Leseempfehlungen

Sonntag, 14. November 2010

{Rezension} Der Professor von John Katzenbach

Übersetzer: Anke und Eberhard Kreutzer
Gebundene Ausgabe: 555 Seiten
Genre: Amerikanischer Psychothriller
ISBN: 342619824X
Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2010
Preis: 19,99 €



Adrian und seine Toten

Professor Adrian Thomas traut dem nicht, was er gesehen hat. Vor seinen Augen wird in einer kleinen Universitätsstadt in Neuengland ein junges Mädchen in einen weißen Lieferwagen gezerrt. Doch hat er dies wirklich gesehen oder entspringt dies seiner Fantasie? Denn Adrian leidet unter einer schnell fortschreitenden Form von Demenz, die oft auch Fantasievorstellungen auslöst. Als er jedoch an der vermeintlichen Entführungsstelle ein rosa Basecap mit dem Namen Jennifer findet, ist er von der Entführung überzeugt. Augenblicklich erscheinen ihm in seiner Fantasiewelt seine verstorbenen Toten: seine Frau Cassie, sein Bruder Brian und sein Sohn Tommy. Alle Drei unterstützen ihn abwechselnd bei der Suche, die sich für ihn immer schwieriger gestaltet, da seine Krankheit unweigerlich immer mehr von ihm Besitz ergreift und die mit dem Fall betraute Polizistin Terri diesem etwas verwunderlich auftretenden Mann nicht so recht glauben mag.

Zwar überzeugen Terri die Äußerungen des alten Professors schon nach einiger Zeit, denn alle Spuren auf der Suche nach Jennifer verlaufen im Sande und was anfangs wie ein weiterer Ausreißversuch der Jugendlichen aussah, entpuppt sich nach und nach doch zu dem Entführungsfall, den Adrian ihr beschrieben hat. Doch ihr fällt es schwer, das seltsame Verhalten des Professors einzuschätzen und sein psychologisches Wissen richtig für den Fall einzusetzen. So macht sich Adrian allein auf die Suche nach Jennifer, deren Spur er in den Tiefen des Internets vermutet.

Und er liegt mit seiner Vermutung richtig, denn Jennifer ist dem Pärchen Linda und Michael in die Hände gefallen, die auf ihrer Internetseite whatcomesnext.com die perfiden Wünsche ihrer Kunden befriedigen. Immer wieder denken sie sich neue seelische und auch körperliche Grausamkeiten für Jennifer aus, um ihre Kundschaft bei Laune zu halten und natürlich auch, um sie zum Zahlen zu animieren.

Von Anfang an wechselt John Katzenbach ständig die Erzählstränge und so lernt man nach und nach seine einzelnen Hauptakteure kennen. Im Vordergrund stehen zum einen der pensionierte Professor Adrian Thomas und die Jugendliche Jennifer. Adrian muss sich nach einem Arztbesuch seinen schlimmsten Befürchtungen stellen, dass er an Demenz leidet. Für ihn ist die Vorstellung, schon in kurzer Zeit nur noch dahin zu vegetieren, unvorstellbar und so hat er nur noch ein Ziel: seinem Leben ein Ende zu setzen mit seinem Freund Mr. Ruger. Dann kommt ihm jedoch die Entführung von Jennifer dazwischen. In seiner Fantasiewelt unterstützen ihn Tommy, Cassie und Brian, nicht in die Welt des Vergessens abzutauchen und durch die "Besuche" der Toten erfährt man nach und nach auch ein wenig mehr über das Leben von Adrian kennen. Diese Dialoge mit den Toten sind stellenweise sehr anrührend und gefühlvoll beschrieben und absolut glaubwürdig wiedergegeben. Zwar hat dieses Abdriften in die Geisterwelt zum Teil auch stellenweise nichts mit der Story an sich zu tun, passen meiner Meinung nach aber hervorragend in die Geschichte und zu Adrian und sind nie langatmig.

Zum anderen ist man immer eng an dem Geschehen rund um Jennifer in ihrem Verlies dabei. John Katzenbach beschreibt die 16-jährige als eine durch und durch mutige, intelligente Jugendliche, der es gelingt, eine gewisse Distanz zwischen ihrem eigentlichen Ich und den Geschehnissen um sich herum zu schaffen. Einzig durch diese Trennung zwischen Nr. 4, wie die Entführer sie bezeichnen und ihrem eigenen Ich gelingt es ihr, das Martyrium durchzuhalten. Allerdings ist man sich während dieser Szenen nie sicher, wie lange Jennifer dies noch gelingt. Der Autor beschreibt diesen Erzählstrang sehr ergreifend, einfühlsam, beklemmend und absolut nachvollziehbar.

Und auch wenn man von Anfang an die Entführer kennt und über das Schicksal von Jennifer ständig informiert ist, gelingt es John Katzenbach eine Spannung aufzubauen, die sich über den gesamten Psychothriller problemlos hält. Möglich ist dies einmal durch die ständig wechselnden Handlungsstränge, so ist man immer über die Ermittlungen der Polizistin Terri informiert, erhält einen kleinen Einblick in die kranke Welt der Kunden von whatcomesnext.com wie auch in die Gedankenwelt des überaus cleveren, gefühlskalten und intelligenten Entführerpaares.

Zum Anderen treibt einen die Neugier um Adrian und Jennifer an. Wird Adrian bis zum Schluss durchhalten und Jennifer finden oder besiegt ihn die Krankheit doch vorher noch? Wie kommt er der Entführten auf die Spur und wird Jennifer durchhalten oder wird sie der Folter unterliegen oder aber wird das Entführerpaar und deren Kundschaft ihrer vorher überdrüssig und sie wird ermordet? Geschickt spielt John Katzenbach hier ständig mit der Fantasie seiner Lesern, überrascht immer wieder durch unvorhersehbare Wendungen und wenn man sich auch denken kann, wie der Thriller ausgehen könnte, ist man sich dessen nie ganz sicher.

Somit ist dem Autor wirklich ein Psychothriller der Spitzenklasse gelungen, was dadurch noch verstärkt wird, dass alle Charaktere hervorragend herausgearbeitet sind und die Story bis auf ein paar kleine logische Ungereimtheiten, absolut schlüssig umgesetzt ist.

Fazit: Ein Psychothriller der Spitzenklasse, der ohne aufwendige und reißerische Szenen daherkommt und eine eher unterschwellige, dafür aber extreme Spannung aufbaut und diese bis zum Schluss hält.

Mittwoch, 10. November 2010

{Rezension} Nadelstiche von Baden/Kenny

Übersetzer: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Taschenbuchausgabe: 368 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 389667286X 
Erscheinungsdatum: 12. April 2010
Preis: 14,95 €

Mysteriöse Vorfälle in New York

In New York werden scheinbar wahllos Menschen vor ihrer Haustür überfallen, betäubt und etwas Blut entnommen. Der Pathologe Jake Rosen beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit diesen mysteriösen Fällen als der erste Mord geschieht. Handelt es sich hierbei nun um einen unbeabsichtigten Fehler des Vampirs, so wird der Täter schnell von der Presse betitelt, oder war dies ein beabsichtigter Mord? Zur gleichen Zeit ist Manny Manfreda in ihrem Element. Ist doch ein Jugendlicher unter Terrorverdacht verhaftet worden. Manny ist der festen Überzeugung, dass Travis nur zur falschen Zeit am falschen Ort war. Während Jakes Bruder Sam die Anwältin bei ihren Nachforschungen unterstützt, verschwindet Travis spurlos.

Locker, flockig und immer mit einer Spur Humor erzählt das Autorenpaar Michael Baden und Linda Kenney ihren neuesten Thriller. Was  anfangs wie zwei getrennt zu sehende Fälle aussieht, entwickelt sich mit der Zeit zu einem äußerst komplexen Fall, dessen Motiv in der Vergangenheit zu finden ist. Die Auflösung wie auch der Weg dahin ist durchweg schlüssig und sehr spannend umgesetzt bis zum überraschenden und absolut fesselnden Ende. So versteht es das Autorenpaar wieder wunderbar, ihre Leser zum einen mit einer spannenden Story zu fesseln und gleichzeitig mit ihrer humoristischen Ader zu unterhalten.

Man merkt während des Lesens, dass Baden / Kenney sehr genau wissen, worüber sie schreiben, da sie selbst Pathologe bzw. Anwältin sind. Allerdings neigen sie zu keiner Zeit dazu, hier zu viel ihres Fachwissens an ihre Leser weiterzugeben, sondern die Dosierung ist genau richtig und jederzeit verständlich. Und wenn Jake dann doch mal ein wenig mit der Fachsimpelei anfängt, versteht es Manny auf ihre direkte Art, ihn zu stoppen und Klartext reden zu lassen.

Wie bereits im ersten Teil „Skalpell No. 5“ sind auch dieses Mal Jakes Bruder Sam wie auch Mannys Assistent und Drag Queen Kenneth vertreten. Und natürlich darf ihr kleiner Pudel wieder nicht fehlen, der dieses Mal eine entscheidende Rolle in der Geschichte spielen darf.

Die Beziehung von Manny und Jake knüpft an den Vorgänger-Thriller an und so ist es nicht verkehrt, erst diesen zu lesen, allerdings ist das für die Geschichte an sich nicht unbedingt notwendig. So ist Manny nach wie vor äußerst engagiert, wenn es um ihre Klienten geht, hat immer noch einen absoluten Modefimmel, den sie gerne mit ihrem Assistenten Kenneth auslebt und ist sich ansonsten immer noch nicht so ganz sicher, wie sie jetzt ihr Verhältnis zu dem älteren Jake angehen soll. Jake liebt Manny wie auch seinen Job und obwohl äußerst gewissenhaft, geht er bei dem Vampir-Fall auch mal etwas unkonventionelle Wege, um der Lösung des Falls näher zu kommen. Sein Modebewusstsein ist immer noch in den 80er Jahren stehen geblieben, was Manny des Öfteren schier verzweifeln lässt. Und auch mit der Ordnung hat Jake es nicht unbedingt so und sein Haus gleicht stellenweise einer Messi-Bleibe, was von seinem Bruder Sam, der kurzfristig bei ihm eingezogen ist, nur zu gerne unterstützt wird.

Der Charakter des Jugendlichen Travis ist ebenfalls  gut herausgearbeitet und so undurchsichtig angelegt, dass man sich bis zum Schluss nicht sicher sein kann, ob Manny hier etwas zu idealistisch an die Sache herangeht oder ob er doch mit den Beschuldigungen der Polizei in Verbindung zu bringen ist. Und auch die weiteren Figuren wirken durchweg überzeugend, sind nicht in eine bestimmte Schublade zu stecken und somit ist die Identität des Täters sehr lange unklar.

Fazit: Eine gelungene Mischung aus spannendem und unterhaltsamem Thriller mit einer komplexen Story und zwei äußerst sympathischen Protagonisten.

Dienstag, 9. November 2010

{Rezension} Das Wesen von Arno Strobel

Taschenbuchausgabe: 368 Seiten
Genre: Deutscher Thriller
ISBN: 3596186323
Erscheinungsdatum: 11. November 2010
Preis: 8,95 €



„… Sie müssen das Wesen erkennen …“

1994 wird die kleine Juliane Kröger ermordet.  Für den jungen Kommissar Alex Seifert ist dies sein erster Mordfall und so nimmt er sich auch den Tipp von seinem erfahrenen Partner Bernd Menkhoff zu Herzen, solche Morde nicht zu nah an sich heranzulassen. Schnell ist bei dem Fall ein Verdächtiger ausgemacht: Der Psychiater Dr. Joachim Lichner. Und bald schon ist die Indizienlast so groß, dass er kurz darauf wegen Mordes an Juliane für 13 Jahre hinter Gitter wandert. Im Jahr 2009 arbeiten Alex und Bernd immer noch zusammen bei der Aachener Polizei als Bernd Menkhoff über eine Kindesentführung informiert wird.  Als sie zur angegebenen Adresse fahren, trauen Alex und Bernd ihren Augen nicht. Vor der Tür steht Joachim Lichner, mittlerweile seit 2 Jahren auf Bewährung entlassen. Alles spricht dafür, dass Lichner seine kleine Tochter hat verschwinden lassen, doch auch dieses Mal beteuert er  vehement seine Unschuld.

Arno Strobel legt bei seinem Psychothriller ein hohes Tempo an, welches sich mühelos über das ganze Buch hinweg hält. Ständig wechselt er kapitelweise zwischen den Storys. So erzählt er zum einen den Mordfall von 1994 nach, gleichzeitig aber auch die Ermittlungen im aktuellen Fall der Kindesentführung. So wird der Leser nach und nach über den damaligen Mord und der anschließenden Verhaftung und vor allem auch über die  Gründe, die zur Verhaftung von Dr. Lichner geführt haben, informiert. Hierdurch versteht man langsam auch den Hass und die Besessenheit von Bernd Menkhoff, den dieser gegenüber Dr. Lichner hegt und warum er ihn unbedingt wieder hinter Gitter sehen möchte. Ab etwa der Mitte des Thrillers ist man auf demselben Wissenstand in Bezug auf den Mordfall, sodass die Geschichte dann nur noch ausschließlich in der Gegenwart spielt.

Geschickt gelingt es dem Autor, die Spannung wie auch die Neugier des Lesers auf einem extrem hohen Niveau zu halten. So lässt er seine Protagonisten beispielsweise mehrmals neue Ermittlungsansätze finden, erzählt diese aber dem Leser  erst einige Seiten später. Zusätzlich hat man ständig das Gefühl, dass das Offensichtliche eigentlich gar nicht so sein kann und hinter dem Verhalten der einzelnen Akteure etwas ganz anderes steckt. Hierdurch ist man ständig am Grübeln in Bezug auf das Verhalten von Menkhoff wie auch von Dr. Lichner und auch die Lebensgefährtin des Psychiaters ist ein sehr undurchschaubarer Charakter, der mehr Fragen als Antworten aufwirft. So sind die Figuren von Arno Strobel wieder hervorragend vielschichtig und vor allem sehr undurchsichtig gezeichnet.

Die Geschichte wird aus Sicht von Alex Seifert erzählt und dadurch ist man sehr nah bei den Ermittlungen mit dabei und kann auch dessen Zweifel und Bedenken gegenüber dem Verhalten von Menkhoff  gut nachvollziehen. Alex‘ Partner kann nur als besessen bezeichnet werden und dieses Gebaren beschreibt der Autor absolut nachvollziehbar und verständlich. Somit obliegt es Alex, in diesem Fall einen kühlen Kopf zu behalten und sich emotional nicht zu stark bei den Ermittlungen mit einbinden zu lassen. Denn alles deutet daraufhin, dass zumindest Menkhoff scheinbar seine Objektivität verloren hat.

Fazit: Ein komplexer und absolut undurchsichtiger Psychothriller, dessen Spannung sich mühelos bis zum fulminanten Ende hält.

Montag, 8. November 2010

{Rezension} Schwestern der Angst von Lydia Mischkulnig

Verlag: Haymon Verlag
Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
Genre: Roman
ISBN: 3852186420
Erscheinungsdatum: 29. Juli 2010
Preis: 17,90 €


„… Die Farbe der Liebe ist rot …“



Die Halbschwestern Renate und Marie sind als Kinder unzertrennlich. Durch den frühen Tod der Mutter übernimmt Renate bei Marie die Mutterrolle, doch je älter Marie wird, umso mehr rebelliert sie gegen das einnehmende Wesen von Renate. Diese kommt mit diesem Kontrollverlust immer weniger zurecht. Als Marie sich auch noch in Paul verliebt und diesen heiraten möchte, eskaliert die Situation, denn auch Renate ist in Paul verliebt.

Lydia Mischkulnig zeichnet hier ein Bild einer durch und durch gestörten Seele. Bedingt durch die Misshandlungen in ihrer Kindheit von seiten ihres Großvaters und den frühen Verlust der Mutter, ist die Vorstellung von Liebe und Vertrauen bei Renate verzerrt. Je älter Marie wird und sich immer mehr von Renate loslöst, umso mehr versinkt diese in der Stalker-Rolle. Renate ist nur noch auf Marie fixiert, alles andere – besonders ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit – sind absolute Nebensache. So vergisst sie oft zu Essen und Trinken, magert immer mehr ab bis zum Zusammenbruch. Wahrheit und Fiktion vermischen bei Renate immer mehr, sie steigert sich regelrecht in eine für sie akzeptable Scheinwelt hinein. Als sie dann auch noch erfährt, dass ihre Schwester Paul heiraten wird, eskaliert die Situation.

Mithilfe der Erinnerungen von Renate erzählt einem die Autorin nach und nach die Geschichte der beiden Schwestern. So erlebt man die ersten Kindheitsjahre von Renate, die so traumatisch für sie waren, dass sie ihr weiteres Leben bestimmen werden. Man erfährt von ihrer bedingungslosen Liebe zu Marie und auch ihren Schmerz, als Marie sich immer mehr zu einem egozentrischen, eifersüchtigen jungen Mädchen entwickelt. Und auch von ihren Gefühlen gegenüber Paul wird man ausführlich und eindringlich ins Bild gesetzt. Und da all dies in der Ich-Form geschrieben ist, wirkt die Geschichte umso ergreifender.

In einer sehr bildgewaltigen Sprache, die aus einem schier unerschöpflichen Wortschatz zu schöpfen scheint, vermittelt die Autorin einem gekonnt die Geschichte der beiden Schwestern.  So gelingt es ihr hervorragend, einem das gestörte Verhalten von Renate näher zu bringen. Zwar ist dieses Gefühlsleben für einen als Leser absolut nicht nachvollziehbar, dennoch gelingt es der Autorin, das man ein gewisses Maß von Mitgefühl für die Protagonistin entwickelt und von ihrer Geschichte gefesselt ist.

Anfangs ist die Story mehr noch ein sehr emotional und bewegend geschriebener Roman, der sich im Laufe immer mehr zu einem Psychothriller ausweitet, bis es schlussendlich zum unvermeidbaren Finale kommt.

Mit diesem kleinen Buch hält man einen anspruchsvollen und erschütternden Roman in Händen, der einen auch nach Beendigung der Geschichte beschäftigen wird.

Samstag, 6. November 2010

{Award} Mein zweiter Blog-Award !!!

Da schaue ich diese Woche nichtsahnend in meinem Postfach nach und was finde ich: Eine Mail von Sabine mit der Info, dass sie mir den "One lovely Blog Award" verliehen hat. Meine Begeisterung und auch Freude war natürlich entsprechend groß, da es ja eine tolle Bestätigung ist, mit meinem Blog auf dem richtigen Weg zu sein.
Also noch einmal ein ganz dickes DANKESCHÖN an Sabine mit ihrem Blog buechersuechtig 
Der Award bzw. die Verleihung beinhaltet allerdings auch ein paar Regeln, die ich natürlich gerne erfülle:
  1. Aktzeptiere den Award, indem Du den Namen/Blog auf Deinem Blog postest, von dem Du ihn bekommen hast.
  2. Verschenke den Award an 15 andere Blogs, die Du kürzlich entdeckt hast und hinterlasse dort einen Kommentar.
So, dann kommen wir mal zur Verleihung:
  
Isabel

Donnerstag, 4. November 2010

{Rezension} Der Schatten des Chamäleons von Minette Walters

Verlag: Goldmann Verlag 
Übersetzer: Mechthild Sandberg-Ciletti
Taschenbuchausgabe: 448 Seiten
Genre: Englischer Psychothriller
ISBN: 3442467969+
Erscheinungsdatum: 10. Mai 2010
Preis: 9,95 €


Eine Welt aus den Fugen

Für den 26-jährigen Charles Acland bricht nach dem Aufwachen im Krankenhaus in Birmingham eine Welt zusammen. Der Soldat ist der einzige Überlebende eines Bombenanschlags im Irak. Seine eine Gesichtshälfte ist zerstört, sein linkes Auge hat er verloren und eine Fortsetzung seiner Soldatenlaufbahn im aktiven Dienst nicht möglich. Hinzu kommt, dass er mehr durch Zufall in den Fokus der Ermittlungen um einen Serientäter gerät. Denn Charles kann zu allen Opfern eine Verbindung nachgewiesen werden und so ist er für Inspector Jones bald schon der Hauptverdächtige.  

Der vorliegende Psychothriller von Minette Walters kann absolut nicht als dieser bezeichnet werden. Vielmehr handelt es sich hier um die Geschichte eines zerstörten Lebens. Charles Acland ist ein extrem introvertierter junger Mann, der auf körperliche Berührungen jedwelcher Art mit einem extrem aggressiven Verhalten reagiert. Ganz besonders extrem ist dies Frauen gegenüber zu beobachten. Durch diese Aggressivität macht er sich natürlich bei Inspector Jones zum Verdächtigen, zumal die Mordopfer alle brutal erschlagen wurden. Hinzu kommt, dass Charles auch sehr aggressiv auf seine Ex-Verlobte Jen reagiert, die während seines Krankenhausaufenthaltes wieder den Kontakt zu ihm gesucht hatte und Charles diesen Besuch recht brutal beendete.

Somit baut sich anfangs absolut keine Spannung auf, sondern man lernt erst einmal sehr ausführlich den Protagonisten kennen. Dies ist zwar durchaus interessant, stellenweise unterhaltsam, dann wieder sehr nachdenklich  und teilweise auch sehr mysteriös beschrieben, hat jedoch nichts mit einem Thriller zu tun. Dieser zeigt sich erst ab dem Mittelteil, aber selbst hier zieht die Spannung jetzt nicht sehr an und die Geschichte plätschert eigentlich mehr oder weniger dahin, wobei einzig die Neugier einem an das Buch bindet. Denn die Story ist schon sehr komplex angelegt und man möchte in jedem Fall wissen, um wen es sich bei dem Serienmörder handelt. Zumal bis zum Schluss nicht klar ersichtlich ist, um wen es sich hierbei handelt, auch wenn der Kreis der mutmaßlichen Täter recht klein gehalten ist.

Ihre Charaktere, allen voran Charles, sind von der Autorin sehr facettenreich beschrieben. So bleibt gerade das Verhalten von Charles lange Zeit für den Leser unerklärlich und man kann auch in Bezug auf seine Unschuld nie ganz sicher sein, auch wenn die Tatzeitpunkte eigentlich dafür sprechen, dass er es nicht gewesen sein kann. Besonders gut finde ich die Figur von Jackson gelungen, eine engagierte Ärztin, die nach außen hin die coole, harte Lesbe spielt und in Wirklichkeit doch ein weiches, sehr mitfühlendes, fürsorgliches Herz hat.

Fazit: Ein unterhaltsamer, stellenweise sehr zum Nachdenken anregender Roman, der aber beim besten Willen nicht als Psychothriller bezeichnet werden kann.

Dienstag, 2. November 2010

{Rezension} Weißer Schrecken von Thomas Finn

Verlag: Piper Verlag
Taschenbuchausgabe: 496 Seiten
Genre: Mysterie-Thriller
ISBN: 3492267599
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2010
Preis: 9,95 €


Perchten, Krampusse und die Kinderbischöfe

Auf dem Perchtalsee beim Schlittschuhlaufen macht die 15-jährige Elke eine grausame Entdeckung. Unter dem Eis liegt eine Mädchenleiche, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Hatten ihre Zwillingsschwester Miriam und sie noch eine Schwester? Ihre Eltern wie auch die Dorfbewohner hüllen sich in Schweigen. Und noch mehr merkwürdige Dinge passieren im Vorfeld des 06. Dezembers. Bücher liegen plötzlich auf den Boden, Fußspuren verlieren sich im Nirgendwo und Drohungen erscheinen an Fenstern.Hinzu kommt, dass sich Pfarrer Strobel gegenüber der Clique, der Miriam und Elke angehören sehr merkwürdig verhält und unbedingt in der Nikolausnacht mit den Zwillingen und ihren Freunden Andreas, Robert und Niklas eine Nachtwanderung unternehmen will. Bald schon müssen die fünf Freunde feststellen, dass ein dunkles Geheimnis das Dorf Perchtal umgibt und ein merkwürdiger Schneesturm, der das Dorf von der Außenwelt abschneidet, scheint ihre Vermutung noch zu bestätigen.

Die sonderbaren Vorkommnisse lassen den Fünf keine Ruhe und so beginnen sie auf eigene Faust, Nachforschungen anzustellen. Schnell kommen sie dahinter, dass die unerklärlichen Vorkommnisse etwas mit der Legende um die Krampusse und Perchten, in Verbindung mit St. Nikolaus von Myra stehen. Doch inwiefern stehen die Einwohner von Perchtal mit diesen Mythen in Verbindung, die heute doch zum Brauchtum gehören und warum benehmen sich gerade ihre Eltern so merkwürdig?

Geschickt verbindet Thomas Finn alte Legenden, deren Ursprung bei den Kelten zu finden ist, mit unserem heutigen Brauchtum. Nach und nach erfährt man so den Ursprung um den Nikolaustag und seinem Namensgeber St. Nikolaus von Myra und dem Brauch der Kinderbischöfe sowie dem Krampus- und Perchtenlauf, die gerade in der Alpenregion noch sehr verbreitet sind. Man merkt hier deutlich, dass sich der Autor ein fundiertes Wissen angeeignet hat und dies unterhaltsam an seine Leser weitergibt.

Spannung ist praktisch von der ersten Seite an vorhanden und steigert sich zunehmend im Lauf des Mysterie-Thrillers bis zum Ende hin noch sehr. Atmosphärisch dicht und absolut fesselnd ist der Schreibstil des Autors zu beschreiben und dadurch gelingt es ihm auch fast augenblicklich, eine äußerst beklemmende Stimmung aufzubauen. So bekommt man eine sehr gute Vorstellung von dem kleinen, verschneiten, eigentlich so idyllischen Dorf Perchtal, welches sich für die fünf Freunde bald schon zur tödlichen Falle entwickelt. Die Story ist bis zum Schluss logisch umgesetzt, nicht vorhersehbar und hält sogar noch eine Überraschung parat.

Die Geschichte spielt vorwiegend im Jahr 1994, allerdings gibt es immer mal wieder kurze Einschübe in die Gegenwart, sodass man schon sehr bald weiß, wer definitiv von den Fünf den Alptraum überlebt. Allerdings nimmt dies dem Thriller in keiner Weise die Spannung, eher im Gegenteil, man ist neugierig, wie diese in der Gegenwart mit der ganzen Geschichte umgehen.

Alle fünf Freunde kommen aus zerrüttenden Familien. Die Zwillinge Miriam und Elke haben unter ihren bigotten Eltern zu leiden, Roberts Vater ist seit Jahren verschwunden und seine Mutter versucht mithilfe von Alkohol ihr Leben zu regeln. Niklas wird von seiner Mutter mit Süßigkeiten gemästet und Andreas‘ Mutter beging Selbstmord. Sein Vater erfüllt ihm zwar jeden Wunsch, ist aber ansonsten nicht zu sehen. Anfangs stellt Thomas Finn einem seine 5 Protagonisten kapitelweise vor und so erhält man schon mal einen sehr guten Einblick in deren Leben und Charakter. Dies ist durchweg gut gelungen, allerdings wirken die Fünf aber auch etwas zu eindimensional gezeichnet und hierdurch leicht durschaubar. Auch bei den Dorfbewohnern ist ziemlich schnell ersichtlich, wer die gute und wer die böse Rolle intus hat. Jedoch stört dies nicht unbedingt, da ansonsten die Handlung absolut überzeugt.

Fazit: Ein absolut fesselnder und spannender Mysterie-Thriller, der dafür sorgt, dass man den Nikolaustag in Zukunft mit etwas anderen Augen betrachtet.

Sonntag, 31. Oktober 2010

{Rezension} Der zweitbeste Koch von Kurt Bracharz

Verlag: Haymon Verlag
Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
ISBN: 385218634X 
Genre: Krimi deutsche Nachbarländer / Österreich
Erscheinungsdatum: 09. September 2010
Preis: 17,90 €

 
Lukullische Spannung

Der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp rätselt. Wo ist der zweitbeste Koch der Welt geblieben? In seinem chinesischen Lieblingsrestaurant „Shanghai 1938“ ist Koch Wang-Li spurlos verschwunden und angeblich weiß niemand etwas über dessen Verbleib. Allerdings essen Chinesen ja bekanntlich so ziemlich alles und so hegt Xaver einen Verdacht, zumal er in seinem Gericht ein Stück Fleisch entdeckt, dessen Geschmack er so gar nicht kennt. Neugierig geworden packt er das verdächtige Stück in einem Zippbeutel. Als er auf dem Heimweg ist, wird er überfallen und seine Tasche gestohlen. Als sie kurz darauf wiedergefunden wird, ist der Tascheninhalt komplett, bis auf den Zippbeutel. Xavers Befürchtung scheint sich zu erhärten.

Herrlich erfrischend und mit einem guten Schuss Humor und Selbstironie lässt Kurt Bracharz seinen Protagonisten Xaver Ypp den Krimi selbst erzählen. Und da Xaver Ypp ein Gourmetkritiker ist und sich somit sein Leben zum größten Teil um neue, ausgefallene Gerichte dreht, erhält man auch noch einen hervorragenden Einblick in die asiatische Esskultur. Wobei es einem bei den einen oder anderen Zutaten schon ein wenig der Magen umdreht. Aber selbst Xaver gibt zu, dass bei so einigen Gerichten auch seine Schmerzgrenze erreicht wird.

Man kann jetzt nicht behaupten, dass der Krimi äußerst spannend ist, dies scheint aber auch gar nicht unbedingt das Ziel des Autors gewesen zu sein. Vielmehr mutet die Story ein wenig skurril an, ist sehr unterhaltsam  und vor allem komplex angelegt. So entwickelt sich der Fall zum Schluss vollkommen anders als anfangs gedacht. Zwar kommt die Auflösung dann doch etwas plötzlich, ist jedoch logisch umgesetzt.

Seinen Protagonisten beschreibt der Autor hervorragend: Ein wenig eigenwillig, selbstkritisch und sturköpfig. So wird einem der ältere Herr fast augenblicklich sympathisch. Und auch die weiteren Personen sind recht eigenwillige Persönlichkeiten, die auch bei der Kürze des Krimis ausreichend und facettenreich beschrieben sind.

Alles in allem ein anspruchsvoller Krimi der etwas anderen Art, der sehr unterhaltsam umgesetzt und nicht nur etwas für Gourmets ist.

Samstag, 30. Oktober 2010

{Rezension} Novemberasche von Anja Jonuleit

Verlag: dtv Verlag
Taschenbuchausgabe: 304 Seiten
ISBN: 3423212462 
Genre: Deutscher Krimi
Erscheinungsdatum: 01. November 2010
Preis: 8,95 €



Eine Welt in Trümmern

Für Paula, der besten Freundin von Marie Glücklich, bricht eine Welt zusammen. Ihr Mann Eric ist bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen. Alle Indizien sprechen für Selbstmord. Während Marie sich um Paula kümmert, die immer mehr in ihrer Trauer versinkt und sich nicht mehr um ihre kleinen Töchter kümmern kann, ist Kommissar Sommerkorn mit einem rätselhaften Mord beschäftigt. Der junge Leander Martin wurde erstickt auf dem Zentralfriedhof aufgefunden. Wer hat einen Grund, den intelligenten Musterschüler zu töten und warum ist sein Mord auf dem Friedhof inszeniert worden?

Anja Jonuleit greift in ihrem zweiten Fall von Marie Glücklich und Andreas Sommerkorn zwei hochaktuelle Themen unter Jugendlichen auf, welche sie geschickt zu einem spannenden und vor allem auch einfühlsamen Krimi verknüpft. Lange Zeit bleiben die Beweggründe für den Mord an Leander im Dunkeln und selbst als ein weiterer Schüler spurlos verschwindet, ist immer noch kein Motiv ersichtlich. Geschickt präsentiert die Autorin zwar recht bald einen Verdächtigen, jedoch ist schnell klar, dass der Fall viel komplexer angelegt ist. So ist durchweg viel Spannungspotential vorhanden, welche zum Ende hin noch einmal sehr anzieht, bedingt auch durch die ständig wechselnden Erzählstränge. Zum Schluss präsentiert der Krimi eine Lösung, welche vollkommen überraschend und absolut schlüssig umgesetzt ist.

Sehr gefühlvoll und voller Emotionen und dennoch in keiner Weise kitschig beschreibt sie das Gefühlsleben von Paula, die durch den Tod von Eric wie paralysiert ist und deren Welt von einen auf den anderen Tag komplett aus den Fugen gerät. Zumal sich durch den Tod einige Geheimnisse von Eric offenbaren, die Paulas Bild von ihrem Mann total erschüttern.

Neben dem Erzählstrang von Paula ist man durch Andreas Sommerkorn bei den aktuellen Ermittlungen des Mordes von Leander dabei und auch Marie beginnt auf eigene Faust mit Ermittlungen um den Tod von Eric. Denn auch wenn alle Anzeichen dafür sprechen, dass Eric Selbstmord begangen hat und ein dunkles Geheimnis hütete, hinter das Andreas durch Zufall kommt, will Marie unbedingt diese Hintergründe verstehen. Ihre Neugier verlangt ihr dabei einiges an Mut ab und bringt sie sogar in Lebensgefahr. Was ich auch sehr interessant fand, ist, dass die Autorin die Kapitel mit Zitaten von z. Bsp. Wikipedia oder auch eines Anwalts zu dem entsprechenden Thema anführt.

Besonders eindringlich sind die Tagebucheinträge eines Jugendlichen beschrieben. Teilweise eins-zwei Seiten lang, stellenweise nur drei-vier Sätze kurz. Man merkt sofort, dass dieser Junge, dessen Identität erst zum Schluss gelüftet wird, eng mit dem aktuellen Fall in Verbindung steht und er quasi die Schlüsselrolle des Krimis einnimmt.

Authentisch und wie aus dem Leben gegriffen sind ihre Figuren. Marie ist Kunstmalerin, die nach einer gescheiterten Beziehung wieder in ihre Heimat am Bodensee gezogen ist, dort in ihrem Elternhaus wohnt und sich mit Müh und Not über Wasser halten kann, in der Hoffnung, dass ihre Bilder endlich in einer bekannten Galerie ausgestellt werden. Die Autorin beschreibt sie als eine mitfühlende, neugierige Frau, die durch die Erfahrungen mit ihrem Ex-Partner einer neuen Beziehung skeptisch und äußerst vorsichtig gegenübersteht. Kommissar Andreas Sommerkorn ist mehr der Einzelgänger, der sich langsam seinen Gefühlen zu Marie stellt und unbewusst ständig falsche Signale gegenüber Marie aussendet.

Fazit: Ein emotionaler und äußerst spannend geschriebener Krimi, dem ein brisantes Thema zugrunde liegt.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

{SuB-Zuwachs} Spannende, gruselige und unterhaltsame Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

diese Woche hat mich ein wahrer Bücherregen überrascht, als mehrere Rezensionsexemplare von Verlagen bei mir eingegangen sind und dann noch der neueThriller von John Katzenbach!
  

Hier habe ich das Glück, bei der Testleserunde zu seinem neuen Thriller "Der Professor" bei lovelybooks.de teilnehmen zu können. Der Thriller müsste (hoffe ich) diese Woche auch noch kommen.






Am Dienstag kam vom dtv-Verlag der neue Krimi von Anja Jonuleit. Novemberasche heißt er und erscheint am 01. November 2010. Da ich bereits dieses Jahr von ihr das Buch "Herbstvergessene" gelesen habe und mir ihr einfühlsamer Schreibstil sehr gut gefallen hat, bin ich natürlich auf ihren neuen Krimi ziemlich neugierig und werde ihn auch als erstes lesen. 

Inhaltsangabe von Novemberasche:

Mann sollte den Advent nicht mit einer Trauerfeier beginnen müssen ....

November am Bodensee. Auf dem Friedhof wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. er wurde betäubt und erstickt. Zur gleichen Zeit wartet eine furchtbare Nachricht auf Marie Glücklich: Erik, der Mann ihrer besten Freundin ist bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Todesfällen?

Marie Glücklich und Kommissar Somerkorn ermitteln.


Dann klingelte am Mittwoch der Postbote und hatte ein Päckchen mit drei Büchern des Haymon Verlags für mich. Krimilektüre vom Feinsten aus Österreich. Hierbei handelt es sich um folgendes Krimis:

Zum einen um Morbus Dei von den Autoren Matthias Bauer und Bastian Zach. Diese erzählen eine Geschichte voller Spannung, Dramatik und Emotionen.

Kurzbeschreibung:
Ein einsames Bergdorf vor 300 Jahren: Von einem Schneesturm überrascht, verschlägt es den Deserteur Johann List in diese abgeschiedene, von Furcht und Aberglaube beherrschte Gegend. Schnell ist ihm klar, dass mit dem Dorf etwas nicht stimmt, dass ein düsterer Schatten über den Bewohnern liegt – Tiere werden getötet, Menschen verschwinden, vermummte Gestalten lauern in den finsteren Wäldern. Als Johann sich in die Tochter eines Bauern verliebt, beschließt er, mit ihr das Dorf zu verlassen. Doch noch bevor sie verschwinden können, eskaliert die Situation und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt ... 


Der zweite Krimi heißt "Der zweitbeste Koch". Nach seinen kultigen Erfolgskrimis in den 90er Jahren hat Kurt Bracharz sich mit seinem neuen Krimi viel Zeit gelassen – doch das Warten hat sich definitiv gelohnt: angenehm pikant, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Nervenkitzel und in typisch amerikanischer Krimimanier: hartgesotten.


Inhaltsangabe:

Hunger ist bekanntlich der beste Koch. Der zweitbeste ist ein Chinese namens Wang Li. Das glaubt zumindest der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp, weshalb er auch sehr verärgert ist, als es plötzlich heißt, Wang Li habe das Land verlassen. Und Ypp hat noch mehr Probleme: Sein Chef hält ihn schon lange für zu konservativ und drückt ihm zu allem Überfluss noch die Ausbildung eines pubertierenden Geschmacksgenies aufs Auge. Schlechte Karten für Ypp, der bald auch noch Opfer eines Überfalls wird: Als er die Probe eines ungewöhnlichen Stückchens Fleisch aus Wang Lis ehemaligem Restaurant untersuchen lassen will, beginnt die Angelegenheit vom Kuriosen ins Kriminelle abzugleiten und nimmt dabei immer rasanter Schussfahrt auf ...


Und last but not least das dritte Buch im Bunde vom Haymon Verlag: "Schwestern der Angst" von Lydia Mischkulnig.


Kurzbeschreibung:

Als Kinder sind Marie und Renate unzertrennlich. In einer Familie, die geprägt ist von Verlust und Misstrauen, schafft Renate für ihre Schwester eine eigene Welt aus der Sehnsucht nach Unversehrtheit und Glück. Doch dann, Jahre später, tritt Paul in das Leben der Mädchen und spaltet ihre vermeintliche Einheit. Von beiden umworben, entscheidet er sich für Marie – und plötzlich kippt die liebende Fürsorge Renates in Hass und subtil tobenden Zorn. Je tiefer der Graben zwischen den Frauen wird, umso gefährlicher verzerrt sich Renates Blick auf die Welt. Sie heftet sich dem Paar an die Fersen, verfolgt ihre Schwester, überwacht sie zuerst aus der Distanz, rückt dann aber unaufhaltsam näher – bis zur letzten Konsequenz.

In kunstvoller Sprache und mit ungeschminktem Blick nimmt Mischkulnig die Perspektive Renates ein, eine Perspektive, in der sich Wirklichkeit und Paranoia überlagern – und erweist sich so erneut als eine „grandiose Entertainerin des Unheils“ (Anton Thuswaldner).


Nachtrag:

Und dann kam am Freitag auch vom Piper Verlag der Thriller "Weißer Schrecken " von Thomas Finn.

Kurzbeschreibung:

Unter Schnee und Eis lauert der Tod!

Fans von Stephen Kings »Es«, aufgepasst – dies wird der Winter des Schreckens! Die kalte Jahreszeit in Perchtal, einem einsamen Dorf im Berchtesgadener Land, scheint besinnlich wie immer. Bis eine Gruppe Jugendlicher einen grauenhaften Leichenfund macht: Ein junges Mädchen treibt unter dem Eis eines Sees, und es ähnelt den Zwillingen Miriam und Elke auf verblüffende Weise. Doch die beiden wissen nichts von einer Verwandten … Bei ihren Nachforschungen stoßen die Freunde auf ein blutiges Geheimnis, das der Pfarrer des Dorfs hütet. Und sie schrecken dabei eine uralte Macht auf, die ihre Rückkehr in unsere Welt vorbereitet.

Also, Lesestoff ist mehr als genug vorhanden und die Rezensionen folgen dann - wie üblich - wieder hier. Und noch einmal ein ganz dickes Dankeschön an die Verlage und an lovelybooks.de

Liebe Grüße
Isabel

Mittwoch, 27. Oktober 2010

{Rezension} Feuertanz von Helene Tursten

Verlag: btb Verlag
Übersetzer: Holger Wolandt, Lotta Rüegger
Taschenbuchausgabe: 320 Seiten
Genre: Skandinavischer Krimi / Schweden
ISBN: 344273715X 
Erscheinungsdatum: 03. März 2008
Preis: 9,00 €



Ein Leben für den Tanz

1989: Die junge Inspekteurin Irene Huss ermittelt mehr eigenständig in einem Fall von Brandstiftung mit Todesfolge. Die Stieftochter des Toten könnte bei der Aufklärung des Falls helfen, doch Sophie spricht kein Wort und alle Mühe von Irene, die Elfjährige zum Sprechen zu bringen, scheitert. Der Fall wird nie zur Zufriedenheit von Irene gelöst. 15 Jahre später wird in einer Brandruine die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kurze Zeit später ist die Identität der Frau ermittelt: Es handelt sich um Sophie, die vor ihrem Tod misshandelt wurde.  Irene Huss beginnt mit den Ermittlungen und muss feststellen, dass Sophie sich zu einer sehr introvertierten jungen Frau entwickelt hat, deren Leben einzig und allein auf den Tanz fixiert war. Wer also hätte ein Motiv und in welcher Verbindung steht ihr Tod zum damaligen Fall?

Dunkle Geheimnisse einer Familie und die Leidenschaft zum Tanz sind die Grundlage des vorliegenden Falls. Sehr rätselhaft und undurchschaubar beschreibt Helene Tursten die eigentliche Hauptdarstellerin des Krimis: Sophie. Sie ist Dreh- und Angelpunkt des aktuellen wie auch des Falls von 1989. Um sie und ihr rätselhaftes Leben drehen sich die Ermittlungen auf der Suche nach ihrem Mörder. Scheinbar liegt kein Motiv vor und doch ist auch ersichtlich, dass ihre Familie irgendetwas zu verheimlichen versucht. So ist die Story von Anfang sehr rätselhaft angelegt und überrascht auch immer mal wieder mit interessanten Wendungen.

Die Spannung ist dieses Mal mehr als unterschwellig zu bezeichnen, allerdings wird durch das merkwürdige Verhalten der Familienangehörigen die Neugier konstant aufrecht erhalten und die überraschende und logische Auflösung des Falls sorgt ebenfalls dafür, dass bis zum Schluss keine Langeweile aufkommt. Auch erhält man wieder einen unterhaltsamen Einblick in das Privatleben von Irene und erlebt so mit, wie sie sich langsam mit der Abnabelung ihrer Zwillinge abfinden muss und ein privater Schicksalsschlag bleibt ihr auch nicht erspart. So wirkt die Darstellung von Irene wieder durchweg sehr authentisch und überzeugend.

Die restlichen Personen des Krimis, besonders die der Familie von Sophie, sind zum einen sehr detailreich und glaubwürdig dargestellt, zum anderen aber auch so undurchsichtig und rätselhaft angelegt, dass man sich bei keinem sicher sein kann, ob einer von ihnen etwas mit dem Tod von Sophie zu tun hat.

Fazit: Ein eher ruhig angelegter Krimi mit einer interessanten Geschichte und überzeugend dargestellten Charakteren.

{Rezension} Die Zahlen der Toten von Linda Castillo

Übersetzer: Helga Augustin
Taschenbuchausgabe: 430 Seiten
ISBN: 3596184401 
Genre: Amerikanischer Thriller
Erscheinungsdatum: 04. August 2010
Preis: 8,95 €



Kehrt ein Serienmörder zurück?

Dieser Frage muss sich Chief Kate Burkholder stellen, als sie eines Nachts aus ihren Alpträumen geweckt wird. Officer T.J. Walsh findet beim nächtlichen Einfangen von Kühen im winterlichen Painters Mill / Ohio auf einer Wiese die Leiche einer jungen Frau: Nackt und schwer misshandelt. Als Kate zusammen mit ihren Mitarbeitern am Tatort eintrifft, traut sie ihren Augen nicht. Auf dem Unterbauch der Unbekannten ist die Zahl 23 eingeritzt. Wiederholt sich das Grauen wieder? Denn vor 16 Jahren gab es vier Morde in der Gegend und jedes Mal waren den jungen Frauen römische Zahlen unter den Nabel eingeritzt worden, der Mörder wurde bis heute nicht gefasst.

Schon der Prolog lässt erahnen, dass der 1. Fall von Kate Burkholder sich zu einem äußerst spannenden Thriller entwickelt und man wird nicht enttäuscht. Schnell ist klar, das Kate ein dunkles Geheimnis verbirgt, dass mit dem aktuellen Fall in Verbindung steht und dessen Auflösung sie um jeden Preis verhindern will. Doch dies gestaltet sich als äußerst schwierig, als John Tomasetti  vom BCI hinzugezogen wird und sie immer mehr die Kontrolle über den Fall verliert.

Sehr plastisch und beklemmend beschreibt Linda Castillo in ihrem Debütroman die Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit des Opfers und zugleich die Kaltblütigkeit, mit der der Mörder zu Werke geht. Und auch die innere Zerrissenheit von Kate, die einmal der nahegelegenen Amish-Gemeinde angehört hat, wird hervorragend vermittelt.

Die Autorin lässt ihre Protagonistin selbst die Geschichte des Thrillers erzählen und bereits nach wenigen Seiten gelingt es ihr mühelos, von Kate Burkholder das Bild einer sympathischen, engagierten Frau zu zeichnen, die um jeden Preis den Mörder fassen will und hierfür auch einmal unkonventionelle Wege geht.

Ihr Schreibstil ist sehr flüssig und atmosphärisch dicht und Linda Castillo gelingt es so mühelos, einem die Gefühlswelt der einzelnen Personen zu vermitteln. Gleichzeitig gelingt es ihr, die Identität des Mörders bis zum Schluss zu verschleiern und die Auflösung des Falls sehr überraschend und absolut schlüssig umzusetzen. Die Spannung baut sich bereits nach wenigen Seiten auf, die durchweg auf einem hohem Niveau liegt und sich mühelos bis zum fulminanten Ende hält.

Fazit: Auch wenn die Story nicht unbedingt neu ist, gelingt es der Autorin dennoch einen extrem spannenden und atmosphärisch dichten Thriller abzuliefern, der mit einer sehr sympathischen Protagonistin glänzt.

Montag, 25. Oktober 2010

{Rezension} Schattenwasser von Michael Kibler

Verlag: Piper Verlag
Taschenbuchausgabe: 335 Seiten 
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 3492259065
Erscheinungsdatum: 16. September 2010
Preis: 8,95 €







Die Bibel und das Wasser

Im Jugendstilbad von Darmstadt treibt die Leiche einer älteren Dame. Einen Tag später erhält Hauptkommissarin Margot Hesgart ein an sie persönlich adressiertes Bekennerschreiben. Der Briefschreiber zitiert leicht abgewandelt eine Passage aus der Bibel. Ein paar Tage später wird das Wasser eines kleinen Sees in Darmstadt vergiftet. Wieder erhält Margot Hesgart ein Bekennerschreiben mit einer Bibelstelle aus dem Alten Testament. Die Ermittlungen von Margot und ihrem Kollegen Steffen Horndeich laufen auf Hochtouren als die zweite Frauenleiche gefunden wird. Ist hier ein Serienmörder am Werk, der die Bibelstellen abarbeitet, die alle einen Bezug mit Wasser haben. Wenn ja, stehen noch zwei Morde aus.

Neben dem aktuellen Fall hat Margot Hesgart auch mit privaten Problemen zu kämpfen. Muss sie doch erfahren, dass ihr Lebensgefährte Rainer eine uneheliche Tochter hat, die von nun an bei ihnen wohnen soll. Hinzu kommt noch, dass ihr gemeinsamer Sohn Ben mit seiner Freundin Iris in die USA gereist ist und  Marion und Rainer für einige Wochen die kleine Zoey hüten sollen. Somit sind Stress und wenig Schlaf für die nächsten Wochen vorprogrammiert und zusätzlich gestaltet sich auch noch der aktuelle Fall als immer schwieriger und undurchsichtiger. Zwar gibt es schon bald einen Verdächtigen, der die Opfer kannte, ein Motiv hätte und auch alle Indizien sprechen gegen ihn. Doch weder Margot noch Steffen und Sandra mögen so recht an seine Schuld glauben.

Michael Kibler verknüpft wieder geschickt und gut dosiert die laufenden Ermittlungen mit dem Privatleben seiner Protagonistin. Die Spannung leidet durch diesen Mix in keiner Weise, zumal sich die Story als sehr interessant gestaltet und schon bald zwar mehrere Tatverdächtige auftauchen, das Motiv der Morde jedoch absolut im Dunkeln bleibt. So ist die Geschichte fesselnd bis zum Schluss, überrascht durch einige gelungene Wendungen und zieht zum Ende hin in Sachen Spannung noch mal mächtig an.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, unterhaltsam und immer mit einem guten Schuss Lokalkolorit versehen. Seine Protagonistin stellt er gewohnt emotional, lebendig und absolut authentisch dar. Neben Margot geht der Autor auch wieder ein wenig auf das Privatleben von Steffen Horndeich ein, den die Vergangenheit einholt und ihn vor eine wichtige Entscheidung stellt. Ansonsten sind auch die restlichen Charaktere sehr realistisch, aber gerade auch die Tatverdächtigen ziemlich undurchsichtig beschrieben, sodass man sich erst zum Ende hin über die Identität des Täters sicher sein kann.
 

Alles in allem wieder ein gelungener Darmstadt-Krimi, der mit viel Lokalkolorit, einer guten Story und sympathischen Akteuren daher kommt.