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Freitag, 20. November 2015

{Rezension} Das Kreuz - Ein Eichsfeld-Krimi von Astrid Seehaus

Cover & Verlag: Undine
Taschenbuchausgabe: 378 Seiten
Genre: Deutscher Krimi / Band 3
ISBN: 978-3-940002-25-9
Erscheinungsdatum: Oktober 2015
Preis: 12,00 €




Ein Fall, der keiner ist?

Die Untersuchung eines Brandes in einer Biogasanlage würde Kommissar Frank Rothe bei weitem mehr interessieren als für eine amerikanische Autorin den Babysitter zu spielen. Rebecca K. Connolly ist auf Lesereise in Deutschland und befürchtet Übergriffe durch ihren geschiedenen Mann. Widerwillig tritt Rothe seinen Job als Personenschützer an, doch das rätselhafte Verschwinden einer älteren Dame, deren Mercedes am Bahnhof unabgeschlossen vorgefunden wird, lässt ihm keine Ruhe. Jagt Rothe da möglicherweise einem Fall hinterher, der gar keiner ist und was verbirgt die Autorin, die im Eichsfeld geboren wurde. 

 

Die Beziehung mit Freundin und Kollegin Simone läuft nicht gerade stressfrei, Tochter Jessi konzentriert sich auf die Genesung von Freund Matthias, das Wetter ist auch nicht gerade das Beste und beruflich hat Rothe den Eindruck als wolle man ihn aus Ermittlungen heraushalten. Da ist der Personenschutz-Auftrag natürlich genau das, was Rothe noch gefehlt hat, um seine Laune noch mehr in den Keller fahren zu lassen, zumal Ms. Connolly absolut keinen Wert auf Rothes Schutz zu legen scheint. Entsprechend frustriert und genervt ist der Kommissar und so richtet sich seine Aufmerksamkeit bald schon auf die Meldung, dass am Bahnhof ein nicht abgeschlossenes Auto entdeckt wurde. Rothes Bauchgefühl sagt ihm, dass hier etwas nicht stimmt, sein Chef ist da jedoch ganz anderer Meinung und so ermittelt der Kommissar auf eigene Faust und versucht gleichzeitig, die eigensinnige Autorin zu beschützen.

Kenntnisreich, atmosphärisch dicht und wohldosiert beschreibt Astrid Seehaus das Leben und die Gegend des thüringischen Landkreises Eichsfeld, wo sich Heiligenstadt gerade auf die Palmsonntagsprozession vorbereitet. Hier ist der sonntägliche Kirchenbesuch noch üblich, und dass man über seine Nachbarn noch vieles bis alles weiß, dies aber nicht unbedingt weiter erzählt. Das muss Kommissar Rothe im Laufe seiner Ermittlungen leidvoll erfahren.

Astrid Seehaus erzählt im 3. Eichsfeld-Krimi eine ausgeklügelte, packende, aber auch nachdenkliche, ja manchmal fast schon traurige Story und zeichnet ausdrucksstarke Charaktere mit Ecken und Kanten, die sehr glaubwürdig agieren. Spannung baut sich eher nebenbei auf durch das schwer einschätzbare Verhalten und den offensichtlichen Geheimnissen einzelner Mitwirkender, welche von Verrat und Verlust handeln, aber auch Eifersucht ist ein Thema des Krimis. Zum Ende hin zieht dann aber auch die Spannung an und bis zuletzt bleibt die Story unvorhersehbar und wendungsreich, zumal man bald schon feststellt, dass sich die Ermittlungen bei weitem komplexer gestalten als anfangs gedacht.


Fazit: Frank Rothes 3. Fall überzeugt mit einer vielschichtigen, packenden und nachdenklichen Story sowie ausgefeilten, starken Charakteren. 


Die Autorin:
Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, Verlegerin, Thüringer Krimipreis 2012 mit "Tod im Eichsfeld". Ihre Bücher teilweise auch in Englisch und Japanisch.






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