Leseempfehlungen

Mittwoch, 3. März 2010

{Rezension} Höllentrip von James Patterson

Übersetzer: Helmut Splinter
Taschenbuchausgabe: 384 Seiten
ISBN: 3442470692
Genre: Amerikanischer Thriller
Erscheinungsdatum: 11. Januar 2010
Preis: 8,95 €


Familienurlaub mit ungeahnten Folgen

Um wieder Zugang zu ihren drei halbwüchsigen Kindern zu bekommen, unternimmt die mit dem Staranwalt Peter frisch verheiratete Catherine Dunne zusammen mit ihren Kindern und ihrem Ex-Schwager Jake einen zweimonatigen Segeltörn durch die Karibik. Doch für die erfolgreiche Herzchirurgin, Skipper Jake und die Kinder Carrie, Ernie und Marc entwickelt sich der Segeltörn schon nach kurzer Zeit auf See zu einem Höllentrip, bei dem sie bald um ihr Überleben kämpfen müssen.

James Patterson erzählt seinen Thriller zum einen aus der Sicht von Catherine, zum anderen erfährt man nach und nach etwas vom Leben ihres Ehemannes Peter sowie der verzweifelten Suche der Küstenwache nach der Familie Dunne. Diese Erzählstränge wechseln ständig und die Kapitel sind extrem kurz gehalten, meist nur 1 - 2 Seiten pro Kapitel.

Die Story an sich ist von Anfang an rasant erzählt, jedoch ist aber auch sehr schnell für den Leser klar, wie sich die Geschichte entwickelt und ist somit bis zum Schluss vorhersehbar. Und durch diese Vorhersehbarkeit leidet stellenweise der Spannungsaufbau, zumal sich hier auch einigen typischen Klischees bedient wird. Auch die Katastrophen, welche die Familie Dunne erleiden muss, wirken doch sehr konstruiert.

Dem Autor gelingt es durch seinen flüssigen Schreibstil recht mühelos, einem seine Charaktere näher zu bringen, allerdings sind die Figuren durchweg leicht durchschaubar und können so auch für keine Überraschung während des Lesens sorgen.


Fazit: Alles in allem ein schnell zu lesender Thriller, welcher eine ganz interessante und relativ spannende Story vorzuweisen hat, der aber auch genauso schnell vergessen wie gelesen und absolut nicht mit seinen früheren Büchern vergleichbar ist.

{Rezension} Goetheruh von Bernd Köstering

Verlag: Gmeiner Verlag 
Taschenbuchausgabe: 374 Seiten
ISBN: 3839210453
Genre: Deutscher Krimi / Weimar
Erscheinungsdatum: 08. Februar 2010
Preis: 11,90 €


"... Das also ist des Pudels Kern ..."

Im Sommer 1998 reist der Literaturdozent und Goethe-Kenner Hendrik Wilmut in seine Heimatstadt Weimar, um seinem Cousin und Stadtrat Benno Kessler sowie der ortsansässigen Polizei bei Diebstählen aus dem Goethe-Haus zu unterstützen. Trotz intensiven Sicherheitsvorkehrungen gelingt es dem Dieb immer wieder, Exponate aus dem Goethe-Haus zu stehlen. Die extra eingerichtete Sonderkommission JWG, der auch Hendrik Wilmut angehört, ist ratlos. Wie gelingt es dem offensichtlich intelligenten Serientäter immer wieder unbemerkt in das gut gesicherte Goethe-Haus zu gelangen und vor allem, was haben die Goethe-Zitate zu bedeuten, die er im Anschluss an seinen Raub verschickt? Wilmut heftet sich an seine Fersen und schon bald muss er feststellen, dass er sich hierdurch in große Gefahr begibt.

Schon nach wenigen Seiten stellt man fest, dass der Autor Bernd Köstering über ein sehr fundiertes Wissen in Bezug auf den Dichter verfügt. Der Literaturkrimi ist gespickt mit vielen interessanten Informationen über Johann Wolfang von Goethe und diese sind gut in den Krimi eingebaut und wohldosiert, dass es durchweg informativ und unterhaltsam ist, diese zu lesen. Auch ist deutlich zu merken, dass sich der Autor bestens in Weimar auskennt und man so einen sehr guten Eindruck der Stadt erhält.

Der Krimi wird rückblickend von Hendrik Wilmut erzählt. So lernt man ihn hierdurch sehr schnell kennen und er wird einem praktisch von der ersten Seite an sympathisch. So ist Hendrik ein Mann Mitte Vierzig, der seinen Espresso liebt, ein absoluter Goethe-Freund ist und sein profundes Wissen gerne anderen mitteilt, seine Heimatstadt wie auch seine Jugendfreundin Hanna liebt und sich sehr für seine Freunde einsetzt. Auch die weiteren Charaktere sind detailreich herausgearbeitet, haben Ecken und Kanten und sind stellenweise auch etwas rätselhaft angelegt, was spannungsfördernd ist.

Die Spannung in dem Krimi ist eher unterschwellig und die Story relativ ruhig angelegt. Man begleitet die Ermittlungen, die Suche nach dem Serientäter, spürt die Verzweiflung der Polizei bei Rückschlägen und lernt so ganz nebenbei immer mehr von dem Leben Goethes kennen. Dies ist durchweg unterhaltsam und niemals langatmig beschrieben. Erst zum Ende hin erweist sich das Buch wirklich als ein richtiger Krimi und ab da ist man wirklich gefesselt von der Geschichte und fiebert neugierig und gespannt der Auflösung entgegen. Geschickt versteht es Bernd Köstering auch, immer wieder neue Spuren auszulegen, so revidiert man öfter einmal seine Meinung in Bezug auf den Serientäter.


Fazit: Der Literaturkrimi von Bernd Köstering macht seinem Namen alle Ehre und nicht nur Freunde und Kenner des Dichters werden ihre Freude an ihm haben.

Dienstag, 2. März 2010

{Rezension} In weißer Stille von Inge Löhnig

Taschenbuchausgabe: 443 Seiten
ISBN: 354826865X
Genre: Deutscher Thriller
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2010
Preis: 8,95 €


Der große Manipulator

Der pensionierte Kinderarzt Wolfram Heckeroth wird tot in seinem Ferienhaus am Starnberger See gefunden. Als Tino Dühnfort und sein Team mit den Ermittlungen beginnen, deutet zuerst alles auf Raubmord hin, doch je tiefer sie in das Leben des Arztes und dessen Familie eintauchen, umso mehr Motive und Tatverdächtige tauchen auf. Doch wer hat wirklich ein Interesse am Tod des Kinderarztes und wer ist so kaltblütig, ihn so grausam sterben zu lassen?

In ihrem 2. Krimi rund um ihren Ermittler Konstantin Dühnfort lässt Inge Löhnig den Leser hinter die Fassade einer vermeintlich gutsituierten Familie blicken. Geschickt legt sie mehrere verschiedene Spuren aus, sodass man sich von Anfang an bezüglich des Mörders und seiner Beweggründe im Unklaren ist und einige überraschende Wendungen in dem Fall tun ihr übriges, dass man zu jeder Zeit neugierig weiter liest. Auch gelingt es ihr auch wieder sehr gut, die Balance zwischen den Ermittlungen und den privaten Einblicken bei den Mitwirkenden zu halten. So ist der Krimi durchweg spannend und unterhaltsam erzählt, bis er dann zum Schluss mächtig Fahrt aufnimmt und es einem fast unmöglich ist, das Lesen zu unterbrechen.

Die Story ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Zum einen nimmt man hautnah an den Ermittlungen teil, zum anderen erhält man einen guten Einblick in das Privatleben und somit auch in die möglichen Motive der drei erwachsenen Kinder und deren Familien des ermordeten Kinderarztes. Und auch hier zeigt sich wieder deutlich, dass der Schein oft trügen kann. So zeichnet die Autorin ihre Charaktere sehr menschlich, lebendig und stellenweise auch so undurchsichtig, dass man sich manchmal nicht festlegen mag, ob der Charakter einem nun sympathisch ist oder eher doch nicht.

Auch erfährt man wieder etwas mehr über das Privatleben ihres Protagonisten. Der Ermittler und leidenschaftliche Hobbykoch Tino Dühnfort muss sich über seine Beziehung zu Agnes Garauda, die er bei den Ermittlungen in "Der Sünde Sold" kennen gelernt hat, klar werden, nimmt wieder einmal belustigt die stellenweise etwas anmaßende Haltung seines Kollegen Alois zur Kenntnis und beweist sich als wahrer Freund bei seiner Kollegin Gina Angelucci. Dieser räumt die Autorin dieses Mal etwas mehr Platz ein und so lernt man eine durchaus sympathische und engagierte Frau kennen.

Alles in allem ist Inge Löhnig ein toller Nachfolger gelungen: Spannend, unterhaltsam und mit einer Geschichte, die von der ersten Seite an überzeugt und schlüssig umgesetzt wurde.

Donnerstag, 25. Februar 2010

{Rezension} Allwissend von Jeffery Deaver

Übersetzer: Thomas Haufschild
Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
ISBN: 376450336X
Erscheinungsdatum: 15. Februar 2010
Preis: 21,95 €


"... Von A nach B nach X ..."

Am Highway 1 der Halbinsel Monterey/Kalifornien wird am Straßenrand ein Kreuz mit dem Datum des kommenden Tages gefunden. Am nächsten Tag wird die junge Tammy entführt, in den Kofferraum ihres Wagens gesperrt und diesen an den Strand gestellt, damit sie bei steigender Flut ertrinkt. Kaum ist dieses schreckliche Verbrechen bekannt, wird beim Chilton Report - einer Internetseite, die sich mit aktuellen und ortsansässigen Themen beschäftigt - das Thema in einem Blog veröffentlicht. Rasend schnell "schießen" sich die Teilnehmer auf den jugendlichen Einzelgänger Travis ein und selbst die CBI-Agentin und Kinesik-Expertin Kathryn Dance und ihr Team gelangen zu der Überzeugung, dass Travis für diese Tat verantwortlich sein muss, da er ein Motiv hat. Doch kurz nach einer ersten Befragung verschwindet Travis und das Morden an Menschen, die sich in dem Blog negativ über ihn geäußert haben, geht weiter ...
 
Auf sehr eindringliche Art beschreibt Jeffrey Deaver, wie rasend schnell in Zeiten des Internets Gerüchte gestreut werden (was es natürlich schon seit Menschengedenken gibt, nur heute halt bedeutend schneller geht) und jemand eines Verbrechens beschuldigt wird, welches er möglicherweise gar nicht begangen hat. Und er zeigt auch den altbewährten "Stille-Post-Effekt" auf. Da wird z. Bsp. aus normalem Haushaltsreiniger plötzlich Giftgas, das bei Neonazis besorgt wurde. Diese Eigendynamik ist sehr nachvollziehbar und glaubwürdig dargestellt. Auch ist wirklich interessant zu verfolgen, wie selbstverständlich die Informationen, welche über Blogs, Chatrooms etc. veröffentlicht werden als wahr hingenommen werden bzw. sich die Nutzer möglicherweise auch gar nicht trauen zu hinterfragen, da sie ansonsten selbst Gefahr laufen könnten, in die "Schusslinie" der Blog-Nutzer zu geraten. Zusätzlich geht er auch auf die Leichtsinnigkeit vieler Internetnutzer ein, die in der vermeintlichen Anonymität des Internets private Informationen über sich bedenkenlos preisgeben und wie diese anschließend gegen sie benutzt werden.

Eigentlich müsste man ja meinen, wenn man so ziemlich am Anfang schon den mutmaßlichen Täter kennt und Kathryn Dance und ihr Team nur noch die Festnahme erfolgreich zum Abschluss bringen müssen, wäre das meiste an Spannung genommen. Aber weit gefehlt! Denn Deaver wäre nicht Deaver, wenn er nicht noch die eine oder andere Überraschung in petto hätte. Zudem erzählt er wieder so anschaulich, abwechslungsreich, informativ und lebendig, dass die Story durchweg auf einem hohen Spannungslevel ist und zum Ende hin noch einmal gewaltig anzieht. Klar sind einige Beschreibungen rund um die Kinesik und das Internet wieder etwas lehrbuchhaft. Allerdings sind diese so gut in die Story eingepackt und informativ, dass man sich hier immer gut unterhalten fühlt und ich als IT-Laie habe hier noch so das ein oder andere Interessante erfahren können.

Seine Charaktere beschreibt er wieder gewohnt detailreich und lebendig. So erfährt man ein wenig mehr über das Privatleben von Kathryn Dance, was in einem wohl dosierten Maß in die Story integriert wurde und er führt auch eine neue Person ein: Jonathan Boling, ein sehr symphatischer Professor Mitte Vierzig, der Kathryn und ihr Team in IT-Fragen tatkräftig unterstützt.

Besonders interessant ist natürlich die Figur von Travis angelegt. Ihn stellt Jeffrey Deaver als einen sehr introvertierten, mürrischen Einzelgänger dar, der von seinen Mitschülern nicht akzeptiert wird und nun auch noch den Beschimpfungen und Bedrohungen durchs Internet ausgesetzt ist. So flüchtet der fanatische PC-Spieler scheinbar lieber in die synthetische Welt von Aetheria des Computerspiels DimensionQuest und bleibt für die Polizei ein Phantom und somit auch für den Leser, da seine Figur undurschaubar dargestellt wird.

Fazit: Jeffrey Deaver ist wieder einmal ein intelligenter, gut recherchierter, ein aktuelles Thema aufgreifender und wohldurchdachter Thriller gelungen, der von der ersten Seite an absolut überzeugt.

Montag, 22. Februar 2010

Septagon von Richard Montanari

Übersetzer: Karin Meddekis
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN: 3785723652
Genre: Amerikanischer Thriller
Erscheinungsdatum: 16. Juni 2009
Preis: 19,95 €


Philadelphia als "Spielfeld" eines Mörders

Bei der Mordkommission Philadelphia sind die Sonderermittler Jessica Balzano und Kevin Byrne mit der Aufklärung ungelöster Mordfällen betraut. So ein Fall ist auch der rätselhafte Mord einer jungen Ausreißerin. Die Ermittlungen führen sie zu einer älteren Dame, die zuerst Byrne in die Kunst des Tangrams einführt und kurz darauf Selbstmord begeht. Als einige Zeit später wieder ein totes Mädchen gefunden wird, müssen Jessica und Kevin erkennen, dass hier ein Serienmörder am Werk ist, der ein perfides Spiel mit der Polizei spielt.

Auch in seinem vierten Thriller rund um sein Ermittlerduo Jessica Balzano und Kevin Byrne gelingt es Richard Montanari wieder einmal mühelos, den Leser von der ersten Seite an das Buch zu binden. Und dies, obwohl man auch dieses Mal gleich zu anfangs wieder den Täter kennt. So erfährt man in wechselnden Handlungssträngen zum einen die Hintergründe und Gedanken des Mörders kennen, zum anderen ist man bei den Ermittlungen von Jessica und Kevin dabei. Die Wechsel sind geschickt gelegt und was wirklich interessant war, dass einige Szenen mit dem Ermittlerduo beginnen und vom Mörder zu Ende erzählt werden. Ein zusätzlicher Handlungsstrang ist der einer jungen Ausreißerin, der zum Ende hin noch eine Überraschung zu bieten hat.

Die Spannung ist von Anfang an auf gewohnt hohem Niveau und Richard Montanari gelingt es problemlos, diese im letzten Drittel des Thrillers nochmals extrem zu steigern, sodass ich mich doch das ein oder andere Mal vor Nervosität am "Fingernägelknabbern" erwischt habe.

Seine Protagonisten beschreibt der Autor gewohnt facettenreich und sympathisch. So stellt er sie nicht als hartgesottene Cops dar, sondern als Menschen, denen der Fall - besonders Jessica - sehr nahe geht und sie hier auch mal Gefühle zeigen dürfen. Allerdings kommt dieses Mal - meiner Meinung nach - das Privatleben des Duos etwas zu kurz; dieses findet, wenn überhaupt, nur ganz am Rande statt.

Durch Rückblicke erfährt man nach und nach die Vergangenheit des Mörders kennen, der durch seinen Vater geprägt wurde und eine Obsession gegenüber Spielen und Rätseln jeglicher Art hat. So haben es Jessica und Kevin mit einem äußerst intelligenten Gegner zu tun, der ihnen immer wieder Rätsel aufgibt und ein Meister der Verkleidungen ist.

Fazit: Wieder einmal ist es Richard Montanari mühelos gelungen, einen Thriller mit einer gut durchdachten Story zu schreiben, der wieder mit äußerst sympathischen Protagonisten aufwarten kann und äußerst spannend umgesetzt ist.

Montag, 15. Februar 2010

{Rezenion} Sonnensturm von Asa Larsson

Verlag: btb-Verlag
Übersetzer: Gabriele Haefs
Taschenbuchausgabe: 352 Seiten
Genre: Skandinavischer Krimi
ISBN: 978-3442736003
Erscheinungsdatum: 11. September 2007
Preis: 9,00 €


Christlicher Wahn einer Gemeinde mit tödlichem Ausgang

Spätwinter in Nordschweden. In der Kristallkirche in Kiruna liegt die Leiche des Predigers Victor Strandgard. Seine Schwester Sanna findet ihn morgens und flüchtet mit ihren Kindern vor Angst. Völlig verzweifelt bittet sie ihre "alte" Freundin Rebecka Martinsson, die mittlerweile als Staatsanwältin in Stockholm arbeitet, um Hilfe. Gleichzeitig unterstützt die hochschwangere Polizeiinspektorin Anna Maria Mella ihren Kollegen bei den Ermittlungen des Mordes. Diese gestalten sich allerdings als äußerst schwierig, da sie in der Gemeinde auf eine Mauer des Schweigens stoßen und auch Rebecka kommt bei ihren Nachforschungen nicht wirklich weiter.

In ihrem Debütroman beleuchtet Asa Larsson den christlichen Wahn einer Gemeinde. Der Ermordete Victor hatte als Jugendlicher eine Nahtoderfahrung, bei der er angeblich von Gott wieder auf Erden zurückgeschickt wurde. Geschickt und mit Hilfe eines ausgeprägten Charismas war es ihm gelungen, die drei bereits bestehenden Kirchen zur großen "Kirche der Kraftquelle" zu vereinen, um die Botschaft Gottes zu verkünden. In Kiruna wird er fast schon als Heiliger verehrt und so ist es für viele unvorstellbar, wer seinen Tod wollte.

Aus diesem Glaubenswahn war vor vielen Jahren die Anwältin Rebecka Martinsson nach Stockholm geflohen. Sie war als Jugendliche eng mit der Kirchengemeinde und auch mit Sanna und Victor verbunden und so lässt sie auch sofort alles stehen, als der Hilferuf ihrer Freundin kommt. Sanna selbst hat es nie geschafft, ein eigenverantwortliches Leben zu führen und ist anfangs froh, tatkräftige Unterstützung von Rebecka zu erhalten und sich somit auch jeglicher Verantwortung entziehen kann.

Beklemmend, düster und melancholisch hat die Autorin ihren Psychothriller angelegt. In Rückblenden erfährt man nach und nach die Beweggründe für Rebeckas Wegzug aus Kiruna und erhält auch ein Gefühl davon, wie dieses sektenhafte Verhalten und die Macht der Freikirche sich über Jahre hinweg in Kiruna verbreiten und halten konnte.

Obwohl die Autorin ihren Roman sofort mit dem Mord an Victor beginnt, baut sich doch die Spannung eher langsam auf. Allerdings zieht sie zum Ende hin sehr an, auch wenn man etwa ab der Mitte des Buches eine Ahnung vom Mörder und seinem Motiv erhält. Allerdings so ganz sicher kann man sich eigentlich bis zum Schluss hierüber auch nicht sein, da doch immer mal wieder kleine Hinweise oder geschickt gelegte Wendungen die Geschichte in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Ihre beiden Protagonistinnen Anna-Maria und Rebecka zeichnet die Autorin vielschichtig und lebendig. Besonders der Charakter von Rebecka ist anfangs etwas spröde und undurchsichtig beschrieben, erst so nach und nach erfährt man mehr über ihre Gefühle und auch die Rückblenden in ihre Jugend lassen einem ihr Verhalten mit der Zeit immer besser verstehen. Anna-Marias Charakter ist hier weniger überraschend, dafür aber sympathisch angelegt. Sie, verheiratet und Mutter von drei Halbwüchsigen, ist eine mutige, couragierte Frau, die momentan eine Gratwanderung zwischen Schwangerschaft, Beruf und Familie zu bewältigen hat und öfter mal nicht mehr weiß, um was sie sich zuerst kümmern soll. Die weiteren Mitwirkenden, besonders die Prediger der Kristallkirche, sind stellenweise doch recht mysteriös und undurchsichtig beschrieben, was sehr gut zur ganzen Stimmung des Thrillers passt.


Fazit: Mit ihrem Debütroman ist Asa Larsson ein spannender und düsterer Psychothriller gelungen, der sehr gut die Stimmung eines Spätwinters in Nordschweden zu vermitteln versteht.

Donnerstag, 11. Februar 2010

{Rezension} Der Sünde Sold von Inge Löhnig

Taschenbuchausgabe: 432 Seiten
ISBN: 3548268641
Genre: Deutscher Thriller
Erscheinungsdatum: 09. Oktober 2008
Preis: 8,95 €


Der Seelenretter

Es ist Mai. In dem kleinen idyllischen Dorf Mariaseeon nahe München verschwindet am helllichten Tag der fünfjähre Jakob Sonnberg spurlos. Sofort eingeleitete Suchaktionen der Dorfbewohner und auch der Einsatz der Polizei mit einem Großaufgebot bleiben erfolglos. Zu gleichen Zeit ist die junge Agnes Garauda nach Mariaseeon gezogen. Agnes hatte ein Jahr zuvor ein sehr traumatisches Erlebnis und versucht nun, mit dem Umzug ein neues Leben zu beginnen. Ausgedehnte Waldläufe und Radtouren helfen ihr dabei, den Schmerz zu verarbeiten und so findet sie durch Zufall bei einem ihrer Touren den kleinen Jakob nackt und angebunden mitten Wald. Der Junge ist psychisch sehr mitgenommen, ansonsten aber unverletzt. Das einzige, was der leitende Ermittler Konstantin Dühnfort von ihm erfährt, ist die Aussage über einen schwarzen Mann. Die weiteren Ermittlungen verlaufen im Sande bis kurze Zeit später die Leiche einer Frau gefunden wird, die vor ihrem Tod massiv gefoltert wurde ...

Während der Entführung von Jakob, der verzweifelten Suche nach dem Jungen und den fruchtlosen Ermittlungen der Polizei gelingt es Inge Löhning mühelos, eine beklemmende Spannung aufzubauen und einem keinerlei Hinweise auf den Entführer zu geben, obwohl sie diesen immer wieder zu Wort kommen lässt und man so viel über seine Beweggründe erfährt. Gleichzeitig macht sie einen bekannt mit ihren Protagonisten Agnes Garauda und Konstantin Dühnfort und gibt einen Einblick in ihr Privat- wie auch Berufsleben. Zwar ebbt die Spannung zwischenzeitlich etwas ab und die Geschichte legt hier etwas mehr Wert auf das Zwischenmenschliche, zieht aber dann gewaltig an, als die Leiche einer Frau gefunden wird. Und ab da ist die Spannung fast greifbar und es ist einem kaum noch möglich, das Buch aus der Hand zu legen.

Sehr bildhaft beschreibt sie die Umgebung und das Dorfleben von Mariaseeon, sodass man problemlos dieses scheinbare Idyll vor Augen hat und stellt einen einige der Dorfbewohner vor. Dies und die immer wieder geschickt gelegten und stellenweise wirklich überraschenden Wendungen in dem Psychothriller lassen einen ständig im Ungewissen in Bezug auf die Identität des Täters und zeigt einem auch, dass der Schein des Öfteren trügen kann.

Die Charaktere des Krimis sind detailreich, teilweise sehr undurchsichtig und dann auch wieder wie aus dem Leben gegriffen beschrieben. Einfühlsam und nachvollziehbar, ohne dabei zu gefühlsduselig zu werden, erfährt der Leser nach und nach mehr über das traurige Erlebnis von Agnes und ihrem Kampf dagegen. Gleichzeitig beschreibt sie Agnes aber auch als eine starke, selbstbewusste Frau, die mühsam versucht, einen Weg zurück ins Leben zu finden. Konstantin Dühnfort, genannt Tino, ein Hamburger Anfang Vierzig, den es aus privaten Gründen nach München verschlagen hat, wird sympathisch und menschlich dargestellt, der absolut nicht perfekt ist und auch mal seinen Gefühlen freien Lauf lassen darf.

Fazit: Mit ihrem Debütroman ist Inge Löhning ein extrem spannender, gut durchdachter Thriller gelungen, der die menschliche Seite nicht aus den Augen verliert und einen von der ersten Seite an fesselt.

Mittwoch, 10. Februar 2010

{Rezension} Querschläger von Silvia Roth

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
ISBN: 3455401287
Genre: Deutscher Krimi / Wiesbaden
Erscheinungsdatum: 15. August 2008
Preis: 14,95 €


Realistische Umsetzung eines brisanten Themas

18. September 2007 um 11:55 Uhr. Ein maskierter Mann richtet im Clemens-Brentano-Gymnasium in Wiesbaden ein Blutbad an und begeht anschließend scheinbar Selbstmord. Doch die ermittelnden Beamten stellen schnell fest, dass der Schüler Nikolas Hrubesch mit einer anderen Waffe erschossen wurde. So wird das KK11 mit dem Fall betraut und Hendrik Verhoeven und seine Kollegin Winnie Heller beginnen ihre Ermittlungen, die sie in das Umfeld des Schülers führen. Dieser stand kurz vor seinem Amoklauf per Chat in engen Kontakt zu einem gewissen "Devil". Ist er der zweite Täter?

Die Spannung baut sich recht schnell auf und steigert sich im Lauf der Ermittlungen sehr, da immer wieder neue Aspekte ans Tageslicht kommen und man so immer wieder überraschende Wendungen erfährt, die einen unweigerlich an das Buch fesseln.

Realistisch und einfühlsam beschreibt die Autorin die Gefühle der Schüler/-innen, die den Amoklauf überlebt haben. Bedingt ist dies auch durch die bei Beginn eines neuen Kapitels eingefügten kurzen "O-Töne" der Betroffenen. Zu Anfang des Krimis lässt Silvia Roth den Leser auch ein wenig an dem Gefühlsleben des Amokschützen Nikolas Hrubesch teilhaben, was stellenweise sehr erschreckend ist.

Bei ihren beiden Protagonisten Heller und Verhoeven legt die Autorin dieses Mal den Schwerpunkt eindeutig auf Winnie. Man lernt wieder ein wenig mehr über ihr Privat- und Gefühlsleben kennen und trotz ihrer teilweise sehr rabiaten, introvertierten - ja fast schon stoffeligen - Art, wird sie einem immer sympathischer. Hier merkt man sehr deutlich, dass hinter einer harten Schale doch des Öfteren auch ein weicher Kern stecken kann.

Hendrik Verhoeven muss sich neben dem aktuellen Fall auch noch mit dem voreiligen Versprechen gegenüber seiner kleinen Tochter Nina herumquälen, ihr einen Gartenteich zu bauen; was er schnell bereut, vor allem als er sich von Ninas Kindergartenfreund Dominik noch kluge Ratschläge geben lassen muss. Mit diesen kurzen Szenen gelingt es der Autorin gut, einem neben dem sehr nahegehenden Fall des Amoklaufs auch noch eine Spur von Normalität zu vermitteln.

Fazit: Mit ihrem zweiten Buch rund um ihr Ermittlerteam Heller & Verhoeven ist Silvia Roth wieder einmal ein spannender und vor allem sehr realistischer Krimi gelungen mit einem Thema, das sehr einfühlsam umgesetzt wurde. Einzig ein wenig mehr Lokalkolorit habe ich vermisst. So kann das Buch in jeder größeren Stadt spielen und typische Hinweise auf Wiesbaden und Umgebung fehlen fast völlig.

Montag, 8. Februar 2010

{Rezension} Kalter Main von Rosa Ribas

Verlag: Suhrkamp Verlag 
Taschenbuchausgabe: 368 Seiten
Genre: Deutscher Krimi / Frankfurt
ISBN: 3518460889
Erscheinungsdatum: 20. Juli 2009
Preis: 9,95 €


Hochwasser in Frankfurt und ein Mord in der Spanischen Gemeinde

Der Main hat Hochwasser. An der alten Brücke in Frankfurt wird die Leiche eines älteren Mannes angeschwemmt. Hauptkommissarin Cornelia Weber-Tejedo wird mit dem Fall betraut. Mit Hilfe von Polizeiobermeister Leopold Müller wird die Leiche schnell als Marcelino Soto identifiziert. Der Spanier war ein hochangesehener Mitbürger der Spanischen Gemeinde in Frankfurt. Zusammen mit ihrem Kollegen Reiner Terzletzki und dem neu hinzugezogenen Polizeiobermeister Leopold Müller beginnt Cornelia mit den Ermittlungen, die sie zwar tief in die Spanische Gemeinde eintauchen lässt, jedoch zu keiner heißen Spur führt. Ist der Mörder im Umfeld dieser Gemeinde zu finden oder handelt es sich um missglückte Schutzgelderpressungen? Denn der Tote war Besitzer zweier sehr erfolgreicher Restaurants in Frankfurt.

Der Krimi beginnt mit dem Fund der Leiche an der Alten Brücke und schon nach wenigen Sätzen taucht man in die Geschichte ein, bedingt durch die wirklich sehr ansprechende, flüssige Schreibweise der Autorin. So spannend der Roman jedoch beginnt, so schnell flacht er auch wieder ab. Allerdings ist während des Lesens kein einziges Mal auch nur der Hauch von Langeweile aufgekommen, da Rosa Ribas es in ihrem Debütroman hervorragend versteht, einen problemlos zu unterhalten.

So zeichnet sie ein sehr interessante Bild der spanischen Gastarbeiter, die in den 1960er Jahren nach Deutschland gereist kamen und beschreibt fundiert und informativ deren Leben in einer für sie fremden, kalten Welt. Durch regelmäßige Rückblicke erhält man so nach und nach einen kleinen Überblick über ihr Leben, ihr Heimweh und ihre Ängste in der Fremde sowie einige kleine Einblicke in das Leben während des Franco-Regimes.

Ihre Protagonistin Cornelia Weber-Tejedo ist Mitte Dreißig, eine Halbspanierin, die ihre spanische Hälfte über die Jahre hinweg geschickt verdrängt hat und sich durch den aktuellen Fall ihrer stellen muss, da auch sie ihre Kindheit und Jugend in der Spanischen Gemeinde verbracht hat und feststellen muss, dass hier doch einige ihrer Wurzeln liegen. Ihr Kollege Reiner Terzletzki ist ein etwas burschikoser Mensch, der durch seine direkte Art öfter mal den Unbill seines Vorgesetzen auf sich zieht und ein Geheimnis vor Cornelia zurückzuhalten versucht, was die Zusammenarbeit mit ihm stellenweise sehr erschwert. Der Neue im Team ist Leopold Müller. Ein tüchtiger, intelligenter Polizist, über den man aber kaum etwas erfährt. Da es sich jedoch um den ersten Band der Reihe handelt und im August 2010 der zweite Band der mit dem Titel "Tödliche Kampagne" erscheint, ist davon auszugehen, dass seine Figur noch ausgebaut wird.

Zwar sind einige Charaktere schon etwas klischeehaft gezeichnet, allerdings sind auch einige dabei, die undurchsichtig bleiben, sodass man in Bezug auf Mörder und Motiv ein ums andere Mal auf eine falsche Fährte geführt wird, bis zum Schluss die Lösung schlüssig umgesetzt vor einem liegt.


Fazit: Mit ihrem Debütroman hat Rosa Ribas eine interessante Milieustudie abgeliefert, die zwar nicht durchweg spannend, jedoch sehr unterhaltsam geschrieben ist.

Samstag, 6. Februar 2010

{Rezension} Hundszeiten: Laura Gottbergs fünfter Fall von Felicitas Mayall

Verlag: rororo Verlag
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
ISBN: 3499246236
Genre: Deutscher Krimi / München / Toskana
Erscheinungsdatum: 02. Januar 2010
Preis: 8,95 €

Obdachlose, Neonazis und ein toter, grüner Frosch

Am Isarufer wird die Leiche eines Obdachlosen gefunden. Da alle Spuren darauf hinweisen, dass es mehrere Täter waren, fällt der Verdacht schnell auf eine Gruppe Rechtsradikaler, die sich regelmäßig an der Isar treffen, grillen, Hasslieder grölen und Obdachlose terrorisieren. Hauptkommissarin Laura Gottberg übernimmt den Fall, obwohl sie gleichzeitig noch mit dem ungeklärten Tod eines Rentners beschäftigt ist. Mehr durch Zufall lernt Laura kurz vor dem Mord bei einem morgendlichen Spaziergang den Wohnungslosen Ralf kennen. Sie freundet sich mit ihm etwas an und hofft später, durch Ralf mehr über die Umstände des Mordes an seinem Kollegen zu erfahren, jedoch erweist sich dieser als eine ziemlich harte Nuss.

Eine schwüle Hitze liegt über München, die alle Aktivitäten auf ein Minimum zurückschraubt und die Aggressivität der Menschen fördert; so muss die Polizei immer mehr bei Gewalttätigkeiten eingreifen. Auch Laura ist genervt von der Hitze, fühlt sich einsam und vermisst ihre Kinder, die in England Urlaub machen. Und natürlich Angelo, der in Siena versucht, die letzten offenen Fragen im Fall Altlander zu klären. Im Fall Dobler kommt Laura nicht richtig weiter, obwohl der alte Herr Mayer ihr ein Geheimnis anvertraut und ihr Kollege Baumann fällt wegen einer Viruserkrankung zeitweilig aus. Ein kleiner Lichtblick ist da die Begegnung mit dem Wohnungslosen Ralf wie auch die Treffen mit ihrem Vater Emilio.

Felicitas Mayall knüpft mit dem vorliegenden Krimi fast nahtlos an "Wolfstod: Laura Gottbergs vierter Fall" an und führt so auch die Ermittlungen im Fall Dobler und Altlander realistisch fort. Deswegen ist es auch empfehlenswert, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, auch wenn immer mal wieder kurz auf vorherige Geschehnisse eingegangen wird.

Spannung baut sich während der Geschichte immer wieder schnell auf, um dann aber auch regelmäßig etwas abzufallen und der Story so mehr Platz für das Zwischenmenschliche zu lassen. Und das braucht dieses Buch auch, da die Autorin hier die Themen Neonazis sowie die NS-Zeit aufgreift und diese einfühlsam, realistisch und überzeugend beschreibt. So schafft sie eine hervorragende Balance, die den Krimi zu jeder Zeit sehr lesenwert macht.

Der Krimi ist von Anfang an atmosphärisch sehr dicht und stimmig umgesetzt und mit einem guten Schuss Lokalkolorit versetzt. Die Beschreibungen der Autorin sind so bild- und lebhaft, dass man das Gefühl hat, selbst dieser unerträglich schwülen Hitze ausgesetzt zu sein, mit der Laura und gesamt Deutschland in jenem August zu kämpfen hat.

Natürlich erzählt die Autorin auch die Beziehung zwischen Laura und Angelo weiter und wechselt in ihren Erzählsträngen oft zwischen München und Siena. So lernt man automatisch wieder ein wenig mehr über das Leben der Beiden und ihre Gefühle zueinander kennen und nimmt wieder einmal wie selbstverständlich an ihrem Leben teil.

Fazit: Für mich ist "Hundszeiten" der bisher beste Krimi von Felicitas Mayall, auch wenn er vielleicht nicht ganz den Spannungsgrad von "Wolfstod" oder "Wie Krähen im Nebel" erreicht. Hier überzeugt eindeutig die Rahmenhandlung.

Dienstag, 2. Februar 2010

{Rezension} Wolfstod: Laura Gottbergs vierter Fall von Felicitas Mayall

Verlag: rororo Verlag 
Taschenbuchausgabe: 400 Seiten
ISBN: 3499244403 
Genre: Deutscher Krimi / München, Toskana
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2008
Preis: 8,95 €


Künstler, Dichter und Chinesen in der Toskana

Nahe Siena wird der erfolgreiche deutsche Schriftsteller Giorgio Atlander tot in seinem Arbeitszimmer aufgefunden. Der erste Eindruck deutet auf Selbstmord hin, aber als am nächsten Tag in das Arbeitszimmer des Autors eingebrochen und Beweismaterial entwendet wird, glaubt Commissario Guerrini an Mord und fordert als Unterstützung deutsche Amtshilfe in Form von Hauptkommissarin Laura Gottberg an. Zusammen beginnen sie die Ermittlungen und geraten in der beschaulichen Toskana bald in tödliche Gefahr.

Der Mord an dem deutschen Schriftsteller kommt Angelo Guerrini wie gerufen. Endlich kann er Laura Gottberg wieder sehen und auch Laura freut sich bereits auf die Toskana, da sie so auch noch das Versprechen ihrem Vater gegenüber einlösen kann. So reisen Vater und Tochter an einem schönen Junitag in die Toskana. Das anfänglich schlechte Gewissen, zu wenig Zeit mit ihrem Vater verbringen zu können, legt sich schnell, als sie feststellt, wie sehr er aufblüht und das Leben genießt. Und so stürzt sich Laura zusammen mit Angelo in ihren neuen Fall, der immer mehr Fragen aufwirft, als Lösungen anbietet. Alles weist darauf hin, dass Atlander hinter ein dunkles Geheimnis eines Bewohners in Siena gekommen ist, doch sie finden absolut keine Spuren, die ihnen einen Hinweis auf den Unbekannten geben könnte. Dann erhalten sie den entscheidenden Hinweis und plötzlich liegt der Fall klar vor ihnen.

Die Bücher von Felicitas Mayall sind immer wie ein kleines bisschen Urlaub: abschalten, in das Buch eintauchen und genießen. Auch dieses Mal gelingt es ihr wieder mühelos, einem die Toskana im Juni vor Augen zu führen. Ihr Schreibstil, angereichert mit einigen Gedichten von Lord Byron, ist gewohnt lebendig und flüssig. Der Spannungsbogen baut sich dieses Mal etwas gemächlicher auf, bis man etwa ab Mitte des Krimis das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Wobei aber der Weg dahin wieder einmal in keinster Weise langatmig ist, sondern sehr unterhaltsam. Die Story ist schlüssig aufgebaut und durch geschickt gelegte Hinweise ist man sich während des Lesens immer wieder über die Identität des Mörders im Unklaren. Allerdings kam für meinen Geschmack der Schluss bzw. die Auflösung des Falls dann doch etwas zu schnell und abrupt, hier hätten ein paar Seiten mehr besser gepasst.

Auch gelingt es ihr dieses Mal wieder mühelos, die unterschiedlichsten Charaktere zu zeichnen, die einem während des Lesens durch ihre Wandelhaftigkeit überraschen und sehr menschlich dargestellt sind. Und natürlich erfährt man auch wieder ein wenig mehr über das Leben von Laura und vor allem von Angelo und ihrer Beziehung zueinander.


Alles in allem wieder einmal ein spannender, unterhaltsamer Krimi, der ein wenig in das Künstlerleben der Toskana eintaucht.

Freitag, 29. Januar 2010

{Rezension} Die Löwin von Cinque Terre: Laura Gottbergs dritter Fall von Felicitas Mayall

Verlag: rororo Verlag
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
ISBN: 3499240440 
Genre: Deutscher Krimi / München / Toskana
Erscheinungsdatum: 02. Juli 2007
Preis: 8,95 €

Türkische Tragödie und italienische Geheimnisse

Eines Nachts wird in einem Münchner Hinterhof die Leiche der jungen Italienerin Valeria Cabun gefunden. Die aus der Toskana stammende Valeria lebte bei einer Schwabinger Arztfamilie als Au-pair. Es deutet zwar alles darauf hin, dass sich Valerie mit Selbstmordabsichten aus dem Fenster des Mietshauses stürzte, doch Hauptkommissarin Laura Gottberg hat so ihre Zweifel. Diese werden noch bestärkt, als sie die Familie der Toten kennen lernt und sich näher mit der Arztfamilie und mit Valerias Umfeld in München beschäftigt. Jedoch kommen Laura und ihr Kollege Peter Baumann bei ihren Ermittlungen keinen Schritt weiter. Da beschließt Laura, zusammen mit Angelo Guerrini in die Toskana zu reisen, um die Familie der Toten näher unter die Lupe zu nehmen.

Es ist Frühling geworden in München und Ostern steht vor der Tür. Und damit hat Laura ein Problem, da ihr Freund Angelo Guerrini sie über die Feiertage besuchen will und Laura immer noch nicht ihre Kinder über die Existenz von Angelo aufgeklärt hat. Und neben dem schwierigen Fall um den Tod von Valeria, der immer mehr Fragen anstelle von Antworten aufwirft, muss sie sich auch noch mit ihren türkischen Nachbarn auseinandersetzen. Diese haben eine junge Tochter, die sich emanzipierter benimmt als es die Familienehre zulässt und so diese in Gefahr bringt. So weiß Laura mal wieder nicht, wo ihr der Kopf steht und wünscht sich eigentlich nur Urlaub, zusammen mit Angelo.

In ihrem 3. Krimi rund um ihre Protagonistin Laura Gottberg greift Felicitas Mayall dieses Mal die Themen Rassismus und Familienehre auf, die einfühlsam und nachvollziehbar umgesetzt wurden. Im Gegensatz zu den beiden ersten Fällen ist die Spannung dieses Mal fast sofort greifbar und auch der Schreibstil an sich ist von der Autorin etwas tougher als in den beiden vorherigen Krimis. Die Story nimmt sehr interessante Wendungen und ist atmosphärisch dicht umgesetzt, sodass die Spannung bis zum Schluss auf hohem Niveau bleibt und man regelrecht in das Buch eintaucht und erstaunt ist, wie schnell mal wieder die Zeit vergangen ist.

Wieder gewohnt lebendig, facettenreich und stellenweise undurchsichtig hat Felicitas Mayall ihre Charaktere angelegt, allen voran natürlich die bekannten Figuren rund um ihre Protagonistin und Laura Gottberg selbst. Und ihre flüssige, bildhafte und vor allem fesselnde Schreibweise sorgt wieder einmal problemlos dafür, einen immer wieder zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Mitraten zu bringen und dies in der genau richtigen Dosierung.

Mittwoch, 27. Januar 2010

{Rezension} Scream von Chris Mooney


Verlag: rororo-Verlag
Übersetzer: Michael Windgassen
Taschenbuchausgabe: 528 Seiten
ISBN: 3499247216
Genre: Amerikanischer Thriller
Erscheinungsdatum: 01. September 2009
Preis: 9,95 €


Detective Casey holt seine Vergangenheit ein

Jack Casey, Detective im beschaulichen Marblehead / Massachusetts und Ex-Profiler und Spezialist für Serienmörder beim FBI, wird zu einem Tatort gerufen. Dieser lässt ihn an einen lang zurückliegenden Serienmörder denken, der damals Jacks Frau vor seinen Augen getötet hatte. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Mord und der Mörder, der sich selbst "Der Sandmann" nennt, nimmt mit Jack Kontakt auf. Die Jagd beginnt und immer mehr scheint sich heraus zu kristallisieren, dass ein ehemaliges Resozialisations-Zentrum für Jugendliche in Harvard etwas mit den Morden zu tun hat.

Auf sehr direkte, einfache und unverblümte Art erzählt Chris Mooney seinen Thriller um einen Serienmörder, der sich "Der Sandmann" nennt und seine perfiden Spielchen mit Jack Casey spielt, von denen sich dieser allerdings nach außen hin selten aus der Reserve locken lässt. Tatkräftige Unterstützung erhält er von Malcolm Fletcher, einem ehemaligen FBI-Profiler, der sich mittlerweile im Ruhestand befindet und einige interessante Hinweise zu den Hintergründen der ganzen Geschichte einbringen kann und Jacks Schutzengel spielt.

Spannung ist praktisch von der ersten Seite an vorhanden und hält sich auch kontinuierlich bis zum Ende hin auf recht hohem Niveau. Das Motiv wie auch die Identität des Mörders bleiben lange im Dunkeln und einige unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass man durchweg an das Buch gefesselt ist.

Allerdings ist die Story stellenweise auch etwas übertrieben geschildert und zum Ende hin teilweise haarsträubend. Da wäre meiner Meinung nach etwas weniger eindeutig mehr gewesen. Und auch wenn Bombenexplosionen zum "Markenzeichen" des Sandmanns gehören, nerven sie stellenweise schon ein wenig.

Die Charaktere sind zwar recht gut herausgearbeitet, allerdings etwas profillos, sodass sie austauschbar wirken und auch in jedem anderen Thriller gleichen Genres mitwirken könnten. Da fehlt es noch etwas an Originalität.



{Rezension} Wie Krähen im Nebel: Laura Gottbergs zweiter Fall von Felicitas Mayall

Verlag: rororo Verlag
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
ISBN: 3499238454
Genre: Deutscher Krimi / München / Toskana
Erscheinungsdatum: 02. Oktober 2006
Preis: 8,95 €


"... Die Vögelchen müssen fliegen ..."

Im Eurocity aus Florenz wird im Münchner Hauptbahnhof die Leiche einer jungen Frau gefunden. Zur gleichen Zeit entdeckt ein Bahnbeamter neben diesem Eurocity einen schwerverletzten jungen Mann. Laura Gottberg wird mit dem Mordfall betraut. Schon schnell kristallisiert sich heraus, dass der junge Mann etwas mit dem Mord zu tun hat, allerdings leidet er an einer Amnesie als er Tage später aus dem Koma erwacht. Laura und ihr Kollege Peter Baumann kommen bei ihren Ermittlungen keinen Schritt weiter, bis eine Unbekannte auftaucht und Laura einen entscheidenden Tipp gibt, der sie nach Florenz führt.

Mittlerweile ist es Ende November und München versinkt im Nebel. Nachdem Laura im August aus der Toskana und von Commissario Angelo Guerrini zurückgekehrt ist, geht ihr altes Leben weiter und sie hadert immer noch mit sich, ihren Kindern und ihrem Vater von ihrer Beziehung zu Angelo zu erzählen. Peter Baumann und Laura haben zwischenzeitlich wieder zu einer freundschaftlichen Beziehung zurückgefunden, ihr Chef ist genauso ungenießbar wie bisher und ihr alter Herr entwickelt eine ungewohnte Selbstständigkeit, die Laura anfangs verwirrt.

Durch die ständige Einbindung des Privatlebens und den Gedanken ihrer Protagonistin während der Ermittlungen gelingt es der Autorin mühelos, Laura und den Menschen in ihrem nahen Umfeld so viel Leben einzuhauchen, dass sie einem schon fast wie gute Freunde vorkommen. Auch die anderen Charaktere sind sehr gut beschrieben und teilweise so undurchsichtig und facettenreich dargestellt, dass man über ihre Handlungen im Lauf der Geschichte überrascht ist.

In ihrem zweiten Krimi um die Hauptkommissarin Laura Gottberg greift Felicitas Mayall dieses Mal ein Thema auf, das sehr brisant und durchaus realistisch dargestellt ist. Die Spannung baut sich auch dieses Mal eher unbemerkt auf und man rätselt mit der Kommissarin von Anfang an über die Identität des Mörders und die Hintergründe der Tat bis es dann zum großen Showdown zwischen Florenz und München kommt.

Fazit: Wieder ein gelungener, spannender und überaus warmherziger und einfühlsamer Krimi, der einfach Lust auf mehr macht.

Dienstag, 26. Januar 2010

{Rezension} Nacht der Stachelschweine: Laura Gottbergs erster Fall von Felicitas Mayall

Verlag: rororo-Verlag 
Taschenbuchausgabe: 384 Seiten
ISBN: 349923615X 
Genre: Deutscher Krimi / München, Toskana
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2004
Preis: 8,95 €


Hexen und weinende Stachelschweine in der Toskana

Eine deutsche Therapiegruppe ist zu einem Selbsterfahrungskurs in die Toskana nahe Siena gefahren. Als eines Morgens die junge Carolin verschwunden ist, wird die Polizei informiert, die auch schnell ihre Leiche in der Nähe des Klosters findet. Der erste Verdacht fällt auf den geistig behinderten Giuseppe Rana, der nachts oft in der Gegend umherwandert. Doch Commissario Guerrini glaubt an dessen Unschuld und fordert deutsche Unterstützung an, um die Therapiegruppe besser befragen zu können. Aus München reist Kommissarin Laura Gottberg an, um den Commissario bei den Ermittlungen zu unterstützen und schnell kristallisiert sich heraus, dass die Gruppe einiges zu verschweigen hat.

Laura Gottberg ist eine Frau Mitte Vierzig, geschieden, Mutter zweier halbwüchsiger Kinder und Tochter eines etwas schrulligen, aber liebenswürdigen Vaters. Sie muss sich gegen die Avancen ihres jüngeren Kollegen wehren und hat ständig Ärger mit ihrem überaus bürokratischen Chef, der ihre eigenwilligen, zu Alleingängen neigenden Ermittlungen nicht gutheißt. So kommt der Halbitalienerin die Reise in die Heimat ihrer verstorbenen Mutter wie ein Urlaub vor und sie stürzt sich sofort voller Tatendrang in die hiesigen Ermittlungen. Unterstützung erhält sie von Commissario Angelo Guerrini, einem Mann Ende Vierzig, der durch seine starrköpfigen Ermittlungen in die Provinz versetzt wurde. Gemeinsam sind sie bald der Meinung, dass Guiseppe in keinem Fall den Mord begangen haben kann und die Lösung des Falls bei der deutschen Therapiegruppe zu suchen ist, bei denen sie sich aber anfangs ganz schön die Zähne ausbeißen. Allerdings stehen sie mit ihrer Meinung ziemlich alleine dar, da alle Indizien auf Giuseppe als Täter hinweisen. Haben sie sich vielleicht doch getäuscht?

Die Spannung baut sich in dem vorliegenden Roman eher unterschwellig auf. Felicitas Mayall legt mehr Wert auf das Zwischenmenschliche, wobei zwar hier eindeutig der Fokus liegt, die Krimihandlung aber keineswegs zu kurz kommt. Geschickt beschreibt sie die unterschwelligen Gefühle innerhalb der Gruppe, in der die Emotionen im Lauf der Ermittlungen unweigerlich hochkochen.

Ihre Charaktere sind alle sehr detailreich und lebensnah beschrieben, sodass man schnell eine Vorstellung von ihnen erhält, aber auch stellenweise so undurchsichtig, dass einem Mörder und Motiv bis gut zur Hälfte des Buches verborgen bleiben.


Fazit: Dieser Krimi erinnert an die Bücher von Donna Leon oder Nele Neuhaus und ist wirklich mal eine gelungene, angenehme und entspannende Abwechslung.

Montag, 25. Januar 2010

{Rezension} Gold - Pirate Latitudes von Michael Crichton


Übersetzer: Ulrike Wasel / Klaus Timmermann
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
ISBN: 3896674021
Genre: Abenteuer
Erscheinungsdatum: 16. November 2009
Preis: 19,95 €


Fluch der Karibik light

Charles Hunter ist ein Freibeuter und steht in den inoffiziellen Diensten des Gouverneurs von Port Royal auf Jamaika. Eines Tages erhält Hunter von ihm den Auftrag, ein spanisches Handelschiff zu überfallen. Das einzige Problem: Das Schiff liegt vor einer streng bewachten spanischen Insel, die als uneinnehmbar gilt. Doch Hunter wagt den Coup und stellt seine Crew zusammen, um den riskantesten Raubzug der Karibik durchzuführen.

Michael Crichton erzählt die Kaperfahrt von Charles Hunter und seiner Crew, die im 17. Jahrhundert angesiedelt ist, wobei die Klassiker wie Hurrikan, Überfall auf offener See etc. nicht fehlen und die ganze Geschichte recht realistisch wirkt und man auch so ganz nebenbei etwas über das Navigieren der damaligen Zeit erfährt. Allerdings musste ich dann bei der Szene mit dem Kraken doch sehr an Jack Sparrow und die Black Pearl denken. Auch durch die Begriffe wie Port Royal, Realis-Münzen oder Tortuga fühlt man sich das ein oder andere Mal an "Fluch der Karibik" erinnert.

Die Geschichte an sich wirkte auf mich jedoch etwas unausgereift, so als wenn hier noch der letzte Schliff ausstehen würde. Sie ist zwar rund und schlüssig, allerdings fehlt es ihr eindeutig an Tiefe und sie liest sich mehr oder weniger wie jeder x-beliebiger Roman, der schnell wieder vergessen ist. So habe ich nicht einmal einen richtigen Bezug zu dem Roman bekommen, obwohl die Story an sich wirklich spannend ist und durch den flüssigen, stellenweise auch recht bildhaften Schreibstil des Autors der Roman recht flott erzählt wird.

Möglicherweise lag dies auch daran, dass einfach die Charaktere zu oberflächlich bleiben. Normalerweise baut sich einem während des Lesens so langsam ein Bild des Protagonisten auf, dies fehlt hier völlig. Auch die anderen Figuren, angefangen von der Crew, über den Gouverneur bis hin zum Konquistador Cazalla bleiben alle Figuren blass und eindimensional, obwohl die Ansätze wirklich gut sind und man mit etwas Feinarbeit hier wirklich sehr interessante Charaktere hätte schaffen können.


Fazit: Alles in allem ein nett zu lesenden Abenteuerroman, mit einer tollen Story, aus der man bei weitem hätte mehr machen können.

Freitag, 22. Januar 2010

{Rezension} Im Dreieck des Drachen von James Rollins

Übersetzer: Alfons Winkelmann
Taschenbuchausgabe: 636 Seiten
ISBN: 3548257135
Genre: Thriller Allgemein / Ökothriller
Erscheinungsdatum: Oktober 2003
Preis: 8,95 €


Steht das Ende der Welt bevor

Eine Sonnenfinsternis verursacht eine Naturkatastrophe im pazifischen Raum. Ganze Inselgruppen verschwinden im Pazifik, San Francisco erlebt ein schweres Erdbeben und auch die japanischen Inseln wie auch die Aleuten bleiben von den Naturgewalten nicht verschont. Und mitten in diesem Chaos befindet sich der amerikanische Präsident, der sich auf der Insel Guam befand, um die chinesisch-amerikanischen Beziehungen zu verbessern. Überstürzt begeben sich Präsident Bishop und sein Stab auf die Rückreise. Doch schon kurz nach dem Start bricht die Funkverbindung ab, die Air Force One ist abgestürzt, genau in einem Gebiet, dass als das "Dreieck des Drachen" bekannt ist. Der Ex-Seal und heutige Tiefseetaucher Jack Kirkland wird mit seiner Mannschaft beauftragt, die Black Box der Air Force One zu bergen. Bei dem Tauchgang in 600 m Tiefe entdeckt Jack eine merkwürdig leuchtende Kristallsäule. Ist sie für den Absturz der Air Force One verantwortlich und was bedeuten die seltsamen Symbole auf ihr? Jack und seine Crew versuchen, diese Fragen zu beantworten und lernen bei ihren Nachforschungen Dr. Susan Grace kennen, die sich auf Hieroglyphen spezialisiert hat. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel um die Kristallsäule zu entschlüsseln und geraten dabei zwischen die Fronten der amerikanischen Regierung und der CIA.

Ehe man es sich versieht, steckt man mitten in der Story, ohne Chance, vor Ende des Action-Thrillers hier wieder herauszukommen. James Rollins legt in seinem vorliegenden Buch ein rasantes Tempo an den Tag mit einer Geschichte, die extrem spannend ist. Und diese Spannung hält sich mühelos bis zum Schluss. Auch wenn der Thriller eigentlich von Anfang an vorhersehbar ist, überrascht der Autor doch mit einigen interessanten Wendungen, die stimmig umgesetzt sind. Allerdings hat mir der Schluss doch das eine oder andere ungläubige Kopfschütteln abgerungen, wenn man jedoch die gesamte Geschichte betrachtet, ist er durchaus logisch umgesetzt.

Auch wenn der Thriller natürlich reinste Fiktion ist, hat James Rollins ein nach wie vor absolut brisantes und vor allem aktuelles Thema schlüssig in eine mitreißende Story verpackt. Die anfangs vielfachen Handlungsstränge lässt der Autor nach und nach geschickt zusammen laufen, sodass bald nur noch die beiden Erzählstränge rund um Susan, Jack und seiner Crew sowie der amerikanischen Regierung bzw. dem CIA erzählt werden. Seine bildhafte Sprache sorgt mühelos dafür, dass man sich zu jeder Zeit hervorragend unterhalten fühlt.

Einzig die Charaktere sind etwas eindimensional gezeichnet. So ist schnell klar, wer die Guten und die Bösen sind und die beiden Protagonisten Jack und Susan überraschen einen in ihren Handlungen nie und sind immer sehr vorhersehbar. Allerdings ist dies nicht unbedingt negativ zu sehen, da hier einfach die Story überwiegt.