Taschenbuchausgabe: 378 Seiten
Genre: Deutscher Krimi / Band 3
ISBN: 978-3-940002-25-9
Erscheinungsdatum: Oktober 2015
Preis: 12,00 €
Ein Fall, der keiner ist?
Die Untersuchung eines Brandes in einer
Biogasanlage würde Kommissar Frank Rothe bei weitem mehr interessieren als für
eine amerikanische Autorin den Babysitter zu spielen. Rebecca K. Connolly ist
auf Lesereise in Deutschland und befürchtet Übergriffe durch ihren geschiedenen
Mann. Widerwillig tritt Rothe seinen Job als Personenschützer an, doch das
rätselhafte Verschwinden einer älteren Dame, deren Mercedes am Bahnhof
unabgeschlossen vorgefunden wird, lässt ihm keine Ruhe. Jagt Rothe da
möglicherweise einem Fall hinterher, der gar keiner ist und was verbirgt die
Autorin, die im Eichsfeld geboren wurde.
Die Beziehung mit Freundin und Kollegin
Simone läuft nicht gerade stressfrei, Tochter Jessi konzentriert sich auf die
Genesung von Freund Matthias, das Wetter ist auch nicht gerade das Beste und
beruflich hat Rothe den Eindruck als wolle man ihn aus Ermittlungen
heraushalten. Da ist der Personenschutz-Auftrag natürlich genau das, was Rothe
noch gefehlt hat, um seine Laune noch mehr in den Keller fahren zu lassen,
zumal Ms. Connolly absolut keinen Wert auf Rothes Schutz zu legen scheint.
Entsprechend frustriert und genervt ist der Kommissar und so richtet sich seine
Aufmerksamkeit bald schon auf die Meldung, dass am Bahnhof ein nicht
abgeschlossenes Auto entdeckt wurde. Rothes Bauchgefühl sagt ihm, dass hier
etwas nicht stimmt, sein Chef ist da jedoch ganz anderer Meinung und so
ermittelt der Kommissar auf eigene Faust und versucht gleichzeitig, die
eigensinnige Autorin zu beschützen.
Kenntnisreich, atmosphärisch dicht und
wohldosiert beschreibt Astrid Seehaus das Leben und die Gegend des
thüringischen Landkreises Eichsfeld, wo sich Heiligenstadt gerade auf die
Palmsonntagsprozession vorbereitet. Hier ist der sonntägliche Kirchenbesuch
noch üblich, und dass man über seine Nachbarn noch vieles bis alles weiß, dies
aber nicht unbedingt weiter erzählt. Das muss Kommissar Rothe im Laufe seiner
Ermittlungen leidvoll erfahren.
Astrid Seehaus erzählt im 3.
Eichsfeld-Krimi eine ausgeklügelte, packende, aber auch nachdenkliche, ja
manchmal fast schon traurige Story und zeichnet ausdrucksstarke Charaktere mit
Ecken und Kanten, die sehr glaubwürdig agieren. Spannung baut sich eher
nebenbei auf durch das schwer einschätzbare Verhalten und den offensichtlichen
Geheimnissen einzelner Mitwirkender, welche von Verrat und Verlust handeln,
aber auch Eifersucht ist ein Thema des Krimis. Zum Ende hin zieht dann aber
auch die Spannung an und bis zuletzt bleibt die Story unvorhersehbar und
wendungsreich, zumal man bald schon feststellt, dass sich die Ermittlungen bei
weitem komplexer gestalten als anfangs gedacht.
Fazit: Frank Rothes 3. Fall überzeugt
mit einer vielschichtigen, packenden und nachdenklichen Story sowie
ausgefeilten, starken Charakteren.
Die Autorin:
Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, Verlegerin, Thüringer Krimipreis 2012 mit "Tod im Eichsfeld". Ihre Bücher teilweise auch in Englisch und Japanisch.
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