thrillers, dies ist zwar ziemlich überraschend, allerdings mit Hilfe des Ausschlussverfahrens auch bereits vorher erkennbar.

Fazit: Tanja Pleva ist mit ihrem Debütroman ein durchaus spannender Thriller mit einem sympathischen Protagonisten und einer interessanten Story gelungen.

Die Autorin arbeitet nach eigenen Angaben bereits am zweiten Fall rund um ihren Ermittler Sam O’Connor.

Montag, 6. September 2010

{Leseeindruck} DU von Zoran Drvenkar

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Genre: Deutscher Thriller
ISBN: 9783550087738
Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2010
Preis: 19,95 €




Die Reise des Reisenden

Zoran Drvenkar geht in seinem neuesten Thriller wieder den ungewöhnlichen Weg und bindet seine Leser mit in die Geschichte ein, dies hatte er ja bereits erfolgreich in „Sorry“ umgesetzt.

So spricht er einen direkt an und erzählt zum einen auf äußerst beklemmende, düstere Art von einem Ereignis, das sich im November 1995 bei einem Schneetreiben auf der A4 ereignet hat. Man fühlt sich beim Lesen irgendwie distanziert, aber gleichzeitig auch eingebunden in die Story und diese Zwiespältigkeit der Gefühle bindet einen geschickt an den Thriller. Zumal auch der Schreibstil des Autors sehr leichtfüßig zu lesen und ungemein fesselnd ist. Man hat in diesem Kapitel fast das Gefühl, ein Märchen zu lesen und in gewisser Weise ist es dies ja auch, schließlich berichtet er von einem Mythos, zu dem das Ereignis auf der A4 geworden ist.

Und auch im nächsten Kapitel „Ragnar“ wird man als Leser wieder direkt angesprochen und geduzt. So ist es ziemlich ungewöhnlich zu lesen, wie man erst einmal selbst beschrieben wird. Dies gestaltet Zoran Drvenkar wieder sehr eindringlich, zumal noch nicht ersichtlich ist, welche Rolle der Autor einem nun zugedacht hat. Was man allerdings in diesem Kapitel schon über sich selbst erfährt, ist ziemlich hart. Und auch hier tauchen wieder – wie bereits im vorherigen Kapitel – die 19 Jahre auf. Ob es sich hierbei jetzt um puren Zufall handelt oder ob diese Zahl im Lauf des Thrillers noch eine Bedeutung hat, wird in der Leseprobe nicht ersichtlich.

Interessant ist auch, dass der Autor bei jeder neuen Figur auch seinen Erzählstil ändert. Ist er bei dem „Reisenden“ fast schon melancholisch und düster, so ist er entsprechend der zweiten Person brutal und direkt, während der Stil bei der Figur Stinke als schnodderisch und flapsig beschrieben werden kann. So muss man sich zwar ständig umstellen, erhält so aber auch gleich ein Gefühl für die Personen, die man ja eigentlich selbst ist. Interessant ist auch, dass die verschiedenen Rollen geschlechterübergreifend sind.

Der ungewöhnliche Erzählstil von Zoran Drvenkar ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, zumal man bei verschiedenen Personen direkt angesprochen und nicht auf eine fixiert ist. So ist ein Umdenken ständig notwendig, was diesen Thriller allerdings auch außergewöhnlich macht und somit eine komplexe wie auch interessant zu lesende Story verspricht.


Freitag, 3. September 2010

{Leseeindruck} Sieh mir beim Sterben zu von P.J. Tracy

Verlag: Wunderlich Verlag
Übersetzer: Tanja Handels
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 3805208596
Erscheinungsdatum: 17. September 2010
Preis: 19,95 €





Morde ins Internet gestellt 

Schon allein der Prolog hat es in sich, als man bei einem scheinbar harmlosen Vorfall plötzlich Zeuge eines Mordes wird und die Kaltblütigkeit des Mörders Randy Coulter miterlebt, wie dieser ohne zu zögern und scheinbar geplant, einen Mann am zugefrorenen Lake Superior/Minnesota in den Tod schickt. 

Im nächsten Kapitel macht sich die Drag-Queen Alan stockbetrunken am Ufer des Mississippi auf den Weg zur Wohnung einer Freundin, um dort wieder einigermaßen nüchtern zu werden und um sich etwas zurecht zu machen, bevor sein nächster Auftritt beginnt. Doch natürlich gestaltet sich der holprige Weg mit Stilettos und nicht ganz intaktem Gleichgewichtssinn als äußerst schwierig und so stürzt Alan. Als ihm aufgeholfen wird, geht er erst einmal davon aus, das Wild Jim, ein stets betrunkener Uferbewohner, ihm hilft. Er erkennt zwar schnell, dass es sich hierbei nicht um Wild Jim handelt, glaubt aber in seiner alkoholbenebelten Glückseligkeit, dass endlich sein Prinz ihn gefunden hat und ein paar schöne Stunden mit ihm verbringen möchte. Willig fügt sich Alan ihm. Als er feststellt, dass aus dem vermeintlichen Liebespiel nichts wird, ist es bereits zu spät für ihn. 

In Kapitel 3 lernt man den FBI-Agenten mit dem sinnigen Namen John Smith kennen, der nach 30 Jahren Berufsleben nun kurz vor der Zwangspensionierung steht und zum ersten Mal eine Rede vor etwa dreißig Seminarteilnehmern halten muss. In einem kurzen Rückblick erhält man einen ganz kurzen Abriss über sein bisheriges Leben, dass eher als durchschnittlich und uninteressant – ähnlich wie sein Name – beschrieben werden kann. Und doch gerade diese Mittelmäßigkeit macht ihn sympathisch. Während Agent Smith sich für seinen Vortrag sammelt, erhält man einen kurzen Überblick über die Anwesenden, die sich aus weiteren FBI-Agenten und Hackern zusammensetzt. Die sich mit Cyberkriminalität befassenden Stelle beim FBI hat dieses Treffen koordiniert, da sie sich Hilfe bei der Aufspürung eines anonymen Netzwerkes erhoffen von den Hackern, die hiervon natürlich erst einmal nicht sonderlich begeistert sind. Dieses anonyme Netzwerk stellt Filme ins Netz, die Morde zeigen und Agent Smith greift zu diesem unkonventionellen Mittel, um endlich diese Mörder dingfest machen zu können. 

Allein im Prolog und den zwei Kapiteln gelingt es dem Autorenteam eine Spannung aufzubauen, die einen sofort an das Buch fesselt. Ihr Schreibstil ist leicht und flüssig und trotzdem so atmosphärisch dicht, dass augenblicklich das Interesse an der Story geweckt ist. Die Wechsel der Kapitel sind geschickt gelegt und verraten gerade so viel, dass die Neugier beim Lesen geweckt ist. 

Gut, die Story ist nicht wirklich neu, sondern in den verschiedensten Formen schon oft erzählt worden. Allerdings versprechen die drei so unterschiedlichen Kapitel zumindest eine komplexe Story und allein der Charakter von Randy Coulter macht einfach neugierig auf mehr und verspricht mit seinem krankhaften Verhalten einen fesselnden Thriller.

{Leseeindruck} Die Landkarte der Zeit von Félix J. Palma

Übersetzer: ---
Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
Genre: Fantasy/Mystery Roman
ISBN: 978-3-463-40577-3
Erscheinungsdatum: 17. September 2010
Preis: 24,95 €




Eine fantastische Reise durch die Zeit

Die Leseprobe beginnt mit Seite 381 und man begleitet Tom Blunt bei einem Spaziergang über den Markt von Covent Garden. Sehr anschaulich und ausführlich beschreibt hier der Autor den Markt, sodass man ihn mit seinen Waren, Düften, Ständen und der Menschenmenge regelrecht vor Augen hat. Hier trifft Tom auf Claire, die ihn für den Zeitreisenden Derek Shakleton hält, Toms anderes Ich. Und obwohl Tom genau weiß, dass ein Zusammentreffen mit Claire für sie Beide lebensgefährlich sein kann, widersteht er ihrer Anziehungskraft nicht und verabredet sich mit ihr. Hierbei hat er nur ein Ziel vor Augen: Die Nacht mit ihr zu verbringen.

Später sinniert Tom über das Treffen mit Claire, die in ihm den tapferen Helden und Retter sieht. Ihm ist sehr bewusst, dass es für ihn und Claire keine Beziehung geben kann und doch kann er den Zeitpunkt der Verabredung kaum abwarten. Und auch hier geht der Autor sehr ausführlich auf die Gefühle seines Protagonisten ein und so geheimnisvoll Toms Leben zu sein scheint, so sympathisch wird er einem bereits nach wenigen Seiten. Bei dem späteren Treffen verstrickt sich Tom immer mehr in einem Lügengeflecht rund um die „Wissenschaft“ des Zeitreisens, nur um Claire zu beeindrucken und seinem Ziel näher zu kommen. Allerdings scheint sich Claire aber auch sehr gut mit dem Thema Zeitreisen auszukennen.

Da die Leseprobe fast in der Mitte des Buches beginnt, wird man regelrecht in die Geschichte hinein katapultiert und erhält so schwer einen Bezug zu ihr. Zu viele Fragen werden aufgeworfen, ohne beantwortet zu werden und viele Zusammenhänge sind unverständlich, da einfach das nötige Hintergrundwissen der ersten 380 Seiten fehlt. So ist die Leseprobe sehr verwirrend.

Allerdings merkt man auf den rund 30 Seiten deutlich, dass Félix J. Palma ein hervorragender Geschichtenerzähler ist. Sein Schreibstil ist flüssig, durchweg fesselnd, detailreich und lebendig. Und ihm gelingt es auch sehr gut, seine Charaktere facettenreich zu beschreiben und ihnen so schnell Konturen zu geben. Zusätzlich erhält man den Eindruck, dass es sich hierbei um eine höchst komplexe und durchaus auch spannende Geschichte handelt, die bei dem Thema „Zeitreisen“ mit Sicherheit noch mit einigen Überraschungen aufwarten kann.

Mittwoch, 1. September 2010

{Rezension} Schändung von Jussi Adler-Olsen


Verlag: dtv Verlag
Übersetzer: Hannes Thiess
Broschierte Ausgabe: 460 Seiten
ISBN: 3423247878
Genre: Skandinavische Thriller / Dänemark
Erscheinungsdatum: 01. September 2010
Preis: 14,90 €




Ein vermeintlich gelöster Fall weckt das Interesse von Carl Mork

Die Rorvig-Akte über einen Doppelmord landet auf Vizekommissar Carl Morks Schreibtisch. Das merkwürdige daran: Der Fall ist offensichtlich gelöst und der vermeintliche Mörder sitzt schon seit mehreren Jahren im Gefängnis. Was also soll das Sonderdezernat Q der dänischen Polizei damit, denn schließlich bearbeiten Carl Mork und sein Assistent Assad nur ungelöste Fälle? Als auf Nachfrage von Carl nicht geklärt werden kann, wer ihm die Akte auf den Schreibtisch gelegt hat, wird er neugierig und beginnt zusammen mit Assad mit den Ermittlungen. Tatkräftige Unterstützung erhalten sie von der neuen Kollegin Rose. Doch schnell müssen die Drei feststellen, dass ihre Ermittlungen in die höchsten Kreise der dänischen Gesellschaft führen und diese auf einmal massiv sabotiert werden. Doch gerade das spornt Carl und sein Team an, weitere Nachforschungen anzustellen. Doch dabei legen sie sich mit sehr mächtigen Gegnern an, die auch vor Mord nicht zurückschrecken.

Nach und nach lernt man in dem Thriller auch Kimmie Lassen kennen, die eine Schlüsselrolle inne hat. Sie gehörte damals zu einer Gruppe von Internatsschülern, die im Verdacht standen, den Doppelmord in 1980er Jahren begangen zu haben. Doch dank ihrer einflussreichen Eltern konnte dies nie bewiesen werden bis sich rund 10 Jahre später einer der Gruppe plötzlich der Polizei stellt und die beiden Morde gesteht. Seitdem sitzt er im Gefängnis, doch Carl und Assad kommen bei ihren Ermittlungen auch den anderen drei Männern immer näher und noch viel schlimmer: Alles deutet darauf hin, dass diese Gruppe außer dem Doppelmord noch unzählige Übergriffe und weitere Morde verübt haben. Doch diese drei Männer sind mittlerweile mächtige und sehr reiche Geschäftsleute und lassen so ihre Beziehungen spielen, um die Ermittlungen zu behindern. Doch auch Torsten, Ditlev und Ulrik stoßen dabei an ihre Grenzen, denn die einzige Frau der Gruppe, Kimmie Lassen, ist vor elf Jahren plötzlich abgetaucht und lebt seitdem auf der Straße. Sie könnte ihnen massiv schaden und so engagieren sie einen Privatdetektiv, um Kimmie aufzuspüren. Und auch Carl, Assad und Rose stellen bald fest, dass Kimmie eine wichtige Zeugin ist, die unbedingt gefunden werden muss.

In seinem zweiten Teil um den dänischen Vizepolizeikommissar Carl Mork und seinem Assistenten Assad thematisiert Jussi Adler-Olsen das Gefühl von grenzenloser Macht über andere wie auch die krankhafte Abhängigkeit zueinander. Eindringlich beschreibt er das menschenverachtende Verhalten der Gruppe, die sich ihren Kick holen, wenn sie andere Menschen quälen und foltern können. Und auch das schon an Größenwahn grenzendes Handeln von Ditlev, Ulrik und Torsten ist sehr nachvollziehbar umgesetzt. So gelingt es dem Autor wieder einmal, eine durchweg sehr beklemmende und äußerst fesselnde Stimmung aufzubauen. Zusätzlich schafft er es aber auch immer wieder sehr gut, diese Stimmung etwas aufzulockern, indem er seinen so unterschiedlichen Protagonisten witzige Dialoge in den Mund legt.

Die geschickt gelegten Wechsel bei den Erzählsträngen wie auch die komplex angelegte Story sorgen praktisch von der ersten Seite an für ein hohes Spannungspotential. Neben dem Erzählstrang von Kimmie verfolgt man natürlich die klassische und stellenweise auch recht unkonventionelle Ermittlungsarbeit des Sonderdezernats Q,  wie auch den weiteren Handlungsstrang um Ulrik, Torsten und Ditlev. Und zusätzlich erfährt man wieder ein wenig mehr über das Privatleben von Carl Mork und lernt ihn so auch wieder ein wenig besser kennen.

Carl Morks Charakter ist immer noch genauso zynisch, sarkastisch und dickköpfig wie bereits im ersten Band und er verzweifelt auch nun wieder oft am gutmütigen, durch nichts zu erschütternden Charakter von Assad. Hinzu kommt jetzt auch noch die neue Kollegin Rose, die ziemlich burschikos ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. So sind herrlich humoristische Wortwechsel vorprogrammiert, bei denen Carl mehr als einmal den Kürzeren gegenüber Rose und Assad zieht. Zudem sind auch alle weiteren Figuren facettenreich beschrieben und nicht nur Assad überrascht einen während des Thrillers mehr als einmal, sondern auch die anderen Figuren sind nicht vorhersehbar und überzeugend angelegt.

Fazit: Ein hervorragender, komplex angelegter und äußerst spannender Thriller mit einem Protagonisten, der durch seine Eigenarten einfach nur sehr sympathisch wirkt.