Leseempfehlungen

Dienstag, 23. August 2011

{Leseeindruck} Die Larve von Jo Nesbo


Verlag: Ullstein Verlag
Übersetzer: Günther Frauenlob

Gebundene Ausgabe: ca. 528 Seiten
Genre: Skandinavischer Thriller
ISBN: 9783550088735

Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2011
Preis: 21,99 €


Ich sehe dich ganz genau

Ein 19-jähriger Drogensüchtiger mit einer Kugel im Körper reflektiert sein bisheriges Leben. Der Flugkapitän Thord Schultz landet aus Bangkok kommend in Oslo, an Bord sind Drogen. Diese nimmt die Reinigungskraft Sergej Ivanov unauffällig in Empfang, um sie entsprechend weiterzugeben.  Mit der gleichen Maschine kehrt auch Harry Hole nach 3 Jahren aus Hongkong nach Oslo zurück und checkt wieder im Hotel Leon ein.

Ganz eindeutig sind Drogen das Thema dieses neuen Harry-Hole-Thrillers, denn jeder Handlungsstrang bezieht sich darauf. Selbst der von Hole, denn während er sich auf den Weg zu seinem Hotel macht, kommt er im Drogen- und Prostituierten-Milieu vorbei.

Jo Nesbos Schreibstil ist gewohnt direkt, eindringlich und fesselnd. Obwohl man auf den ersten 15 Seiten jetzt natürlich noch nicht so viel von der Story erfährt, scheint sie sich wieder sehr komplex aufzubauen, hierauf deuten die vielen unterschiedlichen Mitwirkenden auf den wenigen Seiten hin.

Mühelos gelingt es Jo Nesbo auch wieder, seinen Charakteren nach wenigen Seiten Konturen zu geben, sodass man eine gute Vorstellung von ihnen erhält und so auch einiges über ihr bisheriges Leben erfährt. Und bereits jetzt ist eine gewisse Grundspannung zu spüren, die wieder auf einen vielschichtigen, gut durchdachten und fesselnden Thriller hoffen lässt.

Hier geht es zur Leseprobe bei vorablesen.de: Leseprobe: Die Larve von Jo Nesbo

{Rezension} Das Liliengrab von Valentina Berger


Verlag: Piper Verlag
Taschenbuchausgabe: 384 Seiten

Genre: Österreichischer Psychothriller
ISBN: 978-3492258135

Erscheinungsdatum: September 2011
Preis: 9,95 €

Kleine Engel

Ein junges Pärchen macht im Wald eine grausige Entdeckung. Auf weißen Lilien gebettet liegt ein toter Säugling. Gerichtsmediziner Heinz Martin kann plötzlichen Kindstod nicht ausschließen, da das Baby keinerlei Verletzungen aufweist. Als jedoch schon kurze Zeit später ein weiteres Baby auf die gleiche Weise gefunden wird, wissen Kommissar Helmut Wagner und sein Team das sie einen Mörder jagen.

Wie schon bereits in ihrem Debütthriller „Der Augenschneider“ kennt man bereits nach wenigen Seiten den Täter wie auch sein Motiv. Doch dieses Wissen nimmt die Spannung aus dem Thriller in keiner Weise heraus, ganz im Gegenteil. Denn nun beginnt ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Mörderin und den Ermittlern.

Auch dieses Mal beginnt Valentina Berger ohne große Vorgeschichte ihren Psychothriller und steigt sofort in die Story ein. Geschickt wechselt sie ständig zwischen Täterin und dem Ermittler-Trio und so ist man auch immer über die Aktivitäten der Mörderin informiert und erhält so nach und nach einen Einblick in ihre kranke Psyche. Gut gefallen hat mir, dass sie nicht als die „böse Mörderin“ dargestellt wird, sondern dass man es hier mit einer eindeutig psychisch kranken Frau zu tun hat, die von ihren Handlungen absolut überzeugt ist und glaubt, etwas Gutes zu tun. Diese Darstellung der Täterin, die eindeutig dringend ärztliche Hilfe benötigt, ist durchweg glaubhaft und einfühlsam beschrieben und fast ist man geneigt, Mitleid für sie zu empfinden.

Sowieso lebt der Thriller von den Gefühlen der einzelnen Charaktere. Weder Heinz Martin, noch die Spurenermittlerin Laura Campelli und Kommissar Helmut Wagner lassen die Morde kalt, ganz im Gegenteil. Alle Drei sind emotional stark eingebunden, da die Morde an den hilflosen Kindern sie stark berühren und sie alles daran setzen, den nächsten Mord zu verhindern. Diese Emotionen und auch ihr Gefühl der Hilflosigkeit, da kaum Anhaltspunkte für die Ermittlungen vorhanden sind, vermittelt die Autorin hervorragend und man kann regelrecht nachempfinden, wie sich die Drei wie besessen in diesen Fall stürzen.

Von Anfang bis Ende ist die Geschichte absolut schlüssig und sehr spannend und temporeich angelegt. Wobei hier aber auch nie das Privatleben von Heinz Martin, Wagner und Laura zu kurz kommt. Dies ist aber auch bedingt dadurch, dass die Drei befreundet sind und sich so auch des Öfteren nach Dienstschluss treffen und zwangsläufig dann auch weiter über den Fall diskutieren. Die Übergänge zwischen Privaten und den laufenden Ermittlungen sind absolut fließend und geschickt in den Thriller eingebaut, sodass die ganze Story absolut rund und durchweg überzeugend wirkt.

Neben der gelungenen Beschreibung zur Gefühlswelt der Täterin sind auch alle anderen Charaktere authentisch und facettenreich gezeichnet. Da ist zum einen Heinz Martin, ein ordnungsliebender, stringent arbeitender Realist, der gerne einmal ein paar zynische Bemerkungen loslässt, wenn sein Freund Helmut Wagner wieder einmal bei einem Tatort oder bei einer Obduktion etwas blass um die Nase wird. Allerdings ist dieses Mal von seinem Zynismus nicht ganz so viel zu spüren, denn auch ihm gehen die Morde sehr nahe. Laura Campelli und Helmut Wagner haben momentan privat einige Probleme miteinander, sind öfters unterschiedlicher Meinung, gerade was die Vorgehensweise bei den Ermittlungen betrifft und hierbei kann besonders Laura sehr temperamentvoll reagieren, womit der zumeist sachliche agierende Wagner seine Probleme hat.
Fazit: Ein fesselnder, emotionaler und spannender Thriller, der durch seine authentisch gezeichneten Charaktere und einer komplexen Story überzeugt.


Montag, 22. August 2011

{SuB-Zuwachs} Interessante Bücherpost aus Innsbruck

Hallo Ihr,

heute klingelte ein netter DPD-Mitarbeiter und brachte mir ein Rezensionsexemplar vom Haymon Verlag, auf das ich schon ziemlich neugierig bin. Allerdings werdet Ihr Euch mit meiner Rezension noch etwas gedulden müssen ... ich habe nämlich momentan ziemlich wenig Zeit zum Lesen. Grund dafür ist: WIR HABEN URLAUB ... und nachdem wir unserem Carport ein neues Dach verpasst haben, ist nun Erhohlung angesagt und wir unternehmen momentan viele Tagesausflüge. Da ist natürlich keine Zeit zum Lesen, geschweige denn zum Rezensieren. Das geht jetzt sogar schon so weit, dass ich morgen meinen Laptop mitnehme, um während der Fahrt endlich meine Rezension zu "Das Liliengrab" zu schreiben.

Aber jetzt zum neuen Buch, das in mein Bücherregal eingezogen ist:

Andrej Kurkow
Der wahrhaftige Volkskontrolleur
Roman
ISBN: 978-3-85218-679-5
432 Seiten, Gebundene Ausgabe mit Lesebändchen
Aus dem Russischen von Kerstin Monschein

Inhalt:
Es ist unglaublich, was Pawel Dobrynin erlebt, nachdem er unerwartet zum „Volkskontrolleur auf Lebenszeit für die ganze Sowjetunion“ gewählt wird. Auf seiner Reise durch die Sowjetunion begleitet ihn eine Vielzahl von schillernden Figuren: darunter der geheimnisvolle Kremlträumer, der Gedichte vortragende Papagei Kusma und ein Engel, der aus dem Paradies desertiert ist. Der Engel ist auf der Suche nach einem Gerechten, um mit ihm gemeinsam ins Paradies zurückzukehren, denn bislang ist noch kein einziger Sowjetbürger dort eingegangen …


Autor:
Andrej Kurkow, Autor der Bestseller Picknick auf dem Eis und Der Milchmann in der Nacht, erzählt eine unterhaltsame und fesselnde Geschichte zwischen Fantasie und Wirklichkeit in der Sowjetunion. Dazu gibt es charmante Helden, eine abenteuerliche Geschichte und viel schwarzen Humor – ein echter Kurkow eben.


Liebe Grüße
Isabel

Donnerstag, 18. August 2011

{Rezension} Der Stalker von Tania Carver

Verlag: List Verlag
Übersetzer: Sybille Uplegger
Broschierte Ausgabe:
Genre: Englischer Thriller
ISBN: 978-3471350331
Erscheinungsdatum: 12. August 2011
Preis: 14,99 €

Ich wache über dich 

Die junge Suzanne Perry aus Colchester ist rundherum mit ihrem Leben zufrieden. Das ändert sich jedoch eines morgens als sie wie gerädert aufwacht und ein schrecklicher Alptraum sie belastet. Hatte sie doch geträumt, dass ein Fremder an ihrem Bett steht und sie berührt, ohne dass Suzanne etwas dagegen unternehmen kann. Als sie sich aus dem Bett quält und die Vorhänge zurückzieht, findet sie am Fenster ein Foto. Auf dem Bild ist sie abgebildet, schlafend in ihrem Bett und auf der Rückseite steht: Ich wache über Dich. Die herbeigerufene Polizei kann jedoch keine Einbruchsspuren feststellen. Zur gleichen Zeit wird die grausam entstellte Leiche einer jungen Frau gefunden und während noch die Ermittlungen von Phil Brennan und seinem Team auf Hochtouren laufen, verschwindet Suzanne spurlos und sie soll nicht die letzte junge Frau sein, die schon bald vermisst wird.

Tania Carver beginnt ihren Thriller gleich sehr rasant und hier kann man regelrecht das beklemmende, panikartige Gefühl von Suzanne nachfühlen, als ihr bewusst wird, dass jemand in ihrer Wohnung war und ihr Alptraum Realität ist. Dann lässt die Spannung jedoch schnell nach und wechselt zu den Ermittlungen von Phil Brennan und seinem Team. Man lernt so nach und nach die einzelnen Mitwirkenden kennen und auch Marina Esposito erscheint recht schnell auf der Bildfläche, jedoch ist ihr dieses Mal nur eine Nebenrolle zugedacht.

Und auch den Täter lernt man bereits recht früh kennen, allerdings bleibt seine Identität fast bis zum Schluss ein Rätsel, nicht jedoch sein Motiv. Die Handlungsstränge wechseln ständig, zumeist  an der interessantesten Stelle und so entwickelt sich die Story von Anfang an vielschichtig und undurchschaubar. Die Zusammenhänge zwischen dem Überfall auf Suzanne, den vermissten Frauen und der Toten am Fluss werden einem schnell klar und so liest man gespannt weiter, wie die Story nun weitergehen wird. Allerdings entwickelt sich der Thriller nach dem rasanten Start ziemlich spannungsarm und trotz der komplexen Handlung plätschert die Geschichte oft einfach nur so vor sich hin. Erst zum Schluss wird sie dann noch einmal richtig spannend.

An der der Story an sich liegt es nicht, diese ist wirklich gut durchdacht. Eher waren mir die Vertiefungen in das Privatleben der einzelnen Personen irgendwann zu viel, vor allem von Phil und Marina. Diese belasten nicht nur Phil und behindern ihn bei seiner Ermittlungsarbeit, auch mir war das irgendwann alles zu depressiv, spannungstötend und langatmig. Hinzu kommt, dass auch die Inhaltsangabe täuscht, denn die Rolle von Marina ist dieses Mal auf eine Nebenrolle beschränkt und erst ganz zum Schluss wird sie noch in den Fall mit eingebunden.  

Trotz allem lässt sich der Thriller jedoch leicht und flüssig lesen und auch ihre Charaktere zeichnet die Autorin gekonnt und stellenweise auch sehr undurchsichtig. Besonders die Beschreibung des Täters, sein krankhaftes Denken und Verhalten werden absolut überzeugend beschrieben. Beim aufmerksamen Lesen entdeckt man einige versteckte Hinweise, die einem bei der Identität des Täters weiterhelfen, allerdings hat mich die Lösung dann doch überrascht.

Fazit: Der Thriller beginnt äußerst rasant, allerdings plätschert die Handlung dann etwas vor sich hin, wobei die Story wirklich gut durchdacht und komplex ist, jedoch seltsam spannungsarm vermittelt wird und erst zum Schluss wieder richtig anzieht.


Mittwoch, 17. August 2011

{SuB-Zuwachs} Spannende und fantastische Bücherpost

Hallo Ihr Lieben,

was war das heute büchertechnisch gesehen ein toller Tag ... gleich drei Rezensionsexemplare haben Einzug in mein Bücherregal gehalten.


Einmal schickte mir der Piper Verlag (dafür ein ganz dickes Dankeschön) den 2. Thriller von Valentina Berger, den ich auch gleich anfangen werde zu lesen:


Das Liliengrab
Erscheint im September 2011
Kartoniert, 384 Seiten
€ 9,95 [D], € 10,30 [A], sFr 14,90
ISBN: 9783492258135

Schlaf, Kindlein, schlaf.

Von der Autorin des Psychothrillers »Der Augenschneider«

In einem Wald liegt ein lebloses Baby, gebettet auf Lilien. Gerichtsmediziner Heinz Martin steht vor einem grausigen Rätsel. Wie wurde der Säugling getötet? Doch dieser Mord ist erst der Anfang des Albtraums. Kurz darauf verschwindet ein weiteres Baby. Auch dieses findet man kurze Zeit später, auf einem Grab aus Lilien gebettet. Heinz Martin und sein Team jagen ein Phantom, doch das Böse macht auch vor ihren eigenen Kinderzimmern nicht halt … 


Das zweite Buch fällt mal wieder in das Genre Fantasy und ist das Romandebüt von Thomas Elbel

Asylon
Thomas Elbel
Erscheint im September 2011
Kartoniert, 448 Seiten 
 € 9,95 [D], € 10,30 [A], sFr 14,90
ISBN: 9783492267922

Ein Muss für alle Fans von »Metro 2033«.

Asylon ist die letzte Stadt der Erde. Das einzige Bollwerk der Zivilisation, umgeben von endloser Wüste und hungrigen Heerscharen. Das jedenfalls denken ihre Bewohner. Torn ist Mitglied einer Spezialeinheit, die das Gleichgewicht zwischen den herrschenden Clans wahrt. Als dunkle Mächte seine Familie und sein Leben zu vernichten drohen, sieht er sich gezwungen, Asylons tödliche Außengrenze zu durch brechen. Doch das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt, wird alles infrage stellen, woran Torn je geglaubt hat.



Ja, und dann kam vom MIRA Taschenbuchverlag der 2. Band der Flynn-Brothers-Trilogie. Ein herzliches Dankeschön dafür.


Erntemord
Heather Graham
ISBN 978-3-89941-832-3
Taschenbuchausgabe, 368 Seiten
ISBN 978-3-89941-832-3
Preis: 9,95 €
Ein unerwartetes Erbe – und Mächte, mit denen sie nicht gerechnet haben: die Flynn-Brothers-Trilogie von Heather Graham!

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Vogelscheuche, ist die Leiche einer jungen Frau, ein Lächeln ins Gesicht geschnitten, das Genick gebrochen. Schnell glauben die Menschen in Salem, dass der gefürchtete Sensenmann mehr als nur ein Gerücht ist. Jeremy Flynn hat keine Zeit für Schauergeschichten. Er sucht in Salem die Frau eines Freundes, die spurlos von einem Friedhof verschwand. Bei seinen Recherchen stößt er auf die Okkultexpertin Rowenna Cavanaugh, die davon überzeugt ist, dass der Horror der Vergangenheit wieder lebendig geworden ist. Bald schon muss Jeremy sich dem Unglaublichen stellen – denn auch Rowenna droht, der Verführung des Sensemanns zu erliegen.

"Traumnachrichten und Vorahnungen, Geistersichtungen, fähige Detektive und faszinierende Charaktere vermischen sich zu einem wahren Gänsehautthriller."
Publishers Weekly

Liebe Grüße
Isabel


Dienstag, 16. August 2011

{Rezension} Ohrenzeugen von Wildis Streng

Verlag: Gmeiner Verlag
Taschenbuchausgabe: 366 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 978-3-8392-1191-5
Erscheinungsdatum: 11. Juli 2011
Preis: 11,90 €



Langohrige Zeugen

Am Morgen findet die Bäuerin Weidner ihren Mann Rudolf mit einer Axt erschlagen im Hasenstall. Die schnell herbei geholte Kripo in Person von Lisa Luft und Heiko Wüst finden in der Hand des Toten eine alte Taschenuhr mit einer Gravur. Doch trotz diesem markanten Beweisstücks ist der Mörder nicht auffindbar und so ermitteln Lisa und Heiko intensiv im Kreis der Hohenloher Kleintierzüchter.  Zwar hatte Bauer Weidner nicht nur Freunde, doch ein rechtes Motiv lässt sich einfach nicht finden. Merkwürdig ist auch, dass weder seine Frau noch seine Kinder sehr um Rudolf Weidner zu trauern scheinen.

Wildis Streng beginnt ihr Krimidebüt mit dem Mord an dem Züchter. Danach lernt man erst einmal die beiden Kommissare wie auch so nach und nach einige Einwohner des Dorfes kennen. Dies ist mit sehr viel Lokalkolorit gespickt, hinzu kommt, dass die Autorin die Dorfbewohner wie auch Kommissar Heiko Wüst oft im Hohenloherer Dialekt sprechen lässt. Stellenweise hatte ich etwas Probleme, wie auch die aus NRW stammende Kommissarin Luft, den Dialogen zu folgen. Doch mit der Zeit geht es ziemlich gut und selbst wenn man einiges nicht versteht, ist doch der Zusammenhang leicht erkennbar. Hierdurch kann man sich aber auch sehr gut in Lisa hineinversetzen,  die genau dieselben Probleme hat und sich dann mit vielen Fragezeichen in den Augen an ihren sympathischen Kollegen wendet, der jedes Mal bereitwillig übersetzt.

Dadurch, dass die Autorin sehr auf ihre verschiedenen Mitwirkenden eingeht, erhält man bald eine genaue Vorstellung von ihnen, allerdings weiß man gleichzeitig aber auch, dass irgendeiner von diesen etwas zu verbergen haben muss. Denn die erwähnten Personen sind überschaubar und einer davon muss demnach ganz offensichtlicher der Mörder gewesen sein. Allerdings tappt man genauso wie die Kommissare lange Zeit im Dunkeln und die Auflösung ist stellenweise wirklich überraschend und war so nicht vorhersehbar.

Sehr spannungsgeladen ist der Krimi jetzt nicht unbedingt zu bezeichnen, jedoch wunderbar unterhaltsam. Wildis Streng gelingt es problemlos, eine atmosphärische Dichte aufzubauen, ihre Charaktere liebevoll zu beschreiben und die Story interessant, amüsant und abwechslungsreich zu erzählen. Sie legt gleich viel Wert auf die Ermittlungsarbeit wie auch auf das Privatleben ihrer Kommissare. Allerdings treffen sich Lisa und Heiko auch privat gelegentlich und dadurch verbinden sie auch oft Privates mit Dienstlichen.

Fazit: Ein wirklich gelungenes Debüt. Wildis Streng ist ein ungemein unterhaltsamer Krimi gelungen, der mit viel Lokalkolorit versehen ist und wunderbar gezeichnete Charaktere vorweisen kann.



Montag, 15. August 2011

{Leseeindruck} Der letzte Schattenschnitzer von Christian von Aster

Verlag: Klett-Cotta Verlag
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-608-93917-0

Erscheinungsdatum: 23. September 2011
Preis: 19,95 €


Ehrt Eure Magier

Jemand, der zwar kein Magier ist, dennoch deren Leben sehr gut kennt und vieles gesehen hat, was andere niemals sehen werden, erzählt die Geschichte des Zauberers Jonas Mandelbrodt, seinem Mentor.

Nach dem Prolog, indem man den Schreiber dieser Geschichte zwar nicht unbedingt kennengelernt so aber doch ein wenig über ihn erfahren hat, beginnt das Buch mit den ersten Jahren im Leben von Jonas Mandelbrodt.

Man merkt in jeder Zeile, dass der Schreiber der Geschichte Jonas Mandelbrodt verehrt hat, so warmherzig und gefühlvoll ist diese geschrieben. Und  diese Gefühle dem Leser zu vermitteln, ist Christian von Aster  hervorragend gelungen. Sowieso ist sein Schreibstil sehr lebendig, fesselnd und lässt einen augenblicklich in diese fantastische Geschichte eintauchen.

Auf den rund 30 Seiten erfährt man etwas über Jonas, wie er heranwächst und das erste Mal die Stimme seines Schattens hört. Aber auch über das Dasein der Schatten selbst liest man auf diesen Seiten. Und über Edward Lysander Meredith, der im gesegneten Alter von 93 Jahren stirbt. Der alte Herr war ein Sammler gewesen, besonders alte Bücher hatten es ihm angetan.

Das alles ist stellenweise schon recht spannend, in jedem Fall sehr mysteriös und rätselhaft und durchweg unterhaltsam. Der Anfang der Geschichte macht einfach Lust auf mehr, die Neugier ist geweckt und der flüssige Schreibstil von Christian von Aster verspricht bereits jetzt eine fantastisch spannende Story.

Die Leseprobe könnt Ihr hier selbst lesen.


Mittwoch, 10. August 2011

{Rezension} Morrisons Versteck von Peter Henisch

Verlag: Haymon Verlag
Taschenbuchausgabe: 302 Seiten
Genre: Biografie
ISBN: 978-3852188843
Erscheinungsdatum: 09. Juni 2011
Preis: 9,95 €

Auf den Spuren Morrisons

Auf der Rückseite des Taschenbuches steht: „…  - ein Muss für alle Doors-Fans und jene, die es werden wollen.“ Bei dem zweiten Teil des Satzes habe ich mich angesprochen gefühlt. Zumal ich zwar selten aber doch ab und an gerne Biografien lese. Außerdem hat mich die Person Jim Morrison interessiert und besonders der Mythos, der um sein kurzes Leben entstanden ist. Was war so besonders an dem Lizard-King, der in kurzer Zeit mit seiner Rockband The Doors regelrecht zu einer Legende wurde und mit nur 27 Jahren in Paris starb? Und die Biografie mit einem Augenzwinkern zu erzählen und Morrison irgendwo in der Nähe eines abgelegenen Dorfes ein Eremitenleben führen zu lassen, fand ich eine gelungene Idee. Und so bin ich voller Vorfreude ans Lesen gegangen und wurde ziemlich enttäuscht.

Peter Henisch erzählt das Leben von Jim Morrison mithilfe der Fotografin Petra und dem Journalisten Paul. Dieser kennt die Fotografin schon viele Jahre und hat fast genauso lange nichts mehr von ihr gehört. Bis Petra ihm einen seltsamen Brief schreibt, indem sie ihm mitteilt, dass sie an einem Ort, den sie geheim halten möchte, Jim Morrison begegnet sei und dies rund 20 Jahre nach dessen Tod. Auf diesen einen folgen weitere Briefe, indem Petra dem Journalisten von Gesprächen mit M (so nennt Petra den Rocksänger) schildert. Ungefähr zur selben Zeit erhält Paul ein Angebot für eine Lesereise nach Amerika und dies verbindet er damit, den Spuren des Rockstars zu folgen. Diese schildert er gleichfalls einem Freund mithilfe von Briefen.

Dies alles hört sich jetzt erst einmal sehr originell an, doch es ist einfach nur verwirrend. Mir ist es unheimlich schwer gefallen, dem eigenwilligen Schreibstil von Peter Henisch zu folgen. Zu oft wechselt er die Perspektiven, sodass ich oft gar nicht wusste, ob jetzt gerade die Geschichte von Paul oder von Jim Morrison erzählt wird. Immer wieder wechselt er ins Englische, lässt Liedtexte einfließen, dann wieder verwendet er anscheinend Auszüge aus Dokumenten oder Interviews, mal in Deutsch mal in Englisch. Aber das Ganze wirkte auf mich stellenweise total zusammenhangslos und die Gedankengänge des Autors konnte ich oft nicht nachvollziehen. Hinzu kam, dass Peter Henisch seinen Schwerpunkt nicht auf Morrison legt, sondern ziemlich ausgewogen über Paul wie auch Morrison berichtet. Hier hätte ich mir etwas mehr Morrison und etwas weniger Paul gewünscht.

Wie gesagt steht auf der Rückseite des Buches: Für alle Doors-Fans oder jene, die es werden wollen. Meiner Meinung nach ist dies ein Buch ausschließlich nur für Doors-Fans.  Man merkt, dass Peter Henisch sich ausgiebig mit der Person Morrison und dessen Leben beschäftigt hat und so fehlte mir einfach viel zu viel Hintergrundwissen, um viele Passagen verstehen zu können. Ab der Mitte des Buches habe ich mir im Internet eine Kurzbiografie von Jim Morrison und The Doors durchgelesen und konnte dann wenigstens einigermaßen den Gedankengängen des Autors folgen.

Fazit: Für Jim Morrison Fans ist dieses Buch mit Sicherheit ein Muss und auch eine Bereicherung, für Leser, die den Rocksänger und sein Leben ein weniger kennenlernen möchten, kann ich das Buch jedoch nicht empfehlen.

{SuB-Zuwachs} Spannende Bücherpost

Hallo Ihr Lieben,

oahh ... heute "regnet" es ja wieder Bücher ... freu ... jubel!!! Bei vorablesen.de hatte ich vor Kurzem mal wieder Glück gehabt und bin für ein Leseexemplar ausgelost worden ... und eben habe ich es aus der Packstation geholt und natürlich sofort mit lesen angefangen.

CUT
Amanda Kyle Williams
Gebunde Ausgabe: 432 Seiten
ISBN: 978-3-8052-5006-1
Erscheinungsdatum: 16. September 2011
Preis: 19,95 €
Wunderlich Verlag

Inhalt:
«Mein Name ist Keye Street. Der Vorname stammt von meinem asiatischen Großvater, den Nachnamen haben mir meine Adoptiveltern verpasst. Von Beruf bin ich Detektivin, genauer gesagt Privatdetektivin. Ansonsten bin ich trockene Alkoholikerin und Fan von Cheeseburgern und Donuts. Früher wurde ich mit Special Agent Street angesprochen. Klingt nicht übel, oder?
Ich hatte einige praktische Erfahrung, bevor ich als Profilerin in das NCAVC, das Nationale Zentrum für die Analyse von Gewaltverbrechen in Quantico, versetzt wurde. Ein paar Jahre später nahm mir das FBI meinen Dienstausweis und meine Waffe ab und überreichte mir die Entlassungspapiere.‹Sie haben die Fähigkeiten und das Talent, Dr. Street. Es fehlt Ihnen lediglich an Konzentration.› Ich weiß noch, wie ich in dem Moment dachte, dass mir nur eines fehlte. Und zwar ein Drink, was natürlich Teil des Problems war.»
Inzwischen ist Keye Street trocken. Als ein Serientäter in Atlanta vollkommen wahllos Menschen umbringt, wird sie von ihrem alten Freund Lieutenant Rauser in die Ermittlungen hineingezogen. Bald steckt sie tief in einem der gruseligsten Fälle, die sie je erlebt hat. Denn die Leute öffnen immer die Tür, wenn der Mörder klingelt. Dann sticht er zu – immer und immer wieder .


Da das Buch erst am 16. September 2011 erscheint, kommt leider meine Rezi wegen der Sperrfrist auch erst im September.

LG Isabel

{SuB-Zuwachs} Historische Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

momentan halte ich mich ja mit Buchkäufen zurück, einfach deswegen, um endlich mal meinen SuB etwas abzubauen. Allerdings stand jetzt wieder die Quartalsbestellung vom Club an und da MUSS ich ja leider ... grins ... bestellen. Natürlich ist es mal wieder nicht bei einem Buch geblieben, sondern es sind zwei geworden und das erste kam heute.

Vor kurzem habe ich ja mit Begeisterung den ersten Band der Hebammen-Reihe von Sabine Ebert gelesen, der zweite Band steht schon im Regal und da ja im Oktober der mittlerweile 5. Band herauskommt, habe ich mir jetzt schon mal den 3. Band bestellt, in der Hoffnung, vielleicht bis Oktober - November alle bisher erschienenen Bücher gelesen zu haben.

Sabine Ebert
Die Entscheidung der Hebamme
Taschenbuch: 672 Seiten
ISBN: 978-3-426-63835-4 
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2008
Preis: 9,99 €

Inhalt:
Die Geschichte von Marthe und Christian geht weiter Hoftag in Magdeburg 1179: Kaiser Friedrich Barbarossa ist entschlossen, Heinrich dem Löwen den Prozess zu machen. Das bedeutet Krieg. Christian und Marthe müssen damit rechnen, dass er auch ihr Dorf in der Mark Meißen erreicht. Bald darauf nimmt Markgraf Otto von Wettin Christian als einen seiner Heerführer mit in den Kampf. Währenddessen steht Marthe in Christiansdorf vor einer ganz anderen Herausforderung: Otto hat für die Zeit des Kriegszuges seinen machtbesessenen ältesten Sohn das Kommando über die Christiansdorfer Burg übertragen. Diesem sind Christian, Marthe und ihre Anhänger schon lange ein Dorn im Auge. Mit Mut und Schläue versuchen die Dorfbewohner, sich gegen den gnadenlosen Albrecht zu behaupten. Doch viel muss geschehen, bis Christians Traum wahr wird und aus dem Dorf eine Stadt: Freiberg.

Das zweite Buch meiner Bestellung erscheint erst Mitte August und sobald es da ist, stelle ich es Euch natürlich auch noch vor.

Liebe Grüße
Isabel

Montag, 8. August 2011

{Rezension} Die Nacht von Berlin von Herbert Beckmann

Verlag: Gmeiner Verlag
Taschenbuchausgabe: 326 Seiten
Genre: Historischer Krimi
ISBN: 978-3839212158
Erscheinungsdatum: 08. August 2011
Preis: 12,90 €



Ein Künstler im Fach Mord

Im September 1911 wird die Leiche einer jungen Frau angeschwemmt. Die Berliner Kommissare gehen von Selbstmord aus. Ein paar Tage später werden die bizarr zur Schau gestellten Leichen einer Familie gefunden, der vermeintliche Mörder ist schnell ermittelt. Nur der junge Kriminalanwärter Edmund Engel hat hier so seine Zweifel. Und als bereits ein paar Tage später wieder eine offensichtlich mit Absicht kostümierte Tote gefunden wird, geht Engel von einem Serientäter aus. Doch hiervon wollen weder die ermittelnden Kommissare noch der Polizeipräsident etwas wissen, diese ziehen eine einfache Lösung vor. Der Kriminalanwärter wird von oberster Stelle ruhig gestellt, doch Edmund erhält von unerwarteter Seite Unterstützung. Denn auch dem Nervenarzt Adolf Muesall fallen Zusammenhänge bei den Morden auf und er bietet Engel seine Hilfe an.

Anfang des 20. Jahrhunderts ist Berlin Weltstadt, seine Majestät lebt hier, die Stadt ist mondän, seine Einwohner vergnügungssüchtig und auf Skandale erpicht.  Somit ist natürlich das Interesse der Berliner an den Morden sehr groß, vor allem, da die Opfer alle mehr oder weniger im Umfeld des Metropol-Theaters zu  finden sind. Plötzlich sind die Vorstellungen ausverkauft und „Die Berliner Nacht“ in aller Munde. Selbst seine Majestät hat großes Interesse an der Aufklärung der Morde und so gehen die zuständigen Kommissare liebend gerne den einfachen Weg, folgen dem Offensichtlichen und hinterfragen nicht. Ungereimtheiten werden geflissentlich übersehen, vor allem, wenn schnell ein Tatverdächtiger zur Hand ist.

Herbert Beckmann gelingt es sehr gut, einem das mondäne Weltstadtleben Berlins näher zu bringen, einem die High Society wie auch die Bürger am Rande der Armut vorzustellen. Das Ganze gepaart mit den Erwähnungen vieler Berliner Sehenswürdigkeiten und Straßennamen wirkt der historische Krimi dadurch atmosphärisch dicht umgesetzt.  Und so dauert es auch nicht lange bis man das lebhafte Treiben Berlins mit seinen Droschken, Gaslampen, Automobilen und den Empfängen vor Augen hat.

Der Schreibstil des Autors ist eher ruhig angelegt, wobei er auch bei einzelnen Personen immer mal wieder in den Berliner Dialekt wechselt. Seine Charaktere sind bei weitem nicht durchweg sympathisch angelegt. So wirken gerade die ermittelnden Kommissare sehr arrogant, überheblich und blasiert. Ganz anders dagegen Edmund Engel. Der junge Kriminalanwärter ist eher schüchtern und zurückhaltend, aber dennoch überaus neugierig und in seinem Denken absolut modern und hat somit große Probleme, das antiquierte Denken seiner Vorgesetzten nachzuvollziehen, geschweige denn, ihnen seine Gedankengänge näher zu bringen.

Die Geschichte konzentriert sich fast ausschließlich auf die Ermittlungen der Morde und geht auf die private Seite der Mitwirkenden fast kaum ein. So ist es mir anfangs ein wenig schwer gefallen, einen Bezug zu den Charakteren zu bekommen, dies hat sich mit der Zeit jedoch gelegt. Spannung baut sich jetzt nicht unbedingt auf, auch wenn der Autor immer mal wieder dem Täter ein wenig Platz einräumt. Aber die Geschichte ist durchweg unterhaltsam und interessant beschrieben und fängt sehr gut die damalige Stimmung ein. Und auch wenn der Täter gelegentlich in Erscheinung tritt, bleibt dessen Motiv wie auch seine Identität bis zum Schluss  verborgen, löst sich aber auf den letzten Seiten dann schlüssig auf und hier wird die Geschichte dann auch richtig spannend.

Fazit: Nicht unbedingt ein spannender historischer Krimi, jedoch gelingt es dem Autor mühelos, einem das Berliner Flair Anfang des 20. Jahrhunderts näher zu bringen und dies alles verpackt in eine sehr unterhaltsame und interessante Story.


{Sonstiges} Bald hat das Warten ein Ende ...


... am 18. August erscheint  "Die Legenden der Albae. Vernichtender Hass" von Markus Heitz 

Klappenbroschur, 600 Seiten
ISBN: 978-3492701976
Preis: 15,99 €

Anfang September begibt sich der Autor, begleitet von der Band QNTAL, auf eine aufwändig inszenierte Lesetour, um seinen Fans die langersehnte Fortsetzung seines Bestsellers "Gerechter Zorn" vorzustellen.

Die Veranstaltungen:

03.09.2011 NCN Festival, Kulturpark Deutzen
04.09.2011 K17 Club, Berlin
05.09.2011 Forum Rheinhausen, Duisburg
06.09.2011 Audimax, Zweibrücken

Markus Heitz hat bei Piper vorab bereits 5 Fragen zum neuen Buch beantwortet, die ihr hier nachlesen könnt.

Genauere Infos zu den Veranstaltungen finden ihr auch unter dem Link: http://www.piper-fantasy.de/content/markus-heitz-die-tour