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Samstag, 1. Januar 2011

(Rezension) Das Regenmädchen von Gabi Kreslehner

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 9783550088605
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2010
Preis: 18,00 €




„… war ein siebenseidnes mädchen
ein siebenseidnes kind
nun verbläst sie der wind
wie winde halt so tun …
marie
in memoriam ...“


Eine Reise ohne Ankommen

Auf der A9 Richtung Berlin verunglückt ein junges Mädchen. Scheinbar vollkommen orientierungslos ist sie einem Fahrer direkt vor das Auto gelaufen. Normalerweise kein Fall für die Mordkommission. Doch am nahegelegenen Rastplatz werden Blutspuren gefunden und so beginnen die Kommissare Franza Oberwieser und Felix Herz mit ihren Ermittlungen. Schon bald ist die Identität des Mädchens festgestellt, ebenso dass sie vor dem Unfall misshandelt wurde und der Täter offensichtlich mit Absicht die junge Marie direkt an der Autobahn ausgesetzt hat, um so ihren Tod herbeizuführen.
                             
Gabi Kreslehner wechselt ständig zwischen zwei Handlungssträngen. Auf der einen Seite ist man zum Großteil bei den Ermittlungen dabei, auf der anderen Seite lernt man in kleinen Sequenzen die Vorgeschichte zu dem Todesfall kennen. Schnell ist klar, dass Marie mit Ben befreundet war und Ben ist der Sohn von Franza. Doch wie steht er mit dem Tod von Marie in Verbindung? Ist er möglicherweise sogar der Täter? Diese Fragen lässt die Autorin sehr lange offen. Erst zur Mitte des Krimis erhält man eine Ahnung, um wen es sich bei dem Täter handelt, doch warum er unbedingt ihren Tod herbeiführen wollte, bleibt bis fast zum Schluss im Dunkeln.
                                                                                       
Die Spannung ist praktisch von der ersten Seite vorhanden. Gabi Kreslehner schreibt sehr nachdenklich, stellenweise regelrecht melancholisch und poetisch und trotzdem, oder gerade deswegen, gelingt es hier hervorragend, eine fast augenblicklich an die Story zu fesseln und die Neugier zu wecken. Der Krimi entwickelt sich äußerst komplex, mysteriös, unvorhersehbar und endet mit einem extrem spannenden Schluss, bei dem das Tempo noch einmal ordentlich angezogen wird.
                                                                  
Gut dosiert lernt man auch die private Franza kennen. Diese ist eine Frau Mitte Vierzig, nachdenklich, sehr herzlich und empfindsam und trotz der langen Berufserfahrung noch nicht abgestumpft. Die verheiratete Franza hat eine Affäre mit einem in der Stadt sehr bekannten Theaterschauspieler, ist der festen Überzeugung, dass ihre Affäre geheim wäre und muss doch immer wieder feststellen, dass anscheinend alle in ihrem Bekanntenkreis davon wissen, einschließlich ihrem Mann. Stellenweise ist Frankas Sprache recht vulgär, doch zeigt sie so gut auch ihre innere Zerrissenheit auf. Sie will nicht wahrhaben, dass ihre Ehe mit Max eigentlich am Ende ist und ihre Affäre mit Port möchte sie nur als netten Zeitvertreib sehen, aber da ist mehr und es dauert einige Zeit, bis Franza dies bewusst wird.

Ihr Kollege Felix Herz ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Herz: er ist der beste Freund von Franza, ein Familienmensch, ehrlich, offen und genauso wie Franza sehr authentisch beschrieben. Wie auch die weiteren Mitwirkenden sehr facettenreich und glaubwürdig gezeichnet sind. Jedoch gelingt es der Autorin hervorragend mit kleinen Randbemerkungen viele Figuren ziemlich undurchsichtig erscheinen zu lassen, sodass man lange nicht sicher sein kann, wer von ihnen nun der Täter ist.

Fazit: Ein von der ersten Seite an äußerst spannend angelegter Krimi, in einer wunderbaren Sprache geschrieben, der auch genug Raum für die privaten Momente der Protagonisten lässt.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

{SuB-Zuwachs} Spannende Buchpost

Hallo Ihr Lieben,

heute kam mein Vorableseexemplar, welches ich bei vorablesen.de für meinen Leseeindruck bekommen habe. Es handelt sich hierbei um:


 
Das Regenmädchen
von 
Gabi Kreslehner
erschienen 


Ich bin schon ziemlich gespannt, die Leseprobe hat sich wirklich klasse gelesen, ganz nach meinem Geschmack, und wenn ich mir die Rezensionen hierzu so durchlese, muss es wirklich ein tolles, spannendes Buch sein.

Und hierum geht es in dem Krimi:

Eine regennasse Fahrbahn. Einzelne Autos, die vorbeirauschen. Ein grauer Morgen. Als Kommissarin Franza Oberwieser an den Tatort kommt, trifft sie der Anblick der Toten wie ein Schlag.

Ein schönes junges Mädchen in einem glitzernden Ballkleid liegt verrenkt am Straßenrand. Franza beginnt Fragen zu stellen und begegnet nur Menschen, die etwas zu verbergen haben. Dunkle Seiten, Abgründe, Lügen. Die Tote kannte sie alle. Musste sie deshalb sterben?

Ich werde mit "Das Regenmädchen" auch gleich anfangen, sobald ich "Steirerblut" von Claudia Rossbacher fertig habe, was übrigens auch richtig klasse ist. Auf diese Rezension müsst Ihr allerdings noch ein wenig warten, da ich durch die Sperrfrist meine Rezi erst ab dem 01. Februar 2011 online stellen darf.


So, werde den Tag jetzt mit Lesen ausfüllen, wünsche Euch ebenfalls einen entspannten, schönen Donnerstag!


Liebe Grüße
Isabel

Freitag, 17. Dezember 2010

{Leseeindruck} Das Regenmädchen von Gabi Kreslehner

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Genre: Deutscher Krimi
ISBN: 9783550088605
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2010
Preis: 18,00 €





Eine Reise ohne Ankommen

Gleich zu anfangs beschreibt die Autorin den Tod eines jungen Mädchens und somit auch den Unfall auf der A9 Richtung Berlin und dies in einer äußerst einfühlsamen und beklemmenden Weise. Ihr gelingt es hervorragend, die Gefühle des Unfallbeteiligten rüber zu bringen, sodass man sofort mit ihm fühlt und seine Ungläubigkeit ob dem plötzlichen Auftauchen des Mädchens vor Augen hat.

Anschließend stellt Gabi Kreslehner ihren Lesern erst einmal ein wenig ihre Protagonistin Franza vor. Diese hatte auf dem Weg zur Arbeit einen Zwischenstopp bei ihrem Freund Port eingelegt, da erhält sich den Anruf von ihrem Kollegen Felix, der sie  über den Unfall auf der A9 informiert. Sie wundert sich noch darüber, dass die Kripo zu einem Verkehrsunfall gerufen wird und vermutet, dass sich dahinter mehr verbirgt.

Zwischendurch ist immer mal wieder die Sequenz eines jungen Mannes namens Ben eingeblendet, der unbedingt der unbeschwerten Marie imponieren will und dies am besten mit dem Autos seines Vaters. Marie ist auch beeindruckt und will ihn zum Abhauen überreden. Doch Ben zögert noch, allerdings möchte er ihr gegenüber auch nicht als Feigling dastehen. Und Ben scheint der Sohn von Franza zu sein.

Der Schreibstil der Autorin ist äußerst flüssig, leicht nachdenklich, etwas melancholisch und herzerfrischend. Und so ist auch ihre Protagonistin angelegt. Franza scheint verheiratet zu sein, hat einen erwachsenen Sohn und einen Liebhaber. Sie ist sehr einfühlsam, ihr Beruf belastet sie zwar, hat sie aber noch nicht abgestumpft, was man besonders merkt, als sie die Leiche des jungen Mädchens zum ersten Mal sieht. Mit ihrem Partner Felix verbindet sie ein kollegiales, freundschaftliches Verhältnis.

Die Story entwickelt sich äußerst mysteriös, wirft viele Fragen auf und ist jetzt bereits schon sehr fesselnd und spannend umgesetzt. Und vor allem, sie weckt von Anfang die Neugier des Lesers.