Leseempfehlungen

Montag, 13. Juli 2009

{Rezension} Der dunkle Pfad von Jane Adams


Übersetzer: ---
Gebundene Ausgabe: ---
ISBN: 340412880X
Genre: Englischer Krimi
Erscheinungsdatum: 1998
Preis: ---

Mystisch angehauchter Krimi

Mitte der 70er Jahre in Norfolk an einem schönen Augusttag: die 12-jährige Suzie nimmt zusammen mit ihrer 2 Jahre jüngeren Cousine Cassie die Abkürzung über den Greenway, ein abgelegener dunkler Pfad, um den sich Sagen und Legenden ranken. Mitten auf dem Pfad stürzt Cassie und wird bewusstlos. Als sie kurze Zeit später wieder wach wird, ist Suzie spurlos verschwunden. Es beginnt eine fieberhafte Suche, doch Suzie bleibt verschwunden. Zwanzig Jahre später. Cassie wird nach wie vor noch von Alpträumen an diesen schicksalhaften Tag heimgesucht. Um sich endlich ihren Ängsten zu stellen, beschließt Cassie, zusammen mit ihrem Mann und einem befreundeten Ehepaar ihren Urlaub in Norfolk zu verbringen. Kurz nachdem sie in ihrem Heimatort ankommen, verschwindet wieder ein Mädchen auf dem Greenway und die Ermittlungen ergeben, dass das Verschwinden des kleinen Mädchens im Zusammenhang mit dem damaligen Verschwinden von Suzie steht und Cassie scheint „der Schlüssel“ zu diesem Rätsel zu sein.

Der Autorin gelingt es mühelos, eine düstere, unheimliche Atmosphäre zu schaffen und ihre Beschreibungen über den Greenway und der Umgebung sind sehr bildhaft. Auch ihre Protagonistin lässt die Autorin fast sofort für den Leser lebendig werden. Sie beschreibt Cassie, aber auch alle anderen Beteiligten, sehr facettenreich, sodass sie sehr schnell Konturen annehmen. Besonders die Schuldgefühle und Alpträume, die Cassie nach wie vor noch quälen und ihr Versuch, dagegen anzukämpfen, sind von der Autorin sehr feinfühlig beschrieben.

Die Geschichte hat Spannungspotential, ohne Frage und dies wurde von Jane Adams auch sehr gut umgesetzt, sodass während des gesamten Buchs hinweg keine Längen entstehen. Allerdings driftet die Geschichte zwischenzeitlich etwas zu sehr ins Mystische ab, was der Story die Glaubwürdigkeit nimmt. Auch ist das Ende nicht wirklich schlüssig und nachvollziehbar umgesetzt.


Fazit: Spannender, mystisch angehauchter Krimi mit einem unglaubwürdigen Ende.

{Rezension} Das Halsband der Taube von E. W. Heine


 
Verlag: btb-Verlag
Taschenbuchausgabe: 384 Seiten
ISBN: 3442720001 
Genre: Historischer Roman / 13. Jahrhundert
Erscheinungsdatum: 01. Dezember 1996
Preis: 9,50 €


Atemberaubende Reise in eine fremde Kultur

Im Jahr 1231 wird Herzog Ludwig von Bayern Opfer eines Attentats. Die Spuren des Attentäters führen zu einem Templer, der lange Jahre im Orient gelebt hatte und dessen Rückkehr nicht bekannt war. Aus diesem Grund wird sein Zwillingsbruder Orlando, ebenfalls ein Angehöriger des Templerordens, beauftragt, die Spuren seines Zwillings zurückzuverfolgen, um die Hintergründe der Tat zu erfahren. So macht sich Orlando auf die gefahrvolle Reise und erreicht nach beschwerlichen Wochen sein Ziel: die Feste Alamut in Persien. Dort angekommen verfällt er schon nach kurzer Zeit immer mehr dem Zauber der fremden Kultur und verstrickt sich immer tiefer in ein Doppelspiel.

Farbenprächtig von der ersten Seite an erzählt E. W. Heine seine Geschichte rund um seinen Protagonisten Orlando. Die Handlung beginnt anfangs eher wie ein historischer Krimi mit der Ermordung von Ludwig von Bayern und den anschließenden Ermittlungen. Allerdings ändert sich dies schnell als sich Orlando auf den Weg in den Orient macht. Die Reisebeschreibungen sind sehr bildhaft, sodass man sich seine beschwerliche Reise mühelos vorstellen kann. Auch die anschließende Ankunft und sein Leben in der Feste beschreibt E. W. Heine so detailreich, dass man diese beim Lesen vor Augen hat.

Die Beschreibungen der unterschiedlichen Kulturen und deren Zusammentreffen aufeinander hat E.W. Heine hier äußerst interessant und informativ umgesetzt, ohne dabei auch nur einmal langatmig zu werden. So wird einem nach und nach die islamische Lebens- und Denkweise näher gebracht, sodass anfangs befremdliche Handlungen mit der Zeit verständlich werden.

Seinen Protagonisten Orlando beschreibt der Autor ebenfalls ausgesprochen facettenreich, seine anfänglichen Bedenken und auch Ängste gegenüber der islamischen Kultur sind glaubwürdig umgesetzt und ebenso glaubwürdig ist der langsame Wandel und das Umdenken von Orlando beschrieben, der fast schleichend eintritt.

Alles in allem ein äußerst spannender, unvorhersehbarer Historienroman, der den Leser mit seiner blumigen Sprache fantastisch unterhält.

{Rezension} Verschwörung beim Heurigen von Paul Grote



Verlag: dtv-Verlag 
Taschenbuchausgabe: 400 Seiten
ISBN: 3423210184 
Genre: Deutscher Krimi
Erscheinungsdatum: 01. September 2007
Preis: 8,95 €


Urlaub mal anders als geplant

Der Übersetzer Carl Breitenbach und seine Frau Johanna machen Ferien am Neusiedler See. Das Ehepaar hat sich mit den Jahren auseinander gelebt und so ist es nicht verwunderlich, dass jeder den Urlaub auf seine Art verbringt. Carl sucht seine in Stuttgart bei einer Weinprobe kennen gelernte Bekannte auf, die Winzerin Maria Sandhofer, während seine Ehefrau sich lieber anderen Freizeitaktivitäten widmet und mit dem ortsansässigen Surflehrer anbändelt. So könnte der Urlaub für die Beiden ja durchaus harmonisch ablaufen, wenn da nicht plötzlich ein Mord passieren würde und Carl dummerweise gerade auch noch zur Tatzeit am Tatort ist und den Mörder flüchten sieht. Und so dauert es nicht lange, bis Carl für die Polizei vom Kronzeugen zum Hauptverdächtigen wird.

Der Autor stellt seinen Protagonisten Carl Breitenbach als einen etwas trotteligen, weltfremden, aber doch durchaus sympathische Weinliebhaber hin, der während der Ermittlungen aus seiner Haut schlüpft und durchaus auch mal etwas anderes im Kopf hat als Bücher und Wein. Dies ist glaubwürdig umgesetzt und für den Leser in jeder Situation nachvollziehbar, da viele Szenen einfach wie aus dem Leben gegriffen wirken. Seine Frau Johanna wie auch die übrigen Mitwirkenden beschreibt Paul Grote sehr lebensnah, authentisch und facettenreich, sodass man sich mühelos in sie hineinversetzen kann.

Der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf und hält mühelos bis zum Schluss. Die Story ist schlüssig umgesetzt und lässt auch etwas Platz zum Schmunzeln, sei es aus Schadenfreude oder aber auch, weil der Autor einige amüsante Szenen eingebaut hat.

Alles in allem ist Paul Grote ein unterhaltsamer, spannender Krimi gelungen, der rund um den Neusiedlersee spielt und einen noch ganz so nebenbei etwas über den Weinbau erfahren lässt.

{Rezension} Amokspiel von Sebastian Fitzek



Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
ISBN: 3426637189 
Genre: Deutscher Thriller / Psychothriller
Erscheinungsdatum: 01. April 2007
Preis: 8,95 €


Geiselnahme im Radiosender

Ein Geiseldrama in einem Radiosender. Jan May hat die Kontrolle über den Sender an sich gerissen und droht damit, alle halbe Stunde ein Geisel zu töten bis seine Freundin Leonie wieder bei ihm ist. Doch Leonie ist tot, nur will Jan dies nicht wahrhaben. Mit der Geiselnahme wird die Kriminalpsychologin Ira Samin beauftragt. Ira, gepeinigt von Schuldgefühlen und alkoholabhängig, hatte eigentlich für heute etwas anderes geplant, nämlich ihren Selbstmord, da der Tod ihrer ältesten Tochter zu schwer auf ihr lastet. Doch alles kommt anders und Ira muss sich nun mit dem Geiselnehmer auseinandersetzen und versuchen, ihn zur Aufgabe zu überreden.

Die Geschichte beginnt mit dem versuchten Selbstmord von Ira und geht nahtlos in die Geiselnahme über. Die Story ist schlüssig umgesetzt und Sebastian Fitzek gelingt es mühelos, den Leser gleich an das Buch zu fesseln, was seiner flüssigen, lebendigen Schreibweise anzurechnen ist.

Seine Protagonistin Ira beschreibt er wirklich sehr lebendig und authentisch, sodass man gleich ein Gefühl für sie bekommt und auch gut ihren Kampf gegen die Alkoholsucht, die zwangsläufig während der Geiselnahme aufkommt, nachvollziehen kann. Ebenso ist die Balance zwischen ihrer Schwermut und ihrem verzweifelten Kampf um die Geiseln realistisch und nachvollziehbar beschrieben.

Spannung ist praktisch von der ersten Minute an vorhanden und hält sich mühelos über den gesamten Thriller hin und wird noch verstärkt durch die interessanten Wendungen, die die Handlung im Lauf der Geschichte nimmt.

Alles in allem ist Sebastian Fitzek hier wieder ein facettenreicher und überaus spannender Thriller gelungen, der einen von der ersten Seite an fesselt.

{Rezension} Der Kuss des Verfemten von Susan Hastings



Verlag: Area Verlag 
Taschenbuchausgabe: 432 Seiten
ISBN: 3899961218 
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsdatum: 2003
Preis: ---


Seichter Historienroman mit einem Schuss Erotik

10 Jahre musste die 16-jährige Isabella im Kloster verbringen. Nun ist sie auf dem Heimweg zur Burg ihres Vaters, dem Herzog von Frankenau. Da sie seine einzige Tochter ist und nun im heiratsfähigen Alter, soll bei einem festlichen Turnier ihr zukünftiger Ehemann bestimmt werden. Doch alles kommt anders: Kurz vor der Burg ihres Vaters wird Isabella mit ihrer Eskorte von Raubrittern überfallen und ausgeraubt. An das einzige, an das sie sich erinnern kann, ist ein Raubritter mit strahlend blauen Augen. Als sie schließlich verspätet auf der Burg ihres Vaters ankommt, glaubt sie in Ritter Michael diesen Raubritter wieder zu erkennen, verrät ihn jedoch nicht. Schließlich kommt der Tag des Turniers und Isabella weigert sich, Ritter Grundram, den Sieger zu heiraten. Anschließend überschlagen sich die Ereignisse, als festgestellt wird, dass ein Komplott geschmiedet wurde, um Isabella zu ermorden.


Die Geschichte beginnt recht spannend mit dem Überfall der Raubritter auf Isabella und ihrer Eskorte und diese Spannung hält schon das ganze Buch hinweg an. Allerdings ist die Sprache bzw. der Schreibstil von Susan Hastings sehr einfach, wenn nicht sogar platt. Man fühlt sich während des gesamten Buches an einen Groschenroman erinnert.

Die Figuren sind sehr klischeehaft beschrieben: Auf der einen Seite die junge, schöne Maid, die endlich ihrer großen Liebe begegnet, dies aber natürlich nur über Umwegen zu bewerkstelligen ist, da ja sonst nach 50 Seiten schon Feierabend wäre mit der Geschichte und natürlich der böse, böse Gegenpart, hier in Form von Rupert de Cazeville. Und natürlich darf hier auch ein ordentlicher Anteil an Romantik und Erotik nicht fehlen. Das alles wirkt doch sehr konstruiert und vorhersehbar.


Fazit: Alles in allem liest sich der Roman recht flüssig und unterhaltsam und ist vielleicht für einen Schwimmbadbesuch ein ganz netter Zeitvertreib, aber auch nicht wirklich mehr.

{Rezension} Der Schädeltypograph von Jens Lossau und Jens Schuhmacher



Gebundene Ausgabe: 226 Seiten
ISBN: 3797308019
Genre: Deutscher Krimi / Mainz
Erscheinungsdatum: April 2002
Preis: 17,90 €


Ein Krimi der anderen Art

Im Gutenbergmuseum in Mainz werden wertvolle Drucktypen entwendet, dann entdeckt eine Spaziergängerin eines Morgens auf dem Zentralfriedhof, dass 6 Leichen aus ihren Gräbern gerissen wurden und schließlich geschieht noch ein Mord an einem Studenten, bei dem ebendiese gestohlenen Drucktypen Verwendung finden. Sofort warnt die Presse vor dem „Schädeltypographen“. Da im ganzen Bundesland solch merkwürdige Morde passieren, wurde eine entsprechende Sonderkommission gebildet. Die Beamten Passfeller und Grosch, Mitglieder der SK 66, reisen nach Mainz, um den Fall zu übernehmen, was natürlich der örtlichen Polizei nicht gerade gelegen kommt. Es dauert nicht lange, bis sie auf eine Spur stoßen, die sie zurück in Gutenbergs Zeit führt. Im 15. Jahrhundert gab es eine Sekte, die einen vorzeitlichen Gott namens Morgáthoan verehrte und diesen wieder erwecken wollte. Anscheinend planen ein paar Verrückte genau dies in Mainz der Gegenwart.

Den beiden Autoren ist es gelungen, einen spannenden und interessanten Krimi zu schreiben, der den Leser auch immer mal wieder verwundert schmunzeln lässt. Die Spannung ist – auch bedingt durch den interessanten geschichtlichen Hintergrund – von Anfang an gegeben und hält sich mühelos bis zum Ende des Buches. Der trockene Humor des Autorenduos, der hier immer wieder durchblitzt, wie auch ihre flüssige Schreibweise sorgen dafür, dass während des Lesens keine Langeweile aufkommt.

Ihre beiden Protagonisten Passfeller und Grosch sind herrlich schräg und respektlos und ihre Macken sind sehr liebenswürdig beschrieben. Die Art ihrer Ermittlung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, doch schon schnell hat man sich daran gewöhnt und genießt es, einfach mal einen etwas anderen Thriller zu lesen. Auch ein Plus sind die trefflichen Beschreibungen von Mainz, sodass sich auch Nichtorskundige sofort heimisch fühlen werden.

Fazit: Ein Thriller der anderen Art: Spannende Story gepaart mit schrägen Humor und nicht nur für Mainz-Fans ein Muss!!

{Rezension} Der Kruzifix-Killer von Chris Carter


Übersetzer: Maja Rößner
Taschenbuchausgabe: 480 Seiten
ISBN: 3548281095
Genre: Amerikanischer Thriller
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2009
Preis: 9,95 €


Der Kruzifix-Killer mordet wieder

Robert Hunter ist Profiler und Detective bei der Mordkommission in Los Angeles. Vor ein paar Jahren verfolgte er einen perfiden Serienmörder, dem man den Spitznamen "Kruzifix-Killer" gab. Durch Zufall kamen die Ermittler damals auf seine Spur, konnten ihn überführen und er wurde vor 1 Jahr hingerichtet. Eines Nachts werden Hunter und sein neuer Kollege Carlos Garciaeinem Tatort gerufen. Eine wunderschöne junge Frau wurde auf bestialische Art zu Tode gefoltert und eine schier unmögliche Entdeckung machen die Ermittler bei der Leiche: Zwei übereinander liegende Kreuze im Nacken der Toten - Das Erkennungszeichen des Kruzifix-Killers. Kurze Zeit später erhält Hunter einen Anruf des Killers und ihm ist klar, damals muss der falsche Mann hingerichtet worden sein.

Chris Carter beginnt im Prolog mit dem Ende des Thrillers und lässt dies aber geschickt offen. Erst danach beginnt die eigentliche Geschichte, die sofort bei dem ersten Mord an der jungen Jenny einsteigt. Geschickt versteht es der Autor zwischen den Erzählsträngen zu wechseln und diese immer an der spannendsten Stelle zu beenden. So wird die Story zum einem aus Sicht der Ermittlungsarbeit rund um Robert Hunter und seinem Partner Carlos Garcia erzählt, zum anderen erhält man jedes Mal vor einem nächsten Mord einen kurzen Einblick in das Leben des Opfers, bevor der Kruzifix-Killer wieder zuschlägt. Diese Wechsel erhöhen die sowieso schon äußerst spannend erzählte Geschichte noch um einiges und halten diese so das komplette Buch hinweg auf sehr hohem Niveau. Allerdings muss auch gesagt werden, dass die Beschreibungen der Folterungen, die letztlich zum Tode der Opfer führen, äußerst brutal und wirklich nichts für schwache Nerven bzw. Mägen sind.

Einen Einblick in das Leben seines Protagonisten gewährt Chris Carter dem Leser nach und nach und dies auf eine sehr lebendig erzählte Weise. So bekommt man eine Vorstellung des Charakters von Robert Hunter, der sympathisch dargestellt wird, jedoch auch Fehler und Schwächen zeigen darf. Da man so schnell merkt, keinen ach so tollen Ermittler vor sich zu haben, sondern einen, der auch mal Emotionen zeigen darf, macht ihn für den Leser schnell greifbar. Auch die anderen Charaktere, wie zum Beispiel Hunter s Partner Garcia oder auch seine neue Liebe Isabella, sind facettenreich beschrieben, sodass man sofort ein Bild von ihnen vor Augen hat.

Die Person des Kruzifix-Killers bleibt einem bis zum Schluss ein Rätsel. Man weiß zwar fast sofort, dass es sich hierbei um einen sehr intelligenten Menschen handeln muss, der über reichlich medizinische Kenntnisse verfügt, aber der Autor liefert dem Leser zu gut wie keine Hinweise in Bezug auf seine Identität. Diese offenbart sich ihm erst auf den letzten Seiten des Thrillers. Und dies ist so überraschend und doch logisch umgesetzt, dass man sich wundert, nicht früher darauf gekommen zu sein.

Fazit: Alles in allem ein absolut fesselnder Thriller, der nichts für schwache Nerven ist.

{Rezension} Gottesdienst von Meg Gardiner



Verlag: Heyne Verlag
Übersetzer: Tamara Rapp, Stefan Rohmig
Taschenbuchausgabe: 512 Seiten
ISBN: 3453675533
Genre: Amerikanischer Thriller
Erscheinungsdatum: 06. Oktober 2008
Preis: 8,95 €

Evan Delaney ermittelt im Umfeld einer Sekte

Als Evan ihre Freundin Nikki auf die Beerdigung von deren Mutter in Santa Barbara begleitet, trifft sie erstmals auf „die Standhaften“, eine fundamentalistisch-christliche Sekte. Für diese war Nikki’s Mutter eine Hure und Hexe, da sie an Aids gestorben ist und diese Meinung vertreten sie auch lautstark auf dem Friedhof. Als Evan sich mit dem Anführer der Sekte, Peter Wyoming, anlegt, muss sie feststellen, dass auch ihre ehemalige Schwägerin ein Mitglied der Sekte ist. Als kurze Zeit später die Leiche von Peter Wyoming aufgefunden wird, dauert es nicht lange bis Evan’s Bruder Brian des Mordes verdächtigt wird. Evan fängt an, zusammen mit ihrem Freund Jesse, in dem Fall zu ermitteln, und bald schon kommen die Beiden hinter die wahren Absichten der Sekte.

Sehr beeindruckend, jedoch auch teilweise etwas klischeehaft, beschreibt Meg Gardiner die Mitglieder und Aktivitäten der Sekte. Jeder auch nur annähernd Andersdenkende wird von ihnen verunglimpft und teilweise sogar mit dem Leben bedroht. Diesen rigorosen Fanatismus vermittelt die Autorin sehr eindringlich und auch die Gehirnwäsche, die Mitgliedern zuteil wird, um im heiligen Krieg mitzukämpfen, wird hier überzeugend beschrieben.

Die Geschichte an sich ist schlüssig umgesetzt und der flüssige, lebendige Schreibstil von Meg Gardiner sorgt dafür, dass während des gesamten Buches keine Längen entstehen. Immer wieder sind interessante Wendungen eingebaut, die der Geschichte neuen Schwung geben und dem Leser nichts anderes übrig bleibt, als interessiert weiter zu lesen.

Den Charakter von Evan beschreibt die Autorin sehr detailreich, sodass sie einem sofort sympathisch ist und man sich problemlos ein Bild von ihr machen kann. Evan hat Fehler und Schwächen, wie jeder andere auch, die sie ausleben darf und dies versteht die Autorin gut dem Leser zu vermitteln. Ebenso ergeht es einem mit den weiteren Charakteren, auch diese sind alle sehr lebendig und auch realistisch beschrieben, sodass eine Verwechslung während des Lesens ausgeschlossen ist.

Fazit: Eine interessantes Thema in einen spannenden, fesselnden Thriller gepackt und Vorfreude auf weitere Bücher der Serie macht.

Freitag, 10. Juli 2009

{Rezension} Bollinger und die Barbaren von Wolfgang Brenner


Verlag: dtv-Verlag
Taschenbuchausgabe: 240 Seiten
ISBN: 3423246340 
Genre: Deutscher Krimi
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2008
Preis: 12,50 €


Ein neuer Grenzfall für Felix Bollinger

Es ist ein beschaulicher Ort, dieses Städtchen Schauren an der französischen Grenze. Umso verständlicher ist der Aufruhr, als auf einem abgebrannten Areal eine Leiche gefunden wird. Genau auf diesem Areal ist ein Musicaltheater geplant und es gibt in dem Ort eine Familie, die genau dies unbedingt verhindern will. Bollinger beginnt mit den Ermittlungen und schnell hat er eine Spur, die in die Zeit des 2. Weltkriegs zurückreicht.

In seinem 2. Fall hat sich Felix Bollinger mittlerweile etwas in Schauren eingelebt und gewöhnt sich langsam aber stetig an die Gewohnheiten und Macken seiner Mitbewohner. Auch dieses Mal kommen zwischenmenschliche Verwicklungen und deutsch-französische Vorurteile nicht zu kurz und werden von dem saarländischen Autor wieder einmal äußerst amüsant umgesetzt.

Seinen Protagonisten Felix Bollinger beschreibt Wolfgang Brenner als jungen, etwas behäbigen Polizisten, der nach wie vor sein Verhältnis zur Gattin des Bürgermeisters pflegt und dies nicht wirklich als Problem ansieht. Dies ist sehr charmant, witzig und facettenreich angelegt. Auch die übrigen Mitwirkenden sind sehr detailreich und teilweise herrlich schrullig beschrieben, sodass man sich sehr schnell ein Bild von ihnen machen kann.

Die Geschichte ist von Anfang an schlüssig umgesetzt und die Spannung baut sich mühelos auf; der flüssige, lebendige Schreibstil von Wolfgang Brenner tut sein übriges, damit bei dem Krimi keine Langeweile aufkommt.

{Rezension} Bollinger und die Friseuse von Wolfgang Brenner



Verlag: dtv-Verlag
Taschenbuchausgabe: 240 Seiten
ISBN: 3423245794
Genre: Deutscher Krimi
Erscheinungsdatum: 01. April 2007
Preis: 12,00 €


Ein Grenzfall der besonderen Art

Nach einem Fehler mit tödlichem Ausgang wird der Großstadtpolizist Felix Bollinger als europäischer Polizeichef in das kleine und beschauliche Städtchen Schauren, nahe der deutsch/französischen Grenze, strafversetzt. Die Umstellung fällt ihm anfangs etwas schwer und nicht nur seine zwei Dorfpolizisten müssen sich darauf einstellen, dass halblegale Machenschaften nicht mehr so ohne weiteres umsetzbar sind. Als Bollinger sich in den Kopf setzt, den Fall des Friseurs Georges Niederbronn noch einmal aufzurollen, sind nicht unbedingt alle Dorfbewohner davon begeistert.

Wolfgang Brenner stellt die Einwohner des kleinen Grenzstädtchens sehr originell und lebensnah dar. Sie empfangen Bollinger anfangs mit offenen Armen und gehen davon aus, dass ihr Leben in den gewohnten Bahnen weitergehen und ihre kleinen illegalen Geschäftchen vom neuen Polizeichef akzeptiert werden. Hier finden einige herrlich beschriebene Reibereien statt. Auch ist es für die beiden Dorfpolizisten nicht so ganz einfach, plötzlich einen Chef vor die Nase gesetzt zu bekommen, der tatsächlich etwas arbeiten und sogar noch in dem eigenen Städtchen ermitteln will.

Auf den Grund der Versetzung nach Schauren wird in dem Krimi nur am Rande eingegangen, mehr steht hier das Einleben von Bollinger in Schauren im Vordergrund. Die fast stets optimistisch ausgelegte Stimmung der Ich-Erzählung bringt den Leser mehr als einmal zum Schmunzeln, vor allem wenn der Autor deutsch-französische Querelen beschreibt. Der Charakter von Bollinger ist sehr sympathisch, lebendig und facettenreich angelegt, sodass man sich eigentlich sofort mit ihm verbunden fühlt. Genauso geht es einem bei den weiteren mitwirkenden Personen. Es sind Figuren wie aus dem Leben gegriffen, sodass man sie sofort bildlich vor Augen hat.

Die Geschichte bietet einige Wendungen an und alles ist nicht unbedingt so wie es scheint, was der Spannung zugute kommt. Die Geschichte ist stimmig umgesetzt und der flüssige, lebendige Schreibstil von Wolfgang Brenner sorgt dafür, dass es nicht langweilig wird.

Mittwoch, 8. Juli 2009

{Rezension} Labyrinth der Zorns: Stachelmanns 5. Fall von Christian von Ditfurth


Verlag: KiWi Verlag 
Taschenbuchausgabe: 400 Seiten
ISBN: 3462040863
Genre: Deutscher Krimi
Erscheinungsdatum: 20. April 2009
Preis: 8,95 €



Stachelmanns 5. Fall - Nun als Privatermittler

Nach seinem Abgang von der Uni hat sich der Historiker Josef Maria Stachelmann selbständig gemacht. Er betreibt nun ein Büro für historische Ermittlungen. Kaum eröffnet erhält er schon seinen ersten Auftrag. Cecilia, eine Deutschamerikanerin, bittet ihn, ihren seit rund 40 Jahren vermissten Vater zu finden. Schnell meint Stachelmann, den Fall gelöst zu haben, doch dann wird plötzlich Felix, der Sohn seiner Freundin, bedroht und auf den Bundesgerichtshof in Karlsruhe wird ein Bombenanschlag verübt. Ganz Deutschland verfällt in Terrorhysterie und gleichzeitig setzt Stachelmann alles daran, den Unbekannten zu finden, der Felix bedroht. Bei seinen Nachforschungen kommt er einem kaltblütigen Mörder gefährlich nahe.

Gewohnt nüchtern und sachlich zeichnet Christian v. Ditfurth wieder eine realistische Geschichte rund um seinen Protagonisten Stachelmann. Der Hintergrund der Story sind dieses Mal die ersten Nachkriegsjahre unter Adenauer, in denen politisch denkende Menschen, die sozialkritisch ihre Meinung äußersten, durchaus als Kommunisten ab verurteilt und dementsprechend verfolgt werden konnten. Diese Zeit der jungen BRD und der Beginn der DDR beschreibt v. Ditfurth gewohnt interessant und informativ, ohne dabei langatmig zu werden.

Sein Protagonist Stachelmann ist nach wie vor immer noch ein Pessimist und Grübler, der mit seiner Arthritis wie auch mit seiner Schwermut zu kämpfen hat. Letzteres ist ihm durchaus bewusst, doch lieber ertrinkt er mal wieder in Selbstmitleid, als dagegen anzukämpfen. Also immer noch der Stachelmann, wie man in lieben gelernt hat. Allerdings schafft es sein schwuler Freund und zwischenzeitliche Geschäftspartner Georgie doch immer wieder, den ewigen Grübler aufzumuntern und dies ist teilweise sehr witzig beschrieben, sodass man ein ums andere Mal schmunzeln muss. Ein phantastischer Gegenpol.

Der Plot ist schlüssig und spannend umgesetzt. Allerdings dauert es dieses Mal eine Zeitlang, bis sich Spannung aufbauen kann. Anfangs wird immer wieder auf den 4. Band verwiesen, was stellenweise doch sehr zäh ist, vor allem, wenn man das vorherige Buch gelesen hat. Doch wenn man das erste Drittel des Buches hinter sich gebracht hat, zieht die Spannung sehr an und hält sich mühelos bis zum Ende. Auch bedingt dadurch, dass immer wieder neue und interessante Wendungen die Geschichte bereichern.

Alles in allem ist Christian von Ditfurth wieder ein sehr spannender Krimi mit einer äußerst interessanten Story rund um die Deutsche Geschichte gelungen.

Dienstag, 7. Juli 2009

{Rezension} Der Letzte seiner Art von Andreas Eschbach

Taschenbuchausgabe: 352 Seiten
ISBN: 3404772873 
Genre: Mystery Thriller
Erscheinungsdatum: 12. August 2008
Preis: 5,99 €


Die Vergangenheit holt ihn ein

Duane Fitzgerald ist ein Cyborg. Er gehörte zu einem geheimen, militärischen Projekt der amerikanischen Regierung. Sie wollten eine Kampfmaschine erschaffen, der Versuch ist jedoch fehlgeschlagen. Jetzt lebt Duane als Invalider sehr zurückgezogen in einem irischen Dorf und muss mit den Fehlschlägen des Experiments klar kommen. Eines Tages erscheint ein Amerikaner in dem kleinen Dorf und macht Duane ausfindig. Scheinbar weiß er um dessen Geheimnis. Doch bevor er ihm wichtige Unterlagen zeigen kann, die dies beweisen, wird der Anwalt ermordet. Irgendjemand scheint noch von dem Geheimnis um Duane zu wissen und der Anwalt bleibt nicht das letzte Opfer.

In der ersten Person geschrieben zeichnet Andreas Eschbach hier eine düstere und erschreckende Geschichte rund um seinen Protagonisten Duane. Allein der Beginn des Buches ist nichts für schwache Nerven. Die Schilderungen, welchen Torturen sich Duane aussetzen musste, um das zu werden was er heute ist, nämlich eine menschliche Kampfmaschine mit übernatürlichen Kräften, wird dem Leser im Laufe der Geschichte näher gebracht. Und da das Buch als eine Art Tagebuch geschrieben ist, wirkt dies sehr authentisch und nahe gehend. So erhält man sehr schnell einen Bezug zu Duane, auch wenn die Beschreibungen nach menschlichem Ermessen sehr übertrieben und unrealistisch sind und man das Buch hier als Science Fiction denn als Thriller behandeln muss.

Der Plot an sich ist sehr interessant. Da wurde ein menschliches Wesen als Versuchskaninchen der amerikanischen Regierung missbraucht, lebt jetzt unerkannt in einem kleinen irischen Dorf und plötzlich heften sich unbekannte Gegner an seine Fersen. Allerdings ist die Umsetzung etwas zäh für einen Thriller und dies liegt durchaus nicht an Andreas Eschbachs Erzählstil. Er versteht es sehr gut, einem Duane zu beschreiben, sowie sein Leben auf der Insel wie auch sein zurückhaltener Umgang mit den Einwohnern. Dies ist wirklich äußerst einfühlsam und teilweise schon philosophisch, hier seien nur die vielen Ausflüge zu Seneca erwähnt.

Allerdings und deswegen auch nur 3 Sterne, das Buch wird als Thriller angepriesen und diese Erwartung erfüllt die Geschichte nur zum Teil. Es gelingt dem Autor nicht, eine durchgehende Spannung aufzubauen, dafür ist die Stimmung des Buches einfach zu schwermütig. Gelegentlich hat man das Gefühl, hoppla, jetzt wird’s doch noch richtig spannend und schon flacht diese wieder ab. Dies zieht sich durch das ganze Buch hinweg, sodass man am Ende zwar einen einfühlsam geschriebenen Roman gelesen hat, der aber nur bedingt die Bezeichnung Thriller verdient.

Sonntag, 5. Juli 2009

{Rezension} Eternitas von Ronald Cutler


Verlag: Ullstein Verlag 
Übersetzer: Bettina Zeller
Taschenbuchausgabe: 432 Seiten
ISBN: 3548269583
Genre: Mystery Thriller
Erscheinungsdatum: 01. März 2009
Preis: 7,99 €

Gibt es eine geheime Botschaft Jesus?

Josh Cohan, ein junger amerikanischer Archäologe, findet mehr durch Zufall in der israelischen Wüste ein krugartiges Gefäß, in dem sich eine gut erhaltene Schriftrolle befindet. In seinem Hotel macht er sich sofort an die Übersetzung und muss nach kurzer Zeit feststellen, dass es sich hier scheinbar um eine Schrift von Jesus Christus handeln muss. Noch bevor er seinen Fund melden kann, wird er das Gefühl nicht los, verfolgt zu werden. Als er die Schriftrollen einem Forschungsteam in Jerusalem übergibt mit deren Hilfe die Echtheit überprüft werden soll, ereignen sich vermehrt Ritualmorde in seiner nächsten Umgebung. Irgendjemand hat sehr großes Interesse daran, dass die Schriftrollen nicht veröffentlicht werden und Josh muss feststellen, dass er es hier mit äußerst fanatischen Gegnern zu tun hat, die ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen gehen.

Anfangs hat man noch das Gefühl, einen interessanten Thriller zu lesen. Die Geschichte über den Fund der Schriftrollen und der geheimen Sekte, die sich „die Wächter“ nennt, und unbedingt die Veröffentlichung dieser Schriftrolle verhindern will, ist anfangs überaus spannend beschrieben. Doch nach und nach rutscht der Thriller immer mehr ins Esoterische ab. So hat Josh in seinen Träumen immer wieder Visionen und dringt beim ständigen Meditieren in sein Unterbewusstsein ab, um dort geheime Botschaften zu erhalten, die er anfangs jedoch nicht immer zuordnen kann. Die Beziehung zu Danielle, der Tochter des Forschungsteamleiters, ist am Anfang auch noch recht interessant beschrieben, driftet dann aber extrem ins kitschige ab.

Auch wirken viele Szenen einfach konstruiert und ziemlich weit hergeholt. So gelingt es der Sekte mühelos, in den verschiedensten Situationen reihenweise die Sicherheitsleute, die zum Schutz von Josh und Danielle abgestellt wurden, zu beseitigen, sodass man als Leser stellenweise nur den Kopf schütteln kann. Denn gerade Sicherheitsbeamte in Israel müssten doch eigentlich eine fundierte Ausbildung erhalten haben.

Der Charakter von Josh ist recht eindimensional beschrieben und nicht wirklich greifbar für den Leser. Auch die restlichen Mitwirkenden sind äußerst blass dargestellt, sodass man teilweise zurückblättern muss, um Verwechslungen ausschließen zu können.


Alles in allem eine an sich sehr interessante Story, die leider sehr klischeehaft umgesetzt wurde. Eine ganz nette Urlaubslektüre, mehr aber auch nicht.

Freitag, 3. Juli 2009

{Rezension} Passwort: Henrietta von Ava McCarthy



Übersetzer: Karl-Heinz Ebnet
Broschierte Ausgabe: 480 Seiten
ISBN: 3426663740
Genre: Englischer Thriller
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: 14,95 €

Als Henrietta „Harry“ Martinez, Mitarbeiterin einer irischen Internet-Security-Firma und geniale Hackerin, von einem Auftrag zurückkommt, wird sie in der U-Bahn von einem Unbekannten auf die Bahngleise gestoßen. Mit viel Glück überlebt sie. Zunächst geht sie und auch die Polizei von einem Unfall aus. Doch als ihre Wohnung kurze Zeit später verwüstet wird und plötzlich 12 Millionen € auf ihrem Bankkonto auftauchen, ahnt sie, dass hier mehr dahinterstecken muss. Sie fängt an, auf eigene Faust zu ermitteln und stellt fest, dass die Vorfälle etwas mit ihrem Vater zu tun haben, der wegen betrügerischem Aktienhandels im Gefängnis sitzt. Als sie eine anonyme Email erhält, in der „der Prophet“ die Rückgabe der 12 Mio € fordert, beginnt für Harry ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, bei dem sich die Ereignisse zuspitzen.

Ava McCarthy gelingt es in ihrem Debütroman mühelos, die Spannung bereits von der ersten Seite an aufzubauen und diese bis zum Schluss auf sehr hohem Niveau zu halten. Auffallend ist das profunde Hintergrundwissen, welches die Autorin sich durch jahrelange Arbeit an der Londoner Börse sowie als Computerexpertin angeeignet hat. Allerdings sind diese Informationen in keiner Weise ermüdend, sondern sehr geschickt in den Thriller eingearbeitet und auch für Laien sehr verständlich beschrieben. Die Story rund um ihre Protagonistin Harry ist von Anfang an schlüssig umgesetzt und so angelegt, dass dem Leser bis kurz vor Schluss nicht ersichtlich ist, um wen es sich beim dem „Propheten“ handelt. Immer wieder legt Ava McCarthy neue Fährten aus und neue Wendungen in der Geschichte lassen einem ständig begeistert weiterlesen.

Ihre Protagonistin Harry ist eine junge selbstbewusste Frau, die bereits als Kind ihre Leidenschaft für Computer entdeckt und sich als Hackerin spezialisiert. Allerdings beschreibt die Autorin Harry nicht als „Überfrau“, sondern sie darf Schwächen und Fehler haben und diese auch zeigen, was sie überaus sympathisch macht. Das zwiespältige Verhältnis , welches Harry zu ihrem Vater hat, und dass daraus resultierende Misstrauen anderen Menschen gegenüber, ist überzeugend und nachvollziehbar beschrieben. Hierdurch wird es für einen verständlich, warum Harry die Aufklärung mehr oder weniger auf eigene Faust durchführt und kaum jemanden vertraut. Auch ist eine kleine Liebesgeschichte mit in die Story eingewoben, allerdings ist diese nur ein Nebenschauplatz.

Auch die weiteren Charaktere beschreibt Ava McCarthy sehr facettenreich und lebendig, jedoch auch teilweise sehr undurchsichtig. Dies ist sehr raffiniert dargestellt und man weiß eigentlich bis zum Schluss nicht, wer hier nun mit offenen Karten spielt.

Fazit: Ein überaus spannender Thriller, der der Auftakt einer Serie um die Hackerin Henrietta „Harry“ Martinez ist.

Mittwoch, 1. Juli 2009

{Rezension} Stadt des Schweigens von Erica Spindler


Übersetzer: Magret Krätzig
Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
ISBN: 3899411242
Genre: Amerikanischer Thriller
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2004
Preis: ---

Von der Vergangenheit eingeholt

Avery Chauvin, eine junge Journalistin aus Washington, reist zur Beerdigung ihres Vaters in ihren alten Heimatort Cypress Springs, Louisiana. Sie wird von den Einwohnern herzlich aufgenommen und alle sind bemüht, ihr über den Selbstmord ihres Vaters hinwegzuhelfen. Besonders Matt, ihrer früherer Freund und heutiger Sheriff, und seine Familie unterstützen sie sehr. Doch Avery hat Probleme damit, den scheinbaren Selbstmord ihres Vaters als gegeben hinzunehmen. Als kurz vor der Beerdigung die Leiche einer Frau gefunden wird, erwacht die Journalistin in Avery und sie beginnt auf eigene Faust, Nachforschungen anzustellen. Schon sehr schnell muss sie feststellen, dass hinter der schönen gutbürgerlichen Fassade ihres kleinen Heimatortes nicht alles so ist wie es nach außen hin scheinen mag.

Gleich im Prolog erfährt der Leser etwas über den Vollstrecker, der die entscheidende Rolle in dem vorliegenden Thriller von Erica Spindler spielt. Welche Rolle dies ist, wird dem Leser schnell klar, doch seine Identität ist bis zum Schluss nur zu vermuten. Der Thriller beginnt mit der Ankunft von Avery in ihrem Heimatort, den sie nach 12 Jahren fast unverändert vorfindet. Sofort wird sie sehr herzlich von allen Bewohnern aufgenommen. Besonders kümmert sich die Familie Stevens um sie, zu der sie bereits seit ihrer Kindheit eine enge Beziehung hatte. Die Charaktere der Familie beschreibt Erika Spindler gewohnt feinfühlig und detailreich, sodass man sich sofort ein Bild von ihnen machen kann. Allerdings lässt die Story nicht zu, dass man auch nur einem der Charaktere vertrauen kann. Besonders undurchsichtig ist die Figur von Hunter dargestellt, das schwarze Schaf der Familie Stevens. Dieser hatte ebenso wie Avery lange Jahre nicht in Cypress Springs gelebt und ist erst wieder knapp ein Jahr zurück. Die Beweggründe hierfür sowie die Gründe für das Zerwürfnis mit seiner Familie bleiben lange im dunklen.

Avery beschreibt die Autorin als eine äußerst energische, fast schon als starrköpfig zu bezeichnende Frau, die den Selbstmord ihres Vaters nicht akzeptieren kann und mit ihren Fragen für allerhand Wirbel in der Kleinstadt sorgt. Dabei stellt sie immer mehr fest, dass vieles in dem Städtchen nicht so ist, wie es nach außen hin scheint und sie nicht sicher sein kann, wem sie trauen kann.


Die Story ist schlüssig und durchaus nachvollziehbar umgesetzt. Allerdings dauert es - im Gegensatz zu anderen Romanen von Erica Spindler - dieses Mal einige Zeit, bis sich richtig Spannung aufbaut. Ihr Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und lebendig und ihre Protagonistin wird sehr sympathisch dargestellt. So ist ihr wieder ein spannender Thriller gelungen, den man problemlos in einem Rutsch durchlesen kann, jedoch gehört dieser eher zu ihren schwächeren Romanen.

Dienstag, 30. Juni 2009

{Rezension} Im Takt des Todes von David Baldacci



Übersetzer: Rainer Schuhmacher
Taschenbuchausgabe: 541 Seiten
ISBN: 3404159683
Genre: Amerikanische Thriller
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: 9,95 €

Es ist nicht unbedingt notwendig, die beiden Vorgänger "Im Bruchteil der Sekunde" und "Mit jedem Schlag der Stunde" erst zu lesen, allerdings werden einem so einige Zusammenhänge in der Beziehung von Michelle und Sean verständlicher.

Nun zum Buch: Sean King steckt in Schwierigkeiten. Um die Behandlungskosten für seine Partnerin Michelle Maxwell bezahlen zu können, muss er dringend einen Job finden. So wendet er sich hilfesuchend an seine Ex-Freundin Joan Dillinger, die ihm einen Auftrag besorgt. In Babbage Town, einem Forschungscamp der Regierung, ist ein Wissenschaftler zu Tode gekommen. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch die Behörden möchten sicher gehen und so übernimmt Sean diesen Auftrag. In Babbage Town angekommen muss er jedoch feststellen, dass sich die Ermittlungen schwieriger gestalten als anfangs angenommen.


David Baldacci erzählt seinen Roman anfangs in 2 Erzählsträngen. Michelle lässt sich mehr oder weniger freiwillig in eine psychiatrische Klinik einweisen, um mit den Folgen des letzten Falls fertig zu werden. Betreut wird sie dort von dem charismatischen Psychologen Dr. Horatio Barnes, der ein guter Freund von Sean ist. Währenddessen steht Sean in Babbage Town dem Problem gegenüber, von der anscheinend autistischen Tochter des toten Wissenschaftlers Informationen über die Hintergründe dessen Todes zu erfahren. Zusätzlich ist weder das CIA noch der Vorgesetzte des Camps darüber erfreut, dass Sean sich in die Ermittlungen einmischt und Schwierigkeiten sind auch hier vorprogrammiert. Als Michelle sich selbst aus der Klinik entlässt und auch nach Babbage Town reist, laufen die Erzählstränge zusammen und man sieht sich dem gewohnten und lieb gewonnenen Ermittlerteam wieder gegenüber.

Auch wenn der Thriller etwas ruhiger beginnt, kommt während des Lesens keine Langeweile auf. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf und die eigentliche Geschichte schleicht sich eher langsam an bis man plötzlich mitten darin ist und das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Die Charaktere sind wie gewohnt sehr facettenreich beschrieben. Dieses Mal stellt der Autor das Leben und auch die Kindheit von Michelle etwas mehr in den Vordergrund und so erfährt man einige interessante Details. Sie tritt - wie bereits in den beiden vorherigen Bänden - wieder sehr selbstsicher, souverän und energisch auf. Auch die Figur von Sean ist detailreich und lebensnah angelegt und überzeugt von Anfang an. Mit von der Partie ist dieses Mal auch ein Freund von Sean, Dr. Horatio Barnes. Der Psychologe, der zum einen versucht, Michelle mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren und zum anderen näheres über Viggie und ihr Wissen über den Tod ihres Vaters herauszufinden versucht, wird als professioneller, sturer und äußerst humorvoller Mann beschrieben.

Fazit: Mit seinem 3. Band rund um das Ermittlerteam Maxwell / King ist David Baldacci wieder einmal ein äußerst spannender Thriller mit einem sehr interessanten Thema gelungen.

{Rezension} Ostfriesen Killer von Klaus-Peter Wolf


Taschenbuchausgabe: 320 Seiten
ISBN: 3596166675 
Genre: Deutsche Krimis
Erscheinungsdatum: 14. März 2007
Preis: 8,95 €

Macht ein Serienkiller Ostfriesland unsicher?

Ann Kathrin Klaasen, Hauptkommissarin in Aurich, Ostfriesland, hat es nicht leicht. Gerade musste sie feststellen, dass ihr Mann sie mit einer seiner Klientinnen betrügt, als der Leiter des Vereins "Regenbogen" (ein Verein, der sich für behinderte Menschen einsetzt) erschossen wird. Schon am nächsten Tag gibt es einen weiteren Toten: Kai Uphoff, Zivi beim Verein, wird am kleinen Flugplatz tot aufgefunden. Stehen die Morde in Verbindung mit dem Verein oder ist hier ein Serienkiller am Werk? Ann Kathrin macht sich mit ihrem Team daran, die Verbrechen aufzuklären als weitere Morde geschehen.

Schon im Vorfeld ist der Leser über das nächste Opfer informiert, da der Autor zwischen den Erzählungen rund um Ann Kathrin Klaasen und ihrer Ermittlungsarbeit immer wieder kleinere Passagen des Mörders einfließen lässt. Gleichzeitig erhält man auch einen kurzen Einblick in das Leben des zukünftigen Opfers. Allerdings ist bis kurz vor Schluss nicht ersichtlich, wer der Mörder ist bzw. welches Motiv hinter seinen Morden steht. Einzig die Verbindung zu dem Verein "Regenbogen" ist zu erkennen.

Der Autor beginnt seinen Roman mit der Entdeckung von Ann Kathrin Klaasen, dass ihr Mann sie betrügt und sie diesen zur Rede stellt. Auf diese Weise erhält man ein wenig Einblick in das Leben der Kommissarin und ihre Gefühlswelt beschreibt K.-P. Wolf durchaus authentisch. So schildert er Ann Kathrin zum einen als stringente, professionelle Ermittlerin, zum anderen als eine Frau, die momentan in einem absoluten Gefühlschaos lebt und versucht, mit der Situation fertig zu werden. Die Konzentration des Buches liegt hier eindeutig bei der Protagonistin, sodass die weiteren Charaktere neben ihr auffallend blass und austauschbar bleiben.

Bedingt durch die kleinen Passagen rund um den Mörder wird die Neugier des Lesers sehr früh geweckt und hält eigentlich während des Buches hinweg an, da diese kurzen Einblicke durchaus spannungsfördernd sind. Allerdings hätte etwas mehr Ermittlungsarbeit und etwas weniger Einblicke in das Leben von Ann Kathrin der Spannung besser getan. So läuft man doch gelegentlich Gefahr, einige Passagen zu überlesen, um wieder schneller in die Suche nach dem Mörder eintauchen zu können.