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Freitag, 24. September 2010

{Rezension} Die Kampagne von David Baldacci

Übersetzer: Rainer Schumacher
Taschenbuchausgabe: 480 Seiten
Genre: Amerikanischer Thriller
ISBN: 3404163680
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2010
Preis: 9,99 €




Zurück zur alten Weltordnung

Ein Video im Internet erschüttert die Welt. Weitere negative Informationen gegen Russland folgen im Netz, sodass bald nur noch von der „Roten Gefahr“ gesprochen wird und die Staaten mit einem panikartigem Aufrüstungen beginnen. Eine international operierende Geheimdienstorganisation setzt ihren besten Mann Shaw auf die Sache an, um hinter die Wahrheit und die Drahtzieher dieser Gräueltaten zu kommen. Zusammen mit der Reporterin Katie James, die durch Zufall in die Sache mit hineingeraten ist, versucht Shaw alles, um einen dritten Weltkrieg zu verhindern. Doch er hat einen der mächtigsten Männer der Welt gegen sich.

David Baldacci behandelt in seinem neuesten Actionthriller das Thema „Perzeptionsmanagement“ (PM), dessen Arbeit einzig und allein darin besteht, gezielt falsche Wahrheiten in den Medien zu schalten, um bestimmte politische oder auch wirtschaftliche Ziele zu ermöglichen. Solch eine Beraterfirma gehört Richard Pender, der im Auftrag des Milliardärs und Rüstungsunternehmers Nicolas Creel die falsche Videos ins Internet setzen lässt, mit dem Ziel, die Zeiten des Kalten Krieges wieder aufleben zu lassen.

In seinem Nachwort weist David Baldacci darauf hin, dass der Begriff Perzeptionsmanagement mittlerweile Eingang in den allgemeinen Sprachschatz gefunden hat und das US-Verteidigungsministerium diesen Begriff sogar in seinen Handbüchern definiert, mittlerweile würden sogar diesen Dienst eine ganze Reihe von PR-Firmen anbieten. Allerdings gäbe es noch (!) keine ausgewiesenen Spezialisten, die sich perfekt auf diesen Job verstehen würden.

Bereits von der ersten Seite an katapultiert David Baldacci seine Leser hinein in den Actionthriller und lässt einem kaum die Möglichkeit, zum Luft holen. Sein Schreibstil ist sehr direkt und schnörkellos und trifft somit genau den richtigen Ton für solch einen Thriller. Durch die ständigen Perspektivwechsel und den überraschenden Wendungen gelingt es ihm zudem mühelos, die Spannung von der ersten Seite an auf hohem Niveau zu halten. Zwar weiß der Leser bereits sehr schnell, wer und welche Gründe hinter den Falschmeldungen stehen, doch die actionreiche Handlung wie auch das brisante Thema sorgen für gute Unterhaltung in bester James-Bond-Manier.

Sein Protagonist ist der typische, unbesiegbare Einzelkämpfer. Und doch gestattet der Autor dem Spion Shaw ein Privatleben, was dem Leser die Möglichkeit gibt, sich mit diesem introvertierten, sensiblen Mann anzufreunden. Ursprünglich hatte Shaw geplant, nach fast 6 Jahren beim Geheimdienst in den Ruhestand zu treten und seine schöne wie auch kluge Freundin Anna zu heiraten. Doch sein Chef Frank Wells hält hiervon absolut nichts, schließlich ist Shaw sein bester Mann und so gelingt es Frank auf erpresserische Art Shaw davon zu überzeugen, den Job zu übernehmen.

Zur Seite stellt ihm der Autor die Reporterin und zweifache Pulitzer-Preisträgerin Katie James, die nach einem traumatischen Erlebnis zu Alkoholikerin geworden ist und deren besten Zeiten bereits weit hinter ihr liegen. Doch bei diesem Fall wird ihr Reporterinstinkt wieder geweckt und so steht sie Shaw schon bald mutig zur Seite, um die Drahtzieher dieser Kampagne aufzuspüren. Und beide riskieren hierbei mehr als einmal ihr Leben.

Fazit: Alles in allem ist David Baldacci ein actiongeladener Thriller gelungen, der einen von der ersten Seite an fesselt und mit einem sehr interessanten Thema aufwarten kann.

Dienstag, 30. Juni 2009

{Rezension} Im Takt des Todes von David Baldacci



Übersetzer: Rainer Schuhmacher
Taschenbuchausgabe: 541 Seiten
ISBN: 3404159683
Genre: Amerikanische Thriller
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: 9,95 €

Es ist nicht unbedingt notwendig, die beiden Vorgänger "Im Bruchteil der Sekunde" und "Mit jedem Schlag der Stunde" erst zu lesen, allerdings werden einem so einige Zusammenhänge in der Beziehung von Michelle und Sean verständlicher.

Nun zum Buch: Sean King steckt in Schwierigkeiten. Um die Behandlungskosten für seine Partnerin Michelle Maxwell bezahlen zu können, muss er dringend einen Job finden. So wendet er sich hilfesuchend an seine Ex-Freundin Joan Dillinger, die ihm einen Auftrag besorgt. In Babbage Town, einem Forschungscamp der Regierung, ist ein Wissenschaftler zu Tode gekommen. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch die Behörden möchten sicher gehen und so übernimmt Sean diesen Auftrag. In Babbage Town angekommen muss er jedoch feststellen, dass sich die Ermittlungen schwieriger gestalten als anfangs angenommen.


David Baldacci erzählt seinen Roman anfangs in 2 Erzählsträngen. Michelle lässt sich mehr oder weniger freiwillig in eine psychiatrische Klinik einweisen, um mit den Folgen des letzten Falls fertig zu werden. Betreut wird sie dort von dem charismatischen Psychologen Dr. Horatio Barnes, der ein guter Freund von Sean ist. Währenddessen steht Sean in Babbage Town dem Problem gegenüber, von der anscheinend autistischen Tochter des toten Wissenschaftlers Informationen über die Hintergründe dessen Todes zu erfahren. Zusätzlich ist weder das CIA noch der Vorgesetzte des Camps darüber erfreut, dass Sean sich in die Ermittlungen einmischt und Schwierigkeiten sind auch hier vorprogrammiert. Als Michelle sich selbst aus der Klinik entlässt und auch nach Babbage Town reist, laufen die Erzählstränge zusammen und man sieht sich dem gewohnten und lieb gewonnenen Ermittlerteam wieder gegenüber.

Auch wenn der Thriller etwas ruhiger beginnt, kommt während des Lesens keine Langeweile auf. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf und die eigentliche Geschichte schleicht sich eher langsam an bis man plötzlich mitten darin ist und das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Die Charaktere sind wie gewohnt sehr facettenreich beschrieben. Dieses Mal stellt der Autor das Leben und auch die Kindheit von Michelle etwas mehr in den Vordergrund und so erfährt man einige interessante Details. Sie tritt - wie bereits in den beiden vorherigen Bänden - wieder sehr selbstsicher, souverän und energisch auf. Auch die Figur von Sean ist detailreich und lebensnah angelegt und überzeugt von Anfang an. Mit von der Partie ist dieses Mal auch ein Freund von Sean, Dr. Horatio Barnes. Der Psychologe, der zum einen versucht, Michelle mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren und zum anderen näheres über Viggie und ihr Wissen über den Tod ihres Vaters herauszufinden versucht, wird als professioneller, sturer und äußerst humorvoller Mann beschrieben.

Fazit: Mit seinem 3. Band rund um das Ermittlerteam Maxwell / King ist David Baldacci wieder einmal ein äußerst spannender Thriller mit einem sehr interessanten Thema gelungen.